Beschreibung

Erin Hamilton hat klare Zielvorstellungen vor Augen und weiß, wohin ihr Weg gehen wird ... wären da nicht ständig Komplikationen, die ihr das Leben erschweren. Zum einen gibt es da ihre jüngere Schwester, deren überdimensionale Hochzeit jeden vernünftigen Rahmen zu sprengen droht, dann treibt ihre sexuell orientierungslose Mitbewohnerin sie beinahe in den Wahnsinn und Geldsorgen hat Erin auch noch. Zu allem Überfluss muss sie mit dem verantwortungslosen und arroganten Tom Peacock klarkommen, der sie als Kindermädchen für seine vierjährige Tochter engagiert, damit er sich nicht selbst um die Kleine kümmern muss. Der berühmte Footballspieler ist es gewöhnt, seinen Willen durchzusetzen und das zu bekommen, was er haben will. Doch bei Erin beißt er auf Granit, denn sie ist alles andere als beeindruckt von ihm und zeigt dies deutlich. Sie zwingt ihn dazu, Zeit mit seiner süßen Tochter zu verbringen. Ob Tom gegen so viel Weiblichkeit um ihn herum eine Chance hat?

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Beliebtheit


Table of Contents

Title Page

Impressum

Newsletter

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

13. Kapitel

14. Kapitel

15. Kapitel

16. Kapitel

17. Kapitel

18. Kapitel

19. Kapitel

20. Kapitel

Epilog

Leseprobe „Knallharte Schale – zuckersüßer Kerl“ (Band 5)

Die New York Titans-Reihe

Die Ashcroft-Saga

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebesroman

 

 

 

Verbotene Küsse

in der

Halbzeit

 

 

Poppy J. Anderson

 

 

Band 4

 

 

 

 

 

1. Auflage September 2013

 

 

Copyright © 2013 by Poppy J. Anderson

Bildnachweis: © Brocreative / © Preto Perola – shutterstock.com

Catrin Sommer – rauschgold.com

 

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Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin. Personen und Handlung sind frei erfunden, etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Markennamen sowie Warenzeichen, die in diesem Buch verwendet werden, sind Eigentum ihrer rechtmäßigen Eigentümer.

 

 

 

 

 

 

Impressum

 

Poppy J. Anderson

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Georg Simader

Woogstr. 43

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P.S. Verpasst am Ende des Buches nicht die Leseprobe vom nächsten Band!

 

 

 

 

 

1. Kapitel

 

Tom Peacock überließ nur selten etwas dem Zufall. Er war nicht umsonst einer der gefürchtetsten Footballspieler der NFL. Man sagte ihm Kaltblütigkeit nach und hielt ihn für einen schonungslosen Gegner. Eigentlich gefielen Tom diese Meinungen nicht, aber wenn der Eindruck ihm dabei half, seine Gegner einzuschüchtern, wollte er ihn nicht korrigieren. Es war gut, wenn die gegnerischen Teams Respekt vor ihm hatten. Noch besser war es natürlich, wenn sie sich davor fürchteten, gegen ihn zu spielen. Er sah sich selbst eher als einen akribisch planenden Strategen an, der alle Spielzüge taktisch vorbereitete und auch sein Privatleben gerne unter Kontrolle hatte. Er war kein Organisationsfreak, der großartige Pläne machte und Listen anfertigte, aber er mochte es nicht, wenn er nicht frei über sein Leben bestimmen konnte. Deshalb behielt er lieber selbst die Kontrolle.

Manchmal spielte das Leben jedoch nicht mit. Dies traf auch auf den Donnerstagabend zu, an dem er seine Teamkollegen zu Besuch erwartete. Er räumte gerade sein Wohnzimmer auf, schaltete seinen riesigen Flachbildschirm ein und hörte Musik aus den überdimensionalen Boxen, die er für den Preis eines Mittelklasseautos gekauft hatte, während er Snacks auf dem Couchtisch verteilte, als es an der Wohnungstür klingelte.

Seine Freunde sollten erst in einer Stunde kommen. Er hoffte sehr, dass sie nicht früher antanzten, denn nach den anstrengenden Tagen, die hinter ihm lagen, hatte er eine lange, heiße Dusche nötig. Das Superbowlfinale, in dem sie gegen die ChicagoBears gewonnen hatten, war erst einige Wochen her. Seitdem war ein regelrechter Hype um die New York Titans ausgebrochen, der darin gipfelte, dass die meisten Spieler neue Werbepartner bekamen, ständig auf Veranstaltungen eingeladen waren und keine Ruhe fanden.

Tom selbst war in den letzten Tagen wegen seines Werbepartners in Südafrika gewesen, wo er einen Werbespot für eine neue Kollektion von Sportschuhen gedreht hatte. Am liebsten hätte er die kleine Party bei sich abgesagt, da er hundemüde war, doch er hatte seinen Teamkollegen versprochen, für den Tackle Dupree Williams eine Feier zu organisieren, da dessen Vertrag verlängert worden war. Vermutlich kamen sie bald nicht mehr aus dem Feiern heraus. Sein Kapitän und Quarterback Brian Palmer hatte vor zwei Wochen die gemeinsame Teamchefin geheiratet, was nicht nur im Verein, sondern in ganz New York für ein riesiges Spektakel gesorgt hatte. Die beiden hatten sich heimlich während ihres Mexikourlaubs das Ja-Wort gegeben und anschließend eine kurze Pressemitteilung veröffentlicht, die wie eine Bombe eingeschlagen hatte.

Das Team wartete auf eine gigantische Party. Es kam schließlich nicht alle Tage vor, dass ihr Quarterback, der in früheren Zeiten für seine Vorliebe für Models bekannt gewesen war, die leicht exzentrische Teamchefin heiratete. Da Teddy MacLachlan-Palmer ausgeflippt war und ein Faible für die Hippie-Lebensart hatte, war Tom sehr gespannt darauf, wie deren Hochzeitsparty aussehen würde.

Ihr heutiger Ehrengast Dupree wusste noch nichts von seinem Glück, da sie ihn mit der kleinen Party in Toms Wohnung überraschen wollten.

Tom schlurfte durch die Wohnung, um den ersten Gast reinzulassen, und kämpfte gegen seinen Jetlag und gegen die Enttäuschung an, keine heiße Dusche nehmen zu können. In Flugzeugen konnte er einfach nicht schlafen, nicht einmal in der Firstclass.

Als er die Eingangstür öffnete, stand er einer jungen Frau mit strenger Frisur, dunkler Hornbrille und einem marineblauen Regenmantel gegenüber. Seufzend schüttelte er den Kopf. Sein Teamkollege Blake O’Neill hatte scherzhaft angekündigt, dass er für Dupree eine Stripperin engagieren wolle, aber Tom hatte nicht damit gerechnet, dass der Runningback das ernst meinen könnte. Jetzt musste er erkennen, dass Blake nicht gespaßt hatte, sondern tatsächlich eine Stripperin bestellt hatte, die auch noch viel zu früh dran war. Blake hatte es sicherlich aus purem Egoismus getan, da Dupree mit einer Frau, die sich für Geld auszog, nichts würde anfangen können, während Blake die Show genießen könnte.

Dupree verhielt sich zwar wie ein knallharter Footballspieler, aber im Grunde war der massive Tackle mit dem schwarzen Irokesenschnitt und den Glitzersteinen an den Zähnen ein butterweicher Junge, der rot wurde, wenn ihn eine Frau ansah. Das Team hatte sich gegen Dupree verschworen und sich vorgenommen, ihm eine Frau zu besorgen, denn alle vermuteten, dass er noch Jungfrau war.

Als Tom der nüchtern wirkenden Frau vor seiner Tür einen Blick schenkte, zweifelte er ernsthaft an Blakes Urteilsvermögen. Die Kleine war sicher nicht Duprees Typ, obwohl Tom nicht einmal wusste, was Duprees Typ war.

„Mr. Peacock? Die Agentur schickt mich.“

Er nickte und packte sie am Ärmel, um sie schnell in die Wohnung zu bugsieren. Ihr erschrockenes Keuchen ignorierte er und schloss eilig die Tür, bevor sich seine Kollegen dazu entschlossen, ebenfalls früher zu kommen, und sie womöglich entdeckten.

„Sie sind zu früh dran! Die Hauptperson ist nicht einmal da.“

Verwirrt blinzelten hellgrüne Augen hinter dieser abscheulichen Brille, die den Modellen ähnelte, die die Streber und Freaks auf Toms Highschool getragen hatten: „Nun, das war doch Sinn und Zweck dieses Treffens. Schließlich müssen wir uns erst einmal kennenlernen und die Einzelheiten besprechen.“

Tom runzelte die Stirn und sah auf das Persönchen hinab, dessen hellrote Haare zu einem straff gekämmten Dutt gebunden waren. Die Bibliothekarin-Masche kannte er selbst und hatte sie in diversen Stripclubs gesehen. Wenn die Kleine erst einmal die Brille weggeworfen hätte, das Haar aus dem Knoten befreit und ihren Mantel aufgerissen hätte, wäre sie sicher eine Granate, entschied er zufrieden. Hinter der grotesken Brille verbarg sich ein vielversprechendes Gesicht. Er hoffte, dass sich unter dem unscheinbaren Mantel ebenfalls etwas Vielversprechendes verbarg.

