Was Ihnen Ihr Berater nicht erzählt - Antonio Sommese - E-Book

Was Ihnen Ihr Berater nicht erzählt E-Book

Sommese Antonio

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21,99 €

Beschreibung

Antonio Sommese, selbstständiger Finanzstratege und Finanzcoach, stellt in seinem neuesten Buch die besten Berater-Tricks für den finanziellen Erfolg zusammen. Mit seiner mehr als 20-jährigen Erfahrung als Finanzcoach gibt er die besten und praktikabelsten Antworten auf die drängendsten Fragen zum Thema Geldanlage. Egal, ob in Aktien oder in die selbstgenutzte Immobilie investiert werden soll, ob Geld gespart wurde oder der Anlagebedarf nach einer Erbschaft entsteht, Sommese zeigt mit praktischen Beispielen aus seiner Beraterpraxis wie ein maßgefertigter Vermögensaufbau ohne viel Aufwand für jeden funktioniert. Er gibt aber nicht nur lukrative Tipps für die richtigen Anlagestrategien in Niedrigzinsperioden, sondern verrät auch, was Berater oft nicht erzählen. - Die besten Anlagestrategien für die Niedrigzinsphase - Was Ihnen Ihr Berater nicht erzählt - Alles über die Anlage in Aktien, Immobilien und Fonds

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Seitenzahl: 223

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

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detaillierte bibliografische Daten sind im Internet überhttp://dnb.d-nb.deabrufbar.

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[email protected]

1. Auflage 2016

© 2016 by FinanzBuch Verlag

ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH,

Nymphenburger Straße 86

D-80636 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Redaktion: Judith Engst

