Zwölf Monate, siebzehn Kerle und ein Happy End - Juli Rautenberg - E-Book

Zwölf Monate, siebzehn Kerle und ein Happy End E-Book

Juli Rautenberg

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6,99 €

oder
Beschreibung

"Dies ist der Plan: Ein Jahr lang werde ich jeden Monat eine andere Art testen, den Mann meines Lebens kennen zu lernen - gut, vielleicht nicht den Mann meines Lebens, sondern den Mann für den nächsten Lebensabschnitt, das wäre ja mal ein Anfang!" Juli hat keine Lust mehr auf Alleinsein. Und eigentlich kann sie die vielen Tipps zur Partnersuche nicht mehr hören. In diesem Jahr soll, ja, muss es endlich klappen. Es kann doch nicht alles falsch sein, was einem Freundinnen, Eltern, Frauenzeitschriften und Psychologen raten. Juli macht ein Experiment: Monat für Monat wird sie mit einer anderen Strategie vorgehen, um endlich Mr. Perfect zu treffen. Ihre Erfahrungen, die allesamt wahr und wirklich erlebt sind, dokumentiert die Bloggerin im Internet - von der Liebe im Büro, übers verkuppelt werden, Speeddaten, Sport, Computerliebe, die Single-Party, das Flirten mit Hund bis hin zur Wiederbelebung des Exfreundes. Juli hat alles ausprobiert - und vielleicht am Ende sogar die Liebe gefunden.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 310

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Juli Rautenberg, geboren 1983 in Mannheim, lebt als freie Werbetexterin und Lektorin in Frankfurt. Sie ist seit vier Jahren Single. Ihre Suche nach einem Mann hat sie zwölf Monate lang in ihrem Blog www.das-single-experiment.de dokumentiert.

JuliRautenberg

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe

des in der Bastei Lübbe AG erschienenen Werkes

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

Das hier ist aus dem Leben gegriffen. Trotzdem sind sämtliche Personen sowie deren Handlungen frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und tatsächlichen Begebenheiten sind gänzlich unbeabsichtigt, quasi eine wahnwitzige Laune des Schicksals.

© Eichborn in der Bastei Lübbe AG, 2011

Umschlaggestaltung: Christina Hucke unter Verwendung einer Illustration von Eastnine Inc. © getty images

Lektorat: Katharina Theml

Datenkonvertierung E-Book:

Urban SatzKonzept, Düsseldorf

ISBN 978-3-8387-2349-5

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Inhalt

PROLOG

BÜROGEFLÜSTER – Oktober

VERKUPPEL MICH – November

SPEEDDATING – Dezember

GEMEINSAME INTERESSEN – Januar

SPORT – Februar

COMPUTERLIEBE – März

SINGLEPARTY – April

FLIRTEN MIT HUND – Mai

EXFREUND – Juni

LOSLASSEN – Juli

KONTAKTANZEIGE – August

SINGLEREISE – September

EPILOG

PROLOG

Die Welt, in der wir leben, ist zweigeteilt: Kinokuschelsitze, Pärchenhandschuhe, Steuervorteile und verträumte Wochenendausflüge an den Bodensee auf der einen Seite. Online-Dating, Tiefkühlpizza und Freitagabenddepression auf der anderen. Ich gehöre seit einiger Zeit zu der doofen Seite, also der mit den Depressionen und der Tiefkühlpizza.

Ich bin 28 Jahre alt, Tochter aus gutbürgerlicher Familie, weiße Mitteleuropäerin, Angehörige einer konventionellen Religion, habe erfolgreich mein Studium abgeschlossen, erfreue mich bester Gesundheit und habe nur ein Problem, was global gesehen lächerlich ist, was mich erröten lässt, wenn ich Beiträge zur Welthungerhilfe sehe, was wirklich, wirklich winzig ist, wenn man das Abschmelzen der Polkappen in Betracht zieht, was mich aber manchmal weinen lässt und letztlich dazu treibt, dieses Experiment zu starten: Ich bin Single. Schon lange. Und nicht freiwillig.

