Verlag: epubli Kategorie: Lebensstil Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2014

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E-Book-Beschreibung Wahnsinn am Airport - Hans Wurst

Der Autor gibt skurile und lustige Alltagserlebnisse aus seiner über 20jährigen Erfahrung an einem großen deutschen Flughafen wieder. Er zeigt auf,wie schmal der Grat zwischen Höflichkeit und Respekt ist, mit welchen täglichen Problemen man im Job konfrontiert wird. Der Leser wird sich vielleicht selbst erkennen. In jedem Fall ist es aber ein Buch zum Lächeln und geniessen.

Meinungen über das E-Book Wahnsinn am Airport - Hans Wurst

E-Book-Leseprobe Wahnsinn am Airport - Hans Wurst

Wahnsinn am Airport

Geschichten eines Angestellten

Hans Wurst

Imprint

Wahnsinn am Airport- Geschichten eines Angestellten

Hans Wurst

Published by: epubli GmbH, Berlin, www.epubli.de

Copyright: 2011 Hans Wurst

ISBN: 978-3-7375-2014-0

Inhalt

Imprint

Vorwort

Immer ernst bleiben!

Danksagung

Vorwort

Ich heiße nicht Hans Wurst. Das ist nur das Pseudonym unter dem ich schreibe. Aber ich treffe ihn jeden Tag, den Hans Wurst. Oder besser gesagt, den, der sich zum Hans Wurst macht. Das sind dann aber meistens meine unbeholfenen, aber so schlauen Kunden.

Es gibt Tage, da werde ich fast selbst zum Hans Wurst. Man kann auch oft sagen, da liegt Hans Wurst in der Luft. Also Komik.

Für die unter Ihnen, die nicht wissen, was das bedeutet. Hans Wurst war ein Komiker. Früher. Ganz früher! Und wenn jemand keine Ahnung hat oder ein lächerliches Bild abgibt, dann könnte man sagen…..? Na? Wissen Sie es? Genau! Er macht sich zum Hans Wurst!

Da der Alltag in gerade meinem Job von vielen unglaublichen Erlebnissen geprägt ist, entstand schließlich die Idee, diese ständige Situationskomik einmal der breiten Masse zugänglich zu machen. Sie soll ja auch mal was zu lachen haben. Oder aber den Kopf schütteln. Ganz, wie man das versteht. Und glauben Sie mir! Man kann viel verstehen. Oder gar nichts. Vor allem in einem Flughafen!

Aber irgendwie ist es auch ein Spiegelbild der deutschen Gesellschaft. Leider!

Flughäfen sind etwas ganz Besonderes. Für die Meisten. Und etwas ganz alltägliches für Andere.

Viele davon sind wirklich schon riesige Drehkreuze des weltweiten Flugverkehrs. Mit ständigem Kommen und Gehen, Starts und Landungen und einer pausenlosen Betriebsamkeit. Stillstand ist hier unbekannt.

Es sind riesengrosse, nimmersatte und gefräßige Maschinen, die immer Hunger haben.

Monster.

Ihre Terminals sind rund um die Uhr gefüllt mit Leben, erfrischendem Lachen und manchmal mit den Tränen des Abschied nehmens. Aber auch mit Erwartungen und Enttäuschungen, Hoffnungen und Realität, erwartungsvoller Vorfreude und eben auch cooler Routine. Tag und Nacht. Immer.

Es sind Orte, an denen sich Menschen begegnen, sich Schicksale ereignen, Lebenswege beginnen oder auch enden.

Die täglich immer wiederkehrenden Besucher dieser Verkehrsoasen sind Geschäftsleute, Familien und Urlauber.

Und oft sind es auch Nurzumkaffeetrinkenbesucher, Ausflügler, interessierte Fans, aber auch Verrückte und Gestrandete. Reisende oder Abholer, Hektiker und Coole, Gesunde und Kranke und die, die very wichtig sind.

Das sind die, die ihren Koffer nicht selbst tragen können, die jemanden brauchen, um das Ego mal wieder Fahrstuhl fahren zu lassen. Meistens deutsche Firmenlenker. Ausländische können das schon meistens selber.

Die wollen auch nicht so sehr gepampert werden, die sind erwachsen. Tatsächlich!

