Unexpected - Überraschend Liebe - Alica H. White - E-Book

Unexpected - Überraschend Liebe E-Book

Alica H. White

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Beschreibung

"Tanz für mich", sagte er. Und ich tat es – aus Liebe. Doch er hat mich betrogen und ich beschloss, nie wieder für einen Mann zu tanzen … … bis ich IHM begegnete, der mich überwältigte und dann wie eine Hure bezahlen wollte. Jetzt höre ich erneut die Forderung "Tanz ..." "Bleib dir immer treu", sagte ihr Vater einst zu Olivia. Seine Worte hallen der New Yorker Musicalschülerin im Kopf, während sie als VIP-Betreuerin im Tigers anheuert. Der Verlockung, mit 'persönlichem Extra-Service' ein imposantes Trinkgeld zu verdienen, kann Olivia nur so lange widerstehen, bis sie dort auf den berühmten Footballspieler Jacob trifft. Der muskulöse Sportler übt eine magische Anziehung auf sie aus. Es bleibt ein schales Gefühl zurück, das hartnäckig an ihrer Seele haftet, denn es lässt alte Wunden wieder aufbrechen. Um den Respekt vor sich selbst nicht zu verlieren, nimmt sie Jacobs "Trinkgeld" nicht an. Doch an diesem Abend ist mehr zwischen ihnen passiert, als beide zugeben wollen…   Über die Macht der Liebe und das Vertrauen, das man dafür braucht. Der prickelnde Liebesroman ist in sich abgeschlossen und gehören zu den New York Footballern der Autorin.   Leseprobe: »Diese Kellnerin … der Wahnsinn«, raune ich Noah zu, während das märchenhafte Wesen verschwindet. »Ja, nicht? Ein echter Glücksgriff. Ich habe sie gestern neu eingestellt. Banks hatte mir ja das ganze gute Personal verprellt. Aber das Beste ist, sie kann auch noch tanzen, denn sie ist Musicalschülerin. Leider muss ich sie dafür erst noch weichkochen.« Ich muss wieder schlucken. »Wow! Was meinst du, macht sie mir trotzdem eine Privatvorführung?« »Vielleicht, frag sie einfach. Normalerweise hat doch jede Frau ihren Preis.« »Wieso normalerweise?« »Wenn du mich das fragst, bist du der richtigen Frau noch nicht begegnet.« »Du etwa? Sag nicht, dass du plötzlich an die Liebe glaubst. Du hast dich irgendwie verändert, Mann.« »Kann sein. Irgendwann muss jeder mal schlau werden«, murmelt er kryptisch. Ich schüttle verständnislos den Kopf. Er muss ja wissen, was er tut.   Die Reihe New York Tigers beinhaltet: Band 1: Unexpected – Überraschend Liebe: Olivia & Jacob Band 2: Unexpected – Von Liebe berührt: Grace & Dylan Band 3: Unexpected – Hungrige Herzen: Erin & Caleb

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Alica H. White

Unexpected - Überraschend Liebe

Olivia und Jacob

Elaria80331 München

Copyright

Copyright © 2018 by Alica H. White

Alle Rechte vorbehalten.

Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit schriftlicher

Genehmigung von Alica H. White

Kapitel 1 Olivia

 

»Okay, wie du sicherlich weißt, arbeiten im VIP-Bereich des Clubs nur die Besten«, erklärt Noah Anderson und mustert mich ausführlich. Gott sei Dank, ohne mich dabei mit Blicken auszuziehen.

»Hast du einen Freund«, fragt er.

»Nein Sir.«

»Das ist gut, der könnte eifersüchtig sein.«

»Kein Problem, Sir.«

»Okay. Noch eins muss dir klar sein: Gutes Aussehen reicht nicht. Man muss auch in kritischen Situationen souverän und höflich bleiben.«

»Selbstverständlich, Sir«, antworte ich eifrig nickend.

