Beschreibung

XXL-Leseprobe zu Tibor Rodes "Das Morpheus-Gen": Für den New Yorker Anwalt David Berger gerät die Welt aus den Fugen: Seit Nächten kann er nicht schlafen, sondern bleibt rund um die Uhr wach. Kurz darauf werden seine Freundin und sein bester Freund ermordet, und für die Polizei steht fest, dass er der Täter ist. Unterstützung auf der Flucht erhält David von der Archäologin Nina, die aus unbekannten Gründen seine Nähe sucht. David wird bald klar: Das, was ihm bislang den Schlaf geraubt hat, kann ihn das Leben kosten. Er ahnt nicht, dass sich hinter seiner plötzlichen Schlaflosigkeit eines der am besten gehüteten Geheimnisse der Menschheit verbirgt ... Diese Leseprobe enthält außerdem noch ein Interview mit Tibor Rode über seinen neuen Thriller "Das Morpheus-Gen" sowie einen Autorensteckbrief. Jetzt herunterladen und sofort loslesen!

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EPUB

Seitenzahl: 78


INHALT

CoverÜber das BuchÜber den AutorTitelImpressumWidmungZitatProlog1234567891011Tibor Rode über seinen neuen Thriller »Das Morpheus-Gen«Autorensteckbrief

Über das Buch

XXL-Leseprobe zu Tibor Rodes »Das Morpheus-Gen«:

Für den New Yorker Anwalt David Berger gerät die Welt aus den Fugen: Seit Nächten kann er nicht schlafen, sondern bleibt rund um die Uhr wach. Kurz darauf werden seine Freundin und sein bester Freund ermordet, und für die Polizei steht fest, dass er der Täter ist. Unterstützung auf der Flucht erhält David von der Archäologin Nina, die aus unbekannten Gründen seine Nähe sucht. David wird bald klar: Das, was ihm bislang den Schlaf geraubt hat, kann ihn das Leben kosten. Er ahnt nicht, dass sich hinter seiner plötzlichen Schlaflosigkeit eines der am besten gehüteten Geheimnisse der Menschheit verbirgt …

Diese Leseprobe enthält außerdem noch ein Interview mit Tibor Rode über seinen neuen Thriller »Das Morpheus-Gen« sowie einen Autorensteckbrief.

Über den Autor

Tibor Rode, 1974 in Hamburg geboren, studierte Rechtswissenschaften und arbeitete als Journalist. Heute ist er als Anwalt für Wirtschafts- und IT-Recht tätig und Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg. Tibor Rode lebt mit Familie und Hund in Schleswig-Holstein.

Das Mona-Lisa-Virus ist sein dritter Roman.

Tibor Rode

Thriller

XXL-Leseprobe

BASTEI ENTERTAINMENT

XXL-Leseprobe des in der Bastei Lübbe AG erscheinenden

Werkes »Das Morpheus-Gen« von Tibor Rode

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

Für die Originalausgabe:

Dieser Titel wurde vermittelt durch die Literarische Agentur Kossack

Copyright © 2018 by Bastei Lübbe AG, Köln

Lektorat: Karin Schmidt

Textredaktion: Dorothee Cabras

Umschlaggestaltung: www.buerosued.de

Einband-/Umschlagmotiv: © www.buerosued.de

eBook-Produktion: Dörlemann Satz, Lemförde

ISBN 978-3-7325-6921-2

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

 

Für meine Eltern und all jene,die in der Nacht über uns wachen

 

»Der Schlaf ist der kleine Bruder des Todes.«

Homer

PROLOG

Potsdam 1989

Man konnte vor dem Leben weglaufen, aber nicht vor dem Tod.

Er trat auf die Bremse und schlug das Lenkrad ein, sodass das Fahrzeug sich um einhundertachtzig Grad drehte und mitten auf der Straße zum Stehen kam. Dann schaltete er die Lichter aus.

Er musste nicht lange warten, bis er in der Dunkelheit vor sich die Scheinwerfer sah, die rasch näher kamen.

Er lehnte sich zurück und schloss die Augen. Er sah sie, sah sein Kind.

Tränen liefen ihm über die Wangen, schienen im kalten Luftzug, der aus der Klimaanlage strömte, auf seiner Haut zu gefrieren.

Sie zwangen ihn hierzu. Er hatte alle Optionen durchgespielt, doch sie ließen ihm keine andere Wahl. Es gab keine Möglichkeit, bei der er sein Kind retten konnte, außer dieser. Sie waren schuld, nicht er.

