16,99 €
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich VWL - Statistik und Methoden, Note: 1,7, Universität Hamburg (Statistik und Ökonometrie), Veranstaltung: Seminar Industrieökonomik, Sprache: Deutsch, Abstract: Die technisch wirtschaftliche Entwicklung des 19. und 20. Jahrhunderts führte weltweit agierende Konkurrenten zu mehr Wettbewerb und damit zur Globalisierung der Wirtschaft. Im Zuge der Globalisierung und des daraus entstehenden Wettbewerbsdrucks entsteht zunehmend die Notwendigkeit von Unternehmenszusammenschlüssen bzw. Fusionen. Dafür sind die Motive der Unternehmen vielfältig. Konzentrationsbildung, Rohstoffsicherung, Rationalisierungs- und Synergiepotenziale sowie steuerliche Aspekte stellen einige Überlegungen der Zusammenführung von Unternehmen dar. Im Vordergrund des Geschehens steht eine bestimmte Form der Unternehmensverschmelzung, die der vertikalen Fusion. Betrachtungsgegenstand dieser Arbeit sind die Profitabilitäts- und Wohlfahrtseffekte der vertikalen Fusion. Bevor auf diese Thematik eingegangen wird, geht es in diesem einleitenden Kapitel zunächst um die Schaffung eines allgemeinen Überblicks über die Fusionsarten. In Kapitel 2 wird anschließend ein Einblick in den theoretischen Bereich der vertikalen Fusionen als Mittel zur Bildung von Konzentration und der vertikal verknüpften Märkten verschafft. Darauf aufbauend werden in Kapitel 3 die Profitabilitäts- und Wohlfahrtseffekte von vertikalen Fusionen dargestellt. Dem Leser soll dieses komplexe Gebiet der Industrieökonomie zusätzlich mit einem empirischen Untersuchungsvergleich von Fusionen näher erläutert werden. Abschließend wird ein Ausblick gewagt.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2010
Impressum:
Copyright (c) 2013 GRIN Verlag GmbH, alle Inhalte urheberrechtlich geschützt. Kopieren und verbreiten nur mit Genehmigung des Verlags.
Bei GRIN macht sich Ihr Wissen bezahlt! Wir veröffentlichen kostenlos Ihre Haus-, Bachelor- und Masterarbeiten.
Jetzt beiwww.grin.com
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Fusionen
2. Vertikale Fusionen
2.1. Als Mittel zur Marktkonzentration
2.2. Vertikal verknüpfte Märkte
2.2.1. Doppelte Marginalisierung
2.2.2. Vertikale Diskriminierung
3. Profitabilitäts- und Wohlfahrtseffekte
3.1. Vermutung einer internen Effizienzverbesserung
3.1.1. Beim Vorliegen von zweiseitiger Marktmacht
3.1.2. Beim Vorliegen von einseitiger Marktmacht
3.1.3. Im funktionsfähigen Wettbewerb auf beiden Ebenen
3.2. Empirischer Untersuchungsvergleich
4. Ausblick
Literaturverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Keine Marktmachtübertragung
Abbildung 2: Doppelte Marginalisierung
Tabellenverzeichnis
Die technisch-wirtschaftliche Entwicklung des 19. und 20. Jahrhunderts führte weltweit agierende Konkurrenten zu mehr Wettbewerb und damit zur Globalisierung der Wirtschaft. Im Zuge der Globalisierung und des daraus entstehenden Wettbewerbsdrucks entsteht zunehmend die Notwendigkeit von Unternehmenszusammenschlüssen bzw. Fusionen.[1] Dafür sind die Motive der Unternehmen vielfältig. Konzentrationsbildung, Rohstoffsicherung, Rationalisierungs- und Synergiepotenziale sowie steuerliche Aspekte stellen einige Überlegungen der Zusammenführung von Unternehmen dar. Im Vordergrund des Geschehens steht eine bestimmte Form der Unternehmensverschmelzung, die der vertikalen Fusion.
