Vier Seiten für ein Halleluja - Hans Peter Roentgen - E-Book

Vier Seiten für ein Halleluja E-Book

Hans Peter Roentgen

4,7
8,99 €

Beschreibung

"Der etwas andere Schreibratgeber - ideal für Einsteiger, aber auch für Fortgeschrittene"Andrea Lionne Hinz, Wissenschaftslektorin Vier Seiten, mehr lesen Verlagslektoren von unverlangt eingesandten Manus-kripten nicht, so die beliebte Klage abgelehnter Autoren. Verlagsborniertheit? Nein, Profis können tatsächlich nach den ersten Seiten sehen, woran ein Text krankt. Da wird zu viel erklärt, oder die Personen bleiben blass, oder der Text ist mit Adjektiven überladen oder ... Wenn solche Probleme in einem Text auftauchen, wird der Lektor ihn schnell beiseite legen, und die Autorin oder der Autor erhält einen der beliebten, nichtssagenden Formbriefe. Probleme, die auf den ersten vier Seiten auftreten, setzen sich nämlich in aller Regel im Rest des Manuskripts fort. Dieses Buch hilft Ihnen, wie ein Lektor anhand der ersten vier Seiten die Schwächen Ihrer Texte zu erkennen. Witzig und fantasievoll zeigt Hans Peter Roentgen an unterschiedlichsten Manuskripten, wie Sie das Potenzial Ihrer Geschichten entwickeln und Probleme erkennen können.

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Seitenzahl: 237

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Vier Seiten für ein Halleluja

Hans-Peter Roentgen

Herausgeber: © Sieben-Verlag Ltd. 2008Covergestaltung: © mesmerizer - Fotolia.com

ISBN: 9783941547995Auflage Dezember 2008

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder andereVerwertungen nur mit schriftlicher Genehmigungdes Verlags.

Sieben-VerlagLippmannweg 2864405 Fischbachtalwww.sieben-verlag.de

Inhalt

Vorwort

Vorbemerkung

Dackel Sherlock: Mord im Fernsehstudio

Personen und Helden

Figuren entwickeln

Dialoge

Fußspuren

Infodump

Wunschkonzert

Tiefer schürfen

Silberlicht

Er wusste, dass er ahnte, was er sagen würde: Perspektive

Kleinigkeiten

Marlene

Vorahnungen

Erster Satz und roter Faden

Papierkörbe

Der Knall

Spannung

Personen eine Stimme geben

Konflikt

Orientierung

Aktiv schreiben

Metaphern

A Mage’s Tale

Harry Potter und das Kopieren

12 Möglichkeiten

Der innere Zensor

Zwölf ist kleiner als Eins

Zwölf Muster

08/15-Lösungen

Deus ex Machina

Die Personen

Lösungen verbessern, statt verwerfen

Karoline

Zeit und Szenenfolge

Hatte und wechselnde Zeiten

Hände aus Licht

Erzählstimme

Moss Landing

Hintergrund

Treomeran

Rückblende (Flashback)

Logik und sinnliche Wahrnehmung

Noch einmal: Aktiv schreiben!

Lieblingswörter

Die Brüder Kallauch

Beschreiben und Bilder erzeugen

Rückblende revisited

Wildwechsel

Die Angst des Autors vor dem Stoff

Actor’s Studio

Unbeweglich

Spannung aus Konflikte entwickeln

Das Geständnis eines vertrauten Fremden

Es ist nicht zu begreifen

Wiederholungen

Der richtige Anfang

2050

Plausibilität und Recherche

Der Bruder

Glaubwürdig schreiben

Der Hook

Thomas und Online in der verbotenen Zone

Kameraeinstellung und Distanz

Adjektive und Adverbien

Gedanken

Lebensphilosophie

Rückblick

Über den Umgang mit Kritik

Wie finde ich einen Verlag

Autorenforen

Interviews mit Autoren und Lektoren

Nützliches Handwerk

Zeitschriften und Newsletter

Lexikon der Fachbegriffe

Literaturhinweise

Über den Autor

Danksagung

Vorwort

Vier Seiten, mehr lesen Lektoren in den Verlagen von unverlangt eingesandten Manuskripten nicht. Profis können schon nach den ersten Seiten sehen, woran ein Text krankt. Da wird zu viel erklärt, oder die Personen bleiben blass, oder der Text ist mit Adjektiven überladen oder …

Wenn eins dieser Probleme in einem Text auftaucht, wird der Verlagslektor ihn schnell beiseite legen und die Autorin oder der Autor erhält einen der beliebten, nichtsagenden Formbriefe. Denn die Probleme, die auf den ersten vier Seiten auftreten, setzen sich in aller Regel im Rest des Manuskripts fort.

