Zeitsplitter - Die Jägerin - Cristin Terrill - E-Book

Zeitsplitter - Die Jägerin E-Book

Cristin Terrill

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Beschreibung

Marina steht am Anfang: Sie ist reich, beliebt und verliebt in einen hinreißend attraktiven Jungen. Em ist am Ende: Sie ist seit Jahren auf der Flucht, seit Monaten in einer winzigen Zelle eingesperrt, wird beinahe täglich verhört. Die beiden Mädchen haben nichts gemeinsam, außer der einen Sache: Sie sind ein und dieselbe Person. Vier Jahre trennen sie. Vier Jahre, in denen die Welt an den Rand des Abgrunds gerät. Doch Em bekommt die Möglichkeit, durch eine Zeitreise die Vergangenheit zu ändern. Nur ist der Preis, den sie dafür zahlen muss, schrecklich ...

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Seitenzahl: 470

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BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe

des in der Bastei Lübbe AG erschienenen Werkes

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

Titel der amerikanischen Originalausgabe:

»All our Yesterdays«

Für die Originalausgabe:

Copyright © 2013 by Cristin Terrill

Published by arrangement with Books Crossing Borders, Inc.

Dieses Werk wurde vermittelt von Interpill Media GmbH, Hamburg

Für die deutschsprachige Ausgabe:

Copyright © 2014 by Boje Verlag in der Bastei Lübbe AG, Köln

Umschlaggestaltung: Sandra Taufer, München

Umschlagmotiv: © Sandra Taufer, München, unter Verwendung von Bildern von

© White Room/shutterstock; vic dd/shutterstock

Datenkonvertierung E-Book: Greiner & Reichel, Köln

ISBN 978-3-8387-5279-2

Sie finden uns im Internet unter

www.boje-verlag.de

Bitte beachten Sie auch: www.lesejury.de

Für meine Mom.

Und für meine Marina.

Morgen, und morgen, und dann wieder morgen,

Kriecht so mit kleinem Schritt von Tag zu Tag,

Zur letzten Silb auf unserm Lebensblatt;

Und alle unsre Gestern führten Narren

Den Pfad zum staubigen Tod.

William Shakespeare, Macbeth

EINS

Em

Ich starre auf das metallene Abflussgitter in der Mitte des Betonbodens. Es war das Erste, was mir ins Auge sprang, als sie mich in diese Zelle sperrten, und seither habe ich kaum wieder weggeschaut. Als sie mich herbrachten, war ich trotzig. Ich schlurfte langsam in den dünnen Gefängnisslippern, die sie mir gegeben hatten, durch den Gang, sodass sie mich an beiden Armen mit sich zerren mussten. Aber als ich den Abfluss entdeckte, fing ich an zu schreien. Er wuchs in meiner Vorstellung, bis er alles war, was ich in der kleinen Zelle aus Betonziegeln sah. Ich trat nach den Männern, die mich festhielten, und versuchte, meine Arme aus ihrem Eisengriff zu befreien. Mir fielen nur die grauenhaftesten Gründe ein, weshalb sie einen Abfluss im Boden brauchten.

Die Horrorfantasien, die sich mir am ersten Tag aufdrängten, sind nicht wahr geworden – jedenfalls noch nicht –, doch der Abfluss beherrscht nach wie vor mein Denken. Er ist wie ein schwarzes Loch für mich und zieht meine Aufmerksamkeit immer wieder auf sich. Selbst jetzt liege ich auf der schmalen Pritsche mit dem Rücken zur Wand und starre auf dieses Ding, als gäbe es etwas, das ich aus ihm herauslesen könnte. Knapp fünfzehn Zentimeter im Durchmesser, mit zweiunddreißig kleinen Löchern und einer Vertiefung von der Größe einer Fünf-Cent-Münze in der Mitte.

»Was machst du?« Die vertraute Stimme dringt wie von fern durch die Lüftungsöffnung heran.

»Ich backe Kuchen.«

Er lacht, und das Geräusch lässt mich lächeln. Ich bin ein wenig überrascht, dass meine Muskeln noch wissen, wie das geht.

»Starrst du schon wieder auf den Abfluss?«

Ich sage nichts.

»Em, bitte«, sagt er. »Du machst dich damit nur selbst verrückt.«

Aber ich habe etwas anderes im Sinn.

Heute werde ich endlich das Geheimnis des Abflusses lüften.

Irgendwann später höre ich die näher kommenden Schritte einer Wache. Es ist schwer, hier drin zu beurteilen, wie viel Zeit vergeht, so ganz ohne Uhr oder Fenster oder Tätigkeit, die den langen Fluss der Sekunden unterbricht. Alles, was ich habe, um die vergehende Zeit zu messen, sind die Gespräche mit dem Jungen in der Nachbarzelle und das An- und Abschwellen meines Hungers.

