Viviens himmlisches Eiscafé - Abby Clements - E-Book

Viviens himmlisches Eiscafé E-Book

Abby Clements

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Beschreibung

Als Imogen und Anna das wunderschöne Eiscafé ihrer Großmutter an der Strandpromenade von Brighton erben, stellt sie das vor eine schier unlösbare Aufgabe. Das alte Café quillt zwar über vor Charme – keineswegs jedoch von Gästen. Die beiden Schwestern setzen alles daran, Viviens Erbe zu retten und ihm zu altem Glanz zu verhelfen. Also fliegt Anna nach Italien, um an einem Gourmet-Eiscreme-Kurs teilzunehmen, und ihre Rezepte verzaubern bald nicht nur die Kunden, sondern auch einen ganz besonderen Mann ...

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Buch

Die Schwestern Anna und Imogen McAvoy könnten kaum unterschiedlicher sein. Während Imogen als Fotografin in Thailand lebt und ihr Künstlerleben genießt, macht Anna Karriere im Marketing in Brighton. Umso überraschter sind sie, als sie erfahren, dass ihre geliebte Großmutter Vivien ihnen beiden ihr altes Eiscafé an der Küste von Brighton vermacht hat. Da sie es einfach nicht übers Herz bringen, das zauberhafte Café zu verkaufen, beschließen die Schwestern kurzerhand, ihr Leben auf den Kopf zu stellen und Viviens Vermächtnis zu altem Glanz zu verhelfen. Leichter gesagt als getan! Denn das Eiscafé könnte zwar nicht mehr Charme besitzen, muss jedoch deutlich an Gästen gewinnen, um nicht unterzugehen. Und so macht Anna sich auf nach Florenz, um an einem Gourmet-Eiscreme-Kurs teilzunehmen, während Imogen sich mithilfe der übrigen Ladenbesitzer auf der Strandpromenade um die Neueröffnung des Cafés kümmert. Es folgt ein unvergesslicher Sommer, währenddessen die Schwestern wieder zueinanderfinden, himmlische Eissorten kreieren und unerwartet die Liebe finden …

Weitere Informationen zu Abby Clements

sowie zu lieferbaren Titeln der Autorin

finden Sie am Ende des Buches.

Abby Clements

Viviens

himmlisches Eiscafé

Roman

Übersetzt

von Sina Hoffmann

Die Originalausgabe erschien 2013 unter dem Titel

»Vivien’s heavenly Ice Cream Shop«

bei Quercus, London.

1. Auflage

Deutsche Erstveröffentlichung Mai 2014

Copyright © der Originalausgabe 2013 by Abby Clements

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe 2014

by Wilhelm Goldmann Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur, München

Umschlagmotiv: Kate Forrester

Redaktion: Cathrin Wirtz

MR · Herstellung: Str.

Satz: omnisatz GmbH, Berlin

ISBN: 978-3-641-13258-3

www.goldmann-verlag.de

Für James

VIVIEN

35 Elderberry Avenue, Hove, East Sussex

»Was ist das hier, Anna?« Vivien McAvoy beugte sich in ihrem mit Samt bezogenen Lehnstuhl nach vorn und musterte den Kuchen vor sich.

»Mandel-Kirsch. Ein kleines Experiment, aber ich dachte, der Kuchen könnte dir vielleicht schmecken.«

Anna schnitt ein Stück des selbstgebackenen Kuchens für ihre Großmutter ab. Sie hatte den ganzen Morgen gebacken, und Viviens vorfreudiger Gesichtsausdruck zeigte ihr, dass sich die Mühe gelohnt hatte.

Dankbar nahm Vivien den Teller entgegen und probierte den ersten Bissen. »Du meine Güte, Anna«, lächelte sie. »Dieses Mal hast du dich wirklich selbst übertroffen!«

»Puh«, erwiderte Anna. »Da bin ich aber froh! Das ist nämlich ein neues Rezept, und du bist mein Versuchskaninchen.«

»Ist mir eine Ehre«, lächelte Vivien und nahm einen weiteren Bissen. Ihr silbergraues Haar war lose zurückgesteckt; sie trug ein elegantes bordeauxfarbenes Kleid mit Diamantenmuster und darüber eine cremefarbene Strickjacke. Sonnenstrahlen fielen durch die bodentiefen Erkerfenster ihres Hauses und tauchten das Zimmer in ein warmes Licht.

Anna nahm sich selbst ein Stück Kuchen, und dabei fielen ein paar Krümel zu Boden. Der Dackel ihrer Großmutter, Hepburn, kam über den Perserteppich herübergeflitzt.

»Der günstigste Staubsauger, den es gibt«, lachte Vivien. Seit mehr als acht Jahren gehörte der braun-schwarze Dackel schon zur Familie, und er wich ihr keinen Schritt von der Seite. Vivien hatte den Rüden nach ihrer Lieblingsschauspielerin benannt und sich geweigert, sich von so unwichtigen Details wie dem Geschlecht beeinflussen zu lassen.

