Weihnachten in der Ferne - Katie Fforde - E-Book

Weihnachten in der Ferne E-Book

Katie Fforde

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Beschreibung

"Spät in der Nacht hängte Miranda vier prall gefüllte Socken an den Kaminsims und bewunderte die Wirkung. Sie lächelte. Morgen wäre alles ganz anders als sonst ..."

Die Wege der Liebe sind unergründlich: Das Weihnachtsfest in der Ferne entwickelt sich zu einem traditionellen Familienfest. Ein Picknick öffnet die Augen für eine Welt voller Köstlichkeiten. Und ein Undercover-Einsatz offenbart unentdeckte Leidenschaften ...

Katie Fforde bittet zu Tisch! Ihre vier Liebesgeschichten locken mit kulinarischen Köstlichkeiten, herzerwärmender Romantik und weihnachtlicher Behaglichkeit. Zusammen mit den beigefügten Rezepten ist nicht nur für literarischen, sondern auch für leiblichen Genuss gesorgt!

"Katie Ffordes federleichte Geschichten verführen zum Träumen." Daily Mail

Dieses eBook enthält die Geschichten "Weihnachten in der Ferne", "Liebe am Nachmittag", "Die Undercover-Köchin" und "Der Benefiz-Lauf". Sie sind in einer früheren Ausgabe im Erzählband "Rendezvous zum Weihnachtsfest" erschienen.

Weitere weihnachtliche Kurzgeschichten von Katie Fforde finden Sie in den Sammelbänden "Weihnachten am Kaminfeuer" und "Weihnachten wie im Bilderbuch". Wir wünschen frohe Festtage!

eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.



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Seitenzahl: 126

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Inhalt

CoverTitel der AutorinÜber dieses BuchÜber die AutorinTitelImpressumVorwortWeihnachten in der FerneLiebe am NachmittagDie Undercover-KöchinDer Benefiz-LaufWeihnachtsrezepte

Titel der Autorin

Rendezvous zum Weihnachtsfest:

Weihnachten am Kaminfeuer

Weihnachten in der Ferne

Weihnachten wie im Bilderbuch

Begegnung im Mondscheingarten

Botschaften des Herzens

Cottage mit Aussicht

Das Glück über den Wolken

Das Paradies hinter den Hügeln

Eine glückliche Fügung

Eine kostbare Affäre

Eine Liebe am Meer

Eine Liebe in den Highlands

Eine perfekte Partie

Eine unerwartete Affäre

Eine ungewöhnliche Begegnung

Festtagsstimmung

Fünf Sterne für die Liebe

Geschenke aus dem Paradies

Glücklich gestrandet

Glücksboten

Im Garten meiner Liebe

Rosenblütensommer

Sommer der Liebe

Sommerhochzeit auf dem Land

Sommerküsse voller Sehnsucht

Sommernachtsgeflüster

Wellentänze

Wilde Rosen

Weitere Titel in Planung.

Über dieses Buch

»Spät in der Nacht hängte Miranda vier prall gefüllte Socken an den Kaminsims und bewunderte die Wirkung. Sie lächelte. Morgen wäre alles ganz anders als sonst …«

Die Wege der Liebe sind unergründlich: Das Weihnachtsfest in der Ferne entwickelt sich zu einem traditionellen Familienfest. Ein Picknick öffnet die Augen für eine Welt voller Köstlichkeiten. Und ein Undercover-Einsatz offenbart unentdeckte Leidenschaften …

Katie Fforde bittet zu Tisch! Ihre vier Liebesgeschichten locken mit kulinarischen Köstlichkeiten, herzerwärmender Romantik und weihnachtlicher Behaglichkeit. Zusammen mit den beigefügten Rezepten ist nicht nur für literarischen, sondern auch für leiblichen Genuss gesorgt!

Dieses eBook enthält die Geschichten »Weihnachten in der Ferne«, »Liebe am Nachmittag«, »Die Undercover-Köchin« und »Der Benefiz-Lauf«. Sie sind in einer früheren Ausgabe im Erzählband »Rendezvous zum Weihnachtsfest« erschienen.

eBooks von beHEARTBEAT – Herzklopfen garantiert.

Über die Autorin

Katie Fforde hat bereits zahlreiche Romane veröffentlicht, die in Großbritannien allesamt Bestseller waren. Ihre romantischen Beziehungsgeschichten werden erfolgreich für die ZDF-Sonntagsserie "Herzkino" verfilmt. Katie Fforde lebt mit ihrem Mann, drei Kindern und verschiedenen Katzen und Hunden in einem idyllisch gelegenen Landhaus in Gloucestershire, England.