Betrachtungsgegenstand dieser Arbeit sind die Profitabilitäts- und Wohlfahrtseffekte der vertikalen Fusion. Bevor auf diese Thematik eingegangen wird, geht es in diesem einleitenden Kapitel zunächst um die Schaffung eines allgemeinen Überblicks über die Fusionsarten. In Kapitel 2 wird anschließend ein Einblick in den theoretischen Bereich der vertikalen Fusionen als Mittel zur Bildung von Konzentration und der vertikal verknüpften Märkten verschafft. Darauf aufbauend werden in Kapitel 3 die Profitabilitäts- und Wohlfahrtseffekte von vertikalen Fusionen dargestellt. Dem Leser soll dieses komplexe Gebiet der Industrieökonomie zusätzlich mit einem empirischen Untersuchungsvergleich von Fusionen näher erläutert werden. Abschließend wird ein Ausblick gewagt.
Eine Fusion ist die Verschmelzung zweier oder mehrerer Unternehmen. Dabei geben die fusionierenden Unternehmen ihre bisherige wirtschaftliche Selbstständigkeit zugunsten einer neuen wirtschaftlichen und rechtlichen Einheit auf.[2]
Die Anzahl der selbstständigen Unternehmen wird mit jeder Fusion verringert und damit die Konzentration der Marktteilnehmer verschoben. Die konkreten Konzentrationsauswirkungen von Fusionen auf die Marktteilnehmer hängen auch von der Fusionsart ab.[3]
Wir unterscheiden drei Fusionsarten: horizontale, konglomerate und vertikale Fusion.
Bei einer horizontalen Fusion handelt es sich um eine Fusion von Unternehmen derselben Produktionsstufe, die auf demselben Markt agieren.[4]
Als konglomerate Fusionen werden Unternehmen von unverbundenen Produktionsstufen, die auf verschiedenen Märkten agieren, bezeichnet.
Eine Fusion von Unternehmen direkt aufeinander folgender Produktionsstufen ist eine vertikale Unternehmensvereinigung. Die fusionierenden Unternehmen stehen dabei in einer Käufer-Verkäufer-Beziehung.[5] Die vertikale Fusion stellt eine bestimmte Art der vertikalen Integration von Unternehmen dar. Eine vertikale Integration ist also vorhanden, wenn der Gütertransfer zwischen Upstream- und Downstream-Stufe (="zwischen" vor- und nachgelagerte Wertschöpfungsstufe)[6] innerhalb eines Unternehmens abgewickelt wird.[7] Als vertikale Integration wird auch die Strategie vertikaler Diversifikation bezeichnet.[8] Auch andere vertikale Beziehungen von Unternehmen sind keine Seltenheit mehr und können durch vertikale Verträge[9] zustande kommen. Diese Beziehungen bedürfen einer vertikalen Integration laut Vertrag, aber die Unternehmen bleiben rechtlich selbstständig und fusionieren nicht. Der Zukauf eines Upstream-Unternehmens wird als Rückwärtsintegration bezeichnet, der Zukauf eines Downstream-Unternehmens als Vorwärtsintegration. In der Praxis gibt es eine ganze Reihe von vertikalen Unternehmenszusammenschlüsse: AOL / Time Warner, VW / Europcar oder RWE / Rheinbraun.[10]
Aus wirtschafts- und wettbewerbspolitischen Gründen wurden Fusionen lange als schädlich betrachtet, weil ceteris Paribus die Konzentration erhöht wird. Eine Erhöhung der Konzentration führt oft zu höheren Marktpreisen.[11] Mit der entstehenden Marktkonzentration von Unternehmenszusammenschlüssen ist ein wichtiger Grund für die Einführung der Fusionskontrolle in Deutschland im Jahre 1973 genannt. Damit kann die Kartellbehörde nach § 36 (1) GWB eine marktbeherrschende Stellung verhindern, es sei denn die Unternehmen können eine Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen nachweisen. Seit 1990 gibt es auch dazu im Artikel 1, Absatz 2 der EG-Fusionskontrollverordnung eine Fusionskontrolle durch die europäische Kommission, die alle Unternehmenszusammenschlüsse mit grenzüberschreitenden Auswirkungen überwacht.[12]
Tatsache ist, dass obwohl Fusionen zu einer Erhöhung der Marktmacht in einer Industrie führen, das Wettbewerbsrecht kein grundsätzliches Verbot von Fusionen kennt. Kann bereits vor der Fusion oder als Folge der Fusion eine hohe Marktmacht nachgewiesen werden, dann stellt sich das Problem der Abwägung zwischen den möglichen positiven und negativen Effekten einer Fusion. Die Wettbewerbsbehörde hat nach Feststellung aller Effekte zwei Möglichkeiten:
1. Die Fusion verbieten, obwohl sie volkswirtschaftliche Vorteile im Markt hervorruft und der daraus entstehende Wohlfahrtsverlust geringer sein dürfte (Fehler 1. Ordnung) oder
2. die Fusion zulassen, obwohl Marktmacht nachweisbar ist und die negativen Effekte gegenüber den Effizienzvorteilen überwiegen (Fehler 2. Ordnung).[13][14]
Eine weitere und ausführlichere Darstellung der Wettbewerbspolitik ist an dieser Stelle entbehrlich.