Korrektorat: Bärbel Knill, Landsberg am Lech

Umschlaggestaltung: Catharina Aydemir

Umschlagabbildung: Shutterstock

Satz: inpunkt[w]o, Haiger

ISBN Print: 978-3-89879-977-5

ISBN E-Book (PDF): 978-3-86248-897-1

Inhalt

Vorwort

1. KapitelDie ersten Schritte – meine Insider-Tipps für Berufsanfänger

1.1 Vermögenswirksame Leistungen – kein Geld verschenken

1.2 Unverzichtbare Versicherungen: die Berufsunfähigkeitsversicherung

1.3 Die Haftpflichtversicherung

2. KapitelAnleger/in etwa Ende 20, noch unklare Ziele

2.1 Tagesgeldkonto bei einer Direktbank

2.2 Das sollten Sie über Mischfonds wissen

2.3 Mit Schwellenländer-Aktienfonds auf den Märkten der Zukunft dabei sein

2.4 Wie steht es um Ihre Spar-Disziplin?

3. KapitelAnlagebedarf nach Erbschaft – wohin mit dem Geld?

3.1 Je höher das Vermögen, desto größer muss die Streuung sein

3.2 »Airbag« in der Aktienanlage

3.3 Auch bei den Produktanbietern diversifizieren

3.4 Steuervorteile bei offenen Immobilienfonds

4. KapitelAnlagebedarf nach Immobilienverkauf

4.1 Private Schulden vorrangig zurückführen

4.2 »Pflegeversicherung« für die Immobilie

5. KapitelAnlagebedarf nach Auszahlung einer Kapitallebensversicherung

5.1 Qualitätsimmobilien als lohnendes Investment

6. KapitelPaar, Anfang 50, wünscht konservative Anlageform mit Steuervorteilen

6.1 Steuern sparen mit denkmalgeschützten Immobilien

6.2 Auf den Standort kommt es an

7. KapitelWas tun bei Unzufriedenheit mit dem Berater?

7.1 Alles zurück auf Anfang

7.2 Strategien für dynamische Märkte

8. KapitelHonorarberatung – die bessere Alternative?

8.1 Provisionsberatung: Nicht immer steht Profitgier im Vordergrund

8.2 Alternative: Honorarberatung

9. KapitelRegelmäßig sparen – Lebensversicherung oder Sparplan?

9.1 Risikolebensversicherung vs. Kapitallebensversicherung

9.2 »Disziplinierender« Sparzwang bei Kapitallebensversicherungen

10. KapitelRisikoaversion und die Suche nach der »sicheren Anlage«

10.1 Hohe Rendite – hohes Risiko

10.2 Völlig ohne Risiko geht es nicht mehr

11. KapitelWie werden Aktiengewinne besteuert, und weshalb ist Gold unverzichtbar im Portfolio?

11.1 Besteuerung von Aktiengewinnen

11.2 Verschiedene Arten des Goldinvestments

11.3 Die Qual der Wahl unter den Anlagemünzen

11.4 Diamanten als Kapitalanlage

11.5 Was ich von Silber-Investments halte

12. KapitelWohin mit den Erlösen aus einem Immobilienverkauf?

13. KapitelAngst vor Aktien

14. KapitelWas tun mit der Ablaufleistung einer Kapitallebensversicherung?

15. KapitelVermögensverwaltung versus Individualdepot

16. KapitelBeratung oder eigenverantwortliche Anlage?

17. KapitelRente aufbessern und Wünsche erfüllen

18. KapitelExkurs: Wie lange gibt es den Euro noch?

19. KapitelSteter Tropfen füllt das Konto

19.1 »Riestern« kann sich lohnen

19.2 Interessante Alternative: Wohn-Riester

19.3 Der Fiskus greift zu: die nachgelagerte Besteuerung

19.4 Von der klassischen Riester-Rente zum Wohn-Riester

20. KapitelETFs – eine sinnvolle Alternative zu gemanagten Fonds?

20.1 Was verbirgt sich hinter ETFs?

20.2 Welche ETFs gilt es zu unterscheiden?

20.3 Welche Nebenkosten fallen bei ETFs an?

20.4 Weshalb es dennoch sinnvoll ist, auf Fondsmanager zu vertrauen

21. KapitelImmobilien: Von Spreu, Weizen und Blasen

21.1 Wann platzt die Immobilienblase – oder gibt es gar keine?

21.2 Vieles spricht gegen eine Blase

21.3 Noch Nachholbedarf in Deutschland

21.4 Die selbstgenutzte Immobilie als Investment

21.5 Immobilie statt Neuwagen

21.6 Immobilien als Kapitalanlage

22. KapitelBausparen: Zukunfts- oder Auslaufmodell?

23. KapitelDie 72er-Regel zum Vermögensaufbau

Finanz-Glossar

Wichtige Links

Danksagung

Vorwort

Die Erkenntnis mag noch nicht mit demoskopischer Akkuratesse gesichert sein, doch aus meiner Erfahrung und der Erfahrung vieler Kollegen spricht einiges dafür: Die Deutschen investieren im Durchschnitt wesentlich mehr Zeit in den Kauf eines Autos als in ihre Geldanlage und Altersvorsorge. Vordergründig mag das sogar nachvollziehbar sein. Wer im Autohaus einen Kaufvertrag abschließt, kann sich schon bald auf sein neues Fahrzeug freuen. Alle werden es sehen: die Nachbarn, die Freunde, die Kollegen. Doch Ihren Anlageerfolg auf Ihrem Konto oder in Ihrem Depot, den sehen nur Ihr/e Partner(in) – und das Finanzamt. Geldanlage ist längst nicht so prickelnd wie der Kauf eines neuen Autos, einer Luxusuhr am Arm oder die Buchung eines Traumurlaubs, über den Sie später zu Hause im Familien- und Freundeskreis ausführlich berichten können. Keine Sorge, ich beabsichtige nicht, Ihnen Knauserigkeit zu empfehlen und den Rat zu erteilen, jeden gesparten Euro sofort anzulegen. Denn das alleinige Streben nach Renditen unter Verzicht auf jedwede Lebensfreude kann kein lohnenswertes Ziel sein. Geld macht unabhängig, es gibt Sicherheit und versetzt Sie in die Lage, sich kleine und größere Wünsche zu erfüllen. Und mit einer ausreichenden privaten Altersvorsorge verfügen Sie auch im Ruhestand über genügend Rücklagen, um den gewohnten Lebensstandard fortsetzen und vielleicht sogar Ihren Kindern und Enkeln noch etwas hinterlassen zu können.

Je größer das Vermögen, desto kleiner werden die Risiken. Das klingt zwar ungerecht, trifft aber in den meisten Fällen zu. Wer über keine oder nur sehr geringe Rücklagen verfügt, den bringen schon mittelgroße Sachschäden in existenzbedrohende Nöte. Wahr ist aber auch: Es gibt Lebensrisiken, die sich selbst mit unglaublich großem Reichtum nicht verhindern lassen. Auch ein Milliardär kann schon morgen mit seinem Wagen tödlich verunglücken. Und wer eine niederschmetternde Krebsdiagnose erhält, den können weder lukrative Immobilien noch millionenschwere Konten trösten.

