Vernichte mich - Tahereh Mafi - E-Book

Vernichte mich E-Book

Tahereh Mafi

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Beschreibung

In Omega Point, dem geheimen Stützpunkt der Rebellen, laufen die Vorbereitungen zum Angriff auf das Reestablishment. Doch Adams Gedanken sind nicht bei der aufkommenden Schlacht: Tief erschüttert durch die Trennung von seiner großen Liebe Juliette, voller Angst um das Leben seines besten Freundes und in Sorge um die Sicherheit seines kleinen Bruders James trifft ihn das Signal, das die Rebellen zum Aufbruch ruft, völlig unvorbereitet.
Werden sie siegen? Oder wird das Reestablishment und mit ihm Warner, Adams verhasster Halbbruder, alles zerstören, für das Adam sein Leben lang gekämpft hat? Und wird er Juliette je wiedersehen?

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Buch

In Tahereh Mafis »Rette mich vor dir« hatte Juliette zusammen mit Adam eine Heimat in Omega Point gefunden, dem geheimen Stützpunkt der Rebellen. Doch der Frieden dort war brüchig und Juliettes Beziehung zu Adam harten Prüfungen unterworfen. Nicht zuletzt durch die Gefangennahme des geheimnisvollen, scheinbar hassenswerten Warner, der Juliettes mühsam errungenes Gleichgewicht vollends zum Einsturz brachte – bis ihm die Flucht gelang.

Mittlerweile laufen in Omega Point die Vorbereitungen zum Angriff auf das Reestablishment. Doch Adams Gedanken sind nicht bei der aufkommenden Schlacht: Tief erschüttert durch die Trennung von seiner großen Liebe Juliette, voller Angst um das Leben seines besten Freundes und in Sorge um die Sicherheit seines kleinen Bruders James, trifft ihn das Signal, das die Rebellen zum Aufbruch ruft, völlig unvorbereitet.

Werden sie siegen? Oder wird das Reestablishment und mit ihm Warner, Adams verhasster Halbbruder, alles zerstören, wofür Adam sein Leben lang gekämpft hat?

Tahereh Mafi

Vernichte mich

Roman

Deutsch von Mara Henke

Die Originalausgabe erschien 2013unter dem Titel »Fracture me« bei Harper, an imprint of HarperCollins Publishers, New York.

Copyright © der Originalausgabe 2013 by Tahereh MafiCopyright © der deutschsprachigen Ausgabe 2014 by Wilhelm Goldmann Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbHPublished by arrangement with Tahereh MafiDieses Werk wurde vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30827 Garbsen.Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur, MünchenUmschlagmotiv: David Ryle/getty images; Fine Pic®, MünchenLektorat: Vera ThielenhausSatz: Uhl + Massopust, AalenISBN 978-3-641-13933-9www.goldmann-verlag.deBesuchen Sie den Goldmann Verlag im Netz

1

»Addie? Wach auf, Addie. Addie –«

Ich drehe mich grunzend um und reibe mir die Augen. Es ist viel zu früh für so einen Scheiß.

»Addie –«

Schlaftrunken packe ich James und ziehe ihm meine Bettdecke über den Kopf. Er kreischt, und ich lache und wickle ihn so fest ein, dass er sich nicht mehr befreien kann.

»Lass mich raaaaauuuuus!«, zetert er und haut mit den Fäusten gegen die Decke. »Lass mich raus, Addie –«

»Hey – wie oft hab ich dir schon gesagt, dass du mich nicht so nennen sollst?«

James versucht mich zu boxen, aber ich halte ihn in eisernem Klammergriff. Er schreit und zappelt wie wild.

»Du bist so fies«, jammert er. »Wenn Kenji hier wäre, würde er –«

Ich erstarre, und James merkt es. Er hört auf, sich zu wehren, und ich lasse ihn los. Dann wühlt er sich unter der Decke hervor, und wir schauen uns an.

