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Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich BWL - Investition und Finanzierung, Note: 1,7, FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule, Veranstaltung: Finanzwirtschaft, Sprache: Deutsch, Abstract: „Plage oder Rettungsanker?“ In Zeiten gravierender Veränderungen im Bereich der Finanzwirtschaft und des gesamten Kreditwesens, werden verstärkt Diskussionen über die konjunkturelle Perspektive der Bundesrepublik Deutschland ausgelöst. Durch Einschränkungen im Entscheidungsspielraum zur Kreditvergabe werden insbesondere mittelständische Unternehmen in ihrem Wachstumsbestreben gehindert. Im Mittelpunkt dieser Diskussionen stehen immer mehr Unternehmen, die im Volksmund mit einer biblischen Plage verglichen werden. Geprägt von Aggressivität und ungestilltem Hunger machen sie sich auf ihre große Reise quer durch das Wirtschaftsleben. Diese Meinung vertritt Franz Müntefering nicht allein. Ein Großteil der Bevölkerung und auch der Gewerkschaften vertreten ebenfalls diese Ansicht. Der Begriff „Heuschrecke“ wird von vielen als Synonym für Private Equity Gesellschaften verwendet, welche sich in die Unternehmen „rein fressen“, um diese umzukrempeln und danach gewinnbringend zu verkaufen. Doch ist diese Metapher noch zeitgemäß? Ist diese Meinung immer noch vertretbar? Knapp 50% der deutschen Führungskräfte sehen vielmehr einen „Rettungsanker“ in Private Equity, vor allem für den deutschen Mittelstand. Sie sind der Meinung, dass Private Equity - Investitionen dazu beitragen, Unternehmen zukunftssicherer und ertragsstärker zu machen. Die Branche selber möchte sich gegen ihren bis dato schlechten Ruf wehren und mit Hilfe von mehr Öffentlichkeitsarbeit und Referenzmodellen, die klar die positiven Auswirkungen von „Eigenkapital – Beteiligungen“ darstellen, ihr Image verbessern.
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Veröffentlichungsjahr: 2008
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Abkürzungsverzeichnis
AG Aktiengesellschaft ARD American Research and Development BVK Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften Bzw. beziehungsweise Ca. Circa DAX Deutscher Aktienindex DCF Discounted Cash Flow EK Eigenkapital EUR Euro evtl. eventuell f. folgende F&E Forschung und Entwicklung ff. fortfolgende ggü. gegenüber GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung Html Hypertext Markup Language http Hypertext Transfer Protocol i.e.S. im engeren Sinne i.H.v. in Höhe von IPO Initial Public Offering KKR Kohlberg Kravis Robert LBO Leveraged Buy - Out LOI Letter of Intent mbH mit beschränkter Haftung MBI Management Buy - In
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MBO Management Buy - Out Mio. Million Mrd. Milliarde PDF Portable Document Format PE Private Equity PEI Private Equity Investitionen PWC PricewaterhouseCoopers sog. so genannte USA United States of America u.U. unter Umständen www world wide web z.B. zum Beispiel
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„Plage oder Rettungsanker?“
In Zeiten gravierender Veränderungen im Bereich der Finanzwirtschaft und des gesamten Kreditwesens, werden verstärkt Diskussionen über die konjunkturelle Perspektive der Bundesrepublik Deutschland ausgelöst. Durch Einschränkungen im Entscheidungsspielraum zur Kreditvergabe werden insbesondere mittelständische Unternehmen in ihrem Wachstumsbestreben gehindert.
Im Mittelpunkt dieser Diskussionen stehen immer mehr Unternehmen, die im Volksmund mit einer biblischen Plage verglichen werden. Geprägt von Aggressivität und ungestilltem Hunger machen sie sich auf ihre große Reise quer durch das Wirtschaftsleben. Diese Meinung vertritt Franz Müntefering nicht allein. Ein Großteil der Bevölkerung und auch der Gewerkschaften vertreten ebenfalls diese Ansicht.
Der Begriff „Heuschrecke“ wird von vielen als Synonym für Private Equity Gesellschaften verwendet, welche sich in die Unternehmen „rein fressen“, um diese umzukrempeln und danach gewinnbringend zu verkaufen.
Doch ist diese Metapher noch zeitgemäß? Ist diese Meinung immer noch vertretbar? Knapp 50% der deutschen Führungskräfte sehen vielmehr einen „Rettungsanker“ in Private Equity, vor allem für den deutschen Mittelstand. Sie sind der Meinung, dass Private Equity - Investitionen dazu beitragen, Unternehmen zukunftssicherer und ertragsstärker zu machen.1
Die Branche selber möchte sich gegen ihren bis dato schlechten Ruf wehren und mit Hilfe von mehr Öffentlichkeitsarbeit und Referenzmodellen, die klar die positiven Auswirkungen von „Eigenkapital - Beteiligungen“ darstellen, ihr Image verbessern.2Sie wollen das unschöne Bild in Verbindung mit Arbeitsplatzvernichtungen, Lohnkürzungen und Mehrarbeit aus dem Kopf der Menschen vertreiben und aufzeigen, welche Bedeutung der Private Equity Branche heute und auch in Zukunft beigemessen werden sollte.
