Verlag: Universitätsverlag Brockmeyer Kategorie: Für Kinder und Jugendliche Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2015

Wargus Werde zum Wolf E-Book

Uli Rothfuss

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E-Book-Beschreibung Wargus Werde zum Wolf - Uli Rothfuss

Ein altes, herrschaftliches Gebäude in der kleinen Stadt am Fluss, eine großzügige Wohnung und darunter ein Keller über mehrere Ebenen, mit Gewölben und geheimen Kammern. Nach und nach entdeckt Simon, der mit seiner Familie von der Großstadt hier her an den Rand des Schwarzwaldes gezogen ist, in die Kleinstadt, dass in diesem Keller einer wohnt: Mensch und Wolf, seit Jahrhunderten, kaum versteckt und doch fähig, sich mühelos und mit zwischen den Zeiten zu bewegen. Fasziniert von der Welt des Wargus zieht Simon immer öfter mit ihm mit, heimlich, verborgen bei Nacht und in phantastische Abenteuer, die ihm nachher immer wieder in erzählten, geschriebenen Geschichten begegnen. Dass er dabei noch sein Mädchen kennenlernt, ihm immer wieder begegnet, sacht annähert, zieht ihn noch tiefer hinein in die geheimnisvolle Welt des Menschen, der nachts zum Wolf wird. (Für Jugendliche von 12-16 J.)

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E-Book-Leseprobe Wargus Werde zum Wolf - Uli Rothfuss

WARGUS

Werde zum Wolf

An eine Heimat im Wald,

die Kindheit möglich machte.

Uli Rothfuss

WargusWerde zum Wolf

Roman

Brockmeyer Verlag, Bochum 2015

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar

ISBN 978-3-8196-1017-2

WG 260

Lektorat: Michael Raffel

Titelbild und –layout: Susanne Bauer und Armin Reinhold

Foto (Seite 224): Anna Seibel

© 2015 by Universitätsverlag Dr. N. Brockmeyer

Im Haarmannsbusch 112,

D-44797 Bochum

Telefon +49 (0) 234 9791600,

Telefax +49 (0) 234 9791601

info@brockmeyer-verlag.de

Onlineshop: www.brockmeyer-verlag.de

Homepage: www.brockmeyer-online.de

1.

Dass die Schulkameraden Simon immer Streiche spielten, war nicht der Grund für die Familie Maletzke, von der Großstadt wegzuziehen, hierher in das kleine, aufgeräumte Provinzstädtchen. Zum Beispiel, dass die Klassenkameraden ihm immer den Füllfederhalter in der Schulmappe öffneten und ihn auslaufen ließen, sodass seine ganzen Hefte voller Tinte waren. Im Gegenteil: Simon nahm die Übeltäter sogar noch vor den Eltern und Lehrern in Schutz.

Nein, sie waren auf Anraten des Arztes in die Kleinstadt gezogen, Vater, Mutter und Sohn Maletzke. Simon habe mit einer chronischen Atemwegsreizung zu tun, hatten der Hausarzt und ein hinzugezogener Facharzt gemeint, er müsse raus an die frische Luft. Am besten irgendwo auf dem Land, der Talkessel der Landeshauptstadt belaste die Lunge nur noch weiter, und eine möglichst waldreiche Umgebung, weit weg von den Straßen der Großstadt, verheiße eine Besserung des Gesundheitszustandes.

Simon freute sich schließlich auf das neue Haus, nachdem ihm sein Vater das Zimmer mit dem bereits verlegten Anschlusskabel für das Internet gezeigt hatte. Er freute sich auch auf die neue Stadt und auf den Wald, der die Stadt von allen Seiten her umgab.

Das Haus zog Simon vom ersten Tag an in seinen Bann. Es erinnerte ihn an den Bauernhof seines Großvaters. Oft hatte er die Großeltern besucht, früher, als sie noch lebten, in ihrem Dorf. Dann war er in ihrem Bauernhof herumgestrolcht. Der war wohl schon zwei, drei Jahrhunderte alt, und es gab immer etwas neues zu entdecken. Und Großvater hatte auch immer etwas zu erzählen, Geschichten aus früheren Zeiten, die sich im und um den Hof abspielten. Die Maschinen im hinteren Teil des Futterlagers, die Kiste mit den alten Büchern auf der Kornbühne, auch das alte Moped zwischen den Erntegeräten, das immer noch lief, das hatte ihn interessiert, und ihm war bei seinen Besuchen auf dem Bauernhof keinen Augenblick langweilig. Er erinnerte sich gleich an den Bauernhof des Großvaters, als er zum ersten Mal das große Gebäude mitten im Zentrum des Städtchens betrat, in dem sie wohnen sollten. Es war wie eine Festung gebaut, vier Stockwerke hoch, mit riesigen Zimmern und einem dunklen, schier unergründlichen Keller. Drei Wege führten in den Keller, erklärte ihnen der Hausbesitzer, einer vom Hof her, durch die kleine Tür an der Seite des Hauses, durch einen schmalen Gang hinein in die tiefen Gewölbe, ein zweiter durch ein großes hölzernes Tor an der Vorderfront des Hauses, und der dritte Weg war in früheren Jahrhunderten ein Weg für Notfälle, für Fälle, in denen besondere Eile geboten war. Ein Weg der Flüchtenden. Nicht weit von der Haustür, am Anfang der Eingangshalle des Hauses, befand sich ein Holzverschlag mit einem Schnappriegel. Der gab, wenn man ihn nach oben zog, das Holzgatter frei und ließ es aufspringen und erlaubte einen Blick auf die ausgemauerte Steintreppe, die steil und geradewegs in den Keller, in das Dunkel der Steinhallen, hinabführte. So sei damals, in den ersten Jahrzehnten, nachdem das Haus gebaut worden war, und das war vor über dreihundert Jahren, bei Gefahr eine schnelle Flucht in die Kellergewölbe möglich gewesen, erklärte der Hausbesitzer, als er das Holztor aufgezerrt hatte.

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