Vier Hochzeiten und ein Ex - Poppy J. Anderson - E-Book
Beschreibung

Blair kann es nicht fassen! Ihre Collegefreundin Harper bringt sie nicht nur dazu, für deren Hochzeit von New York nach Schottland zu fliegen, sondern erwartet von ihr zusätzlich, das wohl scheußlichste Brautjungfernkleid aller Zeiten zu tragen. Und als wäre das nicht schlimm genug, befindet sich unter den Hochzeitsgästen auch noch Blairs Exfreund Jake! Umgeben von Schafen, Dudelsackspielern und alten Burgen tut Blair ihr Bestes, um Jake aus dem Weg zu gehen, doch das ist leichter gesagt als getan, denn Jake denkt gar nicht daran, Blair zu ignorieren. Außerdem spürt Blair noch immer dieses Kribbeln, wenn Jake in ihrer Nähe ist. Bevor sie sich jedoch Gedanken um ihre Gefühle für ihn machen kann, nimmt das Wochenende eine Wendung, mit der sie niemals gerechnet hätte. "Vier Hochzeiten und ein Ex" ist der erste Band der "Just married"-Reihe von Spiegelbestsellerautorin Poppy J. Anderson.

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Seitenzahl:368

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Beliebtheit


Vier Hochzeiten und ein Ex

Poppy J. Anderson

Inhalt

Bücher von Poppy J. Anderson

Copyright

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Epilog

„Vier Hochzeiten und ein Highlander“

Nachwort

Weitere Buchreihen der Autorin

Die New York Titans ReiheDie Fitzpatrick ReiheDie Hailsboro ReiheDie Ashcroft SagaDie Taste of Love Reihe

1. Auflage Februar 2018

Copyright © 2018 by Poppy J. Anderson

Covergestaltung: Catrin Sommer rausch-gold.com

Unter Verwendung von © Alexander Raths – shutterstock.com

© Ksw Photographer – shutterstock.com © NemesisInc – shutterstock.com © Panda Vector – shutterstock.com © Alexander_P – shutterstock.com © lineartestpilot – shutterstock.com © Yuyula – shutterstock.com

Korrektorat: SW Korrekturen e.U.

www.poppyjanderson.de

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin. Personen und Handlung sind frei erfunden, etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Markennamen sowie Warenzeichen, die in diesem Buch verwendet werden, sind Eigentum ihrer rechtmäßigen Eigentümer.

Poppy J. Anderson

c/o copywrite Literaturagentur

Georg Simader

Woogstr. 43

60431 Frankfurt

Prolog

Ist es wirklich in Ordnung, wenn ich mit dir komme? Es ist immerhin Weihnachten.“

„Eben! Es ist Weihnachten, Blair. Deshalb lasse ich meine Mitbewohnerin und beste Freundin sicherlich nicht alleine im Wohnheim sitzen. Natürlich kommst du mit. Meine Mom freut sich bereits, uns bekochen zu dürfen. Und ich freue mich, die neunstündige Fahrt nicht allein mit meinem Bruder antreten zu müssen.“ Mit der gleichen Effizienz, mit der sich Harper auf ihre Klausuren vorbereitete oder sich einen Überblick über das Mensaessen verschaffte, verstaute sie nun ihre Habseligkeiten in ihrem Koffer.

Blair war sich sicher, dass kein einziger Kadett in West Point einen dermaßen ordentlich gepackten Koffer vorweisen konnte wie Harper, die eigentlich perfekt für eine militärische Laufbahn geeignet gewesen wäre. Mit ihr an der Spitze des Generalstabes wäre jede militärische Krise in Windeseile gelöst gewesen.

Blairs Mitbewohnerin war ein Genie, was Organisation und Planung betraf. Außerdem war sie ein Pitbull, wenn sie sich einmal in etwas festgebissen hatte – ob es nun der ehrgeizige Plan war, ihren Philosophieprofessor wegen einer besseren Note zu bequatschen, das Waschmaschinenverbot im Wohnheim aufheben zu lassen oder eine Notiz wiederzufinden, die Blair irgendwo in ihren Unterlagen vergraben hatte.

Im Gegensatz zu Harper war Blair eher chaotisch. Und sie bügelte ihre Socken nicht, wie es Harper anscheinend tat.

„Sind das etwa gebügelte Socken?“ Blair spähte in die akribisch gepackte Reisetasche ihrer Freundin.

Ihre eigene war erst halb gepackt und lag umgekippt neben dem Bett. Gebügelt war so gut wie nichts. Vielleicht sollte sie wenigstens ihre Blusen vorher bügeln und noch ein Kleid einpacken, fragte sich Blair verzagt, schließlich wollte sie auf die Familie ihrer Mitbewohnerin und Freundin einen guten Eindruck machen.

Nachdenklich betrachtete sie das Innere von Harpers Tasche und schnappte nach Luft. „Sag mir nicht, dass du deine Zahnbürste luftdicht verpackt und eingeschweißt hast, Harper!“

„Ich habe meine Zahnbürste lediglich in eine kleine Plastiktüte gepackt, schließlich möchte ich, dass meine Kosmetikartikel die Fahrt ohne Blessuren überleben.“

Angesichts des ernsthaften Tonfalls ihrer Freundin verdrehte Blair die Augen.

Um sich jedoch nicht länger über Harpers Kontrollsucht zu unterhalten, wechselte sie lieber das Thema. Sie zog die Beine an, umschlang diese mit den Armen und ignorierte die wohldurchdachte Ordnung ihrer Freundin. „Mac will mit ihrem Freund Schluss machen, wenn sie zu Hause ist.“

„Woher weißt du das denn?“ Geradezu erschrocken sah Harper sie an und hielt dabei inne, einen Pullover auf Flusen zu untersuchen.

Schulterzuckend erwiderte Blair: „Wir haben uns gestern Abend in der Bibliothek getroffen. Anscheinend war ich nicht die Einzige, die ihren Aufsatz auf den letzten Drücker geschrieben hat.“ Fröhlich blinzelte sie Harper zu, die abfällig schnaubte, jedoch keine Standpauke vom Stapel ließ, wie wichtig es sei, Arbeiten fristgerecht einzureichen.

„Wieso will sie mit ihm Schluss machen? Edward ist ein sehr netter Mann.“

„Du weißt aber schon, was man über Männer sagt, die nett sind, oder?“

Harper schien sie gar nicht gehört zu haben. „Edward Rogers hat einen großartigen Notendurchschnitt, er ist in der Tennis-Auswahlmannschaft seiner Universität, nach seinem Abschluss wird er in der Kanzlei seines Vaters arbeiten und er ist sehr familienverbunden.“

Blair ließ ein übertriebenes Gähnen hören.

Nachdem Edward Rogers vor wenigen Monaten zu Besuch nach Wellesley gekommen war, um seine Freundin Mac zu sehen, schwärmte Harper in einer Tour von dem ehrgeizigen Studenten, während Blair ihn grauenvoll langweilig fand. Selbst seine eigene Freundin schien sich ihrer Meinung anzuschließen. Warum sonst sollte Mac in den Ferien mit ihm Schluss machen wollen?