Mein Magen knurrt beim Geräusch der Stiefel auf dem Beton; es ist, als würde die Glocke für einen Pawlow’schen Hund geläutet. Es muss Mittagszeit sein.

Die schwere Tür aus Metall schwingt weit auf, sodass Kessler zu sehen ist, der Wachtposten, dessen Gesicht an ein schwelendes Feuer erinnert. Die meisten Wachen zeigen sich mir gegenüber gleichgültig, aber er hasst mich. Er grollt, glaube ich, weil man ihn zwingt, mich zu bedienen, mir mein Essen zu bringen und gelegentlich einen frischen Satz der blauen Kleidung, die man mich tragen lässt. Ich muss bei diesem Gedanken lächeln. Wenn er wüsste, woran ich gewöhnt war, bevor die Welt um uns herum zusammenbrach wie ein verrottetes Haus.

Kessler hält mir das Tablett hin, und ich beeile mich, es ihm aus der Hand zu reißen. Wenn ich nicht schnell genug bin, lässt er es scheppernd zu Boden fallen, und das Essen spritzt in alle Richtungen. Die Demütigung, irgendetwas, das Kessler mir bringt, eifrig entgegenzunehmen, zerrt an meinen Eingeweiden, aber heute warte ich ausnahmsweise ungeduldig auf meine Mahlzeit. Natürlich nicht wegen des braunen, labberigen Essens auf dem Tablett.

Sondern wegen des Bestecks, das daneben liegt.

Kessler bedenkt mich mit einem verschlagenen, spöttischen Grinsen, bevor er die Tür meiner Zelle schließt. Sobald er weg ist, schnappe ich mir Löffel und Gabel vom Tablett und beginne sie zu untersuchen. Es ist kein Messer dabei, wie immer. Das pampige Essen muss nicht geschnitten werden, und sie fürchten wahrscheinlich, dass ich mit dem stumpfen Plastikgerät einen heroischen Ausbruchsversuch wage und damit auf die Männer mit den Maschinengewehren vor meiner Zelle losgehe.

Ich stelle das Tablett beiseite und setze mich im Schneidersitz vor den Abfluss. Ich versuche es als Erstes mit der Gabel und drücke die Zinken gegen eine der Schrauben, die die Abdeckung fixieren. Wie ich vermutet habe, sind sie zu breit, um in den Schlitz zu passen, daher werfe ich die Gabel weg. Sie schlittert mit einem melodischen Pling über den Betonboden und landet neben dem Tablett.

Meine einzige Hoffnung ist nun noch der Löffel. Ich drücke die runde Seite gegen dieselbe Schraube, und sie greift. Ich halte den Atem an, als könnte eine Veränderung des Luftdrucks im Raum mein Vorhaben vereiteln, und benutze den Löffel als Werkzeug, um die Schraube zu lösen. Er rutscht ab. Ich versuche es noch ein halbes Dutzend Mal, aber es hilft nichts; der Löffel rutscht immer wieder von der Schraube ab, sodass ich vergeblich drücke und drehe. Die Krümmung des Löffels ist zu stark, um in dem kerzengeraden Schlitz des Schraubenkopfs Halt zu finden, und vor lauter Frust hebe ich die Hand, um den Löffeln gegen die Wand zu schleudern.

Meine Hand erstarrt in der Luft. Tief durchatmen. Denk nach.

Der Stiel des Löffels ist viel zu dick, um in den Schlitz zu passen, und das Ende zu breit, aber … Ich befühle den nackten Beton des Zellenbodens, der rau und kalt ist. Es könnte klappen.

Als Kessler zurückkommt, um mein Tablett zu holen, warte ich schon auf ihn. Mein Magen ist leer und schmerzt, aber ich habe das Essen nicht angerührt. Ich brauche ein Tablett voll mit dem schlabbrigen Fraß. Kessler schiebt die Tür auf, und sobald die Öffnung groß genug ist, schleudere ich ihm das Tablett entgegen.

»Das ist widerlich!«, schreie ich. »Wir sind doch keine Tiere!«

Kessler duckt sich, und das Tablett fliegt krachend gegen die Wand hinter ihm. Er weicht fluchend zurück, als braune und grüne Essensspritzer auf seinem Gesicht und seiner Uniform landen. Ich unterdrücke ein boshaftes Lächeln – für die halbe Sekunde, bevor Kessler die Hand hebt und mir hart ins Gesicht schlägt. Ich falle zu Boden, und Tränen springen mir beißend in die Augen.

»Verrückte Schlampe«, sagt Kessler, als er die Tür zuknallt.

Hoffentlich ist er so zornig darüber, die Schweinerei beseitigen zu müssen, dass er den fehlenden Löffel nicht bemerkt.

