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Um Lucilla zu verkuppeln, gibt Jojo für sie eine Bekanntschaftsanzeige auf. Doch die Anzeige landet versehentlich im "Tiermarkt" der Zeitung. Ständig rufen nun irgendwelche Leute bei Jojo an, die ihre Tiere loswerden wollen. Jojo ist verzweifelt. Bis ihr ein Kaninchen angeboten wird. Von Max. Und Max ist genau im richtigen Alter ... Neuausgabe von ISBN 978-3-522-17500-5. Reihe "Freche Mädchen - Freche Bücher!"
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Veröffentlichungsjahr: 2010
… und wer liebt mich?
Endlich allein!
Also, allein mit Sven. War ’ne größere Aktion.
Denn normalerweise ist Lucilla immer dabei. Meine Freundin Lucilla ist nämlich davon überzeugt, sie müsste dafür sorgen, dass Sven und ich einen total romantischen Nachmittag haben, und organisiert unentwegt Aktivitäten für uns.
»Ihr braucht mehr Romantik in eurer Beziehung, das ist enorm wichtig!«, hält sie mir immer Vorträge.
Da kann ich ihr nur recht geben und womöglich käme auch etwas Romantik auf, wenn Lucilla nicht ständig dabei wäre. Sie kommt mit, um uns Anweisungen zu geben und zu überprüfen, ob wir auch alles richtig machen.
Als Sven mich neulich auf der Straße küsste, warf sie sich zwischen uns und meinte: »Aber doch nicht hier!«
»Wieso denn?«, fragte ich erschrocken.
Lucilla deutete auf die Baustelle neben uns.
»Doch nicht neben einer Baustelle. Das ist total unromantisch!«
Sven schlug sich mit der Hand gegen die Stirn. »Ich Dussel! Wie konnte das passieren?«
Lucilla nickte verzeihend.
Sven warf mir einen vorwurfsvollen Blick zu. »Jojo! Wie konntest du das zulassen!«
»Was denn?«, empörte ich mich. »Ich hab die Baustelle auch nicht gesehen.«
Sven verdrehte die Augen. Da hatte ich das Gefühl, dass er das ironisch gemeint hatte.
»Sorry«, entschuldigte ich mich kleinlaut bei Sven, »bin zurzeit nicht ganz auf der Höhe.«
Das stimmte. Irgendwie hatte ich meinen Humor verloren. Lucillas ständige Anwesenheit irritierte mich mehr und mehr.
Es war an der Zeit, mal wieder alleine mit Sven wegzugehen. Ohne Lucilla.
Und heute hat’s endlich geklappt. Ich gehe nachher ins Kino. Mit Sven. Ohne Lucilla. Ich hab’s geschafft. Hurra.
Ich bin ziemlich stolz auf mich.
Das musste ich Sven auch sofort mitteilen. Ich rief an und sagte gleich: »Alles gebongt, die Luft ist rein.«
»Guten Tag, Josefine«, sagte Svens Mutter etwas unterkühlt, »danke für die Nachfrage und wie geht es dir?«
Es war mir total peinlich. »Tut mir leid, dass ich mich nicht ordentlich vorgestellt habe eben, es war … «
»Das ist auch nicht nötig, ich erkenne dich ja sofort« – an deinen schlechten Telefonmanieren –, schwang unausgesprochen mit.
Ich wollte es wieder gutmachen und sagte artig: »Kann ich wohl bitte Ihren Sohn sprechen?«
Aber sie war schon nicht mehr dran. Schlechtes Benehmen, würde ich sagen.
Sven meldete sich kurz darauf gut gelaunt, aber meine Begeisterung war etwas verflogen.
»Alles paletti«, sagte ich lahm.
»Worum geht’s?«
»Parole Lucilla!«
»Was denn, bist du dem Geheimdienst beigetreten oder wieso redest du so kryptisch?«
Kryptisch? Wieder ein Wort, das ich nachschlagen muss.
»Mann, Sven, ich hab Lucilla abgehängt. Wir sind heute alleine!«
»Ist nicht wahr! Dass ich das noch erleben darf. Wie hast du das denn angestellt?«
»Tja«, meinte ich stolz, »Taktik.«
Genau genommen hatte es nicht so viel mit Taktik zu tun. Lucilla hatte schlicht und ergreifend keine Zeit, weil ihre Oma zu Besuch kam. Aber das musste Sven ja nicht wissen.