„Mac könnte es schlechter treffen.“

„Mac ist neunzehn, Harper. Und sie trägt seit Kurzem ein Nasenpiercing. Glaubst du, dass sie Lust auf einen Freund hat, der jetzt bereits einen Lebensplan entwirft und sich Gedanken darum macht, welches Aktienpaket zu ihm passt?“

Anscheinend brachte ihr Kommentar Harper dazu, das Thema zu wechseln. Wie nicht anders zu erwarten, kräuselte sie missbilligend ihre Nase. „Ich kann noch immer nicht glauben, dass ihr euch habt piercen lassen. Weißt du eigentlich, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Bauchfellentzündung nach einem Nabelpiercing ist? Zum Glück ist Lucy vernünftig geworden, bevor ihr sie zu diesem Augenbrauenring überreden konntet.“

Belustigt schob sich Blair eine Haarsträhne zurück. „Lucy war Feuer und Flamme für ihren Augenbrauenring, aber dann hast du ihr von eitrigen Wunden und Blutvergiftungen erzählt.“

Tatsächlich mussten sie vier einen ziemlich kuriosen Eindruck auf den stark tätowierten Mann gemacht haben, als sie alle in seinem Studio gestanden hatten. Einzig Mac und sie hatten sich letztendlich getraut, Körperschmuck zu tragen, da Lucy einen Rückzieher gemacht hatte. Als Küken unter den vier Freundinnen war sie jedoch leicht zu beeinflussen gewesen – schließlich hatte Harper pausenlos von Komplikationen und verstümmelten Gliedmaßen gesprochen, bis Lucy beinahe gekotzt hätte.

„Ihr könnt von Glück reden, dass ihr keine Blutvergiftung bekommen habt.“ Harper runzelte die Stirn. „Stell dir nur vor, was alles hätte passieren können! Mit einer Blutvergiftung hättet ihr euch ins Krankenhaus einweisen lassen müssen und somit viel Zeit fürs Lernen verpasst und ...“

Blair unterbrach Harper, bevor diese noch nervöse Zuckungen hätte entwickeln können. „Bei einer Blutvergiftung hätte ich mir eher Gedanken um mögliche Amputationen als ums Lernen gemacht.“

„Apropos Lernen.“ Harper sah sie mit der Strenge einer Internatsleiterin an. „Hast du deine Bücher eingepackt? Auf der Fahrt können wir uns gegenseitig abfragen. Für Philosophie muss ich noch etwas tun und du solltest nach deiner Chemieprüfung unbedingt eine bessere Note im Mündlichen bekommen.“

Mit einem übertriebenen Stöhnen ließ sich Blair nach hinten aufs Bett fallen. „Ich habe nicht einmal meine Unterhosen eingepackt, Harper!“

„Mein Bruder wird in einer Stunde hier sein, um uns abzuholen!“

„In einer Stunde habe ich meine Tasche zehnmal gepackt und mir dreimal die Haare gewaschen“, warf sie ein. „Kein Grund zur Eile.“

Während sie an die Decke ihres Zimmers starrte, fragte sich Blair, ob es eine gute Idee gewesen war, Harpers Einladung anzunehmen. Sie kannte weder Harpers Eltern noch ihren Bruder, der in Dartmouth studierte und sie abholen würde, um sie beide in seinem Auto mit nach Ohio zu nehmen. Weihnachten war das Fest der Familie. Und obwohl Harper in den wenigen Monaten, in denen sie beide nun zusammen wohnten und studierten, zu ihrer besten Freundin geworden war, wollte sich Blair nicht aufdrängen.

Noch weniger verlockend war jedoch die Aussicht, Weihnachten allein im Wohnheim zu verbringen. Blairs Dad verbrachte Weihnachten und Silvester nämlich mit seiner neuen Freundin auf Barbados und Blairs Mom ...

Da Blair ihre Mom zum letzten Mal gesehen hatte, als sie zwölf Jahre alt gewesen war, konnte sie nicht einmal sagen, wo ihre Mom zurzeit war und was sie machte.

Verdammt!

Blair verzog den Mund, weil ihre verkorkste Familiengeschichte es schaffte, ihre ersten Weihnachtsferien auf dem College zu vermiesen.

„Ich hab dich lieb, Blair, aber wenn du nicht langsam packst, muss ich es für dich tun.“ Harpers ungeduldige Stimme riss sie aus ihren Gedanken heraus.

Weil sie nicht Gefahr laufen wollte, dass Harper das Geschenk entdeckte, das sie von ihr zu Weihnachten bekommen würde, sprang Blair vom Bett auf und beeilte sich, ihre Sachen selbst in den Koffer zu stopfen. Währenddessen machte Harper ihrem Ruf als Organisatorin alle Ehre, als sie Blair die Kopie einer Straßenkarte vorlegte, auf der sie alle Tankstellen mit annehmbaren Toiletten gekennzeichnet hatte – für die gesamten siebenhundert Meilen, die sie hinter sich bringen würden, um zu Harpers Eltern zu fahren.

Ihren Eltern hatte sie ebenfalls ein Geschenk besorgt und sogar für ihren Bruder etwas gekauft, obwohl sie ihn noch gar nicht kannte. Jedoch gebot es die Höflichkeit, der Familie ihrer Freundin eine Kleinigkeit zu schenken, wenn sie mit ihr Weihnachten feiern durfte. Blair hoffte, dass sich Harpers Eltern über das gerahmte Foto ihrer Tochter freuen würden, und was Harpers Bruder anging, glaubte sie, dass der Ingenieursstudent das Buch über europäische Bauwerke sicherlich interessant finden würde.

Das Geschenk, das sie Harper geben würde, war persönlicher. Und vielleicht sogar etwas kitschig, aber das war Blair egal. Sie wusste, dass Harper die kleine Kette mit dem Anhänger lieben würde, in dem zwei Fotos steckten. Ein Foto von ihnen beiden und auf der anderen Seite ein Foto von allen vieren – Lucy, Mac, Harper und ihr, als sie zusammen auf einer Verbindungsparty gewesen waren. Auf die Rückseite des filigranen Medaillons hatte sie Harpers Namen eingravieren lassen und in die übrigen drei genau identischen Medaillons jeweils die anderen Namen, denn auch Mac und Lucy würden eines von ihr geschenkt bekommen. Und sich selbst hatte sie auch eines gekauft, schließlich hatte ihr Dad gesagt, sie solle sich von dem Geld etwas Schönes zu Weihnachten kaufen – sozusagen eine Entschädigung dafür, dass er mit seiner neuen und vermutlich viel zu jungen Freundin am Strand lag, während Blair allein blieb.

Nicht, dass es ihr viel ausmachte, immerhin, war es nicht das erste Mal, dass ihr Dad ihr eine Abfuhr erteilte und ihr einen Scheck gab, um sie über sein fehlendes Interesse hinwegzutrösten. Anstatt die tausend Kröten fürs Teleshopping auf den Kopf zu hauen, hatte sie die hübschen Medaillons und die Geschenke für Harpers Familie gekauft.