Warum erwähne ich dies am Anfang eines Buches, in dem es doch um die Optimierung Ihres Anlageerfolgs geht? Ich erwähne es, um Ihnen gleich zu Beginn eine Empfehlung auf den Weg zu geben: Leben Sie, gönnen Sie sich etwas! Vor mehreren Jahren hatte ich eine Mandantin, die mich bei der Wiederanlage freigewordener Gelder um Rat bat. Ich stellte ihr einige Optionen vor, doch so richtig überzeugt war die Dame nicht. Ich fragte, ob sie denn ganz individuelle Vorstellungen habe, was mit dem Geld passieren sollte. »Ja«, sagte sie, »ich würde mir für mein Leben gern eine richtig luxuriöse Kreuzfahrt gönnen.« Obwohl also die Dame mit einem solchen Wunsch bei mir an der falschen Adresse war – schließlich bin ich Finanzcoach und Berater, aber kein Reisebüro – bestärkte ich sie in ihrem Vorhaben: »Wenn das Ihr Herzenswunsch ist, dann erfüllen Sie ihn sich. Niemand zwingt Sie dazu, das freigewordene Geld wieder anzulegen. Und Ihre Rücklagen reichen für Notfälle allemal aus.«

Eine Kundin einfach gehen zu lassen und ins Reisebüro zu schicken – das könnte sich ein Bankberater kaum leisten, ohne gewaltige Probleme mit seinen Chefs zu bekommen. Aber die Kundin ging nicht für immer. Ein paar Jahre später suchte die inzwischen betagte Dame erneut Rat, nachdem sie eine Immobilie verkauft hatte. »Sie haben mich damals so fair behandelt, indem Sie mich nicht beraten, sondern ins Reisebüro geschickt haben – Ihnen vertraue ich.«

Das ist ein wichtiger Teil meiner Philosophie: Bei allem Streben nach Renditen dürfen Sie niemals Ihre Lebensfreude verlieren. Dieser Rat gilt im Übrigen auch für Immobilienkäufer: Die Freude an den eigenen vier Wänden mag ein paar Monate oder Jahre andauern. Doch wenn die Finanzierung des Objekts gleichsam »auf Kante genäht« ist, werden Sie eben diese Freude schnell verlieren, wenn Sie feststellen, dass Sie überall knausern müssen und sich nichts mehr erlauben können.

Dies vorausgeschickt, möchte ich Ihnen auf den nachfolgenden Seiten zahlreiche Beispiele aus meiner Beratungspraxis vorstellen. Ich schildere Ihnen jeweils die Ausgangssituation und lege anschließend dar, welche konkreten Empfehlungen ich dann meinen Mandanten gab. Ich habe diese Form der Darstellung gewählt, weil die Geldanlage sowie die private Altersvorsorge immer Maßarbeit sein muss, damit am Ende kein Mittelmaß dabei herauskommt. Es geht also um ganz individuelle Lösungen. Dennoch bin ich mir sicher: In vielen Fällen werden Sie sich ganz oder zumindest teilweise wiedererkennen. Es ergibt nach meiner Erfahrung relativ wenig Sinn, in Ratgeber-Büchern lediglich einzelne Finanzprodukte vorzustellen und dann die Leser damit weitgehend allein zu lassen. Das ist so, als würde man Ihnen Bausteine für ein Gebäude liefern, aber keinen Bauplan.

Nachdem ich Ihnen nun schon einiges über meine Anlage- und Beratungsphilosophie verraten habe, möchte ich Ihnen vorab weitere tragende Säulen meiner Strategie vorstellen. Sie spiegeln sich in allen in diesem Buch dargestellten Fällen wider.

1. Es gibt keine Masterpläne. Jede Form der Geldanlage und privaten Altersvorsorge ist individuell.

»One size fits all«, das mag in anderen Bereichen gelten. Wenn es jedoch um Ihre Finanzen geht, gibt es keine Größe, die allen passt. Ihre persönliche Lebenssituation, Ihr Alter, die Höhe Ihres Vermögens, Ihr Einkommen, Ihr individueller Versicherungsschutz und nicht zuletzt Ihre ganz persönlichen Ziele und Wünsche sind entscheidende Kriterien bei der Zusammenstellung der passenden Anlage- oder Vorsorgeempfehlungen. Bei Unternehmern kommen weitere wichtige Aspekte hinzu, so zum Beispiel die Übertragung der Firma an die nachfolgende Generation. Schließlich muss auch noch die Frage geklärt werden, wie viel Risiko der betreffende Kunde – ob Privatperson oder Unternehmer – einzugehen bereit ist.

2. Setzen Sie niemals alles auf eine Karte.

Eine möglichst breite Streuung ist das A und O einer erfolgreichen Geldanlage. So minimieren Sie Ihre Risiken und erhöhen gleichzeitig Ihre Renditechancen. Prüfen Sie selbstkritisch, ob Sie das Know-how und die Zeit dafür haben, Ihr Portfolio selbst zu diversifizieren und ständig auf dem Laufenden zu halten. Ansonsten lassen Sie sich beraten (nicht nur von Ihrem provisionsgetriebenen Bankberater) und setzen Sie auf bewährte Fonds mit erfolgreichen Managern. Einige davon stelle ich Ihnen auf den folgenden Seiten vor. Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Anlageformen, gegebenenfalls gemeinsam mit Ihrem Berater. Denn was heute goldrichtig ist, kann schon morgen bei veränderten Rahmenbedingungen falsch sein. Eine breite Streuung bedeutet auch, nicht allein auf einen Produktanbieter, also zum Beispiel nur eine Fondsgesellschaft, zu setzen. Streuung ist extrem wichtig für eine erfolgreiche und risikominimierte Geldanlage. Doch verzetteln sollten Sie sich auch nicht.