»Alle Achtung, womöglich wird doch noch mal was aus dir«, meinte Sven anerkennend. »Also, was machen wir denn mit unserem freien Nachmittag? Baustellen suchen?«
»Kino!«, entschied ich.
Denn Kinobesuche hat Lucilla in den letzten Wochen für Sven und mich gestrichen, weil sie findet, dass Kino unromantisch ist. Man würde ja doch bloß zwei Stunden nebeneinandersitzen, ohne dass man miteinander reden oder sich verliebt in die Augen schauen könnte.
Sie versucht uns ständig zu Mondscheinspaziergängen zu überreden. Tolle Idee für jemanden wie mich, der stets um acht zu Hause sein soll. Da schaffen wir maximal einen frühen Sonnenuntergang im Winter. Was nicht sehr romantisch ist, wenn man in der Stadt wohnt, wo die Lichtverhältnisse spätnachmittags nahtlos von trüb zu Neonbeleuchtung übergehen.
Aber heute werden Sven und ich einen romantischen Kinonachmittag haben. Und vorher gehen wir zu jeder Baustelle in der Stadt und küssen uns. Hach!
Na klasse! Von wegen romantischer Kinonachmittag mit Sven.
Es fing schon schräg an. Da hätte ich wissen müssen, dass das nicht mein Tag ist.
Wir saßen kaum, da verschüttete ich mein Popcorn und Svens Cola. Alles mit einer kleinen Handbewegung. Da bin ich echt genial. Wollte eigentlich nur auf meine Uhr schauen, denn Sven hatte mich gefragt, wie spät es sei. Erst als ich die Hand drehte, merkte ich, dass ich in dieser Hand den Popcornbecher hielt. Irgendwie war es zu spät, die Bewegung noch zu stoppen, also versuchte ich hektisch mit der anderen Hand den Becher festzuhalten. Dabei stieß ich dann Svens Cola um.
Sven übersah das Chaos großzügig und wiederholte nur ganz lässig seine Frage: »Also, wie spät ist es?«
»Zeit für neues Popcorn und ’ne neue Cola«, antwortete ich, stand auf und ging wieder raus.
Gesagt, getan, alles klar.
Mit neuer Cola und neuem Popcorn bewaffnet ging ich wieder zurück zu Sven. Ein Kinocenter, in dem gleichzeitig mindestens fünf Filme laufen, ist nicht so toll, wie man glaubt. Das weiß ich jetzt.
Jedenfalls lief ich mit meinem Popcorn und Svens Cola zurück in unser Kino. Die Werbung hatte schon angefangen, es war also dunkel.
Aber ich wusste ja, wo Sven saß.
Außerdem würde ich ihn immer erkennen. Selbst im Dunkeln und von hinten. Das ist Liebe.
Ich steuerte auf ihn zu. Ließ mich neben ihn auf den Sessel fallen, gab ihm seine Cola und einen Kuss.
»Hey«, strahlte der Geküsste, »Mann, ey, is ja cool!«
Ich ließ vor Schreck mein Popcorn fallen und sprang auf.
Es war nicht Sven. Ich hatte einen wildfremden Jungen geküsst. Es war nicht zu fassen! Das war ja wohl das Peinlichste, was ich je getan hatte.
Ich starrte den Typ an und es wurde noch schlimmer. Es war nämlich kein wildfremder Junge, sondern Marc. Ausgerechnet Marc!
Marc sieht blendend aus, hat den Verstand einer Tütensuppe und ist der Dauerfreund von Carla.
Gut, dass Carla das nicht mitgekriegt hat, dachte ich noch, da beugte sich ein Mädchen, das neben Marc saß, vor und meinte: »Das ist hier ein Kino und keine Kontaktbörse.« Es war Carla. Dann riss sie erstaunt die Augen auf, als sie mich erkannte. »Natürlich: Josefine Sonntag. Wer sonst würde so dreist sein.«
»Entschuldigung«, stammelte ich, schnappte den leider schon wieder leeren Popcornbecher und flüchtete.