Außerdem würde sie sich an den Spritkosten beteiligen, da sie wusste, dass weder Harper noch ihr Bruder sehr flüssig waren. Im Gegensatz zu ihr, deren Dad die Studiengebühren vermutlich aus der Portokasse zahlte, war Harper dank ihrer ausgezeichneten Noten und eines Stipendiums nach Wellesley gekommen.

Und sie ging verdammt verantwortungsvoll mit dieser Möglichkeit und ihrem Stipendium um, was ein Blick auf den ordentlichen Schreibtisch an der gegenüberliegenden Ecke ihres gemeinsamen Zimmers offenbarte. Angesichts der farblich sortierten Ordner und der akkurat beschriebenen Blätter an den Wänden musste Blair lächeln. Während Harper detaillierte Lernpläne mit Uhrzeiten, Pausenzeiten und Themenkomplexen an ihre Wand gehängt hatte, klebte an ihrer Wand ein fast lebensgroßes Poster von Jim Morrison.

Es war kaum zu glauben, dass sie von Anfang an wie Pech und Schwefel gewesen waren und sich angefreundet hatten. Harper war ihre beste Freundin, auch wenn sie gerade darüber lamentierte, dass Blair ihre Schuhe imprägnieren musste, damit sie nicht nass wurden und ihr eine Erkältung bringen würden.

Lachend stopfte Blair ungebügelte Unterhosen in ihre Tasche und schätzte sich glücklich, eine Freundin zu haben, die sich um ihre nassen Füße Sorgen machte.

Kapitel 1

Zwölf Jahre später

Montag

Mach dich nicht verrückt, Blair. Er wird nicht in der gleichen Maschine sitzen wie du. Entspann dich!

Blair Hamilton reckte den Kopf in die Höhe, um über die Sitzplätze vor sich hinweg zu spähen und den Eingang des Flugzeugs im Auge zu behalten. Ihr Verstand sagte ihr zwar, dass Jake ganz unmöglich mit diesem Flugzeug nach Schottland fliegen würde, aber ... nun ja ... was Jake betraf, konnte sie nie sicher sein. Er war meistens für eine Überraschung gut. Spätestens morgen würde sie ihn sowieso wiedersehen, jedoch wollte sie wenigstens die kommenden sieben Flugstunden allein sein. Das Schicksal wäre nicht so grausam, ihren Ex im gleichen Flieger zu platzieren.

Jedenfalls hoffte sie das.

Unruhig rutschte sie auf ihrem Sitz herum und zog den Anschnallgurt enger, bevor sie nach den Bordjournalen in der Sitztasche vor sich griff und diese hektisch durchblätterte. Dass ihre Finger zitterten und sie selbst ständig aufsah, um die anderen Passagiere in Augenschein zu nehmen, die mit ihren Trolleys durch den engen Flugzeugflur liefen und ihre Plätze suchten, sagte Blair, dass sie in den kommenden Tagen ein nervliches Wrack sein würde.

Verflucht! Warum hatte sie Harper nicht unauffällig gefragt, welchen Flug Jake nach Schottland nahm? Dann würde sie jetzt nicht hier sitzen und sich so nervös verhalten, dass man sie für eine Flugzeugentführerin halten könnte, wenn sie sich nicht langsam beruhigte. Nicht auszudenken, wie sehr Harper ausflippen würde, wenn Blair in New York verhaftet und daran gehindert werden würde, nach Schottland zu fliegen, weil Homeland Security sie für eine Terroristin hielt.

Blair ließ ihre Handknöchel knacken und seufzte innerlich.

Ein älteres Ehepaar betrat gerade das Flugzeug und wurde von einer lächelnden Stewardess begrüßt, während ein anderer Passagier sein Bestes tat, um seinen riesigen Trolley in das obere Gepäckfach zu wuchten, und dabei fast einen anderen Passagier am Kopf getroffen hätte.

Blair verdrehte die Augen und konnte sich ein winziges Grinsen nicht verkneifen. Sie flog nicht besonders gerne, vor allem dann nicht, wenn sie einen Platz am Gang hatte – so wie heute. Ständig wurde man angerempelt, lief Gefahr, von einem Gepäckstück erschlagen zu werden, oder wurde vom Servierwagen am Knie getroffen, sobald der Service durch den Gang lief.

Wenn sie zusammen mit Jake geflogen war, hatte er immer den Gangplatz genommen, weil er ganz genau wusste, wie ungern sie dort saß. Unwillkürlich musste sie lächeln, als sie daran dachte, dass er bei ihrem letzten gemeinsamen Flug die Flugmeilen seiner Firmenkreditkarte dazu benutzt hatte, um sie beide in die Businessclass upzugraden, weil es nur noch Plätze am Gang gegeben hatte. Dabei war es nicht einmal ein langer Flug gewesen! Sie waren nach Pittsburgh zur Hochzeit seiner Cousine geflogen und hatten nicht einmal zwei Stunden im Flieger gesessen. Aber Jake hatte ihr einen Fensterplatz besorgt.

Das war süß gewesen.

Weniger süß war gewesen, dass sich beide nach dem Wochenende und nach der Hochzeit seiner Cousine in die Haare bekommen hatten. Schon auf dem Rückflug war die Luft zwischen ihnen zum Schneiden dick gewesen.

Seufzend klappte sie das Journal zu und stopfte es zurück in die Sitztasche.

Im letzten Jahr ihrer Beziehung hatten sie beide mehr gestritten als in den Jahren zuvor. Jede noch so kleine Sache war zum Anlass geworden, sich gegenseitig anzublaffen und sich zu fetzen. Der Versöhnungssex war zwar jedes Mal der helle Wahnsinn gewesen, aber irgendwann kam der Punkt, an dem nicht einmal multiple Orgasmen etwas retten konnten.

„Entschuldigen Sie? Mein Mann und ich sitzen in Ihrer Reihe.“

Blair schaute auf in das runzelige Gesicht der älteren Dame, die gerade zusammen mit ihrem Mann das Flugzeug bestiegen hatte, und fürchtete, dass man ihr ansehen konnte, dass sie soeben an den fantastischen Sex mit ihrem Ex gedacht hatte.

Sie fühlte sich ertappt, weil sie vor ihrem inneren Auge noch immer einen nackten Jake sehen konnte, der sie nach einem Streit auf den Küchentisch gehoben und zum Schreien gebracht hatte, was zu einem unangenehmen Gespräch mit zwei Streifenpolizisten geführt hatte, weil irgendein Nachbar die Cops alarmiert haben musste. New Yorker Wohnungen konnten dann und wann ziemlich hellhörig sein. Jake und sie hatten den beiden Officers erklären müssen, dass niemand bei ihnen gefoltert wurde, sondern dass sie mitten in ihrer Küche Versöhnung feierten und dabei etwas laut geworden waren. Gott, was hatten sie beide gelacht, als die zwei sichtlich amüsierten Polizisten gegangen waren und ihnen noch viel Spaß gewünscht hatten ...

„Miss?“

Peinlich berührt nickte sie schweigend, öffnete den Gurt und erhob sich aus ihrem Sitz, wobei sie sich prompt den Kopf an der niedrigen Decke über sich stieß.

