UFOs! Fragen, Rätsel, Erklärungen - Bruno Deckert - E-Book

UFOs! Fragen, Rätsel, Erklärungen E-Book

Bruno Deckert

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9,99 €

Beschreibung

Geheimnisvolle Lichter in der Nacht, Ausserirdische, die Menschen entführen, fliegende Untertassen in der Bibel? UFOs! Das Buch stellt berühmte UFO-Fälle vor und zeigt, welche Vorstellungen hinter solchen Gerüchten, Zeitungsmeldungen und alten Legenden stecken.

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Seitenzahl: 76

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Bruno DeckertDieter Sträuli

UFOs! Fragen,

Rätsel, Erklärungen

Titelbild:

Illustration Raphael Volery, Zürich

Gestaltung:

Atelier DUC, Zürich

E-Book:

mbassador GmbH, Luzern

Lektorat:

Hanna Burkhardt

 

2. Auflage 2001

 

E-ISBN 978-3-7269-0692-4

© 2000 SJW Schweizerisches JugendschriftenwerkAbdruck des Inhalts, auch auszugsweise und fotomechanisch, nur mit Einverständnis des Verlags

Die Autoren

Bruno Deckert ist Psychologe und Vorstandsmitglied des Vereins Informations- und Beratungsstelle für Sekten- und Kultfragen infoSekta in Zürich. Er forscht über soziale und psychologische Prozesse in so ge-nannten Sekten. Vor einigen Monaten hat er in Zürich sphères ins Leben gerufen. sphères ist Bar, Buchhandlung und Veranstaltungsort in einem.

Dieter Sträuli ist Psychologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Psychologischen Institut der Universität Zürich. Er hat eine Ausbildung zum Psychoanalytiker und einen Grundkurs in klinischer Hypnose absolviert. Er ist Co-Präsident des Vereins Informations- und Beratungs-stelle für Sekten- und Kultfragen infoSekta in Zürich. Zusammen mit Susanne Schaaf hat er das SJW-Heft «Sekten» (Nr. 2039) verfasst. Er liebt sciencefiction-Romane und die Fernsehserie «Akte X».

1 LICHTUNG Aarno Heinonen und Esko Viljo, 7. Jan. 1970, Imjärvi, Finnland

Vorwort

2 SICHTUNG Kenneth Arnold, 24. Juni 1947, Mount Rainier, WA, USA

Eine rätselhafte Erscheinung

Was war es?

«Fliegende Untertassen»

Wie es weiterging

3 BERGUNG Mac Brazel, 2. Juli 1947, Foster Ranch, Roswell, NM, USA

Die Trümmer von Roswell

Die Wahrheit ist da draussen

4 BEGEGNUNG George Adamski, 20. November 1952, Desert Center, CA, USA

George Adamski trifft einen Ausserirdischen

Ein Amateurfotograf macht Karriere

Das Weltall spricht zu uns

5 GRÜNDUNG Eduard A. «Billy» Meier, 28. Januar 1975, Hinwil ZH, Schweiz

Strahlschiffe im Tösstal

Mit Ausserirdischen kann man vieles erklären

Sekten, Channels, Ufologen: die Ufo-Szene

6 DEUTUNG Ezechiel, 5. Tag, 4. Monat, 30. Jahr der Verbannung, Fluss Kebar, Babylon

Was der Prophet sah

Erich von Däniken liest die Bibel

7 ENTFÜHRUNG Barney und Betty Hill, 19. September 1961, Concorde, NH, USA

Barney und Betty Hill machen eine unheimliche Reise

Jede Geschichte hat ihre Geschichte

Hypnose bringt die Vergangenheit nicht zurück

8 FORSCHUNG «Projekt Hessdalen», Januar 1984, Hessdalen, Norwegen

Von Lichtern genarrt

Ufologie zwischen Wissenschaft und Glauben

Eigene Untersuchungen

Schwierige Wörter

Buchtipps

Verwendete Literatur

1 LICHTUNG

Aarno Heinonen und Esko Viljo, 7. Jan. 1970, Imjärvi, Finnland

Vorwort

Am 7. Januar 1970 ging die Sonne im Süden Finnlands schon am Nachmittag unter. Zwei Skifahrer hielten auf einer Waldlichtung an, um Atem zu schöpfen. Bereits leuchteten einige Sterne am Himmel. Da hörten die Männer ein Summen. Ein Licht näherte sich über den verschneiten Wipfeln. Bald konnten sie in einer Wolke von rötlichem Nebel oder Rauch eine grosse metallische Scheibe erkennen. Das Ding schwebte über ihnen. Aus seiner Unterseite fiel plötzlich ein Lichtkegel. Unwillkürlich traten die Männer einen Schritt zurück. Im Lichtkreis stand ein Männchen mit dünnen Gliedern und einer hakenförmigen Nase. In seinen krallenartigen Händen hielt es eine schwarze Schachtel. Es trug einen grünen Overall und auf dem Kopf einen glänzenden Helm.