Im Schutze der Dunkelheit stolperte ich nach hinten, um die Lage neu zu sortieren. Das war ja oberpeinlich. Die ganze Sache war schon schlimm genug, aber dass ich ausgerechnet Carlas Freund geküsst hatte!
Carla gilt als voll cool. Mitschüler, die Opfer von Carlas bösartigen spitzen Bemerkungen werden, müssen sich normalerweise im Krankenzimmer der Schule behandeln lassen.
Und dann war da noch die Sache mit dem Rucksack und Carlas Haaren. Das würde sie mir so schnell nicht verzeihen. Dabei war es wirklich nur ein Versehen. Ein echt peinliches leider.
Vor zwei Tagen sah ich, wie Carla auf dem Schulhof über einen Rucksack gebeugt war und darin herumwühlte.
»Ist das nicht dein Rucksack?«, machte mich Lucilla darauf aufmerksam.
Hey, genau, das war mein Rucksack! Was hatte Carla in meinem Rucksack rumzuschnüffeln!
Ich ging zu ihr hin, wollte ihr den Rucksack aus der Hand nehmen, aber sie ließ nicht los. Daraufhin hab ich kurz entschlossen den Reißverschluss zugezogen, damit sie nicht mehr darin rumwühlen konnte. Leider hatte ich dabei Carlas Haare im Reißverschluss eingeklemmt, und zwar so doll, dass man sie nicht mehr rausbekam.
Carla ging dann fluchend mit dem Rucksack am Ohr zum Schularzt, um sich helfen zu lassen. Der machte kurzen Prozess und schnitt einfach die eingeklemmten Haare ab. Es sah leider nicht nach cooler Frisur aus, sondern eher so, als wäre Carla die Treppe runtergefallen. Carla hätte mich fast umgebracht vor Wut.
Leider kam dann noch hinzu, dass der Rucksack noch nicht mal meiner gewesen war, sondern der von Carla. Die Rucksäcke sehen sich alle verdammt ähnlich und ich konnte doch nicht wissen … Na ja, jedenfalls hat das nicht dazu beigetragen, dass Carla mich nun zu ihren besten Freundinnen zählt.
Und jetzt auch noch das. So ein Murks.
Wie konnte das passieren?!
Nach kurzer Überlegung entschied ich, dass Sven schuld war. Offensichtlich hatte er sich umgesetzt!
Verflixt, wieso hatte Sven sich umgesetzt? Das fand ich überhaupt nicht witzig.
Dann fing der Film an.
Und schon wieder ein Grund, mich aufzuregen: Es war nicht der Film, in den Sven und ich gehen wollten. Sven ist aber auch ein Schussel.
Und wo saß der Typ überhaupt?!
»Sven«, versuchte ich so leise wie möglich zu rufen.
Nichts.
»Sven!«, rief ich etwas lauter.
»Sveeen!«
Der Kartenabreißer kam zu mir und meinte, das ginge nicht, dass ich hier rumbrülle.
Ich sagte, es ginge nicht, dass sie einfach das Programm ändern und einen anderen Film zeigen würden.
Er wollte meine Karte sehen. Immer wenn solche Leute nicht weiterwissen, lassen sie sich Karten oder irgendwelche Dokumente zeigen.
Ich gab ihm hochmütig meine Karte. Er leuchtete mit seiner Taschenlampe drauf und meinte dann, ich wäre eine Schnarchnase, ich wäre im falschen Kino.
Ich meckerte zurück, wenn er sich nicht hier drinnen verstecken würde, sondern am Eingang die Karten kontrollieren würde, dann wäre das nicht passiert. Und außerdem hätte ich dann auch nicht Marc geküsst!
Mit der letzten Bemerkung konnte er nicht allzu viel anfangen.
Ich ging wieder raus und es dauerte etwas, bis ich mich von der Aufregung erholt hatte und den Weg ins richtige Kino fand.
Ich ließ mich erschöpft neben Sven fallen und wollte gerade berichten, was mir passiert war.
»Wo ist meine Cola?«, fragte Sven.
»Wie klingt es, wenn ich dir sagen würde, die habe ich einem anderen Typ in die Hand gedrückt und ihm gleich dazu auch noch einen Kuss gegeben?«
»Nicht gut«, meinte Sven. »Hast du eine bessere Erklärung?«
»Cola war alle«, bot ich an.