Höflich half sie den beiden mit ihren Gepäckstücken und blieb anschließend im Gang stehen, als das ältere Ehepaar auf ihre Sitzplätze kletterte, bevor sie sich ebenfalls wieder hinsetzte und sich ein weiteres Mal anschnallte. Der kleine Stoß gegen ihren Kopf hatte sie wenigstens wieder zur Besinnung gebracht, da sie nun mit aller Macht die Bilder aus ihrem Kopf verdrängte, die etwas mit heißem, verschwitztem Küchensex zu tun hatten.

Stattdessen spähte sie wieder über die Sitze vor sich und nagte an ihrer Unterlippe herum, während ihr siedend heiß einfiel, dass sie vergessen hatte, eine Strumpfhose einzupacken. Verdammt, das kam davon, dass sie gestern Abend lieber The Biggest Loser hatte schauen wollen, anstatt ihren Koffer zu packen. Nach einem anstrengenden Tag im Büro war es Blair ein Anliegen gewesen, ihre Favoritin Bethany dabei zu beobachten, wie sie sich beim Sport verausgabte und anschließend auf der Waage triumphierte. Der Koffer war eher nebensächlich gewesen. Ergebnis des gestrigen Abends, der in einer Orgie voller Schokokekse und einer Pizza mit Fleischbällchen sowie einer Folge The Biggest Loser geendet hatte, war die fehlende Strumpfhose, denn Blair hatte heute Morgen noch im Büro vorbeischauen müssen und anschließend gerade einmal zwanzig Minuten Zeit gehabt, ihren Koffer zu packen, bevor sie zum Flughafen gefahren war.

Blair konnte nur hoffen, dass Lucy zwei Strumpfhosen dabeihatte und dass Harper nichts davon erfuhr, denn ihre Freundin wirkte etwas gestresst – jedenfalls war das Blairs Eindruck bei ihrem letzten Telefonat gewesen. Obwohl ... wann war Harper nicht gestresst?

„Was tun Sie in Schottland, meine Liebe?“

Blairs Kopf fuhr nach links herum und sie begegnete dem Blick der alten Dame, die neben ihr saß und umständlich in ihrer Handtasche herumkramte, wobei sie mit ihrem Ellenbogen anscheinend mehrmals ihrem Mann in die Seite stach und es nicht einmal zu merken schien. Ob es dieser ebenfalls bemerkte, bezweifelte Blair, weil er gebannt aus dem Fenster sah. Männer waren alle gleich, wenn es um Technik ging. Sobald Jake die Betriebsanleitung irgendeines technischen Geräts in die Finger bekommen hatte, hätte neben seinem Ohr eine Granate explodieren können, er hätte sich nicht stören lassen.

„Eine Freundin heiratet dort“, entgegnete sie daher mit einem schwachen Lächeln.

Wie fast alle Frauen begann ihre Sitznachbarin träumerisch zu seufzen, und ihre Augen glänzten augenblicklich vor lauter Sehnsucht auf, sobald es ums Heiraten ging. „Eine Hochzeit! Wie wunderbar! Es gibt doch nichts Romantischeres als eine Hochzeit.“

„Mhm“, stimmte Blair zu, enthielt sich jedoch jeden weiteren Kommentars. Ihrer Erfahrung nach waren die meisten Hochzeiten stressig, zeitaufwendig und teuer – und die Romantik blieb auf der Strecke. Blair war in den letzten Jahren auf so vielen Trauungen gewesen, dass sie wusste, wovon sie sprach. Allein das Chaos, das sich um die richtige Sitzordnung drehte, konnte ein Paar an den Rand eines Nervenzusammenbruchs führen.

„Ich kann mich an meine Hochzeit noch erinnern, als wäre sie erst gestern gewesen, auch wenn sie schon ein paar Jährchen zurückliegt“, schwärmte die Frau träumerisch und presste ihre Hand gegen ihren wogenden Busen. „Es war ein unvergleichliches Erlebnis, am Arm meines Vaters durch die Kirche zu gehen und vorne meinen Bill zu sehen, der dort auf mich wartete. Er war so gerührt, dass ihm Tränen über die Wangen liefen. Glauben Sie mir, meine Liebe, Sie werden niemals den Blick Ihres Zukünftigen vergessen, mit dem er Sie ansieht, wenn Sie im Brautkleid auf ihn zu schweben.“

Zwar konnte sich Blair trotz einer blühenden Fantasie nicht vorstellen, wie ihre Sitznachbarin auf ihren Mann zugeschwebt war, und angesichts der Tatsache, dass Bill seiner Ehefrau nicht einmal den kleinsten Funken Aufmerksamkeit schenkte, war sie bei den euphorischen Erzählungen eher misstrauisch, nichtsdestotrotz erwiderte sie: „Mhm.“

Die andere Frau bemerkte nicht, dass Blair im Gegensatz zu ihr nicht direkt vom Hochzeitsfieber gepackt war, denn sie plapperte einfach weiter.

„Kirchenmusik, Blumen, der Ringtausch und das Treuegelöbnis. Hach! Und dann das Kleid. Das Kleid! Weißer Satin, herrliche Spitze und ein duftiger Schleier. Ich wusste schon als kleines Mädchen, wie mein Kleid einmal aussehen sollte.“

Während sich die Frau in verklärten Ausführungen über Hochzeitszeremonien im Allgemeinen und über Hochzeitskleider im Speziellen erging und diese mit genießerischen Seufzern untermalte, schwieg Blair. An Hochzeiten liebte sie eigentlich nur die Gratisdrinks.

„Ich liebe Hochzeiten“, beteuerte ihre Sitznachbarin, während sich ihre Wangen röteten und sie so aufgeregt wirkte, als stünde sie selbst in ein paar Tagen vor dem Altar. „Als kleines Mädchen hatte ich dieses Büchlein, in das ich hineingeschrieben habe, wie ich mir meine Hochzeit vorstellte. Ich wollte eine Pferdekutsche, Tauben und eine riesige Torte mit weißem Zuckerguss haben. Immerhin ist der Hochzeitstag der schönste Tag im Leben einer Frau.“

Das Lächeln auf ihrem Gesicht musste grauenvoll gezwungen aussehen, sagte sich Blair und lächelte weiter. Sie würde die nächsten Stunden neben dieser Frau sitzen und wollte sie nicht bereits vor dem Start gegen sich aufbringen, indem sie ihr erklärte, dass fünfzig Prozent aller Bräute nach ein paar Jahren Ehe das Datum ihrer Scheidung als den schönsten Tag ihres Lebens feierten.

