Unabi - Carola Zain - E-Book

Unabi E-Book

Carola Zain

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Beschreibung

Unabi ist ein Streuner mit einem großen Herz und einem noch viel größeren Traum. Er möchte ein Zuhause finden, einen Ort, wo er geliebt wird. Also zieht er los, entschlossen, sein Schicksal in die eigenen vier Pfoten zu nehmen. Doch dann tauchen die ersten Hindernisse auf, die Welt der Menschen ist gar nicht so einfach. Wird Unabi sein Ziel erreichen? Die Geschichte zeigt Kindern auf fantasievolle Weise, wie Mitgefühl, Zusammenhalt und Mut helfen, Vorurteile zu überwinden.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 30

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Für alle Fellnasen, die Liebe, Freundschaft und Freude in unser Leben bringen.

Inhaltsverzeichnis

Herr von Pudelwitz

Kraniche

Die Suche

Die erste Heldentat

Weitere Heldentaten

Belohnung

Nachwort

Herr von Pudelwitz

»Weg da, du Köter!«, rief der Mann. Er war groß und breit und trug einen dicken Mantel, in der Hand hielt er einen bunten Ball.

Die harte Sohle seines Stiefels streifte Unabi, einen Streuner, der am See lebte. Schnell schüttelte er den Schnee aus dem dichten Fell. Es war Winter und auf dem Wasser lag eine dicke Schicht Schnee.

Vielleicht ist das ein Spiel, dachte Unabi. Es gab Spielregeln zwischen Hunden und Menschen. Wenn man brav nach dem Ball flitzte und ihn zurückbrachte, gab es eine Belohnung. So machten es die anderen Hunde am Strand, die, die ein Halsband trugen. Und Unabi wollte auch mal belohnt werden und etwas anderes fressen als Reste aus der Mülltonne.

Er senkte den Kopf, Grashalme stachen durch die vereiste Schneedecke und kitzelten seine Nase. Das Hinterteil streckte er in die Höhe und wedelte freudig mit dem Schwanz.

Der Ball flog und Unabi sprang. Ein anderer Hund erschien, ein putziges Kerlchen mit seltsamen Löckchen, doch Unabi war schneller. Er erwischte den Ball noch in der Luft und landete sicher auf allen vier Pfoten.

Sofort rannte er zurück und warf dem Mann den Ball vor die Füße. Schwanzwedelnd wartete er auf seine Belohnung.

Doch der Mann hob den Fuß – und trat erneut zu!

Der Tritt traf Unabi in die Rippen, so dass ihm die Luft wegblieb. Winselnd ging er zu Boden. Es tat so weh, dass er hecheln musste, und nach einer Weile spürte er kalten Schnee auf seiner Zunge. Er lag in einer Schneewehe, um ihn wuchsen hohe Gräser, die durch den eisigen Winter ihre lebendige Farbe verloren hatten und nun starr und spröde wirkten. Er sah auf. Der Mann war noch da und starrte wütend auf ihn herunter.

Was hatte er falsch gemacht?

Da traf ihn ein dritter Schlag, auf die gleiche Stelle wie zuvor.

»Du elender, stinkender Streuner! Halte dich fern von meinem Hund!«

Der Mann beugte sich vor und tätschelte dem anderen Hund den Kopf. »Alles gut, Herr von Pudelwitz«, säuselte er mit zuckersüßer Stimme.

Unabi stand auf. Seine Beine waren wacklig. Die anderen Hunde bekamen immer ein Leckerli, wenn sie den Ball holten, oder noch besser – sie wurden gestreichelt.

Warum er nicht?

Herr von Pudelwitz bellte höhnisch. Der Mann schrie »Verschwinde!«, und Unabi schleppte sich fort.

Unabis Rippen schmerzten und in seinem Kopf drehte sich alles. Wie als er den Brummkreisel gejagt hatte. Doch dann war ein Kind gekommen und hatte ihn weggenommen. Es hatte auch nach ihm geschlagen.

Mit hängenden Schlappohren humpelte er durch den tiefen Schnee zurück zu seinem Karton und vergrub sich in seiner alten Decke. Er hatte sie vor langer Zeit am Ufer gefunden, halb im Sand vergraben.

Bald zitterte er vor Kälte. Er wusste, dass die Menschen irgendwo hingingen, wenn ihnen kalt war. Sie erzählten oft davon: »Mir ist kalt, lass uns nach Hause gehen.«

Aber Unabi kannte nur ein Zuhause, und das war dieser Karton.

Er rollte sich zu einer Kugel zusammen. Einmal mehr schmerzte ihn der Gedanke, dass nicht nur der Mann garstig und gemein gewesen war, sondern auch sein Hund: der Herr von Pudelwitz.

Unabi schwor sich, die Menschen von jetzt an zu meiden, und mit diesem Gedanken schlief er ein.

Kraniche