3. Investieren Sie niemals alles auf einen Schlag.

Im Leben ist nur der Tod alternativlos. Sonst nichts. Wenn Sie zum Beispiel unsicher sind, ob Sie noch in einen schon heißgelaufenen Aktienmarkt investieren sollten, warten Sie in Ruhe ab, oder stecken Sie nur einen kleinen Teil des Geldes etwa in einen Aktienfonds, das Ihnen zur Anlage zur Verfügung steht. Parken Sie das restliche Geld vorübergehend auf einem Tagesgeldkonto, auch wenn es dafür aktuell nur extrem geringe Zinsen gibt. Lieber begnügen Sie sich mit 0,5 % Zinsen, als an der Börse nach einer kräftigen Korrektur 10 % Verlust zu erleiden. Gerade wenn an den Märkten Blasen drohen, sollten Sie Ihr Investment zeitlich strecken.

4. Ohne Aktien gelingt kein Vermögensaufbau.

Am Ende dieses Buches stelle ich Ihnen die sogenannte 72er-Regel vor. Sie gibt an, wie lange es dauert, bis Sie Ihr Vermögen in Abhängigkeit von der jeweiligen Zinshöhe verdoppelt haben. Bei einem Zinssatz von 2 % dauert es in etwa 36 Jahre (72 : 2). Das heißt, wenn Sie heute 45 Jahre alt sind, werden Sie sich erst als 81-Jähriger über die Verdoppelung Ihres Vermögens freuen. Mit Verlaub: Die Vermutung liegt nahe, dass sich dann allmählich schon Ihre Erben freuen werden. Wenn Sie hingegen eine Verzinsung von 4 % erreichen, haben Sie Ihr Kapital in 18 Jahren verdoppelt. Dann verfügen Sie rechtzeitig zum Eintritt in den Ruhestand über ein ansehnliches Vermögen und können das Leben weiter genießen. Eine vierprozentige Verzinsung über einen so langen Zeitraum erreichen Sie jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit niemals mit konventionellen Sparprodukten. Das heißt, ohne einen überschaubaren Aktienanteil im Depot dürfte es sehr schwer sein, ein größeres Vermögen aufzubauen. Doch auch dabei gilt: streuen, streuen, streuen. Der Aktienanteil sollte im Portfolio nicht dominieren, es sei denn, Sie sind ein Anleger, der ganz bewusst höhere Risiken eingehen möchte, um entsprechende Renditen zu erzielen. Für alle anderen Leser aber gilt: Einen kleineren (oder auch größeren, je nach individuellem Wunsch des Anlegers) Aktienanteil kann man sich zum Beispiel mit einem Mischfonds oder einem gut gemanagten Aktienfonds ins Depot holen.

Ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage!

Ihr Antonio Sommese

Mainz, im Januar 2016

1. KapitelDie ersten Schritte – meine Insider-Tipps für Berufsanfänger

Gratulation! Sie haben Ihr Studium oder Ihre Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen und treten nun Ihren ersten festen Job an. Sie werden in der Regel ab sofort mehr Geld verdienen als in den Jahren zuvor. Das verschafft Ihnen neue finanzielle Spielräume. Wer mindestens 40 Jahre Arbeit vor sich hat, dürfte in dieser Lebensphase sicher noch nicht an die Altersversorgung denken. Auch eine eigene Immobilie haben anfangs nur wenige Berufsanfänger im Fokus. In den eigenen vier Wänden zu wohnen, hat zwar eine Reihe von Vorteilen, auf die ich später noch näher eingehen werde, doch mit Anfang oder Mitte Zwanzig haben Berufsanfänger verständlicherweise andere Prioritäten. Der inzwischen schon sehr betagte Kleinwagen, den sie vielleicht zum Abitur von den Großeltern geschenkt bekamen, soll einem neuen, sportlicheren Modell weichen. Manche gönnen sich nun eine größere Mietwohnung, für die natürlich passende Möbel und Unterhaltungselektronik angeschafft werden müssen. Viele denken zudem über die Gründung einer Familie nach. Und eine Fernreise nach all den Strapazen der Ausbildung oder des Studiums wäre sicher ebenfalls nicht schlecht. Kurzum: Es gibt zahlreiche Dinge, für die Sie jetzt Geld brauchen. Dinge, die Ihnen aus nachvollziehbaren Gründen wichtiger erscheinen als Sparverträge, Aktiendepots oder Versicherungspolicen. Und außerdem sind Sie neu im Job und arbeiten an Ihrer Karriere. Sie wollen richtig gut sein. Wer hat da noch den Kopf frei für die Themen Geldanlage und individuelle Absicherung? Sie sind Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse – das genügt Ihnen fürs Erste.