„Sind Sie mit der Braut sehr eng befreundet?“

„Sie ist seit dem College meine beste Freundin“, erwiderte Blair und lächelte zum ersten Mal ehrlich, seit ihre Sitznachbarin zu plaudern begonnen hatte. „Im ersten Semester haben wir uns ein Zimmer im Studentenwohnheim geteilt und waren seither unzertrennlich. Sie wohnt zwar mittlerweile in Seattle und ich hier in New York, aber wir sind immer noch sehr eng befreundet.“

„Hach, wie schön!“

Blair stimmte mit einem Nicken zu und verlegte sich darauf, die Sicherheitsbeschreibungen zu studieren, denn sie wollte nicht allzu intensiv darüber nachdenken, dass der Kontakt zu Harper im letzten Jahr ein wenig nachgelassen hatte. Daran konnte sie niemandem als sich selbst die Schuld geben. Auch daran, dass sie Harpers Verlobten Grant bisher nicht einmal kannte. Dabei sollte sie Brautjungfer sein! Große Distanzen waren niemals ein Problem für sie beide gewesen, doch im letzten Jahr war es eine perfekte Ausrede für Blair gewesen, dass sie dreitausend Meilen entfernt lebte, um Telefonaten und Gesprächen mit ihrer besten Freundin aus dem Weg zu gehen.

Das schlechte Gewissen meldete sich wieder und ließ ihren Magen rumoren – jedenfalls hoffte sie, dass es ihr schlechtes Gewissen und nicht etwa die Pizza von gestern oder das Thunfischsandwich von heute Mittag war.

Vielleicht war es auch nur die Aussicht darauf, dass sie als Brautjungfer dem Trauzeugen am Altar gegenüberstehen würde, der niemand Geringeres als Jake sein würde.

Als Harper sie angerufen hatte, um ihr zu berichten, dass sie heiraten würde, hatte sie sie gefragt, ob es für sie in Ordnung wäre, erste Brautjungfer zu sein und damit von Jake begleitet zu werden. Blair hatte sich völlig gelassen gegeben und vor ihrer Freundin beteuert, dass es gar kein Problem sei, mit Jake vor dem Altar zu stehen, aber das war gelogen gewesen.

Natürlich war es ein Problem! Niemand sollte dazu gezwungen werden, mit dem eigenen Ex in unmittelbarem Sichtkontakt vor einem Altar zu stehen, während sich zwei Menschen Treue und ewige Liebe schworen. Aber anstatt Harper darüber aufzuklären, dass sie lieber frisch gepressten Zwiebelsaft getrunken hätte, als mit Jake vor einem Altar zu stehen, hatte sie die Zähne zusammengebissen. Egal, wie groß die Überwindung auch sein würde, für Harper würde sie sich zusammenreißen und niemandem zeigen, wie nervös sie war, zum ersten Mal seit fast einem Jahr ihren Ex zu treffen.

Seit einem Jahr tat sie ihr Bestes, um Jake aus dem Weg zu gehen und ihn aus ihren Gedanken zu verbannen. Um genau zu sein, waren es elf Monate, eine Woche und fünf Tage, seit sie ihn zum letzten Mal gesehen hatte und seit sie die Orte New Yorks mied, von denen sie wusste, dass Jake dort auftauchen konnte. Blair vermisste das kleine Café in Chelsea, in das Jake und sie jeden Sonntag zum Brunch gefahren waren und das sie nicht mehr besuchte, weil sie fürchtete, ihm dort zu begegnen. Sie joggte auch nicht mehr über die High Line, schließlich waren sie beide früher dort immer zusammen zum Laufen gegangen. Und ihre Wäsche brachte sie nicht mehr in den Waschsalon gleich um die Ecke, sondern hatte sich eine Waschmaschine gekauft.

Blair kam sich furchtbar albern vor, immerhin wusste sie nicht einmal, wo Jake wohnte, nachdem er aus ihrer gemeinsamen Wohnung ausgezogen war. All die Winkelzüge, die sie in den vergangenen Monaten durchgezogen hatte, um nicht auf ihn zu treffen, waren völlig unsinnig gewesen, denn morgen würde sie ihn eh wiedersehen.

Einen verlockenden und verführerischen Moment hatte Blair sogar darüber nachgedacht, die Hochzeit ihrer besten Freundin zu verpassen und eine Krankheit oder den Job vorzuschieben, um nicht nach Schottland fliegen zu müssen, aber Blair war kein Feigling. Jake würde sie nicht davon abhalten, an Harpers wichtigstem Tag im Leben dabei zu sein. Himmel, es war schließlich ihre Hochzeit! Blair würde es sich niemals verzeihen, diese Hochzeit zu verpassen, nur weil sie Muffensausen davor hatte, ihrem Ex zu begegnen.

Die nächsten sieben Stunden verbrachte sie damit, ein Stück ungenießbares Hühnchen mit kaltem Kartoffelstampf zu essen, las ein halbes Kapitel, bevor sie es aufgab, weil sie sich nicht auf die Handlung des Krimis konzentrieren konnte, schaute sich einen alten Liebesfilm mit Julia Roberts an und wurde von ihrer Sitznachbarin vollgesabbert, die im Gegensatz zu Blair kein Problem damit hatte, im Flugzeug zu schlafen.

Als die Maschine in Glasgow landete, war Blair übermüdet und stand ein wenig neben sich. Wie ihre Frisur aussah, wollte sie gar nicht wissen, denn es gab generell nicht viel, was sie mit dem unordentlichen Vogelnest auf ihrem Kopf tun konnte.

Und sie fragte sich, was sie sich dabei gedacht hatte, keinen Mietwagen reserviert zu haben, als sie das Terminal mit den Mietwagenfirmen betrat und bemerkte, dass Schottland ein ziemlich beliebtes Urlaubsland zu sein schien, weil vor jeder Mietwagenstation eine ellenlange Schlange stand.

Sie schalt sich eine Idiotin, weil sie nicht daran gedacht hatte, sich vor ihrer Reise um einen Mietwagen zu kümmern, als die ersten drei Autovermietungen ihr nach einer fast endlosen Wartezeit mitteilten, dass es kein Auto gab, das sie für die nächsten Tage hätte mieten können. Während sie gestern Abend im Fernsehen und über einer Packung Kekse verfolgt hatte, wie Bobby – der unsympathische Texaner, der fast zweihundert Kilo wog – aus dem Camp geworfen wurde, weil er heimlich Nachos mit Käsedip gegessen hatte, hatte sich Blair noch gefragt, ob sie mit dem Linksverkehr in Schottland zurechtkommen würde. An die Dringlichkeit, ein Auto im Vorfeld zu mieten, hatte sie dummerweise nicht gedacht.

Glücklicherweise konnte ihr die vierte Mietwagenfirma aushelfen – mit einem winzigen Zweisitzer in der Signalfarbe Rot, mit Gangschaltung und einem nicht existenten Kofferraum. Blair blieb nichts anderes übrig, als das winzige Auto zu nehmen und ihren Koffer auf den Beifahrersitz zu hieven und anzuschnallen, nachdem der Angestellte der Mietwagenfirma alle bereits existierenden Kratzer und Dellen notiert hatte. Auch wenn Blair als New Yorkerin davon ausging, kein Problem mit dem schottischen Verkehr zu haben, obwohl sie seit Ewigkeiten nicht hinter einem Steuer gesessen hatte, hatte sie eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung abgeschlossen.

Sicher war sicher.

Gähnend setzte sie sich auf den Fahrersitz und stellte fest, dass das winzige Auto nicht einmal ihr viel Platz bot, obwohl sie mit rund einem Meter fünfundsechzig nicht zu den besonders großen Menschen dieser Welt zählte. Als sie den Motor startete, war sie sich der amüsierten Gesichter der Mietwagenangestellten bewusst, die sie dabei beobachteten, wie sie ruckelnd über den Parkplatz fuhr.

