Verlag: Carlsen Kategorie: Für Kinder und Jugendliche Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2017

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E-Book-Beschreibung Water & Air - Laura Kneidl

Seit dem Anstieg der Meeresspiegel leben die Menschen in Kuppeln unter Wasser oder in der Luft. Mit ihren achtzehn Jahren hat Kenzie noch nie die Sonne gesehen und ihr Leben in der Wasserkolonie unterliegt strengen Normen. Schließlich hält sie es nicht mehr aus und flieht in eine Luftkolonie, um dort einen Neuanfang zu wagen. Doch dann wird sie zur Hauptverdächtigen in einer mysteriösen Mordserie und nur Callum mit dem geheimnisvollen Lächeln hält zu ihr. Aber nicht nur den beiden droht Gefahr, auch das Schicksal der gesamten Kolonie steht auf dem Spiel.

Packend, romantisch, mit einzigartigen Schauplätzen – der neue Roman von Laura Kneidl, Autorin von »Light & Darkness«!

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Außerdem von Laura Kneidl im Carlsen Verlag lieferbar:

Light & Darkness

Elemente der Schattenwelt, Band 1: Blood & Gold

Elemente der Schattenwelt, Band 2: Soul & Bronze

Elemente der Schattenwelt, Band 3: Magic & Platina

Alle deutschen Rechte bei CARLSEN Verlag GmbH, Hamburg 2017

Dieses Werk wurde vermittelt durch die AVA international GmbH Autoren- und Verlagsagentur, München. www.ava-international.de

Umschlagbild: Shutterstock © Sandy MacKenzie / Epsicons / TatyanaMH / JaySi

Umschlaggestaltung: formlabor

Lektorat: Julia Reuter

Satz und E-Book-Umsetzung: Dörlemann Satz, Lemförde

Für meine Leser und all jene, die Dinge nicht einfach hinnehmen,

Prolog

Kenzie saß zusammengesunken in der Dunkelheit. Die Luft um sie herum war ebenso trocken wie ihre Kehle. Sie hatte sich verkalkuliert und ihren letzten Schluck Wasser bereits getrunken.

Ihre Glieder schmerzten und sie war müde, aber in dieser fremden Umgebung konnte sie nicht schlafen. Sie fühlte sich einsam. Eingesperrt. Allein mit ihren Gedanken dachte sie über ihre Vergangenheit in der Wasserkolonie nach und über ihre ungewisse Zukunft.

Das einzige Geräusch war das Rattern des U-Boot-Motors. Mit seinem monotonen Dröhnen unterbrach er die ansonsten unerträgliche Stille. Kenzie wusste nicht, wie lang sie schon in der Dunkelheit saß und wie lang sie hier noch ausharren musste, aber all das spielte keine Rolle, denn was zählte, war allein ihre Freiheit.

Eins

2 Tage vorher

Noël japste nach Luft. Er strampelte mit den Beinen. Seinen Mund hatte er zu einem Schrei aufgerissen. Doch Kenzie hatte nur ein müdes Lächeln für ihren besten Freund übrig.

Er schwamm außerhalb der Kuppel im Meer und war ein Idiot, wenn er dachte, sie würde noch einmal auf diesen Trick hereinfallen. Das erste Mal hatte Kenzie noch um Hilfe gerufen. Beim zweiten Mal hatte sie den Rettungsschwimmer in der Zentrale informiert, denn sollte Noël tatsächlich etwas zustoßen, könnte sie sich das niemals verzeihen.

Beide Male hatte sie Ärger für den falschen Alarm bekommen, obwohl Noël ihn verursacht hatte, und ein weiteres Mal würde Kenzie diesen Fehler nicht begehen.

Sie sah Noël an und schüttelte den Kopf. Eigentlich sollte sie ihm böse dafür sein, dass er wieder einmal versuchte sie hereinzulegen, doch in Wirklichkeit wollte er sie nur ablenken.

Er wusste, wie sehr sie es verabscheute, wie eine Gefangene im Inneren der Kuppel zu sitzen, während er seine Freiheit genoss. Das Meer war in dieser Tiefe bereits dunkel und kalt, aber zumindest hatte Noël die Möglichkeit, an die Oberfläche zu schwimmen und den Horizont zu sehen.

Sein Gesicht wurde ausdruckslos und seine Beine hörten auf zu strampeln. Kenzie konnte erkennen, wie er unter seinem Taucherhelm einen Seufzer ausstieß. Er drückte seine in Neopren gekleidete Hand gegen die Scheibe.

Kenzie hob das Funkgerät an ihre Lippen. »Mehr arbeiten, weniger Blödsinn. Die Fenster putzen sich nicht von allein und Nilam wird wütend, wenn du zu spät zu ihrem Abschiedsessen kommst.«

»Du siehst mich gerne leiden, nicht wahr?« Noëls Stimme kam als verzerrtes Knarzen aus dem Hörer des Funkgeräts.

