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Nach 10 Jahren, in denen Christian durch eine emotionale Hölle gegangen ist und die er nur knapp überlebt hat, kann er nun endlich seinen Plan in die Tat umsetzen und sich an den Menschen rächen, die ihn fast zerstörten. Perfide geplant, entführt er die Kinder seiner Peinigerinnen, nicht um Lösegeld zu fordern, sondern den Freitod der Mütter. Alles verläuft nach Plan, er scheint Chefermittler Tomic immer einen Schritt voraus zu sein, doch das Schicksal hat noch eine Wendung für ihn parat, als Angela in sein Leben tritt und damit sein Gerüst aus Rechtfertigungen und Sicherheiten ins Wanken bringt. Ein letztes Mal scheint er die Chance zu bekommen aus dem Dunkel aus Gewalt, Lügen und Enttäuschungen auszubrechen. Oder ist es doch schon zu spät dafür? Er gibt der Liebe eine letzte Chance, doch auch dieses Mal fühlt er sich getäuscht und betrogen, so dass er keine Wahl zu haben scheint, als den eingeschlagenen Weg zu Ende zu gehen. In der Eskalation wird ihm eine Grenze aufgezeigt von etwas noch Dunklerem, etwas noch Zerstörerischem, etwas noch Subversiverem. Am Ende gewinnt niemand, die Schicksale aller sind auf die eine oder andere Weise zerschlagen.
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Seitenzahl: 130
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Nach 10 Jahren, in denen Christian durch eine emotionale Hölle gegangen ist und die er nur knapp überlebt hat, kann er nun endlich seinen Plan in die Tat umsetzen und sich an den Menschen rächen, die ihn fast zerstörten.
Perfide geplant, entführt er die Kinder seiner Peinigerinnen, nicht um Lösegeld zu fordern, sondern den Freitod der Mütter.
Alles verläuft nach Plan, er scheint Chefermittler Tomic immer einen Schritt voraus zu sein, doch das Schicksal hat noch eine Wendung für ihn parat, als Angela in sein Leben tritt und damit sein Gerüst aus Rechtfertigungen und Sicherheiten ins Wanken bringt.
Ein letztes Mal scheint er die Chance zu bekommen aus dem Dunkel aus Gewalt, Lügen und Enttäuschungen auszubrechen. Oder ist es doch schon zu spät dafür?
Er gibt der Liebe eine letzte Chance, doch auch dieses Mal fühlt er sich getäuscht und betrogen, so dass er keine Wahl zu haben scheint, als den eingeschlagenen Weg zu Ende zu gehen.
In der Eskalation wird ihm eine Grenze aufgezeigt von etwas noch Dunklerem, etwas noch Zerstörerischem, etwas noch Subversiverem.
Am Ende gewinnt niemand, die Schicksale aller sind auf die eine oder andere Weise „zerschlagen“.
Björn Kamlah, geboren 1974 in Celle, Niedersachsen, aufgewachsen im Zonenrandgebiet in Wittingen. Nach Abitur, Studium und Lehre folgte 2007 Hartz IV. Eine Zeit geprägt von Isolierung, Angst und Depressionen. Seine Geschichten und Drehbücher handeln von Menschen in diesen Zeiten und Situationen und versuchen darzulegen was diese Ächtung an Menschen anrichtet.
INNEN – KELLER EINES HAUSES – SPÄTER ABEND
Kamera fährt langsam heraus. Man erkennt erst ein Auge, dann ein weinendes Auge, dann das Profil einer weinenden, schluchzenden Frau, Anfang 30, hübsch.
Sie sitzt auf einem Stuhl. Ein Mann, Mitte 30, legt der Frau sanft eine Hand auf die Schulter.
Die Frau schmiegt ihre Wange an die Hand.
DAVID PIELICH (mit gebrochener Stimme)
Es muss eine andere Lösung geben. Es muss! Ich ruf jetzt die Polizei.
NORA PIELICH (energisch/resolut)
NEIN!
DAVID (flehend)
Woher soll er das erfahren?
NORA (ruhig)
Willst du wirklich das Risiko eingehen? Wir haben nur noch 10 Minuten. Was soll in der Zeit passieren? Was sollen die in der Zeit machen? Bis die hier sind, ist die Zeit doch schon längst um. Die Option hatten wir vor ein paar Stunden und haben sie verstreichen lassen.
DAVID (flehend)
Ja, aber...
NORA (kreischend)
Was aber? WAS ABER?
