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Angeregt durch einen Almanach der Loge "zu den drey Schwerdtern" im Orient von Dresden aus dem Jahr 1815, legt der Verfasser eine chronologische Zusammenstellung eigener Gedichte und Lieder vor, die er als Meister vom Stuhl der Lüneburger Freimaurerloge "Selene zu den drey Thürmen" im Rahmen ritueller Arbeiten eingebracht hat. Aber auch außerhalb der Loge können die Gedichte dazu anregen, den Takt unserer immer schneller werdenden Zeit zu unterbrechen und in einer Stunde der Muse dem Geist wie auch dem Gemüt eine "Verschnaufpause" zum Nachdenken und Erholen zu bieten. Den Versen ist jeweils ein Zitat fremder Autoren vorangestellt, das in den anschließenden Zeilen in freimaurerische Beziehung gesetzt wird. Wenn auch die Gestaltung zunächst den Eindruck erweckt, es handle sich um einen logeninternen Druck, so richtet sich das Buch aber auch an alle Brüder in der Bruderkette. Dem "Nichtfreimaurer", dem profanen Leser, jedoch bietet sich hier über die Sprache der Poesie eine andere Möglichkeit, mehr vom edlen Geist und wohltätigem Tun der Freimaurer zu erfahren, ja vielleicht emotional zu empfinden, anders als es in sachlichen Beschreibungen und Abhandlungen möglich wäre.
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Seitenzahl: 78
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Für Anita
und
meine Brüder der Freimaurerloge
„Selene zu den drey Thürmen“
im Orient Lüneburg
Der Autor
Meister vom Stuhl der Freimaurerloge
„Selene zu den drey Thürmen“
im Orient Lüneburg
2006 - 2011
Auf Zitaten aufbauende Gedichte
für Freimaurer
und Interessierte
Eine lyrische Chronologie
als Meister vom Stuhl
2006 -2011
Prolog
mit Danksagung
2006
Mai I erste Arbeit
„Stufen“
Juni Johannisfest
„Das Göttliche“
Ferien ...............neues Maurerjahr...................
Sept. I Aufnahme „
immer strebe zum Ganzen“
Okt. MvStVerpflichtung
„unser Bund“
Nov. Schwesternfest
„Liebe heißt“
Trauerloge
„Erdenwege/göttlich` DREI“
Dez. I Arbeit
„Unvollkommenheit“
2007
Januar Stiftungsfest
„Erbe“
Februar I Annahme
„...welcher Orient...“
März I Arbeit „
Frei oder Knecht“
April I Arbeit
„irdische Verantwortung“
Mai II Beförderung
„Eintracht der Brüder“
Juni I Arbeit
„Ergänzung des Anderen“
Johannisfest
„Johannisrosen“
Ferien
....................
neues Maurerjahr....................
Sept. I Annahme
“Gutes Tun”
Okt. Schwesternfest
„Preis der Liebe“
I An-/Aufnahme
„Ein gutes Herz.... “
Nov. I Trauerloge
„irdisches Dasein“
Dez. Advent „
Adventszeit, wer ...“
2008
Jan. Stiftungsfest „
Mensch ohne Geschichte“
Febr. I Arbeit „
Verurteilen und irren”
März I Arbeit
„zur Wohltat“
April I Aufnahme
„wirken wollen“
Mai II Beförderung
„Eintracht der Brüder“
Juni Johannisfest „
Drum öffnet Eure Pforten“
Ferien .....................neues Maurerjahr...................
Sept. Festarbeit
„materielle/ideelles Erbe“
III Erhebung
„Todesstunde“
Okt. I Aufnahme
„Edel sei der Mensch“
II Beförderung
„Weg der Gesellen“
Schwesternfest
„Isis“
Nov. Trauerloge
„Kreislauf des Lebens“
Dez. III Erhebung
„Überwindung Todeserlebnis“
2009
Jan. Stiftungsfest
„Zeit, das Geschenk“
Febr. I Arbeit
„Arbeiten und Schaffen“
März I Arbeit
„Fehler bei dem Anderen“
April II Beförderung
„fremde Meinung schätzen“
Mai I Aufnahme
s. Okt. 2006 „unser Bund“
Juni I Arbeit
„hohe Ideale“
Johannisfest
„ ...Steine aufs Baugerüst“
Ferien ..............neues Maurerjahr..................