»Deine Erfahrungen in der Gastronomie sind da natürlich von Vorteil«, ergänzt die Clubleiterin, die sich als Meg vorgestellt hat und blättert in meinen Bewerbungsunterlagen. »Wie du weißt, hat Herr Anderson den Club gerade zurückgekauft, deshalb können wir auch noch Tänzerinnen gebrauchen. Wie ich sehe, wärst du da durchaus qualifiziert.«

»Das käme für mich aber nicht infrage«, antworte ich, denn sofort sind Dads einschärfende Ratschläge in meinem Kopf:

›Bleibe dir immer treu.‹

›Kind, verschleudere nicht dein Talent.‹

›Verbaue dir nicht eine seriöse Zukunft.‹

›Verliere nie dein Ziel aus den Augen.‹

›Du bekommst von uns jede Unterstützung, aber mach, dass wir stolz auf dich sein können.‹

Ich versuche, die Gedanken wieder aus dem Kopf zu verscheuchen und sehe Meg freundlich, aber bestimmt ins Gesicht.

»Wirklich nicht. Ich kann es nicht gut.«

»Okay, deine Entscheidung. Aber sicher weißt du, dass der Job viel besser bezahlt wird«, argumentiert sie.

»Ja, Mam«, antworte ich nickend. »Aber danke, nein. Das möchte ich wirklich nicht«, bekräftige ich noch einmal, denn ich weiß ja warum es so gut bezahlt wird. Man muss viel zu viel Haut zu Markte tragen und womöglich seine Seele verkaufen. So lächle ich nur entschuldigend.

Der freizügige Kellerinnendress ist schon grenzwertig genug. Leider gibt es nur in teuren Bars auch gutes Trinkgeld. Es war für meine Eltern sicher schwer genug, mich in diese große Stadt zu lassen. Für Eltern bleibt man immer ein Kind. Dennoch gaben sie mir die Freiheit, meinen Traum zu verwirklichen und opferten ihre Ersparnisse, um mir die Musicalschule zu ermöglichen. Dafür werde ich ihnen immer dankbar sein. Ich will sie nicht enttäuschen.

Auch Meg mustert mich noch einmal ausführlich. »Hübsch ist sie ja«, sagt sie und sieht zu Noah.

»Und ob. Also, ich würde vorschlagen, wir versuchen es gleich mal morgen Abend, zur meiner privaten Welcome-Back-Party.«

»Gute Idee«, bestätigt Meg und macht sich Notizen. »Ich hoffe, du kannst morgen?«

»Ja, selbstverständlich. Ich habe zurzeit keine anderen Jobs und wäre abends immer einsatzbereit, solange ich keinen Unterricht habe. In den Praktikumszeiten könnte es natürlich anders aussehen.«

»Das kann man immer noch absprechen. Das ist natürlich klar, wenn man Leute aus deinem Genre engagiert«, erklärt Noah und lächelt freundlich. »Wenn du dich gut machst, sehe ich kein Problem, dann kommen wir dir in jeder Form entgegen. Natürlich wirst du das erste Mal zur Probe arbeiten.«

Was hatte ich doch gestern noch für eine Heidenangst vor dem Gespräch - alles verschwunden. Ich habe wirklich nette Vorgesetzte, da bin ich mir ziemlich sicher. Die Frage ist, ob meine Kundschaft genauso nett sein wird.

»Ich habe noch eine Frage. Was mache ich, wenn die Gäste ungehörig zudringlich werden?«, spreche ich meine letzten Ängste aus.

»Wie meinst du das?«, fragt Meg. »Zudringliche Berührungen?«

»Ja, genau – und mehr. Der Club hat, wie fast alle seiner Art, in dieser Beziehung einen zweifelhaften Ruf.«

»Tatsächlich?« Noah grinst. »Mädel, es wird immer Kunden geben, die mehr wollen, als einen Drink. Aber wir sind hier kein Puff, was ja ohnehin verboten wäre. Jeglicher Service über die Bewirtung hinaus ist reine Privatsache und findet höchstens in der Freizeit statt. Alles natürlich freiwillig und unentgeltlich – versteht sich. Bei manchen, besonders guten Gästen, drücken wir schon mal ein Auge zu, wenn du früher Feierabend machen willst. Du verstehst? Und auf die Höhe des Trinkgeldes haben wir natürlich keinen Einfluss, das gehört dir«, erklärt er und zwinkert vielsagend.