»Popcorn auch?«, fragte Sven und schaute in meinen leeren Becher. »Ja!«
»Dann nehm ich die erste Erklärung, die war glaubwürdiger«, entschied Sven.
»Es war ein Versehen«, versuchte ich zu erklären.
Sven grinste und nahm mich in den Arm. »Das ist mir schon klar.«
»Scht!«, machten die ersten Leute hinter uns.
Ich drehte mich rum. »Tut mir wahnsinnig leid, aber ich hatte eben …«
»Ruhe!«, brüllte jemand.
Na bitte, wenn sie meine Geschichte nicht hören wollten …
Zwei Minuten später tippte mir jemand von hinten auf die Schulter und meinte: »Rück mal.«
Es war Lucilla. Sie stieg über die Stuhllehne und setzte sich zwischen Sven und mich.
Sven verbiss sich das Lachen.
Ich schaute Lucilla entsetzt an. »Woher weißt du … wie kommst du …«, stotterte ich.
»Also, ihr wart ja wohl kaum zu überhören. Tut mir leid, dass ich zu spät bin. Unser Telefon ging nicht, da konntet ihr mich nicht erreichen.«
»Wir haben gar nicht versucht …«, fing ich an, aber dann sagte ich nur verzweifelt: »Deine Oma wollte doch kommen.«
Sven schaute mich an und meinte leise: »Tolle Taktik, Jojo, ihre Oma einzuladen.«
Ich kam mir ertappt vor, sank in mich zusammen und sagte nichts mehr.
»Meine Oma kam nicht, deshalb hab ich jetzt doch Zeit für euch.«
»Ach, und woher wusstest du, wo wir waren?«, fragte ich.
»Deine Mutter hat es mir gesagt. Sonst hätte ich euch nie gefunden.«
Klasse! Danke, Mam! Wir werden ein ernstes Gespräch führen müssen, wenn ich nach Hause komme.
Nach einer Weile stupste Lucilla mich an und flüsterte mir zu: »Wieso denn Kino, Jojo?! Ich hab dir doch schon so oft gesagt, dass Kino völlig unromantisch ist!«, rügte sie mich.
Ich seufzte und versuchte hinter Lucillas Rücken mit Sven Händchen zu halten.
Als der Film zu Ende war, war mein Arm eingeschlafen und durch keinerlei gymnastische Übungen mehr zum Leben zu erwecken.
Ich ruderte also beim Rausgehen noch wie wild mit dem Arm in der Luft herum, da fing plötzlich auch Lucilla an aufgeregt mit den Armen zu wedeln und rief: »Juhu, Carla, hier sind wir!«
Na, das hatte mir gerade noch gefehlt!
Lucilla bewundert Carla, weil Carla so cool ist. Dabei besteht Carlas ganze Coolheit nur darin, unverschämt zu anderen Leuten zu sein.
Carla steuerte auf uns zu. Sie war in Kampfstimmung. »Na, wart ihr wieder in einem Kinderfilm?« Bevor ich was sagen konnte, fügte sie noch hinzu: »Macht euch nichts draus, als ich zehn war, kam ich auch noch in keinen Erwachsenenfilm.«
»Aber wir sind doch dreizehn!«, klärte Lucilla Carla unnötigerweise auf. Schließlich gehen wir ja in dieselbe Klasse.
Ich hüllte mich in Schweigen. Seit dem peinlichen Vorfall mit Carlas Haaren versuche ich nicht allzu frech zu Carla zu sein und nehme ihre spitzen Bemerkungen meistens kommentarlos hin. Ich will das unbedingt durchhalten. Zumindest bis ihre Haare nachgewachsen sind.
Marc kam näher und meinte freundlich: »Danke für die Cola. Du warst so schnell weg, da konnte ich …« Weiter kam er nicht, weil er von Carla unsanft zurückgerissen wurde.
Dann beugte sich Carla zu mir vor: »Hör mal, geh zum Ball der einsamen Herzen, wenn dir dein Freund nicht mehr gefällt. Oder such mal im Internet. Aber Pfoten weg von Marc! Verstanden?«
»Es war ein Versehen!«
»Dann besorg dir ’ne Brille, Blindschleiche«, zischte sie mich an und stapfte davon.