Ich warte, so lange ich kann, nur um sicher zu sein. Eine Stunde, vielleicht zwei? Dann ziehe ich den Löffel unter meiner dünnen Schaumstoffmatratze hervor, unter der ich ihn versteckt habe. Ich breche den Löffelkopf ab, sodass ein scharfer Rand entsteht, und vergleiche ihn mit dem Schlitz der Schraube, indem ich ihn mit dem Finger nachfahre.

Ich laufe zur Wand und halte mein Gesicht ganz nah an die Lüftungsöffnung. »Hey, bist du da?«

Ich höre das gequälte Ächzen rostiger Federn, als Finn von seiner Pritsche aufsteht. »Ich wollte gerade gehen. Du hast Glück, dass du mich noch erwischst.«

Ich presse meine Finger an die kalten Lamellen der Lüftung. Manchmal ist es schwer zu glauben, dass uns nur dreißig Zentimeter Beton trennen. Es fühlt sich an, als wäre er ganz weit weg.

Ob er jemals seine Seite der Wand berührt und an mich denkt?

»Könntest du etwas singen?«, frage ich.

»Etwas singen?«

»Bitte!«

»Äh, okay.« Er ist verwirrt, kommt meiner Bitte aber bereitwillig nach. Finn sagt niemals Nein. »Irgendwelche Wünsche?«

»Was du willst.«

Er fängt an, etwas zu singen, das nach Kirche klingt. Vielleicht ein Choral. Dass Finn jede Woche mit seiner Mutter in die Kirche ging, wusste ich nicht, bis all das hier begann – bis wir flohen und unser altes Leben hinter uns ließen wie die Abgase des Lastwagens, der uns aus der Stadt schmuggelte. Finn ging sogar gern hin. Ich war damals schockiert, auch wenn ich mich jetzt nicht mehr erinnere, warum. Vielleicht, weil Religion in meinem Leben nie eine Rolle gespielt hat oder weil die Vorstellung von Gebeten und Gemeindebasaren und Predigten so gar nicht zu dem Finn passte, den ich damals kannte.

Dem Finn, den ich damals zu kennen glaubte.

Seine Stimme ist schön, ein starker Tenor, der mich an das Gefühl von kühler Baumwolle auf der Haut denken lässt. Man würde das nie glauben, wenn man ihn ansieht. Oder vielleicht doch, ich weiß nicht. Es ist Monate her, dass ich Finn zum letzten Mal zu Gesicht bekommen habe. Vielleicht sieht er gar nicht mehr so aus, wie ich ihn in Erinnerung habe.

Während Finns Stimme von den Wänden widerhallt, bis sie jeden Riss und jeden Spalt ausfüllt, drücke ich den scharfen Rand des abgebrochenen Löffels auf den Betonboden. Ich ziehe ihn auf der rauen Oberfläche vor und zurück und feile so das Plastik langsam ab. Während ich die Bewegung immer schneller werden lasse, vermischt sich in meinen Ohren das Kratzen des Löffels auf dem Boden mit Finns Stimme.

Trotz der Kälte in der Zelle perlt bald Schweiß auf meiner Stirn. Ich halte inne und prüfe an der Schraube die Breite des Löffels. Er ist noch immer nicht schmal genug, aber es wird langsam besser. Ich fange wieder an zu feilen. Dabei packe ich den Löffel so fest, dass meine Hand zu schmerzen beginnt. Es wird klappen; ich bin mir ganz sicher.

Finn hört auf zu singen, aber ich merke es kaum, so konzentriert bin ich auf meine Aufgabe. »Em, was machst du da?«

»Es wird klappen«, flüstere ich mir zu.

»Was wird klappen?«

Ich prüfe den Löffel erneut, und diesmal passt der Rand perfekt in den Schraubenschlitz. Ich ramme ihn hinein und spüre, wie mein Blut zu rauschen beginnt. Eine dumpfe, leise Stimme in meinem Hinterkopf fragt, warum mir der blöde Abfluss so wichtig ist, aber ich kann sie über dem Pochen in meinem Kopf kaum hören. Ich beginne, den Löffel zu drehen, aber die Schraube rührt sich nicht. Jahre alter Schmutz und Rost und Gott weiß was hält sie fest. Ich drehe stärker und versuche, sie mit Gewalt zu bewegen, bis das Plastik ächzt und zu brechen droht.

»Komm schon, verdammt!«

Ich greife den Löffel ganz unten, so nah an der Schraube, wie es nur eben geht, und drehe. Quietschend beginnt sich die Schraube zu bewegen. Ich lache, und es fühlt sich fremd und wunderbar auf meinen Lippen an. Als die Schraube geknackt ist, nehme ich die nächste und die übernächste in Angriff und helfe mit den Fingernägeln nach, als der Löffel nicht schnell genug ist. Und endlich reiße ich am Gitter, als es nur noch ein Stück an der letzten Schraube hängt. Es geht ab. Plötzlich ist es nur noch ein dünnes Stück Metall, und ich lasse es mit einem Klirren fallen.