»Dann haben sie also nichts dagegen, wenn ich solche Angebote strikt ablehne?«

»Solange du höflich bleibst. Wie Noah schon sagt, alles Privatsache und nur in der Freizeit«, bestätigt Meg.

Ich nicke und bin etwas unsicher, ob ich mich da wirklich genug abgrenzen darf. Immerhin musste ich die letzte Stelle verlassen, weil man mich für ›zu prüde‹ hielt. Es ist fatal, wenn man von einem guten Stammgast ins Visier genommen wird.

»Mach dir keine Gedanken. Ich habe hier selber lange als Kellnerin gearbeitet. Du brauchst keine Angst haben. Wir können es uns leisten, unkultivierte Gäste nicht zu dulden«, klärt Meg mich auf, als ob sie meine Gedanken gelesen hätte.

»Okay, dann freue ich mich schon auf morgen«, verkünde ich erleichtert.

Mit einem Handschlag besiegeln wir die Vereinbarung. Ich habe jetzt ein gutes Gefühl, diese Stelle ist bestimmt besser als meine letzte. Ich glaube, meine Mitbewohnerinnen werden neidisch sein, immerhin ist das Tigers der angesagteste Club in Manhattan.

 

»Yesss! Freut mich so, dass es geklappt hat«, jubelt meine Freundin und Mitbewohnerin Paula.

»Du hast vielleicht ein Glück. Ich hab mich da auch beworben und glaube, ich war ihnen nicht hübsch genug … oder zu flachbrüstig, was auch immer«, mault Sylvie, eine Schulkollegin und weitere Mitbewohnerin unserer WG.

»Wollen wir zusammen was kochen und ein bisschen feiern?«, fragt Paula. Sie hält eine Flasche Prosecco hoch und schwenkt sie. »Lief mir heute zufällig beim Einkaufen über den Weg.«

»Nein, ich werde mir ein Sandwich machen und mich verziehen. Es war heute ziemlich aufregend und ich muss noch Text für eine Probe morgen lernen«, erkläre ich.

»Och komm, sei doch keine Spaßbremse«, grummelt Paula.

»Du hast den Sekt gerade sowieso viel zu sehr geschüttelt«, kritisiert Sylvie. »Ich hab heute noch ein Date.«

»Prima, mehr für uns«, antwortet Paula ungerührt. »Außerdem ist es kein Sekt, sondern Prosecco.«

Sylvie winkt abwehrend und verlässt den Gemeinschaftsraum. Paula zieht eine Grimasse hinter ihrem Rücken. Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen, Sylvie ist wirklich manchmal schwierig.

»Du hast das Zeug wirklich ziemlich geschüttelt«, bestätige ich dennoch Sylvies Bedenken.

»Vielleicht. Aber ich stelle ihn jetzt kalt und wenn du fertig bist mit allem, dann trinken wir ihn als Schlummertrunk, oder?«, lenkt Paula ein.

»Fertig? Bin ich jetzt schon. Hat dir eigentlich schon mal jemand gesagt, dass du anstrengend bist?«

Paula grinst triumphierend. »Soll das Ja heißen?«

Ich nicke zögernd und sie umarmt mich.

»Gute Entscheidung. Hat dir eigentlich schon mal jemand gesagt, dass du eindeutig zu wenig entspannst?«, neckt sie mich.

»Ich weiß, aber ich fühle mich nun mal in der Pflicht, die Ausbildung so schnell und gut wie möglich durchzuziehen.«

»Okay, man sagt, wir brauchen Disziplin, aber das heißt doch nicht, dass man sich nicht irgendwann auch mal einen Feierabend gönnen darf«, bekräftigt Paula. »Man braucht auch die Regeneration. Nimm dir da vielleicht ein Beispiel an Sylvie, die hat morgen dieselbe Probe und geht trotzdem zu einem Date.«

»Du stellst ausgerechnet Sylvie als Vorbild hin?«

»Sex ist auch eine gute Entspannung, sehr effektive Erholung.«

»Die du dir auch nicht oft gönnst.«

»Ja, weil mein Liebster so weit entfernt ist. Aber zum Jahreswechsel kommt er zu Besuch, da kannst du dir schon mal ein paar gute Kopfhörer besorgen.« Paula lacht und ihre Augen blitzen schelmisch.