1.1 Vermögenswirksame Leistungen – kein Geld verschenken

Wirklich? Ich kann zwar jeden jungen Menschen verstehen, der so denkt. Doch der Betreffende sollte wissen: Er verschenkt erstens bares Geld und geht zweitens unkalkulierbare Risiken ein. Risiken, die im schlimmsten Fall die Karriere eines jungen Mannes oder einer jungen Frau jäh beenden können. Denn längst nicht jeder erbt von seinen Großeltern oder Eltern so große Summen, dass er oder sie gegen alle Schicksalsschläge gefeit ist. Und außerdem, um Niki Lauda in einem erfolgreichen Werbespot einer österreichischen Direktbank zu zitieren: »Haben Sie etwa was zu verschenken?«

Man soll es nicht glauben, aber viele Bundesbürger müssten diese eigentlich rhetorisch gestellte Frage mit einem »Ja« beantworten. Denn rund 23 Millionen Angestellte, Auszubildende, aber auch Beamte und Soldaten haben Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen (abgekürzt VL). Aber nur etwa 14 Millionen machten davon im Jahr 2012 auch Gebrauch (Wirtschaftswoche, 22.11.12). Seitdem dürfte sich an dieser Zahl nicht viel geändert haben. Es bringt nichts, ist zu kompliziert, davon profitieren nur Menschen mit sehr geringem Einkommen – so lauten die Vorurteile gegenüber den vermögenswirksamen Leistungen. Weshalb diese Sichtweise falsch ist und was Sie mit Ihren VL machen können, erfahren Sie auf den nachfolgenden Seiten.

Tatsächlich profitieren Sie gleich zweifach: Sie bekommen in den meisten Fällen zusätzliches Geld von Ihrem Arbeitgeber und darüber hinaus im Rahmen der geltenden Einkommensgrenzen noch ein finanzielles »Sahnehäubchen« vom Staat. Wer mag sich das schon entgehen lassen? Was Ihr Arbeitgeber zahlt, ist in den entsprechenden Tarifverträgen, in Betriebsvereinbarungen oder in Ihrem individuellen Arbeitsvertrag geregelt. Es handelt sich um eine Geldleistung, die zusätzlich zum Lohn oder Gehalt gezahlt wird. Die gesetzliche Grundlage hierfür ist das Fünfte Vermögensbildungsgesetz.

Doch grau ist alle Theorie. Was bedeutet das in der Praxis? Sie können pro Jahr bis zu 480 Euro vermögenswirksam anlegen. Das entspricht monatlich also 40 Euro. Im Idealfall zahlt Ihr Arbeitgeber den kompletten Betrag. In manchen Branchen und Regionen kann der Arbeitgeber-Beitrag allerdings auch deutlich geringer ausfallen. Er liegt aktuell zwischen 6,65 und 40 Euro. Zahlt Ihr Chef in einem solchen Fall weniger als 40 Euro, so können Sie ihn bitten, die restliche Summe bis zum monatlichen Höchstbetrag von 40 Euro trotzdem zu zahlen. Das Geld wird dann einfach von Ihrem Lohn oder Gehalt abgezogen. Die VL-Beiträge überweist Ihr Arbeitgeber auf ein Konto, das Sie zunächst einmal benennen müssen und das den gesetzlichen Anforderungen an diese Vorsorgeform entsprechen muss. Das ist wichtig, denn nur dann erhalten Sie zusätzlich die Arbeitnehmersparzulage des Staates. Diese beträgt ...

• 20 % der folgenden vermögenswirksamen Leistungen, beschränkt auf maximal 400 Euro jährlich:

– Sparbeiträge des Arbeitnehmers aufgrund eines Sparvertrags über Wertpapiere oder andere Vermögensbeteiligungen

– Aufwendungen des Arbeitnehmers aufgrund eines Wertpapier-Kaufvertrags

– Aufwendungen des Arbeitnehmers aufgrund eines Beteiligungs-Vertrags oder eines Beteiligungs-Kaufvertrags

• 9 % der folgenden Leistungen, beschränkt auf maximal 470 Euro jährlich:

– Aufwendungen des Arbeitnehmers nach den Vorschriften des Wohnungsbau-Prämiengesetzes (Bausparvertrag)

– Aufwendungen des Arbeitnehmers zum Bau, zum Erwerb, zum Ausbau oder zur Erweiterung eines im Inland gelegenen Wohngebäudes oder einer im Inland gelegenen Eigentumswohnung, zum Erwerb eines im Inland gelegenen Grundstücks zum Zwecke des Wohnungsbaus

Im Klartext: Sie können mit Ihren VL-Zahlungen

• regelmäßig in einen Wertpapier-Sparplan investieren,

• in einen Bausparvertrag einzahlen oder

• einen Baukredit tilgen,

und Sie erhalten hierfür die Arbeitnehmersparzulage. Beide Zulagen (9 und 20 %) können mit den entsprechenden Anlageformen auch in Ergänzung zueinander in Anspruch genommen werden.

Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, die vermögenswirksamen Leistungen in einen Banksparplan einzahlen zu lassen. Diese Variante wird allerdings nicht durch die Arbeitnehmersparzulage gefördert. Für welche Anlageform Sie sich entscheiden, hängt von Ihren individuellen Zielen und Ihrer Anlegermentalität ab. Sollten Sie schon zu Beginn Ihrer beruflichen Tätigkeit entschlossen sein, in ein paar Jahren eine Immobilie zu erwerben, dann ist es sinnvoll, die vermögenswirksamen Leistungen in einen Bausparvertrag zu investieren. Das gilt allerdings nur, wenn Sie neben den VL noch finanzielle Eigenleistungen in den Vertrag einbringen. Denn ansonsten müssten Sie wohl eine gefühlte Ewigkeit auf die Zuteilungsreife Ihres Bausparvertrags und damit auf das gewünschte zinsgünstige Darlehen warten, dessentwegen ein Bausparvertrag üblicherweise abgeschlossen wird. Wenn Sie Ihre VL in einen Bausparvertrag investieren, erhalten Sie die erwähnte staatliche Förderung im Rahmen der Arbeitnehmersparzulage allerdings nur bis zu einem zu versteuernden Jahreseinkommen von maximal 17.900 Euro (Singles) und 35.800 Euro (Verheiratete / eingetragene Lebenspartner). Für alle anderen Anlageformen gelten die Grenzbeträge 20.000 beziehungsweise 40.000 Euro.

Sind Sie bereit, ein überschaubares Maß an Risiken einzugehen, dann kommt für die VL ein Aktien-Sparplan in Betracht. Diese Lösung erscheint eigentlich logisch. Sie bekommen Geld von Ihrem Arbeitnehmer und investieren es Ihrerseits wieder in Produktivkapital, sprich: in Aktien. In der langfristigen Betrachtung bringen vor allem Aktien unbestritten die höchsten Renditen, die bei der Geldanlage erzielbar sind. Dafür muss der Anleger freilich einen Preis in Form der Volatilität zahlen. Im Klartext heißt das: Aktienkurse schwanken. Niemand weiß, wo die Märkte in zwei oder drei Jahren stehen werden. Auch die sogenannten Gurus wissen das nicht (und wenn sie es wüssten, würden sie es nicht hinausposaunen, sondern ihr vermeintliches Geheimwissen zu ihrem eigenen Vorteil nutzen). Ich empfehle familiengeführte, globale Aktienfonds. Familiengeführt heißt unter anderem, dass die Chefs des Fonds selbst mit ihrem eigenen Geld in ihren Produkten engagiert sind. Einen besonders empfehlenswerten Fonds, der diese Voraussetzung erfüllt, werde ich Ihnen gleich noch vorstellen.

Fühlen Sie sich aber trotzdem auf der sicheren Seite wohler, dann entscheiden Sie sich in Sachen VL für einen konservativen Banksparplan. Dieser kommt vor allem dann in Betracht, wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen die genannten Grenzbeträge von 20.000 Euro bei Singles und 40.000 Euro bei Verheirateten / eingetragenen Lebenspartnern übersteigt, denn Banksparpläne profitieren, wie gesagt, nicht von der Arbeitnehmersparzulage.

Sollten Sie sich für einen Banksparplan entscheiden, achten Sie auf einen möglichst attraktiven Festzinssatz. Das ist – zugegeben – in Zeiten niedriger Zinsen nicht gerade einfach. Aber Sie müssen Ihren VL-Vertrag ja nicht unbedingt bei Ihrer Hausbank oder Sparkasse abschließen. Besuchen Sie einfach mal die Webseiten einschlägiger Direktbanken. Diese können aufgrund eines fehlenden Filialnetzes und der damit verbundenen Kostenersparnis oft bessere Konditionen bieten als das Geldinstitut vor Ort. Anfang 2015 etwa war bei der ING-DiBa ein Festzins von 2 % durchaus noch möglich. Das ist keine atemberaubende Verzinsung, sicherlich. Doch wenn Ihr Arbeitgeber sechs Jahre lang monatlich 40 Euro auf das VL-Konto überweist und Sie insgesamt sieben Jahre von Zinsen und Zinseszins profitieren, weil diese Mindestwartezeit staatlich vorgeschrieben ist, können Sie danach über mehr als 3.000 Euro frei verfügen. Das ist doch ein nettes Nebeneinkommen, auf das Sie sicher nicht verzichten wollen!