Dieses Buch soll Ihnen helfen, die Schwächen Ihrer Texte zu erkennen und das Potenzial ihrer Geschichte zu nutzen. Folglich finden Sie hier keine Wundermittel und keine todsichere Methode, einen verdammt guten Roman zu schreiben, geschweige denn eine Garantie dafür, einen Verlag zu finden. Texte besser zu machen, das ist alles, was dieses Buch möchte und es zeigt, wie das geht, anhand der ersten vier Seiten unterschiedlichster Manuskripte.

Deshalb hatte ich im Winter 2006 einen Aufruf in „Federwelt“ und „Tempest“ geschaltet, Autoren mögen mir die ersten vier Seiten ihres Romans zusenden, damit ich sie auf Fehler und Probleme prüfe und Änderungen und Verbesserungen vorschlage.

Ich möchte allen danken, die meinem Aufruf gefolgt sind. Denn damit hatte ich einen Fundus von Texten, anhand derer sich typische Fehler zeigen lassen, aber eben auch, wie man sie beseitigt.

„Ist mein Text gut oder schlecht?“, das war die bange Frage vieler Einsender, die einen sprachen es direkt aus, die anderen zwischen den Zeilen. Doch gut oder schlecht sind Eigenschaften eines fertigen Textes. Die zugesandten Texte waren durch die Bank halbfertig, nutzten das Potenzial ihrer Geschichte nur zum Teil aus. Und genau darum geht es in diesem Buch. Wie erkenne ich typische Anfängerfehler? Was kann ich tun, um sie zu beheben?

Nicht alle Texte werden in der vollen Länge von vier Seiten vorgestellt. Aber alle lange genug, dass sich das Problem zeigt. Genau daran fehlt es in Deutschland. Die Verlage klagen über die Unmenge unverlangt eingesandter Manuskripte, deren Qualität für eine Veröffentlichung nicht ausreicht.

Aber die wenigsten Autorinnen und Autoren, schon gar nicht die mit geringer Schreib-Erfahrung, können ihre Texte objektiv lesen, Probleme erkennen, geschweige denn sie beheben. Und leider gibt es in Deutschland viel zu wenig Möglichkeiten, um zu lernen, wie man eine Geschichte beurteilt und verbessert. Die meisten Handbücher beschränken sich auf Stil und Grammatik, obendrein bringen sie als Beispiele einzelne Sätze, keine zusammenhängenden längeren Texte. Und daran lassen sich Spannungsbogen und Personen nicht überprüfen, oder ob das, was erzählt wird und das, was nicht erzählt wird, in einem ausgewogenem Verhältnis steht.

Ich habe aus den Einsendungen die unterschiedlichsten Texte ausgewählt. Nicht alle Probleme eines Textes konnte ich behandeln. Darum habe ich mich immer auf das Hauptproblem beschränkt. Denn Texte werden nicht in einem Durchgang verbessert, sondern sukzessive. Erst die Personen, wenn diese zu blass sind; dann der Spannungsbogen; dann …

Eins nach dem anderen. Sonst verliert der Autor, vor allem der unerfahrene, den Überblick.

Natürlich sind meine Lösungsvorschläge genau das: Vorschläge. Oft gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Problem zu lösen. Auch das Schreiben hat seine Werkzeuge. Je mehr Sie in Ihrem Werkzeugkasten haben (und benutzen können!), desto besser werden Ihre Geschichten. Überlegen Sie ruhig, ob es nicht andere Lösungen für die Probleme der Texte gibt. Spielen Sie damit. Probieren Sie es aus!

Und vergessen Sie nicht: Schreiben braucht Übung.

Wie sagte der Wiener zum Preußen, der fragte, wie er zur Philharmonie komme? „Üben, üben, üben.“ Damit dies kein Trockenschwimmkurs bleibt, habe ich zahlreiche Übungen in den Text eingestreut, die Ihre Schreibmuskeln trainieren sollen. Und sicher schadet es nichts, wenn Sie sich bei den Beispieltexten erst einmal selbst überlegen: Was stimmt hier nicht? Wie könnte es verbessert werden?

Schreiben hat, wie alle anderen Beschäftigungen auch, seine Fachsprache. Wissen Sie, was ein Plot, ein Infodump oder narratives Erzählen ist? Was mit dem vielzitierten Satz: Zeigen, nicht behaupten (show, don’t tell) gemeint ist? Für diese und andere Fachbegriffe finden Sie am Ende ein Lexikon.

Und nun: Viel Spaß mit den Texten und der Arbeit daran. Möge Pegasus Ihre Feder beflügeln.

Denn trotz allem Schweiß, trotz all der Knochenarbeit, die Schreiben eben auch ist: Manchmal und immer öfter ist es besser als Sex.