(ruhiger)
Wir müssen das jetzt durchziehen.
DAVID (verzweifelt)
Es muss eine andere Lösung geben. Es muss!
NORA (bestimmend)
Es gibt keine. Schalt jetzt die Kamera an.
DAVID (flehend)
Nein, bitte...
NORA (ruhig)
Mach es. Los.
David geht zu einem Laptop und fährt ihn hoch. Er weint dabei.
Nora schaut stur zu Boden. Auf dem Laptopbildschirm erscheint Nora.
Zum ersten Mal sieht man hinter Nora die Schlinge eines Galgenstricks.
NORA (ruhig)
Online?
David nickt.
NORA (ruhig)
Geh jetzt.
DAVID (erschrocken)
NEIN!
NORA (bestimmend)
GEH JETZT! Wir wissen doch beide, dass du das nicht zulassen wirst, wenn du hier bist. GEH!
David geht langsam auf Nora zu, Tränen in den Augen. Er umarmt sie und küsst sie zärtlich.
DAVID (flehend)
Nein!
NORA (ruhig aber mit Tränen in den Augen)
Ich liebe dich! Kümmer dich um LUCA. Erzähl ihm von mir. David bricht zu Füßen von Nora zusammen.
DAVID
Nein!
NORA (flehend)
Bitte geh. Bitte! … Bitte!
David erhebt sich langsam, nimmt das Gesicht der Frau in beide Hände und küsst sie zärtlich.
Dann dreht er sich langsam um und geht schluchzend, immer wieder „Nein“ murmelnd, die Kellertreppe hoch und verschließt die Tür.
Nora bricht in Tränen aus, atmet dann einmal tief durch und dreht sich zu dem Strick.
Sie nimmt den Stuhl und stellt ihn unter den Strick.
Langsam steigt sie auf den Stuhl und legt sich die Schlinge über.
Dabei fängt sie wieder zu weinen an. Sie atmet mehrmals kurz durch.
Die Kamera zeigt David.
Er kauert schluchzend in einer Ecke in der Küche.
Man hört dumpf einen Stuhl umfallen.
Vorspann
DRAUSSEN – IN EINER FUSSGÄNGERZONE – SPÄTER NACHMITTAG – HERBST
CHRISTIAN SALING geht langsam durch eine volle Fußgängerzone.
Alle um ihn herum hetzen durch die Fußgängerzone.
Christian geht betont langsam, sieht sich aber keine Schaufenster an. Er hat einen verlorenen, traurigen Gesichtsausdruck.
Aus dem Off:
Menschen töten, verletzen Stehlen, lügen und betrügen Egoismus überall Ellbogen in jedem Gesicht
Christian sieht zu ein paar Krawattenträgern, die arrogant und laut lachend vor einem Juwelier stehen.
War ich auch so?
Bin ich auch so?
Werde ich deshalb bestraft?
Seit Jahren bestraft.
Jedes Licht am Ende des Tunnels ist ein Irrlicht.
Das mich weiter ins Dunkel führt.
Jeder Schritt vorwärts wirft mich zwei Schritte zurück.
Jeder Erfolg führt zum nächsten Debakel.
Freundschaft bringt keine Liebe nur Verrat, immer Verrat, immer allein.
Ist es meine Feigheit?
Meine Schwäche?
Meine Schlampigkeit?
Mein Selbstmitleid?
Christian erblickt an einem Coffee-to-go-Stand JOHANNES ”JAY” BENDER.
Christian kämpft sich durch die Menschenmassen in Richtung von Jay.
Er wird dabei von mehreren Passanten angerempelt.
Jay sieht in die andere Richtung.
CHRISTIAN
Hey Jay.
Jay dreht sich zu Christian und umarmt ihn freundschaftlich.
JAY
Hey Christian, Na wie geht´s?
CHRISTIAN
Naja weißt ja, muss ja, nützt ja nix.
JAY
Kaffee?
Ohne auf eine Antwort zu warten, bestellt JAY einen Kaffee, der ihm von dem Verkäufer in einem Becher gereicht wird. Jay bezahlt.
JAY
Schwarz?
Christian nickt.
Beide schlendern vom Kaffeestand weg. Niemand rempelt sie an, alle machen vorher einen Bogen um sie.
JAY
Und was machst du so die Tage?
CHRISTIAN
Sitzen und so. Wie immer halt.
JAY
Was´n los. Du wirkst so bedrückt.