Ganz gleich, für welche Anlageform Sie sich im Rahmen der VL entscheiden, Sie müssen sich sieben Jahre gedulden, bevor Sie die Früchte ernten können. Es gilt nämlich laut Gesetzesvorschrift eine sechsjährige Einzahlungsperiode und eine einjährige Ruhezeit. Grundsätzlich können Sie Ihre vermögenswirksamen Leistungen auch für eine Lebensversicherung verwenden. Doch diese Anlageform wird nicht mehr durch die Arbeitnehmersparzulage gefördert. Außerdem ist eine Versicherung immer langfristig ausgerichtet, die VL jedoch haben lediglich die erwähnte Laufzeit von sechs Jahren.

Mein Insider-Tipp: Loys Global

Wie ich bereits erwähnt habe, bevorzuge ich Fonds, in welche die Eigentümer und Fondsmanager eigenes Geld investiert haben. Diese arbeiten also nicht nach dem ALG-Prinzip (Anderer Leute Geld), sondern müssen ein eigenes Interesse am Erfolg ihres Fonds haben. »The cook has to eat his own soup«, heißt es dazu goldrichtig im angelsächsischen Raum (»Der Koch muss seine eigene Suppe essen«). Eine solche Investmentgesellschaft ist die Loys AG in Oldenburg. Die Eigentümer und Fondsmanager dieses Unternehmens legen ihr eigenes Geld in die Fonds von Loys an. Dadurch ist eine nachvollziehbare Interessengleichheit mit den Kunden gewährleistet.

Die im Jahr 1995 gegründete Investmentgesellschaft steht für konservatives und unabhängiges Aktienfondsmanagement. Loys versteht sich als globaler Aktienfondsspezialist. Das Fondsmanagement agiert von Chicago aus. Das Unternehmen legt Wert auf Internationalität und Unabhängigkeit. Aktuell betreut Loys ein Aktienfondsvolumen von rund 800 Millionen Euro.

Jungen Anlegern, die langsam und mit überschaubaren Beträgen in den Aktienmarkt einsteigen möchten, empfehle ich den Loys Global. Dabei handelt es sich um einen weltweit investierenden Fonds. Er ist entsprechend global diversifiziert und folgt einem aktiven Investmentansatz. Bei der Auswahl der Einzeltitel stützt sich das Fondsmanagement auf das im Hause Loys entwickelte Bewertungsmodell. Dabei wird der vom Fondsmanagement erwartete Wert der künftigen Geldrückflüsse ins Verhältnis zum Gesamtwert des Unternehmens gesetzt. Auf diese Weise lässt sich ermitteln, ob ein Unternehmen an der Börse unter- oder überbewertet ist.

1.2 Unverzichtbare Versicherungen: die Berufsunfähigkeitsversicherung

Warum wurden Versicherungen eigentlich erfunden? Gewiss nicht, damit man im Fall der Fälle im Krankenhaus ein Einbett-Zimmer zugewiesen bekommt, so angenehm das auch sein mag. Auch nicht, um den eigenen Computer oder die Brille gegen Verlust, Diebstahl oder Beschädigungen zu versichern. Nein, es geht darum, sich gegen die wirklich gravierenden, existenzbedrohenden Risiken des Lebens ausreichend abzusichern. Dazu gehört an vorderster Stelle das Risiko, krank zu werden. Jeder hofft dann auf eine optimale medizinische Betreuung, auf hochwirksame Medikamente und ein ausreichendes Krankengeld, das nach Ende der Lohnfortzahlung durch Ihren Arbeitgeber verhindert, dass die betreffende Person in finanzielle Probleme gerät. Durch Ihre Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenversicherung sind Sie gegen dieses Risiko schon relativ gut abgesichert. Später, mit steigendem Einkommen, kommt vielleicht ein Wechsel in eine private Krankenversicherung oder aber der Abschluss einer privaten Krankenzusatzversicherung in Betracht. Doch zu Beginn Ihrer Berufstätigkeit stehen diese Fragen noch nicht auf der Agenda.

