Verlag: Bastei Entertainment Kategorie: Abenteuer, Thriller, Horror Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2017

XXL-Leseprobe: Spectrum E-Book

Ethan Cross  

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E-Book-Beschreibung XXL-Leseprobe: Spectrum - Ethan Cross

XXL-Leseprobe zu Ethan Cross' Spectrum: August Burke ist anders. Irgendwie seltsam, geradezu wunderlich. Doch Burke ist auch ein Genie: Er erkennt Zusammenhänge, die allen anderen verborgen bleiben. Als es in einer Bank zu einer Geiselnahme kommt, wendet das FBI sich an ihn. Denn die Täter verhalten sich extrem ungewöhnlich und verschwinden schließlich sogar unbemerkt aus dem umstellten Gebäude. Mit Burkes Hilfe entdeckt das FBI den Zugang zu einem Geheimlabor unter der Bank - das eigentliche Ziel des Überfalls. Was haben die Räuber dort gesucht? Und haben sie es gefunden? Zusammen mit Special Agent Carter folgt Burke ihrer Spur - und bekommt es mit einem Feind zu tun, der bereit ist, tausende Menschenleben zu opfern. Eine neue rasante Thriller-Serie von Bestsellerautor Ethan Cross, dem Autor der Shepherd-Thriller.

Meinungen über das E-Book XXL-Leseprobe: Spectrum - Ethan Cross

E-Book-Leseprobe XXL-Leseprobe: Spectrum - Ethan Cross

Inhalt

Cover

Über dieses Buch

Über den Autor

Titel

Impressum

Teil eins

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Über dieses Buch

XXL-Leseprobe zu Ethan Cross’ Spectrum:

August Burke ist anders. Irgendwie seltsam, geradezu wunderlich. Doch Burke ist auch ein Genie: Er erkennt Zusammenhänge, die allen anderen verborgen bleiben. Als es in einer Bank zu einer Geiselnahme kommt, wendet das FBI sich an ihn. Denn die Täter verhalten sich extrem ungewöhnlich und verschwinden schließlich sogar unbemerkt aus dem umstellten Gebäude. Mit Burkes Hilfe entdeckt das FBI den Zugang zu einem Geheimlabor unter der Bank – das eigentliche Ziel des Überfalls. Was haben die Räuber dort gesucht? Und haben sie es gefunden? Zusammen mit Special Agent Carter folgt Burke ihrer Spur – und bekommt es mit einem Feind zu tun, der bereit ist, tausende Menschenleben zu opfern.

Über den Autor

Ethan Cross ist das Pseudonym eines amerikanischen Autors, der mit seiner Frau und zwei Töchtern in Illinois lebt. International bekannt wurde er mit seinen Thrillern um den Serienkiller Francis Ackerman junior. Nun gönnt er diesem eine Pause und widmet sich in SPECTRUM einem neuen Helden: dem genialen wie wunderlichen FBI-Berater August Burke.

Ethan Cross

SPECTRUM

XXL-Leseprobe

Aus dem amerikanischen Englisch vonRainer Schumacher

BASTEI ENTERTAINMENT

XXL-Leseprobe des in der Bastei Lübbe AG erscheinenden

Werkes »Spectrum« von Ethan Cross

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

Für die Originalausgabe:

Published in agreement with the author,c/o BAROR INTERNATIONAL, INC., Armonk, New York, U.S.A.

Copyright © 2017 by Aaron Brown und Bastei Lübbe AG, Köln

Lektorat: Judith MandtTextredaktion: Heike Rosbach, NürnbergUmschlaggestaltung: Massimo Peter

eBook-Erstellung: Urban SatzKonzept, Düsseldorf

ISBN 978-3-7325-4339-7

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Teil eins

Kapitel 1

Isabel Price platzte aus der verrosteten Tür der kleinen Wellblechhütte und rannte los, so schnell sie ihre kräftigen südafrikanischen Beine trugen.

Worte wie Albtraum und Warum schoben sich immer wieder zwischen die Gedanken, die sich in ihrem Kopf überschlugen. Ihr war schwindelig, und Übelkeit stieg in ihr auf. Sie stolperte über das karge, verwaiste Gelände zwischen den Bretterbuden der illegalen Siedler. Sie musste wissen, ob alle tot waren. Sie musste wissen, ob ihr Junge tot war.