»Em, was ist da los?«

Finn klingt jetzt besorgt, aber ich habe keine Zeit, mich davon berühren zu lassen. Endlich ist der Abfluss offen. Ich greife hinein. Der rationale Teil meines Gehirns sagt mir, dass ich nichts außer einem kalten Abflussrohr finden werde, aber tiefer und instinktiver in mir flüstert etwas von … was? Einem Zweck? Einem Schicksal? Von einem der anderen großen Dinge, an die zu glauben ich vor Jahren aufgehört habe?

Das Flüstern ist nicht überrascht, als sich meine Finger um einen Gegenstand schließen, der im Abfluss versteckt ist. Mein Körper spannt sich an, als mich wilde Freude durchfährt, als wüssten meine Muskeln, dass sie die Explosion in meinem Inneren im Zaum halten müssen. Ich ziehe den Gegenstand heraus, ins Licht, und starre ihn an.

Es ist ein Gefrierbeutel, alt und gesprenkelt mit Wasserflecken und Schimmel. Solch ein banaler Gegenstand – er beschwört Erinnerungen an die Erdnussbutterbrote herauf, die ich früher in meinem Sportbeutel zu entdecken pflegte – erscheint mir ganz und gar fehl am Platz in meiner Gefängniszelle. Darin befindet sich ein einziges Stück Papier, weiß mit blauen Linien, wie ich es aus der Schule kenne, mit gezacktem Rand, der erkennen lässt, dass es aus einem Notizheft gerissen wurde.

Ich öffne den Beutel mit zitternden Fingern. Plötzlich habe ich Angst. Ich wusste, dass irgendetwas an dem Abfluss wichtig war, von dem Augenblick an, in dem ich ihn sah. Das ist nicht normal. Das kann nicht gut sein.

Ich hole den Zettel heraus und werfe den ersten Blick darauf. Der Raum wird zum Vakuum um mich herum. Ich versuche zu atmen und merke, dass ich es nicht kann, als ob keine Luft mehr da wäre.

Das Papier ist fast vollständig bekritzelt. Einige Zeilen sind mit Tinte geschrieben, andere mit Bleistift, die Zeilen oben sind mit der Zeit so verblasst, dass man sie kaum lesen kann, die unten wirken hingegen ganz frisch. Jeder Satz bis auf den allerletzten ist mit einer dünnen Linie ordentlich durchgestrichen.

Oben auf dem Zettel steht ein Name in vertrauten Großbuchstaben, und die Zeile ganz unten ist dick und dunkel; die Worte haben sich ins Papier eingegraben, als ob die Person, die sie geschrieben hat, den Stift tief hineingedrückt hätte.

Diese Person war ich.

Ich habe dieses Stück Papier noch nie in meinem Leben gesehen, doch es ist definitiv meine Schrift: mein Schreibschrift-»e«, während alle anderen Buchstaben in Druckschrift geschrieben sind, mein schiefes »k« und das schmale »a«. Ein Teil von mir erkennt es instinktiv, als würde ein Telefon in einem anderen Zimmer läuten.

Ich beginne zu zittern. An diesem Ort und zu diesem Zeitpunkt bedeutet ein Brief, den ich geschrieben habe und an den ich mich trotzdem nicht erinnere, etwas ganz Bestimmtes.

Doch es ist die letzte Zeile, die mich panisch zur Toilette in der Ecke stürzen lässt.

Du musst ihn töten.

ZWEI

Em

Ich würge, bis mein Magen sich damit abfindet, dass nichts mehr da ist, was er von sich geben könnte. Dann lehne ich die Stirn an die kühle Wand und wische mir den Mund mit dem Ärmel ab.

Du musst ihn töten.

Wenn ich die Augen schließe, sehe ich die Wörter immer noch vor mir. Sie sind wie eingebrannt in mich, aber ich kann sie nicht akzeptieren. Es muss einen anderen Weg geben. Ich bin nicht so hart.

Noch nicht.

Am anderen Ende des Ganges höre ich das Klicken einer Tür. Jemand kommt. Ich rapple mich auf und haste zum Abfluss. Ich will nicht wissen, was der Doktor tun wird, wenn er entdeckt, dass ich ihn geöffnet habe. Und wenn er den Zettel sieht …

Der Gedanke lässt mir das Blut in den Adern gefrieren. Er würde mich todsicher umbringen.

Mit Händen, die vor lauter Eile ungelenk sind, zerbreche ich den Löffel in mehrere Teile und werfe sie in den Abfluss. Ich kann nun ein Paar schwere Stiefel auf dem Beton hören. Ich lege das Abdeckgitter zurück auf den Abfluss und setze die Schrauben so gut ich kann mit Fingerspitzen und Nägeln ein. Ich schnappe mir den Plastikbeutel und den Zettel und werfe mich auf die Matratze. Beide schiebe ich unter mich, gerade als Kesslers Gesicht in der kleinen Fensteröffnung meiner Zellentür auftaucht.

