Verwandlungen - Kim Sine - E-Book

Verwandlungen E-Book

Kim Sine

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Beschreibung

Sechs erotische Geschichten, die alle mit einem zu tun haben: dem Andersein, dem Anderswerden:
 
Das Geheimnis einer Stewardess. Eine Obsession
 
Die Anbahnung eines Geschäfts - und einer Beziehung?
 
Eine Bestie als Thronfolger und die Rache der Mätressen
 
Verkauft - der Albtraum eines Mannes...
 
Wer kennt nicht das Märchen von Aschenputtel? Diese Version ist aber anders
 
Eine scheinbar einfach Aufgabe - mit Folgen
 
 
 
Jugendschutzhinweis: Im realen Leben dürfen Erotik und sexuelle Handlungen jeder Art ausschließlich zwischen gleichberechtigten Partnern im gegenseitigen Einvernehmen stattfinden. In diesem eBook werden fiktive erotische Phantasien geschildert, die in einigen Fällen weder den allgemeinen Moralvorstellungen noch den Gesetzen der Realität folgen. Der Inhalt dieses eBooks ist daher für Minderjährige nicht geeignet und das Lesen nur gestattet, wenn Sie mindestens 18 Jahre alt sind.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2017

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KIM SINE

Verwandlungen

Erotische Stories

Copyright (Cover und Text) © 2017 Kim Sine

Stewardess

Die Begegnung

Prinz Albert Manuel

Bruchlandung

Arschenputtel

Die Aufgabe

 

 

Stewardess

Die Firmenzentrale… Allerheiligstes einer Firma, die uns schlecht behandelt, die uns vorschreibt, wie wir uns geben müssen, die uns ohne Rücksicht auf Privates vorgibt, wohin, wann und wie oft wir fliegen müssen. Eine Firma, die uns überwachen lässt, die immer wieder Kontrolleure einschmuggelt, um alle, die für sie arbeiten – ob Piloten, Stewardessen oder Bodenperson – zu überprüfen. Vorgeblich, um die Qualität des Services zu verbessern, aber in Wirklichkeit, um jeden Mann und jede Frau unter Kontrolle zu haben. Um dafür zu sorgen, dass jeder tut, was sie von ihm verlangen. Ein Job, den ich eigentlich hassen müsste. Aber ich liebe ihn, weil man mir eben vorschreibt, wie ich zu sein und auszusehen habe.

 

Ich sehe mich nun in einem der bequemen, riesigen, weichen Ledersessel selbst sitzen, weil sich der beleuchtete Raum in den riesigen Fenstern spiegelt. Ich bin eine schlanke, zierliche, fast schon klein zu nennende Frau, gerade noch über der Grenze, die die Firma als Mindestkörpergröße für fliegendes Personal bestimmt hat. Auch heute trage ich meine volle Uniform, obwohl sie mich freigestellt haben: ein rotes Kostüm, bestehend aus einem körpernahe geschnittenem, sehr stark tailliertem Blazer mit gerade zwei Knöpfen. Der dazu gehörende Rock, ebenfalls in Rot, der Firmenfarbe, ist so knapp geschnitten, dass man bei jedem Schritt unter dem Stoff die Bewegung meiner Pobacken und die Muskeln auf meinen Schenkeln erkennen kann. Außerdem ist er so kurz, dass er weit über meine Schenkel nach oben gerutscht ist. Aber Stewardessen sollen ja sowieso nicht sitzen, außer bei Start und Landung. Sie müssen vor allem repräsentieren und das können sie am besten, indem sie stehen, gehen und sich bewegen. So wurde es uns allen in der Ausbildung gesagt.

 

Ebenfalls dazu gehört die hautfarbene Strumpfhose in nur 12den, so dünn und zart, dass ich manchmal das Gefühl habe, dass ich überhaupt nichts an meinen Beinen trage. Selbst im Winter darf ich keine wärmere, stärkere tragen. Strümpfe sind sowieso verboten, egal, welche. Auch heute trage ich meine High Heels, ebenfalls in roter Firmenfarbe. Ich kenne genau die Absatzhöhe, nämlich exakt 4 Zoll. Niedrigere Absätze zu tragen, ist uns nicht gestattet – etwas, das sogar in meinem Anstellungsvertrag beinhaltet ist. Egal, wie groß die Füße der Stewardess sind, die 4 Zoll sind fix. Etwas, das mir mit den recht kleinen Füßen eine steilere, schmerzhaftere Stellung abverlangt und vor allem nach Flügen, die über zwanzig oder mehr Stunden gehen, starkes Unwohlsein und fehlendes Gefühl in den Füßen und Zehen verursacht.