»Es hat seinen Reiz«, antwortete Kenzie mit einem Grinsen. Noël ließ die Schultern hängen und löste den Glaswischer, der am Gürtel seines roten Taucheranzuges befestigt war. Er gehörte seit einem Jahr zu den Entdeckern, einer Taucherflotte bestehend aus vierzehn Männern, die täglich ihr Leben riskierten, um die Tiefen des Ozeans zu erkunden. Sie nahmen Wasserproben, beobachteten Schwankungen in der Temperatur und versuchten das Meer zu verstehen.

Für gewöhnlich begleitete Noël die anderen bei ihren Missionen, aber an diesem Tag war es seine Aufgabe, die Fenster von Algen zu befreien, damit die Einwohner der Kuppel einen klaren Blick ins tiefe Blau genießen konnten.

»Wo sind die Entdecker heute?«, fragte Kenzie.

Noël, der an die linke Seite des Fensters geschwommen war, fuhr die Scheibe von oben nach unten mit seinem Wischer ab. »Sie untersuchen den Riss im Boden, den wir letzte Woche entdeckt haben.«

»Werden sie Gesteinsproben entnehmen?«

Noël löste eine Wasserschnecke, die sich an der Scheibe festgesaugt hatte. »Wahrscheinlich.«

»Glaubst du, ich kann die Proben sehen?« Hoffnungsvoll sah Kenzie Noël an, der in der Bewegung innegehalten hatte und sie durch das dicke Glas musterte.

Er schüttelte den Kopf. »Ich kann dich nicht schon wieder in die Zentrale schmuggeln.«

Kenzie seufzte. Natürlich nicht. Sie war schließlich der Grund für seine heutige Strafarbeit. Er hatte sie von Grey, dem Leiter der Entdecker, auferlegt bekommen, nachdem er Kenzie verbotenerweise die Zentrale gezeigt hatte.

Das große Gebäude lag am Rande der Kuppel, neben dem U-Boot-Hafen. Nur wenigen Menschen war der Zutritt gestattet und Kenzie gehörte nicht zu ihnen. Noël hatte sie dennoch durch die Räume geführt, sie die Ausrüstung anprobieren lassen und ihr die Schließluke erklärt, die es erlaubte, die Kuppel zu verlassen, ohne sie mit Wasser zu fluten.

Wäre sie ein Mann, hätte Grey über diesen Regelverstoß vielleicht hinweggesehen, aber Frauen waren in seiner Zentrale nicht willkommen. Noël kannte diese Regel und hatte sie absichtlich ignoriert. Er wusste, wie sehr sich Kenzie wünschte eine Entdeckerin zu werden, und unterstützte sie in diesem Vorhaben, wo immer er nur konnte, auch wenn die Situation hoffnungslos war.

Denn in ihrer Kolonie kümmerten sich Frauen um den Haushalt und die Kinder. Sie halfen auf den Feldern oder in der Fischerei, aber niemals wurden ihnen höhere Posten zuteil. Die wenigsten Frauen störten sich an dieser Aufteilung, schließlich galt das weibliche Geschlecht dennoch als das wertvollste Gut des Wasservolkes und es waren immer die Mütter und Ehefrauen, die innerhalb einer Familie den höchsten Rang einnahmen.

Als Mädchen hatte Kenzie von einem solchen Leben geträumt. Sie hatte sich einen gut aussehenden Ehemann, drei Kinder und ein Haus in der Nähe der Bibliothek erhofft. Doch dieser Traum war nicht mehr genug. Sie wollte mehr. Sie wollte die Welt entdecken und Abenteuer erleben.

Sie malte sich häufig Szenarien aus, in denen sie mit Noël das Meer erkundete. Gemeinsam schwammen sie durch Fischschwärme und blickten der Gefahr ins Auge, wenn sie einem Hai begegneten. Sie erreichten neue, noch nie erforschte Tiefen und bargen Schätze aus der alten Zeit.

»Hör auf dich fertigzumachen«, befahl Noëls blecherne Stimme durch den Funk. »Du kannst nichts dafür. Grey ist selbst schuld, wenn er deine Fähigkeiten nicht zu schätzen weiß. Irgendwann wird er bereuen dich nicht engagiert zu haben.«

Kenzie lächelte, aber Noëls gut gemeinte Worte lenkten sie nicht von der Enttäuschung ab, dass Grey sie im vergangenen Jahr mehrfach abgelehnt hatte, immer mit derselben Begründung: »Du bist eine Frau, deine Pflichten in dieser Gesellschaft liegen nicht am Grund des Meeres.«

Grey hatte kürzlich seinen fünfundsechzigsten Geburtstag gefeiert. Trotz seines Alters befehligte er die Entdecker nicht nur, sondern wagte sich noch immer selbst in die Tiefe. Kenzie bewunderte ihn für diese Einstellung und mit den Jahren war er zu ihrem Vorbild geworden. Doch sosehr Kenzie Grey als Entdecker schätzte, so hasste sie den Mann, der zwischen ihr und ihrem neuen Traum stand.