Dieser Linksverkehr war komplizierter als gedacht, bemerkte Blair, als sie gleich hinter der Ausfahrt des Flughafens auf den ersten Kreisverkehr traf und froh sein konnte, dass sich ein anderes Auto direkt vor ihr befand. Sie wäre nämlich intuitiv in die falsche Richtung gefahren und wäre somit als Geisterfahrer geendet.

Schweißgebadet stieß sie ein Stöhnen aus, als sie wenig später auf der Autobahn war, der sie nun fast eine Stunde lang folgen sollte. Von der Landschaft um sich herum bekam sie nichts mit, weil sie sich darauf konzentrieren musste, keinen Unfall zu bauen, nicht versehentlich in den Rückwärtsgang zu schalten und ihr Auto auf der richtigen Spur zu lassen. Außerdem war sie müde, sie müffelte nach der langen Reise und sie brauchte einen Kaffee. Für eine Dusche, ein Bett und etwas Koffein hätte sie momentan morden können.

In Perth baute sie fast einen Auffahrunfall, anschließend überfuhr sie beinahe ein argloses, grasendes Schaf und auf einer entlegenen Landstraße schaffte sie es, sich hoffnungslos zu verfahren. Es schüttete wie aus Eimern, während Blair mutterseelenallein auf einem Parkplatz irgendwo im Glenshee Nationalpark stand – jedenfalls hoffte sie, dass es der Glenshee Nationalpark war – und kurz davorstand, ihr Handy aus dem Fenster zu werfen, weil es keinen Empfang hatte. Sie war sogar so verzweifelt, dass sie ausstieg und umherwanderte, weil sie hoffte, dadurch ihr Navi aktivieren zu können. Um eine Dusche musste sie sich auf diese Weise wenigstens keine Gedanken mehr machen, immerhin war sie pitschnass, als sie wieder ins Auto stieg.

Da sie noch immer nicht wusste, wo zum Teufel sie war und wie sie verdammt noch mal dorthin kommen konnte, wohin sie musste, durchsuchte sie das winzige Handschuhfach, in dem sie leider keine Straßenkarte, jedoch einen Schokoriegel fand, den ein früherer Mieter dort vergessen haben musste. Frustriert stopfte sie sich den weichen Schokoriegel in den Mund und startete wieder den Motor. Mit quietschenden Reifen fuhr sie zurück auf die Landstraße und wäre um ein Haar auf die falsche Straßenseite gefahren, als sie wendete, um den Weg zurückzufahren, den sie hergekommen war. Dabei bretterte sie durch eine riesige Schlammpfütze, dessen Wasser bis auf die Windschutzscheibe spritzte.

Nach ein paar Meilen entdeckte sie ein Straßenschild, das sie zuvor nicht entdeckt hatte. Anscheinend war sie tatsächlich auf dem richtigen Weg gewesen. Also wendete sie ein weiteres Mal und fuhr die gleiche Strecke ein zweites Mal.

Mittlerweile dämmerte es, als sie in eine halbwegs bewohnte Gegend kam und sogar Empfang auf ihrem Handy hatte. Zum Glück war es zu der Lodge, die Harper für die Hochzeit am kommenden Wochenende gemietet hatte, nicht mehr allzu weit.

Mit knurrendem Magen, müden Augen und leichten Kopfschmerzen fuhr Blair noch ein paar Meilen weiter, bis sie auf einen fast versteckten Weg einbiegen musste, dem sie ungefähr zehn Minuten lang folgte, bis sich vor ihr plötzlich eine breite Auffahrt erstreckte, die zu einer eleganten Lodge führte. Mitten in den schottischen Wäldern tauchte ein riesiger Komplex aus rustikal wirkenden Gebäuden auf, die aus alten Steinen und dicken Holzstämmen bestanden und vor denen sündhaft teure Autos parkten.

Mit ihrem schlammverschmierten winzigen Auto parkte sie direkt vor dem Haus. Mittlerweile war es ihr egal, ob sie hier richtig war, denn sie wollte einfach nur noch schlafen und aus diesem Auto herauskommen. Sogar mit einer Parkbank hätte sie vorliebgenommen, so müde war sie. Erschöpft blinzelte sie und schaute durch das Autofenster in Richtung Eingang des großen Gebäudes, von dem sie hoffte, dass es sich um die Hochzeitslocation ihrer besten Freundin handelte.

Abrupt hörte es auf zu regnen, und sogar ein paar letzte Sonnenstrahlen kämpften sich durch die Wolkendecke, als die breiten Doppeltüren der Lodge sich öffneten und Harper erschien.

Wie immer war Blairs beste Freundin eine Erscheinung. Das blonde Haar perfekt frisiert, keine einzige Falte war auf ihrer Bluse zu entdecken, die Jeans sogar gebügelt und geradezu obligatorisch war der Ordner in ihren Händen.

Stöhnend krabbelte Blair aus ihrem Mietwagen heraus und hob grüßend eine Hand, während sie um das Auto herumging und vor der untersten Treppenstufe stehen blieb. Vor lauter Erleichterung fühlten sich ihre Knie wie Wackelpudding an. „Harper, hey ...“

„Blair! Ich habe dich schon vor zwei Stunden erwartet“, begrüßte Harper sie und schüttelte tadelnd den Kopf. „Der Zeitplan ist deinetwegen komplett durcheinandergeraten. Vor einer halben Stunde hättest du dein Kleid anprobieren sollen.“

Blair musste grinsen, denn genau so eine Reaktion hatte sie von ihr erwartet. Anstatt zu antworten, brüllte sie ihrer Freundin entgegen: „Schottland? Hätte es nicht ein netter Countryclub irgendwo in der Zivilisation sein können, Harper? Auf dem Weg hierhin habe ich fast ein Schaf überfahren und wäre beinahe ...“ Sie stockte, denn hinter Harper tauchte niemand Geringeres als Jake auf. Schlagartig versiegte ihr Grinsen.

„Hey, Blair“, ertönte seine Stimme. „Interessante Autowahl.“ Er nickte ihr völlig unbeteiligt zu und verschränkte die Arme vor der Brust. In seinem Gesicht zeigte sich keine Regung, während er ihr zunickte. „Auf deinem Kinn klebt Schokolade.“

O Gott, warum musste ihr Ex auch der Bruder ihrer besten Freundin sein!

Kapitel 2

O Gott, danke, dass sie allein gekommen ist!

Jake Kincaid beobachtete, wie Blair die Augen aufriss und hastig mit einer Hand über ihr Kinn fuhr, um die Schokolade zu entfernen, auf die er sie soeben aufmerksam gemacht hatte. Nicht, dass es für ihn Neuland gewesen wäre, auf ihrem Gesicht Spuren ihrer letzten Mahlzeit zu entdecken. Blair wäre nicht Blair gewesen, wenn sie nicht gekleckert hätte.