James blinzelt und beißt sich auf die zitternde Unterlippe. »Weißt du, ob es ihm besser geht?«

Ich schüttle den Kopf.

Kenji ist noch immer auf der Krankenstation. Bislang weiß niemand genau, was passiert ist, aber es gibt Gerüchte.

Ich sehe zur Wand. James redet weiter, aber ich bin zu abgelenkt, um ihm zuzuhören.

Es fällt mir schwer zu glauben, dass Juliette jemanden so schlimm verletzen würde.

»Alle behaupten, er ist weg«, sagt James jetzt.

»Was?« Ich starre James beunruhigt an. »Wie denn das?«

James zuckt die Achseln. »Keine Ahnung. Ist wohl aus seinem Zimmer verschwunden.«

»Wovon redest du? Wie soll das gehen?«

James zuckt wieder die Achseln. »Vielleicht wollte er einfach nicht mehr da drin sein.«

»Aber – wie?« Ich runzle verwirrt die Stirn. »Geht es ihm besser? Hat dir jemand erzählt, dass er sich erholt hat?«

James sieht verwundert aus. »Willst du denn, dass es ihm besser geht? Ich hab gedacht, du magst ihn nicht.«

Ich seufze. Streiche mir durch die Haare. »Doch, natürlich mag ich ihn. Klar, wir verstehen uns nicht immer gut, aber wir leben ja hier auch alle auf engem Raum zusammen, und wenn er dauernd seine Meinung rausposaunen muss –«

James wirft mir einen seltsamen Blick zu. »Dann … dann willst du ihn gar nicht umbringen? Du sagst doch immer, dass du ihn umbringen willst.«

»So was mein ich doch nicht ernst.« Ich bemühe mich, nicht die Augen zu verdrehen. »Wir sind doch schon seit Ewigkeiten Freunde. Ich mache mir furchtbare Sorgen um ihn.«

»Okay«, sagt James zögernd. »Du bist echt komisch, Addie.«

Ich muss lachen. »Wieso bin ich denn komisch? Und nun hör endlich auf, mich Addie zu nennen, du weißt doch ganz genau, dass ich das nicht ausstehen kann –«

»Ja, aber ich weiß immer noch nicht, warum«, fällt James mir ins Wort. »Mom hat dich doch auch immer Addie genannt –«

»Ja, aber Mom ist tot, oder?« Meine Stimme klingt scharf, und ich habe unwillkürlich die Hände zu Fäusten geballt. Als ich James’ Miene sehe, bedaure ich meine Reaktion sofort. Lasse die Hände locker. Hole tief Luft.

James schluckt schwer. »Tut mir leid«, sagt er leise.

Ich nicke und wende den Blick ab. »Ja. Mir tut’s auch leid.« Ich ziehe mir ein T-Shirt über. »Kenji ist also weg, wie? Ich kann nicht fassen, dass er einfach so davonläuft –«

»Wieso sollte Kenji weg sein?«, fragt James. »Du hast doch grade gesagt, dass du nicht weißt, wie es ihm –«

»Aber du hast doch gesagt –«

Ich verstumme. Wir starren uns an.

James spricht als Erster. »Ich hab gesagt, dass Warner weg ist. Er ist scheinbar letzte Nacht davongelaufen.«

Ich könnte schon ausrasten vor Wut, sobald ich auch nur den Namen höre. »Du bleibst hier«, sage ich zu James und schnappe mir meine Stiefel.

»Aber –«

»Rühr dich nicht von der Stelle, bis ich wieder da bin!«, schreie ich, bevor ich zur Tür rausrase.

Dieser Dreckskerl. Ich kann es nicht glauben.

Ich hämmere an Castles Tür, als Ian den Gang entlangkommt.

»Er ist nicht drin«, sagt Ian.

Ich packe ihn am Arm. »Stimmt es, dass Warner weg ist?«

Ian seufzt. Bleibt stehen und steckt die Hände in die Hosentaschen. Schließlich nickt er.