Die Kategorie der Verrückten ist übrigens in der Skala nach oben offen! Sie verstecken sich unauffällig in allen Besucherschichten und zeichnen sich einfach durch be-sonders unüberlegtes und dämliches Auftreten aus!

Das sind zum Beispiel Leute, die nicht mal wissen wo sie sind und wo sie hinwollen. Ja, das gibt es! Wirklich!

Um diese Sorte auffassunggeschwächter und vor allem hilfloser Mitbürger geht es auch hauptsächlich in diesem Buch!

Ich frage mich, wie man denn diese Typen auf die Allgemeinheit loslassen kann! Die können ja nicht mal ohne Reiseleiter aufs Klo gehen und das Haus verlassen. Die finden ja wirklich nie mehr zurück. Aber es gibt sie ja- die Reiseleiter! Ein Glück! Diese armen Menschen!

Gott sei Dank ist dies nur ein bestimmter Personenkreis, aber leider wird er immer grösser! Obendrein zeichnet er sich neben absoluter Unkenntnis auch durch enorme Unhöflichkeit gegenüber den Mitmenschen aus.

Ja, das gibt es! Respekt einfordern, aber nicht geben.

Und dann sind da noch die, die das alles noch managen müssen. Damit die Maschinerie läuft, rund um die Uhr, sieben Tage die Woche und dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr.

Nie Feiertage, immer im Dienst, ganz selbstverständlich. Machen wir doch gerne! Dafür lassen wir uns auch gern zwanzig Mal am Tag von hirnlosen Durchgeknallten durchbeleidigen.

Tja, das sind wir.

Das Personal der unzähligen Behörden, Speditionen, Reisebüros, Taxiunternehmen, Fluggesellschaften, Cafes, Autovermieter, Restaurants und des Einzelhandels.

Und der Flughafen Information.

Sie alle sind eine Familie für sich, zwangsweise oder eben aus Passion. Das gibt es ja auch noch.

Anders kann man diesen täglichen Wahnsinn auch nicht überleben.

Ich meine das natürlich langfristig.

Betreten Sie einen Flughafen und Sie betreten die Welt. Sie werden eine etwas seltsame, aber faszinierende Mischung der Menschheit treffen. Sie werden sie lieben und davon nicht genug bekommen oder sie ablehnen. Aber es wird sie nicht kalt lassen. In keinem Fall! Niemals! Garantiert!

Hier und da haben diese Tempel des Reisens schon das in Glas verpackte, beeindruckende Ausmaß einer ganzen Stadt.

Sie sehen aus, wie überdimensionale Gewächshäuser, mit Palmen, Cafes, Restaurants und unzähligen Geschäften, an denen eben auch Flugzeuge parken.

Es sind wahre Wohlfühloasen, die um Gäste werben, um das Verweilen.

“Komm her, bleib hier und Du wirst verrückt!”

Ob Cargo oder Menschen, alles landet, wird umgeleitet oder weitergeleitet. Und das alles möglichst hopp hopp, denn Zeit ist ja Geld, und das hat ja keiner.

Deshalb haben diese Orte der endlosen, kalten und neonbeleuchteten Gänge, des Geschirrgeklappers, des Geruches nach frischem Kaffee, des ständigen Raschelns der Anzeigetafel und der wiederkehrenden, sanften Flut der Durchsagen mit ihrer Betriebsamkeit für manch einen Seltenflieger auch etwas magisches, etwas bedrohliches.

Diese Giganten der anderen Welt.

Der Welt der Hektik oder Entspannung, wo die ohnehin schon so kurze Distanz zwischen Herzkammerflimmern und Vorfreude auf schöne Tage so nah beeinander liegen. Wo dann plötzlich erwachsene und gestandene Menschen sich selbst vergessen, in aller Nervosität und Unsicherheit.

Bahnhöfe und überfüllte U-Bahnstationen werden täglich mit stoischer Gelassenheit passiert.

Und Flughäfen? Wo ist denn da der Unterschied? Es gibt übersichtliche Ankunfts- und Abflugstafeln, alles wie gehabt, aber dann schlägt ein Phänomen zu!

Ein böser Teufel!

Der Flughafen!

Das sanfte Klingklong der Lautsprecherdurchsagen verwirrt wohl viele Reisende, versetzt sie in Trance und läßt Sie dann scheinbar, die gewohnt automatischen, so charmant blechern klingenden Durchsagen der Deutschen Bahn AG vermissen.