Offizielle Website: http://www.katiefforde.com/

Katie Fforde

Weihnachten in der Ferne

Aus dem britischen Englischvon Ulrike Werner-Richter

beHEARTBEAT

Die Kurzgeschichten in diesem E-Book sind auf Deutsch erstmals in dem in der Bastei Lübbe AG veröffentlichten Erzählband »Rendezvous zum Weihnachtsfest« erschienen.

»be« - Das eBook-Imprint der Bastei Lübbe AG

Für die Originalausgabe:

Copyright © 2014 by Katie Fforde Ltd.

Titel der englischen Originalausgabe: »A Christmas Feast and other Stories«

Für diese Ausgabe:

Copyright © 2016/2021 by Bastei Lübbe AG, Köln

Covergestaltung: Kirstin Osenau unter Verwendung von Motiven von © shutterstock: iana | metwo | Prucsike | S_Photo | melima

eBook-Erstellung: Dörlemann Satz, Lemförde

ISBN 978-3-7517-1658-1

be-ebooks.de

lesejury.de

 

Liebe Leserin,

Weihnachten ist zwar ein schönes, manchmal aber auch stressiges Fest. Man hat unendlich viel zu erledigen und viel zu wenig Zeit dafür. Karten sind zu schreiben (seit vielen Jahren basteln wir unsere eigenen Weihnachtskarten, doch manchmal sehne ich mich danach, sie einfach irgendwo zu kaufen!), Geschenke müssen ausgesucht und hübsch verpackt werden, Einkaufen und Kochen stehen auf der Tagesordnung, und dann gibt es noch die anderen hunderttausend Dinge, die man keinesfalls vergessen darf.

Also bleibt auch keine Zeit zum Lesen, höre ich Sie sagen. Nun, die Besonderheit dieses literarischen Festmahls zur Weihnachtszeit ist die Vielzahl kleiner Leckereien – Geschichten, die man in der Zeit lesen kann, in der man darauf warten muss, dass die Plätzchen genau den richtigen Bräunungsgrad annehmen, oder während man sich ein Bad einlässt.

Eigentlich sollte für jeden etwas dabei sein, und mit etwas Glück können Sie die Zeit erübrigen, es herauszufinden. Dies ist mein Weihnachtsgeschenk für Sie.

Alles Liebe und fröhliche Weihnachten!

Katie Fforde

Weihnachten in der Ferne

Könntest du vielleicht bitte einen Augenblick aufhören zu jammern und mit nach der richtigen Abbiegung schauen?«, sagte Miranda zu ihrer ältesten Tochter. »Ich möchte sie nicht verpassen.«

Sie fuhr langsam eine Landstraße in Devon entlang und hielt Ausschau nach dem Ferienhäuschen, in dem sie im Sommer so viel Spaß gehabt hatten. Es war zwar erst vier Uhr nachmittags, aber es wurde bereits dunkel, und die kurvigen Sträßchen waren schon bei Tageslicht nicht ganz leicht zu meistern. »Ich weiß, dass du keine Lust auf diese Reise hast – das hast du mir oft genug gesagt. Doch lass uns bitte erst ankommen, ehe wir die ganze Sache noch einmal durchkauen.«

Die sechzehnjährige Isa seufzte. »Ich meine ja nur, dass wir besser über Weihnachten zu Hause geblieben wären, wenn wir schon nicht zu Oma und Opa können. Dann hätten wir uns wenigstens mit unseren Freunden treffen können.«

»Ich weiß, Liebes, aber jetzt sind wir nun einmal hier. Schläft Lulu noch?«

Isa blickte über die Schulter nach hinten zu ihrer Schwester. »Jep. Soll ich sie wecken?«

»Lieber erst, wenn wir da sind.« Miranda warf Isa einen Seitenblick zu. Hatte sie wirklich die richtige Entscheidung getroffen? Sie fühlte sich ein wenig schuldig. »Wir machen es uns richtig schön. Versprochen.«

Isa schnaubte. »Letztes Jahr bei Dad war es auch nicht gerade super.«

»Obwohl ihr tolle Geschenke bekommen habt«, sagte Miranda, heimlich erleichtert, dass die vielen Geschenke vom Vater der Mädchen und seiner neuen Frau nicht unbedingt für ein schöneres Weihnachtsfest gesorgt hatten.

Isa seufzte. »Stimmt.«

»Sind wir bald da?«, kam eine Stimme vom Rücksitz. Lulu war aufgewacht.