„Wir müssen nicht viel besprechen. Machen Sie einfach das, was Sie immer tun.“

„Wie bitte?“

Ihr zweifelndes Gesicht ließ ihn eilig nachdenken. „Sind Sie auf etwas spezialisiert?“

„Wenn Sie medizinische Betreuung meinen ...“

„Nein“, eilig schüttelte er den Kopf. „Das wäre doch zu viel für den Anfang! Wir sollten langsam beginnen.“

„Eine gute Idee, schließlich kennen wir uns noch nicht. Anfangs sollte man erst einmal Vertrauen aufbauen, bevor man irgendwann auch diesen Bereich betreten kann.“

Hilfe! Dachte sie etwa, dass aus diesem Engagement eine Dauereinrichtung werden sollte? Was hatte Blake bloß mit ihr vereinbart?

„Äh, ja ... was gehört zu Ihrem Repertoire?“

„Zu meinem Repertoire?“ Sie sah ihn einigermaßen verwirrt an.

Tom runzelte die Stirn. „Sie wissen schon: Handschellen ...?“

Ihr Mund öffnete sich und sie entgegnete empört: „Mr. Peacock, ich weiß ja nicht, was Sie in der Agentur gehört haben wollen, aber diese Methode wende ich nicht an!“

„Schon gut, schon gut“, ungeduldig spähte er zu der Designer-Uhr, die an der Wand links von ihm hing. „Ich bin sicher, Sie wissen, was Sie tun.“

Sie nickte und hatte knallrote Wangen bekommen, die perfekt zu ihrem rötlichen Haar passten. „Ich arbeite nicht mit autoritärem Verhalten.“

Für eine Stripperin redete sie ziemlich geschwollen. Tom schnitt eine Grimasse: „Sie sollen auch nicht als Domina arbeiten.“

„Bitte?“

„Wir wollen Spaß haben“, erklärte er. „Sie müssen niemanden bestrafen.“

Zögernd hob sie eine Hand und legte den Kopf schief: „Darüber sollten wir ausführlicher sprechen. Vielleicht wird eine Strafe nötig sein. Was wäre Ihnen genehm?“

Er zuckte ratlos mit der Schulter. Sie sah nicht wie jemand aus, der gerne die Peitsche schwang. Blake fände das vielleicht lustig, aber ihm wurde mulmig zumute, wenn er an den unerfahrenen Dupree dachte, der mit einer strippenden Domina konfrontiert werden sollte, die ihn bestrafen würde: „Das mit der Strafe ist keine gute Idee.“

„Ich verstehe Sie. Es soll natürlich keine körperliche Strafe sein.“

„Sondern?“ Interessiert verschränkte er die Arme vor der Brust.

Nachdenklich legte sie die Stirn in Falten und tippte sich mit einem Zeigefinger an die Unterlippe. Dabei fielen Tom die rosa lackierten Fingernägel auf. Normalerweise schminkten sich Frauen, die sich für Geld auszogen und an der Stange tanzten, deutlich auffälliger. Generell müsste sich die Kleine vor ihrem großen Auftritt noch zurechtmachen, denn sie hatte kaum Makeup aufgelegt und wirkte eher wie eine brave Studentin, die auf dem Weg zu ihrem Professor war.

„Ich denke an eine mentale Auseinandersetzung bei Fehlverhalten.“

Himmel! Sollte Dupree wie ein Hund auf dem Boden herumkriechen und ihre Schuhe lecken, während sie ihn beschimpfte? Er wusste nicht aus eigener Erfahrung, was Dominas taten, denn es törnte ihn überhaupt nicht an, von seiner Bettpartnerin angebrüllt und beleidigt zu werden. Er mochte es lieber, wenn sie unter ihm stöhnten und ihn anbettelten, weil sie nicht genug kriegen konnten. Dennoch hörte er so einiges über Peitschen schwingende Herrinnen, schließlich trieben sich manche seiner Teamkollegen an den verrücktesten Plätzen herum.

„Wissen Sie was? Ich hielte es für besser, wenn wir uns einfach auf das Wesentliche konzentrieren.“

Sollte sich Blake doch damit rumschlagen, überlegte Tom wütend.

Sie nickte zustimmend. „Wann lerne ich sie denn kennen, wenn ich fragen darf?“

„Sie?“ Er sah sie erschrocken an. „Hier liegt ein Missverständnis vor. Sie ist ein er. Keine lesbischen Nummern – es sei denn, Sie tanzen mit einer Kollegin an.“

„Entschuldigen Sie!“

Als es wieder klingelte, ignorierte er ihren verwirrten Gesichtsausdruck und ihren empörten Ausruf, schob sie wenig rücksichtsvoll in den Flur und öffnete die Tür zu seinem Schlafzimmer. „Mist! Warten Sie hier!“

Sie protestierte und legte die rechte Hand auf seinen Arm, um ihn wegzudrücken. „Mr. Peacock!“

„Sag’ ruhig Tom“, er verdrehte die Augen. Schön und gut, sie spielte vielleicht eine Rolle, während sie strippte, aber das hieß doch nicht, dass sie sich die ganze Zeit wie eine Bibliothekarin benehmen musste. Die Show hatte nicht einmal angefangen!

„Das ist keine gute Idee“, widersprach sie erregt und sah ihn mit funkelnden Augen an, „unser Verhältnis sollte rein professioneller Natur sein.“

Tom machte Licht an und sah sie heftig erröten, als sie sein Bett – einen riesigen Futon mit unordentlicher Bettdecke – bemerkte. Bevor sie zu einem Protestgebrüll ansetzen konnte, stöhnte er ärgerlich auf: „Süße! Du wirst uns gleich deine nackten Titten zeigen. Jetzt stell dich nicht so an.“

Ehe er es sich versah, hatte sie ihm eine schallende Ohrfeige verpasst.

„Was soll das!“

Aufgebracht stemmte sie beide Hände in die Hüften und schenkte ihm einen mörderischen Blick, der ihn an seine alte Schuldirektorin erinnerte. „Halten Sie mich etwa für eine Stripperin?“

Langsam schlich sich die Erkenntnis in sein Gehirn, dass er etwas falsch gemacht hatte.

„Sagen Sie schon!“

„Scheiße ... sind Sie etwa nicht fürs Strippen da?“ Unsicher ließ er sie los und trat einen Schritt zurück.

Geradezu königlich hob sie das Kinn. „Nein, das bin ich nicht.“ Sie holte Luft und zischte: „Ich sollte das neue Kindermädchen Ihrer Tochter werden.“

 

 

 

 

Mit richtig schlechter Laune schloss Erin Hamilton die Tür ihrer Wohnung auf und fluchte laut, als sie zu allem Überfluss über die Tasche ihrer Mitbewohnerin stolperte und sich das Schienbein stieß.

„Verdammt, Jess!“ Wütend trat sie mit ihren Ballerinas nach der schweren Sporttasche, die nachlässig mitten im kleinen Flur ihrer Wohnung lag, und knallte die Wohnungstür hinter sich zu. Anscheinend schien der Krach, den sie dabei veranstaltete, ihrer Freundin nichts auszumachen, denn außer dem lauten Bass, der hinter der geschlossenen Zimmertür links von ihr dröhnte, konnte Erin nichts hören.

Frustriert ließ sie ihre Schlüssel auf die Kommode fallen, hängte ihre beigefarbene Lederhandtasche an die Garderobe und schälte sich aus ihrem Mantel. Der Tag war lang, anstrengend und zu allem Überfluss eine absolute Katastrophe gewesen. Für heute wollte es Erin gut sein lassen, etwas essen, ein heißes Bad nehmen und sich dann ins Bett legen. Außerdem konnte sie es nicht erwarten, in ihren bequemen Pyjama zu schlüpfen.

Zwischendurch erklang Gekicher aus Jess’ Zimmer. Erin betete darum, dass nicht wieder irgendein fremder Mann nackt durch die Wohnung hüpfte, um sich eine Flasche Wasser zu holen oder auf der Suche nach etwas Essbarem war. Erst in der letzten Woche war Erin nachts ins Bad getaumelt und hatte angenommen, dass sie allein in der Wohnung war, um dann erschrocken festzustellen, dass irgendein Fremder über die Toilette gebeugt dastand und im Adamskostüm in aller Seelenruhe pinkelte. Noch im Halbschlaf hatte Erin beinahe einen Herzinfarkt bekommen und einen Schrei ausgestoßen. Der Typ hatte mit keiner Wimper gezuckt, sondern die Dreistigkeit besessen, sie zu fragen, ob sie nicht alle drei ein bisschen Spaß haben wollten. Wütend hatte sie ihn vor die Tür gesetzt und sich furchtbar mit Jess gezofft.

Heute konnte sie solch eine Auseinandersetzung nicht gebrauchen. Sie war fix und fertig und wollte sich am liebsten die Bettdecke über den Kopf ziehen. Erin stieß ein Stoßgebet aus und hoffte, dass Jess sie heute in Ruhe lassen würde. Da es ein Donnerstag war, hatte sie sicher ganz gute Karten, denn morgen hatte Jess gleich zwei Aufführungen und konnte es sich daher nicht leisten, heute auf den Putz zu hauen.