»Du weißt ja, ich habe keinen Freund und einfach Sex mit irgendjemandem … das kann ich nicht«, erkläre ich kopfschüttelnd.

»Man kann nur einen Freund finden, wenn man sich verabredet und vor die Tür geht.«

»Eine Beziehung würde mich nur ablenken. Können wir das Thema lassen? Ich geh jetzt lernen«, seufze ich. Paula ist der Überzeugung, dass man nur in einer Beziehung wirklich glücklich wird, ich glaube da eher das Gegenteil. Wir haben schon oft darüber diskutiert.

»Tu, was du nicht lassen kannst. Soll ich meiner besten Freundin vielleicht ein Sandwich schmieren?«, lenkt sie ein.

»Oh, das wäre toll! Ich weiß schon, warum du meine beste Freundin bist.«

»Was hätten wir denn gerne? Erdnussbutter und Marmelade, wie immer?«

»Wie immer«, bestätige ich.

»Danke«, sage ich leise und werfe ihr einen Luftkuss zu, als ich den Raum verlasse.

 

»Na bitte, geht doch«, grient Paula, als ich zwei Stunden später mit ihr anstoße.

»Danke, du bist die beste Freundin der Welt«, antworte ich und genieße den kühlend prickelnden Schluck, der sich auf der Zunge breitmacht. »Hmmm, ganz schön aromatisch.«

»Ja, war ein Aktionsangebot und eine Empfehlung vom Verkäufer. Ich hatte es einfach im Urin, dass wir heute Abend feiern können.«

»Ja, die Leitung dort war wirklich nett. Ich habe eigentlich ein ganz gutes Gefühl.«

»Das freut mich für dich … und ich hoffe, dass du diese dummen Erfahrungen mit der alten Stelle dort vergessen kannst.«

»Ja, das hoffe ich auch. Es hat mich nicht gerade in meinem Glauben an die Männerwelt bestärkt.«

»Du bist eben zu hübsch, da ist es manchmal einfach schwierig.«

Ich hole tief Luft und Paula tätschelt meinen Arm.

»Es ist nur, als Kellnerin in diesen Läden der Upper Class kommt man sich manchmal vor wie Freiwild«, erkläre ich mit einem tiefen Seufzer.

»Kann schon sein. Genieß einfach die positiven Seiten … das üppige Trinkgeld.«

»Das ist auch nicht immer sicher.«

»Ich weiß, es hat schon einen Grund, warum manche so reich sind. Geizig nennt man das. Aber Gott sei Dank sind nicht viele so.«

»Werde ich ja sehen. Morgen ist erst mal die Welcome-Back-Party von Noah Anderson. Er hat den Laden zurückgekauft.«

»Oh cool, da kommen sicher viele heiße Footballer.«

»Heiß sind sie bestimmt … eine willige Kellnerin zu vernaschen. Trinkgeld wird es da ansonsten nicht viel geben, schließlich kaufen sie ihre Drinks nicht.«

Meine Freundin verdreht die Augen. »Nun mach aber mal einen Punkt und tu nicht verklemmter, als du bist. Sportler sind auch nur Männer.«

»Genau, deswegen wird auch keiner mit einer Kellnerin etwas Ernstes anfangen.«

»Ich weiß gar nicht, was du willst? Du bist doch auch frei und kannst tun und lassen, was du willst.«

»Genau, auch lassen. Ich will mich nicht ficken lassen und das ist es doch, was die wollen.«

Paula seufzt. »Wahrscheinlich, wenn … aber das sollte dich JETZT nicht am Entspannen hindern. Schließlich musst du dir nichts gefallenlassen. Komm, ich schenke dir nach.«

»Du hast recht. Es hat wirklich keinen Sinn, sich verrückt zu machen.« Schnell leere ich das Glas in einem großen Zug und halte es ihr hin.

»Endlich!«, antwortet sie mit einem theatralischen Stoßseufzer und füllt es erneut.