Irgendwo hinter ihr schrie Dingani ihren Namen, aber sie ignorierte ihn. Sie musste es wissen. Und dieses Verlangen war so groß, dass sie an nichts anderes mehr denken konnte. Sie konnte nur noch an eines denken: Tyler, ihren Jungen.

Nun erschallte neben Dinganis Stimme auch die ihres Vaters. Elliot Price hatte schon immer ein kraftvolles Organ gehabt. Das hatte ihm sehr geholfen, als er noch ein aufstrebender Politiker gewesen war, damals, als allein die weiße Minderheit die Regierung gestellt hatte.

Doch Isabel ignorierte auch die Stimme ihres Vaters.

Sie sprang über einen Zaun und landete in Mrs. Eberles Kräutergarten. Dass sie dabei auch das Eigentum der freundlichen alten Dame zerstörte, kümmerte sie nicht. Wenn sie recht mit ihrer Angst hatte, würde das Mrs. Eberle ohnehin nicht stören, denn dann war Mrs. Eberle schon längst tot … genau wie alle anderen Bewohner der Squatter-Siedlung auch.

Isabel lief immer weiter, sprang über den nächsten Zaun und erreichte einen Feldweg, der früher einmal ein schmaler Trampelpfad gewesen war. Sie rannte nach Nordosten und zwischen zwei Reihen zusammengewürfelter Hütten hindurch. Jede von ihnen war ein wenig anders, je nachdem, welche Materialien beim Bau zur Verfügung gestanden hatten. Der Boden der meisten war die nackte Erde, und darauf lagen die Matratzen der Bewohner. Möbel gab es hier genauso wenig wie fließendes Wasser.

Vor sich sah Isabel ihr Ziel: eine schäbige weißblaue Wellblechhütte. Sie rannte zur Tür des winzigen Heims und hämmerte so fest dagegen, dass sie Angst hatte, das fragile Gebilde könne in sich zusammenfallen.

Keine Reaktion. Kein Geräusch. Keine Bewegung.

Wie sie es bei der Polizei gelernt hatte, trat Isabel die Tür ein und stürmte mit Taschenlampe und Pistole im Anschlag hinein. Die Hütte sah innen ein wenig besser aus als die anderen. Dafür hatte Isabel gesorgt. Ihr Junge sollte nicht im Dreck schlafen. Er sollte ein besseres Leben haben. Dann sah Isabel die Leiche von Tylers leiblicher Mutter. Sie lag auf der ausgeklappten Bettcouch, wo sie geschlafen hatte.

Isabel kämpfte gegen den Drang an, sich zu übergeben.

Sie waren alle tot.

Aber sie hatte es mit eigenen Augen sehen müssen. Isabel lief in den hinteren Teil der Hütte, wo Tyler sein eigenes »Zimmer« hatte. Es war kaum größer als ein Schrank. Trotzdem liebte ihr Junge es, einen Platz ganz für sich allein zu haben. Isabel entdeckte Blut unter Tylers Tür, und da wusste sie es.

Mehr musste sie nicht sehen. Constable Isabel Price von der südafrikanischen Polizei, kurz SAPS, hatte schon genug Tatorte, Opfer und Blut gesehen, um zu wissen, wann es zu spät war. Und jetzt wusste sie, dass Tyler tot war … genau wie seine leibliche Mutter und all die anderen weißen Bewohner des Squatter-Camps.

Isabel stolperte wieder in die kühle Morgenluft hinaus und stieß dabei mehr als die Hälfte des Mobiliars um. In ihrem Kopf drehte sich alles, Sternchen tanzten vor ihren Augen. Das musste ein Traum sein. Ein Albtraum. Jede Sekunde würde sie in einem Krankenhaus aufwachen, in das sie nach einem Autounfall, einer Schussverletzung oder einer Hirnblutung eingeliefert worden war, und dann würde sie erkennen, dass das alles nur die Folge eines schweren Traumas war.

Aber es fühlte sich real an, viel zu real.

Isabel wusste nicht mehr, was sie denken oder glauben sollte. Sie sank einfach mitten auf dem Feldweg auf die Knie, ließ Pistole und Taschenlampe fallen, und es war ihr scheißegal, dass sie ihren schönen neuen Hosenanzug ruinierte. Sie kroch durch den Staub, und die Tränen strömten ihr übers Gesicht.

