Zivile feministische Mobilisierung in Lateinamerika. Political Motherhood und der Protest der Madres de la Plaza de Mayo unter der argentinischen Militärdiktatur - Ecem Temürtürkan - E-Book

Zivile feministische Mobilisierung in Lateinamerika. Political Motherhood und der Protest der Madres de la Plaza de Mayo unter der argentinischen Militärdiktatur E-Book

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2018 im Fachbereich Geschichte - Amerika, Note: sehr gut, Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover (Historisches Seminar), Veranstaltung: Vergangenheitspolitik und Lateinamerika, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Hausarbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen zivil-femininer Mobilisierung in repressiven lateinamerikanischen Systemen am Beispiel der Madres de la Plaza de Mayo während der argentinischen Militärdiktatur (1976–1983). Im Zentrum steht die Frage, wie sich internalisierte Mutterschaftsnarrative – im Spannungsfeld zwischen Machismo und Marianismo – in einem patriarchal geprägten Umfeld zu einer politischen Handlungskraft transformieren konnten. Ausgehend vom Konzept der Political Motherhood nach Nikki Craske analysiert die Arbeit, inwiefern Mutterschaft als kulturell verankertes, ursprünglich privates Rollenbild nicht nur als emotionales Fundament kollektiven Handelns fungierte, sondern zugleich zur Triebkraft zivilen Widerstands wurde. Dabei wird herausgearbeitet, wie sich traditionelle Geschlechterrollen unter repressiven Regimen als doppelt ambivalent erwiesen: einerseits als Mittel der sozialen Kontrolle, andererseits als strategische Ressource, die Frauen eine Form politischer Sichtbarkeit eröffnete, ohne als subversiv klassifiziert zu werden. Am Beispiel der Madres de la Plaza de Mayo wird gezeigt, dass die Mütter der „Verschwundenen“ durch das öffentliche Verlassen der häuslichen Sphäre und ihre symbolisch aufgeladene Protestpraxis (etwa durch die weißen Pañuelos) eine neue politische Ausdrucksform schufen. Diese verband emotionale Verbundenheit mit strategischem Bewusstsein und stellte die gesellschaftlich-kulturellen Grenzen weiblicher Handlungsfähigkeit in Frage, ohne die tradierten Narrative gänzlich aufzulösen. Die Arbeit verdeutlicht, dass die politische Transformation von Mutterschaft in autoritären Kontexten kein bewusster Akt feministischer Emanzipation war, sondern ein prozesshafter Wandel, der sich aus den Widersprüchen des Systems selbst ergab. So wird Mutterschaft zur Bruchstelle zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, Tradition und politischer Wirksamkeit – und zum Schlüssel, um zu verstehen, wie ziviler Widerstand im lateinamerikanischen Raum neue Formen gesellschaftlicher Partizipation hervorbrachte.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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