Vorbemerkung

Alle Beispieltexte wurden anonymisiert. Ich spreche überall von „Autoren“ in der männlichen Form, um Rückschlüsse auf das Geschlecht zu vermeiden. Natürlich heißt das nicht, dass die Autoren der Texte alle männlich sind. Dies gilt auch sonst bei der Verwendung männlicher Formen („Leser“ etc.).

Das Copyright der Beispieltexte liegt bei den Autorinnen und Autoren, die frei sind, diese anderweitig zu verwenden.

Rechtschreibfehler in den eingesandten Texten wurden, soweit entdeckt, korrigiert.

Dackel Sherlock: Mord im Fernsehstudio

Belinda betrat ihr Büro und setzte sich an den Computer. Als erstes öffnete sie die Homepage ihres Moderators Martin Martinson. Sie zögerte bevor sie die Newsseite anklickte. Ihr Gefühl war richtig gewesen, sie hätte es bleiben lassen sollen. Ein Foto zeigte Martin Arm in Arm mit seiner Managerin, die ihn verliebt anlächelte.

Annabell Großmann, ihre Sekretärin, betrat das Büro und blieb in der Tür stehen.

„Gut, dass du kommst. Hast du das mit Martin und Carla gewusst?“

Annabell ging um den Schreibtisch herum und schaute Belinda über die Schulter.

„Was regst du dich auf. Ihr seid seit sechs Wochen getrennt. Du weißt wie er ist, er kann halt nicht allein sein.“

„Trotzdem, sich so schnell zu trösten, wo er mir immer versichert hat, ich sei seine große Liebe, das tut weh.“

„Darf ich dich daran erinnern, dass du Schluss gemacht hast.“

„Na und. Das spielt doch keine Rolle. Ich könnte mich nicht so schnell wieder verlieben. Oder meinst du, dass es keine Liebe ist zwischen den beiden?“

Annabell lachte auf. „Ich habe mit Martin nie ein so super Verhältnis gehabt, dass ich dir sagen kann, was er denkt. Und ehrlich, er ist überhaupt noch nie mein Typ gewesen. Deshalb bin ich aber nicht da. Unser berühmtester Schauspielerexport, Anita Vero, ist soeben eingetroffen und gleich in die Maske gegangen. Die zieht vielleicht eine Show ab. Unsere Maskenbildnerin ist ganz fertig. Nicht nur, dass sie die Haare auf große Lockenwickler eingedreht haben will, nein, sie will sie gewaschen haben und auch noch geschnitten. Unsere Maskenbildnerin war stark. Sie hat ihr cool zu verstehen gegeben, dass sie noch nie gerade geschnitten hätte. Da hat die Vero gesagt, die Haare waschen wäre perfekt. Dabei ist sie so eine berühmte Schauspielerin. Die muss doch sagenhaft viel Geld verdienen, und will umsonst die Haare geschnitten kriegen, unglaublich.“

Sherlock, der Rauhaardackel, hatte mittlerweile Annabell angestupst und sich auf den Rücken gelegt. Prompt beugte sie sich hinunter, um ihn zu streicheln.

„Du Armer, sicher bekommst du von Belinda keine Streicheleinheiten. Oh je, dein Wassernapf ist auch leer.“ Sie warf Belinda einen vorwurfsvollen Blick zu. Dann stand sie auf und griff sich eine der Literflaschen stilles Wasser, die in einem Sechserpack hinter der Tür standen.

„Annabell, stell mich bitte nicht als Hundehasserin hin. Dieses Tier ist mir völlig egal. Hätte ich meiner Großmutter nicht versprochen, auf ihn acht zu geben, wäre er in einer Hundepension.“

„Verstehe ich nicht. Ich hätte gern so einen feinen Hund. Sherlock ist klug, weißt du das?“

„Wie bitte? Ich gebe die Frage zurück. Woher weißt du das? Hat er es dir gesagt?“

„Das sieht man an seinem Blick und wenn ich mit ihm spreche, dann versteht er jedes Wort.“

Sherlock hatte sich hingesetzt und schaute sie aufmerksam an. Genau. Er verstand jedes Wort. Annabell war die Beste. Von ihr ließ er sich gern streicheln. Er hatte es nicht eilig, dass sein Frauchen wieder zurückkam. Fernsehen war seine Leidenschaft. Nie hätte er sich träumen lassen, dass er plötzlich mitten drin im Geschehen war, und nicht mehr nur vor der Glotze sitzen musste. Außer den Werbesendungen gehörten vor allem Krimis zu seinen Lieblingssendungen. Vor allem fand er es super spannend, selber auf den richtigen Täter zu tippen, was ihm schon des öfteren gelungen war. Schade, dass Belinda nur für Unterhaltung zuständig war. Als Ermittler in einem Fernsehkrimi hätte er gern mitgespielt.

Personen und Helden

Erst beobachtet der Leser die Szene durch die Augen Belindas, die sich gerade von ihrem Freund getrennt hat, damit fängt die Geschichte an. Dann wechseln wir in die Dackelperspektive, erleben, was der Hund denkt und fühlt.