Sept. I Aufnahme
„einsamer Schicksalsweg“
Okt. I Aufnahme
„ Denken fällt in die Seele“
Schwesternfest
„ Liebe, Herz des Ganzen“
III Erhebung „
Menschen harrt der Tod“
Nov. Trauerloge
„Death stands above me“
I Aufnahme „
der Geist ….das Höchste”
Dez. III Erhebung
„Mensch fühlt Tod“
2010
Jan. I Arbeit
„der rechte Weg“
Stiftungsfest
„Geist der Gemeinschaft“
Febr. I Arbeit
„nach Gutem trachten“
März I Aufnahme
„..... das Beste tun“
April I Arbeit
„unentmutigter Starrsinn“
Mai III Erhebung
„Leben schließt Tod mit eint“
Juni II Instruktionsarbeit
„Vollkommenheit“
Johannisfest
„Sinn fm.-ischer Arbeit“
Ferien ............neues Maurerjahr.................
Sept. I Aufnahme
„eckig oder rund“
Okt II Beförderung
„Zwei Seelen in m. Brust“
Schwesternfest
„Liebe ist“
Nov. Trauerloge
„Bruder -...du bist endlich“
Dez. I Aufnahme
„Ordnung der Seele“
2011
Jan. Stiftungsfest „
siehe Jan. 2007“
Febr. I Arbeit
„Unwissenheit vom Anderen“
März I Arbeit
„Blick` ins Herz....“
April I Aufnahme
„Stein behauen“
III Erhebung „
Das Leben ward gegeben..,
Mai I letzte Arbeit „
Wie selbst erkennen?“
Juni Johannisfest „e
in Jegliches hat seine Zeit”
mit Hammerübergabe
Gedichte, Texte, Lieder ohne Zuordnung
„
Mein Glaube“
nur vorbereitet, nicht eingebracht
Trauertexte
Zur Trauerfeier und Seebestattung Br. Hoyk
Zur Grablegung eines Bruders
Für Bruder Wolf zur Trauerfeier Anita
Lieder
Aufnahmelied
Annahmelied
Meisterlied
Lied an besuchende Brüder
Rosenlied zum Schwesternfest
Verschiedenes
Zur Tafel
Zur Vesper
Zu „100 Jahre Logenhaus“
Familienadvent
„Goldene Schachtel“
Familienadvent
„ Wer merkt das schon
“
Familienadvent
„so geht das Jahr“
Stufen (
gesamtes Gedicht
) von Hermann Hesse
Zu guter Letzt
„Ein Blick zurück“
Zur Eingangsfrage: Was bewog Dich …
Kurzbeschreibung: Was ist ...
...
Freimaurerei, Ritual, die Wahrheit
Autorenverzeichnis
Zitatenverzeichnis
Was bewog dich ....?
So beginnt eine jedem Freimaurer geläufige Frage, die ich gleich zweimal an den Anfang dieses Buches stellen möchte.
Was bewog dich als Meister vom Stuhl jeweils zu Beginn und am Ende ( Freimaurer sprechen von Öffnung und Schließung ) einer rituellen Arbeit ein Zitat und darauf aufbauend ein eigenes Gedicht einzubringen und was bewog dich, all diese nun in einem Buch zu veröffentlichen und damit nicht nur „Brüder Freimaurern“, sondern auch „Nichtfreimaurern“ (profanen Lesern)* zugänglich zu machen?
Es ist bekannt, dass Freimaurer in einer Loge „Arbeiten“ nach alt überlieferten Ritualen durchführen. Sie bieten mit ihren symbolorientierten Inhalten in gemessenen Worten, mit Gesten, Musik und Schönheit der Formen, aber auch geistvollem Anspruch einen Raum, in dem der nach eigener Vervollkommnung strebende Mensch Impulse und Kraft zur persönlichen Weiterentwicklung aufnehmen kann. Man könnte auch sagen, es ist eine „Übungs-Lehrabhandlung“, die durch ihren Verlauf einen emotionalen Bereich anspricht, der kognitiv durch Worte und Symbole alleine nicht zu erreichen ist.** Dafür die Voraussetzung, d.h. eine entsprechende Stimmungslage und Betroffenheit zu schaffen, ist mit die vornehmste Aufgabe des Meisters vom Stuhl, der die rituelle Arbeit leitet.
Und dies bewog mich, unsere Arbeiten nicht nur mit Zitaten oder Gedichten fremder Autoren zu beginnen und zu enden, sondern den Brüdern eigene, darauf bezogene Gedanken - weniger eine fundierte Interpretation - in bescheidenen Gedichten oder Liedtexten als Impuls für die Arbeit selbst und vielleicht den Alltag zu geben?