In den letzten zwei Jahren, in denen sie mit Jess zusammengelebt hatte, hätte sich Erin längst an deren Sexualleben gewöhnen müssen. Es fiel ihr jedoch schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn sich Zusammenstöße mit nackten Männern häuften. Jess war Tänzerin und hatte ihrer Mitbewohnerin schon mehrmals erklärt, dass Broadway-Darsteller ihren Jobfrust mit Sex abreagierten. Wenn das stimmte, musste Jess sehr frustriert sein.

Erin schlüpfte aus ihren Schuhen und öffnete den strengen Knoten in ihrem Haar, als ihr Handy klingelte. Seufzend griff sie nach ihrer Tasche und fischte das Telefon heraus. Der Klingelton hatte ihr bereits verraten, dass es ihre Mom war. Einen Augenblick sah sie auf das Display und überlegte, ob sie den Anruf nicht einfach wegdrücken sollte, doch sie fügte sich dem Unvermeidbaren. Sie liebte ihre Mom, aber manchmal nahm deren Fürsorge Überhand.

„Hi, Mom.“

„Hallo, mein Schatz“, erklang die fröhliche Stimme ihrer Mutter. „Wie war es?“

„Mhh“, Erin schluckte eine bissige Antwort hinunter und betrat die Küche, in der sie Licht machte und mit Wut sah, dass Jess nicht aufgeräumt hatte, obwohl sie dran gewesen wäre. In der Spüle stand die Auflaufform, in der die Lasagne des Vortages hoffnungsvoll vertrocknet war, und auch sonst herrschte Chaos. Tief durchatmend öffnete sie den Kühlschrank und nahm sich einen Joghurt raus.

„Also? Hattest du dein hübsches Blusenkleid mit dem Spitzenkragen an?“

„Ja, Mom.“ Erin strich sich über den zarten Baumwollstoff ihres taillierten Kleides in Melonengelb und hätte viel lieber bequeme Jogginghosen getragen. Zwar liebte sie adrette Kleider, aber der Aufwand, den eine anständige Garderobe erforderte, überstieg ihre Toleranzgrenze in puncto Geduld. Da sie jedoch die Tochter ihrer Mutter war, die nach dem Prinzip Kleider machen Leute lebte, kleidete sie sich sorgfältig, wenn sie zur Arbeit ging, und machte besonders bei Vorstellungsgesprächen ein großes Aufheben um ihr Äußeres. Leider hatte das heute nicht viel gebracht.

Aus der obersten Schublade fischte sie einen Löffel und setzte sich anschließend auf einen Stuhl. Ihre Füße taten schrecklich weh. Das kam davon, wenn man den langen Weg von Queens nach Manhattan und zurück auf Ballerinas machte, die kaum eine Sohle besaßen. Netterweise hatte sie die ganze Zeit in der U-Bahn stehen müssen.

„Muss ich dir jedes Wort aus der Nase ziehen, Erin?“

„Nein, Mom.“ Unter Schwierigkeiten hielt sie den Hörer zwischen Ohr und Schulter fest, während sie den Deckel abriss und den Löffel im Fruchtjoghurt versenkte. „Es war ein absoluter Flop.“

„Flop?“ Ihre Mutter klang ungläubig. „Warum das denn?“

Weil der Typ ein absolutes Arschloch ist. „Mhh“, sie schluckte den ersten Löffel hinunter, „wir kamen nicht miteinander klar.“

„Du kamst mit dem Kind nicht klar? Das kann ich mir nicht vorstellen. Kinder sind völlig verrückt nach dir!“

Erin leckte sich etwas Joghurt von der Unterlippe: „Das Kind habe ich gar nicht kennengelernt.“

„Ach!“

Erin fühlte sich bemüßigt, zu erklären: „Es war eine chaotische Situation, Mom. Der Vater ist alleinerziehend und scheint nicht von der verantwortungsvollen Art zu sein ...“

„Das kannst du nicht nach einem einzigen Treffen sagen.“

„Doch das kann ich“, widersprach Erin. „Mittlerweile habe ich Erfahrung darin, die Eltern einzuschätzen.“

Leider war dies nur allzu wahr. Seit zwei Jahren verdiente sie ihre Brötchen als Kindermädchen und hatte meistens großen Spaß an diesem Job, da Kinder im Vorschulalter sehr süß sein konnten. Erst einmal war sie an einen regelrechten Satansbraten geraten, der sie zur Verzweiflung gebracht hatte. Glücklicherweise hatte sie nach drei Wochen zu einer anderen Stelle wechseln können, die sie beinahe ein ganzes Jahr behalten hatte. Anschließend war sie zu einem kleinen Jungen gekommen, dessen Eltern jedoch wenig Wert auf ihren Sohn und dafür umso mehr Wert auf ihr soziales Leben gelegt hatten. Die verantwortungslosen Eltern waren Erin ein Dorn im Auge gewesen. Plötzlich war Erin der Mutter ein Dorn im Auge gewesen, da sie ihr und dem Familienvater eine Affäre unterstellte. Seitdem befand sich Erin auf Jobsuche und musste mit gelegentlichen Nebenjobs ihre Miete bezahlen, was weder verlockend noch besonders profitabel war.

Ihre Mom seufzte in den Hörer und unterbrach ihre Gedankengänge. „Hast du mir nicht noch heute Morgen erzählt, dass das Gehalt sehr gut sei?“

„Ja“, knirschte sie mit den Zähnen.

„Also?“

Erin verdrehte die Augen und lehnte sich zurück. „Die Chemie passte einfach nicht.“

„Und das bedeutet?“

„Es bedeutet, dass wir uns nicht sympathisch waren.“ Sie versenkte den Löffel im Becher und schob diesen von sich.

„Aber ... “

Ein wenig genervt verdrehte Erin die Augen und unterbrach rasch ihre Mutter. „Ich habe es einfach satt, Mom.“

„Ich dachte, du machst den Job gerne!“

„Ja, die Arbeit mit den Kindern macht mir Spaß, aber ich habe einfach keine Lust mehr, mich mit den Eltern der Kinder rumzuschlagen.“

„Erin“, ihre Mom klang streng. „Was ist denn passiert?“

„Nichts ... es war ein unnützes Vorstellungsgespräch mit einem arroganten Vater. Nichts Besonderes. Jetzt muss ich morgen mit der Agentur reden und hoffen, dass ich bald ein neues Angebot bekomme. Ansonsten muss ich wieder kellnern.“

„Mhh ... ich habe mit Dad geredet. Wegen deiner momentanen Jobflaute.“

„Mom! Nein“, Erin biss die Zähne zusammen.

„Hör erst einmal zu, Schatz. Deinen Vater und mich belasten deine Probleme, deshalb haben wir uns überlegt, ob du nicht wirklich darüber nachdenken solltest, dein Studium an einer staatlichen Uni zu beenden und wieder zu uns zu ziehen.“

Erin schloss die Augen und legte den Kopf in den Nacken. In den vergangenen zwei Jahren hatten sie diese Diskussion bestimmt schon dutzendmal geführt. Jedes Mal lief es darauf hinaus, dass ihre Eltern sie davon überzeugen wollten, an der hiesigen Uni zu studieren und in ihr altes Kinderzimmer zu ziehen. Erin war von der Vorstellung wenig begeistert, konnte dem aufgeregten Redefluss ihrer Mutter jedoch nichts entgegensetzen.

„Mom ...“

„Die Studiengebühren können wir auftreiben ...“

„Die Studiengebühren für eine staatliche Uni könnte ich selbst bezahlen, Mom. Darum geht es nicht.“

„Aber ...“

„Mom“, erwiderte Erin mit fester Stimme und versuchte verzweifelt, ihre aufkeimende Ungeduld zu zügeln: „Ich war in Harvard und dann in Stanford. Mir fehlt ein Jahr, um dort meinen Abschluss zu machen. Ich verschenke keinen Abschluss einer der besten Universitäten, um an einer mittelmäßigen Uni Geld zu sparen.“

Da ihr der Appetit vergangen war, warf sie den Joghurt in den Abfall und verließ die Küche.

„Okay“, ihre Mutter schwieg einen Augenblick und erklärte dann nachgebend: „Wenn die Hochzeit erst einmal vorbei ist, können Dad und ich dir etwas Geld dazugeben, damit du wenigstens nicht kellnern musst, um deine Miete zu bezahlen.“

„Das müsst ihr nicht. Ich bekomme das allein hin.“ Sie machte in ihrem Zimmer das Licht an und lehnte sich erschöpft gegen den Türrahmen. Ihre Finanzen waren ihre Angelegenheit und sie wollte einfach nicht, dass sich eine andere Person – selbst ihre Eltern – darum kümmern musste. Sie war immerhin erwachsen und sollte in der Lage sein, sich selbst damit auseinanderzusetzen und Verantwortung zu zeigen.

„Erin, du hast zwei Jahre verschenkt. Außerdem hast du genug mitgemacht ...“

„Ja, ich weiß“, mit einer Hand knöpfte sie sich das Kleid auf und legte den Kopf schief, „trotzdem will ich nicht, dass Dad und du wegen mir Schulden macht.“

„Aber ...“

„Nein“, sie schluckte schwer und schlüpfte aus dem Kleid. „Ich regle das allein, Mom.“

Schlagartig fiel ihr auf, dass die Vorhänge nicht zugezogen waren, also sprang sie förmlich ans Fenster und ließ die Jalousien hinunter. Ihr Nachbar hatte zu viel Freizeit und spielte gerne den Spanner. Da er ein alter Mann war, ignorierten die meisten ihn, aber Erin hatte kein gutes Gefühl dabei, dass ein Rentner mit Halbglatze und fehlendem Gebiss von seinem Schaukelstuhl auf seiner Veranda aus mit einem Fernglas sie dabei beobachtete, wie sie ihre Unterwäsche wechselte. Anscheinend hatte er Jess sogar schon beim Sex beobachtet, da er einige Zeit sexuelle Anspielungen über den Hinterhof gebrüllt hatte. Die Details, die dabei ans Licht gekommen waren, hatten Erin erröten lassen, während Jess es nicht störend fand, dass nun die ganze Nachbarschaft wusste, dass sie auf Rollenspiele stand.