Dies sollte auch in meinem Lebenslauf stehen, unter »Familienstand«. Ich muss allerdings keine Lebensläufe schreiben, denn ich bin selbstständig und arbeite von zu Hause aus. Ich bin Lektorin Schrägstrich Werbetexterin, das heißt, ich mache aus Texten, die andere Leute nicht gerne lesen, Texte, die andere Leute gerne lesen. Allem Anschein nach mache ich das nicht ganz so schlecht, denn es gibt Leute, die mir dafür sogar Geld geben. Ansonsten habe ich nur wenige klar ersichtliche Talente. Schreiben, lesen, essen und schlafen gehören dazu.

Ich bin keine Frau, die ungeschminkt und nur in einem weißen Wollpulli auf der Couch, mit angezogenen Beinen und einer Teetasse in beiden Händen süß aussieht. Ich bin eine Frau, die geschminkt, mit Push-up, schwarzem Oberteil, hohen Schuhen und nach einem Friseurbesuch, stehend, und zwar nur stehend, gut aussieht. Wenn ich mich gut fühle. Und auch wirklich nur dann.

Ich bin nicht dünn. Wirklich nicht. Im Gegensatz zu allen anderen Frauen, die dasselbe behaupten, entspricht es bei mir der Wahrheit. Es ist zwar nicht so, dass ich nicht mehr alleine in den dritten Stock komme, aber wenn ich in eine Straßenbahn einsteige, treten die Leute schon ein wenig zur Seite. Das bleibt nicht folgenlos, jedenfalls nicht für mein Ego: Werde ich in einem Club freundlich angelächelt, lächele ich nicht zurück, weil ich sicher bin, dass das Lächeln nicht mir, sondern der Person hinter mir gilt. Werde ich unmissverständlich angelächelt, kontrolliere ich meine Garderobe, ob irgendwo noch ein halbes Hähnchen hängt. Spricht mich jemand an, bin ich mir sicher, es ist ein Spinner, Stalker oder Sexualverbrecher. Spricht mich jemand an und es verläuft nett, ohne offensichtliche Hinweise auf Psychopathie, werde ich unsicher, doof, einsilbig oder im Zweifel total unverschämt, ohne es zu merken. Oder mache unglaublich platte Witze, wobei ich eigentlich berühmt bin für meine spaßige Art.

Seit drei Jahren tue ich alles, Menschenmögliches, manches und auch mal nichts, um irgendwie wieder eine Mitgliedschaft im Club auf der anderen Seite zu ergattern. Anscheinend erfülle ich aber die Aufnahmekriterien nicht, denn egal was ich tue oder nicht tue, ich darf nicht mehr mitspielen.

Schnuppern darf ich, mal kosten, probieren, testen, ich darf dran riechen, an dem appetitanregenden Gefühl. Ich sehe die anderen, die die Freitagabend-Problematik gar nicht kennen, die sich gegenseitig Frühstück ans Bett bringen und Adventskalender basteln. Manchmal darf ich einen Blick hineinwerfen, in das wohlig-warme Zweisamkeitsparadies, in dem man sich romantische Briefe schreibt und das letzte Hemd hergibt. Manchmal komme ich ganz, ganz nah an diese unsichtbare Schwelle: Ich darf eine Beziehung anprobieren, in sie hineinschlüpfen, mich mit ihr vor dem Spiegel drehen und wenden, sie bestaunen und bewundern – nur um dann festzustellen, dass der Preis viel zu hoch ist oder der Saum kaputt, oder dass mir schon wieder der alte Käse aus der letzten Saison angedreht wurde.

Doch nun bin ich schon seit drei Jahren Single. Zeit, das zu ändern. Und zwar jetzt.

