Value-at-Risk and beyond. Analyse moderner Ansätze der Risikomessung im regulatorischen Umfeld - Simon Schweihoff - E-Book

Value-at-Risk and beyond. Analyse moderner Ansätze der Risikomessung im regulatorischen Umfeld E-Book

Simon Schweihoff

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Beschreibung

Bachelorarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich BWL - Bank, Börse, Versicherung, Note: 1,7, FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule, Sprache: Deutsch, Abstract: Es ist Ziel der vorliegenden Arbeit, verschiedene Ansätze der Risikomessung unter den Aspekten der regulatorischen Anforderungen zu untersuchen. In diesem Zusammenhang ergeben sich die Fragestellungen, worunter die Risikomessung im Risikomanagementprozess einzuordnen ist, welche Ansätze eine geeignete Quantifizierung von Einzel- und Gesamtrisiken ermöglichen und welche Vorschriften seitens der Aufsichtsbehörden im Hinblick auf Risikomessung bestehen. Dafür ist in Kapitel 2 zunächst der Risikobegriff unter aktuellem Verständnis in der allgemeinen Definition und seinen verschiedenen Ausprägungen zu erläutern. Eine Risikomessung geht mit einer vorherigen systematischen Identifizierung und einer anschließenden Steuerung und Überwachung aller Risiken einher. Im Rahmen des aufge-zeigten Risikomanagementprozesses soll daher unter Kapitel 2.2 der idealtypische Ablauf in einem installierten Risikomanagement einer Bank, einer Versicherung oder eines Wirtschaftsunternehmens aufgezeigt werden. Nicht jede Art von Risiko lässt sich auf dieselbe Art und Weise bewerten. Daher wird eine Unterteilung in verschiedene Risiko-arten, unter Berücksichtigung von möglichen Risikomessungen, in Kapitel 2.3 vorgenommen. Risiken können eingegangen werden, sofern sie transparent und in einer Größe quantifizierbar sind. Für die Risikomessung eignen sich sogenannte Risikomaße, wodurch gewisse Risikoarten quantifiziert und in einem Portfolio aggregiert werden können. Der Value at Risk (VaR) beschreibt dabei ein modernes Risikomaß und gibt Auskunft über eine mögliche Schadenshöhe. Die Stärken und Schwächen des VaR, inklusive der Analyse von möglichen Berechnungsmethoden, werden als Schwerpunkt dieser Arbeit in Kapitel 3 erläutert. Weitere mit dem VaR verwandte Risikomaße werden ebenfalls unter kritischen Aspekten in Kapitel 3 untersucht. Dabei werden für alle Risikomaße und die Berechnungsmethoden die jeweiligen Vor- und Nachteile analysiert. Die Banken- und die Versicherungsbranche gehören zu den am stärksten überwachten und regulierten Branchen. Diese Regulierung zielt insbesondere auf verschärfte Anfor-derungen in Bezug auf die Implementierung eines Risikomanagements ab. Einen Überblick über die Aufsichtsbehörden und die wichtigsten Forderungen in Bezug auf die zu etablierende Risikomessung verschafft Kapitel 4. Unter dieses Kapitel gehören auch mögliche Ansätze von Rückvergleichen zur Plausibilisierung der prognostizierten Risikowerte.

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Veröffentlichungsjahr: 2015

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Inhaltsverzeichnis

 

1 Abkürzungsverzeichnis

2 Abbildungsverzeichnis

3 Einleitung

3.1 Problemstellung

3.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

4 Risikomanagement im Überblick

4.1 Risikobegriff

4.2 Risikomanagementprozess

4.3 Gliederung und Messung der Risikoarten

4.3.1 Marktrisiken

4.3.2 Kreditrisiken

4.3.3 Liquiditätsrisiken

4.3.4 Operationelle Risiken

5 Moderne Methoden der Risikomessung und kritische Analyse

5.1 Standardabweichung als traditionelles Risikomaß

5.2 Value-at-Risk

5.3 Conditional Value-at-Risk

5.4 Lower Partial Moments

5.5 Berechnungsmethoden der Value-at-Risk-Modelle

5.5.1 Varianz-Kovarianz-Ansatz

5.5.2 Historische Simulation

5.5.3 Monte-Carlo-Simulation

6 Regulatorische Anforderungen an das Risikomanagement

6.1 Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich

6.2 Vorschriften aus Basel und Solvency

6.2.1 Basel

6.2.2 Solvency

6.3 Regelung gemäß Kreditwesengesetz

6.4 Mindestanforderungen an das Risikomanagement

6.5 Solvabilitätsverordnung

6.6 Backtesting

7 Fazit

7.1 Zielerreichung

7.2 Perspektiven

8 Literaturverzeichnis

 

1 Abkürzungsverzeichnis

2 Abbildungsverzeichnis

 

Abbildung 1: Die Systematik des Risikobegriffs

Abbildung 2: Risikomanagementprozess

Abbildung 3: Übersicht von Risikostrategien und Steuerungsinstrumenten

Abbildung 4: Risikomaße auf Basis normalverteilter Verluste

Abbildung 5: Die drei Säulen von Basel II

Abbildung 6: Kernpunkte der MaRisk

Abbildung 7: Risikoarten und Messverfahren gemäß Basel II

 

3 Einleitung

 

3.1 Problemstellung

 

Das Risiko kann mithilfe geeigneter Ansätze der Risikomessung ein kontrolliertes Wagnis und damit auch einen Erfolg für eine Unternehmung darstellen.