»Kenzie!«

Erschrocken blickte sie beim Klang der rauchigen Stimme auf. Konnte dieser Mann Gedanken lesen?

Langsam drehte sich Kenzie um und erblickte Grey, der geradewegs auf sie zukam. Er trug die offizielle Uniform der Entdecker: einen dunkelblauen Anzug mit breiten Schultern, einem steifen Kragen und goldenen Knöpfen, die mit den Jahren trüb geworden waren. Dutzende von Abzeichen steckten an seiner linken Brust und zeugten von seiner Erfahrung.

»Sir«, grüßte Kenzie und neigte ihren Kopf in Ehrfurcht. Sie schielte zu Noël, der nun geschäftig das Fenster putzte und so tat, als würde er sie nicht beachten.

Grey blieb stehen und verschränkte die Arme hinter dem Rücken. Seine Haltung zeugte von Autorität und gab Kenzie das Gefühl, klein und unbedeutend zu sein, obwohl sie mit Grey auf Augenhöhe war. »Hältst du Noël mal wieder von seiner Arbeit ab?«

»Nein, ich schaue mir nur das Meer an.«

»Tatsächlich?« Grey zog die Augenbrauen leicht nach oben. Es war die einzige Regung in seinem stählernen Gesicht, das kaum eine Falte aufwies. Nur sein dunkelgraues Haar ließ erahnen, dass er nicht mehr der Jüngste war. »Und was versteckst du hinter deinem Rücken?«

In Gedanken stieß Kenzie einen Fluch aus. Sie atmete tief ein und zog das Funkgerät hervor. Ohne Aufforderung übergab sie es an Grey.

Er prüfte das Gerät auf seine Unversehrtheit, bevor er es an seinem Gürtel befestigte. »Ich habe mehr von dir erwartet, Kenzie. Du hast letzten Monat einen sehr guten Abschluss gemacht, den besten, wenn ich richtig informiert bin. Es schmerzt mich, mit anzusehen, wie du deine Zeit verschwendest, anstatt ein wichtiges Mitglied der Kolonie zu werden.«

Kenzie biss sich auf die Lippe. Wenn sie die Beste ihres Jahrgangs war, wieso sollte sie ihre Zeit damit vergeuden, Fische auszunehmen und Äpfel zu pflücken? Genauso gut könnte sie mit diesem Wissen Forschungsergebnisse auswerten.

Wut keimte in ihr auf und am liebsten hätte sie Grey ihre Meinung ins Gesicht gebrüllt. Sie wäre längst ein wichtiges Mitglied der Kolonie, wenn er ihr erlauben würde Teil seiner Truppe zu werden. Stattdessen hielt er sie zurück und verlangte von ihr, den anderen Frauen nachzueifern.

»Hast du dich schon nach einer Aufgabe umgesehen?«, fragte Grey. »Einer realistischen Aufgabe, die den Bedürfnissen der Kolonie gerecht wird?«

Mit anderen Worten bedeutete das: eine Aufgabe, die dich später nicht daran hindern wird, deinen familiären Pflichten nachzukommen? »Nein, das habe ich nicht«, antwortete Kenzie und reckte ihr Kinn in die Höhe. »Denn ich habe noch keine Aufgabe gefunden, die meinen Bedürfnissen gerecht wird.«

Grey stieß ein Schnauben aus und ein feines Lächeln erschien auf seinen Lippen. Es war keines, das von Humor zeugte. »Egoismus hat keinen Platz in einer Kolonie, in der alle aufeinander angewiesen sind.« Grey sah zu Noël, der noch immer geschäftig das Fenster putzte, und verschränkte die Arme vor der Brust. »Und es ist ebenso egoistisch, Leute abzulenken, die gewillt sind ihren Beitrag zu leisten. Mit deiner Einstellung hast du dem Jungen schon genug Schaden zugefügt, findest du nicht?«

»Ich habe Noël nur etwas Gesellschaft geleistet.« Grey wollte von ihr hören, dass es ihr leidtat, aber sie würde sich nicht entschuldigen.

Seine braunen Augen verengten sich zu Schlitzen. Er musterte sie eindringlich und ein kalter Schauer lief Kenzie über den Rücken. Sie schlang die Arme um ihren Oberkörper, um sich vor Grey zu verstecken. Manchmal war sein Blick so intensiv, dass Kenzie glaubte, der ältere Mann könne direkt in ihr Innerstes sehen und das Geheimnis aufspüren, das sie seit Jahren bewahrte. Aber ihre Sorge war unbegründet, denn nur Noël und sie kannten die Wahrheit.

»Komm morgen Mittag in mein Büro«, sagte Grey plötzlich.

Warum? Kenzie betrachtete Grey misstrauisch. Hatte er seine Meinung geändert? Seine Miene verriet nichts, dennoch keimte ein Funke Hoffnung in ihr auf.