„Ihr habt eure eigenen Probleme ...“

„Die Firma läuft wieder ganz gut, Erin.“

Jedenfalls würde es ihren Eltern finanziell besser gehen, wenn sie nicht die teure Hochzeit ihrer jüngsten Tochter bezahlen müssten, schoss es Erin durch den Kopf. Sie konnte und wollte einfach nicht verstehen, weshalb sich ihre Schwester so egoistisch zeigte und nicht mit der Wimper zuckte, dass sich ihr Vater verschuldete, damit sie auf ihrer Hochzeit Rinderfilet anstatt Hühnchen servieren konnte. Ihr Dad besaß seit zwei Jahrzehnten einen Autohandel, der wegen der Wirtschaftskrise kurz vor dem Konkurs gestanden hatte. Nur mit Mühe und Not war ihm das erspart geblieben. Doch Holly nahm keine Rücksicht, sondern träumte von einer Märchenhochzeit, die natürlich ihre Eltern bezahlen sollten, schließlich verdiente sie als Verkäuferin in einer Modeboutique sehr wenig. Ihr Verlobter Corey war gerade erst aus der Army ausgeschieden und befand sich noch auf Jobsuche – Erin glaubte nicht, dass er besonders gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt hatte, denn Corey war nicht die hellste Kerze am Baum, wie ihr Dad seufzend gestand.

„Hör zu, Mom“, Erin blickte zu Jess, die in ihrer Tür stand und sich dehnte. „Lass uns ein anderes Mal darüber reden. Ich bin müde und gehe jetzt zu Bett.“

„Aber wir müssen noch über die Hochzeit reden!“

„Hat das nicht bis morgen Zeit?“

„Von mir aus“, schmollte ihre Mom. „Dann musst du aber vorbeikommen, damit wir über die Blumenarrangements und die Sitzordnung sprechen können. Außerdem ...“

„Moment, Mom! Ist das nicht Hollys Aufgabe?“

„Du bist die erste Brautjungfer und ...“

„Ja, ja ... ich weiß.“ Resigniert seufzte sie und verabredete mit ihrer Mom, dass sie in den nächsten Tagen vorbeischauen wollte, um diese lebenswichtigen Dinge in aller Ruhe besprechen zu können. Als sie endlich aufgelegt hatte, schloss Erin für einige Sekunden die Augen, wurde jedoch von Jess wieder in die Wirklichkeit zurückgeholt.

„Schon wieder zurück?“ Jess gähnte ausgiebig und warf sich anschließend auf Erins Bett. „Ich dachte eigentlich, dass du länger unterwegs wärst.“

„Das hatte ich auch gedacht“, Erin lief zu ihrem Kleiderschrank und zog eine abgeschnittene Jogginghose heraus, in die sie schlüpfte.

„Also?“

Über der Schulter begegnete ihr der fragende Blick ihrer Freundin. Jess lehnte bequem gegen das Bettgestell und schlang sich ihr schwarzes Haar zu einem Knoten. Genauso wie Erin trug sie bequeme Jogginghosen, hatte dazu jedoch ein Sweatshirt gewählt, während Erin in ein T-Shirt schlüpfte.

„Hatten wir nicht vereinbart, dass du mit dem Küchendienst dran bist?“

Jess stöhnte genervt auf: „Du hörst dich wie meine Mutter an!“ Gekonnt rollte sie die Augen und fragte mitfühlend: „Hat es wieder nicht geklappt?“

„Woher weißt du das?“

„Süße, du hast eine ätzende Laune und benimmst dich wie ein Hausdrachen. Wenn du den Job bekommen hättest, wärst du ganz sicher besser drauf.“

Da Jess Recht hatte, sagte Erin nichts zu dem Vergleich mit einem Hausdrachen. „Ich bin frustriert.“ Seufzend setzte sie sich in ihren Sessel und zog die Beine an den Körper. „Bis vor drei Monaten hatte ich einen tollen Job und habe gute Arbeit geleistet. Warum will mich niemand mehr einstellen?“

„Weil du zu hübsch bist“, Jess verschränkte die Knöchel übereinander und zuckte gekonnt mit der Schulter: „Ein Jahr lang warst du bei einer alleinerziehenden Mutter eingestellt, aber Ehefrauen wollen dich nicht in der Nähe ihrer Männer sehen.“

„Ich bin Kindermädchen“, empörte sich Erin: „Ich verbringe die Zeit mit den Kindern, nicht mit den Ehemännern, Jess.“

„Jude Law, Ethan Hawke und Arnold Schwarzenegger.“

„Was soll mit denen sein?“, Erin stieß einen Seufzer aus, denn Jess besetzte ihr Bett und schien keine Anstalten zu machen, bald wieder abzuhauen.

„Sie alle haben ihre Ehefrauen mit den Kindermädchen betrogen – das heißt, bei Arnold war es die Haushälterin.“ Jess zog eine schwarze Augenbraue in die Höhe. „Was sagst du dazu?“

„Ich sage dazu, dass du zu viel Zeit mit Klatschblättern verbringst.“

„Keine Ehefrau will dich in der Nähe ihres Mannes haben, Baby, trotz deiner spießigen Klamotten ...“

„Du spinnst!“ Erin schnitt eine Grimasse: „Außerdem ist meine Kleidung nicht spießig, sondern konservativ.“

„Deine Mom trägt heißere Sachen als du.“

Mit einem angewiderten Ächzen lehnte Erin den Kopf zurück: „Meine Mom bildet sich ein, dass mein Dad andere Frauen attraktiv findet. Deshalb quetscht sie sich in unmögliche Kleider und kauft Schuhe mit Plateauabsätzen.“ Das Kichern ihrer Freundin erwiderte sie mit einem finsteren Blick: „Das ist nicht lustig! Letzte Woche hätte sie sich beinahe den Knöchel gebrochen, als sie stolperte. Eine Frau in den Fünfzigern und mit einer solchen Figur sollte die Finger von Stretch lassen.“

Jess grinste zufrieden. „Sie ist scharf ...“

„Sie ist zu mollig für Minikleider und hautenge Leggins.“

„Das kommt gut an. Lass sie doch zeigen, was sie hat.“

Zwar sagte Erin nichts mehr, aber innerlich schüttelte sie den Kopf. Anscheinend neigten die Frauen in ihrer Familie zu Übergewicht, sobald sie die magische Marke von dreißig Jahren überschritten hatten. Mit ihren siebenundzwanzig war Erin nicht mehr weit entfernt davon, ebenfalls auseinander zu gehen, und achtete penibel darauf, was sie aß. Als Teenager war sie kurze Zeit ziemlich mollig gewesen und konnte sich allzu gut daran erinnern, wie sie ständig gehänselt worden war. Das hatte ihr damals zugesetzt und sie hatte sich geschworen, sich nie wieder unwohl in dem eigenen Körper fühlen zu wollen. Strenge Essregeln, viel Disziplin und ein Sportprogramm hatten sie schließlich abnehmen lassen.

Jess riss sie aus ihren Gedanken heraus, indem sie im ernsten Tonfall erklärte: „Du brauchst mal wieder Sex.“

„Jess!“

„Jetzt sei nicht so schockiert. Deine Anspannung wäre im Nu weg, glaub mir.“

„Ich brauche keinen Sex!“

„Sei nicht albern“, Jess sah sie an, als wäre Erin übergeschnappt und gehöre in die Klapsmühle: „Soll ich Chase anrufen?“

„Chase?“ Erin schüttelte verwirrt den Kopf.

„Ja, Chase“, ungeduldig setzte sich Jess auf. „Der hat morgen frei.“

„Wozu solltest du Chase anrufen?“

„Damit er herkommt und mit dir Sex hat“, erwiderte Jess völlig unkompliziert.

„Hast du den Verstand verloren?!“

„Scheiße, bist du prüde, Erin. Chase ist Single, sieht nett aus und ist gut bestückt.“ Jess grinste breit: „Seine Ausdauer ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Oral hat er zwar nicht viel drauf, aber ...“

„Jess“, stöhnte Erin laut auf und kniff die Augen zu: „Ich schwöre dir, wenn du ihn anrufst, bringe ich dich um!“

„Tja, dann musst du es wohl selbst in die Hand nehmen.“

„Jess!“ Sie ließ einen kleinen Schrei hören: „Ich brauche keinen Sex, ich brauche einen Job! Wenn es so weiter geht, bin ich total pleite und weiß nicht einmal, wie ich meine Miete bezahlen soll! Mein Studium werde ich dann endgültig abschreiben können!“

Bisher hatte sie es vermieden, sich die Konsequenzen vor Augen zu führen, aber der Gedanke an ihre unsichere Zukunft verursachte enorme Angstzustände.

