Abi, was nun? Das richtige Studium finden - Holger Walther - E-Book

Abi, was nun? Das richtige Studium finden E-Book

Holger Walther

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  • Herausgeber: UTB
  • Kategorie: Bildung
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2022
Beschreibung

Die richtige Studienwahl treffen! Das Abi in der Tasche und was nun? Tausende von Schüler:innen stellen sich jedes Jahr genau diese Frage. Schließlich ist die Auswahl an Studienfächern riesengroß und die Entscheidung auch noch weichenstellend für das weitere Leben. Der Ratgeber verliert sich nicht in der Vielzahl von Studiengängen, sondern vermittelt eine sinnvolle Methode zur richtigen Studienwahl. Dabei steht eine Selbstanalyse der eigenen Fähigkeiten, Interessen und Werte im Mittelpunkt. Fragebogen, Checklisten und Aufgaben führen zu passenden Studienfächern. Bei mehreren Möglichkeiten hilft am Schluss ein Entscheidungsbogen dabei, sich endgültig festzulegen. Ein idealer Ratgeber für Abiturient:innen und Studieninteressierte. utb+: Ergänzend erhalten Leser:innen die im Buch schematisch abgebildeten Bögen und Arbeitsblätter zum Download, um diese bearbeiten zu können. Erhältlich über utb.de.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 165

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Holger Walther / Sandra Stankjawitschjute

Abi, was nun? Das richtige Studium finden

UVK Verlag · München

Umschlagabbildung: © eyetoeyePIX ∣ iStock

Autorenfoto Holger Walther: © privat ∣ Fotograf: Andreas Kirsch

Autorinnenfoto Sandra Stankjawitschjute: © privat

Icon Kapitelende: © pop_jop ∣ iStock

 

Dipl.-Psych. Holger Walther (oben) und Sandra Stankjawitschjute, M. Sc. (unten) sind approbierte Psychotherapeut:innen und arbeiten gemeinsam in der Psychologischen Beratungsstelle der Humboldt-Universität zu Berlin.

2., überarbeitete und erweiterte Auflage 2022

1. Auflage 2013

 

DOI: https://doi.org/10.36198/9783838557410

 

© UVK Verlag 2022— ein Unternehmen der Narr Francke Attempto Verlag GmbH + Co. KGDischingerweg 5 • D-72070 Tübingen

 

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetztes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

 

Alle Informationen in diesem Buch wurden mit großer Sorgfalt erstellt. Fehler können dennoch nicht völlig ausgeschlossen werden. Weder Verlag noch Autor:innen oder Herausgeber:innen übernehmen deshalb eine Gewährleistung für die Korrektheit des Inhaltes und haften nicht für fehlerhafte Angaben und deren Folgen. Diese Publikation enthält gegebenenfalls Links zu externen Inhalten Dritter, auf die weder Verlag noch Autor:innen oder Herausgeber:innen Einfluss haben. Für die Inhalte der verlinkten Seiten sind stets die jeweiligen Anbieter oder Betreibenden der Seiten verantwortlich.

 

Internet: www.narr.deeMail: [email protected]

 

Einbandgestaltung: siegel konzeption | gestaltung

 

utb-Nr. 3906

ISBN 978-3-8252-5741-5 (Print)

ISBN 978-3-8463-5741-5 (ePub)