Isa kicherte. »Dummchen. Ja, wir sind bald da, wenn wir nicht noch falsch abbiegen.«

Miranda entspannte sich ein wenig. Jetzt, da Lulu wach war, würde sich Isa weniger pubertär aufführen, obwohl sie mit ihren sechzehn Jahren jedes Recht dazu hatte.

»Ich glaube, da ist es.« Sie bremste an einer von der Straße aus kaum erkennbaren Einmündung ab. »Meint ihr auch? Ist es hier?«

»Ja!«, kreischte Lulu mit der Zuversicht einer Zehnjährigen. »Da ist der weiße Stein in der Hecke.«

»Gut gesehen, Lu!«, sagte Isa, als Miranda abbog.

Nach einem gefühlt kilometerlangen unebenen Feldweg erreichten sie die umgebaute Scheune, die von zwei mit Lichterketten geschmückten Hecken eingerahmt wurde. Das Licht über der mit einem Kranz behängten Eingangstür brannte.

»Mensch, toll!«, rief Miranda, während sie nach dem Schlüssel suchte. »Sheila hat es richtig weihnachtlich hergerichtet.« Sie öffnete die Tür. »Kommt, Mädchen! Drinnen ist es wunderbar warm.«

Gemeinsam betraten sie den Flur, der in den riesigen Raum führte, der vorne als Küche, in der Mitte als Wohnzimmer und am Ende als Esszimmer diente. Die Küche war durch eine halbhohe Mauer vom Rest getrennt, sodass man gleichzeitig kochen und trotzdem mit den Leuten reden konnte, die im Wohnzimmer saßen. Außerdem versperrte sie während des Essens den Blick auf die benutzten Töpfe. Im Sommer hatten sie die bodentiefen Fenster auf beiden Seiten offen gelassen und abends den Schwalben zugesehen. Es waren wunderschöne Ferien gewesen.

»Toll sieht es aus!«, sagte Lulu und rannte in das riesige Zimmer, das sie alle seit dem Sommer irgendwie ein bisschen als ihr Eigentum betrachteten. »Ich hatte nicht mit einem Christbaum gerechnet.«

Auch Miranda war überrascht, obwohl die Vermieterin Sheila ihr versichert hatte, alles so weihnachtlich wie möglich herzurichten. Es gab nicht nur einen Baum, sondern auch jede Menge anderer Weihnachtsdekoration. Zusammen mit den Lichterketten, die Miranda eingepackt hatte, würde das Haus bald richtig festlich aussehen.

Es war schwierig, alleinerziehende Mutter zu sein, vor allem zu Weihnachten, wenn Fernsehen und Zeitschriften von Geschichten über intakte Familien mit zwei Elternteilen nur so trieften. Wenn sie zu Mirandas Eltern fahren konnten, war es ganz okay, denn alle bemühten sich, die Familien-Weihnachten wiederaufleben zu lassen, die Miranda und ihre Schwester als Kinder gefeiert hatten. Dieses Jahr jedoch waren Mirandas Eltern eingeladen worden, die Feiertage mit langjährigen Freunden zu verbringen. Als Miranda herausfand, dass ihre Mutter absagen wollte, erklärte sie ihren Eltern, sie habe vor, mit den Mädchen auf eine Abenteuertour zu gehen, obwohl sie sich sehr auf ein stressfreies Fest gefreut hatte.

Ihre Töchter waren nicht allzu begeistert gewesen, aber irgendwann hatte Mirandas beste Freundin gesagt: »Weißt du was? Man feiert im Leben so oft Weihnachten. Manchmal besser, manchmal schlechter. Zieh es einfach durch!«

Isa bot sich an, den Ofen einzuheizen, während Lulu und Miranda die Schlafzimmer aussuchten und das Gepäck nach oben brachten. Plötzlich rief Isa von unten:

»Mum, da ist ein Auto auf der Zufahrt.«

Weil die Zufahrt nur zu ihrem Haus führte, kam Miranda nach unten. Wahrscheinlich würde es gleich klopfen. Bestimmt hatte sich jemand verirrt, und sie würde versuchen müssen, sich an den Rückweg zur Hauptstraße zu erinnern.

Aber es klopfte nicht. Die Tür ging auf, und ein hübscher Junge im Teenageralter mit dichtem dunklem Haar trat ein.

»Oh«, sagte er, »was machen Sie denn hier?«

Isa, die eine Wollstrumpfhose und einen sehr kurzen Rock trug, kreuzte die Beine, wie sie es schon seit ihrer Kindheit immer tat. »Wonach sieht es denn aus?«

»Gibt es ein Problem, Dan?«, kam eine tiefe Männerstimme von draußen.