»Wir werden eine Aufgabe für dich finden«, fuhr Grey fort und nickte entschlossen. »Wenn du nicht bereit bist selbstständig zu sein, werde ich dich bei deiner Suche unterstützen. Du bist achtzehn Jahre alt und es ist an der Zeit, dass du deine kindliche Naivität ablegst.«

Kenzies Hoffnung verschwand so schnell, wie sie gekommen war, und nur zu gerne hätte sie Grey ins Gesicht geschlagen. Doch das wäre unvernünftig. Er musste ihr wohlgesonnen sein, anderenfalls würde er seine Meinung nie ändern, und aus diesem Grund nickte sie gehorsam.

Greys Lächeln wurde zuversichtlich. »Ich wusste, du würdest zur Vernunft kommen. Du wirst deinen Platz schon noch finden.«

Ihr Platz war außerhalb der Kuppel, in einen Taucheranzug gekleidet, aber das würde Grey wohl nie verstehen. Kenzie starrte auf die Abzeichen an seiner Brust. Das künstliche Sonnenlicht an der Decke reflektierte auf dem Metall, das sie zu verspotten schien. Was würde sie nicht alles tun, um nur eines dieser Abzeichen zu tragen?

Greys Blick glitt zu Noël, der noch immer dasselbe Schaufenster putzte, obwohl es nicht sauberer werden konnte. Es wirkte, als wollte Grey etwas sagen, aber er schwieg und schließlich glitt sein Blick wieder zu Kenzie. In seinen Augen lag dabei ein Ausdruck, den sie nicht genauer benennen konnte. Vorfreude? Stolz? Ehrgeiz? Was immer es war, es gefiel ihr nicht.

»Wir sehen uns morgen, Kenzie«, sagte Grey. Seine Worte beinhalteten weder eine Bitte noch eine Frage, sondern nur einen Befehl.

»Ja, Sir«, bestätigte Kenzie.

Grey nickte zufrieden und trat einen Schritt zurück. Er war im Begriff, sich von ihr abzuwenden, als er noch einmal innehielt. »Und noch eine Sache, Kenzie. Nenn mich nicht Sir. Dies ist kein Vorstellungsgespräch und ich bin nicht dein Vorgesetzter. Ich helfe dir, weil wir eine Familie sind.«

Kenzie zwang sich zu einem Lächeln. »Natürlich, Großvater.«

757

Kenzie beobachtete, wie ihr Großvater sich von ihr entfernte. Einst war sie diesem Mann nahe gewesen, inzwischen hatten sie sich auseinandergelebt. Sie war kein Kind mehr und er nicht mehr ihr strahlender Held.

Erschöpft von dem Gespräch vergrub Kenzie das Gesicht in den Händen und atmete tief ein, als sie plötzlich ein Klopfen hörte. Sie sah zu Noël auf, der sie besorgt musterte. Er neigte den Kopf in einer stummen Frage, denn er wusste, wie sehr ihr die Gespräche mit ihrem Großvater zusetzten.

Kenzie deutete mit den Daumen nach oben, nun da Grey ihr die Möglichkeit genommen hatte, mit Noël zu sprechen.

Er lächelte schwach und drückte seine Hand erneut gegen die Fensterscheibe. Einen Moment verharrte er in dieser Position, ehe er nach rechts zeigte, um anzudeuten, dass er nun zum nächsten Schaufenster schwimmen würde.

Die Kuppel des Wasservolks, die einst auf Festland erbaut worden war, lag inzwischen vierzig Meter unter dem Meeresspiegel. Sie war aus dickem Stahl errichtet worden, um dem Druck des Wassers standzuhalten. Tausende von Strahlern waren am höchsten Punkt des runden Daches montiert und grelles UV-Licht imitierte die Sonne. Am Abend wurde es langsam dunkler, um den Einbruch der Nacht zu signalisieren, und am Morgen ging die künstliche Sonne wieder auf.

Es war eine gute Täuschung, welche die Menschen und Pflanzen innerhalb der Kuppel am Leben hielt und antrieb. Vermutlich dachten die meisten gar nicht darüber nach, dass diese Sonne, die ihnen Licht und Wärme spendete, nicht natürlichen Ursprungs war.

Auf Kenzie wirkte all das Metall allerdings beengend. Sie fühlte sich eingesperrt und bedrängt, weshalb sie ihre Zeit gerne an den Fenstern verbrachte, die in regelmäßigen Abständen die Stahlwände unterbrachen und den Blick auf das Meer freigaben. Diese Fenster gaukelten nur ein Gefühl der Freiheit vor, denn abgesehen von den Tauchern verließ niemand die Kuppel. Manchmal war vorgespielte Freiheit jedoch besser als überhaupt keine Freiheit.

»Ich gehe in die Bibliothek«, sagte Kenzie. Sie bewegte ihren Mund übertrieben deutlich, damit Noël die Worte von ihren Lippen lesen konnte. »Holst du mich ab?« Sie deutete auf ihn und sich und verhakte ihre Finger miteinander.