 

Trotz des Prosecco wächst meine Aufregung, als ich die Dienstkleidung für morgen in der Tasche verstaue. Meg hat mich genau angewiesen, wie viele Knöpfe von meiner roten Bluse geöffnet sein müssen. Bei meiner üppigen Oberweite lässt das Dekolleté ziemlich tief blicken. 'Es darf ruhig etwas Spitze vom BH zu sehen sein, das gibt mehr Trinkgeld', hat sie mich aufgeklärt.

Ich atme tief durch, als ich den schwarzen Faltenrock in meinen Händen drehe, er ist ziemlich kurz. Definitiv kein typischer Kellnerinnendress. Wenn mein Vater wüsste, wo ich kellnere und mich darin sehen würde, würde er bestimmt die Nase rümpfen. Na ja, das Tigers ist eben kein Nonnenkloster. Gott sei Dank habe ich das Laufen auf hohen Schuhen trainiert. Hoffentlich merkt keiner etwas von meiner fehlenden Selbstsicherheit.

Bevor ich mich ins Bett lege, rasiere ich noch schnell meine Beine, und nach kurzer Überlegung auch die Schamhaare. Kaum ist das vollbracht, frage ich mich, warum ich das eigentlich gemacht habe, und finde keine Antwort. Um diese Sache irgendwie wieder geradezubiegen, lege ich mir den schlichtesten und größten weißen Baumwollschlüpfer zurecht, den ich habe.

Heute dauert es besonders lange, bis der Schlaf mich aus dem Gedankenkarussell erlöst

Kapitel 2 Jacob

 

»Du brauchst doch PR! Du brauchst sie genauso nötig wie ich!« Nicole, meine Ex-Freundin klingt verzweifelt, ihre Stimme bricht.

Ich schließe die Augen und schüttle den Kopf, diesen Hang zur Dramatik kenne ich nicht anders von ihr. Alles nur Show, wie ihre Gefühle für mich. Wie konnte ich nur jemals darauf reinfallen? Es tut verdammt weh, sie hat mich nie geliebt. Schon wieder eine Enttäuschung. Damit muss man wohl rechnen, wenn man ein Promi ist und Geld hat. Es kommt mir vor, als wären seit dem alle anständigen Frauen um mich herum verschwunden. Ich werde mich nicht mehr von einer Frau einwickeln lassen – nie mehr.

»Es war doch nur ein winziger Fehler!«, fleht sie.

»Falsch! Ein winziger Fehler zu viel. Wir waren nie verlobt – im Gegenteil. Es ist aus! Je eher du dich damit abfindest, umso besser«, knurre ich ins Telefon und drücke gereizt das Gespräch weg. Sie hätte dieses blödsinnige Interview nicht geben dürfen, das kann ich mir einfach nicht bieten lassen. Überhaupt, eine Frau, die lieber mit der Presse redet, als mit mir, ist nichts für mich. Da kann sie noch so hübsch und gut im Bett sein. Das ist schließlich auch nicht alles. Verärgert stecke ich mein Handy zurück in die Hosentasche und wende mich meinem alten Jugendfreund zu, der auf mich zukommt.

»Jacob, du alter Schwerenöter! Schön, dass du da bist!«, begrüßt mich Noah und wir halten unser altes Handschlagritual ab.

»Schwerenöter? Du hast gut reden«, antworte ich.

»Wieso?«, fragt er schulterzuckend.

»Was hört man da für wilde Geschichten von dir?«, lästere ich und klopfe ihm kumpelhaft auf die Schulter.

Noah zuckt scherzhaft zusammen. »Du kennst doch die Regenbogenpresse. Alles halb so wild«, beteuert Noah und hält die Hände hoch. »Komm, lass uns hochgehen, die anderen sind schon da.«

»Aber um deine Geschichte kommst du heute nicht herum«, ärgere ich ihn. »Ich werde mich neben dich setzen.«

Noah lächelt schief. »Lass uns erst mal einen trinken.«

Während wir zusammen die Treppe zum VIP-Bereich im Tigers hochgehen, werfe ich einen Blick auf die ausgelassen feiernde Menge. Richtig so, die haben Spaß. In diesem Club ist die Stimmung immer noch die beste in ganz New York. Er ist einfach Kult. Die edle Ausstattung, die besten DJs, das bunte Gemisch und nicht zuletzt die vielen Promis machen ihn schon seit vielen Jahren zum In-Treff.