Er öffnete ein Auge und war erschrocken, wie nahe die heraneilenden Lichter schon waren.

Er zählte von drei rückwärts, dann drückte er mit aller Kraft das Gaspedal durch und riss die Augen auf. Ein gleißendes Licht blendete ihn, dann war alles ganz still.

Endlich. Schlafen.

1

New York, heute

»Die Toten reiten schnell«, murmelte Greg Millner und umrundete einen Sessel, um einen besseren Blick auf die Tote werfen zu können.

»Was redest du da?«, fragte Henry.

»Ein Satz aus Bram Stokers Dracula. ›Die Toten reiten schnell!‹«

Henry zuckte resigniert mit den Schultern. Offenbar hatte er keine Ahnung, wovon sein Kollege sprach.

»Vampire, du Idiot!«, entgegnete Millner und fasste sich an den Hals, genau dorthin, wo bei der Leiche die beiden Bissspuren zu erkennen waren, von denen die Streifenpolizisten bei ihrer Ankunft aufgeregt berichtet hatten.

Er ging in die Knie und betrachtete das Gesicht der Toten, die eingekeilt zwischen Sessel und Sofa lag. Es sah aus, als schliefe sie nur. Die Augen waren geschlossen. Die Wangen schienen noch rosig. Instinktiv wollte er ihren Puls fühlen, verbat es sich jedoch, um keine Spuren zu verwischen. Was war nur los mit ihm? Den Tod zu akzeptieren war das Erste, was man als Ermittler bei der Mordkommission lernte, und er hatte bislang auch keine Probleme damit gehabt. Im Gegenteil: Es gab Momente, da kam er mit den Toten besser zurecht als mit den Lebenden. Vielleicht wurde er mit zunehmendem Alter weich.

Das lange blonde Haar verdeckte den Großteil ihres Gesichts. Dennoch schätzte er sie auf Mitte zwanzig. Am Hals waren zwei kleine Verletzungen zu erkennen. Kreisrunde, blutige Einkerbungen, einen Fingerbreit auseinander. Als hätte jemand zwei kleine Löcher hineingebohrt. Oder aber das Opfer in den Hals gebissen.

»Von einem Menschen ist der Biss jedenfalls nicht«, kommentierte Millner. »Es sei denn, der Mensch hat zwei große Fangzähne gehabt. Eben wie ein Vampir.«

Henry lachte auf. »Lass das nicht die Presse hören. Vampirmord in New York. Was meinst du, was dann hier los ist? Abgesehen davon, dass du mit dieser Theorie vermutlich suspendiert und zum Dienstpsychologen geschickt wirst.«

»Und was ist deine Erklärung für die Male?«, fragte Millner.

Henry schüttelte den Kopf. »Keine Ahnung. Vielleicht Stichverletzungen. Oder eine tollwütige Fledermaus oder …« Er stockte. »Ich habe, ehrlich gesagt, keinen blassen Schimmer. Lass uns abwarten, was die Pathologen zur Todesursache sagen. Aber ich weiß auf jeden Fall, dass das kein Vampir war.«

Millner betrachtete den Rest des Körpers. Die Tote trug einen zweiteiligen Trainingsanzug. Das Oberteil war am Bauch hochgerutscht und gab den Blick auf den Bauchnabel frei. Die Füße steckten in weißen Söckchen. Millner seufzte. Irgendwo lebten eine Mutter und ein Vater, die schon bald über den gewaltsamen Tod ihrer Tochter informiert werden würden. Noch ahnten sie nichts davon, dass das Leben heute für sie eine dramatische Wendung genommen hatte.

»Wer ist hier gemeldet?«, fragte Millner.

Henry blätterte in einem kleinen Notizblock, in den er vor einigen Minuten die Antwort der Zentrale gekritzelt hatte. »David Berger«, las er ab. »Dreißig Jahre. Geboren in Prag, Tschechien. US-Amerikanischer Staatsbürger.« Henry reichte Millner einen Klarsichtbeutel mit einer Visitenkarte darin. »Die lag vorne neben der Haustür auf dem Beistelltisch.«

Die Karte stammte von einer Anwaltskanzlei aus Manhattan mit dem Namen McCourtny, Coleman & Pratt. Neben einem grauen Elefanten als Logo stand in der Mitte der Karte der Name David Berger, darunter Rechtsanwalt.