Kenzie war ebenfalls zu Nilams Abschiedsessen eingeladen. Seit ihrer Kindheit war sie mit Noël und seiner Schwester befreundet und wurde längst als Teil der Familie angesehen.

Noël nickte und winkte ihr zum Abschied, ehe er zum nächsten Fenster schwamm. Kenzie blickte ihm hinterher und stellte wieder einmal fest, was für ein exzellenter Schwimmer er war. Trotz des Lufttanks auf seinem Rücken waren Noëls Bewegungen anmutig, als ob er für das Wasser geschaffen wäre.

Wie alle Bewohner der Kolonie hatte auch Kenzie bereits im Kindesalter das Schwimmen gelernt, und seit ihrem Abschluss besuchte sie täglich den Pool am Rande der Kuppel, um zu trainieren. Es würde allerdings noch eine Weile dauern, bis ihre Bewegungen eine ähnliche Perfektion besaßen wie die von Noël.

Mit einem Seufzen machte sich Kenzie auf den Weg. Eigentlich hatte sie heute nicht vorgehabt die Bibliothek zu besuchen, aber nachdem Grey einmal mehr ihre Hoffnungen zerschlagen hatte, ertrug sie den Anblick des Ozeans nicht länger.

Seine endlose Tiefe löste in ihrer Brust ein schmerzhaftes Ziehen aus, als bekäme sie nicht genug Sauerstoff. Zu Beginn hatte Kenzie dieses Gefühl nicht benennen können und sich Sorgen um ihre Gesundheit gemacht, weshalb sie in der Bibliothek nach Antworten gesucht hatte. Inmitten der hohen Regale, die Tausende von Büchern beherbergten, hatte sie ein altes Lexikon gefunden und ein Wort, das im Sprachgebrauch ihres Wasservolkes nicht mehr existierte: Fernweh – die Sehnsucht nach fernen Ländern.

Länder gab es jedoch nicht mehr. Italien. Kanada. England. Deutschland. Sie alle gehörten der Vergangenheit an. Zuerst hatte das Meer Teile dieser Nationen verschluckt, danach hatten sich die Erdplatten abgesenkt und mittlerweile waren nur noch die höheren Berge übrig. Aber auch wenn diese Länder nicht mehr existierten, gab es noch die anderen Kolonien, die Kenzie erkunden konnte.

Nur dreißig Kilometer von ihnen entfernt lag eine Wasserkolonie, deren Kuppel eine gläserne Spitze besaß, die aus dem Meer ragte und den Bewohnern eine Aussichtsplattform bot. Noël war einmal dort gewesen und hatte Kenzie anschließend versucht zu beschreiben, wie sich die Sonne auf der Haut anfühlte. »Sie ist wärmer als das UV-Licht – sanfter. Und sie wärmt nicht nur deine Haut, sondern strahlt bis in dein Inneres. Du fühlst sie in deinem ganzen Körper und ihr Licht ist gelblich, nicht so klar wie das der Strahler.« Bei diesen Worten war Kenzie schwindlig vor Neid geworden. Sie gönnte Noël all diese Momente der Freiheit, aber es wäre noch schöner, sie mit ihm teilen zu können.

Es waren allerdings nicht die anderen Wasserkolonien, die Kenzie interessierten, sondern vor allem die Luftvölker, die nicht unter, sondern über Wasser lebten.

Natürlich hatte Kenzie noch nie eine dieser Kolonien gesehen, aber sie hatte alles über die Luftgeborenen gelesen, was sie in der Bibliothek hatte finden können. Die einzigen Belege, die noch existierten, waren Konzepte eines schwebenden Würfels. Auf Grundlage dieser Schriftstücke hatten sich die Staatsoberhäupter der vergangenen Welt – Könige, Kaiser und Präsidenten – vor vielen Jahrhunderten für den Bau der Kuppeln entschieden. Diese Dokumente waren keine leichte Lektüre, doch Kenzie hatte sie schon oft gelesen und sie gaben ihr eine Ahnung davon, wie das Leben über dem Meer sein musste.

Diese Pläne waren allerdings veraltet, wie alle Schriftstücke, die noch existierten. In diesem Sinne war die Bibliothek vielmehr ein Archiv, denn die Dokumentation war bereits vor vielen Jahren abgerissen. Es wurden keine Romane mehr geschrieben, keine Statistiken skizziert und keine Nachrichten festgehalten. Damals hatte man die Produktion von Papier eingestellt, denn die Folgen der Klimaerwärmung waren nicht länger zu ignorieren gewesen. Sie hatten den Meeresspiegel gefährlich steigen lassen und mit jedem Quadratmeter Land, der vom Meer verschluckt worden war, hatten Bäume an Wert gewonnen und man hatte genau überlegt, wofür man ihr Holz einsetzte.