»Hier ist schon jemand.«

Miranda legte Isa einen Arm um die Schultern, um ihr zu signalisieren, dass sie bei ihr war. Schließlich stand plötzlich ein Junge vor Isa, ohne dass sie eine mindestens dreistündige Vorwarnzeit gehabt hätte.

»Hallo«, sagte sie. Sie wusste, dass sie ihre Tochter blamierte, konnte aber nicht einfach so wortlos dastehen. »Kann ich helfen?« Sie blickte über den Kopf des hübschen Jungen hinweg zu dem Mann, der hochgewachsen, dunkelhaarig und sichtlich müde war. Die Ähnlichkeit mit dem Jungen war nicht zu übersehen.

»Wir haben dieses Haus über Weihnachten gemietet«, erklärte er. »Wieso sind Sie hier?«

»Wir haben es ebenfalls gemietet. Aber vielleicht sind Sie ja nur in der falschen Unterkunft gelandet.«

»Sicher nicht.« Er blickte sie finster an. »Ich habe eine sehr genaue Beschreibung bekommen, und dies hier ist mit Sicherheit das richtige Haus.« Dass er einen Fehler gemacht haben könnte, kam ihm gar nicht erst in den Sinn.

»Kommen Sie doch erst einmal herein!«, sagte Miranda, die sich ziemlich sicher war, dass der Fremde keine bösen Absichten hegte.

Der Mann schnaufte. »Warten Sie, meine kleine Tochter ist noch im Auto. Sie schläft, und ich will nur kurz nachsehen, ob sie nicht inzwischen aufgewacht ist.« Er drehte sich um und ging zurück in die Dunkelheit.

»Komm rein!«, sagte Miranda zu dem Jungen. »Ich setze uns Teewasser auf.«

Er folgte ihr in die Küche. »Hier sieht es richtig weihnachtlich aus. Das hatte ich nicht erwartet.« Er runzelte die Stirn. »Dad hat einen künstlichen Baum gekauft, aber den werden wir ja wohl nicht brauchen.«

»Dad« erschien ein paar Minuten später mit einem ungefähr siebenjährigen Mädchen.

»Nun kommen Sie erst einmal rein!«, sagte Miranda. »Ich rufe Sheila gleich an. Sie wird wissen, wo Sie gebucht sind. Ich weiß, dass sie mehrere Häuser vermietet.«

Sie vertraute darauf, dass alles seine Ordnung hatte, und freute sich darüber, dass das Feuer brannte und das Haus so hübsch hergerichtet war. Natürlich war es nicht ihr eigenes Haus, doch irgendwie fühlte sie sich ein wenig als Besitzerin. Deswegen hatte sie auch Weihnachten unbedingt hier verbringen wollen. Es war fast wie ein zweites Zuhause, nachdem sie die Sommerferien schon hier verbracht hatten. Und die auch nach zwei Jahren noch unangenehme Abwesenheit ihres Ehemannes in ihrem richtigen Zuhause hatte sie noch immer nicht ganz verarbeitet.

Miranda lächelte und streckte die Hand aus. »Ich bin Miranda, und das sind meine Töchter Isa und Lulu.«

Der Mann runzelte die Stirn. Ihm schien es nicht zu gefallen, Konversation mit Fremden zu machen, wo er doch einfach nur sein Feriendomizil beziehen wollte. »Ich heiße Anthony Berkley. Das sind mein Sohn Dan und meine Tochter Amy. Sie brauchen sich übrigens nicht erst mit Tee aufzuhalten. Sie wollen bestimmt Ihre Sachen zusammenpacken. Ich versichere Ihnen, wir haben dieses Haus hier für die Weihnachtsferien gemietet.«

Miranda reagierte nicht, sondern hantierte weiter in der Küche herum. Tee würde sie fit halten, bis dieser Mann und seine kleine Familie wieder fort waren und sie endlich den Wein öffnen konnte. »Ich rufe Sheila an …«, sagte sie noch einmal.

»Lassen Sie nur, ich mache es schon«, meinte Anthony, nahm sein Telefon aus der Tasche und tippte auf eine Taste. Offenbar hatte er die Nummer eingespeichert. Weil Miranda vermutlich eine geraume Zeit gebraucht hätte, um die Nummer zu finden, verzieh sie ihm seine Selbstherrlichkeit.