Steif und wichtig dahin stolzierende Stewardessen, auch genannt Saftschubsen, fördern vielleicht in manch einer Reisenden zusätzlich das Unwohlsein und führen dann zu neidvollen Blicken der weiblichen Reiseklientel und damit zu der Feststellung, man sei zu dick.

Und überhaupt! Oh mein Gott! Meine Orangenhaut! Aber, “So möchte ich auch aussehen…”

Die schicke Scheinwelt nimmt sofort gefangen und verunsichert Otto Normalverbraucher.

Eine fremde Welt, schlechtes Gewissen. Vermeintliche Kontraste, ein unbekanntes Universum. Unsicherheit, Aufregung und Herzklopfen sind hier tägliche Begleiter. Purer Streß.

Klingklong!

Vielleicht sind es auch die langen Anreisen mit dem Auto, was viele Urlauber schon genervt und ängstlich ankommen lässt. Vielleicht hat Klein-Thomas auch schon die Rückbank vollgekotzt, in der Hitze.

Da ist Papa natürlich nicht mehr entspannt!

Man kommt dann an, in der Panik, das Flugzeug von hinten zu sehen.

Oder die Schlange am Check-In Schalter.

Vielleicht befürchtet man auch, dass man es nicht schafft, sich morgens um vier vor dem Abflug, nicht noch ein Weizen reinhämmern zu können! Oder zwei!

Ich weiß es nicht.

Bei manch einem Angestellten führt das nach einigen Jahren dazu, sich nach ruhigeren Jobs umzusehen.

In dem Wunsche, nicht mehr jeden Tag tausendmal lächelnd zu antworten: ”Aber gern sage ich Ihnen wo die Toilette ist. Sie stehen fast davor. Es ist die Tür mit dem Männchen!”

Ich kenne Kollegen, die würden nach zwanzig Jahren Dienst am Kunden lieber einmal Schafe auf der Hochalm bewachen, als einer Maschine frisch gelandeter und johlender Ballermanntouristen in schwarzen Socken, kurzen Hosen und quietschbunten Hemden mit der Rückenaufschrift “Fick mich”, den Ausgang zu zeigen, den die Herrschaften allein ja nicht finden.

Man hat ja auch nur Nerven!

Und täglich werden es weniger!

Lassen Sie sich nun von mir in die Welt des täglichen Wahnsinns verführen. Ich erzähle Ihnen jetzt die besten, witzigsten und unglaublichsten Erlebnisse aus dem Alltag an einem Verkehrsflughafen.

Immer ernst bleiben!

Eines späten Abends, es war schon kurz vor Feierabend, erreichte mich ein Telefonanruf einer aufgeregten Dame:

Dame: “ Guten Tag! Haben Sie meinen Affen?”

Ich: “Guten Tag! Ich bedaure, ich bin hier allein. Wieso soll denn der Affe hier sein?”

Dame: “Er kommt aus Kamerun und ist nun in Paris. Ich wurde angerufen. Die Franzosen lassen ihn wohl nicht einreisen.”

Ich: “Hier ist aber nicht der Flughafen in Paris. Wer hat Sie denn angerufen?”

Dame: “Na Sie!”

Ich: “Tut mir leid. Ich war das nicht. Mit Affen habe ich nichts zu tun. Ich bin die Information des Flughafens.

Aber der Affe muß bei Einreise in die EU sicher in Quarantäne oder es gibt ein Problem mit den Papieren. Am besten verbinde ich Sie mit der Fluggesellschaft, mit der der Affe gereist ist. Die kann Ihnen vielleicht weiterhelfen, denn sie hat das Tier ja transportiert. Welche war denn das?”

Dame: “Air France.”

Ich: “Einen Moment, ich verbinde.“

Fünf Minuten später wieder ein Anruf.

Dame: “Ich bin sehr aufgeregt! Ich suche meinen Affen. Er ist in Paris!”

Ich: “Habe ich Sie denn nicht gerade mit der Air France verbunden?”

Dame: “Ach, Sie sind das, junger Mann? Ja, aber die waren dort so unfreundlich!”