Die Frau, mit der er fast elf Jahre zusammen gewesen war, besaß das ungewöhnliche Talent, nicht einmal einen Reiscracker zu essen, ohne sich dabei hoffnungslos vollzusauen. Zu gut erinnerte er sich an die Beerdigung seiner Grandma, auf der Blair in ein Kirschtörtchen gebissen und dabei eine nicht unerhebliche Menge Gelee auf ihrer Bluse verteilt hatte. Damals hatte er bei ihrem Anblick beinahe lauthals lachen müssen, und das, obwohl er tiefunglücklich über den Tod seiner Großmutter gewesen war. Er würde vermutlich niemals vergessen, wie dankbar er für ihre Anwesenheit gewesen war und dafür, dass sie ihn – wenn auch unfreiwillig – aufgemuntert hatte.

Ihr jetziger Anblick hatte eigentlich nichts Aufmunterndes an sich.

Einzig die Tatsache, dass sie anscheinend ohne Begleitung zur Hochzeit seiner Schwester gekommen war, ließ ihn erleichtert aufatmen. Ansonsten empfand er die widersprüchlichsten Gefühle bei Blairs Anblick. Aufmunterung war nicht dabei.

Gleichgültigkeit leider auch nicht.

Jake wollte es sich vielleicht nicht eingestehen, aber in den vergangenen Tagen hatte er nur wenig Schlaf gefunden, weil er sich permanent gefragt hatte, ob Blair mit einem Mann im Schlepptau Harpers Hochzeit besuchen würde. Der Gedanke, dass ein anderer sie begleiten würde, hatte ihn fast um den Verstand gebracht und dazu geführt, dass er kurz davorgestanden hatte, seine Schwester gnadenlos auszuquetschen. Allein sein Stolz hatte ihn zurückgehalten. Ja, sein verdammter Stolz war Teil des Problems und hatte ihn hierhin geführt.

Nach außen mochte er vermutlich gelassen wirken, aber innen fühlte es sich alles andere als gleichgültig an, während er Blair betrachtete, die gerade hektisch versuchte, die getrocknete Schokolade von ihrem Kinn zu wischen. Angesichts ihrer zerzausten Mähne, der dunkelgrauen, leicht schrägen Augen, die in seine starrten, und der konzentrierten Miene, bei der sich ihre weichen Lippen zu einer winzigen Schnute zusammenzogen, erinnerte er sich schlagartig daran, warum er fast elf Jahre mit ihr zusammen gewesen war – und warum es letztendlich zwischen ihnen nicht geklappt hatte. Augenblicklich spürte er, wie Groll in ihm aufstieg. Der Groll, der sich im letzten Jahr ihrer Beziehung von Tag zu Tag gesteigert hatte und dafür verantwortlich gewesen war, dass Jake ständig gereizt gewesen war. Auch nach ihrer Trennung war diese Gereiztheit nicht verblasst und ein Grund, weshalb er sich in Arbeit vergrub und kaum noch das Büro verließ. Er hielt es für besser, sich mit Arbeit abzulenken, als durch die Stadt zu ziehen und Gefahr zu laufen, Blair zu begegnen. Irgendwann zwischen dem Tag, als er den Mietvertrag für eine winzige Wohnung im East Village unterschrieben hatte, und dem Anruf seiner Schwester, in dem sie ihm mitgeteilt hatte, dass sie heiraten wollte, war ihm klar geworden, dass er sich nicht zurückhalten könnte, wenn er jemals auf Blairs neuen Freund treffen würde.

Blair mochte ihn zur Weißglut bringen und ihr Anblick mochte in ihm die Erinnerung wecken, wie sie einander lauthals angebrüllt und miteinander gestritten hatten, aber das hieß nicht, dass Jake problemlos damit umgehen könnte, ihren neuen Freund kennenzulernen.

Die Vorstellung, dass sie mit einem anderen Typen auf Harpers Hochzeit antanzen könnte, hatte ihn in letzter Zeit kaum Schlaf finden lassen.

Dass sie nun hier in einem dreckverschmierten Winzlingsauto angekommen war, ein Shirt trug, das fast durchsichtig war, und allein war, erleichterte ihn dermaßen, dass er innerlich brodelte, weil es ihm egal sein wollte, was Blair tat.

Aber es war ihm nicht egal.

Verdammt!

Nachdem er fast ein Jahr lang sein Bestes getan hatte, um möglichst wenig über Blair und das Ende ihrer Beziehung nachzudenken, musste er jetzt feststellen, dass dieser Versuch sinnlos gewesen war, schließlich handelte es sich bei seiner Ex um die beste Freundin seiner Schwester. Als er sich an Weihnachten vor zwölf Jahren dazu bereit erklärt hatte, auf dem Heimweg am College seiner Schwester haltzumachen, um sie und ihre Mitbewohnerin mitzunehmen, wäre ihm nicht im Traum eingefallen, dass es nur siebenhundert Meilen brauchte, um sich hoffnungslos in ein chaotisches Mädchen mit dem lustigsten Lachen der Welt zu verlieben und als erwachsener Mann wie der letzte Vollidiot mitten in Schottland zu stehen und nicht zu wissen, wie er sich seiner Ex gegenüber benehmen sollte.

Bevor er sich jedoch weiterhin den Kopf darüber zerbrechen konnte, was er tun sollte, schritt seine Schwester zur Tat und stieß ein Quietschen aus, das nicht zu der knallharten Anlageberaterin passte, die sie war.

Blair brach den Blickkontakt zu ihm ab, sobald Harper die drei Stufen hinuntereilte und sie stürmisch umarmte. Die zwei Frauen begrüßten sich, als hätten sie sich seit einem Jahr nicht gesehen – was ja auch der Fall war. Während sie sich lang und fest umarmten und dabei Geräusche ausstießen, die bei manchen Hunderassen vermutlich für epileptische Anfälle sorgten, bemerkte er, dass sein zukünftiger Schwager neben ihn trat und ebenfalls das Schauspiel betrachtete, das gleich vor ihnen stattfand.

„Ich schätze, dass das Blair sein muss.“

Jake antwortete mit einem Brummen und nickte bestätigend. Ansonsten sagte er nichts und beobachtete schweigend das Schauspiel vor sich, während er sich der Anwesenheit des anderen Mannes neben sich bewusst war – seines zukünftigen Schwagers, den er kaum kannte.

„Zum Glück ist sie endlich da“, gab Grant von sich. „Harper fing schon an, sich Sorgen zu machen, als sich Blair verspätete.“

„Blair verspätet sich immer“, erwiderte Jake ruhig. „Man sollte sich erst dann Sorgen machen, wenn sie pünktlich kommt und keinen Hunger hat.“

Der Verlobte seiner Schwester lachte leise auf, antwortete jedoch nicht.

Jake wusste noch nicht, wie er den teilweise nüchtern wirkenden Anwalt für Steuerrecht finden sollte. Er schien patent zu sein, hatte Erfolg in seinem Job und sah gut aus. Mehr konnte Jake zu ihm noch nicht sagen, auch wenn er mittlerweile herausgefunden hatte, dass er seinen Kaffee schwarz trank und Harper bei der Hochzeitsvorbereitung schalten und walten ließ, wie sie wollte.

