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Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Pädagogik - Pädagogische Psychologie, Note: gut, Technische Universität Berlin (Pädagogik), Sprache: Deutsch, Abstract: Unter dem Begriff des Klassenklimas versteht man eine kollektiv psychologische Situation, die auf das Verhalten der Klasse insgesamt, aber auch individuell seinen Einfluss ausübt. Unter Abgrenzung der baulichen und organisatorischen Gegebenheiten wird die Bewertung und die Wahrnehmung einer Schule durch alle Beteiligten verstanden. Neben der individuell erlebten gibt es auch eine gemeinsam erlebte Wahrnehmung, die allen Beteiligten gemein ist und die natürlich auch bestimmte Reaktionen auslöst. Diese gemeinsam erlebte Realität bezeichnet man auch als das Sozialklima einer Klasse. Bronfenbrenner versteht die Umwelt als miteinander verbundene Subsysteme, die sich gleichzeitig auch beeinflussen. Aus diesem Grund ist es nötig, nicht nur alle Aspekte die momentan auf ein Individuum wirken zu betrachten, sondern es müssen auch die überdauernden Strukturgegebenheiten (soziales Umfeld) in das nähere Blickfeld geraten. Eine Vielzahl von Faktoren können auf die Atmosphäre des Unterrichts Einfluss nehmen (Verhalten der LehrerIn und Schüler, Unterrichtsstoff, schulische Aspekte, bauliche Merkmale, etc.). Gleichzeitig stehen diese Faktoren in einer Wechselbeziehung zueinander und wirken gemeinsam auf das Klima. Daraus ergibt sich, dass das Unterrichtsklima ein sozialer, dynamischer Prozess ist, der in Abhängigkeit verschiedenster Einflüsse veränderbar ist. Das Unterrichtsklima (UK) umfasst Dimensionen aus den Bereichen der Lehrer- Schüler – Beziehung, der Schüler – Schüler – Beziehung, der kognitiven und affektiven Entwicklung, sowie der Leistung und Disziplin. Pädagogische Ansätze zur Verbesserung der UK sind immer vor dem Hintergrund einer individuellen Klassensituation zu sehen. Klimaveränderung sollte ein kontinuierlichen Prozess sein, der eine ständige Anpassung erfordert. [...]
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Veröffentlichungsjahr: 2002
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Britt Gaab
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Unter dem Begriff des Klassenklimas versteht man eine kollektiv psychologische Situation, die auf das Verhalten der Klasse insgesamt, aber auch individuell seinen Einfluss ausübt. Unter Abgrenzung der baulichen und organisatorischen Gegebenheiten wird die Bewertung und die Wahrnehmung einer Schule durch alle Beteiligten verstanden. Neben der individuell erlebten gibt es auch eine gemeinsam erlebte Wahrnehmung, die allen Beteiligten gemein ist und die natürlich auch bestimmte Reaktionen auslöst. Diese gemeinsam erlebte Realität bezeichnet man auch als das Sozialklima einer Klasse. Bronfenbrenner versteht die Umwelt als miteinander verbundene Subsysteme, die sich gleichzeitig auch beeinflussen. Aus diesem Grund ist es nötig, nicht nur alle Aspekte die momentan auf ein Individuum wirken zu betrachten, sondern es müssen auch die überdauernden Strukturgegebenheiten (soziales Umfeld) in das nähere Blickfeld geraten.
Eine Vielzahl von Faktoren können auf die Atmosphäre des Unterrichts Einfluss nehmen (Verhalten der LehrerIn und Schüler, Unterrichtsstoff, schulische Aspekte, bauliche Merkmale, etc.). Gleichzeitig stehen diese Faktoren in einer Wechselbeziehung zueinander und wirken gemeinsam auf das Klima. Daraus ergibt sich, dass das Unterrichtsklima ein sozialer, dynamischer Prozess ist, der in Abhängigkeit verschiedenster Einflüsse veränderbar ist. Das Unterrichtsklima (UK) umfasst Dimensionen aus den Bereichen der Lehrer- Schüler -Beziehung, der Schüler - Schüler - Beziehung, der kognitiven und affektiven Entwicklung, sowie der Leistung und Disziplin.
Pädagogische Ansätze zur Verbesserung der UK sind immer vor dem Hintergrund einer individuellen Klassensituation zu sehen. Klimaveränderung sollte ein kontinuierlichen Prozess sein, der eine ständige Anpassung erfordert.
Die Vorhersage von Schülerverhalten durch Klimadaten ist ein dringendes Anliegen der Klassen- bzw. Schulklimaforschung. Ergebnisse (Moos 1979; Eder 1996, von Saldern u.a.) zeigen einen Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Lernumwelt und den Leistungen, dem Befinden, Verhalten und der Persönlichkeitsentwicklung der Schüler.
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Schulzufriedenheit hängt stark mit dem erlebten Klima im Unterricht zusammen. Ergebnisse belegen, dass eine positive Klimaerfahrung einen geringeren Anteil an schulischen Belastungen impliziert (Stress, Leistungsangst, psychovegetative Beschwerden). Messungen des Klimas werden erst in neuerer Zeit auf die individuelle Wahrnehmung gerichtet. Vorrangig geht es dabei um die Erfassung sozialer Interaktionen. In der heutigen Forschung findet vor allem die Landauer Skala zum Sozialklima (LASSO) und der Linzer Fragebogen zum Schul- und Klassenklima (LFSK) Anwendung. Mit diesen diagnostischen Verfahren, werden nicht nur die sozial- emotionalen Beziehungen im Unterricht, sondern auch die fachlich-didaktischen Interaktion in der Schüler- Lehrer-Beziehung thematisiert.
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Denken wir an Lernprozesse, steht natürlich der Lernende und die Lernsituation im Blickfeld unserer Betrachtung. Dieser Blick änderte sich nachhaltig mit der in Amerika durchgeführten Vergleichsstudie „Coleman-Report“, Ende der 50´Jahre. Hier zeigte es sich, das Schulleistungen nur sehr gering auf Variablen der Schulorganisation und der Unterrichtsführung zurückzuführen sind. Als entscheidend stellte sich der soziale Hintergrund des Kindes und das Lernumfeld heraus. Nicht objektive Merkmale, wie die Anzahl der Schüler, Größe der Klassenräume, etc. haben sich als vorhersagekräftig für die Leistungsentwicklung und die Psychosoziale Entwicklung erwiesen, sondern es ist eher von Bedeutung, wie die betreffenden Personen ihr Sozialleben organisieren und gestalten.
Bronfenbrenner (1981) versteht die Umwelt als miteinander verbundene Subsysteme, die sich gegenseitig beeinflussen. Betrachtet wird nicht nur die augenblickliche Situation, also Aspekte, die auf ein Individuum momentan wirken, sondern auch überdauernde Strukturgegebenheiten aus der Lebens- und Entwicklungsumwelt (Familie, Freizeitaktivitäten, etc.). Bronfenbrenner unterscheidet 3 Ebenen der Lebensumwelt:
