Verlag: Campus Kategorie: Geisteswissenschaft Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2013

Was der Hund sah E-Book

Malcolm Gladwell  

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E-Book-Beschreibung Was der Hund sah - Malcolm Gladwell

Cesar Millan ist der legendärste und bekannteste Hundeflüsterer der Welt. Selbst die bissigsten Dauerkläffer werden unter seinem Einfluss zu sanften Schoßhündchen. Doch immer wieder zeigt Millan mit seiner Arbeit: Das eigentliche Problem ist nicht der Hund, sondern der Mensch. Hunde brauchen Sicherheit und Struktur - ganz ähnlich wie Menschen in Beziehungen auch. Anders als bei Menschen, die allzuoft glauben, "es sei doch alles gesagt", funktioniert die Kommunikation mit Hunden nicht verbal, sondern über Körperhaltung, Stimmlage, klare Gesten. Und auch darauf reagieren wir Menschen intuitiv ganz genauso wie Hunde - nur dass es uns meist gar nicht bewusst wird. Malcolm Gladwells spannende Geschichte macht deutlich, wie sehr wir davon profitieren, "auf den Hund zu kommen" und uns die Tipps von Experten wie Cesar Millan zu Nutze zu machen. Lesen Sie die Titel-Geschichte aus Gladwells unterhaltsamer, gleichnamiger Sammlung!

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E-Book-Leseprobe Was der Hund sah - Malcolm Gladwell

Malcolm Gladwell

Was der Hund sah

Cesar Millan und das Geheimnis der Bewegung

Aus dem Englischen von Jürgen Neubauer

Campus VerlagFrankfurt / New York

Über das Buch

Cesar Millan ist der legendärste und bekannteste Hundeflüsterer der Welt. Selbst die bissigsten Dauerkläffer werden unter seinem Einfluss zu sanften Schoßhündchen. Doch immer wieder zeigt Millan mit seiner Arbeit: Das eigentliche Problem ist nicht der Hund, sondern der Mensch.

Hunde brauchen Sicherheit und Struktur – ganz ähnlich wie Menschen in Beziehungen auch. Anders als bei Menschen, die allzu oft glauben, »es sei doch alles gesagt«, funktioniert die Kommunikation mit Hunden nicht verbal, sondern über Körperhaltung, Stimmlage, klare Gesten. Und auch darauf reagieren wir Menschen intuitiv ganz genauso wie Hunde – nur dass es uns meist gar nicht bewusst wird.

Malcolm Gladwells spannende Geschichte macht deutlich, wie sehr wir davon profitieren, »auf den Hund zu kommen« und uns die Tipps von Experten wie Cesar Millan zu Nutze zu machen.

Informationen zum Autor

Malcolm Gladwell ist ein Garant für Lesegenuss. Der Journalist mit einem Hang zum Interdisziplinären schreibt für das legendäre Magazin »New Yorker«. Seine Bücher sind internationale Bestseller. Schon in »Überflieger« und »Blink!« hat Gladwell gezeigt: Er ist nicht nur ein »Gott der Anekdoten«, sondern in der Lage, die Welt »auf dem Kopf« zu denken. Am 2. Oktober erscheint sein neues Buch »David und Goliath« – die spannende Story von Underdogs, Außenseitern und vermeintlich Chancenlosen, die mit List und Mut zum Regelbruch selbst übermächtige Gegner zu Fall bringen.

Inhalt

Was der Hund sah

Der meisterhafte Erzähler

Was der Hund sah

Cesar Millan und das Geheimnis der Bewegung

1.

Im Fall Sugar gegen Forman kannte Cesar Millan keine Einzelheiten, als er am Tatort eintraf. Es war ihm lieber so. Er sollte zwischen Forman und Sugar vermitteln, und da Sugar ihre Position sehr viel weniger eloquent vertreten konnte, hätte ihn alles, was er vorab erfuhr, nur für die Opfer eingenommen.

Das Haus der Formans stand in einem Trailerpark in Mission Hills im Norden von Los Angeles. Dunkle Holzvertäfelungen, Ledersofas, dicke Teppiche. Die Klimaanlage war eingeschaltet, obwohl es einer dieser lächerlich paradiesischen südkalifornischen Tage war. Lynda Forman war Mitte sechzig und hatte einen einnehmenden Sinn für Humor. Ihr Mann Ray saß im Rollstuhl und erinnerte vage an einen Veteranen. Cesar Millan saß den beiden gegenüber in schwarzen Jeans, blauem Hemd und der ihm eigenen perfekten Haltung.

»Was kann ich für Sie tun?«, fragte er.

»Unser Monster in einen süßen, liebenswerten Hund verwandeln«, antwortete Lydia.

Es war offensichtlich, dass sie lange darüber nachgedacht hatte, wie sie Sugar beschreiben sollte. »Sie ist 90 Prozent böse und 10 Prozent reine Liebe. Sie schläft nachts in unserem Bett. Sie kuschelt gern.« Sugar bedeutete Lynda sehr viel. »Aber sie schnappt nach allem, was sie bekommen kann, und versucht, es zu zerstören. Mein Mann ist behindert, und sie verwüstet sein Zimmer. Sie zerfetzt Kleider. Sie hat unseren Teppich zerrissen. Meine Enkel haben Angst vor ihr. Wenn ich die Tür aufmache, haut sie ab.« Lynda schob die Ärmel zurück und entblößte ihre Unterarme. Sie waren derart mit Bisswunden, Kratzern und Narben bedeckt, dass man hätte meinen können, sie sei gefoltert worden. »Aber ich liebe sie!«

Cesar sah sie an und zuckte zusammen. »Wow.«

Cesar ist kein sonderlich groß gewachsener Mann und hat die Statur eines Fußballers. Er ist Mitte dreißig, hat große Augen, olivfarbene Haut und weiße Zähne. Vor vierzehn Jahren schlich er sich von Mexiko aus über die Grenze in die Vereinigten Staaten. Er spricht ausgezeichnetes Englisch, nur wenn er aufgeregt ist, vergisst er manchmal die Artikel. Doch das passiert selten, denn Cesar ist kein Mensch, der sich so leicht aus der Ruhe bringen lässt. Er sah die Arme und sagte »wow«, doch seine Stimme blieb genauso ruhig wie bei der Frage »Was kann ich für Sie tun?«

Cesar stellte einige Fragen. Urinierte Sugar im Haus? Ja. Außerdem stürzte sie sich mit Vorliebe auf Zeitungen, Fernbedienungen und Plastiktassen. Cesar fragte nach Spaziergängen. Lief Sugar, oder spürte sie – und beim Wort spürte lieferte er eine täuschend echte Imitation eines schnüffelnden Hundes. Ja, Sugar spürte. Wurde sie bestraft?