»Wo ist der Löffel?«, fragt er.

Wunderbar. Kessler ist nicht so dumm, wie ich gehofft hatte.

»Ich weiß nicht, was Sie meinen«, sage ich und lehne den Kopf lässig an die Wand. Ich zwinge mich, normal und gleichmäßig zu atmen, obwohl meine Lunge von der Anstrengung der letzten Minute brennt.

Kessler dreht sich nach rechts und spricht mit jemandem, den ich nicht sehen kann. Jemandem, der keine Armeestiefel trägt, sodass ich ihn nicht hören konnte. Meine Zehen krümmen sich in den Slippern.

Kessler wendet sich wieder mir zu. »Wir wissen, dass du ihn hast. Rück ihn heraus.«

Okay, das geht nicht mehr. Ich müsste die Einzelteile aus dem Abflussrohr fischen, und dann würden sie den gesamten Raum auf den Kopf stellen, um zu finden, was ich vor ihnen verstecke. Wenn sie den Zettel voller Drohungen in meiner Schrift finden, bin ich tot.

Davon abgesehen werde ich diesen Männern niemals etwas geben, das sie haben wollen, egal, wie winzig es sein mag.

Ich verschränke die Hände hinter dem Kopf. »Sie können mich mal.«

»Es ist doch nur ein Plastiklöffel, Kleines.« Es ist die Stimme des Doktors, die gedämpft durch die Tür dringt. »Was willst du damit anstellen? Einen Tunnel hier raus graben?«

Beim Klang seiner Stimme springe ich auf die Füße. »Fahr zur Hölle!«

»Em?« Das ist Finn an der Lüftungsöffnung. »Was ist los?«

»Letzte Chance.«

Ich spucke gegen das Zellenfenster. Meine Haut fühlt sich vor Wut wie elektrisch aufgeladen an. Jede Sekunde wird die Tür aufgehen, der Doktor wird hereinkommen, und dann wird irgendein neuer Horror beginnen. Und das nur wegen eines Plastiklöffels. Meine Beine zittern vor Verlangen davonzulaufen. Aber wohin? Außerdem kann ich das aushalten.

»Aufmachen«, sagt der Doktor.

Ich höre das Rasseln eines Schlüssels im Schloss, das Geräusch einer sich öffnenden Tür, aber meine rührt sich nicht. Es dauert länger, als es sollte, bis ich verstehe.

»Nein!« Ich werfe mich gegen die versperrte Tür. Das Hämmern meiner Fäuste gegen das Metall produziert einen hohlen Klang. »Lasst ihn in Ruhe! Finn!«

Auf der anderen Seite der Wand schreit Finn vor Schmerz auf. Ich höre das schwache Knistern des militärischen Spezialelektroschockers, den der Doktor gern benutzt, um sich die feinen Hände nicht schmutzig zu machen. Der Schocker verfügt über eine Reihe von Einstellungen, von denen einige zu Bewusstlosigkeit führen, andere zu sofortigem Herzstillstand. Ersteres habe ich selbst erlebt und Letzteres gesehen, und das Wissen, dass dieses Gerät gerade an Finn zum Einsatz kommt, macht mich wahnsinnig. Ich brülle seinen Namen und werfe mich wieder und wieder gegen die Tür.

Der Doktor erscheint an der winzigen Fensteröffnung in meiner Zellentür, und ich fahre zurück, als hätte ich Angst, er würde durch die Scheibe greifen und mir die Hände um den Hals legen. Nicht, dass das nötig wäre. Allein der Anblick seines Gesichts weckt in mir das Gefühl, als würde er mir die Luft abdrücken.

»Du kannst das jederzeit beenden«, sagt er. Er sieht so aus, wie er immer ausgesehen hat. Ich bezweifle, dass ich mich in einem Spiegel wiedererkennen würde, doch an ihm ist die Zeit spurlos vorübergegangen. Seine Stimme wird weicher, fast freundlich. »Gib mir einfach den Löffel.«

Ich starre ihn aus verschleierten, brennenden Augen an. Finn stöhnt jetzt vor Schmerz, und es gibt nichts, was ich tun könnte, denn der Zettel würde uns beide ins Verderben stürzen. Ich schlucke und schmecke Galle. »Ich habe ihn nicht. Kessler muss ihn verloren haben.«

Der Doktor sieht traurig aus, und, Gott, ich hasse ihn dafür. Dann gibt er ein Zeichen, und Kessler tut etwas, das Finn wieder aufschreien lässt.