»Du solltest ihn vermieten«, stellte Anna fest.

In Viviens Vorgarten bewegte sich etwas und erregte Annas Aufmerksamkeit. Als sie sich zum Fenster umdrehte, sah sie draußen neben der Hecke einen hochgewachsenen Mann stehen, umgeben von Narzissen.

»Wer ist denn der Mann da in deinem Garten?«, fragte Anna und reckte den Hals, um einen besseren Blick aus dem Fenster zu haben.

»Ach, das ist Tomasz«, antwortete Vivien, ohne aufzuschauen.

»Tomasz?«

»Ein Freund. Er und seine Frau Rebecca wohnen seit einer Weile hier.«

»Du kannst es aber auch nicht lassen«, schüttelte Anna lächelnd den Kopf.

»Was denn?« Vivien schaute auf; ihre blauen Augen glänzten. »Mensch zu sein?«

Anna musste lachen. »Jetzt sag bloß nicht, dass sie eines Tages in deinen Eisladen gekommen sind und …«

»Sie sind ein ganz liebes Pärchen – die beiden hatten nie mehr als ein bisschen Kleingeld, das sie fürs Abendessen gespart hatten, aber sie waren immer höflich und nett.«

Die Geschichte war Anna und ihrer Familie längst bekannt. Vivien zog Heimatlose und Streuner magisch an, und jeder wusste, dass sie den Leuten im Dorf aushalf und die Gemeinde auf diese Art unterstützte. Als könne er sie durch die Fensterscheibe hören, drehte sich Tomasz plötzlich herum und winkte Vivien grinsend zu. Fröhlich erwiderte sie sein Lächeln. »Ein ganz und gar aufrichtiger Kerl«, stellte sie fest. »Aber wo war ich stehen geblieben?«, fuhr sie fort. »Eines Abends, als ich zusperren wollte, habe ich Tomasz und seine Frau gesehen, wie sie in einem der unbenutzten Brückengewölbe weiter hinunter in Richtung Hove verschwanden. Am darauffolgenden Tag habe ich ihn danach gefragt, und er hat mir erzählt, dass sie dort schlafen.«

»Wie schrecklich!«, rief Anna. »Dort muss es doch feucht sein, außerdem sind solche Orte doch nicht sicher!«

»Ich weiß. Die beiden hatten nicht einmal einen richtigen Schlafsack. Sie sind in unser Land gekommen, weil sie nach Arbeit gesucht und auf ein besseres Leben gehofft hatten, und stattdessen … na ja. Jedenfalls wohnen sie nun oben und verdienen sich ihren Lebensunterhalt besser, als es irgendein zahlender Mieter könnte.«

»So sieht es aus«, nickte Anna und beobachtete, wie Tomasz einen schweren, herabhängenden Ast absägte, der Vivien schon seit Monaten Sorgen bereitet hatte.

»Rebecca hat mir oben sehr mit der Ablage geholfen. Es tut mir jetzt schon leid, wenn sie irgendwann gehen. Hier ist einfach zu viel Platz für eine alleinstehende Person, und du weißt ja, dass es mir gleich schon viel besser geht, wenn ich andere Leute um mich habe.«

»Wann ziehen sie denn aus?«

»Nächste Woche. Es hat sich die Möglichkeit ergeben, ein Zimmer bei einem Freund von ihnen zu bekommen, außerdem hat Tomasz Aussicht auf Arbeit im Baugewerbe.«

»Die Drehtür in der Elderberry Avenue …«, seufzte Anna. »Ich bin gespannt, wer als Nächstes kommt.«

»Wenn ich im Leben etwas gelernt habe«, lachte Vivien, »dann, dass man das nie wissen kann. Die Eisdiele hat mir immer neue Freunde und auch einige Überraschungen beschert.«

»Wie läuft es denn in letzter Zeit in der Eisdiele?«, erkundigte sich Anna.

»Oh, alles gut. Wie immer«, erwiderte Vivien lächelnd.

Die Eisdiele an der Strandpromenade war dort schon fast ein Wahrzeichen: Das Sunset 99s gab es seit Mitte der Fünfzigerjahre, und auch Vivien selbst war in ganz Brighton stadtbekannt. Zeitweilig hatte der Laden wirklich floriert, doch Anna hatte den Eindruck, dass die Geschäfte in letzter Zeit ein wenig abgeflaut waren, da kaum noch Leute auf ein Eis und einen Plausch vorbeikamen. Durch die vielen Bio-Smoothie-Shops und die exklusiven Cafés, die überall in der Stadt aus dem Boden schossen, empfand es Anna oft geradezu als ein Wunder, dass es die Eisdiele immer noch gab.