 

Veränderungen und Dynamik prägen die heutige Wirtschaft und bergen Ungewissheit für unternehmerisches Handeln.[1] Aus einer Ungewissheit können sich wiederum potentielle Risiken oder Chancen für Unternehmen, Banken und Versicherungen ergeben.[2] Um zwischen Chancen und Risiken zu differenzieren und die Zukunft transparenter zu gestalten, ist ein Risikomanagement einzurichten.

 

Die erstmalige Forderung und die Grundlage für die Entwicklung eines Risikomanagements entstanden unter regulatorischen Aspekten bereits im Jahre 1998 durch das Gesetzt zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG). Daraus ergab sich zunächst allgemein formuliert, die Anforderung zur Etablierung eines Risikomanagements in börsennotierten Aktiengesellschaften.[3] Ein solches sollte die Aufgaben der systematischen Analyse von Chancen und Risiken übernehmen und eine anschließende Bewertung und Steuerung mit geeigneten Instrumenten vornehmen.[4] Durch die Ausstrahlungswirkung des KonTraG und die stetigen Weiterentwicklungen des Risikomanagements in zahlreichen Unternehmen, lassen sich Trends und neuartige Ansätze der Risikomessung aufzeigen.[5]

 

Die Auswahl geeigneter Instrumente, also mögliche Ansätze der Risikomessung, kann dabei nicht allgemein durch das Risikomanagement selbst bestimmt werden. Für Banken und Versicherungen gelten bspw. strenge Vorschriften in Bezug auf die Risikomessung. Jene Anforderungen leiten sich aus internationalen Ausschüssen ab und finden in vielen Ländern der Welt Anwendung. Während Banken Anforderungen des Basler Ausschusses zu berücksichtigen haben, gilt Solvency hingegen als Pendant zu den Basler Regelungen für Versicherungen.[6] Sie haben das Ziel gemein, das Ausmaß im Falle einer Krise oder eines eintretenden Risikos für Unternehmen, Banken und Versicherungen so gering wie möglich zu halten.

 

Durch die jüngste Finanzkrise im Jahre 2008 wurde bewusst, dass die bis dahin geltenden Anforderungen nicht ausreichend definiert wurden. Dies hatte negative wirtschaftliche Ausmaße auf zahlreiche Unternehmungen.[7] Ein Grund dafür lag in der späten Einleitung von Gegenmaßnahmen zur Reduzierung der Risiken. Wurde zu wenig Eigenkapital vorgehalten, musste im schlimmsten Falle die Insolvenz beantragt werden.[8] Daher rückten verstärkt sowohl quantitative als auch qualitative Anforderungen an das Risikomanagement in den Fokus.[9]

 

Die untersuchten Ansätze der Risikomessung versuchen auf verschiedene Arten das potentielle Risiko zu quantifizieren und effektive Steuerungsmethoden zu ermöglichen.[10] Im Rahmen der immer präziseren Anforderungen sind sie jedoch neben unterschiedlich vielen Gesichtspunkten zusätzlich auch auf ihre Schätzgenauigkeit des zukünftigen Risikowertes zu untersuchen und zu vergleichen. Je früher Risiken erkannt und bemessen werden, umso eher lassen sich geeignete Gegenmaßnahmen einleiten und Chancen ergreifen.[11]

 

3.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

 

Es ist Ziel der vorliegenden Arbeit, verschiedene Ansätze der Risikomessung unter den Aspekten der regulatorischen Anforderungen zu untersuchen. In diesem Zusammenhang ergeben sich die Fragestellungen, worunter die Risikomessung im Risikomanagementprozess einzuordnen ist, welche Ansätze eine geeignete Quantifizierung von Einzel- und Gesamtrisiken ermöglichen und welche Vorschriften seitens der Aufsichtsbehörden im Hinblick auf Risikomessung bestehen.

 

Dafür ist in Kapitel 2 zunächst der Risikobegriff unter aktuellem Verständnis in der allgemeinen Definition und seinen verschiedenen Ausprägungen zu erläutern. Eine Risikomessung geht mit einer vorherigen systematischen Identifizierung und einer anschließenden Steuerung und Überwachung aller Risiken einher. Im Rahmen des aufgezeigten Risikomanagementprozesses soll daher unter Kapitel 2.2 der idealtypische Ablauf in einem installierten Risikomanagement einer Bank, einer Versicherung oder eines Wirtschaftsunternehmens aufgezeigt werden. Nicht jede Art von Risiko lässt sich auf dieselbe Art und Weise bewerten. Daher wird eine Unterteilung in verschiedene Risikoarten, unter Berücksichtigung von möglichen Risikomessungen, in Kapitel 2.3 vorgenommen.

