Wolfsnächte - William Giraldi - E-Book
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Beschreibung

Es herrscht bittere Kälte in Keelut, Alaska. Doch ist das der einzige Grund, warum Wölfe plötzlich Kinder anfallen? Wolf-Forscher Russel Core soll das herausfinden und stößt auf einen unerklärlichen Mord. Ein rasanter Thriller, der von einer faszinierenden Landschaft,, einer dunklen Liebesgeschichte und einem geheimnisvollen Fluch erzählt.

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EPUB

Seitenzahl:0


William Giraldi

Wolfsnächte

Thriller

Aus dem amerikanischen Englisch von Nicolai von Schweder-Schreiner

Hoffmann und Campe

Für Aiden Xavier,

möge das Dunkle in dir nie zum Ausbruch kommen.

Ach, unbelehrbar, willst du dich der schlimmsten, höchsten Wahrheit stellen.

Gerard Manley Hopkins

 

 

Wir fürchten die Kälte und das, was wir nicht verstehen.

Doch am meisten fürchten wir das Tun der Achtlosen unter uns.

Eskimo-Schamane zu

Polarforscher Knud Rasmussen

1

Die Wölfe kamen aus den Hügeln und holten die Kinder von Keelut. Zuerst verschwand ein Junge, der seinen Schlitten am Dorfrand entlangzog, in der Woche darauf ein Mädchen, als es um die Hütten am zugefrorenen Teich lief. Jetzt, in den Schneewirbeln des neuen Winters, wurde ein drittes Kind aus ihrem Dorf weggeholt, diesmal vor der eigenen Haustür. Lautlos – kein Schrei, kein Geheul, kein einziger Hinweis.

Die Frauen waren außer sich, die, die ihre Kinder verloren hatten, untröstlich. Eines Nachmittags kam die Polizei aus der Stadt. Sie kritzelten Sätze in ihre Notizblöcke. Sie wirkten hilfsbereit, ließen sich danach aber nie wieder blicken. Frauen und Männer patrouillierten mit Gewehren in den Hügeln und um das Dorf. Selbst die Alten bewaffneten sich mit Pistolen und begleiteten die Kinder von der Schule und der Kirche nach Hause. Aber niemand schickte einen Trupp los, um die Wölfe zu jagen.

Der sechsjährige Sohn von Medora Slone war das dritte Opfer. Sie erzählte den anderen Dorfbewohnern, wie sie die ganze Nacht durch Hügel und Tal gezogen war, bis in die Morgenröte hinein, das Gewehr auf dem Rücken, ein langes Messer ans Bein geschnallt. Ihre Rache sollte nach Metall schmecken. Die Spuren der Wölfe zerstreuten sich, wurden schwächer und verschwanden schließlich in den Flocken, die wie Federn vom Himmel fielen. Mehrmals versank sie bis zu den Knien im Schnee und stellte sich vor, wie ihre Tränen zu Eiskügelchen wurden, die klirrend auf den Raureif und die Felsen schlugen.

In ihrem Brief an Russell Core, drei Tage, nachdem ihr Junge verschwunden war, schrieb sie, sie habe nicht erwartet, ihn lebend zu finden. Eine Blutspur hatte von der Veranda hinter ihrem Haus durch den spärlichen Wald hoch in die Hügel geführt. Aber sie brauchte seine Leiche oder was davon übrig sein mochte, und wenn es nur die Knochen waren. Deshalb schreibe sie Russell, sagte sie. Sie wollte, dass er ihr die Knochen ihres Jungen brachte und vielleicht auch den Wolf tötete, der ihn geholt hatte. Keiner aus dem Dorf würde Jagd auf die Wölfe machen.

»Mein Mann kommt bald aus dem Krieg zurück«, schrieb sie in ihrem Brief. »Ich brauche etwas, das ich ihm zeigen kann. Ich muss Baileys Knochen haben. Ich kann nicht mit leeren Händen dastehen.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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