Wenn noch alles so geblieben ist wie damals, kann man auch von oben auf die tanzende Meute sehen. Ich werde wohl die Gelegenheit nutzen, mir dort nachher etwas zum Ficken zu suchen. Es ist immer noch das Beste, sich den Ärger über eine Frau aus dem Kopf zu vögeln – jedenfalls besser, als den Kummer ersaufen. Das kann man sich als Sportprofi nicht leisten.

Die Separees hier sind klasse, absolut diskret und abschließbar. Willige Pussys lassen sich nur zu gerne in den VIP-Bereich abschleppen. Aber vielleicht brauche ich auch gar nicht so lange suchen, die Kellnerinnen hier sind Sonderklasse.

»Ethan, altes Haus! Was macht die Kunst?«, begrüße ich einen weiteren Freund, als wir in der Runde ankommen.

»Den erkennst du nicht wieder, Mann. Wild Thing ist jetzt so was von unter der Haube«, spottet Noah grinsend.

»Nur kein Neid«, erwidert Ethan Noahs Spitze gelassen. »Du kommst auch noch dran.«

Noah antwortet mit einem schiefen Grinsen.

Ich muss lächeln. Meine alten Kumpel haben sich ziemlich verändert, wenn früher von Beziehung die Rede gewesen wäre, oder gar heiraten, hätte Noah das Kreuz geschlagen und eilig nach Weihwasser gesucht.

»Hab ich hier jetzt was verpasst?«, frage ich staunend.

»Klar«, überspielt Noah die Situation. »Hier im Big Apple ist immer noch am meisten los. Das war schon immer so, nicht wahr?«

Meine Augenbrauen ziehen sich zusammen. Was ist das nur für eine Antwort? So kenne ich ihn gar nicht. Ich muss unbedingt herausfinden, was da passiert ist – später.

»Sind eigentlich gar keine Frauen da?«, frage ich verwundert, als ich in die Runde sehe. Einige der ausschließlich männlichen Gäste kenne ich, viele nicht.

»Nein, heute ist Herrenabend. Sonst kann man doch gar nicht richtig feiern, oder?«, antwortet Noah.

»Das sagt er nur, weil seine Flamme nicht dabei sein kann«, erklärt Ethan augenzwinkernd.

»Komm, setz dich. Da kommt die Bedienung, die anderen haben schon bestellt«, weist Noah mich an. Das »Nachher gibt es noch Fingerfood«, höre ich gar nicht mehr richtig, denn mir stockt der Atem, als ich einen flüchtigen Blick zum Gang werfe. Eine der schönsten Frauen die ich je gesehen habe, kommt auf mich zu. Beine bis zum Himmel, Wespentaille, ordentlich Holz vor der Hütte.

Himmel, was für Kurven!

Nur mühsam kann ich meinen Blick vom Dekolleté abwenden, um in ihr schönes Gesicht zu sehen. Ich spüre, wie sich das Blut in meinem Unterleib sammelt. Da haben wir doch schon was Geeignetes für später gefunden!

»Was möchten Sie trinken, Sir?«, fragt sie und hypnotisiert mich regelrecht mit ihren vollen Lippen. Der Eyecatcher in ihrem Gesicht. Ich frage mich, wie diese Lippen wohl schmecken. Blut sammelt sich im Unterleib, lässt meine Hose eng werden.

»Sir?«

Unsere Blicke treffen sich kurz. Ihr Mund öffnet sich, der Brustkorb hebt und senkt sich schnell, was meinen Blick wieder auf ihr Dekolleté lenkt. Sie lächelt verlegen. Na, hoffentlich, weil sie mich auch attraktiv findet.

»You made my day«, murmle ich ganz leise.

Sie wirkt trotzdem, als hätte sie es verstanden.