Ich möchte Ihnen an dieser Stelle zwei Versicherungen ans Herz legen, die unverzichtbar sind, wenn Sie mit Ihrer Zukunft nicht Vabanque spielen möchten. Mitunter stelle ich meinen Mandanten eine scheinbar einfache Frage: Was ist eigentlich das Wichtigste in Ihrem Leben? Die meisten nennen dann ihre Familie oder eine ihnen besonders nahestehende Person. Verständlich, doch denken wir einen Moment ganz unsentimental über diese Frage nach. Das Wichtigste in Ihrem Leben ist Ihre Fähigkeit, Geld zu verdienen, also einen Beruf auszuüben. Ja, wir alle, denen es der liebe Gott nicht im Schlaf gibt, sind geradezu auf Gedeih und Verderb von der Fähigkeit abhängig, regelmäßig unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Für Sie mag es im Augenblick noch selbstverständlich sein, jeden Werktag zur Arbeit zu gehen und Geld zu verdienen. Doch was passiert, wenn Sie wegen einer schweren Krankheit berufsunfähig werden? Niemand befasst sich gern mit einem solchen Worst-Case-Szenario und erst recht nicht mit seinen Folgen. Dennoch gilt es, die brutale Wahrheit ganz offen auszusprechen: Falls Sie dann nicht über ein sehr hohes Vermögen verfügen, droht Ihnen in diesem Fall der soziale Abstieg, vielleicht sogar die Privatinsolvenz. Bedenken Sie: Alle, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, erhalten bei Berufsunfähigkeit nur noch eine Erwerbsminderungsrente in Höhe von rund 32 % ihres letzten Bruttoeinkommens, wenn sie weniger als drei Stunden täglich irgendeine berufliche Tätigkeit ausüben können. Das dürfte kaum ausreichen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) kann diese gefährliche Lücke weitgehend schließen.

Ich will nicht schwarzmalen, und ich möchte auch keinen Pessimismus verbreiten (laut dem früheren Bundespräsidenten Theodor Heuss ist der Pessimist bekanntlich der einzige Mist, auf dem nichts wächst). Aber das Berufsunfähigkeitsrisiko wird häufig in gefährlicher Weise unterschätzt. Und zwar gerade von jüngeren Menschen, obwohl diese besonders betroffen sind, was die folgende Statistik beweist:

Statistische Wahrscheinlichkeit, bis zur Rente mit 65 erwerbsunfähig zu werden

Altersgruppe

Männer

Frauen

Bei 20-Jährigen

43 %

38 %

Bei 30-Jährigen

41 %

37 %

Bei 50-Jährigen

34 %

29 %

Quelle: Statista 2014

Je länger Sie noch arbeiten müssen, desto größer ist das Risiko, erwerbsunfähig zu werden. Ein 60-Jähriger, der in fünf Jahren in Rente gehen wird, der seine Immobilie entschuldet und ein ordentliches Finanzpolster aufgebaut hat, kann im Fall seiner Berufsunfähigkeit die Jahre bis zum Bezug seiner Rente vermutlich noch überbrücken, ohne allzu große Einschränkungen seines Lebensstandards hinnehmen zu müssen. Er braucht keine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr. Ganz anders stellt sich die Situation für einen heute 25- oder 30-Jährigen dar. Für ihn ist die Berufsunfähigkeit ein elementares Problem, das es zu lösen gilt – und zwar mit einer eigenständigen Police von einem renommierten Anbieter. Eigenständig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Sie keine gekoppelten Verträge, also zum Beispiel keine Kapitallebensversicherung mit BU, abschließen sollten. Bei gekoppelten Verträgen ist der Berufsunfähigkeits-Schutz in aller Regel sehr gering und die Prämien sind vergleichsweise hoch, weil ein Teil davon in den Sparbeitrag der Lebensversicherung fließt.

Bei der Wahl einer BU-Versicherung sollten Sie angesichts der beschriebenen Bedeutung eines solchen Schutzes nicht am falschen Ende sparen. MeinInsider-Tipp: Wenn Sie in jungen Jahren eine vergleichsweise niedrige BU-Rente abschließen, achten Sie unbedingt auf eine Nachversicherungs-Garantie. Dadurch können Sie im Bedarfsfall – etwa nach der Geburt eines Kindes – den Versicherungsumfang ohne erneute Gesundheitsprüfung aufstocken. Nicht akzeptieren sollten Sie hingegen Verweisungsklauseln. Diese legen fest, dass die Versicherung nicht zahlt, wenn Sie im Fall einer Berufsunfähigkeit in Ihrem eigentlichen Job zwar nicht mehr arbeiten können, wohl aber in einer ähnlichen Tätigkeit. Angenommen, Sie arbeiten als Installateur, machen Ihre Meisterprüfung und können nach ein paar Jahren wegen einer äußerst schmerzhaften Skelett-Erkrankung Ihren eigentlichen Beruf nicht mehr ausüben. Sollten Sie eine »abstrakte Verweisung«, wie es im Fachjargon heißt, akzeptiert haben, könnte man Ihnen zum Beispiel zumuten, als Verkäufer in einem Baumarkt zu arbeiten. Diesen Job müssen Sie dann aber zuerst einmal bekommen, was angesichts ihrer Vorerkrankung recht unwahrscheinlich ist. Also: Schließen Sie Verweisungsklauseln aus, dann sind Sie auf der sicheren Seite.