Das ist der Plan: Ein Jahr lang werde ich jeden Monat eine andere Art testen, den Mann meines Lebens kennen zu lernen – gut, vielleicht nicht den Mann meines Lebens, sondern den Mann für den nächsten Lebensabschnitt, das wäre ja aber immerhin mal ein Anfang. Zwölf Monate, zwölf unterschiedliche Mottos. Die Mottos habe ich gesammelt, in Frauenzeitschriften, aus Erfahrungen, von gut gemeinten Ratschlägen oder einfach, weil ich so was schon immer mal machen wollte. Die Stadt plakatieren, zum Beispiel mit meiner Kontaktanzeige. Oder mich von meinen Eltern verkuppeln oder mir von einer Eieruhr die Gesprächsdauer vorgeben lassen. Meine wissenschaftlich vollkommen unfundierten Erkenntnisse schreibe ich in einem Blog nieder. Mir ist klar, dass ich damit nicht das Rad neu erfinde oder die Relativitätstheorie widerlege oder zur allgemeinen Verbesserung der Welt beitrage, aber das ist ja auch nicht das erklärte Ziel. Ziel ist, einen Freund zu finden. Kein Allheilmittel gegen Krebs. Wobei Ersteres fast genauso kompliziert ist.

Meine Suche nach globalen Erfolgsmodellen der Liebe beginnt mit Arbeit. Na klar, wer hätte gedacht, dass das ein Sonntagsspaziergang wird. Ich will einen Freund, und dafür muss ich was tun. Los geht’s.

In einschlägigen Internet-Foren habe ich gelesen, dass die meisten Deutschen ihren Partner am Arbeitsplatz gefunden haben. Das klingt glaubwürdig. Man lernt sich unverbindlich und locker-flockig an der Salatbar in der Kantine kennen. Auf der Weihnachtsfeier hängt man sich betrunken bei schmalzigen Songs von Stevie Wonder am Hals. Bei einem später folgenden, mehrtägigen Seminar, das der firmeninternen Teambildung dient, nimmt man die Aufgabenstellung persönlich und beginnt in einer privaten Zweiergruppe abends den theoretischen Stoff praktisch aufzuarbeiten. Kurze Zeit später reicht einer von beiden den Antrag zur Elternzeit ein. Ich finde, das hat Potenzial!

Ein kleines Problem in der Planung meines erfolgreichen Flirts am Arbeitsplatz könnte werden, dass ich keine Kollegen habe. Und keine Salatbar. Genau genommen habe ich auch keine Kantine, sondern eine zusammengewürfelte und sehr unaufgeräumte Küche aus Studententagen. Seit der Weltwirtschaftskrise hat mein Unternehmen das 13. Monatsgehalt und die Weihnachtsfeiern für unbefristete Zeit ausgesetzt (das gab schwere Proteste der Belegschaft und Streikwarnungen, die allerdings ungehört blieben), Seminare besuche ich keine mehr, seit mein Existenzgründerzuschuss ausgelaufen ist.

Ich denke angestrengt darüber nach, wo und wie ich unter den gegebenen und erschwerten Bedingungen den Ist-Zustand (Single, unglücklich) in den Soll-Zustand (Pärchen, glücklich) verwandeln kann. Ich muss expandieren. Dringend.

Kaltakquise

Dienstag, 06. Oktober um 14:48 Uhr

Da ist er. Mein Flirt am Arbeitsplatz. In meiner Firma gab es ja leider niemanden, den ich mit einem privaten Tête-à-Tête im Kopierraum überraschen konnte. Also musste ich den Interessentenkreis ausweiten, Kaltakquise nennt man das im Fachjargon. Weil ich professionell sein und mir selbst beweisen will, dass ich die Sache ernst nehme, beginne ich ein intensives Brainstorming. Brainstorming heißt ja eigentlich, dass sich eine Gruppe von Leuten zusammentut und schlechte Ideen gemeinschaftlich so lange verwurstet, bis alle denken, es seien gute Ideen. In Ermangelung von Kollegen und anderen Gruppenmitgliedern spalte ich einige meiner zahlreichen Persönlichkeiten ab und versuche intensiv, schlechte Ideen zu entwickeln. Nach zwei Stunden, einigen lautstarken Auseinandersetzungen, einer angedrohten Kündigung, heißgeredeten Köpfen und einem Machtwort vom Chef (ich), steht fest, dass für den erfolgreichen Flirt am Arbeitsplatz nur externe Dienstleister in Frage kommen können.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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