Warum nicht gleich aus der Dackelperspektive? Die Überschrift verspricht uns einen Dackeldetektiv. Wäre es da nicht sinnvoll, das Geschehen wirklich aus Hundesicht zu schildern? Wie sieht ein Hund die Welt? Zunächst einmal riechen Hunde weit besser als Menschen, deren Hauptsinn die Augen sind. Das ist eine Möglichkeit, den Leser auf den Hund zu bringen. Sherlock durchschaut die Menschen nicht, er „durchschnuppert“ sie.

Außerdem ist ein Dackel klein, er sieht die Welt von ganz unten.

Doch davon spüren wir in dem Absatz nichts. „Annabell war die Beste“ ist nichtssagend, sowohl für Dackel wie auch für Menschen. Und „Fernsehen war seine Leidenschaft“. Wie fühlt sich das an, als Dackel Krimis zu sehen? Was fasziniert ihn? Genau das sollte hier geschildert werden:

Er erschnupperte den Täter lange vor Belinda. Natürlich sendete das Fernsehen nur Bilder, aber immer wenn es spannend wurde, hatte er einen Geruch in der Nase. Einen Geruch, der ihm sagte: ‚Da lügt einer.’ Oder: ‚Der hat Angst.’ Und dieser Geruch trog selten.

Es gibt Menschen, die können zu Worten Farben sehen. Synästhesie nennt sich das. Sherlock konnte Bilder riechen.

Wer einen ungewöhnlichen Protagonisten hat, sollte das nutzen. Solange Sherlock sich verhält wie irgendein beliebiger, uninteressanter Mensch, verschenkt der Autor Potenzial.

Da lohnt sich jeder Aufwand, um in die Dackelperspektive zu kommen. Legen Sie sich auf den Boden. Kriechen Sie auf allen vieren durch die Wohnung. Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich vor, wie es ist, wenn die Gerüche ein offenes Buch für Sie sind, jeder erzählt eine Geschichte. Gerüche erzählen, ob ein Mensch Angst hat oder lügt. Wie fühlt sich diese Welt an?

Und da sind wir beim Anfang. Der erste Absatz teilt uns langatmig mit, dass Belinda die Newsseite anklickt. Warum nicht aus der Sicht des Dackels erzählen? Vielleicht so:

Seine Pflegemenschin würde es nie lernen. Kaum betrat sie das Büro, schon klickte sie die Newsseite dieses Windhunds an. Natürlich, der hatte längst ein anderes Weibchen. Sherlock hatte sie gewarnt. Gleich beim ersten Treffen hatte er gerochen, dass Martin Martinson falsch war. Er hatte sich zwischen die beiden gedrängt und gebellt, aber sie wollte es nicht verstehen. Menschen!

Jetzt betrat auch die Sekretärin Annabell Großmann den Raum.

‚Hast du das gewusst?’, fragte Belinda sie und zeigte auf den Bildschirm.

Gute Geschichten leben von ihren Figuren. Hat der Autor seine Hausaufgaben gemacht, erinnern sich seine Leser noch an diese Person, wenn alles andere längst vergessen ist. Don Quichotte, Dracula, Harry Potter, Mephisto kennen selbst die, welche die Bücher, in denen sie auftauchen, nie gelesen haben.

Anfänger fangen ihre Geschichten gerne mit dem Plot an, in dem etwas passiert und schenken den Personen weniger Aufmerksamkeit. Der Plot ist nicht unwichtig, aber er hängt von den Figuren ab. Wer würde Windmühlen angreifen? James Bond mit seinem Superschlitten? Dracula, um ihnen eine Blutprobe zu entnehmen? Harry Potter, weil er sie für Voldemort hält? Nein, das kann nur Don Quichotte tun, der Ritter von der traurigen Gestalt, der sie mit Riesen verwechselt. Was passiert, hängt eng mit dem zusammen, wer es erlebt. Was jemand tut, was ihm zustößt, hängt davon ab, wer er ist. In Geschichten wie in der Realität. Nicht mal Michael Kohlhaas würde mit seinem Pferd eine Windmühle angreifen.

„Man kann nie genug über seine Figuren wissen“, wusste schon Somerset Maugham. Bei der Wahl der Figur und vor allem bei der Ausarbeitung des Protagonisten, des Helden (der keineswegs „heldenhaft“ sein muss, im Gegenteil) entscheidet sich, ob es eine gute Geschichte wird. Bevor Sie eine Idee zu einer Geschichte ausarbeiten, müssen Sie Ihren Protagonisten kennen lernen. Haben Sie ihn dann zum Leben erweckt, wird er es Ihnen danken. Dann entwickelt sich die Geschichte aus Ihrer Figur und diese wird Ihnen über viele Probleme des Plots hinweg helfen.