Ich würde am liebsten mit der Faust die Wand durchschlagen.

»Muss mich fertigmachen«, sagt Ian und reißt sich los. »Du solltest dich auch ranhalten. Wir brechen nach dem Frühstück auf.«

»Das kann doch nicht wahr sein«, erwidere ich. »Trotz dieser Scheiße sollen wir immer noch kämpfen?«

»Was denn sonst«, faucht Ian mich an. »Du weißt doch, dass wir nicht warten können. Der Oberste Befehlshaber wird den geplanten Angriff auf die Zivilisten bestimmt nicht verschieben. Es gibt kein Zurück mehr.«

»Aber was ist mit Warner? Sollen wir denn nicht nach ihm suchen?«

Ian zuckt die Achseln. »Können wir beim Kampf gleich mit erledigen.«

»Großer Gott.« Ich bin so rasend wütend, dass ich kaum noch klar sehen kann. »Ich könnte Castle umbringen, weil er es dazu hat kommen lassen – weil er den Typen zu gut behandelt hat –«

»Reiß dich zusammen, Mann«, entgegnet Ian. »Wir haben jetzt andere Probleme. Und hey –«, er packt mich an den Schultern und schaut mir ins Gesicht, »du bist nicht der Einzige, der sauer auf Castle ist. Aber für so was haben wir jetzt keine Zeit.«

Ich schüttle ihn ab, werfe ihm einen finsteren Blick zu und stürme den Gang entlang.

Als ich unser Zimmer wieder betrete, antworte ich nur knapp auf James’ erste Fragen, weil ich immer noch so wütend bin, dass ich nicht sprechen möchte. James kümmert sich nicht darum und fragt hartnäckig weiter, während ich mir die Holster umschnalle und meine Waffen anlege.

»Was hat er denn gesagt?«, fragt James. »Wegen Warner?«

Ich ziehe meine Hose zurecht, schnüre meine Stiefel zu.

»Adam.« James tippt mir auf den Arm. »Wusste Ian, wo Castle ist?« Er zupft an meinem Ärmel. »Hat Ian dir gesagt, wann ihr heute aufbrechen müsst?« Weiteres Zupfen. »Adam, wann musst du –«

Ich packe James, der kreischend protestiert, trage ihn durchs Zimmer und stelle ihn in die Ecke.

»Addie –«

Ich werfe ihm eine Decke über den Kopf.

Er schreit und versucht sich zu befreien. Als er die Decke endlich abschütteln kann, ist er krebsrot im Gesicht und fuchsteufelswild.

Ich muss unwillkürlich lachen.

James ist stinksauer und schreit: »Kenji hat gesagt, ich hab genauso ein Recht darauf zu erfahren, was hier unten vorgeht, wie alle anderen auch! Kenji ist nie böse, wenn ich ihm Fragen stelle. Er spricht immer mit mir, und er ist nie fies zu mir, und ich kann es n-nicht ausstehen, wenn du mich a-auslachst –«

James’ Stimme klingt erstickt, und erst als er verstummt, schaue ich auf und bemerke die Tränen, die ihm übers Gesicht laufen.

»Hey«, sage ich und gehe rasch wieder zu ihm. »Hey, hey.« Ich fasse ihn an den Schultern und gehe vor ihm in die Hocke. »Was ist denn los? Wieso weinst du? Was ist passiert?«

»Du gehst weg«, schluchzt James.

»Ach, jetzt komm schon.« Ich seufze. »Das hast du doch schon gewusst! Weißt du nicht mehr, wie wir darüber gesprochen haben?«

»Du wirst sterben.« James kann kaum sprechen vor Schluchzen.

Ich ziehe eine Augenbraue hoch und schaue ihn an. »Ich wusste gar nicht, dass du jetzt die Zukunft vorhersagen kannst.«

»Addie –«

»Hey –«