1Vgl. http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,501088,00.html.
2Vgl. http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,491745,00.html.
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Als alternative Finanzierungsform steht Private Equity immer mehr im Fokus der Wirtschaft. Aktuelle, aber auch zukünftige Gesetzesentwürfe gestalten die „Zutrittsmöglichkeiten auf das Kreditvergabeparkett“ für die Unternehmen immer schwieriger. Die Entwicklung zeigt, dass der Stellenwert von Private Equity im täglichen Unternehmerleben weiter steigen wird.
Private Equity - Investoren bringen bilanzielles Eigenkapital ins Unternehmen, doch diesem Vorteil stehen die Kleinen, die Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz und damit auch ihre Existenz gefährdet sehen, gegenüber.
In der vorliegenden Arbeit werden die wirtschaftlichen Konsequenzen von Private Equity - Investitionen kritisch begutachtet. Unter Berücksichtigung der Grundlagen von Private Equity stellen die aktuellen und zukünftigen Auswirkungen von PEI das Ziel dieser Arbeit dar. Im Mittelpunkt stehen die Chancen und Risiken für die Unternehmen, Investoren und das gesamte Wirtschaftsgefüge. Ein Ausblick auf die zukünftige Bedeutung und Entwicklung, aktuelle Praxisbeispiele, sowie eine kritische Würdigung von PEI stellen den Abschluss dieser Analyse dar.
In Kapitel 2 werden zunächst die Grundstrukturen von Private Equity behandelt. Dabei wird der Begriff Private Equity mit seiner historischen Entwicklung und seinen verschiedenen Ausprägungen erläutert. Zum Abschluss dieses Kapitels wird das Augenmerk auf die Desinvestitionsphase, den sogenannten „Exit“ und dessen Ausgestaltung gelegt.
In Kapitel 3 werden die wirtschaftlichen Konsequenzen und deren Bedeutung für Unternehmen behandelt. Hier geht es uns darum dem Leser die Auswirkungen auf diverse Unternehmensparameter und deren Bedeutung nahe zu bringen. Des Weiteren werden wir auf die Chancen und Risiken aus Sicht der Unternehmen eingehen, die sich durch Private Equity ergeben. Abschließend wollen wir noch den Blickwinkel der Investoren in Kapitel 3 berücksichtigen.
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Aktuelle Ereignisse und ein Blick auf die derzeitige Situation werden uns in Kapitel 4 bereitgestellt. Schwerpunkt dieses Kapitels liegt darin, aufzuzeigen, welche Bedeutung Private Equity für die Volkswirtschaft hat.
Hierbei werden die Auswirkungen auf volkswirtschaftliche Kennziffern genauer beleuchtet.
Kapitel 5 zeigt anhand von ausgewählten Beispielen, die möglichen Auswirkungen einer PE-Investition.
Den Abschluss der Arbeit bildet das Kapitel 6. Dieses Kapitel ist unterteilt in ein Fazit, welches die gewonnenen Erkenntnisse zusammenfassend darstellt sowie kritisch würdigt, und in einen Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungspotentiale von Private Equity am Kapitalmarkt.
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Private Equity bezeichnet die Vergabe finanzieller Mittel in Form von Eigenkapital an nicht börsennotierte Unternehmen. Die Beteiligung kann sich auf verschiedene Phasen erstrecken und besitzt einen zeitlichen Horizont von meist 4-6 Jahren.3Im Folgenden werden nun die Entstehung und die Begrifflichkeiten näher erläutert.
Private Equity ist ein Begriff, der schon sehr lange in den Köpfen der Menschen vorhanden ist.
Die Historie zeigt, wie weit die Anfänge von Beteiligungsfinanzierungen zurückliegen. Bereits 1481 war es Leonardo da Vinci, der sich finanzielle Unterstützung zur Umsetzung seiner Planungen und Vorhaben holte. Der Florentiner Lorenzo Medici beteiligte sich an dieser Unternehmung.4
Ein weiterer sehr berühmter Italiener erhielt einen Teil - der für sein Vorhaben benötigten 2 Millionen Maravedics - von Freunden. Den Rest bezog Christoph Kolumbus von Luis de Santangel, dem Schatzmeister der spanischen Krone, damit er seine erste Entdeckungsreise durchführen konnte.5