Inhalt

VorwortDas bedeuten die verwendeten SymboleTeil I: Alles, was du über die Entscheidung wissen solltest1 Grundsätzliches1.1 Die Qual der Wahl1.2 Der Entscheidungsdruck1.3 Die Entscheidungsstrategien1.4 Eine günstige Grundhaltung: „gut“ statt „richtig“2 Einflussfaktoren der Studienwahl2.1 Die eigene Situation2.2 Die Konsequenzen der Studienwahlentscheidung2.3 Eigenverantwortung übernehmen2.4 Der Einfluss von Familie, Freund:innen und Partner:innenTeil II: Von der Auswahl bis zur Entscheidung1 Schritt ①: Die Selbstanalyse1.1 Allgemeine Vorlieben und Interessen sammeln: Was tue ich gern?1.2 Fähigkeiten und Stärken sammeln: Was kann ich gut?1.3 Problemanalyse: Welche Probleme sprechen mich an?1.4 Welche Fächer und Berufe sprechen mich an?1.5 Weitere Informationen nutzen und verwerten1.6 Werteanalyse: Kenntnis der persönlichen Ziele und (beruflichen) Wertvorstellungen2 Schritt ②: Die Verallgemeinerung3 Schritt ③: Konkrete Fächer formulieren3.1 Methode 1: Was gibt es sonst noch mit …?3.2 Methode 2: In einer Fächergruppe nach einem Fach suchen3.3 Methode 3: Durch das Berufsfeld nach einem Fach suchen4 Schritt ④: Informationen beschaffen und Hochschulen finden4.1 Informationen und Quellen richtig bewerten4.2 Den Studiengang an einer Hochschule finden4.3 Weitere Informationen einholen4.4 Die Voraussetzungen ermitteln4.5 Das passgenaue Profil einer Hochschule finden4.6 Zu guter Letzt: Eine persönliche Informationsstrategie entwickeln5 Mit persönlichem Bewertungsbogen zur endgültigen Entscheidung5.1 Schritt ①: Eine Alternative auswählen5.2 Schritt ②: Die Konsequenzen abwägen5.3 Schritt ③: Die Argumente einschätzen und bewerten5.4 Schritt ④: Die Erfüllung notwendiger Qualifikationen5.5 Schritt ⑤: Den relativen Vergleichswert errechnenTeil III: Services zur Studienwahl1 Kennenlernangebote der Hochschulen, Orientierungsseminare und Studienwahltests1.1 Zum Reinschnuppern und Kennenlernen1.2 Orientierungsangebote1.3 Studienwahl- und Eignungstests2 Ergänzende Informationen zum Studienwahlbogen: Im Anschluss an die Schule erworbene Fähigkeiten und Erfahrungen3 Ergänzende Informationen zu Self-Assessment und dem passgenauen Profil einer Hochschule3.1 Self-Assessment für einzelne, konkrete Fächer3.2 Self-Assessment für den Beruf Lehrer:in3.3 Self-Assessment für den MINT-Bereich3.4 Eignungstests und Hochschulprofile4 Hochschularten5 Besondere Studienformen5.1 Studieren im Praxisverbund: Duales Studium und ähnliche Formen5.2 Fernstudium5.3 Juniorstudium5.4 Internationale Studiengänge5.5 Teilzeitstudium6 Studienabschlüsse7 Studieren ohne Abitur8 FinanzierungGlossarLiteraturverzeichnisStichwörter

Vorwort

Jedes Jahr steht ein neuer Abiturjahrgang vor derselben Frage: Wie soll es nun nach der Schule weitergehen? Ganz unterschiedlich sind die Vorstellungen: mal ganz klar und eindeutig, bei anderen aber auch unentschieden oder diffus. Ihnen stellt sich immer wieder die Frage, wie man herausfindet, was zu einem passt. Die Auswahl ist vielfältig und die eigenen Interessen breit gestreut. Gerade das macht aber eine Entscheidung nicht leichter. Zu wissen, dass es ein Studium sein soll, stellt einen ersten, wichtigen Entschluss dar. Immerhin wollen fast 70 % der dazu Berechtigten studieren. Doch auch diese Entscheidung verringert die Optionen kaum merklich, wenn es schließlich mehr als 20.000 verschiedene Studiengänge an über 400 Hochschulen verteilt auf die ganze Bundesrepublik gibt.

Doch auch viele, deren Entscheidung schon länger zurückliegt und die bereits studieren, finden sich erneut an einem ähnlichen Punkt wieder. Wenn nämlich die ersten Erfahrungen an der Hochschule mehr oder weniger deutlich zeigen, dass das Studium so gar nicht zu einem passt, und man scheinbar die falsche Wahl getroffen hat. Zurück an den Anfang – doch dieses Mal muss eine sichere Wahl getroffen werden, denn noch ein Neustart wäre indiskutabel. Dieser Anspruch jedoch verhindert häufig eine Neuorientierung, die gleichzeitig als so wichtig und zwingend empfunden wird.