„Okay“, Jess rückte Erins Kissen hinter ihrem Kopf zurecht. „Was war denn falsch an der heutigen Stelle? Eine eifersüchtige Ehefrau?“

„Nein“, unsicher fingerte sie am Ärmel ihres Shirts herum. Wenn sie Jess erzählte, dass ihr potentieller Arbeitgeber sie für eine Stripperin gehalten hatte, würde ihre Freundin nicht verstehen, warum sie dem Job eine Absage erteilt hatte. Für Jess schien eine solche Verwechslung ein Kompliment zu sein.

„Schieß los! Irgendetwas muss doch passiert sein.“

„Ich will nicht drüber reden ...“

„Aha!“

Erin runzelte finster die Stirn: „Du fängst wirklich an, mir tierisch auf die Nerven zu gehen, Jess.“

„Mein Training war beschissen, also brauche ich etwas Ablenkung“, keineswegs eingeschüchtert oder betrübt grinste Jess immer noch.

Weil Jess nicht eher Ruhe geben würde, bis Erin ihr jedes peinliche Detail ihres Vorstellungsgesprächs erzählt hätte, berichtete sie genervt von der Konfrontation mit dem aufdringlichen Vater. Anders als erwartet lachte Jess jedoch nicht, sondern fragte voller Ehrfurcht: „Tom Peacock? Der Footballspieler? Du warst in Tom Peacocks Wohnung?“

Da sich Erin nicht für Football interessierte, zuckte sie mit der Schulter: „Was ist so besonders an ihm? Im Dossier stand zwar, dass der Vater Sportler ist ...“

„Willst du mich verarschen?“ Sie seufzte entzückt auf. „Tom Peacock ist eine Legende! Ein großartiger Cornerback ...“

„Cornerback?“, unterbrach Erin sie ahnungslos.

„Ja“, nun war es an Jess, genervt aufzustöhnen: „Das sind Verteidiger beim Football, die gegnerische Wide Receiver decken. Tom Peacock ist vermutlich der beste Cornerback der letzten zwanzig Jahre, Erin! Der Mann ist phantastisch!“

Erin hielt ihn weder für großartig noch für phantastisch. Ihrer Meinung nach war er ein überheblicher Macho mit zu viel Selbstbewusstsein.

„Sieht er in natura genauso gut aus wie im Fernsehen?“, fragte Jess mit schwärmender Stimme. „Oh Mann, in seiner Gegenwart bekäme ich sicher ein feuchtes Höschen.“

„Sag mal, musst du so reden?“

„Na klar“, ohne Reue grinste Jess frech. „Wenn du wüsstest, wie scharf mich muskulöse Sportler machen, würdest du nicht fragen! Ich habe die Tänzer mit ihren drahtigen Körpern langsam satt und würde mich lieber an einen richtigen Mann schmiegen ...“

„Carlos war Bodybuilder“, spielte Erin auf einen Verflossenen ihrer Freundin an.

„Ja, außerdem schluckte er Anabolika und bekam davon einen winzigen Schwanz. Also zurück zu Tom Peacock ...“

„Ich will nicht mehr drüber reden.“

„Du verdirbst einem auch jeden Spaß! Findest du nicht auch, dass er wie eine Mischung aus Paul Walker und Matthew McConaughey aussieht? Natürlich deren jüngere Versionen.“

Erin bemerkte einen stechenden Schmerz hinter ihrer Stirn und rieb sich die Nasenwurzel. „Jess ... ich bin müde.“

„Schon gut“, die feixende Jess schwang sich aus dem Bett und marschierte belustigt aus dem Zimmer, um kurz im Türrahmen stehen zu bleiben und sich umzudrehen. „Falls ich doch noch Chase anrufen soll ... ?“

„Raus mit dir!“ Unbeherrscht warf Erin ein Kissen nach Jess und hörte deren wieherndes Lachen.

 

 

 

„Hör zu, Elaine. Das ist nicht meine Schuld!“

„Wie soll es nicht deine Schuld sein?! Weißt du eigentlich, wie schwer es war, eine vernünftige Betreuung auf die Schnelle zu finden? Tom, was ist bloß in dich gefahren?!“

Tom massierte sich seine schmerzende Stirn und warf einen Blick in sein Wohnzimmer, in dem einige seiner Teamkollegen grölten und Bierchen zischten. Anstatt sich ihnen anzuschließen, telefonierte er sich die Finger wund und ignorierte seine schmerzende Wange.

Elaine Gordon, seine knallharte Agentin, machte ihm seit geschlagenen fünf Minuten die Hölle heiß, weil er seine Mails nicht gelesen, wieder einmal seinen Terminplan nicht gecheckt und ein potentielles Kindermädchen vergrault hatte.

„Ich hatte keine Ahnung, dass Zoey zu mir kommt. Die Kleine hat mich noch nie besucht!“

„Natürlich hat sie dich noch nie besucht“, schimpfte seine Agentin zurück, „deine Tochter ist erst vier Jahre alt und war bisher viel zu klein, um zu dir nach New York zu fliegen.“

Stöhnend lehnte sich Tom gegen einen Küchenschrank: „Elaine, bei aller Liebe, aber ich habe momentan so viel zu tun. Können wir Zoeys Besuch nicht etwas verschieben? Damit ich mehr Zeit für sie habe.“

Plötzlich klang seine Agentin genau wie seine Mutter. „Du sagst seit vier Jahren, dass du momentan so viel zu tun hast. Zoey ist deine Tochter, also übernimm endlich etwas Verantwortung für sie. Du hast bei ihrer Geburt eine Vereinbarung unterschrieben, die nicht nur Alimente betraf, sondern auch die Besuchszeiten regelte. Bisher haben sich deine Besuche auf ein Minimum beschränkt, Tom, doch du hast dich damals dazu bereit erklärt, sie ab ihrem vierten Lebensjahr für einige Wochen während des Sommers zu dir zu nehmen.“

„Ja ... okay.“ Tom blickte auf den Küchenboden. „Aber ...“

„Kein aber!“

„Aber“, fügte er gereizt hinzu: „Ich habe keine Ahnung, was ich mit ihr anstellen soll, Elaine. Über vierjährige Mädchen weiß ich überhaupt nichts.“

„Deshalb hatte ich eine Agentur eingeschaltet, die auf die Schnelle ein großartiges Kindermädchen aufgetrieben hat, das du mit einer Prostituierten verwechseln musstest und ...“

„Mit einer Stripperin“, entgegnete Tom sofort.

„Darum geht es nicht! Nicht alles auf der Welt dreht sich um Tom Peacock, verstanden?“

„Mhh.“ Er rieb über seine Jeans und warf seinem Teamkollegen Blake O’Neill, der die Küche betrat und ihn fragend ansah, einen gequälten Blick zu.

„Alles klar, Tomcat?“

Er verdrehte die Augen. Blake zuckte mit der Schulter und schob sich an seinem Kumpel vorbei, um aus dem Kühlschrank ein neues Sixpack zu holen. Der Runningback war vor zwei Tagen selbst erst aus dem Urlaub zurückgekommen und wies im Nacken einen hübschen Sonnenbrand auf.

„Vielleicht rufe ich meine Mutter an und bitte sie, herzukommen, um auf Zoey aufzupassen.“

Elaine schnaubte in den Hörer hinein: „Träum weiter. Krieg’ endlich deinen Hintern hoch und setze dich mit der Agentur in Verbindung. Zoey wird am Montag ankommen. Bis dahin solltest du alles geregelt haben.“ Es klickte. Seine Agentin hatte einfach aufgelegt.

Dem neugierigen Blick seines Kumpels, der eine Flasche Corona geöffnet hatte und daran nuckelte, wich er aus und knallte den Hörer auf die Arbeitsfläche. „Verfluchte Scheiße!“

„Was ist denn los?“

Seufzend nahm ihm Tom eine Flasche ab, öffnete diese und trank einen großen Schluck. Er gab es nicht gerne zu, aber Elaine hatte Recht. In den letzten vier Jahren hatte er sich nicht wirklich mit Ruhm bekleckert, was seine Tochter betraf. Er sah sie kaum und beschränkte seine Besuche bei ihr in Kalifornien auf ein Minimum. Zoey war ein süßes Mädchen, das sich ihm gegenüber immer zurückhaltend benahm. Tom fand wirklich, dass sie absolut niedlich war, jedoch empfand er keinerlei Vatergefühle für sie. Sein älterer Bruder Trev hatte zwei Kinder und ging völlig in der Vaterrolle auf. Als die beiden noch Säuglinge gewesen waren, hatte er sie gebadet, ihnen die Windeln gewechselt und sie gefüttert. Mittlerweile band er ihnen die Schnürsenkel zu und brachte ihnen das Fahrradfahren bei. Tom dagegen überwies jeden Monat Alimente und schickte Zoey Geschenke. Wenn er sie sah, war er gehemmt und wusste nie, wie er sich ihr gegenüber verhalten sollte. Himmel, wie kam Zoeys Mutter überhaupt auf die Idee, ihm zehn Wochen lang ihre Tochter anzuvertrauen?

„Ich brauche ein Kindermädchen.“ Er lehnte die kalte Bierflasche an die Stirn. „Du kennst nicht zufällig eines?“

„Wozu brauchst du denn ein Kindermädchen?“ Julian Scott betrat ebenfalls die Küche und sah ihn fragend an.