Sie schrie nicht, und sie sagte auch kein einziges Wort.

Constable Isabel Price fiel einfach auf die Seite und zog die Knie an. Dann schloss sie die Augen und betete, sie möge endlich aus diesem Albtraum erwachen.

Doch sie konnte an nichts anderes mehr denken als an Tyler, ihren Jungen, dem man genau wie den übrigen fast dreihundert Slumbewohnern Kopf, Hände und Füße abgehackt hatte.

Kapitel 2

Vier Wochen später

Er hörte ein tiefes Knurren und ein Rascheln in den Büschen. Erst dann sah er die Tiere. Sofort ertönte Brüllen, und das Schreien begann. Er rannte los. Eines der Tiere sprang vor ihn und Zarina. Es schlug mit der Tatze nach ihnen. Es war mehr ein Spiel als ein Angriff. Seine Mutter kreischte, stürzte sich auf das Tier und rief ihm zu, er solle laufen. Er spürte warmes Blut auf seiner Haut, wusste aber nicht, wem es gehörte. Er rannte, versteckte sich und hörte, wie seine Mutter bei lebendigem Leib gefressen wurde.

Doch seit den Toten, die er kürzlich in der Squatter-Siedlung gesehen hatte, hatte der Traum sich verändert.

Wenn seine Mutter jetzt verschlungen wurde, dann sah er es mit den Augen des Löwen, und er fühlte, was das Tier fühlte. Er grub seine Zähne in ihr Fleisch und riss es heraus, wobei er sie mit seinen Pranken auf den Boden drückte. Und er schmeckte das Blut in seinem Maul, als er ihre Eingeweide verschlang, während sie noch lebte.

Er spürte, wie ihn irgendetwas an der Schulter traf. Er war sofort wach und griff nach seinem Messer und der Pistole.

»Es ist Zeit«, sagte Raskin. »Mach dein Ding.«

Idris Madeira – oder Krüger, wie man ihn als Profi nannte – funkelte die überhebliche kleine Amerikanerin an. Er wusste, wie spät es war, und seine innere Uhr sagte ihm, dass man ihn zehn Minuten zu früh geweckt hatte. Um den Irrtum zu bestätigen, schaute er auf seine Armbanduhr. Bei einer Mission war Schlaf oft Luxus, und Krüger hatte schon vor langer Zeit gelernt, dass man jede Ruhephase nutzen musste. Schließlich wusste er nie, wann er wieder einmal tagelang kein Auge zutun konnte.

Die Zielperson schlief jetzt vermutlich. Um sicherzugehen, hatte Krüger beschlossen, bis drei Uhr früh zu warten. Seine arrogante Partnerin hatte sich deswegen beschwert und argumentiert, ein Uhr reiche auch. Doch Krüger konnte Raskin in allen Fragen überstimmen, die die Operation betrafen. Immerhin war er der Profi hier. Er hatte Erfahrung mit solchen Aufträgen.

Das geduldige Raubtier bekam stets die bessere Beute.

Raskin saß auf dem Beifahrersitz. Wortlos gab sie Krüger die Spritze und das kleine Röhrchen mit dem Wattestäbchen, als wäre Krüger ein Jagdhund, den man von der Leine ließ und auf die Beute hetzte. Hätte Krüger nicht das Wissen und die Verbindungen der Amerikanerin gebraucht, um seinen letzten Auftrag zu erfüllen, er hätte die Frau schon längst zu den Ahnen geschickt. Auf jeden Fall hatte die Amerikanerin das verdient, vermutlich sogar mehr als jeder andere, den Krüger bis jetzt getötet hatte. Doch solch ein überstürzter, emotionaler Gewaltakt wäre einfach nur dumm gewesen, und Krüger hatte durch viele schmerzhafte Fehler auf die harte Tour gelernt, dass Geduld sich für jemanden wie ihn stets auszahlte.

Krüger stieg aus dem Van und ging zu dem kleinen zweistöckigen Haus. Es war blaugrün gestrichen und hatte ein eher flaches Giebeldach mit Terrakotta-Schindeln. Krüger hatte den Grundriss des Gebäudes und die Gewohnheiten der Zielperson genau studiert, und so wusste er, dass Fred Little jetzt entweder oben in einem der Schlafzimmer lag oder in seinem Sessel von La-Z-Boy vor dem Fernseher eingeschlafen war.