Zusammenfassend sind bei vertikalen Fusionen potenzielle wettbewerbsschädigende Auswirkungen festzustellen. Diese Aussage wird von den Vertretern der Chicago School nicht geteilt. Im Gegenteil sind vertikale Fusionen wettbewerbsneutral oder sogar wettbewerbsfördernd. Als Ergebnis dieser Seminararbeit ist die Profitabilitäts- und Wohlfahrtserhöhung beim zweiseitigen Monopol. Positive Effekte von vertikalen Fusionen sind auch in andere Marktformen möglich, sofern die doppelte Marginalisierung vermieden werden kann oder andere Effizienzvorteile erzielt werden.
Allerdings weisen neuere wissenschaftliche Beiträge (z.B. Salop & Scheffman, 1983) auf mögliche Effizienznachteile hin, die aus der vertikalen Diskriminierung von Konkurrenten entstehen können.[53] In dieser Arbeit wurden wettbewerbspolitische Bedenken zu vertikalen Fusionen aufgezeigt, die ein erhebliches Gefahrenpotenzial des Wettbewerbs darstellen.[54] In wie weit sich die Wettbewerbspolitik aus der Bildung von vertikalen Fusionen heraushalten sollte, darüber gibt es bis heute keine einheitliche Meinung.
Die Unternehmensaktivitäten weiten sich zunehmend auf den ganzen Globus aus und werden dadurch immer größer und komplexer. Infolgedessen führt die Globalisierung dazu, dass Unternehmen der heutigen Zeit mehr denn je mit Fusionsgedanken konfrontiert werden.
Die vorliegende Seminararbeit hatte zum Schwerpunkt einen theoretischen Überblick des komplexen und umfangreichen Stoffes zu vertikalen Fusionen zu schaffen. Dabei stellten die Marktkonzentration, die vertikale Diskriminierung und die Profitabilitäts- und Wohlfahrtseffekte die wohl bedeutendsten Aspekte dar. Ein Ende in der Entwicklung von vertikalen Unternehmenszusammenschlüssen ist weder durch die Wettbewerbspolitik noch durch die ökonomische Theorie abzusehen.
Literaturverzeichnis
BORK, ROBERT-HANS (1978): The Antitrust Paradox, New York, 1978.
BROCKHAUS (1968): Enzyklopädie, 17. Aufl., 6. Band, F.A.Brockhaus Wiesbaden, 1968.
BÜHLER, STEFAN / JAEGER, FRANZ (2002): Einführung in die Industrieökonomik,
Springer-Verlag, Berlin Heidelberg, 2002.
BÜHNER, ROLF: Unternehmenszusammenschlüsse: Ergebnisse empirischer
Analysen, Carl Ernst Poeschel Verlag, Stuttgart, 1990.
FELL, ULI (2001): Vertikale Integration und vertikale Gegenmacht, P.C.O.-Verlag,
Bayreuth, 2001.
FRANCK, EGON / MEISTER, URS (2006), et. al.: Vertikale und horizontale Unterneh-
menszusammenschlüsse, in: Bernd, W. Wirtz (Hrsg.): Handbuch, Mergers & Acquisi-
tions Management, 1. Aufl., Gabler Verlag, Wiesbaden, 2006, S. 81-105.