Kommunikation und Dokumentation fanden von diesem Zeitpunkt an nur noch digital statt. Früher waren die Kolonien durch Datenleitungen verbunden gewesen, aber diese Technik war mit dem Land untergegangen und niemand hatte die Zeit und die Mittel, um sie wiederaufzubauen. Alle Ressourcen und alles Wissen wurden darauf verwendet, die Kolonien am Laufen zu halten. Weshalb es nur noch wenig Austausch zwischen den einzelnen Völkern gab.

Gelegentlich brachten die U-Boote und Frachter der Industrieinseln Informationen mit, aber hauptsächlich waren es die Repräsentativen, die für Aufklärung sorgten.

Kenzie schüttelte den Kopf und verdrängte den Gedanken an die Repräsentativen, der sie ebenso mit Schmerz erfüllte wie der Blick auf das Meer. Doch an diesen Tagen war es kaum möglich, die Repräsentativen zu ignorieren. Der jährliche Austausch stand kurz bevor und das war deutlich zu spüren – und zu sehen.

Die kahl aussehenden Reihenhäuser wirkten die meiste Zeit des Jahres wie Klone und es war leicht, sich in den identisch aussehenden Straßen zu verlaufen, die in einem ordentlichen Schachbrettmuster angelegt waren.

Doch jedes Jahr, zur Ankunft und Abfahrt der Repräsentativen, verwandelte sich die Stadt. Zerrupfte Girlanden, welche bereits viele Jahre überdauert hatten, zierten die Dächer und Lichterketten schmückten die Fenster. Die Leute hatten Schiefertafeln mit Nachrichten angebracht, in denen sie sich von den eigenen Repräsentativen verabschiedeten und die Neuankömmlinge willkommen hießen.

Kenzie erreichte das Zentrum der Kuppel, einen großen Platz, an dem die künstliche Sonne am hellsten strahlte. Die wichtigsten Gebäude der Kolonie reihten sich an diesem Ort aneinander und auch die Verabschiedung der Repräsentativen würde hier stattfinden. Eifrige Helfer bereiteten alles für die morgige Zeremonie vor. Hunderte von Tischen und Bänken wurden aufgestellt und es gab auch eine kleine Bühne.

Kenzie beschleunigte ihre Schritte. Die Bibliothek lag auf der gegenüberliegenden Seite des Zentrums. Das fünfstöckige Gebäude war ein Würfel aus Glas und Stahl, und zahlreiche Fenster gewährten einen Blick in das Innere. Es waren hauptsächlich junge Leute und Kinder, die sich in der Bibliothek tummelten, denn die Bibliothek war zugleich die Schule der Kolonie.

An Tagen wie diesem verstand Kenzie nicht, weshalb die Kolonie an ihrem alten Bildungssystem festhielt. Wieso ließ man sie die Grundlagen der Sprache, Mathematik, Geschichte und Naturwissenschaften erlernen, wenn die gesellschaftlichen Normen ihr Leben kontrollierten und sie ohnehin auf den Feldern oder in der Fischerei enden würde?

Morgen um diese Zeit hätte Grey bereits ein Urteil über ihre Zukunft gefällt. Sie würde ihre Individualität aufgeben müssen, um Teil des Kollektivs zu werden. Jeder hatte seine Rolle zu spielen, und wer seine Aufgabe nicht erfüllte, wurde auf das verbleibende Festland verbannt.

Bei dieser Vorstellung zog sich Kenzies Magen zusammen. Sie hatte in ihren achtzehn Jahren nur eine Handvoll Verbannungen miterlebt. Das erste Mal hatte sie die Tragweite einer solchen Entscheidung nicht begriffen, doch heute wusste sie, dass eine Verbannung den langsamen Tod bedeutete.

Kenzie musste ihren Großvater einfach davon überzeugen, dass sie in einem Männerberuf den größten Wert für die Kolonie hatte. Anderenfalls war ihre Verbannung nur eine Frage der Zeit. Entweder ließ sie zu, dass man sie sofort wegschickte, oder sie arbeitete so lange auf den Feldern, bis sie ihr Geheimnis nicht länger verbergen konnte.

Kenzie verdrängte diese Vorstellung und stieß die Tür zur Bibliothek auf. Ein Schwall warmer Luft, der den Geruch von Papier mit sich trug, schlug ihr entgegen. Ihre Sorgen verklangen und ein Gefühl der Zufriedenheit breitete sich in ihr aus. Sie liebte diesen Ort. Seinen Duft, sein Aussehen und die Art, wie sich die Bretter der deckenhohen Regale unter dem Gewicht der Bücher leicht bogen.

Doch heute war sie nicht wegen der Bücher hier. Sie hatte noch einen ganzen Stapel zu Hause und Sasha würde ihr keinen weiteren mitgeben. Die Ausleihzahl der Bücher war begrenzt, was ohnehin ein großes Zugeständnis der Kolonie war, schließlich besaßen die alten Schriften einen unschätzbaren Wert, da sie nicht mehr ersetzt werden konnten.

