Warum Drohungen nicht ausreichen - Michael Grothe - E-Book

Warum Drohungen nicht ausreichen E-Book

Michael Grothe

0,0
5,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Essay aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation, Note: 1,0, Universität Bielefeld, Veranstaltung: Klassiker der empirischen Organisationsforschung, Sprache: Deutsch, Abstract: Wie kommt es eigentlich, dass Organisationsmitglieder das machen, was die Organisation will? Die Antwort scheint einfach: Weil sie ansonsten rausgeworfen werden. Man vergisst dabei aber schnell Zwangsmitgliedschaften wie in der Schule oder beim Militär. „Rausgeschmissen“ wird hier in der Regel niemand. Es wird ihm höchstens mit anderweitigen Strafen gedroht. Ob nun mit Rausschmiss oder anderen Strafen gedroht wird, scheint aber letztlich keinen Unterschied zu machen, oder doch? Drohungen reichen jedenfalls in beiden Fällen bei weitem nicht aus, um Motivation zu erzeugen, die Zwecke der Organisation zu verfolgen. Wenn Mitarbeiter beispielsweise „Dienst nach Vorschrift“ machen, läuft so gut wie gar nichts. Sie müssen auch anderweitig motiviert werden. Selbst in den meisten Gefängnissen läuft wenig, wenn nur gedroht wird. Eine entscheidende Rolle kommt hierbei, sowohl formalen als auch informalen, positiven Sanktionen zu. Eine große Bedeutung haben hierbei die Vorgesetzten-Untergebenen-Verhältnisse. Eine Betrachtung mit den Werkzeugen aus Niklas Luhmanns Systemtheorie.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2008

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Impressum:

Copyright (c) 2013 GRIN Verlag GmbH, alle Inhalte urheberrechtlich geschützt. Kopieren und verbreiten nur mit Genehmigung des Verlags.

Bei GRIN macht sich Ihr Wissen bezahlt! Wir veröffentlichen kostenlos Ihre Haus-, Bachelor- und Masterarbeiten.

Jetzt beiwww.grin.com

Wie kommt es eigentlich, dass Organisationsmitglieder das machen, was die Organisation will? Die Antwort scheint einfach: Weil sie ansonsten rausgeworfen werden. Man vergisst dabei aber schnell Zwangsmitgliedschaften wie in der Schule oder beim Militär. „Rausgeschmissen“ wird hier in der Regel niemand. Es wird ihm höchstens mit anderweitigen Strafen gedroht. Ob nun mit Rausschmiss oder anderen Strafen gedroht wird, scheint aber letztlich keinen Unterschied zu machen, oder doch? Drohungen reichen jedenfalls in beiden Fällen bei weitem nicht aus, um Motivation zu erzeugen, die Zwecke der Organisation zu verfolgen. Wenn Mitarbeiter beispielsweise „Dienst nach Vorschrift“ machen, läuft so gut wie gar nichts. Sie müssen auch anderweitig motiviert werden. Selbst in den meisten Gefängnissen läuft wenig, wenn nur gedroht wird. Eine entscheidende Rolle kommt hierbei, sowohl formalen als auch informalen, positiven Sanktionen zu. Eine große Bedeutung haben hierbei die Vorgesetzten-Untergebenen-Verhältnisse.

 

Eine Betrachtung mit den Werkzeugen aus Niklas Luhmanns Systemtheorie:

 

In Organisationen ist man, wie bereits erwähnt, entweder (a) freiwillig Mitglied oder (b) Zwangsmitglied.

 

(a) Als freiwilliges Mitglied in Organisationen unterwirft man sich freiwillig bestimmten Regeln. Wenn man diese nicht mehr befolgt, tritt man aus oder man wird ausgetreten. Wichtig sind hierbei vor allem die Motive der Mitgliedschaft. Wenn man Mitglied wird, weil die eigenen Motive sich weitgehend mit den Motiven der entsprechenden Organisation decken (und man muss eventuell sogar Mitgliedsbeiträge bezahlen), dann hat man als Mitglied eine ganz andere Position als in Organisationen, die ihre Mitglieder bezahlen. Anders gesagt: Es macht einen Unterschied, ob man beispielsweise in einer Partei ist, oder in einem Unternehmen. In Unternehmen wird man Mitglied, um dort Geld zu verdienen. Die Motive der Organisation sind von den Motiven ihrer bezahlten Mitglieder entkoppelt (vgl. Luhmann 1999: S.94). Ob der Betrieb nun Autos oder Schuhe herstellt ist für das arbeitende Mitglied zunächst einmal irrelevant. Natürlich wird ein Autobauer nicht unbedingt plötzlich zum Schuster und insofern haben auch die Motive der Organisation Bedeutung für die Mitarbeiter. Aber es geht hier um den anders gelagerten Primaten: Man ist vorrangig dort, um Geld zu verdienen, und erst nachrangig, weil man lieber Autos macht als Schuhe. Anders gesagt: Wenn man kein Geld dafür bekäme, würde man auch nicht jeden Tag Autos zusammen bauen. Anders ist das bei motivbedingten Mitgliedschaften. Man ist in einem Verein, weil man beispielsweise den Tierschutz unterstützen möchte und man ist in einer Partei, weil man ähnliche Zwecke verfolgt.