 

Selbst Kosmetika sind uns vorgeschrieben: Rote Fingernägel, die auch wieder der Firmenfarbe entsprechen, wobei die Nägel selbst nicht zu lange sein dürfen. Ich trage stets künstliche Nägel, weil meine natürlichen zum Brechen neigen, eine Schwierigkeit, die ich mit vielen meiner Kolleginnen teile. Meine Augen müssen genau in einer bestimmten, eher dezenten Weise betont sein: Maskara, Augenbrauenstift, ausgezupfte Augenbrauen, Eyeliner und was sonst noch der Betonung der Augen dient, sind genauso Vorschrift wie deckendes Gesichtsmakeup. Am meisten und am wichtigsten ist der knallrote Lippenstift, auf den die Firma am meisten Wert legt. Er muss stets perfekt sein, etwas, das sich nur mit recht großem Aufwand erreichen lässt.

 

Die Firma verlangt von uns allen ständiges Lächeln und ein Verhalten gegenüber den Passagieren, das schon fast an Kriecherei und Sklaventum grenzt. Wir müssen stets schick, ausgeruht und freundlich sein, selbst, wenn spezielle Situationen eintreffen. Manchmal hasse ich das alles: den langen, ewigen Dienst, das ständige sich selbst überprüfen, die verlangte Perfektion, das perfekte Aussehen – und den ganzen Betrieb, begonnen von lästigen, anzüglichen und nervenden Piloten und Passagieren bis hin zum Lärm, zur schlechten Luft und den kurzen Nächten. Und trotzdem liebe ich meinen Job wieder, verlange nahezu nach ihm, schreie nach ständiger Überwachung, nach Sklaventum in sehr moderner Form und – vor allem – nach meiner gesamten Uniform, vor allem nach meinem Rock und meinen Schuhen, meiner Strumpfhose, nach Kosmetika und allem anderen, das zu meinem Frau und Stewardess Sein gehört. Wenn wir gelandet sind und unsere ganze auffallende Gruppe den Flughafen verlässt, ich mitten zwischen ihnen, genauso lächelnd und in Rot wie alle anderen, auf dünnen, hohen Absätzen in Richtung Ausgang stöckelnd, weil das sogar am Flughafen, nach dem Ausstieg so sein muss.

 

Habe ich dann einen oder zwei Tage frei, die Sechstageswoche ist der Normalfall, dann neige ich Einsamkeit zu endlosen Stadtspaziergängen, zu Sport und zum Besuch von Sehenswürdigkeiten. Um mich schon am ersten Abend oder spätestens nach leeren, einsamen Nächten wieder in meinen Job in High Heels und Weibchenkleidung zurück zu sehnen. Oft werde ich gefragt, ob ich Interesse an einem One-Nightstand, so wie viele meiner Kolleginnen und Kollegen, dann lehne ich stets ab. Geht die ganze Stewardessengruppe gemeinsam aus, dann gehe ich mit, um meist früher als die anderen in mein Hotelzimmer zurück zu kehren.

 

Schon als Kind nahmen mich meine Eltern oft genug zum Flughafen mit, meist, wenn Vater auf eine seiner Dienstreisen ging. Schon damals bewunderte und besah ich mir die Damen, die damals noch konventioneller und weniger sexy als in der Fluglinie, für die ich arbeite, angezogen waren. Aber ihre Erscheinung, sehr weiblich, die Uniform und ihre sorgfältig zur Schau getragene, massive Weiblichkeit brachten mich dazu, sie zu bestaunen. Etwas, das Kindern viel eher verzeiht wird als Erwachsenen. Manchmal blieben dann mehrere von ihnen stehen und begrüßten mich, nannten mich ein braves, aber neugieriges Kind und einige Male strich eine von Ihnen über meinen Kopf. Bald träumte ich davon, mit ihnen, in ihrer Gruppe zu gehen. Als eine von ihnen.

 

Mit Vierundzwanzig war ich erwachsen und hatte meinen High School Abschluss. Ich hatte schon eine eigene Wohnung, die Vater und Mutter – mit samt einem bedeutendem Taschengeld für meine anderen Ausgaben – bestritten. Nicht aus den Augen verloren hatte ich jedoch mein Ziel, Stewardess zu werden. Ich studierte die Uniformen von Fluglinien, bewarb mich bei mehreren von ihnen, vor allem bei denen, wo ich das Gefühl hatte, dass sie sehr auf das Äußere ihrer Flugbegleiter achten würden – und wurde bei derjenigen, bei der ich noch angestellt bin, zu einer zweijährigen Ausbildung aufgenommen. Bei diesem Termin hatte ich mich schon sehr weiblich angezogen, mit Kostüm, Strümpfen, Stöckelschuhen, dezent geschminkt, darum bemüht, mich nicht zu sehr jetzt schon an die Gegebenheiten der Linie anzupassen.