Meine Stimme und die Ballen meiner Fäuste sind vom Schlagen gegen die Tür wund, als Finn schließlich verstummt. Kesslers schwere Schritte und die leiseren Tritte des Doktors passieren meine Zelle und verklingen allmählich. Schuldgefühle beschweren mich wie Bleigewichte und lassen jede Bewegung langsam und mühsam werden, während ich das Kissen und die dünne Baumwolldecke von der Pritsche nehme und mich auf dem kalten Boden neben der Lüftungsöffnung zusammenrolle.

»Finn?«, flüstere ich. »Bist du da?«

Stille. Hasst er mich genauso, wie ich mich gerade hasse?

»Finn?«

»Ich komme gerade zur Tür rein. Hab mir ’ne Pizza geholt.«

Ich breche in Tränen aus.

»Hey.« Seine Stimme ist leise und heiser. »Hey, ist schon okay.«

»Halt die Klappe!«, heule ich. »Versuch bloß nicht, mich zu trösten! Ich hab gerade dafür gesorgt, dass du gefoltert wurdest!«

»Schsch, Em, mir geht’s gut.«

»Das stimmt doch gar nicht!«

»Doch. Ich würde …«

»Was?«

Er seufzt. »Ich würde dich jetzt nur gern sehen.«

Ich rutsche noch näher an die Wand, presse mich dagegen und lege meine Hand mit gespreizten Fingern an den Beton, als wäre es Finn, den ich berühre. Es ist albern, und ich bin froh, dass er es nicht sieht, aber ich fühle mich ein bisschen besser. »Ich dich auch.«

»Weißt du noch, dass du mich früher nicht ausstehen konntest?«

Ich lache, schniefe und hickse gleichzeitig. »Na, du warst ja auch unausstehlich.«

»Ich denke, unverbesserlich würde es besser treffen.«

Ich lehne die Stirn an die Wand und stelle mir einen Moment lang vor, es wäre seine Schulter, warm und stark. »Du redest nur Scheiß.«

»Hey, ich hab mich eben für dich foltern lassen. Du solltest mein Ego ein bisschen schonen.«

»Finn …«

»Schsch«, macht er sanft. »Und jetzt sag, wie falsch du damals lagst und wie toll ich bin.«

Er ist toll. Und er hat das hier nicht verdient.

Genauso wenig wie ich.

»Ich werde ihn töten«, sage ich leise.

»Ja, ich weiß.«

»Nein, ich meine es ernst. Wir werden hier rauskommen«, sage ich, »und dann töte ich ihn.«

Durch die Lamellen der Lüftungsöffnung erkläre ich ihm flüsternd alles – den Abfluss, den Zettel und die Botschaft ganz am Schluss. Finns Schweigen ist so schwer und undurchdringlich wie die Wand zwischen uns. Ich versuche, mir ein Bild von ihm in Erinnerung zu rufen. Wirres blondes Haar, das wahrscheinlich dringend einen Schnitt nötig hätte und sich um die Ohren und im Nacken lockt. Blaue Augen, die vom Schock noch geweitet sind. Oder sind sie grün? Nein, definitiv blau. Blau wie tiefes, klares Wasser. Sein Mund steht bestimmt offen, aber egal wie sehr ich mich anstrenge, ich erinnere mich nicht daran, wie sein Mund aussieht. Sind die Lippen dünn oder voll, rosa oder blass?

Ich bin mir nicht mal mehr sicher, wie ich aussehe.

»Können wir das?«, fragt er schließlich.

Können wir ihn töten?, meint er. Vielleicht kann er es nicht aussprechen. »Ich glaube, wir haben keine Wahl.«

»Aber zuerst müssten wir ausbrechen«, sagt er. »Und zurückreisen. Meinst du, dass das möglich ist?«

»Dem Zettel zufolge haben wir das schon vierzehn Mal gemacht.«

»Wie?«

»Ich weiß nicht. Aber ich bin mir sicher, dass ich es mir mitgeteilt hätte, wenn ich es wissen müsste.«

Er lacht. »Ich kann nicht fassen, wie abgedreht dieser Satz ist.«

»Wirklich?« Ich beneide Finn um die Gabe, sich in jeder Situation seinen Sinn für Humor zu bewahren. Aber nichts an alldem kommt mir lustig vor.

»Em …«

»Sag mir nicht, dass wir das nicht tun müssen.« Ich muss einen verdammt guten Grund gehabt haben, diesen Satz zu schreiben, und dem verdrehten kleinen Geschöpf in mir, das aus all meinem Zorn und meiner Bitterkeit geboren ist, tut es nicht leid. »Sag mir nicht, dass es einen anderen Weg gibt.«

»Eigentlich wollte ich dich fragen, was du anhast.«

Ich beiße mir auf die Lippen, um ein Lächeln zu unterdrücken. Okay, das war irgendwie lustig.

»Gott, du fehlst mir«, sage ich – und wünsche mir sofort, die Worte zurückzunehmen. Ich wende das Gesicht von der Lüftungsöffnung ab in der absurden Furcht, er könnte mich erröten sehen.