Nach den letzten zwei Tagen, in denen Jake am eigenen Leib erfahren hatte, wie anstrengend Harper war, was ihre Hochzeit betraf, musste er jedoch anerkennen, wie ruhig und besonnen Grant angesichts seiner angespannten Braut war. Und dass Harper angespannt war, musste sogar ein Blinder mit Krückstock bemerken!

Seine Schwester war momentan wie ein wandelndes Klemmbrett, auf dem minutiös jede Minute des Tages durchgeplant war, und sie bekam bereits nervöse Zuckungen, wenn jemand nicht dann zur Toilette ging, wann sie es geplant hatte. Normalerweise konnte man Harpers Organisationsdrang ganz gut tolerieren und belustigt darüber hinwegsehen, aber das hier war ihre eigene Hochzeit, was bedeutete, dass sie einen Perfektionismus an den Tag legte, der einen normalsterblichen Mann in einen Amoklauf treiben konnte.

Umso erstaunlicher war, dass Grant das Theater bislang dermaßen gutmütig mitmachte.

Grant würde in ein paar Tagen sein Schwager sein, aber das bedeutete nicht, dass Jake besonders viel von ihm wusste. Seine Schwester hatte ihn und den Rest der Familie vor vollendete Tatsachen gestellt, als sie ihnen verkündet hatte, in Kürze einen Mann zu heiraten, den sie erst vor wenigen Monaten bei der Arbeit kennengelernt hatte. Jakes kleine Schwester war rigoros, wenn sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte. Und da sie mit ihrem analytischen Sachverstand an diese Hochzeit zu gehen schien, mit dem sie auch in ihrem Job sehr erfolgreich war, musste Jake davon ausgehen, dass alles in Ordnung sein würde.

Aber verdammt! Harper war seine Schwester und sie kannte ihren Bräutigam noch nicht einmal ein ganzes Jahr. Er hatte also jedes Recht, misstrauisch zu sein und den anderen Mann unter die Lupe zu nehmen. Zwar machte sich Jake keine Illusionen, was Harper betraf, die nicht auf ihn hören würde, wenn er ihr davon abraten sollte, ihren Verlobten zu heiraten, aber Jake würde sich besser fühlen, wenn er sicher war, dass es sich bei Grant um keinen schizophrenen Massenmörder handelte, der aus der Haut seiner Verlobten ein Kleid schneidern wollte.

Harpers Stimme drang zu ihnen, als sie Blairs Schultern umschloss und eindringlich erklärte: „Lucy ist auch schon da, Blair. Wir haben bereits angefangen, über den Ablauf der Trauung zu reden, nachdem wir auf dich gewartet hatten. Du musst mir außerdem bei der Sitzordnung helfen. Das eilt, schließlich gibt es nur eine einzige Druckerei in der näheren Umgebung, um die Platzkarten noch rechtzeitig fertigzustellen.“

„Könnte ich erst einmal etwas zu essen bekommen?“

„Hast du nichts im Flugzeug gegessen?“

Blair öffnete schon den Mund, um zu antworten, als sich Jake einschaltete und lässig erklärte: „Sie hasst Flugzeugessen, Harper. Außerdem wird das bereits ein paar Stunden her sein, was bedeutet, dass sie trotz des Schokoriegels wieder hungrig ist.“

Aus den wenigen Metern Entfernung konnte Jake sehen, wie sie ihre dunkelgrauen Augen zusammenpresste und ihn streng fixierte. Fast hätte er gelacht, denn Blairs verfressenes Temperament war kein Geheimnis.

„Woher willst du bitte schön wissen, dass ich Flugzeugessen nicht leiden kann?“

Das fragte sie nicht ernsthaft, oder? „Ich bin mit dir mehr als einmal geflogen und habe nicht vergessen, wie oft du dich über das Essen in Flugzeugen beschwert hast.“ Jake stieg langsam die drei Stufen hinunter, um bei den beiden Frauen stehen zu bleiben. Dass sich ein drückendes Gefühl in seinem Magen ausbreitete, sobald er in ihrer unmittelbaren Nähe stand, versuchte er zu ignorieren. Er versuchte ebenfalls zu ignorieren, wie hübsch sie trotz der Augenringe, der hartnäckigen Schokoladenflecken an ihrem Kinn und ihrem zerzausten Haar war.

Sie hob das Kinn in die Höhe. „Nicht zu vergessen, dass die Portionen an Bord viel ...“

„Zu klein sind“, beendete er ihren Satz.

„Das sind sie ja auch!“

„Hey.“ Er hob beide Hände in die Höhe, als müsse er sich verteidigen. „Klär das mit der Fluggesellschaft, Blair. Ich bin der falsche Ansprechpartner, wenn du mal wieder nicht satt geworden bist.“

Blair sah aus, als wolle sie etwas entgegnen, doch Harper räusperte sich vernehmlich. „Bevor ihr über die Essensportionen in Flugzeugen streitet, sollte Blair vielleicht lieber Grant kennenlernen.“

Wie aufs Stichwort trat der dunkelhaarige Grant zu ihnen und reichte Blair die Hand. Blair wäre jedoch nicht Blair gewesen, wenn sie den Handschlag erwidert hätte. Stattdessen schob sie die Hand beiseite und umarmte Grant, der einen kurzen Moment ziemlich verwirrt wirkte. Jake konnte es ihm nicht verübeln, denn Blair hatte etwas an sich, was einen sich ständig überrumpelt fühlen ließ.

„Du bist also Grant. Es ist wirklich schön, dich endlich kennenzulernen. Ich hatte schon Angst, dass mit dir etwas nicht stimmen würde, weil sich Harper so verschlossen benommen hat. Warum hat sie dich so lange vor mir versteckt gehalten?“

„Vermutlich wegen deiner Begabung, mitten in jedes Fettnäpfchen zu springen und peinliche Situationen zu schaffen“, rätselte Jake und verdrehte die Augen.

Wenn Blicke töten könnten, hätte Jake genau jetzt um sein Leben gefürchtet. Anstatt ihn anzumotzen, erwiderte Blair jedoch an Grant gewandt: „Man darf Jakes Kommentare nicht allzu persönlich nehmen. Es ärgert ihn vermutlich nur maßlos, dass eure Hochzeit ihn davon abhält, zwanzig Stunden am Stück an seinem Schreibtisch zu sitzen und Überstunden zu machen. Er ist ein leidenschaftlicher Workaholic.“

Er biss die Zähne zusammen. „Und das aus dem Mund der Frau, die sich an drei Abenden in der Woche mit Kunden auf Geschäftsessen trifft.“

„Manche Jobs erfordern soziale Interaktionen ...“

„Du machst Werbung für ein Fußdeodorant, Blair ...“

„Und das sehr erfolgreich, schließlich konnte sich der Umsatz nur für dieses Produkt um fünfzehn Prozent steigern. Ganz abgesehen von all den dankbaren Menschen, deren Füße weder schwitzen noch stinken!“

Er würde hier nicht stehen und sich mit ihr wegen eines Fußdeos streiten, daher schnaubte er lediglich abfällig.