*Freimaurer sprechen ohne Abwertung von Profanen, lat. „Uneingeweihte“
** Erläuterungen zur rituellen Arbeit der Freimaurer siehe Seite 125
Dies alles nun in einem Buch zusammen zu fassen und zu veröffentlichen beruht auf vielerlei Gründen.
Nach den Arbeiten haben mich immer wieder Brüder um den Text des gehörten Gedichtes gebeten, doch dann habe ich sie auf „später“ vertröstet, denn ich wollte irgendwann - in einem gewissen Abstand zur „Meisterzeit“ - alles in einer zeitlichen Abfolge als „lyrische Chronologie“ zusammenfassen. So finden sich auch einzelne Brüder, die in dieser Zeit auf- oder angenommen worden sind, mit ihren Vornamen bei der entsprechenden Arbeit wieder. Vielleicht ist dies auch für sie eine besondere Erinnerung. Für alle Brüder der Selene jedoch mag es eine Rückschau unserer gemeinsamen, gedeihlichen Zusammenarbeit sein, wofür ich mich von ganzem Herzen bedanke. Deshalb ist dieses Buch auch meinen Brüdern der „Selene“ gewidmet. Und vielleicht kann darüber hinaus diese Sammlung dem einen oder anderen Bruder in der Bruderkette, besonders aber jungen, hammerführenden Meistern, Anregung und Ergänzung für ihrer eigene Arbeit sein.
Der entscheidende Anstoß war schließlich der Fund eines kleinen veröffentlichten Almanachs* der „ Loge zu den drey Schwerdtern und wahren Freunden “ i. O. von Dresden, in dem 1815 nahezu das verwirklicht wurde, was ich beabsichtigte.
Schließlich hoffe ich über die emotionale Sprache der Poesie - anders als durch sachlichen Abhandlungen - dem interessierten, profanen Leser ein Bild freimaurerischer Arbeit zu vermitteln und somit zu einem Verständnis für den edlen Geist und das wohltätige Tun der Freimaurer beizutragen, ohne dabei die Pflicht des Maurers zur Verschwiegenheit überlieferter Bräuche zu verletzen.
Ob es mir gelungen ist, mag der geneigte Leser, vor allem jeder Bruder der „Selene“ für sich entscheiden. Ich habe mich bemüht und sage ...
* kleine Auszüge auf Seite 20
... Dank all jenen, die mich dabei unterstützt haben. Den Brüdern André H. und Gerd-Werner J. gilt der Dank für die praktische wie auch motivierende Unterstützung.
Vor allem danke ich meiner lieben Frau Anita für ihre kritische Begleitung bei der Entstehung dieser Sammlung, wie für manchen guten Rat und ihr Verständnis hinsichtlich der Maurerei und Aufgaben als Meister vom Stuhl.
Ich danke besonders den Brüdern des Beamtenrates*, die mir über manche Klippen hinweg geholfen und stets meine persönliche Arbeit und unsere gemeinsames Tun kritisch aufbauend begleitet haben.
In diesem Zusammenhang gilt aber auch Dank all den Brüdern, die mit Tatkraft und Engagement dazu beigetragen haben, die Umbau- und Renovierungsarbeiten unseres Logenhaus, wie auch unsere Jubiläumsveranstaltungen während meiner Amtszeit zum Erfolg zu führen. Hier schließe ich ausdrücklich die eine oder andere Schwester** mit ein und sage stellvertretend für sie alle: Danke Annely!
Klaus Lothar Gemmerich
*etwa vergleichbar mit dem Vorstand eines Vereins
**Freimaurer nennen seit alters her die Ehe- oder Lebenspartnerin untereinander „Schwester“.
( nach überraschender Übernahme des Amtes als
Meister vom Stuhl im laufenden Maurerjahr )
Öffnung:
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen.
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Aus „Stufen“ von Hermann Hesse
Das vollständige Gedicht: siehe Seite: 114
© K.L. Ge. 2006
Schließung:
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Hermann Hesse
So wollen wir den Anfang wagen,
und brüderlich zusammenstehen
und Manches mit Geduld ertragen,
gemeinsam in die Zukunft gehen.
Wir wollen tolerieren und nicht streiten.
Wir wollen achten und nicht verletzen.
So lasst uns Raum um Raum durchschreiten,
und allem Hochmut widersetzen.
Brüderliche Harmonie sei unser erst´ Gebot,
dann hat´s um unsere „Selene“* keine Not.
Doppelsiegel der Loge „Selene“ ehem. „Goldene Traube“
* Kurzform für die Freimaurerloge