»Ich weiß«, erwidert er leise. Ich stelle mir vor, wie er auf der anderen Seite seine Hand an die Wand drückt. »Aber ich bin ja da.«

Tage vergehen. Finn und ich verbringen die Zeit zwischen den drei täglichen Mahlzeiten mit Gesprächen über das, was ich entdeckt habe.

»In welche Zeit sollen wir zurückgehen?«, fragt er schließlich. Wir beide haben das Thema bisher vermieden. Es ist mit Schmerzen verbunden, und davon haben wir hier drin schon reichlich.

»Darüber habe ich auch schon nachgedacht«, sage ich. »Wir müssen am vierten Januar dort sein. Vor vier Jahren.«

Schweigen.

»Wirklich?«

Ich verstehe sein Zögern. Es ist ein Tag, den auch ich nicht noch einmal erleben will.

»Wir können es nicht tun, bevor er die Formel gefunden hat«, sage ich. »Die Paradoxie wäre so gewaltig, dass wir nicht voraussagen könnten, was passieren würde. Es muss danach sein.«

»Okay«, sagt er. »Aber warum am vierten?«

»Weil er uns dort nicht vermuten wird«, sage ich. »Erinnerst du dich daran, wann ich die Aufzeichnungen erhalten habe?«

»Natürlich. An diesem Tag.«

»Aber der Doktor weiß das nicht«, sage ich. »Er glaubt, ich wäre irgendwann später darauf gestoßen. Weißt du warum?«

»Warum?«

»Weil er sich nicht daran erinnert, an diesem Tag die Formel gefunden zu haben«, sage ich. »Er glaubt, dass er sie drei Tage später zum ersten Mal niedergeschrieben hat. Am siebten.«

»Wenn wir also zum vierten zurückgehen«, sagt Finn, »haben wir mindestens drei Tage, bis er mit uns rechnet.«

»Genau.« Ich seufze. »Außerdem wird er noch geschwächt sein von dem, was gerade passiert ist. Ein bisschen später, und er könnte schon zu stark sein. Zu gut geschützt.«

Finn pflichtet mir bei. Er weiß so gut wie ich, dass es keinen anderen Zeitpunkt gibt, der uns eine solche Chance bietet. Wir gehen noch einmal alles durch und tüfteln jede Kleinigkeit aus, die wir im Voraus planen können. Am Ende kenne ich jedes durchgestrichene Wort auf dem Zettel auswendig und glaube, die Ereigniskette zu kennen, die ihn in meinen Besitz gebracht hat. Ich erinnere mich nicht mehr an die Ereignisse, die mich dazu gebracht haben, diese Zeilen zu schreiben, aber jene vergangenen Versionen meiner selbst – Kopien von mir, die nicht mehr existieren – haben mir genug Anhaltspunkte hinterlassen, um es mir auszumalen.

Irgendwann gibt es nichts mehr zu besprechen, und auch der Abfluss hält nicht mehr als Obsession her, daher bleibt mir nichts weiter übrig, als an die Decke zu starren. Das schlechte Essen, die Schmerzen, selbst die Visiten des Doktors kann ich aushalten. Aber diese Langeweile? Dieses Warten darauf, dass irgendetwas passiert? Ich bin sicher, dass mich das um den Verstand bringt.

»Finn, bist du wach?«, frage ich, während ich mich auf die Seite rolle.

Keine Antwort. Seine Begabung, unter allen nur denkbaren Umständen zu schlafen, erstaunt mich immer wieder. Er schläft wohl sechzehn Stunden am Tag, nur um die Langeweile zu vertreiben.

»Scheißkerl«, flüstere ich.

Ich starre eine Weile die Tür an, um der Zimmerdecke eine Verschnaufpause zu gönnen. Irgendwann muss ich einfach aus dieser Zelle kommen. Zumindest ist mir das schon vorher gelungen. Jede frühere Version von mir konnte fliehen und hat dem Zettel unter meiner Matratze etwas hinzugefügt. Wie schaffe ich das nur? Ich wünschte, ich könnte mich an das erinnern, was jene anderen Ems erlebt haben, denn eine Flucht erscheint mir unmöglich. Ich gehe zum hundertsten Mal im Geiste jede Alternative durch. Ich könnte die Wache überwältigen, die mir mein Essen bringt, oder den Doktor bei einer seiner mitternächtlichen Visiten in meine Gewalt bringen und als Geisel benutzen. Das würde mich aus meiner Zelle bringen und vielleicht auch Finn aus seiner. Aber selbst wenn ich dazu in der Lage wäre – und seien wir ehrlich, das ist ein riesiges Wenn –, ist da immer noch ein weitläufiger Regierungskomplex jenseits meiner Zelle, auf den ich vor Monaten nur einen kurzen Blick erhascht habe, an jenem Tag, als sie mich hier hereinschleppten. Er ist voller bewaffneter Soldaten, die zwischen mir und Cassandra stehen, selbst wenn ich wüsste, wohin ich gehen muss, was ich definitiv nicht tue. Jeder Plan, den ich aushecke, führt in eine Sackgasse – oder zu einer Kugel im Kopf.