CHRISTIAN
Ach ich habe wieder eine neue Sachbearbeiterin beim Jobcenter. Voll die Dumpfkuh. Anfang zwanzig, geschnittenes Weißbrot hat mehr Intelligenz und arrogant wie Westerwelle.
JAY
Auch so vernarbt?
CHRISTIAN (schmunzelnd)
Nee, das nicht.
(Wieder ernster)
Aber weißt du, die ist Anfang zwanzig. Ich könnte ihr Vater sein.
JAY
Ey, komm.
CHRISTIAN
Was denn? Als die geboren wurde, war ich 16 oder 18. Klar könnte ich ihr Vater sein, wenn da irgendwas schiefgegangen wäre. Alter, ich habe meinen Führerschein gemacht, als die geboren wurde.
Ich war schon ein Jahr alleine in den USA. Die ist nach dem Mauerfall geboren worden. Ich habe gewählt, als die geboren wurde.
JAY
Ja, ja ich hab´s ja kapiert. Sie ist jung. Sieht sie wenigstens gut aus?
CHRISTIAN
Glaubt sie? Ja. Tut sie? Nein.
JAY
Und wo ist das Problem?
CHRISTIAN
Das Problem ist, da sitzt eine Viertklässlerin und will mir erklären, wie das alles so läuft in der Welt. Warum ich seit 5 Jahren keinen „richtigen“ Job mehr habe, etc. Aber noch nicht mal in meine Akte reingeschaut. Und schreiben ist kein richtiger Job für sie. Sagt mir allen Ernstes: „Da Sie sich ja entschieden haben, auf Kosten der Gemeinschaft zu leben…“
JAY (laut und überrascht)
WAS?
Christian nickt.
Alter, da wäre ich ja durchgedreht.
CHRISTIAN
Ich war so perplex, dass ich gar nichts gesagt hab.
Hätte mir das wer so privat gesagt, hätte ich ihm die Bonje abgerissen oder zumindest gefragt, ob er gerade einen Handstand macht, weil ja die Scheiße bei ihm soweit vom Boden entfernt rauskommt. Aber ich war so baff, ich hab nur dagesessen und gedacht, das kann doch alles nicht wahr sein. Also hab ich diese Hupfdohle auch noch bestätigt.
JAY
Ach komm, ärger dich nicht wegen so einer Schnepfe. Was ist denn eigentlich mit der WG Party morgen? Kommst du?
CHRISTIAN
Weiß nicht. Große Lust habe ich keine.
JAY
Ach komm schon. PATRICK kommt auch.
CHRISTIAN(verdreht die Augen)
Was ist mit SVEN und NICKY?
JAY
Weiß nicht genau.
Sven sagt, sie finden keinen Babysitter.
Seine Eltern sind selber weg und alleine will keiner von beiden da hin.
CHRISTIAN
Hmmm, wann willst du denn da hin.
JAY
Elf oder zwölf oder so.
Ich kann dich ja anrufen, wenn ich losgehe.
Bzw. ich treffe mich vielleicht vorher mit Patrick und geh dann mit ihm da hin.
CHRISTIAN
Ja ruf mal vorher an, dass ich weiß dass ihr auch da seid. Hab kein Bock darauf da alleine rumzustehen und mir all diese wichtigen Wannabees anzutun.
JAY
Okay, machen wir so. Ich muss jetzt los.
Was machst du jetzt noch?
CHRISTIAN
Ich brauch neue Schuhe. Jetzt wo das wirklich Winter wird, kommt das nicht so gut mit diesen Latschen. Die nässen von unten durch. Mal sehen, was ich so für ´nen Zwanni so bekomme.
JAY
Na denn gute Jagd.
Beide umarmen sich und Jay geht ab. Christian blickt ihm hinter her.
Christian wird angerempelt.
INNEN – BÜRORAUM MIT MEHREREN SCHREIBTISCHEN – SPÄTER NACHMITTAG
BRANKO TOMIC wirft seine Aktentasche auf den Schreibtisch, geht zu einer Kaffeemaschine an der Fensterseite und nimmt sich eine Tasse Kaffee. Er schaut nachdenklich aus dem Fenster.
Eine Frau tritt zu Tomic.
SONJA
Hey Tomic.
Tomic dreht sich halb zu ihr um und nickt ihr zu.
SONJA
Kommst du gerade aus der Wohnung?
Tomic antwortet nicht.