»Im Augenblick mache ich gerade eine kleine Verschnaufpause«, erklärte Vivien. »Eine Woche lang, vielleicht auch zwei. Sue, meine neue Assistentin, hat ein Auge auf den Laden. Sie hatte es in letzter Zeit nicht leicht – ihr Sohn Jamie ist ins Gefängnis gekommen, und zu allem Überfluss hat sie auch noch ihren Job beim Supermarkt verloren. Sie wird sich gut um die Eisdiele kümmern, da bin ich mir sicher.«

»Dad wird sich freuen, dass du dir mal eine Auszeit gönnst«, fuhr Anna fort. »Aber wir brauchen wahrscheinlich nicht zu hoffen, dass du in den Ruhestand gehst, oder?«

»Natürlich nicht.« Unmissverständlich schüttelte Vivien den Kopf. »Was soll ich denn im Ruhestand? Der Laden ist schon so lange mein ganzer Lebensinhalt, dass ich gar nichts mit mir anzustellen wüsste, wenn es ihn nicht mehr gäbe. Ich habe dort meine Freunde – Evie nebenan und dann noch diesen jungen Mann, Finn. Ich muss nur mal ein oder zwei Wochen lang meine Batterien wieder aufladen, das ist alles. Sue wird schon alles tipptopp in Ordnung halten.«

»Na gut, okay. Aber ich hoffe, dass du die Zeit nutzt, um dich auch wirklich zu erholen«, mahnte Anna. Sie beschloss, in der Eisdiele vorbeizuschauen und sich Sue vorzustellen, sobald sich die Wogen bei der Arbeit wieder geglättet hatten. Ihr letzter Besuch dort war schon eine ganze Weile her.

»Das werde ich«, erwiderte Vivien. »Aber versuch bloß nicht, mich davon abzuhalten, in deiner neuen Wohnung vorbeizuschauen. Wann ziehst du dort ein?«

Beim Gedanken daran strahlte Anna übers ganze Gesicht. »Nächsten Samstag bekomme ich die Schlüssel.«

»Wunderbar. Zieht Jon am selben Tag ein?«

»Ja«, nickte Anna, »das wird er.«

»Ich freue mich schon auf die Wohnung«, erklärte Vivien und beugte sich hinunter, um Hepburn zu streicheln, der es sich neben ihren Füßen auf dem Teppich gemütlich gemacht hatte.

»Wir beide freuen uns, dass du in unsere Nähe ziehst, nicht wahr, Hepburn?« Der Dackel rollte sich auf den Rücken, entblößte seinen Bauch und forderte Vivien auf, ihn dort zu kraulen.

»Es wird dir bestimmt gefallen. Es gibt eine wunderbare Fensterbank, auf der man es sich gemütlich machen kann«, antwortete Anna und erinnerte sich an die Aussicht, die man von ihrer Wohnung im obersten Stockwerk aus hatte. Auf den Horizont und auch auf die strahlenden Lichter des Brighton Piers. Das Geräusch des Windes, der um die Wohnung blies, ließ sie noch gemütlicher wirken – man hatte das Gefühl, vor allen Elementen geschützt zu sein.

»Klingt perfekt«, erwiderte Vivien. »Mir gefällt die Wohnung ja schon, weil du dann gleich um die Ecke wohnst.«

»Das stimmt. Und was deine zwei Enkelinnen betrifft, so musst du eine Weile lang nur mit mir vorliebnehmen. Es klingt nämlich nicht so, als würde Imogen bald nach Hause kommen.«

»Sie genießt das Reisen sehr, nicht wahr?«, fragte Vivien. »Ich habe neulich eine Postkarte mit einem goldenen Buddha darauf von ihr bekommen. Sie erinnert mich sehr an euren Vater. Das war schon immer so. Die beiden sind echte Freigeister.«

»Es klingt, als würde sie sich bestens amüsieren und viel fotografieren – sie hatte große Schwierigkeiten, nach der Uni einen Job zu finden, und ich glaube, das ist genau das, was sie jetzt gebraucht hat.«

»Ich freue mich immer schon auf die Bilder, die sie mir schickt. Auch früher schon habe ich immer gern von den Abenteuern gehört, die euer Vater in Indien und Asien erlebt hat – das war damals eine ganz schön aufregende Sache. Und das auf seinem schwerfälligen Motorrad«, fuhr Vivien lächelnd fort. »Und jetzt haben wir Imogens Reiseberichte, um uns zu unterhalten.«

»Wie geht es Dad?«, erkundigte sich Anna. Sie hatte mit ihrem Job im Marketingbereich für den Royal Pavilion in Brighton sowie den letzten Schritten zum Kauf der Wohnung so viel um die Ohren gehabt, dass sie ihre Eltern schon ein paar Wochen lang nicht mehr angerufen hatte.