Die Amerikaner waren ja so besessen von ihren Fernsehern. Krüger und Zarina hingegen besaßen noch nicht einmal einen Fernseher. Wenn Krüger sich ein Fußballspiel ansehen wollte, dann fuhren sie entweder in eine Sportsbar in der Stadt, oder sie gingen gleich ins Stadion. Krüger hatte Besseres zu tun, als anderen bei ihrem Leben zuzuschauen.

Alles war vorbereitet. Man hatte Fred Little den Schlüssel aus der Tasche gestohlen, einen Abdruck davon gemacht und ihn wieder zurückgesteckt. Den Code der Alarmanlage hatten sie bekommen, als sie Fred bei der Eingabe durch ein Teleobjektiv beobachtet hatten. Krüger ging einfach ins Haus, als würde es ihm gehören.

Als er vorsichtig die Treppe hinaufstieg, hielt er sich mit seinen Stiefeln der Schuhgröße 59 so dicht wie möglich an der Wand. Er wollte keinen unnötigen Lärm verursachen, und Stufen knarrten am Rand nur selten. In der rechten Hand hielt er eine schwarze Beretta M9A1 mit Schalldämpfer. Allerdings hatte er nicht die Absicht, die Waffe zu benutzen. Sie war nur eine Vorsichtsmaßnahme.

Als Krüger oben ankam, sah er ein dunkles Gesicht mit glühenden Augen. Instinktiv hob er die Waffe. Dann erkannte er, dass er nur in einen Spiegel schaute. Krüger trat vor, und das Spiegelbild wurde größer. Mondlicht fiel durch das große Fenster über dem Eingangsbereich. Um sich vollständig im Spiegel zu betrachten, musste Krüger seine zwei Meter dreizehn leicht vorbeugen. Erst dann konnte er sich selbst in die Augen sehen.

Aber waren das wirklich seine Augen oder Krügers?

Er wusste es nicht mehr. Er konnte nicht mehr zwischen Idris, dem Ehemann und Vater, und Krüger, dem Profikiller und Söldner, unterscheiden, den man in bestimmten Kreisen nur »das Phantom« nannte. Für ihn war Krüger immer nur ein Schatten gewesen, ein Raubtier, eine Waffe, ein Werkzeug, das Geld für Idris erwirtschaftet hatte. Doch jetzt hatte er das Gefühl, als habe Krüger sich verselbstständigt und die Kontrolle übernommen.

Und dann war er wieder in dem Squatter-Camp und ging von Haus zu Haus. Immer wieder schlug er mit der Klinge zu und hackte Stücke aus Menschen heraus, die so arm gewesen waren, dass sie im Dreck geschlafen hatten. Doch im Geiste hörte er nicht das Reißen von Sehnen oder das Brechen von Knochen. Er hörte die Schreie seiner Mutter und das Knurren der Löwen.

Doch das war Vergangenheit. Krüger schüttelte die Erinnerungen ab, richtete sich wieder zu seiner vollen Größe auf und schaute auf die Uhr. Mit einem Fluch auf den Lippen überprüfte er noch einmal seine Waffen. Offenbar hatte er ganze fünf Minuten lang in den Spiegel gestarrt.

Bei den meisten Missionen hätte solch ein Lapsus unweigerlich zu seinem Tod geführt, aber zum Glück schlief diese spezielle Zielperson tief und fest und hatte auch keine Leibwächter. Doch Krüger wusste auch, dass das Glück nicht von Dauer sein würde, und dann … Ein Fehler, ein kurzer Augenblick, in dem er nicht voll konzentriert war … Er musste raus aus diesem Spiel, und zwar schnell, sonst würde er sich keine Gedanken mehr darüber machen müssen, ob er nun Idris oder Krüger war, denn dann wären sie beide tot.

Krüger öffnete die Schlafzimmertür und schlich hinein. Fred Little schlief auf dem Rücken und schnarchte wie ein Bär. Das dünne Laken hatte er weggetreten, sodass es nur noch einen kleinen Teil seines Oberkörpers bedeckte. Er trug nur ein weißes T-Shirt und karierte Boxershorts. Diese Angewohnheiten waren in den letzten drei Nächten bestätigt worden, als eine Drohne durch Freds Schlafzimmerfenster gespäht hatte.