Aber wie kommen Sie Ihrem Helden näher?

Figuren entwickeln

Es gibt ein paar Tricks, mit denen ein Autor seine Figuren entwickeln kann.

Fragen Sie sich, welche Verletzungen Ihr Held erhalten hat. Helden sind keinesfalls unverletzlich. Siegfried hat im Drachenblut gebadet, das ihn unverletzbar machte. Ohne das Lindenblatt, das auf seine Schulter fiel, wäre er als Held einer Geschichte unbrauchbar, niemand hätte ihn besungen. Irgendwann wäre er an Altersschwäche gestorben und vergessen worden wie all die anderen, über die niemand erzählt.

Nein, ein Held soll nicht perfekt sein, ganz im Gegenteil. Er muss nicht mal sympathisch sein, schon gar nicht muss er der weiße Ritter sein. Fragen Sie sich, ob ihr Held eine Schwäche hat, eine negative Eigenschaft. Ist er ungeduldig, verprellt er deshalb Freunde, andere Menschen? Das wird ihn in Ihrer Geschichte in Schwierigkeiten bringen.

Hat er einen Wunsch oder eine Macke, der er alles andere unterordnet? Ahab hat seinen Hass auf Moby Dick, den weißen Wal. Den will er zur Strecke bringen. Diesem Wunsch opfert er alles, sein Schiff, seine Mannschaft, sogar sein Leben. Und ist dieser Kapitän Ahab, der Held von „Moby Dick“, ein netter Mensch? Wohl eher nicht.

Was ist mit Dackel Sherlock? Er liebt Krimis. Er will in einem mitspielen. Wenn in seiner Umgebung ein Mord geschieht, wird er alles daransetzen, ihn aufzuklären. Dabei hat er einen Vorteil. Er riecht besser als alle menschlichen Kommissare. Und einen Nachteil: er tut sich mit Verhören schwer. Daraus lässt sich eine Geschichte weben. Daraus kann ein Autor den Plot entwickeln.

Wenn Sie Ihrem Protagonisten dagegen zu wenig Aufmerksamkeit schenken, haben Sie einen Plot, in dem sich Figuren tummeln, von denen jeder merkt, dass sie nur um des Plots willen existieren. Pappkameraden einer Ex-und-hopp-Geschichte, die, falls sie überhaupt zu Ende gelesen wird, bereits nach einem Tag vergessen ist.

Deshalb lohnt es sich, viel Arbeit auf Ihre Protagonisten zu verwenden. Viele Anfänger scheuen das, fürchten, dass sie Zeit „verschwenden“. Dem ist nicht so. Auch wenn 80% dessen, was Sie über Ihre Hauptperson wissen, nie in der Geschichte auftaucht, ist die Arbeit dafür nicht umsonst gewesen. Denn Ihre Leser werden es merken, ob Sie Ihre Figur wirklich kennen.

Beschreiben Sie also Ihre Hauptperson. Nein, nicht im Manuskript, sondern nur als Übung, nur für sich. Oft lohnt es sich, das in der ersten Person zu tun: „Mein Name ist Dracula. Ich bin seit fünfhundert Jahren tot und immer noch nicht clean. Ich komme vom Blut nicht los …“

Oder interviewen Sie die Person. Legen Sie ein Kissen auf den Stuhl gegenüber. Bitten Sie sie Platz zu nehmen. Und dann fragen Sie sie.

„Was ist das Schlimmste, das dir bisher geschehen ist?“

„Das war damals diese Sache mit dem Schäferhund. Er hatte mich am Genick gepackt …“

Bingo! Sherlock wird Probleme haben, wenn ein Schäferhund auftaucht. Und genau das wird in der Geschichte passieren, glauben Sie mir!

Dialoge

Als nächstes fallen die Dialoge auf, die Figuren reden gestelzt, geschwätzig.

„Trotzdem, sich so schnell zu trösten, wo er mir immer versichert hat, ich sei seine große Liebe, das tut weh.“

„Darf ich dich daran erinnern, dass du Schluss gemacht hast.“

„Na und. Das spielt doch keine Rolle. Ich könnte mich nicht so schnell wieder verlieben. Oder meinst du, dass es keine Liebe ist zwischen den beiden?“

Grammatikalisch korrektes, ausformuliertes, langatmiges Deutsch.

Natürlich reden Menschen so, schweifen ab, schwätzen. Aber wollen wir das lesen? Dialoge in Romanen sind gerafft. Wie überall im Text muss man hier entscheiden, was man schreibt und was man weglässt. „Ähm“ ist das häufigste Wort in gesprochener Sprache. In Romandialogen sollte man es dennoch weglassen. Hier kommt es darauf an: Was treibt die Geschichte weiter? Was ist wirklich neu? Und vor allem: Was erzeugt Konflikte?