»Oh, ihm geht’s gut. Er hat heute Morgen noch angerufen. Er hat eine weitere Skulptur fertiggestellt – einen Fischreiher. Der befindet sich gerade im Brennofen. Ich habe ihn gebeten, ob er mir auch einen für den Gartenteich machen kann, das ist jetzt sein nächstes Projekt.«

»Prima. Damit ist er wohl eine Weile beschäftigt.« Ihr Dad tat nichts lieber, als in seinem Gartenatelier Tonfiguren herzustellen, von Vögeln und wilden Tieren, die er liebte. »Ich sollte jetzt wohl besser mal los«, stellte Anna mit einem Blick auf die Uhrzeit auf ihrem Handy fest. »Ich muss für den Umzug noch einiges packen, außerdem kommt Jon in einer Stunde vorbei.«

»So, so.« Vivien lächelte schelmisch. »Erlaube deiner neugierigen Oma eine Frage. Ist er der Richtige, dieser Jon?«

»Ich glaube schon«, erwiderte Anna und wirkte plötzlich etwas verlegen. »Jedenfalls fühlt es sich richtig an zusammenzuziehen.«

»Das freut mich«, antwortete Vivien. »Du hast nämlich einen guten, anständigen Mann verdient. Du bist eine starke Frau, das warst du schon immer, und eine talentierte obendrein. Denk immer daran, ja?«

»Jetzt werd mal nicht sentimental, Granny«, lachte Anna. »Ich geh doch nirgendwo hin. Vielmehr ziehe ich sogar noch näher zu dir und nicht etwa weiter in die Ferne.«

»Das weiß ich, Liebes.« Vivien legte zärtlich ihre Hand auf Annas Knie. »Aber es kann nie schaden, dich daran zu erinnern, dass du etwas ganz Besonderes bist, nicht wahr?«

Imogen

Imogen McAvoy beugte sich leicht in ihrer hockenden Position vor, um das Hennatattoo zu vollenden. Sie tauchte den feinen Pinsel in den Hennatopf, blinzelte, um sich vor der grellen Sonne zu schützen, und malte das letzte Blütenblatt.

»So«, stellte sie zufrieden fest und lehnte sich zurück, damit ihre Kundin das Kunstwerk betrachten konnte.

»Das ist toll geworden«, lobte die blonde Britin und senkte die Schulter, damit ihr Freund das Tattoo bewundern konnte. »Wie findest du es? Ich wünschte, ich könnte es jetzt Mum zeigen und so tun, als sei es ein echtes Tattoo – sie würde ausflippen!« Der Junge im Teenageralter, mit nacktem Oberkörper und nur mit einer kurzen Armeehose bekleidet, nickte anerkennend und trank dann einen Schluck aus seiner Tiger-Bierflasche.

»Freut mich, dass es dir gefällt«, erwiderte Imogen, nahm lächelnd den 200-Baht-Schein entgegen, steckte ihn unter den Träger ihres türkisfarbenen Bikinioberteils auf ihre sonnengebräunte, sommersprossige Haut. Sie band sich ihren Sarong mit Elefanten-Aufdruck neu und erhob sich. »Ich wünsche euch eine schöne Zeit hier auf Koh Tao.«

Als das Pärchen gegangen war, zählte Imogen die Geldscheine, die sie heute eingenommen hatte – genug, um die Miete ihrer Strandhütte für zwei Nächte zu bezahlen, außerdem reichte es dann noch für ein paar Pad-Thai-Nudeln sowie ein oder zwei Bierchen am Abend. Gar nicht mal schlecht dafür, dass sie nur einen Morgen lang gearbeitet hatte. Prüfend sah sie auf, um zu schauen, wo die Sonne am Himmel stand – es musste so etwa um die Mittagszeit herum sein. Wenn sie jetzt schnell zum Strand fuhr, konnte sie sich vielleicht noch Davy bei seinem nachmittäglichen Tauchgang anschließen. In Windeseile sprang sie auf ihr Beachcruiser-Rad, trat in die Pedale und steuerte den Strand an. Die Insel war so klein, dass sie ihr Ziel innerhalb weniger Minuten erreichte.

»Hast du noch Platz an Bord?«, rief Imogen Davy zu, der sein Boot gerade mit Druckluftflaschen belud, die in einer Kiste auf dem makellosen weißen Sandstrand standen.

»Du hast Glück«, erwiderte er und drehte sich zu ihr um. »Ein Teilnehmer hat für heute abgesagt – wenn du willst, kannst du mit.«

»Cool.« Imogen band sich das wellige, von der Sonne aufgehellte braune Haar zu einem Zopf zusammen und suchte dann den Stapel mit Taucheranzügen nach einem passenden in ihrer Größe durch. »Taucht ihr heute zu einem Wrack hinunter?«

»Eigentlich war das der Plan, aber mir ist eben zu Ohren gekommen, dass es heute etwas viel Interessanteres zu sehen geben könnte.«

»Aber nicht ein …? Du nimmst mich auf den Arm, oder?«, fragte Imogen.

»Ich kann dir aber nichts versprechen«, entgegnete er mit einem Schulterzucken.