»Nun sag ihr schon, was du trinken willst«, raunt Noah von hinten. »Pass auf, dass dir nicht die Augen rausfallen.«

»Bier«, antworte ich schnell. »Lager.«

Das wunderbare Geschöpf nickt und eilt davon. Dadurch ermöglicht sie mir einen Blick auf den perfektesten aller Hintern. Oh, sie wird ihn noch heute vor mir entblößen und ich werde meinen Schwanz ganz tief in ihre feuchte Hitze rammen. Bei dieser Perfektion wird sie auch eine enge Muschi besitzen, die sich stramm um meine Härte schließen wird. Wie verlockend! Bei der Vorstellung sammeln sich meine Säfte, die Eier fangen an zu pochen. So extrem reagiert mein Körper nur selten. Ich werde ihr den Fick ihres Lebens besorgen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

»Diese Kellnerin … der Wahnsinn«, raune ich Noah zu, während das märchenhafte Wesen verschwindet.

»Ja, nicht? Ein echter Glücksgriff. Ich habe sie gestern neu eingestellt. Banks hatte mir ja das ganze gute Personal verprellt. Aber das Beste ist, sie kann auch noch tanzen, denn sie ist Musicalschülerin. Leider muss ich sie dafür erst noch weichkochen.«

Ich muss wieder schlucken. »Wow! Was meinst du, macht sie mir trotzdem eine Privatvorführung?«

»Vielleicht, frag sie einfach. Normalerweise hat doch jede Frau ihren Preis.«

»Wieso normalerweise?«

»Wenn du mich das fragst, bist du der richtigen Frau noch nicht begegnet.«

»Du etwa? Sag nicht, dass du plötzlich an die Liebe glaubst. Du hast dich irgendwie verändert, Mann.«

»Kann sein. Irgendwann muss jeder mal schlau werden«, murmelt er kryptisch.

Ich schüttle den Kopf. Er muss ja wissen, was er tut.

Zu meinem Leidwesen meidet mich das himmlische Geschöpf für den Rest des Abends, als wäre ich der Leibhaftige persönlich. Ich beschließe, es als Kompliment zu nehmen und lasse sie nicht aus den Augen.

Das ist leicht, denn der Abend verläuft ausgesprochen zäh bis langweilig. Noahs Partys habe ich anders in Erinnerung: lang, versaut und ausgelassen. Dieser Abend ist schnell zu Ende, was vielleicht auch gut so ist. Praktisch alle sind liiert und wollen schnell wieder zu ihren Frauen. Schon nach ein paar Stunden kenne ich keinen mehr. Mir kommt es fast so vor, als hätten seine Gäste es Noah übel genommen, dass er die Frauen nicht eingeladen hat. Merkwürdig, dass die meisten trotzdem zufrieden aussehen. Noah selber trinkt mittlerweile Wasser.

Mein Gott, wo bin ich hier!?

»Wo sind eigentlich die Nutten und Footballergroupies, die sonst immer bei deinen Partys dabei waren?«, frage ich ihn.

Noah sieht mich an, als ob er nicht weiß, wovon ich rede.

»Die meisten Jungs haben kein Interesse daran. Wenn die Frauen schon nicht mitkommen, sollen die wenigstens keine Angst haben, dass ihre Männer etwas Dummes anstellen«, erklärt er.

Meine Mundwinkel ziehen sich spöttisch nach oben. »Du meinst, wenn die davon erfahren, dürfen die Männer sonst nie wieder allein raus?«

»Die Frage kannst du dir doch selbst beantworten. Ist das hier was für Ehefrauen?«

»Na ja, solange keine Nutten da sind.«

»Ernsthaft? Dann können wir besser in ein Café gehen.«

»Ihr seid alle ganz schön alt geworden. Die echten Partys sind wohl vorbei«, seufze ich und spiele gelangweilt mit meinem Glas.

»Irgendwann ist alles anders. Nichts bleibt, wie es war«, antwortet Noah.

»Für mich offensichtlich nicht. Das meintest du mit: Dann bin ich der Richtigen noch nicht begegnet.«

»Ethan hat das mal zu mir gesagt, kurz bevor ich meine Schicksalsbegegnung hatte.«

»Aha! Schicksalsbegegnung, hm? So ein Blödsinn!«

»Wie du meinst … Du musst es selbst erfahren. Wenn es soweit ist, wirst du es wissen. Und irgendwann musst du es dir auch eingestehen«, erklärt Noah pathetisch.