Tom betrachtete den imposanten Wide Receiver nachdenklich. „Kennst du denn eins?“

Kopfschüttelnd nahm Julian einen Taco und biss genüsslich hinein. „Wenn Liv und ich ausgehen, haben wir einen Babysitter für Brianna. Sie ist die Tochter einer Nachbarin, die bald aufs College geht. Aber ein Kindermädchen? Keine Ahnung“, bevor er ein weiteres Mal in seinen Taco beißen konnte, sah er ihn mit einem ironischen Blick an und grinste breit. „Was aber nicht meine Frage beantwortet.“

Tom seufzte dumpf und spülte den bitteren Beigeschmack seiner aktuellen Situation mit einem Schluck Bier hinunter. „Ich habe eine Tochter, die mich besuchen kommt ...“

„Du hast eine Tochter?“ Blake zwinkerte eulenartig.

„Mhh“, Tom senkte den Kopf und griff sich zwischen die Augen.

„Echt jetzt?“

„Ja, verdammt“, er sah seinen Teamkollegen böse an. „Was soll daran so besonders sein?“

„Nun ...“, Blake wand sich verlegen: „Nichts für ungut, Tomcat, aber du hast nie etwas gesagt ...“

„Schon gut“, Tom wusste selbst nicht, weshalb er bei diesem Thema dermaßen empfindlich war. Am liebsten hätte er jeden Gedanken an seine Vaterpflichten verdrängt, auch wenn das hart klang, aber er fühlte sich nicht wie ein Vater – oder wie sich ein Vater fühlen sollte. Ein kurzer Blick auf Julian, der noch immer seinen Taco mampfte und sich aus der Diskussion heraushielt, sprach für sich. Der ältere Wide Receiver war glücklich verheiratet, stolzer Vater eines kleinen Mädchens, das er vergötterte, und verkörperte all das, was Tom nicht war. Tom war nämlich sehr zufrieden mit seinem Leben und hatte auch nicht vor, es in nächster Zeit zu ändern. Er war nicht einmal dreißig, liebte seinen Job, auf den er sich voll und ganz konzentrierte, mochte es, ungebunden zu sein und entscheiden zu können, was er tat, wohin er ging und wofür er seine Freizeit opferte, und er mochte es außerordentlich, niemanden Rechenschaft über irgendetwas abliefern zu müssen. Zwar beschwerte sich sein Vater schon seit geraumer Zeit, dass er endlich erwachsen werden sollte, aber Tom hatte nicht das Gefühl, noch ein Teenager zu sein. Er war sehr wohl erwachsen, auch wenn sein alter Herr glaubte, dass man nur erwachsen war, wenn man einen Bürojob hatte.

„Wozu brauchst du überhaupt ein Kindermädchen?“ Blake rümpfte die Nase: „Die Saison geht schließlich noch nicht los und du hast frei ...“

Mit einem ungläubigen Blick fixierte Tom seinen Teamkollegen. „Sehe ich so aus, als wüsste ich, was ich mit einem vierjährigen Mädchen anfangen soll?“

„Aber sie ist deine Tochter ...“

Julian räusperte sich und klang dabei ziemlich amüsiert. „Wie heißt sie denn? “

Tom wandte seine Aufmerksamkeit seinem Freund zu und erwiderte knapp. „Zoey.“

„Ein hübscher Name. Hast du schon ein Kinderzimmer eingerichtet? Wie ich in letzter Zeit erfahren habe, stehen kleine Mädchen momentan auf Hello Kitty und Hannah Montana.“

„Hannah Montana?“ Blake schien sich beherrschen zu müssen, dass er das Bier nicht durch seine Nasenlöcher von sich gab. „Das klingt wie der Name einer Pornodarstellerin und was Hello Kitty betrifft ...“

„Shit.“ Tom fuhr sich durch sein dunkelblondes Haar. „An ein Kinderzimmer habe ich gar nicht gedacht.“

„Wie lange wird sie denn bleiben?“

Tom antwortete Julian nicht sofort, denn er war überzeugt, dass Zoey nach spätestens einer Woche von ihrer Mutter wieder abgeholt würde, die ihn als verantwortungslosen und egoistischen Mistkerl anbrüllen würde, bevor sie diesen Halsabschneider von Anwalt auf ihn hetzen könnte, um ihm noch mehr Geld abzuknöpfen. Ganz sicher hätte Zoey nach wenigen Tagen Heimweh und würde nicht länger bei ihrem Dad bleiben wollen, der nicht einmal wusste, ob seine Tochter diese Hannah Arkansas oder Hello Polly mochte. Hätte er einen Sohn anstatt einer Tochter, könnte er ihm wenigstens beibringen, wie man einen Football warf und fing. Aber ein kleines Mädchen? Das war nicht seine Welt.

„Hey!“ Brian Palmer betrat ebenfalls die Küche, die beinahe aus allen Nähten zu platzen schien. „Wir verdursten bald, wenn ihr nicht langsam für Nachschub sorgt!“

„Klappe, Rabbit“, Julian bedachte seinen besten Kumpel mit einem Grinsen. „Benimm dich, oder ich erzähle deiner Frau, dass du dich unmöglich benommen hast.“

Der Quarterback verdrehte die Augen. „Teddy glaubt eher mir als dir. Außerdem werde ich ihr heute Nacht noch einmal die Gründe vorführen, weshalb sie mich geheiratet hat“, Brian grinste vielsagend. „Deshalb denke ich nicht, dass sie sich bei mir über irgendetwas beschweren wird ...“

„Bitte! Keine Details“, Julian schüttelte den Kopf und erklärte an die beiden Junggesellen gewandt: „Nach der ersten Nacht in Mexiko haben Liv und ich uns einen anderen Bungalow geben lassen. Das Gestöhne aus dem Schlafzimmer der beiden war nicht auszuhalten!“

Brian grinste breit. „Nur kein Neid, mein Freund.“

„Wenn ihr erst einmal ein Kleinkind habt, Rabbit, können wir uns noch einmal unterhalten. Bis dahin leihe ich dir Brianna gerne an den Wochenenden aus, damit du siehst, wie dein Liebesleben dem Alltag weicht.“

„Gib meinem Patenkind nicht die Schuld daran, dass du altersbedingte Erektionsstörungen hast, Scott!“

„Erektionsstörungen?!“ Julian boxte Brian, der amüsiert zur Seite wich, was in der vollen Küche nur unter Schwierigkeiten gelang, und schnaubte wütend. „Ich habe meine Frau zum wiederholten Mal geschwängert, kaum dass wir nicht mehr verhütet haben. Bei dir ist dagegen noch nichts passiert!“

„Ich hätte nichts gegen ein Baby“, Brian seufzte niedergeschlagen. „Aber Teddy will noch warten.“

„Was ich ihr nicht verdenken kann, wenn ich bedenke, wie du dich bei Briannas Geburt angestellt hast.“

Die spielerische Streiterei ging noch ein wenig weiter, während Blake und Tom stumm daneben standen. Als Brian jedoch begann, mit Julian über dessen Tochter und sein Patenkind Brianna zu schwärmen, die gerade mit dem Laufen anfing und ihn bei seinem letzten Besuch mit einer vollen Windel beglückt hatte, hatte Tom das Gefühl, sich im falschen Film zu befinden.

„Liv hat noch zwei Tage lang behauptet, dass du ein richtiger Softie wärst, weil du Brianna ein Lied vorgesungen hast, als du ihr die Windeln gewechselt hast, Rabbit. Wir konnten es über das Babyphone hören. Teddy hat sich vor Lachen kaum eingekriegt.“

Der Runningback Blake O’Neill schnaubte angewidert, was ihm Tom nicht verdenken konnte. Julian und Brian waren glücklich verheiratete Ehemänner, die einem mit ihren Liebesschwüren auf den Sack gehen konnten. Zwar mochte Tom sowohl Liv, Julians Frau, als auch Teddy, die nicht nur Brians kürzlich Angetraute, sondern auch seine Chefin und eine verdammt clevere Footballmanagerin war, aber es nervte ihn, wenn seine Teamkollegen ständig über ihre Frauen säuselten, anstatt sich über die heißen Cheerleader zu unterhalten oder mit ihnen in Stripclubs zu gehen.

Blake explodierte. „Sind wir hier bei Oprah? Ihr seid Männer und solltet nicht über volle Windeln reden ...“

Als Julian seinem Kumpel lachend auf den Rücken schlug, sich ein neues Sixpack schnappte und mit Brian die Küche verließ, beugte sich Blake zu Tom und erklärte halblaut: „Ich habe Stripperinnen bestellt, Tomcat. Die müssten bald eintrudeln. Hoffentlich ist dann Schluss mit dem Windelthema.“

Tom stieß einen imaginären Seufzer aus und nahm noch einen Schluck Bier. Wenigstens konnte man sich auf Blake verlassen, der wusste, was unverheiratete Footballspieler brauchten – Alkohol und heiße Weiber, die sich zu Pour sugar on me auszogen. Ganz spontan entschied Tom, dass er sich heute Abend auf die Party in seiner Wohnung konzentrieren sollte. Außerdem machte es mehr Spaß, Tangas dabei zu beobachten, wie sie zu Boden segelten, anstatt sich über Kindermöbel und Kindermädchen Gedanken zu machen.