SONJA
Was ist denn das für eine kranke Scheiße wieder? Da entführt einer ein Kind, damit sich die Mutter umbringt? Ist das echt so?
Tomic brummt zustimmend, schaut aber weiter aus dem Fenster.
SONJA
Und das Kind ist wieder da?
Da Tomic nicht antwortet, geht Sonja ab.
Ein männlicher Kollege sieht fragend zu ihr auf.
Sie verdreht die Augen.
Tomic dreht sich vom Fenster weg, nimmt noch einen Schluck Kaffee und geht zu seinem Schreibtisch auf dem sich Akten stapeln und der generell sehr unordentlich aussieht und setzt sich. ARND MÜLLER setzt sich an den gegenüberliegenden Schreibtisch.
Er blickt zu Tomic.
MÜLLER
Ah Kaffee, ist noch welcher da?
Tomic nickt abwesend.
Müller steht auf und holt sich eine Tasse, geht dann zu seinem Platz zurück, setzt sich und nimmt einen Schluck.
MÜLLER
Ich habe vom Ehemann die Kontakte und Freunde der Frau. Soll ich die durchgehen? Glaub aber nicht, dass die ´ne große Hilfe sein werden. Er weiß angeblich von keinem Groll, den irgendwer gegen sie gehegt hat. Weder gegen sich, noch gegen seine Frau.
Tomic blickt auf.
TOMIC
Was hast du da? Freunde, Verwandte, Arbeit?
MÜLLER
Jupp.
TOMIC
Wie weit zurück?
MÜLLER
Wie „wie weit zurück“?
Na alles. Zumindest alles wovon der Typ weiß. Bei ihrer Arbeit ist sie auch schon ziemlich lange, 7 Jahre oder so. Da haben die sich auch kennen gelernt. Er arbeitet da aber nicht mehr. Seit 5 Jahren. Hatte wohl ein Angebot von einem Mandanten, bei dem in der Firma zu arbeiten für mehr Kohle. Er meint, sie wäre mit allen gut klar gekommen und von Feinden sowohl im Arbeitsumfeld als auch privat weiß er nichts.
TOMIC
Und davor?
MÜLLER
Wie davor? Wie weit willst du denn zurückgehen?
TOMIC
Arnd, das sitzt tief. Da muss etwas Gravierendes vorgefallen sein. Auf so etwas kommt man doch nicht, nur weil sie jemandem die Vorfahrt genommen hat. So was staut sich auf. Also geh so weit zurück wie nötig.
MÜLLER
Nur bei der Frau oder auch beim Ehemann?
Tomic denkt nach.
TOMIC
Erst mal nur bei der Frau. Beim Mann nur oberflächlich. Der Entführer hat explizit den Selbstmord der Frau gefordert. Also konzentrieren wir uns zuerst auf sie.
MÜLLER
Na toll, das war das Wochenende. Ich wollte eigentlich ins Schwimmbad mit den Kindern. Louisa hat Geburtstag und sie liebt diese Erlebnisbäder. Ich könnte kotzen wenn ich nur diesen warmen Chlorgeruch einatme, aber was macht man nicht alles für seine Blagen.
TOMIC
Ja, frag mal Nora Pielich, was man nicht alles so macht für seine Balgen.
MÜLLER
Arsch, du weißt genau wie ich das gemeint hab.
Das Telefon klingelt. Tomic nimmt ab.
TOMIC
Tomic. (Pause) Ja. (Pause) Müller sitzt daran. (Pause) Ja, bin gleich da.
Tomic legt auf und steht auf.
TOMIC
Bin beim Chef, der will ´nen Bericht. Damit er weiß, wie er vor den Medien reagieren kann. Und mach dir mal keine Sorgen wegen deiner Chloraffinität. Der kannst du bestimmt frönen.
Tomic steht auf und geht ab.
INNEN – TREPPENHAUS EINES ALTBAUS – NACHTS
Christian geht langsam die Treppe hinauf.
Man hört dumpf Musik, die mit jeder Treppenstufe etwas lauter wird.
Christian hat eine Flasche Wein in der Hand. Auf dem Treppenabsatz angekommen klingelt er an der Tür.
Durch die Fenster in der Tür sieht man Schatten von Menschen.
Niemand öffnet die Tür. Christian hämmert mit der Faust an die Tür, woraufhin die Tür einen Spalt geöffnet wird.
Christian drückt die Tür auf. Niemand kümmert sich um ihn.
Er schließt die Tür und blickt sich im rappelvollen Flur um, erkennt aber niemanden.