Ein gelber Strahl schoss aus der Schachtel und traf Aarno Heinonen, einen der Männer, an der rechten Seite. Dann hüllte der leuchtende Nebel alles ein. Farbige Funken stoben. Als der Nebel sich verzog, waren Licht und Männchen verschwunden. Es war, als hätte der Lichtkegel das Wesen in die Scheibe eingesogen. Einen Augenblick später war auch die Scheibe verschwunden.

Heinonen spürte eine Lähmung an seiner rechten Körperseite. Sein Kollege Esko Viljo musste ihn auf dem langen Heimweg stützen. Noch während Monaten litt Heinonen an Kopfweh und schmerzenden Gelenken. Ein Bauer, dem die beiden von ihrem Erlebnis berichtet hatten, meinte dazu: «Viele Leute in der Gegend lachen über diese Geschichte. Aber ich glaube nicht, dass wir darüber Witze machen sollten. Ich kenne Aarno und Esko schon seit ihrer Jugend. Beide sind ruhige, vernünftige Kerle und trinken keinen Alkohol. Ich bin sicher, dass ihre Geschichte wahr ist!»

Wenn sie wahr ist, sind Aarno Heinonen und Esko Viljo einem UFO begegnet, einem «unidentifizierten fliegenden Objekt». War es ein Raumschiff mit einem Besucher aus einem andern Sonnensystem? Seit fünfzig Jahren erörtern Tausende von Büchern und Zeitungsartikeln, aber auch unzählige Spielfilme und Fernsehserien die Frage, ob solche Besuche von Ausserirdischen möglich oder gar wirklich sind. Reisserische Titel und Schlagzeilen wecken die Neugier:

UFOs – FANTASIE ODER WIRKLICHKEIT?

UFOs – ES GIBT SIE!

DIE WAHRHEIT üBER UFOs

AUSSERIRDISCHE WEITERHIN GESUCHT

Es gibt inzwischen zahlreiche Berichte über UFO-Sichtungen und Begegnungen zwischen Menschen und Ausserirdischen. Einzelne davon haben das Bild, das wir uns von UFOs machen, entscheidend geprägt. Ein solcher Bericht steht jeweils am Anfang eines Kapitels. Wir haben die Berichte auf beste Quellen gestützt und sie möglichst genau wiedergegeben, ohne uns darum zu kümmern, ob diese Geschichten auch wahr sind oder nicht. Wir finden, wer packend erzählen will, darf nicht ständig unterbrechen und fragen: Hat sich das tatsächlich so abgespielt? Sonst käme man erstens nie an ein Ende, und zweitens ginge die Spannung verloren.

Wir hoffen, dass diese eigenartigen Fallgeschichten kritische Fragen wecken. Dafür haben wir den zweiten Teil der Kapitel reserviert. Hinter jeder Geschichte gibt es so genannte «Denkknöpfe», erkennbar am Zeichen des nachdenklichen Ausserirdischen. Jeder Denkknopf vermittelt etwas davon, wie man Fallberichte oder Gedrucktes genauer unter die Lupe nimmt. Denn: Eine Geschichte ist nicht einfach eine Geschichte.

Bisher konnte niemand beweisen, dass ausserirdische Lebewesen in Raum-schiffen die Erde besuchen. Auch das Gegenteil ist bis heute nicht bewiesen worden. Ständig wird gefragt: «Glaubst du an Ausserirdische oder nicht?» Die Sache mit den UFOs lässt sich nicht einfach mit «Ja, es gibt sie!» oder «Nein, sie sind nur Fantasiegebilde der Menschen!» abtun. Ein Thema wie dieses eignet sich, kritisches Lesen und Denken zu schulen. Gleichzeitig öffnet es aber auch den Zugang zur Welt der Träume, Märchen und Mythen.