 

 

 

 

2. Kapitel

 

„Hi, Dad.“

„Hallo, Pumpkin.“

Erin drückte ihrem Dad, der in seinem Fernsehsessel saß und Jeopardy ansah, einen Kuss auf die beginnende Halbglatze und hielt ihm eine Schachtel seiner Lieblingsbäckerei vor die Nase.

Strahlend nahm er sie entgegen und lächelte seiner ältesten Tochter dankbar zu. „Woher wusstest du das?“

Seufzend zog Erin ihre Jacke aus und legte sie ordentlich über die Lehne der Couch. „Mom hat mich angerufen, damit ich heute noch vorbeikomme. Dabei erwähnte sie, dass sie für die Hochzeit abnehmen will und ab heute nur noch vegan kocht.“

Ihr Dad schnaubte verächtlich. „Ich liebe deine Mutter, Pumpkin, aber sie sollte sich in Therapie begeben.“

Erin lachte amüsiert auf. Ihre Mutter war eine fröhliche Frau, die jedoch ständig mit ihrem Gewicht haderte und mit neuen Diäten ankam, die sie alle ausprobieren musste, um dann nach spätestens vier Tagen zu kapitulieren. Die vegane Küche würde da sicher keine Ausnahme bilden.

Ihr Vater hatte die ständigen Diätversuche seiner Frau satt. Während sie kein Gramm abnahm und deswegen stets schlecht gelaunt war, war er gezwungen, mit ihr zu hungern, und verlor im Gegensatz zu ihr immer Gewicht, was sie ihm dann vorhielt. Da er jemand war, der seine Ruhe haben wollte, konnte Erin verstehen, dass er so ablehnend auf eine vegane Diät reagierte. Ihr Dad liebte es, in aller Ruhe Fernsehsendungen zu schauen oder allein in seiner Garage an einem Buick Roadmaster aus dem Jahr 1948 herumzuschrauben, wenn er nicht gerade den Thunderbird bewunderte, den er in jahrelanger Arbeit restauriert hatte.

Als Kind hatte Erin die meisten Sonntage mit ihrem Dad verbracht, um einen Cadillac Fleetwood wieder straßentauglich zu machen. Merkwürdigerweise hatte nicht einmal das Gezeter ihrer Mom den Spaß verdorben, den sie und ihr Dad an diesen Sonntagen erlebt hatten, wenn sie abends mit ölverschmierten Fingern am Esstisch saßen und Sandwiches verspeisten. Zur Erleichterung ihrer Mom war Erins Begeisterung für Autoreparaturen jedoch mit dem Aufkommen der Pubertät verschwunden. Erin hatte ihrem Dad nur noch dann Gesellschaft geleistet, wenn sie ihm eine Freude machen oder ihn fröhlich stimmen wollte, falls sie mehr Taschengeld oder die Erlaubnis für Makeup von ihm brauchte.

„Ich werde sehen, was ich machen kann, Dad.“

„Vegan?!“ Sein Blick hing weiterhin an der Mattscheibe, als ein Kandidat das Thema Exotische Früchte wählte. „Bin ich ein Kaninchen, das an Möhren nagt?“

Grinsend stellte Erin fest. „Ich schätze, dass ich jetzt nein sagen soll.“

Plötzlich wechselte ihr Dad das Thema und fragte besorgt: „Brauchst du etwas Geld, Pumpkin?“

Errötend schüttelte Erin den Kopf. „Dad ...“

„Ich mache mir Sorgen, Pumpkin. Wieso ziehst du nicht wieder zu uns? Dann könntest du dir die Miete und die ganzen Nebenkosten sparen.“

„Das hatten wir doch schon besprochen.“

„Deine Mom kann anstrengend sein – ich weiß. Aber du solltest wirklich darüber nachdenken, ob du nicht wieder zu uns ziehst und hier das letzte Jahr deines Studiums absolvierst, Erin. Das wäre eine vernünftige Lösung.“

Vielleicht war es tatsächlich vernünftig, aber Erin wusste, dass sie mit hundertprozentiger Sicherheit nach spätestens drei Monaten in eine Nervenheilanstalt eingeliefert werden müsste, wenn sie mit ihrer anstrengenden Mutter, ihrer genauso anstrengenden Schwester und deren ständig rülpsenden Verlobten Corey sowie ihrem Dad, den sie zwar heiß und innig liebte, der jedoch die nervtötende Angewohnheit hatte, sie mit seinem Werkstattleiter Simon verkuppeln zu wollen, unter einem Dach wohnen müsste. Abgesehen davon wollte sie nicht an eine staatliche Uni wechseln.

Bevor sie etwas entgegnen konnte, erklärte ihr Dad betont beiläufig. „Simon könnte dir beim Umzug helfen und ...“

„Dad!“

„Dave“, kreischte ihre Mom durchdringend aus der Küche und kam keine Sekunde später wie eine Furie ins Wohnzimmer gepoltert, wobei ihre Gesichtsfarbe großartig mit dem immer noch feuerroten Haar korrespondierte. „Habe ich dir nicht tausendmal gesagt, dass du aufhören sollst, Erin mit Simon verkuppeln zu wollen?!“

Ihr Vater schnappte nach Luft und ähnelte damit einem Karpfen auf dem Trockenen. „Aber ...“

„Kein Aber“, wütete ihre Mom: „Simon ist ein absoluter Hohlkopf! Er ist ein Trottel, der nicht gut genug für meine Tochter ist!“

„Simon ist ein hartarbeitender Automechaniker ...“

„Schluss damit!“ Beth Hamilton zog Erin mit sich und zischte ihrem Mann aufgebracht zu: „Kein Wort mehr über Simon, oder ich vergehe mich an deiner Schrottkarre!“

„Beth“, protestierte ihr Mann, während seine Frau mit Erin im Schlepptau das Wohnzimmer in Richtung Küche verließ.

„Er macht mich wahnsinnig“, Beth drückte Erin in ihrer Küche auf einen Stuhl und stellte sich gleich darauf wieder an den Herd. „Simon hier, Simon da. Wie kann er überhaupt daran denken, ihn mit dir verkuppeln zu wollen?“

Während ihre Mutter nun einen kleinen Monolog über die Dämlichkeit ihres Mannes, Simons angeblich nicht vorhandene Intelligenz und die absolute Ignoranz von Männern im Allgemeinen hielt, lehnte sich Erin seufzend zurück. Es war sehr lieb, dass ihre Mom sie aus den Fängen ihres Dads gerettet hatte, aber leider wusste Erin, dass ihre Mom sie nicht umsonst hergebeten hatte. Vermutlich ging es um das geplatzte Jobangebot, um Hollys Hochzeit oder um die Idee, Erin hier wohnen zu lassen. Wenn sie Pech hatte, ging es auch um alle drei Themen.

Bevor ihre Mom überhaupt geendet hatte, platzte Holly in die Küche hinein und stöhnte verdrießlich. Anscheinend kam sie gerade von ihrer Arbeit, da sie ihre Tasche achtlos auf den Tisch warf und sich aus ihrer karamellfarbenen Lederjacke schälte „Wenn das so weiter geht, werde ich kündigen! Mom, was gibt es zu essen? Corey kommt auch gleich nach Hause und hat Hunger.“

Erin schnitt eine Grimasse, als Holly zu Protestschreien ansetzte, weil ihre Mom nur Grünzeug, das kein Schwein isst, gekocht hatte. Während sich die beiden Frauen am Herd über das Essen stritten, überprüfte Erin ihre Mails und musste erkennen, dass sich ihre Agentur noch nicht bei ihr gemeldet hatte, was nichts anderes bedeutete, als dass kein neues Jobangebot zur Verfügung stand. Als würde ihre Mutter Gedanken lesen, schenkte sie ihr wieder ihre Aufmerksamkeit.

„Erin ... jetzt erzähl mir doch bitte noch einmal von deinem gestrigen Vorstellungsgespräch!“

„Oh nein!“ Holly schnaubte wütend und ließ sich neben Erin auf einen Stuhl fallen. „Wenn Erin schon einmal da ist, werden wir über die Hochzeitsvorbereitungen sprechen, Mom! In weniger als 10 Wochen werden Corey und ich getraut, aber ich habe noch nicht einmal ein Kleid! Ganz abgesehen von den Kleidern der Brautjungfern oder den Blumen! Und was wird aus meinem Junggesellinnenabschied? Darum wird sich Erin kümmern müssen!“

„Was?!“ Aus ihren eigenen Gedanken gerissen, starrte Erin ihre jüngere Schwester an, die nachdrücklich nickte. Bisher hatte sie sich aus den Vorbereitungen zu dieser Hochzeit heraushalten können, aber Hollys tyrannisches Gesicht versprach ihr, dass sich dies nun ändern würde.

„Du hast momentan eh nichts zu tun! Also kannst du dich auch darum kümmern!“

„Moment mal.“

„Holly“, zeterte ihre Mutter. „Ich will mich mit deiner Schwester über ihr Vorstellungsgespräch unterhalten. Da wird deine Hochzeit kurz warten können!“

„Ihr wisst alle nicht, welchem Stress ich ausgesetzt bin“, konterte Holly volltönend. „Eine Hochzeit zu organisieren, ist harte Arbeit!“

Nase an Nase standen sich ihre Mom und Holly gegenüber und redeten dabei wütend aufeinander ein.