 

Ich schloss als Klassenbeste ab und wurde auf eine der großen Boeing 777 in den Transatlantik Verkehr versetzt. Ich war in dem Team, das meist zusammenblieb, eine von fünfzehn Stewardessen. Ich machte meine ersten Erfahrungen, positiver und negativer Art, unterlag genauso wie die anderen der Kontrolle der Prüfer und war glücklich. Vor allem weil ich mir meinen größten Wunsch, der, an dem ich schon oft genug gezweifelt hatte, erfüllt hatte. Meine Wunschkleidung zu tragen, angeschaut werden, wenn ich alleine oder in der Gruppe durch den Flughafen ging. Und damit auch noch Geld zu verdienen, in einem Zustand, der zwar oft genug lästige und komplizierte Pflicht, aber trotzdem extrem sexy und für mich eine ständige Quelle der Erregung war.

 

Bis zum Tag, an dem das linke Triebwerk der Boeing kurz nach dem Start in Brand geraten war. Ein normaler Start, bevor die Maschine aufsteigen würde, doch dann, ich war gerade im hinteren Bereich der Maschine auf einer der Crewsitze angegurtet und wir unterhielten uns zu viert, blieb der große Vogel überraschend stehen, abgebremst vom Kapitän oder Copiloten. Eine Durchsage aus dem Cockpit ertönte fast sofort, der Kapitän: „Cabin Crew, Notevakuierung! Bitte verlassen Sie unverzüglich die Maschine. Es besteht Brandgefahr!“

Wir schnallten uns ab, standen auf und öffneten die hinteren Notausgänge. Plötzlich roch ich auch den dichten Rauch, der vom Triebwerk aufstieg. Es musste lichterloh brennen. Wir halfen den Passagieren, die nahe der Panik waren, trotz unserer eigenen, sofort empfundenen Panik, zu den Rutschen, instruierten sie, so gut es möglich war.

 

Bald waren alle aus der Maschine, doch als ich meine eigenen Schuhe auszog, um selbst aus der Maschine über die Notrutsche zu kommen, erhielt ich einen heftigen Schlag in den Rücken. Ich stürzte und mein Rock wurde über meine Oberschenkel nach oben gerissen, direkt neben dem Kapitän und dem Copiloten. Ich wusste sofort, obwohl ich schnell reagierte, ihn nach unten zog und wieder aufstand: sie hatten gesehen, was sie nicht hätten sehen dürfen. Ich war geliefert, wusste ich. Es war vorbei, musste vorbei sein. Sie würden es nicht verstehen, nicht akzeptieren!

 

Schon zwanzig Minuten später hatte man mich vom Dienst suspendiert, natürlich unbezahlt. Sie bestellten mich für den übernächsten Tag in die Firmenzentrale, vorgeblich, um mir ihre Entscheidung mitzuteilen. Aber in Wirklichkeit konnte es nur die fristlose Kündigung sein, die sie aussprechen würden. Vor Anwälten natürlich, denn sie würden nichts dem Zufall überlassen. Ich ging an diesem Abend in meine einsame Wohnung, nahm ein Vollbad, um den Rauchgeruch aus meinen langen Haaren und aus meiner Haut zu bringen, während meine Kolleginnen auf eine Ersatzmaschine wechselten. In der Badewanne liegend begann ich zu weinen, vor Frust und wegen des Verlusts meines bisherigen Lebens.

 

Am nächsten Tag, ich hatte kaum geschlafen und ging mit Hose und alten Klamotten außer Haus, um das Dringendste an Lebensmittel zu kaufen, sah ich die Tageszeitung vor der Türe der Nachbarwohnung liegen. Darauf ein großes Bild von der brennenden 777. Ich nahm das Blatt hoch, faltete es auseinander und starrte mir selbst ins Gesicht. Sie hatten von mir ein Foto veröffentlicht, ein Foto, das während der Evakuierung entstanden sein musste. Ein Foto, das mich und den kleinen Jungen, dem ich geholfen hatte, sich in Sicherheit zu bringen, zeigte. Ich hatte seine Eltern nicht gefunden, aber dem weinenden Kleinkind seinen Teddybären gebracht, der am Boden der Maschine zurück geblieben war. Darunter, unter dem Foto stand ‚Eine der attraktiven Katastrophenhelferinnen! Wie eine Frau hilft, das Schlimmste abzuwenden und dabei an die Schwächsten denkt!‘

Buddha, dachte ich, hilf mir morgen!