Folgende Themen werden in diesem Buch behandelt:

•die erste UFO-Sichtung

•der Absturz einer fliegenden Untertasse

•die angeblich erste friedliche Begegnung zwischen Menschen und

Ausserirdischen

•eine Begegnung zwischen einem Schweizer und

Ausserirdischen

•eine der ersten Entführungen von Menschen durch

Ausserirdische

•ein UFO-Bericht aus der Bibel

Die Lektüre löst möglicherweise ein Wechselbad der Gefühle aus: Nach dem Herzklopfen beim Lesen einer unheimlichen Geschichte meldet sich plötzlich unser Verstand. Das ist kein Widerspruch. Um zu verstehen, was «UFO» alles bedeutet, braucht es beides: erst «einsteigen» und sich auf eine Reise ins All einlassen, dann aber wieder auf der Erde landen, Distanz gewinnen und nachdenken.

2 SICHTUNG

Kenneth Arnold, 24. Juni 1947, Mount Rainier, WA, USA

Eine rätselhafte Erscheinung

Am 24. Juni 1947 kreiste ein zweisitziges Flugzeug über den bewaldeten Hängen des Mount Rainier im amerikanischen Bundesstaat Washington. Der Pilot, ein Unternehmer namens Kenneth Arnold, hatte auf dem Flugplatz von Chehalis Feuerlöschgeräte installiert und dabei erfahren, dass am Mount Rainier eine Frachtmaschine abgestürzt sei. Wer sie finde, habe Anrecht auf 5000 Dollar Belohnung. Arnold wollte eine Stunde seines Fluges nach Pendleton für die Suche nach dem Wrack einsetzen. Die Sonne schien, das Wetter war schön und die Sicht gut.

Als er eine Runde fast zu Ende geflogen hatte und die Nase der Maschine wieder auf den schneebedeckten Mount Rainier zeigte, schreckte ein Aufblitzen irgendwo im Luftraum vor ihm Arnold aus seiner Ruhe. Fieber-haft suchte er den Himmel ab, um ja nicht mit einem Flugzeug, das er vielleicht übersehen hatte, zusammenzustossen. Aber da war nur eine DC-4-Verkehrsmaschine, die weit hinter ihm dahinzog und keine Bedrohung darstellte.

Ein zweites Aufblitzen lenkte seinen Blick auf etwa neun fliegende Objekte, die mit grosser Geschwindigkeit von Norden her auf den Mount Rainier zuschossen.

«Sie flogen in einer Kette hintereinander, gestaffelt wie Wildgänse, mit einem grösseren Abstand zwischen den vorderen vier und den hinteren fünf. Von der Seite nahm ich sie nur als Strich wahr; aber wenn sie sich von Zeit zu Zeit aufstellten, reflektierten sie das Sonnenlicht wie ein Spiegel. Sie flogen eindeutig in Formation und alle in gleicher Richtung; einzelne Objekte tanzten immer wieder aus der Reihe. Ich sah, wie sie sich deutlich vom Schnee des Mount Rainier abhoben, als sie meine Bahn kreuzten. Während sie ihren Flug nach Süden fortsetzten, kurvten sie hin und her und flogen bald vor, bald hinter den anderen Gipfeln der Bergkette durch. Nach etwa zweieinhalb Minuten verschwanden sie hinter dem Mount Adams.»

Auf die Frage, wie die Objekte denn ausgesehen hätten, meinte Kenneth Arnold: «Ich konnte kein Leitwerk erkennen wie an einem gewöhnlichen Flugzeug. Sie waren flach, etwas länger als breit, vorne abgerundet und hinten wie abgeschnitten. Sie können nicht viel kleiner als ein DC-4-Verkehrsflugzeug gewesen sein.»

Was war es?

•Wir dürfen davon ausgehen, dass Kenneth Arnold an jenem Tag wirklich etwas gesehen hat. Sein Verhalten war nicht dasjenige eines Menschen, der sensationelle Geschichten in die Welt setzt, um damit Geld zu verdienen oder sich interessant zu machen. Die Frage ist nur: Was hat er gesehen?

•Für Arnolds Erlebnis gibt es keine einheitliche Erklärung. Eines ist sicher: An Ausserirdische in eigenartig geformten Raumschiffen dachte im Sommer 1947 noch niemand. Arnold selbst vermutete, dass es sich bei den neun Objekten um ferngesteuerte Spionageflugzeuge gehandelt haben könnte, weil, wie er sagte, kein menschlicher Pilot solche abrupten Bewegungen hätte überstehen können.