»Ein Rechtsanwalt, so, so«, sagte Millner und gab den Beutel Henry zurück.

»Wissen wir, wer sie ist?«

»Wohl seine Freundin. Sarah Lloyd. Ebenfalls hier gemeldet. Eine Nachbarin sagte, sie wohnten hier zusammen. Da drüben steht ein Bild von beiden.« Millner machte einen großen Ausfallschritt und fischte einen Bilderrahmen vom Vertiko. Das Foto zeigte ein junges, glückliches Paar mit Rucksäcken vor einem atemberaubenden Panorama. Er vermutete, dass die Aufnahme irgendwo in den Tropen gemacht worden war. Beide waren attraktive Menschen, denen man die Unbeschwertheit der Jugend ansah. Millner hätte mit ihnen in der Bar eines Urlaubshotels sofort einen zusammen getrunken. Der Mann erinnerte ihn mit der hohen Stirn, dem dichten dunkelblonden Haar und dem etwas melancholischen Blick an James Dean. Bei ihr konnte man mal wieder sehen, was der gewaltsame Tod auszurichten vermochte: Das ebenfalls blonde Mädchen mit dem offenen Lächeln und den vor Lebensenergie sprühenden Augen war in dem Mordopfer keine zwei Schritte hinter ihm kaum mehr zu erkennen. »Irgendwelche Ausweispapiere von ihr?«

Henry schüttelte den Kopf. »Bis jetzt nicht.«

»Versuche herauszufinden, ob sie es tatsächlich ist, damit ihre Angehörigen informiert werden können.«

»Schon klar«, grummelte Henry und klappte den Block wieder zu.

»Die Nachbarin hat beobachtet, dass sie vor einigen Tagen ausgezogen ist. Zudem hatte es im Hausflur zwischen Berger und einem anderen Mann einen Streit gegeben. Als die Zeugin wegen des Lärms die Tür öffnete, verschwanden beide. Heute hat sie nichts mitbekommen; sie war bei ihren Enkeln in Brooklyn.«

Als erfahrene Ermittler wussten beide, dass bei Frauenmorden oft der Lebenspartner der Täter war.

Millners Blick blieb an einer rechteckigen Box hängen, die unweit der Toten auf dem Wohnzimmerteppich lag. Er beugte sich vor und versuchte, den Gegenstand zu identifizieren. Obwohl er Latexhandschuhe trug, hütete er sich davor, ihn anzufassen.

»Das ist nur ein Schuhkarton«, sagte Henry.

Jetzt erkannte auch Millner darauf das Logo einer bekannten Sportmarke.

Henry bückte sich und hob den Deckel auf, der einen guten Meter neben dem Karton lag. Er hielt ihn sich vor das Gesicht und schaute Millner durch eines von mehreren Löchern an, die in den Deckel hineingestochen worden waren. »Ich sehe dich!«, witzelte er.

Millner grinste. »Steht dir, den solltest du immer tragen. Sag der Spurensicherung, sie sollen den Karton auf Spuren hin untersuchen.«

Henry legte den Deckel zurück auf den Boden, zückte den Stift und notierte etwas. »Sag du das doch mal den Jungs, und schicke nicht immer mich vor«, maulte er.

»Du weißt doch, auf mich hören die nicht.«

»Kein Wunder, wenn du andauernd den ehemaligen FBI-Agenten raushängen lässt«, konterte Henry.

Millner erhob sich langsam aus der Hocke. Seine Knie schmerzten. Unter dem weißen Plastikoverall, den die Spurensicherung ihnen vor der Haustür verpasst hatte, begann er zu schwitzen.

Er betrachtete die Szenerie vor sich.

Neben der Leiche lag eine umgestürzte Stehlampe, deren noch immer brennende Glühbirne einen schwachen Lichtkegel auf den Boden warf.

»Vielleicht von einem Kampf.«

Millner schaute auf. »Kampf mit wem? Dem Vampir?«

»Ich meine mit dem Mörder!«, entgegnete Henry ärgerlich.

Plötzlich machte sich das Funkgerät an Millners Gürtel bemerkbar.

»Es tut mir leid, aber ich fürchte, ihr müsst heute zweigleisig fahren«, meldete sich Sunny aus der Zentrale.

Henry warf Millner einen müden Blick zu. Das klang nach reichlich Kaffee. Sie waren nun seit vierzehn Stunden im Einsatz, und es würden wohl noch ein paar dazukommen.

»Aber was ich euch zu bieten habe, ist kurios.«