Ich: “Nun, ich würde mir da keine Sorgen machen. Die Behörden oder die Air France in Paris werden Sie als Eigentümer bestimmt noch einmal anrufen. Und überprüfen Sie doch nochmal zu Hause die Papiere. Sie müssen doch Papiere haben. Da steht bestimmt der Name einer Spedition oder eine Servicenummer drauf.”

Dame: “Ich weiß nicht. Meinen Sie?”

Ich: “Ganz sicher! In der Zwischenzeit kann sich der Affe einen schönen Abend in Paris machen. Hat er denn eine Kreditkarte? Paris soll ja teuer sein. Und die Damen dort auch.”

Dame: “Hahaha, Sie sind ja lustig, junger Mann!”

Ich: “Sehen Sie es mal so. Der Affe ist jetzt in einer Stadt, in der wir gerne sein möchten. Machen Sie sich keine Sorgen. Man wird Sie bestimmt nochmal anrufen.”

Dame: “Hahaha, vielen Dank. Meinen Sie wirklich?”

Ich: “Ganz sicher!”

Dame: “Na gut! Sie haben mir sehr weitergeholfen! Sie haben mich etwas beruhigt. Auf Wiedersehen!”

Ich: “Das freut mich. Auf Wiedersehen!”

Folgender Anruf kam vor vielen Jahren während des Nachtdienstes um halb drei.

Anrufer: “Guten Abend!”

Ich: “Guten Morgen, was kann ich für Sie tun?”

Anrufer: “Ist dort der Flughafen?”

Ich: “Ja, hier ist der Flughafen, die Information.”

Anrufer: “Ich sehe am Himmel kreisende Objekte!”

An dieser Stelle blickte ich schweigend und vielsagend nach rechts zu meinem Kollegen, der meinen Blick sofort fachmännisch zu deuten wußte und auf die Funktion “Lautsprecher” drückte.

Ich: “Habe ich das richtig verstanden? Sie sehen am Himmel kreisende Objekte?”

Anrufer: “Jajaja! Genau! Untertassen!”

Langsam bemerkte ich auch das Hysterische in der Stimme und war mir ziemlich sicher, dass in irgendeiner Betreuungsanstalt dieser Gegend ein Patient fehlt. Der Typ schien sich diebisch zu freuen, dass der Kerl, mit dem er gerade telefoniert, endlich kapiert, das am nächtlichen Himmel seiner Heimat reger Flugbetrieb herrscht.

In kreisenden Bewegungen! Untertassen! Bei mir zu Hause stehen die nur im Küchenschrank! Also gut, manch einer sieht sie eben fliegen. Kreisend.

Mein Kollege tippte sich grinsend mit dem Finger an die Stirn. Er sieht wohl sonst auch keine Untertassen. Alles klar! Dann wollen wir mal.

Ich: “Untertassen? Mehrere? Okay, das ist ein Fall für die Nationale Sicherheit!”

Anrufer: “Jajaja, mehrere Untertassen.”

Ich: “Junger Mann, das ist gar kein Problem. Haben Sie Fensterläden?”

Anrufer: “Jajaja. Habe ich!”

Ich: “Okay, Sie machen jetzt als erstes die Fensterläden zu und schliessen Ihre Tür ab!”

Anrufer: “Jajaja! Mach ich!”

Ich: “Wenn es klopft oder klingelt machen Sie auf keinen Fall die Tür auf! Wir wissen ja noch nicht, wer das ist! Verstehen Sie das?”

Anrufer: “Jajaja, ich mache nicht auf. Nein nein.”

Ich: “Und vergessen Sie nicht das Licht auszumachen. In der Zwischenzeit versuche ich, die Luftverteidigung und die nächste Raketenstellung zu alarmieren.”

An dieser Stelle war es meinem Kollegen zu viel.

Er erlag nun doch der langen Bemühung, nicht laut loszuprusten. Sein hochroter Kopf explodierte förmlich in einem schallenden Lachen und mit Tränen in den Augen kippte er fast vom Drehstuhl.

Anrufer: “Jajaja, deshalb rufe ich ja auch an, um das sofort zu melden!”

Ich: “Dafür bedanken wir uns auch im Namen des Verteidigungsministeriums. Sollten Sie, widererwarten, doch Kontakt zu gelandeten Personen bekommen, grüssen Sie freundlich und vermeiden Sie provozierende Fragen.”