Wie Erin hatte Holly das hellrote Haar ihrer Mom geerbt, das jedoch wie auch sonst zu einer spektakulären Löwenmähne frisiert war – im Gegensatz zu Erins Haar, das glatt und wie meistens zu einem strengen Pferdeschwanz gebunden war. Während Hollys hellgrüne Augen dick getuscht und geschminkt waren, versteckte Erin ihr eigenes Augenpaar hinter ihrer obligatorischen Hornbrille. Was ihrer Mutter sofort als Anlass diente, das Gespräch wieder in andere Bahnen zu lenken und Erin anzugiften. Anscheinend wirkte bereits der sechsstündige Verzicht auf Zucker und Kohlenhydrate, da Beth Hamilton vor Wut beinahe Schaum vor dem Mund hatte, wie Erin genervt bemerkte.

„Du weißt genau, dass ich es nicht ausstehen kann, wenn du diese Brille trägst! Vergiss nicht, dass ich mit bei Dr. Mitchell war, Erin! Du brauchst lediglich eine Lesebrille und ...“

„Du siehst aus wie Grandma Cooper“, Holly biss in eine Birne und mampfte erregt darauf herum, während sie ihrer Mutter Recht gab. „Ich schwöre dir, wenn du auf meiner Hochzeit dieses hässliche Gerät trägst, erschlage ich dich!“

„Ach herrje! Das hatte ich völlig vergessen.“ Beth Hamilton wedelte mit ihrem Kochlöffel herum und sauste zurück ins Wohnzimmer, aus dem man nur noch ihre durchdringende Stimme hören konnte: „Dave!“

„Schrei nicht so! Ich sehe gerade Jeopardy“, brüllte Erins Dad nicht minder leise zurück.

Die Stimme ihrer Mom überschlug sich beinahe. „Warst du gestern bei meiner Ma und hast dich um ihren kaputten Boiler gekümmert?“

Holly schloss schnell die Tür zur Küche und zischte ihrer Schwester im Flüsterton zu: „Ich will einen Stripper zum Junggesellinnenabschied!“

Das hatte Erin gerade noch gefehlt! „Was?“

„Du hast schon verstanden!“ Die Augen ihrer Schwester funkelten so vergnügt, als stünde der Stripper bereits vor ihr und ließe sich von ihr einölen.

„Aber warum flüsterst du?“

Holly verdrehte die Augen: „Weil Mom das nicht mitbekommen soll, sonst kommt sie noch auf die Idee mitkommen zu wollen ...“

„Warum ist die Tür zu?“ Ihre Mom schob ihr nicht unbeträchtliches Hinterteil, das in engen Leggings steckte, durch den Türrahmen. „Wehe, ihr sabotiert mein veganes Essen!“

Wieder ging das Gezicke um das heutige Abendessen zwischen Holly und ihrer Mom los, während Erin der Kopf dröhnte. Bis heute war es ihr unbegreiflich, wie sie es geschafft hatte, in diesem Haushalt bis zur Collegezeit zu überleben.

„Wenn du abnehmen willst, solltest du eine Saftkur machen. Oder du nimmst entschlackende Drinks zu dir“, riet Holly und warf den Rest ihrer Birne in den Müll. „Eine Freundin meiner Arbeitskollegin hat mit Eiweißshakes fünf Kilo in einer Woche verloren!“

„Wirklich?“

„Mom“, protestierte Erin aufgebracht: „Du solltest nicht einmal im Traum daran denken, diesen Mist zu dir zu nehmen! Du tust deinem Körper damit nichts Gutes ...“

„Ja ja, Miss Superklug“, spottete Holly. „Mom will für meine Hochzeit abnehmen! Als könnten ein paar Drinks ...“

„Beth!“ Ihr Dad unterbrach seine jüngste Tochter und stellte sich in den Türrahmen, um ein wenig unsicher die drei rothaarigen Frauen anzuschauen, die ihm entgegenblickten. „Ich fahre eben zu deiner Ma und schaue mir den Boiler an ...“

„Mach das!“

„Ich ... äh ... ich nehme Simon mit ... und dann könnten wir ja alle hier zu Abend essen und ...“ Sein Blick schweifte zu Erin, was bei ihrer Mutter zu einem regelrechten Wutgeschrei führte, bevor sich auch Holly einmischte.

„Aber Beth ...“

„Ich habe dich gewarnt, Dave!“

„Simon ist doch ganz nett, außerdem braucht Erin ein Date für meine Hochzeit!“ Hollys Stimme wurde immer lauter: „Sie ist meine erste Brautjungfer, also muss sie einen Mann mitbringen. Wie sieht das sonst aus?!“

„Simon ist ein netter ...“

Beth Hamilton schnaubte. „Wenn sie jemanden mitnimmt, sollte es schon der Neffe meiner Zumba-Partnerin sein. Der ist Arzt ...“

„Ein Arzt?! Das sind alle Snobs! Automechaniker verdienen ehrliches Geld“, warf ihr Dad ein, wurde jedoch sofort von seiner jüngsten Tochter unterbrochen.

„Hat Simon überhaupt einen Anzug? Er darf keinen blauen anziehen – alle Männer müssen schwarze Anzüge tragen! Wie sieht das sonst auf den Fotos aus?!“

„Was meinst du mit ehrlichem Geld, Dave? Harriets Neffe ist Proktologe und muss für sein Geld auch hart arbeiten ...“

„Proktologe? Um Himmels willen, Beth! Meine Tochter wird mit keinem Mann ausgehen, der anderen Männern den Finger in den Arsch steckt!“

„Dave!“

„Oh Gott! Das tun Proktologen? Ich dachte, das wären Fußärzte“, warf Holly schockiert ein. „Ich will keine Proktologen auf meiner Hochzeit haben!“

„Podologen sind Fußärzte“, erklärte Erin, doch niemand schenkte ihr Beachtung.

Ihr Vater wütete nun gegen seine jüngste Tochter los. „Kannst du wenigstens ein einziges Mal aufhören, über deine Hochzeit zu reden?! Es geht hier um Erin und Simon ...“

„Nein, das tut es nicht, Dave!“

Da Erin daran gewöhnt war, solche Familienstreitigkeiten zu erleben, beging sie nicht den Fehler, sich einzumischen, sondern wartete einfach ab, dass sich ihre Eltern und Holly auf ein anderes Thema versteiften, was sicherlich ziemlich schnell der Fall sein würde. Also lauschte sie noch einige Minuten dem Streit über Simon, Proktologen, die Hochzeitsvorbereitungen und veganes Essen. Als jedoch ihre Schwester wiederholt darüber lamentierte, dass Erin unbedingt ein Date mit zu ihrer Traumhochzeit nehmen müsste, spürte sie, dass selbst ihre Geduld Grenzen hatte.

Mit einer Stimme, die keinen Einwand zuließ, fauchte sie ihre Schwester an. „Ob ich ein Date zu deiner Hochzeit mitbringe, geht dich nichts an!“

„Und ob! Ich will, dass meine Hochzeit perfekt ist und ...“

Zwar hatte Erin große Bedenken, dass Hollys Glück einzig daran hing, ob ihre Schwester ein Date zur Hochzeit mitbrachte, aber sie seufzte widerwillig auf. Früher oder später würde Holly mit Corey auf die Nase fallen, deshalb sollte sie wenigstens ihre Traumhochzeit bekommen. „Wenn es dir so wichtig ist, werde ich schon jemanden finden und mitbringen, aber ...“

Sofort begannen ihre Eltern die jeweiligen Vorzüge ihrer Kandidaten zu loben, doch Erin unterband die Ausführungen eilig. Sie war weder scharf darauf, Simon als Tischpartner zu haben, der die furchtbare Angewohnheit hatte, in seinen Ohren zu bohren, und der für jeden Gedankengang eine Ewigkeit zu brauchen schien, noch wollte sie den Neffen der Zumbapartnerin ihrer Mutter kennenlernen, auch wenn er der aufgehende Stern am Proktologenhimmel war, wie ihre Mutter mit schwärmerischer Stimme erklärte.

„Ich werde mich nicht mit Simon verabreden, Dad“, entgegnete sie fest und erklärte auch an ihre Mutter gewandt: „Den Proktologen werde ich ebenfalls nicht daten, Mom.“

„Aber warum denn nicht?“

„Weil ...“

Holly schnaubte angewidert auf. „Mom! Kannst du dir das nicht denken? Männer, die anderen Männern am Arsch rumfummeln, wollen bestimmt Analsex haben.“

„Holly!“

Das dringende Bedürfnis unterbrechend, mit dem Kopf gegen die Wand zu schlagen, erstickte Erin ihr erschrockenes Lachen, während ihr Dad in dröhnendes Gelächter ausbrach und ihre Mom einen ihrer Anfälle bekam.

Unter dem Gemecker zwischen Mutter und jüngster Tochter schnappte sich Erin ihre Tasche. Das entging natürlich nicht ihrem Vater, der fragend beide Augenbrauen hochzog.

„Willst du denn nicht zum Abendessen bleiben?“

„Die Gespräche über Proktologen haben mir den Appetit verdorben.“

Er nickte gequält. „Kann ich verstehen, Pumpkin. Danke noch einmal für die Muffins. Die retten mir den Abend.“

 

 

 

 

„Du bist so ein Arschloch, Tom.“

„Mrs. Landon, bitte unterlassen Sie solche Beleidigungen.“