Hastig zog sie einen der kleineren Taucheranzüge an, der immer noch nass und mit Meeressalz verkrustet war vom letzten Tauchgang. Danach hob sie zuerst ihre Tasche mit der Unterwasserkamera ins Boot, bevor sie selbst hineinkletterte. »Dann lass uns mal hinausfahren!«

Sie waren etwa fünfzehn Minuten übers Meer gefahren, als Davy sich für einen geeigneten Platz zum Tauchen entschied. Das Wasser war aquamarinblau, vollkommen klar und spiegelte die Sonnenstrahlen wider. Es war ein unglaublich schöner Anblick, und Imogen hatte sich nach sechs Monaten nun fast schon daran gewöhnt – aber nur fast. Zusammen mit dem Rest der Tauchergruppe drehte sie den Rücken zum Wasser, schnallte sich die Druckluftflasche auf den Rücken und half ihrem Tauchpartner bei den gewohnten Sicherheitschecks.

Anschließend nahm sie am Bootsrand Platz, machte sich bereit und ließ sich mit einem Platscher nach hinten ins Wasser fallen.

Unmittelbar darauf befand sie sich in einer völlig anderen Welt, als sie von einem Schwarm leuchtend bunter Clownfische umringt wurde, von denen einige davonstoben und andere wiederum sich ihr zögerlich näherten, voller Neugier, wer da in ihr Unterwasserterritorium eingedrungen war. Imogen ließ ein wenig Luft aus ihrer Rettungsweste ab und sank langsam, aber stetig auf die leuchtend rosa und orangen Korallen auf dem Meeresgrund unter ihr zu. Aus den Augenwinkeln sah sie Davy, der ihr mit einem Winken andeutete, herüberzuschwimmen und sich der Gruppe anzuschließen. Was sie auch gleich tun würde, nahm sie sich vor, als sie einen winzigen Riffhai entdeckte, der sich unter die anderen Fische mischte. Aber zuerst würde sie ein paar Fotos machen. Sie holte ihren Fotoapparat hervor und hielt mit der Kamera die wilde Tierwelt um sich herum fest, die sich hell von einem strahlenden Korallenriff im Hintergrund abhob.

Dann glitt ein dunkler Schatten über sie hinweg, der die Fische und die Korallen plötzlich dunkler erscheinen ließ. Einen Augenblick lang war Imogen wie erstarrt. Sie schaute auf, und da war er – direkt über ihr. Das Lebewesen, nach dem sie sich so gesehnt hatte, es einmal zu fotografieren; von dem Moment an, als sie zum ersten Mal nach Thailand gekommen war, während Dutzender Tauchgänge, die sie hier bereits hinter sich hatte.

Sie sah, wie Bewegung in Davys Gruppe kam, als einige davonschwammen, während andere sich der dunklen Kreatur näherten. Davy deutete ihnen an, zu bleiben, stillzuhalten und zu schauen.

Der Walhai glitt langsam, ja fast schon träge durch das Wasser, und obwohl er so groß war wie ein Lieferwagen, schien er kaum Eindruck auf seine Umgebung zu machen. Seine Haut und der große, fast eckige Kopf waren mit hellen Flecken übersät, Rankenfußkrebse hingen an seiner Unterseite. Doch der Name »Hai« war so irreführend, dachte Imogen. Denn dies hier war eines der ruhigsten und friedlichsten Tiere, die sie je gesehen hatte. Ein kleiner Schwarm winziger Fische befand sich unter seinem Bauch und bewegte sich im Einklang mit dem sanften Riesen.

Imogen versuchte, sich wieder zu beruhigen, schwamm ein wenig näher heran, hob die Kamera vor die Taucherbrille und machte Fotos.

Als sie wieder im Taucherladen waren, gab Imogen die Tauchausrüstung zurück, dankte Davy und sprang auf ihr Fahrrad; das Adrenalin rauschte ihr immer noch durch die Adern. Hinter ihr unterhielten sich die restlichen Mitglieder der Tauchergruppe aufgeregt über das, was sie gesehen hatten – ein einmaliges Erlebnis. Imogen fuhr die zerfurchten, staubigen Straßen zum Strand auf der anderen Inselseite hinunter und steuerte ihre Strandhütte an. Vor ihr erstreckte sich der Horizont; die freie Sicht wurde nur gelegentlich von einer Palme unterbrochen. Die oberirdische Welt sah immer vollkommen anders aus, wenn man gerade die Wunder erlebt hatte, die sich einem unter Wasser boten.

Als sie sich der schlichten Holzhüttenreihe am einsamsten Strand von Koh Tao näherte und die staubige Straße allmählich wieder zum Sandstrand wurde, stieg sie vom Sattel und schob ihr Rad zu der Hütte, die seit einem halben Jahr ihr Zuhause war.

Luca, der Amerikaner, mit dem sie seit zwei Monaten zusammen war, lag in seiner gestreiften Hängematte, ein Taschenbuch in der Hand.

»Hey«, rief sie und lief barfuß durch den Sand zu ihm hinüber.