Anrufer: “Jajaja. Genau so werde ich das machen! Danke schön, Danke schön! Auf Wiedersehen!”

Na besser wohl nicht!

In diesem Moment, als der Herr das Gespräch beendete, platzte aus mir alle aufgestaute Beherrschung. Meinem Kollegen gleich konnte ich vor Lachen die Tränen nicht halten.

Wir verzichteten aber dann doch darauf, die Luftabwehr zu alarmieren…..

Eines Vormittags erhielt ich den Anruf einer Dame mit einem sehr bestimmten und herrischen Tonfall.

Dame: “Guten Tag! Ist Helsinki offen?”

Schwer atmend wurde mir in diesem Moment sofort bewußt, dass das ein Härtefall wird. Im Kontrast zu der Anruferin blieb ich besonders freundlich und führte das Gespräch fort.

Ich: “Es tut mir leid, warum soll denn heute eine Stadt geschlossen sein? Ich verstehe nicht ganz.”

Dame: “Ich meine natürlich den Flughafen!”

Ich: “Aha, den Flughafen, natürlich! Dann müßten Sie bitte die entsprechende Fluggesellschaft anrufen oder den Flughafen in Helsinki direkt.”

Dame: “Was? Wieso das denn? Sie sind doch die Information!”

Ich: “Ja, da haben Sie ganz recht. Wir sind die hiesige Flughafen Information. Ich bin nicht Helsinki! Und wie Sie sehen, wir haben geöffnet! Leider haben wir keine Verbindung zu den Flughäfen weltweit. Noch dazu zu denen, die nicht direkt von uns angeflogen werden können!”

Dame: “Na, das ist ja ein Service! Typisch Deutschland! Das finde ich aber überhaupt nicht in Ordnung! Und dann sind Sie noch so unfreundlich! Typisch!”

Verabschieden brauchte ich mich nicht. Das wurde mir durch das plötzliche Tuten im Hörer klar zum Ausdruck gebracht! Tja, typisch Deutschland! Ich finde das auch überhaupt nicht in Ordnung!

Folgender Anruf gegen fünf Uhr morgens, nach einer langen und ermüdenden Nachtschicht, ist zwar nicht ausschließlich witzig, aber trotzdem berichtenswert. Der Anrufer war ziemlich verzweifelt und unhöflich. Wie wir das eben so kennen. Grußlos begann er das Gespräch.

Anrufer: “Halten Sie die Maschine an!”

Ich: “Guten Morgen! Nun beruhigen Sie sich erstmal.”

Anrufer: “Sie sollen die Maschine anhalten!”

Ich: “Wie kann ich Ihnen denn helfen? Was ist das Problem?”

Anrufer: “Hören Sie nicht? Sie sollen die Maschine anhalten! Sind Sie taub?”

Ich: “Nein, ich verstehe Sie bestens. Sie reden ja laut genug. Darf ich annehmen, das Sie Ihren Flieger nicht mehr erreichen? Mal abgesehen davon, wäre es hilfreich, wenn Sie mir verraten würden, um welchen Flug es sich handelt!”

Anrufer: “Na den nach Samos natürlich!”

Ich: “Natürlich- aber das kann ja keiner wissen.”

Anrufer: “Quatschen Sie nicht so viel! Halten Sie den Flieger an!”

Ich: “Ich sehe gerade, Ihre Maschine rollt schon zum Start und…..”

Anrufer: “Deshalb sollen Sie sie ja zurückholen! Das ist unterlassene Hilfeleistung!”

Ich: “Das geht auf keinen Fall. Die Maschinen müssen ihren Flugplan einhalten. Kein Pilot wartet auf einige Nachzügler. Deshalb wird Ihnen im Ticket auch deutlich mitgeteilt, dass Sie zwei Stunden vor Abflug am Schalter zu sein haben. Fahren Sie ohne Stress weiter und wenden Sie sich nach Ihrer Ankunft hier an den Reiseveranstalter, der wird dann versuchen, Sie umzubuchen.”

Anrufer: “Versuchen? Was soll das denn heissen?”

Ich: “Nun, das soll nur heissen, dass das der normale Weg ist. Ich kann ja nicht für den Veranstalter sprechen!”