Wie alles andere wird am Ende auch das Nachdenken über meine Flucht und/oder meinen Tod langweilig. So langweilig, dass ich fast erleichtert bin, als sich die Tür öffnet und den Blick auf den Doktor sowie den Mann freigibt, den Finn und ich den »Direktor« getauft haben – jener Strippenzieher, der den Doktor steuert.

Fast.

Ich tue, als ob ich gähnen muss, weil ich weiß, dass es ihn ärgert, doch mein Herz hämmert. »Ist es schon wieder Zeit?«

Der Direktor gibt einem Soldaten ein Zeichen, und er tritt vor, um mich hochzureißen und auf den metallenen Klappstuhl zu stoßen, den sie mitgebracht haben. Er fixiert meine Hände auf den Armlehnen mit der gleichen Art Kabelbinder, die unser Gärtner für die Rosensträucher benutzt hat.

»Die Füße auch«, sagt der Direktor. Ich bin zufrieden, dass er sich an das letzte Mal erinnert.

Sobald das wehrlose, von Männern mit Maschinengewehren umgebene Mädchen ordentlich festgeschnallt ist, beginnt die Befragung. Früher habe ich mitgezählt, wie oft der Doktor und der Direktor mich zu einer unserer kleinen Plauderstündchen besuchen kamen – ich dachte stets, es könnte das letzte Mal sein, weil ihnen der Geduldsfaden reißen und sie mich endlich doch umbringen würden. Irgendwo in den Zwanzigern habe ich den Überblick verloren. Das war vor einigen Wochen.

»Wo sind die Aufzeichnungen?«, fragt der Direktor.

»Sie wollen nicht einmal wissen, wie mein Tag war? Hat Ihnen Ihre Mutter keine Manieren beigebracht?«

Der Direktor schlägt mir ins Gesicht. Anders als der Doktor schert es ihn nicht, wenn er sich die Hände blutig macht. Meine Sicht verschwimmt. Kein Film und kein Buch hat mich darauf vorbereitet, wie weh es tut, geschlagen zu werden, und auf gewisse Art und Weise ist es immer noch ein Schock.

»Ich habe heute keine Zeit für deine Spielchen«, sagt der Direktor. »Wir müssen jetzt wissen, wo die Aufzeichnungen sind. Wem hast du sie ausgehändigt? China? Indien?«

»Davon hängen Leben ab«, sagt der Doktor ruhig aus seiner Ecke, als würde es ihn einen Dreck kümmern.

Ich werfe dem Direktor eine Kusshand zu, so gut das mit gefesselten Händen geht. Ich weiß, dass in dem Augenblick, in dem ich ihnen sage, wo sich die Aufzeichnungen befinden, mein letzter Trumpf verspielt ist. Dass ich diese Information habe und sie nicht, ist das Einzige, was Finn und mich so lange am Leben gehalten hat. Selbst wenn ich am liebsten aufgeben und das Sterben endlich hinter mich bringen würde, lässt mich das Wissen, dass auch Finns Leben in meinen Händen liegt, den Mund halten. Egal, was sie tun.

Und sie tun verdammt viel.

Ich bin mir sicher, dass meine Schreie Finn aus seinem Nickerchen reißen, aber wenigstens verrate ich uns nicht.

DREI

Em

Ein weiterer Tag vergeht. Ich bin nur halb wach, starre an die Decke und versuche, in dem spärlichen blauen Licht vom Gang die Risse zu erkennen, von denen ich weiß, dass sie da sind. Ich betaste träge meine Blutergüsse. So wie sie sich anfühlen, wenn ich darauf drücke, haben sie wahrscheinlich eine ähnlich lila-rote Farbe wie die Bettbezüge in unserem alten Gästezimmer. Meine Mutter mochte diese Farbe immer. Ich vermute, es hatte etwas mit ihrer Schwäche für einen guten Cabernet zu tun.

Ich höre Stiefel auf dem Gang und ziehe die Stirn in Falten. Ich habe keinen Hunger. Ist es schon Zeit fürs Frühstück? Aber nein, das Licht ist ja noch immer aus.

Meine Tür öffnet sich langsam, der Wärter dahinter ist ein Mann, der erst seit Kurzem zu unserer Bewachung abgestellt ist. Ich mag ihn. In seinen Augen kann ich noch einen Schimmer menschlichen Anstands erkennen, und anders als Kessler reicht er mir meine Mahlzeiten immer und sagt manchmal sogar Danke, wenn ich ihm das Tablett zurückgebe. Ich bin mir nicht sicher, wie er heißt. Connor? Cooper?

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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