»Hey, Süße«, rief Luca schläfrig. »Wie geht’s?«

»Gut«, erwiderte Imogen. Sie hüpfte auf die Veranda und ließ sich neben ihm in der Hängematte nieder. »Ziemlich gut sogar.« Er rutschte beiseite, um ihr Platz zu machen, und gab ihr zur Begrüßung einen zärtlichen Kuss. Seine braungebrannte Haut und die Hände waren warm, genau wie letzte Nacht, sogar noch, nachdem sie um Mitternacht nackt im Meer gebadet hatten.

»Ziemlich gut?«, wiederholte er interessiert.

»Fantastischer Tauchgang heute Nachmittag, ich habe richtig tolle Fotos machen können. Ich glaube, ein paar davon könnten sogar gut genug sein, um sie auszustellen. Wir haben einen Walhai gesehen …«

»Oh, wie süß«, unterbrach er sie mit einem spitzbübischen Grinsen.

Imogen verstummte, als Luca sein Buch zur Seite legte, langsam mit dem Finger ihren Arm hinauffuhr und gleich neben dem Saum ihres Bikinioberteils verharrte.

»Es war unglaublich!« Imogen war ein wenig abgelenkt, doch sie versuchte, sich die majestätischen Bewegungen des Hais im Wasser einzuprägen – das wollte sie nicht vergessen.

»Klingt super.« Lucas und ihre Blicke trafen sich. Jetzt, in der Hitze des frühen Abends, war die Anziehung zwischen ihnen sogar noch größer. Sanft zog er sie zu sich heran, küsste ihre Lippen und strich ihr mit der Hand über das salzige, sonnengebleichte Haar.

»Wie sieht es aus – hast du Lust, heute Abend zur Full Moon Party zu gehen? Die Boote legen um acht ab, und ich habe thailändischen Whiskey hier, damit können wir schon ein bisschen vorglühen.«

»Klingt toll!«, erwiderte Imogen.

Wellen, die an den weißen Sandstrand brandeten, eine durchtanzte Nacht unter freiem Sternenhimmel … Als sie letzten Oktober nach Koh Tao gekommen war, hatte Imogen gleich das Gefühl gehabt, hier tatsächlich auf das Paradies gestoßen zu sein.

Anna

Die Schlüssel, auf die Anna McAvoy bis jetzt gewartet hatte, lagen nun endlich in ihrer Hand.

Da waren sie – der Schlüsselring des Immobilienmaklers hing noch daran. Sie starrte die Haustür ihres neuen Zuhauses an: Wohnung 12, 38 Marine Parade, Brighton. Die jahrelangen Überstunden, das Sparen, dann die Achterbahnfahrt mit Angebot, Preispoker und schließlich dem vertraglichen Hin und Her – doch das alles hatte sich gelohnt.

Sanft klimperte sie mit den Schlüsseln. Mit achtundzwanzig war sie jetzt offiziell die Besitzerin einer Eigentumswohnung, und noch besser – sie blickte zur Straße zurück, wo das Auto ihres Freundes geparkt war –: Jon zog mit ein. In der Vergangenheit hatte sie sich schon des Öfteren gefragt, ob dieser Tag wohl je kommen würde. Aber nun war es so weit. Sie waren immer noch zusammen, verliebt wie am ersten Tag und machten als Paar einen Riesenschritt nach vorn. Als sie sich kennengelernt hatten, nachdem sie von ihren gemeinsamen Freunden Jess und Ed miteinander bekannt gemacht worden waren, hatte sich Anna zuerst vorgenommen, sich zurückzuhalten. Jon steckte nämlich mitten in einer unschönen Scheidung, zudem war sein Sohn gerade mal ein Jahr alt. Doch gemeinsam hatten sie den Sprung gewagt, und allen Widrigkeiten zum Trotz hatte es funktioniert.

Jon telefonierte immer noch, während sein Sohn Alfie, mittlerweile drei Jahre alt, hinter ihm auf dem Rücksitz schlief. Anna kehrte zur geöffneten Autoscheibe zurück.

»Jon?«, flüsterte sie. »Ist es okay, wenn ich schon mal reingehe?«, fragte sie und deutete auf die Eingangstür.

»Klar«, nickte er und schaute mit seinen strahlend grünen Augen zu ihr auf, während er mit der Hand das Handy abdeckte. Jon zwinkerte ihr zu und deutete auf seinen eigenen Schlüsselbund. Die Falten auf seiner Stirn wirkten weniger tief, als er seine Augen auf sie richtete. »Ich komme gleich nach. Wir sprechen gerade noch die Kinderbetreuung für die nächste Woche ab«, erklärte er. »Die Kita hat zwei Tage lang geschlossen.«

Anna warf einen Blick durch die Heckscheibe. Alfie sah mit seinen rosigen Wangen und den blonden Locken geradezu wie ein Engel aus, wenn er schlief. Ihr wurde es ganz warm ums Herz, als sie sah, wie seine Brust sich hob und senkte. Neben ihm standen drei Kisten mit Jons Sachen auf dem Rücksitz; in der einen befanden sich Tennisschläger und ein paar DVDs, die nächste war randvoll mit sauber gefalteten Poloshirts und Chinohosen, und in der dritten Kiste stapelten sich Spielzeuge und Bücher für Alfie. Jon arbeitete hart als Produktmanager und Grafikdesigner, und die wenige Freizeit, die er hatte, war ihm heilig. Ganz gleich, ob er auf dem Tennisplatz Dampf abließ oder mit Alfie in den Park ging – er sorgte dafür, dass er jede Minute sinnvoll ausnutzte.