Versuchen wir es mal, streichen wir weg, was unnütz ist:

„Immer hat er mir versichert, ich sei seine große Liebe!“

„Du hast Schluss gemacht.“

„Meinst du, dass es keine Liebe ist zwischen den beiden?“

Jetzt kommt der Konflikt viel deutlicher heraus. Belinda hat grade ihren Liebhaber abserviert, aber abgeschlossen hat sie das Thema nicht. Sie redet es sich lediglich ein. Und in diesem Dialog wird deutlich, dass es nicht stimmt. Es trifft sie tief, dass er eine Neue hat.

Allerdings steht das so nicht im Dialog, sondern zwischen den Zeilen. Das liest der Leser aus diesem Text heraus. In Geschichten ist nicht nur wichtig, was man erzählt, sondern erst recht das, was der Autor nicht erzählt. Aus dem, was zwischen den Zeilen steht, entsteht Spannung, das hält den Leser bei der Stange: die Lücken, die er selbst beim Lesen füllen muss, füllen darf. Leser lieben Rätsel. Man sollte es ihnen nicht zu leicht machen.

Auch der Konflikt kommt in der gekürzten Fassung stärker zum Tragen. Annabell interessiert sich überhaupt nicht für Belindas Sorgen um ihren Ex. Sie hält das für albern. Hat Belinda nicht selbst Schluss gemacht? Was jammert sie nun?

Viele, viele Anfänger machen den Fehler, alles zu erzählen. Und erschlagen damit die eigene Geschichte. Der Rotstift ist der beste Freund eines Autors. Wegstreichen, was überflüssig ist.

Merke: Spannende Dialoge sind in einer Kunstsprache geschrieben. Und sie sind selten grammatikalisch korrekt.

Übung

Streichen Sie alle Dialoge der Dackelgeschichte auf das Notwendige zusammen. Prüfen Sie dann, welche Konflikte jetzt deutlicher werden. Verwenden Sie ausformulierte, grammatikalisch korrekte Sätze? Können Sie das ändern, wenn ja, wie?

Nehmen Sie sich dann einen Dialog aus einem Ihrer eigenen Text vor. Überprüfen Sie diesen nach dem gleichen Muster. Überarbeiten sie ihn. Legen Sie beide Versionen nebeneinander. Welcher ist besser? Die ursprüngliche? Oder die geänderte? Vielleicht ist das unterschiedlich, einige Stellen sind in der neuen Fassung besser, andere in der alten. So etwas kommt häufig vor. In diesem Fall mischen Sie die beiden Versionen, nehmen Sie die besten Stellen aus beiden Versionen und erstellen eine neue.

Fußspuren

Prolog

31. August 1988, 4.30 Uhr

Autobahn in der Schweiz

Es regnete. Der rote Opel Senator raste über die langsam heller werdende Nacht. Die Scheinwerfer schnitten eine grelle Schneise in die Dunkelheit und immer da, wo sie das Grauschwarz erfassten, brachen sich Regentropfen in ihrem Licht.

Rudolf saß am Steuer. Seine beiden Töchter Isabell und Gabrielle, und seine zwei Wochen alte Enkeltochter Veronika, Gabrielles Tochter, schliefen friedlich. Isabell hatte sich auf dem Vordersitz eingekuschelt.

Eigentlich wollte sie ihrem Vater während der langweiligen Fahrt ja Gesellschaft leisten, damit er nicht einschlief. Aber für ein achtjähriges Mädchen war das lange Aufbleiben eben doch nicht so einfach und sie wurde immer stiller und stiller. Nun lag sie da, sein kleiner unschuldiger Liebling. Mit ihren langen braunen Haaren und den dunklen, von schwarzen dichten Wimpern umrahmten Augen war sie mit ihren acht Jahren schon eine richtige Schönheit. Rudolf fühlte, wie ein warmer, liebevoller Schauer der Zuneigung ihn erfasste. Er kannte dieses Gefühl, es kam immer, wenn er mit Isabell zusammen war. Obwohl sie noch so jung war, schien sie sich für alles zu interessieren. Besonders seine Forschungen hatten es ihr angetan und seit ihrem fünften Geburtstag stand für sie fest, dass sie auch Wissenschaftlerin werden wollte, genau wie ihr Papa. Die beiden liebten sich abgöttisch.