Er verzog sich außer Hörweite, was Miranda ziemlich unhöflich fand. Immerhin handelte es sich um ein gemeinsames Problem. Sie beschloss, doch keinen Tee aufzugießen, holte die Flasche Wein, die zum Willkommenspaket gehörte, und kramte den Korkenzieher hervor. Ein Glas Wein in der Hand würde ihre Besitzansprüche sicher unterstreichen.

Dan stand unbeweglich mitten im Raum und beobachtete alles, sagte aber nichts. Isa, die sich vermutlich innerlich vor Scham wand, fummelte an der Deko herum. Obwohl Miranda Anthony ziemlich unsympathisch fand, wäre es sicher nett für Isa und Lulu, sich in ein paar Tagen einmal mit ihm und seinen Kindern zu treffen, wenn seine Familie das richtige Haus gefunden hatte. Vielleicht würden ihre Töchter dann ihre Freunde etwas weniger vermissen.

Mit wütendem Gesicht kehrte Anthony in die Küche zurück. »Sie kommt«, verkündete er. Dabei warf er einen neidischen Blick auf Mirandas Wein.

Zunächst spielte Miranda mit dem Gedanken, ihm ein Glas anzubieten, doch dass er Sheila, die sich für ihre Mieter so viel Mühe gegeben hatte, einfach nur »sie« nannte, ärgerte sie.

»Glauben Sie bloß nicht, dass das Glas Wein, das Sie da so demonstrativ in der Hand haben, Sie automatisch zur rechtmäßigen Mieterin dieses Hauses macht«, knurrte er.

Miranda trank einen Schluck. Immerhin war sie damit im Vorteil.

Lulu hatte sich ins Wohnzimmer verzogen und den Fernseher eingeschaltet. Zu Mirandas Erleichterung setzte sich Isa zu ihr. Kurz darauf gesellten sich auch Amy und Dan zu den beiden. Eine kurze Diskussion über das Programm entspann sich, aber schon bald waren ein vertrautes Jingle und zufriedene Laute zu hören.

Wäre die Situation auch nur ansatzweise normal gewesen, hätte Miranda sicher etwas gesagt wie: Schön, dass sie sich so gut verstehen. Doch die Situation war alles andere als normal, und Anthonys Gereiztheit erwies sich als nicht gerade hilfreich.

Wenig später erschien Sheila. Sie wirkte gehetzt, trotz eines Fadens Flittergold in ihrem Haar, der offenbar nicht absichtlich dort hingeraten war.

»Es tut mir unendlich leid. Ich wäre schon früher gekommen, aber wir feiern gerade mit der ganzen Familie.«

»Entschuldigen Sie, dass wir Ihnen Umstände machen!«, sagte Miranda, die sich schrecklich fühlte, dass sie die Vermieterin am Heiligen Abend aus dem Haus zitiert hatten.

»Können Sie bitte hier Klarheit schaffen«, sagte Anthony ziemlich unfreundlich. »Wie kann es sein, dass dieses Haus gleichzeitig von zwei Familien gebucht wurde?«

Sheila holte ein Buch hervor und blätterte durch die Seiten. »Es tut mir sehr leid«, sagte sie zu Anthony, »aber hieraus geht hervor, dass Sie es sich anders überlegt und abgesagt haben.«

»Wie kommen Sie denn darauf?«

»Sie haben den Restbetrag nicht bezahlt. Ich habe Sie mehrfach darum gebeten, aber Sie haben nicht überwiesen«, sagte Sheila.

Anthony blickte ihr über die Schulter. »Oh Gott, und ich dachte, es wäre erledigt.« Er sank sichtlich in sich zusammen.

»Wenn ich den Restbetrag nicht erhalte, gilt die Buchung als nicht bestätigt«, fuhr Sheila fort. »Ich habe Ihnen mindestens drei E-Mails mit einer Aufforderung geschickt. Und die Rückbuchung Ihrer ersten Rate ist schon angewiesen.«

»Mist, irgendetwas musste ja schiefgehen. Meine Sekretärin hat gekündigt, und ich habe gleichzeitig einen neuen Computer bekommen. Dabei sind wohl einige wichtige Dinge übersehen worden.«

»Ich könnte Ihnen allenfalls ein Zweibettzimmer anbieten. Allerdings habe ich seit Oktober dort nicht mehr nach dem Rechten gesehen, und außerdem hat es weder Heizung noch Ofen.«

»Das hört sich nicht gerade sehr weihnachtlich an«, sagte Anthony und lächelte zum ersten Mal, wenn auch kläglich.