»Pass bloß auf sie auf!«, warnte Anna und deutete auf die Politesse, die sich die Marine Parade hinaufarbeitete, überall stehen blieb und diejenigen Autos mit einem Knöllchen versah, deren Fahrer hier anhielten, um den sonnigen Ausblick aufs Meer zu genießen, ohne dafür zu bezahlen.

»Ach verdammt!«, rief er, das Handy immer noch am Ohr. »Tut mir leid«, fuhr er eilig fort. »Du warst nicht gemeint, Mia. Ich bekomme gleich ein Knöllchen. Weißt du was, ich rufe dich gleich zurück.«

Er legte das Handy beiseite und drehte sich zu Anna um. »Geh schon mal rein, Schatz – ich komme mit Alfie hoch, sobald ich einen Parkplatz gefunden habe.« Nach einem flüchtigen Kuss ließ Jon den Motor seines Audis an und fuhr vom Bordstein weg.

Anna kehrte zu ihrem Apartmenthaus zurück, holte ihr eigenes Handy heraus und wählte die Festnetznummer ihrer Großmutter Vivien. Das war schon das insgesamt dritte Mal an diesem Morgen, doch schon wieder meldete sich nur der Anrufbeantworter.

Anna zögerte. Sie könnte kurz bei ihrer Großmutter vorbeischauen, der Weg war nicht weit – nur die Seitenstraße hinauf bis zu der ruhigen Allee. Doch sie warf einen Blick auf die Uhr; Jon und sie mussten Alfie gleich Abendbrot machen. Vivien würde auch noch an einem anderen Tag vorbeikommen können, um sich die Wohnung anzuschauen: Die Papiere waren unterzeichnet, und die Wohnung lief nicht weg.

Anna öffnete die Tür, trat in die Eingangshalle des Hauses und musterte die Briefkästen der einzelnen Wohnungen. Dann ging sie die große, ausladende Treppe hinauf, die die runden Formen des Art-déco-Gebäudes widerspiegelte. Mit dem dunkelroten Teppich auf den Stufen und den Messingbeschlägen konnte Anna sich gut vorstellen, dass dies einmal ein Hotel gewesen war.

Mühelos lief sie die Treppe hinauf und nahm dabei immer zwei Stufen auf einmal – wenn auch ihre langen Beine bei der Partnersuche nicht immer hilfreich gewesen waren, so hatte es dennoch durchaus Vorteile, knapp unter 1,80 m groß zu sein. Als sie das dritte Stockwerk erreicht hatte, schloss sie die Tür zu Wohnung Nr. 12 auf. Mit einer Mischung aus Aufregung und Vorfreude schaute sie in den Flur, der vor ihr lag, und setzte ihre Handtasche auf dem Boden ab. Nachdem der Teppichboden nun von allen Möbeln befreit war, kam er ihr etwas schmutziger vor, als sie ihn in Erinnerung hatte. Aber, dachte sie und betrat das Wohnzimmer, die Wohnung ist hell, luftig und groß. Und dann die großen Erkerfenster im Wohnzimmer nach vorne heraus – welch ein Ausblick! Wellen brandeten an den steinigen Strand, Hunde liefen dort auf und ab, und der Brighton Pier war hell erleuchtet. Vivien würde die Wohnung gefallen. Und Alfie freute sich immer wahnsinnig, Hepburn zu sehen.

In den vergangenen Jahren rund um die Uhr zu arbeiten hatte sich gelohnt – denn jetzt hatte sie ihr eigenes Zuhause.

Anna entdeckte Jon, als dieser den Weg zum Haus hinauflief. Alfie trottete neben ihm her. Anna zog das Schiebefenster auf, und frische, kühle Luft wehte ihr ins Gesicht und zerzauste ihre graue Seidenbluse. »Willkommen im neuen Heim!«, rief sie hinunter. »Kommt rauf!«

Jon hob eine Sektflasche zur Feier der neuen Wohnung hoch und wedelte damit. »Nichts und niemand wird mich davon abhalten können!«, erwiderte er lachend.

Sanft schloss Anna das Fenster wieder. Sie konnte es gar nicht abwarten, auf die neue Wohnung anzustoßen – und Alfie zu zeigen, wo er schlafen würde, wenn er an den Wochenenden zu ihnen kam. Sie durchquerte das Wohnzimmer und warf einen Blick in das kleine Zimmer neben dem Bad. Die vorherigen Besitzer hatten es als Arbeitszimmer genutzt; nun stand es leer. Doch Anna wusste schon genau, wie es aussehen würde, wenn Jon und sie es fertig renoviert hatten. Sie hatten ein hübsches Holzbett bestellt, eine bunte Spielzeugtruhe, einen Schrank mit Tieren darauf, ein Mobile sowie ein paar Bilder für die Wand. Es würde perfekt werden.