Kenzie wandte sich der Informationstheke neben dem Eingang zu und entdeckte dort Sasha, ihren Bruder, der in seine Arbeit vertieft war. Auf dem ganzen Tresen waren Folien, Klebstoffe und Pinsel der verschiedensten Größen verteilt. Die meiste Zeit versteckte Sasha sich in seinem stillen Kämmerchen, wo er Bücher restaurierte, aber während der Schulzeit verlegte er sein Büro an die Theke, da die anderen Bibliothekare unterrichteten.

»Hallo, Herr Buchdoktor.«

Ruckartig blickte Sasha auf. »Hey, was machst du hier?«

Kenzie zuckte mit den Schultern und setzte sich auf einen der Stühle, die vor der Theke standen. »Nichts.« Seit ihrem Abschluss waren ihre Tage gefüllt von Nichts.

Sasha musterte Kenzie skeptisch. Während ihre Schwester Isla nach ihrer Mutter kam, mit ihren blonden Haaren und blauen Augen, sahen Sasha und sie ihrem Vater zum Verwechseln ähnlich. Ihre Haare waren braun und ihre Augen so dunkel, dass man ihre Pupillen bei schwachem Licht kaum ausmachen konnte.

»Warst du wieder bei Noël?«

»Er muss meinetwegen die Schaufenster putzen.« Kenzie griff nach einem von Sashas Pinseln.

Er schnaubte. »Der Junge ist selbst schuld, er weiß, dass Großvater es nicht mag, wenn Frauen in der Zentrale sind.«

Kenzie zwirbelte die Härchen des Pinsels zwischen ihren Fingern, bis sie eine glatte Spitze ergaben. »Ich bin nicht irgendeine Frau, ich bin seine Enkelin.«

»Und du glaubst, das macht es besser?« Sasha nahm sich eines der zerschundenen Bücher, die er aus seiner Kammer mitgebracht hatte.

»Grey hat mich für morgen in sein Büro bestellt. Er will mir dabei helfen, eine Aufgabe zu finden.« Kenzie legte den Pinsel zurück und nahm sich den nächsten, aus dessen Härchen sie ebenfalls eine Spitze formte.

Sasha gab ein wissendes Grunzen von sich. »Du weißt, ich unterstütze dich gerne, aber dein Abschluss ist schon einen Monat her und allmählich ist es an der Zeit, dass du dir eine Arbeit suchst.«

Kenzie verzog das Gesicht. »Ich bin nicht faul, ich will nur nicht für den Rest meines Lebens Fische ausnehmen.«

»Das verlangt auch niemand.« Sasha zog kleine, in Vierecke geschnittene Folien unter dem Schreibtisch hervor, um die Ecken des alten Buches zu verstärken. »Es würde aber auch nicht schaden, wenn du dich etwas anpassen würdest. Großvater ist fünfundsechzig und wird die Entdecker nicht für immer leiten. Vielleicht ist sein Nachfolger aufgeschlossener. Vielleicht wird es Noël sein.«

»Vielleicht«, erwiderte Kenzie, ohne Sashas Worten wirklich Glauben zu schenken. Selbst wenn Grey nicht mehr ewig für die Entdecker arbeiten konnte, er würde bis zu seinem Tod Einfluss auf die Truppe haben. Und Noël würde niemals sein Nachfolger werden, nicht in den nächsten zwanzig Jahren, dafür fehlte es ihm an Erfahrung.

Kenzie legte den vierten und letzten Pinsel zurück und hielt nun das Buch für ihren Bruder fest, während er die Folie anlegte.

»Ich möchte gerne diese Bücher ausleihen.« Ein Mädchen war an die Theke getreten. Kenzie kannte ihren Namen nicht, aber sie erinnerte sich an die feuerroten Haare, eine genetische Seltenheit, die man nicht mehr oft sah.

Sasha legte das Buch, das sie gemeinsam geklebt hatten, zur Seite und zog ein Tablet unter seinen Pinseln hervor, um darin die Entleihung zu vermerken. Es gab nur ein Dutzend dieser Geräte in der gesamten Kolonie. Sie waren beinahe ebenso teuer und wertvoll wie Bücher und die einzige Möglichkeit, dauerhaft Informationen zu speichern, weshalb allein fünf der Tablets in der Zentrale der Entdecker lagerten und für die Forschung genutzt wurden.

Mit einem Lächeln auf den Lippen verabschiedete Sasha sich von dem Mädchen, das anschließend mit geröteten Wangen zurück zu seinen Freundinnen eilte, die an der Tür warteten.

»Wie geht es Valerie und dem Baby?«, fragte Kenzie, bevor Sasha noch etwas sagen konnte, denn sie war es leid, über sich und ihre Zukunft zu reden, das bereitete ihr nur Kopfschmerzen.

»Gut«, antwortete Sasha mit einem Grinsen. »Sie macht sich nur Sorgen wegen der Geburt.«

»Das ist vermutlich normal, aber sie ist in guten Händen.« Sasha und Kenzie stammten aus einer großen Familie und ihre Mutter war zudem Hebamme. Sie hatte schon etliche Kinder zur Welt gebracht und würde auch Valerie helfen. Doch der Druck auf Sasha und seine drei Jahre ältere Frau war besonders groß.