»Ich hatte heute schon meine Schicksalsbegegnung … für heute. Die kleine Kellnerin. Kannst du die entbehren? Mir ist langweilig. Darf ich sie in ein Separee entführen?«

»Meine neue Kellnerin?«

Ich nicke euphorisch.

»Nur zu, wenn sie freiwillig mitkommt. Du weißt ja, wir sind kein Bordell«, erklärt Noah, wendet sich ab und unterhält sich mit meinem Nachbarn.

Läuft …

Es pocht schon wieder freudig im Unterleib, als ich aufstehe und zu der Süßen gehe. Olivia steht auf ihrem Schild.

»Olivia, was für ein schöner Name«, fange ich an. »Das mag zwar etwas plump wirken, aber ich meine es tatsächlich so.«

»Danke, Sir.«

»Also, ich komme mir echt blöd vor, wenn du mich Sir nennst. Ich bin Jacob.«

Ihre Züge werden weich und sie erwidert mein freundliches Lächeln. Sie kommt rüber wie ein Engel, mein Bauch wird warm.

»Mir ist ziemlich langweilig hier. Ich würde gerne noch in netter Gesellschaft etwas trinken. Darf ich dich auf einen Drink einladen? Champagner, oder so?«

Ihr Lächeln erstirbt. Die Frage ist ihr sichtlich unangenehm.

»Ich weiß nicht, Sir.«

»Hatten wir uns nicht schon auf Jacob geeinigt? Ich habe deinen Chef schon gefragt, du kannst Feierabend machen.«

»Entschuldigung … Jacob, aber ich möchte das eigentlich nicht.«

»Was heißt eigentlich? Ich möchte nur was trinken und ein bisschen reden.«

»Im Separee?«

»Ja, willst du hier etwa mit am Tisch sitzen? Dort haben wir unsere Ruhe. Bitte sag ja, ich verspreche dir auch, brav zu sein«, – was immer das heißen mag.

Olivia scheint nicht überzeugt. Sie wirkt unruhig, fast könnte man meinen, sie hätte Angst.

»Bitte, bitte. Ich kenne hier niemanden mehr, hab aber noch keine Lust ins Hotel zu gehen. Du wärst die Rettung an diesem schwunglosen Abend.« Zur Sicherheit setze ich meinen Ich-bin-auch-ganz-lieb-Blick auf.

Olivia schluckt. »Okay. Wenn dir so viel daran liegt«, flüstert sie heiser und senkt den Kopf. Sie wirkt so ehrlich schüchtern, dass man es ihr tatsächlich abnehmen könnte. Doch ich wollte ja auf diese Schauspielerei nicht mehr hereinfallen.

Eigentlich wollte ich sie fragen, ob sie für mich tanzt, bevor ich sie vernasche, aber das verschiebe ich besser. Mal sehen, wie es läuft. Vielleicht lasse ich es auch ganz, denn ich spüre jetzt schon, dass sie nicht jeden zwischen ihre Beine lässt. Ihr Geziere ist echt – und ich liebe solche Herausforderungen.

Schnell ordere ich noch eine Flasche ›Dosenöffner‹, bevor ich mich mit ihr ins Separee setze. Die Puffbrause werde ich bestimmt brauchen.

Stocksteif sitzt sie da, wie ein Lamm auf der Schlachtbank. Die Lippen zusammengekniffen, sagt sie keinen Mucks, während ich den Schampus eingieße. Sie zum Sex zu überreden wird ein echtes Stück Arbeit werden.

»Es ist wirklich sehr nett von dir, dass du dich für mich erbarmst«, sage ich und halte ihr mein Glas zum Anstoßen entgegen. »Auf deinen Feierabend.«

Sie lächelt, nimmt ihr Glas und stößt an. Nachdem sie am Sekt genippt hat, legt sie sofort ihre Hände in den Schoß zurück und spielt verlegen damit rum.

»Ist das hier eigentlich dein erster Kellnerinnenjob?«

Als Antwort gibt es nur ein Kopfschütteln. Wenn sie eben nicht schon mit mir gesprochen hätte, würde ich denken, sie ist stumm.

»Redest du immer so viel?«