Einen Seufzer der Zufriedenheit auf den Lippen warf Rudolf einen Blick in den Rückspiegel. Seine ältere Tochter Gabrielle saß angelehnt an den Kindersitz und hatte ebenfalls die Augen geschlossen. Gabrielle waren die Anstrengungen der Schwangerschaft und der Geburt noch deutlich anzusehen. Ihr ohnehin immer etwas blasses Gesicht wirkte noch eine Idee heller. Unter den Augen hatten sich dunkle Ringe gebildet und ihr Haar wirkte irgendwie glanzlos und dünn. Wahrscheinlich lag das aber nicht nur an der körperlichen Situation. Vor drei Monaten hatte ihr Freund sie hochschwanger sitzen lassen. Seither wurde sie von Tag zu Tag stiller und zog sich mehr und mehr zurück. Nicht einmal die Geburt von Veronika konnte sie aus ihrer Lethargie reißen. Wieder hatte Rudolf ein Seufzen auf den Lippen, allerdings ein kummervolles, angesichts des Leides seiner Tochter.

Er wandte den Blick zu seiner Enkeltochter. Das Baby verzog im Schlaf sein Gesichtchen zu Grimassen und nuckelte friedlich vor sich hin. So ein kleines Etwas Mensch. Sie hatte einen blonden Flaum auf dem Kopf und wunderschöne klitzekleine Händchen. Noch konnte man keine Ähnlichkeiten zwischen Mutter und Tochter ausmachen, mit Ausnahme eines kleinen Muttermales auf der rechten Pobacke. Es hatte die Form eines Kleeblattes und war bei beiden an genau der gleichen Stelle. Veronika verzog im Schlaf ihren Mund zu einem wie es schien schiefen Grinsen und gähnte herzhaft.

Rudolf lächelte gerührt.

Gähnend fuhr er sich mit der Hand über seinen Drei-Tage-Bart und versuchte es im Sitzen mit ein paar Streckübungen. An der nächsten Raststätte würde er anhalten müssen. Er brauchte einfach kurz frische Luft und einen starken Kaffee.

Gerade hatte er diesen Entschluss gefasst, da wurde seine Aufmerksamkeit auf einen Punkt rechts am Straßenrand gelenkt. Er sah ein kurzes Aufblitzen. „Was um …“ Rudolf konnte seinen Gedanken nie zu Ende bringen. Es gab einen lauten Knall und der Opel fing an zu schlingern. Mit vor Entsetzen weit aufgerissenen Augen versuchte Rudolf sein Möglichstes um das Fahrzeug wieder unter Kontrolle zu bringen - keine Chance. Die Mädchen schrien, aus dem Schlaf gerissen und nicht verstehend, was denn eigentlich passierte. Mit nahezu 140 Stundenkilometern raste der Wagen durch die Leitplanke überschlug sich drei mal und kam dann auf dem Dach liegend zum Stillstand. Das linke Vorderrad drehte sich weiter, ansonsten rührte sich nichts. Es war einen Moment lang totenstill, die Welt schien den Atem anzuhalten. Von irgendwo tief im Innern des Wracks hörte man ein leises Wimmern.

Auf einem Feldweg in der Nähe fuhr ein Wagen an, ohne Licht. Der Fahrer lächelte zufrieden in sich hinein.

Infodump

Ein Wagen rast auf der Autobahn durch die Dunkelheit. Drinnen ein Vater mit seinen zwei Töchtern und der wenige Monate alten Enkelin.

Der erste Absatz schildert die Fahrt, den Regen, die beginnende Dämmerung. Da wird Atmosphäre aufgebaut. Doch leider nicht lange. Denn danach erfahren wir alles über die beiden Töchter, nur wecken diese Schilderungen keine Bilder. Die jüngere Tochter Isabell hat sich auf dem Sitz eingekuschelt und will wie der Papa Wissenschaftler werden. Die ältere wurde sitzen gelassen und man sieht ihr die Strapazen der Geburt (oder des Verlassenwerdens?) an. Eine ganze Familiengeschichte in einem kurzen Prolog. Leider ist sie so spannend wie die Hochzeitsphotos der Nachbarn.

Warum? Weil hier Informationen aufgezählt werden.

Warum sollen wir das lesen? Warum soll uns das interessieren? Diese ganze Familiegeschichte wirkt wie ein Lexikonartikel. Infodump nennt man das in der Fachsprache. Texte, die einzig Informationen an den Leser bringen sollen.

Ein Infodump ist eine Qualle. Sie treibt einfach im Text und niemand weiß so recht, was sie dort soll. Man begegnet ihr meist auf der zweiten Hälfte der ersten Seite, sobald man ein wenig in das Wasser – pardon: den Text – hineingegangen ist. Ziel und Zweck sind undurchsichtig und vor allem geschieht nichts, rein gar nichts. Denn ein Infodump erklärt. In diesem Falle die Familiengeschichte und die Beziehung der Familienangehörigen zueinander.

Aber noch weiß der Leser ja nicht, wofür er all diese Informationen benötigt.

Ein Autor sollte nie alles auf einmal verraten, sondern nur so viel, dass Spannung aufkommt, der Leser aber nicht alles erfährt. Nur das, was er gerade benötigt, und auch das sollte man ihm zeigen, es darf nicht einfach nur behauptet werden.