Er schlängelt sich zur Küche. Auch die Küche ist voll besetzt. Eine Frau am Tisch blickt zu Christian auf und nickt ihm flüchtig zu, steigt dann aber wieder in das Gespräch am Tisch ein.
Christian stellt die Weinflasche auf die Arbeitsfläche der Küche, wo schon dutzende andere Flaschen Alkoholika, geöffnet und geschlossen, stehen.
Ein Mann öffnet den Kühlschrank und greift zum Bier.
CHRISTIAN
Mir auch eins bitte.
Der Mann scheint ihn nicht gehört zu haben, holt aber mehrere Biere aus dem Kühlschrank und schaut sich fragend im Raum um.
Er erblickt Christian, der ihm zunickt. Ein Bier wechselt den Besitzer.
Die übrigen stellt er auf den Tisch und gesellt sich wieder zu seiner Gruppe in einer Ecke der Küche.
Christian schaut sich noch einmal kurz um und geht dann wieder in den Flur, bleibt stehen und nimmt einen kräftigen Schluck Bier und seufzt.
Er blickt sich um. Am Ende des Flures sind drei Räume. Der rechte scheint der Tanzraum zu sein.
Es ist dunkel, aber recht voll darin. 2/3 der Personen auf der improvisierten Tanzfläche sind Frauen.
An den Wänden stehen dicht gedrängt kleine Grüppchen.
Der Raum geradeaus ist ebenfalls gut gefüllt, Christian erblickt niemanden, den er kennt.
Hier sind durchaus größere Grüppchen, aber mehr Männer als Frauen.
Im linken Raum erspäht er Jay und PATRICK am Fenster. Er kämpft sich in dem vollen Raum zu der kleinen Gruppe.
Bei Jay und Patrick steht noch eine Frau.
Patrick erspäht ihn kurz bevor er die Gruppe erreicht und zeigt auf ihn.
JAY
Hey Christian, da biste ja. Hatte schon Angst du kommst nicht mehr.
Beide umarmen sich kurz.
PATRICK
Hey Chris, na was geht?
Auch Patrick und Christian umarmen sich.
Patrick etwas zu überschwänglich.
JAY (deutet auf die Frau neben ihm)
Christian, das ist ANGELA.
CHRISTIAN
Hallo, wie geht´s.
Christian streckt ihr die rechte Hand entgegen. Angela betrachtet Christian interessiert, während sie seine Hand schüttelt.
ANGELA
Hi, dich habe ich doch schon mal im Park gesehen, beim Grillen, oder?
CHRISTIAN (nervös)
Hm, ja kann sein
Der Versuch das Wiedererkennen zu vertuschen misslingt vollkommen.
ANGELA
Ich war da mit meinem Ex. Lenny? Ihr habt euch begrüßt, glaub ich.
CHRISTIAN
Kann sein. Doch stimmt.
Christian wendet sich verlegen Jay und Patrick zu.
CHRISTIAN
Sven und Nicky?
JAY
Nee die kommen nicht. Kein Babysitter aufzutreiben gewesen. Patrick und ich waren vorher noch bei denen. Da haben wir auch Angela getroffen. Angela ist eine Freundin von Nicky. Ihr kennt euch also?
CHRISTIAN
Nee nicht wirklich. Ich kenn Lenny. Der ist ein Kumpel von Mike Trautwein.
PATRICK
Der Schlagzeuger?
CHRISTIAN
Genau.
PATRICK
Woher kennst den denn?
CHRISTIAN
Während meines Studiums habe ich doch in ´ner Videothek gearbeitet.
Und da hat der zwischendurch auch mal gearbeitet.
Wenn er halt nicht auf Tour war. Der kannte meine Chefin. Naja und die hat uns meist zusammen in eine Schicht gepackt.
Seitdem sind wir befreundet. Und Lenny ist auch Musiker. Die kennen sich doch alle untereinander hier.
Ist wie aufm Dorf.
Lenny habe ich dann auf den Geburtstagen von Mike getroffen.
Und dich übrigens auch mehrmals, Angela.
Angela schaut erst überrascht, dann verlegen.
CHRISTIAN zu ANGELA
Wusste gar nicht, dass ihr nicht mehr zusammen seid.
ANGELA
Oh echt, das habe ich gar nicht in Erinnerung. Ehrlich, glaub du wärst mir eigentlich aufgefallen.
Patrick und Jay schauen sich erstaunt an.
ANGELA
