Beschreibung

XXL-Leseprobe zu Sam Bournes "Der Präsident": Stell dir vor, der mächtigste Mann der Welt wäre ein gefährlicher Egomane ... Als die Bürger der USA einen unberechenbaren Demagogen zum Präsidenten wählen, hält die Welt den Atem an. Kaum jemand weiß: Bereits kurz nach Amtsantritt ordnet der Präsident fast einen Nuklearstreich an, nachdem ein Wortgefecht mit dem Machthaber von Nordkorea aus dem Ruder läuft. Eins ist den Mitwissern klar: Jemand muss etwas unternehmen, oder die Welt steht kurz vor einem dritten Weltkrieg. Ein Attentat scheint der einzige Ausweg ... Ein hochrasanter Verschwörungsthriller mit aktuellem Bezug zur politischen Lage in Amerika.

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EPUB

Seitenzahl: 41


Inhalt

Cover

Über den Autor

Titel

Impressum

Erstes Kapitel

Zweites Kapitel

Drittes Kapitel

Über den Autor

Sam Bourne ist das Pseudonym des preisgekrönten britischen Journalisten Jonathan Freedland. Er war lange Zeit Berichterstatter aus Washington für THE GUARDIAN. Nach seiner Rückkehr nach London schrieb er für verschiedene Zeitschriften und veröffentlichte mehrere Bücher. Sein Thrillerdebüt DIE GERECHTEN stand in Großbritannien monatelang auf der Bestsellerliste und verkaufte sich über eine halbe Million Mal. Seit 2014 verfasst der Nahostexperte eine wöchentliche Kolumne für THE GUARDIAN sowie einen monatlichen Beitrag für THE JEWISH CHRONICLE. Zudem präsentiert er die wöchentliche Radiosendung THE LONG VIEW bei BBC RADIO 4.

Sam Bourne

DERPRÄSIDENT

XXL-Leseprobe

Aus dem Englischen vonRuggero Leò

BASTEI ENTERTAINMENT

XXL-Leseprobe des in der Bastei Lübbe AG erschienenen Werkes »DER PRÄSIDENT« von Sam Bourne

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

Für die Originalausgabe:Copyright © 2017 by Jonathan FreedlandTitel der englischen Originalausgabe: »To kill the president«Originalverlag: HarperCollinsPublishers

Für die deutschsprachige Ausgabe:Copyright © 2017 by Bastei Lübbe AG, KölnTextredaktion: Dr. Frank Weinreich, BochumTitelillustration: © FinePic / shutterstock; © getty-images/BloombergUmschlaggestaltung: Zero Werbeagentur, München

eBook-Erstellung: Urban SatzKonzept, Düsseldorf

ISBN 978-3-7325-5382-2

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Erstes Kapitel

Alexandria, Virginia, Montag, 03.20 Uhr

Es begann in der Nacht, als der Präsident das Ende der Welt einleiten wollte.

Für Robert Kassian fing alles damit an, dass sein Telefon auf dem Nachttisch vibrierte. Mit klopfendem Herzen schreckte er aus dem Schlaf hoch. Zunächst wusste er nicht, woher das Geräusch kam. Hatte er es geträumt? Er tastete nach dem Handy und schaltete den Vibrationsalarm aus. Das musste schnell gehen, denn seine Frau hatte einen leichten Schlaf, und wenn sie einmal aufgewacht war, schlief sie nicht wieder ein.

Erst da begriff er, dass nicht der Handyalarm, sondern ein eingehender Anruf ihn geweckt hatte. Die nächsten beiden Fakten nahm er gleichzeitig wahr: Es war 03.20 Uhr morgens, und der Anruf kam aus der Zentrale des Weißen Hauses.

»Mr Kassian?«

»Ja«, flüsterte er. Er schlug die Decke zurück und ging zum Badezimmer, das Telefon ans Ohr gepresst. Vor Müdigkeit bekam er kaum die Augen auf.

»Bleiben Sie dran. Ich stelle Sie zum Situation Room durch.«

Das war er also. Der berüchtigte Drei-Uhr-nachts-Anruf, von dem in Washington immer alle sprachen. Kassian war erst seit vier Monaten Stabschef, und das war der erste Anruf dieser Art. Gewiss, es hatte schon Krisensituationen mitten in der Nacht gegeben – jede Menge sogar – und dringende Konferenzen gleich nach Sonnenaufgang. Seit der Inauguration im Januar hatte sich seine Arbeitszeit schonungslos auf »rund um die Uhr« ausgedehnt. Und in der vergangenen Woche war es sogar noch schlimmer geworden. Aber ein mutmaßlicher Notfall mitten in der Nacht? Das kam zum ersten Mal vor.

Ein mehrfaches Klicken in der Leitung, dann war er durchgestellt. Sogleich nahm er die Unruhe im Raum des Anrufers wahr. Er hörte einen lauten Knall. Dann eine Stimme. Die einer Frau, jung und nervös.

»Mr Kassian. Hier spricht Lieutenant Mary Rajak. Wir haben einen Notfall, Sir. Ich glaube, Sie sollten schnellstmöglich herkommen.«

Nun hörte er Geschrei. War diese Frau eine Geisel? Vielleicht war das Weiße Haus umstellt. Er blinzelte mehrmals, sein Gehirn arbeitete auf Hochtouren. »Was für ein Notfall?«

Kassian war sich sicher, dass die Frau mit gedämpfter Stimme sprach. »Es geht um den Präsidenten.«

Herr im Himmel. War der Präsident zur Geisel genommen worden? Wie hätte das jemand … »Was ist geschehen?«

»Bitte, Sir. Kommen Sie einfach her.«

»Ich bin unterwegs. Aber können Sie …« Er stockte. Jemand brüllte am anderen Ende der Leitung. Ein Mann. Es klang, als käme die Stimme von nebenan.

»Bleiben Sie dran, Sir.« Vermutlich legte die Frau ihre Hand über die Sprechmuschel. »Ja, ich rede gerade mit Mr Kassian. Er ist auf dem Weg.«

Dann hörte er die Stimme deutlich. Sie war unverkennbar. Auf der ganzen Welt gab es keine Menschenseele, die sie nicht erkannt hätte. In den letzten beiden Jahren war diese Stimme mindestens einmal täglich zu hören gewesen, ob in den Nachrichten oder in einem viralen Video. Manchmal hatte sie sich über einen Gegner lustig gemacht oder einen Zwischenrufer auf einer Versammlung verhöhnt, manchmal hatte auch ein TV-Comedian sie nachgeahmt oder sogar ein altkluges Kind auf dem Schulhof. Doch niemand hatte die Stimme je in diesem Tonfall gehört: brüllend vor Wut – echter, nicht gespielter Wut. Aus dem Weg! Ich bin Ihr verfluchter Oberbefehlshaber, und das ist ein Befehl!

Während Kassian lauschte, griff er zu einem Hemd und dem erstbesten Anzug im Schrank. »Was zum Teufel ist bei Ihnen los, Lieutenant?«

»Das ist am Telefon schwer zu erklären, Sir.«

»Dies ist eine sichere Leitung.«

»Ich glaube nicht, dass wir so viel Zeit haben, Sir.« Ihre Stimme zitterte.

»Kurz und knapp, Lieutenant.«

Sie redete leise, als befürchte sie, jemand könnte sie belauschen. »Nordkorea, Sir. Der Präsident will den Befehl für einen Nuklearangriff geben.«