Anna drehte sich um und schaute in das große Schlafzimmer gegenüber. Aufgeregt kaute sie auf ihrer Lippe herum – es war sogar noch schöner, als sie es in Erinnerung gehabt hatte. Von den großen Fenstern aus, durch die das Licht ins Zimmer flutete, hatte man einen herrlichen Blick auf den Park. Sorgsam restaurierte Holzböden und ein Originalkamin von 1920 verliehen dem Zimmer einen besonderen Charakter – und sobald hier ihr flauschiger Teppichläufer liegen würde, würde es so richtig behaglich sein.

Morgen früh würden Jon und sie in ihren eigenen vier Wänden aufwachen. Dabei spielte es keine Rolle, wer die Anzahlung geleistet hatte. Jons momentane Situation war einfach kompliziert, und Anna hatte Verständnis dafür. Zwei Jahre nach der Scheidung hatten Mia und er immer noch keinen Käufer für ihr Reihenmittelhaus mit den drei Schlafzimmern gefunden, was bedeutete, dass er sich finanziell an der Wohnung nicht beteiligen konnte. Doch Anna und er hatten gemeinsam an der Besichtigung teilgenommen, und beide hatten sich sofort in die Wohnung an der Marine Parade verguckt. Dies hier gehörte ihnen beiden: Die Wohnung war ihr gemeinsamer Neuanfang.

Anna musterte sich im Spiegel über dem Kamin und versuchte, ihr normalerweise glattes, schulterlanges braunes Haar zu glätten, das von der Seeluft ganz zerzaust und kraus war. Das war der einzige Nachteil, den das Leben in Brighton mit sich brachte, fand sie.

Anna hörte das Stampfen von Alfies Füßchen auf der Treppe sowie seine aufgeregten Schreie, während er lief. Er und Jon waren höchstens noch ein Stockwerk entfernt.

Ihr Handy klingelte in der Tasche. Schnell holte Anna es heraus und warf einen Blick auf das Display: Mum.

»Hi, Mum!«, grüßte sie.

»Hallo, Liebes.«

»Du errätst nie, wo ich gerade bin!«, verkündete Anna und konnte die Begeisterung in ihrer Stimme nicht verbergen. »Ich stehe in unserer neuen Wohnung!«

In jenem Moment kamen Jon und Alfie zur Tür hereingestürmt, beide ein breites Grinsen im Gesicht – die Ähnlichkeit war nicht zu leugnen. Alfie flitzte von Zimmer zu Zimmer und erkundete ganz aufgeregt die Wohnung, mit seinem Vater im Schlepptau. Anna kehrte in den Flur zurück und lächelte ihnen zur Begrüßung zu.

»Weißt du noch, wie ich dir von dem kleinen Feuchtigkeitsproblem erzählt habe?«, sprach sie ins Handy und steckte ihren Kopf zur Badezimmertür hinein. »Wie es aussieht, ist das Problem behoben worden. Es ist viel besser als damals, als wir zur Besichtigung hier waren. Jedenfalls kann ich von dem schwarzen Flecken nirgendwo mehr etwas erkennen – du weißt schon, dieser dunkle Schimmel.«

»Das ist prima«, erwiderte ihre Mutter Jan geistesabwesend. »Hör mal, Anna. Ich versuche schon die ganze Zeit, deine Schwester zu erreichen.«

»Imogen?«, fragte Anna. »Warum? Was ist passiert? Geht es ihr gut?«

Jon musste ihren beunruhigten Tonfall mitbekommen haben, da er zu ihr zurückschaute; seine besorgte Miene spiegelte ihr ungutes Gefühl.

»Ihr geht’s gut«, erwiderte Jan. »Oder zumindest glaube ich das, ich kann sie nämlich nie erreichen.« Anna fiel der angespannte Unterton in ihrer Stimme auf.

»Was ist denn los?«

»Es tut mir leid, aber wir haben traurige Nachrichten. Es geht um deine Granny Vivien.«

TEIL 1

Gezeitenwechsel

KAPITEL 1

Das »Bitte anschnallen!«-Zeichen verschwand mit einem »Pling!«, woraufhin Imogen die klobige Metallschnalle löste, die sie auf dem Sitz im Flugzeug hielt. Sie lehnte sich in ihrem Sitz in der klimatisierten Flugkabine zurück, verstellte die Rückenlehne nach hinten und schaute aus dem kleinen Fenster auf die flauschigen weißen Wolken, die den Himmel über Bangkok füllten: Unter ihnen befand sich eine dicke Smogschicht, die über der Stadt hing. In wenigen Minuten würden sie den thailändischen Flugraum verlassen und sich noch weiter von den Inseln entfernen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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