Sie zog Marc hinter sich her und redete auf ihn ein. Es sah aus, als ob er sich eine Strafpredigt anhören musste.
»Du hast Marc meine Cola gegeben?«, wollte Sven wissen.
»Was verstehst du unter ›meine‹ Cola?«, fragte ich ihn.
Das brachte mir allerdings nur einen müden Blick von ihm ein. »Ich glaube, es wäre mir lieber, wenn du wildfremde Jungs küsst und keine, die ich kenne«, meinte er.
»Glaub mir, das wäre mir auch lieber gewesen!«
Lucilla riss die Augen auf. »Du hast Marc geküsst?«, quietschte sie mit schriller Stimme.
»Aus Versehen! Es war ein Versehen!«
Lucilla schaute mich verblüfft an. »Wie kann man denn jemanden aus Versehen küssen?«
Ich zuckte die Schultern. So was konnte wohl nur ich.
»Wie kam das denn?«, fragte Lucilla. »Und was sagt Carla dazu?«
Ich winkte ab. »Das willst du gar nicht wissen.«
»Doch«, nickte Lucilla, »sonst hätte ich nicht gefragt.«
Sven rettete mich. Er legte den Arm um uns beide und säuselte: »Mir ist so nach Romantik. Hast du einen Vorschlag, Lucilla?«
Lucilla strahlte. Ich verdrehte die Augen. Sven war echt unmöglich, er wusste doch, dass mir das alles ziemlich auf den Wecker ging.
»Ich wollte jetzt eigentlich heimgehen«, sagte ich trotzig.
Lucilla lachte. »Unsinn. Wie wäre es mit einem romantischen Abendessen?«
»Ich hab keinen Hunger«, meinte ich.
Sven kann natürlich nichts auslassen: »Das liegt an dem vielen Popcorn, das du gegessen hast«, meinte er.
Ich schwieg beleidigt.
»Ich hab einen Gutschein für Bratwurst vom Balkan-Grill!«, rief Lucilla fröhlich und schwenkte einen Zettel hin und her.
Sven verdrehte schwärmerisch die Augen. »Oh, Bratwurst!«
»Wie romantisch!«, sagte ich schlecht gelaunt, wollte damit eigentlich Sven treffen, aber Lucilla war natürlich beleidigt.
»Ich hab’s doch bloß gut gemeint«, sagte sie traurig.
Ich tröstete sie sofort. »Tut mir leid. Ist echt lieb von dir.«
Kurz darauf standen wir mit Lucilla vorm Grill, haben frierend mit ihr eine romantische Bratwurst gegessen und uns einen Vortrag über echte Romantik und erste Anzeichen von Krisen in einer Beziehung angehört.
Heute Morgen in der Schule hielt mir Lucilla gleich noch einen Vortrag.
»Du bist in letzter Zeit nicht besonders nett zu Sven.«
»Stimmt doch gar nicht!«
»Oh doch. Das ist mir aufgefallen. Immer wenn wir zusammen sind, dann bist du ziemlich schlecht gelaunt.«
Ich schwieg. Ich konnte ihr ja wohl kaum sagen, dass das an ihr lag und nicht an Sven.
»Du musst was tun, wenn du Sven behalten willst«, meinte Lucilla.
Irgendwie hat mich das Gespräch mit Lucilla beunruhigt. Womöglich hat sie recht. Ich bin wirklich immer angenervt, wenn Lucilla dabei ist. Könnte schon sein, dass Sven meine schlechte Laune langsam auf den Wecker geht.
Außerdem werde ich auch mehr und mehr sauer auf Sven, weil es ihn nicht stört, wenn Lucilla ständig bei uns ist.
Ich meine, wenn er mich wirklich liebt, dann sollte er mit mir alleine sein wollen. Er sollte so was zu mir sagen wie: »Schlepp nicht dauernd deine Freundin mit, ich will mit dir alleine sein!«
Aber was tut er? Nichts! Er ist gut gelaunt und hat überhaupt kein Problem mit Lucilla. Und inzwischen ist es schon so, dass Lucilla und Sven sich königlich amüsieren, während ich mit schlechter Laune dabeisitze.
Hm, womöglich hat Lucilla recht und ich bin gerade dabei, meine perfekte Beziehung mit Sven zu ruinieren.