Lange hatten sie versucht schwanger zu werden, aber es hatte nicht geklappt, was vermutlich ein Grund dafür war, wieso die beiden Kenzie so gut verstanden. Auch sie hatten unter den Erwartungen der Kolonie gelitten.

In diesem geschlossenen System war das Gebären von Kindern eine Notwendigkeit für den Erhalt der Bevölkerung. Es gab Gesetze, die genau regelten, wie viele Kinder eine Frau bekommen musste und wann, um den Fortbestand zu sichern, ohne dass eine Überbevölkerung der Kolonie zum Verhängnis werden konnte.

»Besuchst du Nilam später?«, fragte Sasha.

Kenzie nickte. »Sie hat mich zum Abendessen eingeladen, damit wir alle noch einmal zusammenkommen, ehe sie die Kolonie verlässt.«

»Es muss schwer für Piper und Lincoln sein, ihre einzige Tochter gehen zu lassen.« Sasha griff nach seiner Klebepistole und drückte etwas von dem Leim auf die lose Bindung des Buches.

»Vermutlich«, stimmte Kenzie zu. »Ich mach mir jedoch mehr Sorgen um Noël.« Nach der Abreise seiner Schwester würde er nicht mehr derselbe sein. Nilam würde als Repräsentative bereits übermorgen in ihr neues Leben aufbrechen. Man würde sie und die neun anderen Vertreter der Kolonie mit einem U-Boot zu einer Luftkolonie bringen, weit weg von ihrer Heimat. Dort würde Nilam die Leute über ihr Wasservolk unterrichten und einen Mann heiraten, der für sie erwählt worden war.

Es war eine Ehre, zu den Repräsentativen zu gehören, denn sie trugen die Verantwortung für das Wissen der Kolonie, die kulturelle Vielfalt und den Erhalt von sauberem Genmaterial. Aber mit dieser Ehre gingen auch Bürden einher. Die Repräsentativen durften beispielsweise nicht frei über ihre Arbeit oder ihren Partner entscheiden. Genauso wie Kenzie mussten sie ihre Individualität aufgeben, um der Kolonie zu dienen, nur dass ihr Opfer mit jener Freiheit belohnt wurde, nach der Kenzie sich so sehr sehnte.

Zwei

2.1.0 Struktur der Luftkolonien: Um den Raum innerhalb des Würfels optimal zu nutzen, wird dieser in drei Ebenen geteilt. Die Ebenen können mit dem Transporter (siehe 4.1.2 Transporter) erreicht werden.

Der Grund der Kolonie dient dem öffentlichen Leben sowie dem Anbau von Nahrung und der Lagerung von Lebensmitteln. Die erste Ebene liegt 50 Meter über dem Grund. Hier leben die Einwohner der Kolonie. Ebene zwei, die in 100 Metern Höhe liegt, ist der Forschung vorbehalten und gewährt bei Überbevölkerung weitere Wohnfläche.

»Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage …«

»… und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute«, antwortete Kenzie, die auf dem Boden der Bibliothek saß, und blickte auf. Noël trat zwischen den Buchreihen hervor. Seinen Taucheranzug hatte er gegen eine Jogginghose und ein schwarzes T-Shirt getauscht, das seine helle Haut noch blasser wirken ließ. Das blonde Haar hatte er sich aus dem Gesicht gekämmt.

»Du weißt hoffentlich, dass du keine Sachbücher mehr lesen musst, nun, da du mit der Schule fertig bist?« Noël lehnte sich an das Regal für Geschichtsbücher.

»Ich lerne gerne, abgesehen davon ist die Auswahl an Romanen nicht sonderlich groß.« Kenzie schlug ihr Buch zu.

»Du hast trotzdem einen merkwürdigen Lesegeschmack.« Noël nahm ihr das Buch ab und schob es zurück in die Lücke über Kenzies Kopf.

»Lieber einen merkwürdigen Lesegeschmack als überhaupt keinen.« Kenzie stand auf und folgte Noël zur Treppe nach unten ins Erdgeschoss. In der vergangenen Stunde war es deutlich ruhiger geworden und Sasha war wieder in sein Kämmerchen gegangen.

Sie verließen die Bibliothek und betraten den großen Platz. Die künstliche UV-Sonne hatte an Helligkeit verloren, um den Einbruch der Nacht zu signalisieren. Die Aufbauarbeiten für das große Fest waren für heute beendet und ein paar Jugendliche hatten sich bei den Tischen und Bänken eingefunden.

»Wie weit bist du mit den Fenstern gekommen?«

Noël ächzte. »Frag nicht. Das Fensterputzen ist endlos. Kaum ist man einmal um die Kuppel, könnte man wieder von vorne anfangen.«

»Zum Glück hat Grey dir nur eine Woche aufgebrummt.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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