Anrufer: “Na toll! Vielen Dank, Sie haben mir wirklich sehr weitergeholfen! Wegen Ihnen verpasse ich meinen Urlaub! Wiedersehen!”

Der etwas spitze Unterton ist mir vor seinem Auflegen nicht entgangen. Aber das ist Alltag. Business as usual!

Folgender Anrufer war leider ebenfalls sehr unfreundlich, beherrschte auch nicht gerade die normale Umgangsform der Begrüssung und sprach auch im Ton eines ratternden Maschinengewehres!

Anrufer: “War das da soeben eine Boeing am Himmel? Wenn ja, was macht die dort über der Stadt und wohin fliegt die?”

Ich: “Guten Tag, ich weiss nicht, was für ein Flugzeugtyp da bei Ihnen vorbeigeflogen ist. Ich sitze hier nämlich in einem Büro der Flughafen Information und habe keinen Einblick in Flugrouten! Mal abgesehen davon, könnte ich es auch nicht beantworten, weil ich nicht weiß, von wo Sie anrufen und welche Stadt Sie meinen! Die einzige Möglichkeit, das jetzt herauszufinden, wäre eventuell der Tower von der Deutschen Flugsicherung, welcher sich bestimmt sehr freuen wird, Ihre Frage zu beantworten.”

Tut tuut tut tuut tut tuut

Ja, Sie haben tatsächlich richtig gelesen! Bedanken und verabschieden darf leider auch nicht immer vorausgesetzt werden! Muß man ja auch nicht!

Der Kunde ist ja König!

Es gibt auch Anrufe, die sind kurz, knackig und sehr vielsagend. Wie der Folgende.

Zur Erklärung möchte ich noch sagen, dass es an allen Autobahnraststätten, Bahnhöfen und an den Flughäfen abgeschlossene Toiletten nur für Behinderte gibt. Bei den Krankenkassen kann man einen Schlüssel beantragen und oft besitzen deshalb die betreffenden Personen einen eigenen. Es kommt aber auch vor, dass die Passagiere anrufen, und in die Toiletten reingelassen werden wollen. In diesen Fällen schicken wir natürlich sofort einen Kollegen vorbei. Bei uns im Flughafen befinden sich in allen Terminals, sowohl in der Ankunfts- als auch in der Abflughalle solche Toiletten, in denen man ungestört ist.

Anrufer: “Guten Tag, ich hätte gern den Schlüssel für die Behindertentoilette.”

Ich: “Ja gern. Ich schicke jemanden vorbei. Wo befinden Sie sich denn?”

Anrufer: “Na hier!”

Aha……

Spät am Abend erreichte mich folgender Anruf eines scheinbar Verwirrten.

Er: “Schicken Sie mir sofort per Post eine Info über den Fluchhafen!”

Bevor ich Luftholen und antworten konnte, war schon wieder aufgelegt!

Hallo? Was darf es denn nun sein? Welche Art von Information? Welcher der hundert Prospekte wird denn gewünscht? Geschnitten oder im Ganzen? Die Adresse brauchen wir natürlich auch nicht! Natürlich braucht auch niemand mit uns höflich und in ganzen Sätzen sprechen. Wir wissen ja, dass das zu viel verlangt ist!

Ein anderer vor Freundlichkeit strotzender Anruf.

“Hallo!”, hörte ich in sehr barschem Ton. “Wie teuer ist Überjewicht?”

Ich: Wenn Sie mir bitte verraten würden, mit welcher Fluggesellschaft Sie fliegen, dann kann ich Ihnen das vielleicht sagen. Jede Airline hat nämlich eigene Preise und Geschäftsbedingungen!”

“Weeß ick net!”, wurde es noch barscher! “Dat müssen Sie doch wissen, mit wem ick flieche?”

Ich: “Wieso muß ich das wissen? Wollten wir zusammen in Urlaub?”, lächelte ich zurück.

Tut tut tut tut…..

Aufgelegt. Das kennt man ja.

Wieder einmal Danke, Bitte, auf Wiedersehen!

Es gibt aber zum Glück auch Anrufer, die können sich gut benehmen.

Dame: “Guten Tag, ich möchte in drei Tagen meinen Sohn aus Afghanistan abholen. Er fliegt über Usbekistan. Können Sie mir bitte sagen, ob die Maschine pünktlich kommt oder Verspätung hat?”