Was passiert in einem Infodump? Gar nichts.

Nehmen wir mal einen Text, der das besser macht:

Schon jetzt konnte er spüren, wie sich die Hitze des Morgens aufbaute, Vorbote eines weiteren Tages ohne Regen. Er war jünger als die meisten Männer seines Trupps und auch kleiner: gedrungen, muskulös, mit kurz geschnittenem braunen Haar. Die Stiele der Werkzeuge, die er auf der Schulter trug – eine schwere Bronzehacke und eine Holzschaufel – scheuerten an seinem von der Sonne verbrannten Hals. Trotzdem zwang er sich, so weit auszuholen, wie es ging. Er kletterte schnell von einem sicheren Punkt zum nächsten, und erst, als er sich hoch über Misenum befand, an einer Stelle, an der sich der Pfad gabelte, entledigte er sich seiner Last und wartete darauf, dass die anderen ihn einholten. (Robert Harris, Pompej)

Was ist in diesem Beispiel anders?

Erstens passiert etwas. Ein Mann klettert einen Berghang hinauf, die Werkzeuge scheuern am Hals, er geht schnell. Zweitens erfahren wir zwar auch einiges über die Welt und wo wir uns befinden – der Mann trägt Werkzeuge, er ist gedrungen und muskulös, vermutlich ein trainierter Handwerker und er ist ehrgeizig. Aber die meisten der Informationen (ehrgeizig, Handwerker) muss der Leser selbst aus dem Text folgern. Und drittens verrät der Autor uns nicht alles. Er erzählt uns nichts über seine Augenfarbe, nichts darüber, wozu die Werkzeuge dienen, nichts darüber, welchen Zweck der Aufstieg hat.

Womit wir lernen: Einen Infodump kann man durch eine Handlung ersetzen. Was tut unser Held? Und dabei nebenbei den Ort zeigen, wo wir uns befinden, ohne darüber eine Vorlesung zu halten.

Deshalb sollte sich jeder Autor fragen: Welche Informationen brauche ich am Anfang? Welche kann ich später einbauen? Und vor allem: Welche kann der Leser aus meinem Text erschließen?

Das meiste ergibt sich automatisch, wenn der Infodump in Handlung aufgelöst wird. Denn jede Handlung benutzt nur Bruchteile der gesamten Welt, die der Autor vor uns erstehen lassen wird. Den Rest kriegen wir später.

Schauen Sie sich Ihre ersten Seiten kritisch an. Wo treiben einfach Informationen herum, ohne dass sie in Beziehung zu einer Handlung stehen? Meistens finden sich diese auf der zweiten Hälfte der ersten Seite und auf der zweiten Seite des Manuskripts.

Hat man den Infodump gefunden, nehme man eine lange Stange (Vorsicht! Quallen und Infodumps brennen auf bloßer Haut) und stoße das Ganze solange an, bis es in Bewegung kommt. Was sich nicht bewegt, wird gestrichen.

Nein, der Leser muss nicht alles wissen, glauben Sie mir. Natürlich sollte er sich orientieren können. Im obigen Beispiel: Auf einem Hang in einem heißen Land früh am Morgen.

Sicher, ein Roman lebt davon, dass mit jedem Abschnitt etwas Neues enthüllt wird. Aber nie alles auf einmal. Ein Striptease, bei dem die Tänzerin alle Hüllen gleichzeitig fallen lässt und obendrein still dasteht wie eine Statue, würde auch das Blut des verklemmtesten Puritaners nicht in Wallung bringen.

Nein, ich wollte mit meinen Bemerkungen zum Infodump nicht den Autor von „Fußspuren“ niedermachen. Keine Schadenfreude bitte: Jeder Schreiber hat schon mal Infodumps produziert, selbst angesehene Autoren. Das ist nicht weiter schlimm. Schlimm ist nur, wenn man sie nicht auflöst.

Zurück zu unserem Prolog „Fußspuren“. Auch ein Prolog muss Interesse wecken, soll den Leser fesseln, neugierig auf die Geschichte machen, die danach kommt.

Noch besser natürlich, wenn er uns etwas erzählt, das sich erst im Laufe der Geschichte als wichtig herausstellt – vielleicht etwas, das erst am Ende richtig verstanden wird, vielleicht eine Szene, die zunächst in die Irre führt? Aber dafür muss der Prolog eben den Leser fesseln, indem er dem Leser nur die Informationen gibt, die er braucht.

Ken Follett hat das in „Die Säulen der Erde“ perfekt vorgemacht.

„Die kleinen Jungen waren die ersten, die zum Richtplatz kamen“ und dann erfahren wir, dass es eine Hinrichtung geben wird, erleben drei Zeugen, die den Diebstahl des Gehenkten bezeugt haben. Plötzlich springt ein Mädchen auf den Platz, köpft einen Hahn und bespritzt