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Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft, Note: 1,0, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Institut für deutsche Sprache und Literatur), Veranstaltung: Werkstatt Sprache, Sprache: Deutsch, Abstract: Das unsere Sprache kein homogenes Gebilde darstellt, zeigt sich dann, wenn ein Norddeutscher auf Verständigungsschwierigkeiten in Bayern stößt, wenn Senioren die Ausdrucksweise von Jugendlichen als „verroht“ bezeichnen oder ein deutscher Staatsbürger verwundert die Aussprache eines Berichterstatters im Schweizer Fernsehen verfolgt. An diesen wenigen Beispielen wird schnell klar, dass man keineswegs von der Homogenität der deutschen Sprache ausgehen kann, sondern sich unter dem Sammelbegriff „des Deutschen“ viele sprachliche Varianten wiederfinden, mit denen wir im Alltag nicht selten konfrontiert werden. In der Linguistik gebraucht man hierfür Begriffe wie „sprachliche Variation“, „Sprachvariante“ oder „sprachliche Varietät“, wobei sich der letztere Begriff in den neueren Publikationen weitestgehend durchgesetzt hat. Neben der wissenschaftlichen Eröterung und Abgrenzung der genannten Begriffe stellt sich zudem die Frage, ob, und wenn ja, welche Probleme bei dialektsprechenden Kindern in der Schule auftreten können. Zudem ist in der heutigen Didaktik noch nicht klar, wie das Thema „Varietäten“ künftig in den Unterricht integriert werden kann, hierzu sollen die Tendenzen der heutigen Sprachdidaktik aufgezeigt- sowie einige methodische Vorschläge kurz dargelegt werden.
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Veröffentlichungsjahr: 2007
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Pädagogische Hochschule FreiburgInstitut für Deutsche Sprache und Literatur
SS 2004
Seminar: Werkstatt Spracharbeit
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Das unsere Sprache kein homogenes Gebilde darstellt, zeigt sich dann, wenn ein Norddeutscher auf Verständigungsschwierigkeiten in Bayern stößt, wenn Senioren die Ausdrucksweise von Jugendlichen als „verroht“ bezeichnen oder ein deutscher Staatsbürger verwundert die Aussprache eines Berichterstatters im Schweizer Fernsehen verfolgt. An diesen wenigen Beispielen wird schnell klar, dass man keineswegs von der Homogenität der deutschen Sprache ausgehen kann, sondern sich unter dem Sammelbegriff „des Deutschen“ viele sprachliche Varianten wiederfinden, mit denen wir im Alltag nicht selten konfrontiert werden. In der Linguistik gebraucht man hierfür Begriffe wie „sprachliche Variation“, „Sprachvariante“ oder „sprachliche Varietät“, wobei sich der letztere Begriff in den neueren Publikationen weitestgehend durchgesetzt hat.
Im Rahmen des Seminars „Werkstatt Spracharbeit“ haben wir uns neben den Themenbereichen Konjunktion, Sprachliche Höflichkeit, Metaphern, u.a., auch mit den „Varietäten des Deutschen“ beschäftigt. Anhand verschiedener Publikationen versuchten wir zunächst, uns aus der sprachwissenschaftlichen Perspektive heraus einen Zugang zu diesem sehr komplexen Thema zu verschaffen. Neben der Erläuterung der mit diesem Thema in Zusammenhang stehenden Fachtermini, beschäftigten wir uns u.a. mit den verschiedenen Dialekten und Dialektregionen des Deutschen, versuchten dabei auch sprachliche Unterschiede mit Hilfe verschiedener morphosyntaktischer Kategorien zu beschreiben und aufzudecken. In diesem Zusammenhang beschäftigten uns des öfteren auch die sprachlichen Besonderheiten der deutschen Schweiz. Als angehende Lehrer erörterten wir vor dem Hintergrund der dortigen Diglossie-Situation besonders die Probleme, die sich daraus für den Schulunterricht ergeben. Zudem stellten wir Überlegungen dazu an, wie sich künftig der Bereich der sprachlichen Varietäten auch in unserem Deutschunterricht möglichst sinnvoll integrieren lässt. Anhand verschiedener Unterrichtsvorschläge diskutierten wir u.a. den (Un-) Sinn verschiedener Lernmethoden und Arbeitsmittel.
Die vorliegende Arbeit entstand in Anlehnung der im Seminar behandelten Themen. In den ersten Kapiteln wird der Versuch unternommen, die Begriffe Varietät, Standardvarietät und Dialekt zunächst näher zu definieren und voneinander abzugrenzen.
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Die Erläuterung der genannten Termini scheint insofern wichtig, da diese auch in den zu diesem Themenbereich veröffentlichten Publikationen ständig genannt werden. Dabei werden sie von vielen Autoren zwar durchgehend gebraucht, der Versuch, die Begriffe näher zu erläutern, wird jedoch in vielen Fällen nicht unternommen.
Im dem sich anschließenden Kapitel möchte ich die besondere Sprachsituation in der Schweiz näher erläutern. Dies hat unterschiedliche Gründe: Zum einen haben wir auch im Seminar, wie bereits erwähnt, die Schweiz bei unseren Überlegungen immer wieder miteinbezogen, zum anderen habe ich feststellen müssen, dass bei Vielen noch große Unkenntnis über das dortige Verhältnis der Dialekte i. Vgl. zu der Standardvarietät besteht, dies hat eine kleine private (nicht empirische!) Umfrage in meinem näheren Bekanntenkreis deutlich ergeben. Auf die Frage: „Kannst du mir sagen, wie die Nationalsprache in der Schweiz heißt?“, antworteten die meisten (darunter auch einige Kommilitonen): „Schwyzerdütsch - bzw. „Schweizerdeutsch“. Andere wiederum waren verunsichert, schwankten zwischen „Hochdeutsch“ und dem eben genannten. Dieses Desiderat hat mich dazu veranlasst, dieses Kapitel in meine Ausführungen mit einzubeziehen, zumal auch in der Literatur Begriffe wie die „mediale Diglossie“ oder „Dialektwelle“ in der Schweiz zwar öfters erscheinen, die Schweiz als Sprachgemeinschaft insgesamt aber trotzdem in vielen Publikationen zur