 

Risiken können eingegangen werden, sofern sie transparent und in einer Größe quantifizierbar sind. Für die Risikomessung eignen sich sogenannte Risikomaße, wodurch gewisse Risikoarten quantifiziert und in einem Portfolio aggregiert werden können.[12] Der Value at Risk (VaR) beschreibt dabei ein modernes Risikomaß und gibt Auskunft über eine mögliche Schadenshöhe. Die Stärken und Schwächen des VaR, inklusive der Analyse von möglichen Berechnungsmethoden, werden als Schwerpunkt dieser Arbeit in Kapitel 3 erläutert. Weitere mit dem VaR verwandte Risikomaße werden ebenfalls unter kritischen Aspekten in Kapitel 3 untersucht. Dabei werden für alle Risikomaße und die Berechnungsmethoden die jeweiligen Vor- und Nachteile analysiert.

 

Die Banken- und die Versicherungsbranche gehören zu den am stärksten überwachten und regulierten Branchen. Diese Regulierung zielt insbesondere auf verschärfte Anforderungen in Bezug auf die Implementierung eines Risikomanagements ab.[13] Einen Überblick über die Aufsichtsbehörden und die wichtigsten Forderungen in Bezug auf die zu etablierende Risikomessung verschafft Kapitel 4. Unter dieses Kapitel gehören auch mögliche Ansätze von Rückvergleichen zur Plausibilisierung der prognostizierten Risikowerte.

 

Das letzte Kapitel fasst das Gesamtergebnis zusammen und stellt heraus, inwiefern die dargelegten Ansätze der Risikomessung den Anforderungen aus regulatorischer Sicht entsprechen. Die Arbeit schließt mit einem Ausblick auf neuentwickelte Modelle der Risikomessung unter gleichzeitiger Berücksichtigung zukünftiger regulatorischer Anforderungen.

 

Im Allgemeinen soll in dieser Arbeit der Fokus auf Banken bzw. Kreditinstituten und Versicherungen liegen, wonach das Unternehmen den Oberbegriff sowohl für Banken als auch für Versicherungen darstellen soll.

4 Risikomanagement im Überblick

 

4.1 Risikobegriff

 

Der Begriff Risiko wird in vielerlei Hinsicht verwendet und findet auch im Betriebswirtschaftlichen laut Literatur keine allgemeingültige Definition. Abzuleiten ist der Begriff Risiko aus dem italienischen Wort „risicare“, welches „wagen“ bedeutet. Im aktuellen Zusammenhang wird mit dem Begriff vor allen Dingen Unsicherheit in Bezug auf ein zukünftiges negatives Ergebnis verbunden.[14] Die Höhe des Risikos ist der potentielle Schaden, der meist in Relation zum Eigenkapital beispielsweise eines Unternehmens betrachtet wird und dadurch die Relevanz des betrachteten Risikos darlegt.[15]

 

Wie nachfolgend in der Abbildung dargestellt, kann der Risikobegriff zunächst in sogenannte versicherbare und nicht versicherbare bzw. spekulative Risiken eingeteilt werden.[16]

 

 

Abbildung 1: Die Systematik des Risikobegriffs [17]

 

Unter versicherbare Risiken fallen alle Risiken, welche lediglich Verlust verursachen, wie z.B. Forderungsausfälle oder Diebstähle. Diese können allerdings durch abgeschlossene Versicherungen die Auswirkungen abfedern oder komplett neutralisieren.[18]

 

Hingegen verbirgt sich das Risiko unter spekulativen Risiken als Verlustgefahr im engeren Sinne und im weiteren Sinne als Chance.[19] Während Risiko als die Verlustmöglichkeit aus unternehmerischem Handel bezeichnet wird, fällt unter den Begriff der Chance die potentielle Möglichkeit von Gewinnen.[20] Bezogen auf ein Unternehmen stellt Risiko im engeren Sinne die Möglichkeit des Eintritts negativer Entwicklungen in der Zukunft dar, welche wiederum negative Abweichungen zu einer Planung gegenüber einem Erwartungswert, also einem gemittelten Referenzwert, verursachen können.[21] Positive Abweichungen zu einem Erwartungswert würden durch eine Chance im weiteren Sinne des Risikobegriffs verstanden werden.[22] Mithilfe der Risikomessung sollen negativen Abweichungen zu einem Erwartungswert identifiziert, überwacht und so gering wie möglich gehalten werden.[23]

 

Betrachtet ein Unternehmen jedoch lediglich die negativen Abweichungen zu einem Erwartungswert, kann sich aus dieser Missachtung der Chancen, worunter auch die Weiterentwicklung eines Unternehmens gesehen wird, ein Risiko herauskristallisieren, indem die Chancen weiterhin ungenutzt bleiben. Aus Risiken können somit Chancen entstehen. Diese sollten von Unternehmen wahrgenommen werden, um nicht zuletzt Potentiale z.B. aus der Erforschung neuer Märkte zu schöpfen und sich dadurch gegenüber der Konkurrenz erfolgreich zu entwickeln und zu behaupten.[24] Daraus resultiert für Unternehmen zur umfassenden Bestimmung des Gesamtrisikos die analoge Einbindung von Chancen.[25]