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Becher, Johannes Robert

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The Project Gutenberg EBook of Zion, by Johannes R. BecherThis eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and mostother parts of the world at no cost and with almost no restrictionswhatsoever.  You may copy it, give it away or re-use it under the terms ofthe Project Gutenberg License included with this eBook or online atwww.gutenberg.org.  If you are not located in the United States, you'll haveto check the laws of the country where you are located before using this ebook.Title: Zion       GedichteAuthor: Johannes R. BecherRelease Date: June 19, 2016 [EBook #52372]Language: German*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ZION ***Produced by Jens Sadowski and the Online DistributedProofreading Team at http://www.pgdp.net

JOHANNES R. BECHER

ZION

GEDICHTE

KURT WOLFF VERLAG MÜNCHEN

BÜCHEREI „DER JÜNGSTE TAG“ BAND 82

GEDRUCKT BEI E. HABERLAND IN LEIPZIG

GESCHRIEBEN JENA HERBST 1918

COPYRIGHT 1920 BY KURT WOLFF VERLAG IN MÜNCHEN

Tausend schmolzen in Stankgruben und Tausend

Klaffen im Herbst, starben im sanglosen Wald.

Manchmal weiß man, dort wandelt Frühling.

Doch einer nimmt es hinweg ...

Und Andere stehn für die Anderen auf.

INSEL DER VERHEISSUNG

Ich habe Heimweh unbeschreiblich.

Von Tränen ist der Blick verhängt.

Ich fühle fern mich, süß und weiblich.

Von Himmelssternen ganz versengt.

Ich habe manchen Mensch durchtastet.

Und schlief auf manchem Winter-Platz.

Doch niemals hab ich recht gerastet.

Du Blut-Herz bliebst der einzige Schatz.

Und noch der Sonn-Frucht Köstlichkeit.

Monds Segel-Wiege: Aller Stirne.

Mein armer Tag sei euch geweiht.

Zypressen ragen steil zu Firnen.

Aus Schrift-Gelenken, magisch und verzückt,

Voll Wiesen-Weichheit, ewige Nacht enthaltend —

Hat dich zum erstenmal im Herbst erblickt

Der Dichter, frei der höllischen Gewalten.

Ein Engel du aus Himmeln abgeschickt:

Zu dir empor sich seine Wesen falten.

Der Baum dient dir. Dir schmölz sein Erz-Genick.

Und während rings die Räume jetzt erkalten,

Ein Nebel durchs Gemäuer schimmelnd frißt:

Erhebst du dich voll Strahlgesang lobtönend,

So äolssüß, daß dich kein Traum vergißt. —

Du trägst der Tage Hoheit, Dorn und Bürde.

Doch Hyazinthen-Abend füllt dich ganz.

Und steigst! Von Sternen-Faltern jungfräulichst Umschwirrte.

Du trägst sie wie ein Lamm. Und deine Beule

Benetzt sie wie des Himmels blanker Baum.

Dein Schimmelmond zerschmilzt. Und Trank der Fäulnis

Vergoldet sich nektarisch dir im Traum.

Fabriken flöten, die sonst elend heulten.

Madonna öffnet sich im finsteren Raum.

Es steht der Sonne Strahl. Enorme Säule

Auf deines Herzens Basis. Flimmernd kaum.

Zerflockt die Phalanx erzenster Gewitter.

Auch Gnaden-Schnee träuft in die Wunden ein.

Zinnoberer Mittag schwöll vom Sang der Schnitter.

Doch Rosen-Nacht fängt die Geliebten ein.

Sie bluten aus. Fortschwingend in der Meere

Korallen-Wildnis durchs Gestein zur Sphäre.

Du bist es, die der Felsen Nacktheit mildert,

Die mich Verworfenen in ein Ewiges zieht.

Die vielfach abgewandelt süß der Dichter schildert.

Am Schluß der Aufschwung kühlen Sphärenlieds.

Der blanke Vogel über ödem Ried.

Im Glorien-Strahl, der durchs Gewölke filtert

Die Enzian-Wiese — seliger Mondtraum glüht —,

Wo Gießbach peitschend durch Gerölle wildert.

Ja tausend Städte nach dir abgegriffen —