Zunächst durchaus beruhigend könnte sich eine Auffassung auswirken: Unsere Arbeitswelt ist mittlerweile derart im Wandel, so dass die Entscheidung für ein Studienfach nicht automatisch den gesamten Lebensweg festlegt. Alte Berufsbilder und deren konkrete Umsetzung im Arbeitsalltag verändern sich, neue Arbeitsgebiete entstehen nicht nur aufgrund der technischen Entwicklungen. Doch ein fester Bestandteil in diesem Gefüge bist du mit deiner Persönlichkeit, mit deinen Interessen und Fähigkeiten. Auch diese können durchaus wandlungsfähig sein, sich entwickeln und verändern, aber im Kern bleiben sie dir erhalten. Daher ist es für die meisten der größte Wunsch, einen Beruf zu ergreifen, der richtig zu einer/einem passt und der dann glücklich und zufrieden machen soll.

Sicher ist es auch deine Vorstellung, bei der Studienwahl zu einer authentischen Entscheidung zu kommen, bei der du am Ende behaupten kannst, dir selbst treu geblieben zu sein. Genau dabei will dieses Buch dich unterstützen. Mit einem Paket aus bewährten Methoden gelingt es dir, die verschiedenen Aspekte der Studienwahl zu berücksichtigen. Dabei ist es wichtig, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen und bei der Suche die anderen in gewissem Rahmen als Infoquelle und Ratgebende zu nutzen. Es ist das Ziel dieses Buches, dich durch einen fundierten Entscheidungsprozess zu begleiten, hin zu einer Entscheidung, mit der du leben kannst. Denn am Ende wirst du es sein, die/der hauptsächlich mit der Entscheidung leben muss.

Wir bedanken uns bei all den Ratsuchenden, die es uns möglich machten, sie in ihrem Entscheidungsprozess zu begleiten, in dem sie uns einen tiefen Einblick in ihre persönliche Situation erlaubten. Ohne sie hätte es dieses Buch nicht geben können.

Unser Dank gilt auch unserer Kollegin aus der Allgemeinen Studienberatung der Humboldt-Universität zu Berlin, Frau Dr. Benita Bischoff, deren Anteil an den gemeinsam durchgeführten Veranstaltungen uns so viele bedeutsame Einzelheiten aus der Welt der Studiengänge nähergebracht hat.

 

Berlin, im Juni 2022

Holger Walther und Sandra Stankjawitschjute

Das bedeuten die verwendeten Symbole

Unter der angegebenen Adresse findest du im Internet weitere Informationen.

Hier steht Zusatzmaterial zum Download auf unserer Homepage für dich bereit. Gehe hierzu auf ▶ http://s.narr.digital/1onh1 oder nutze den nebenstehenden QR-Code.

Der Pfeil verweist dich auf wichtige Begriffe im Glossar oder Buchkapitel, die für dich ebenfalls interessant sein könnten.

Teil I: Alles, was du über die Entscheidung wissen solltest

„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“

(Nils Bohr, dänischer Physiker und Nobelpreisträger, 1995–1962)

1Grundsätzliches

Entscheidungen sind unglaublich vielfältig und können die unterschiedlichsten Folgen haben: So gibt es Entscheidungen im Leben, die lebensbedrohlich und nicht revidierbar sind. Die Tragweite dieser Entscheidungen ist also sehr groß. Aber es gibt eben auch die vielen kleinen, alltäglichen Entscheidungen, die bereits morgen ohne Bedeutung sind. Deine Studienwahl liegt irgendwo dazwischen: Sie bestimmt deinen Weg der nächsten Jahre, muss aber nie endgültig und unveränderbar sein. Dies zeigen die vielen unterschiedlichen Lebensläufe anderer, in denen sich Karrieren Stück für Stück entwickeln oder in denen radikale Brüche zu finden sind. So etwas kann aus einer Not heraus geschehen, wie etwa einer Arbeitslosigkeit. Aber natürlich ebenso selbst gewählt sein.

Ausblick | Das erwartet dich

In diesem ersten Teil des Buches wirst du viele quälende Gedanken und Gefühle zur Studienwahl wiederfinden und auch für dich neue beschrieben sehen. Denn es wird darum gehen, die Vielfalt des Entscheidungsprozesses zu reflektieren. Schon hier wird deutlich, dass eine fundierte Entscheidung mit viel Aufwand verbunden ist. Doch im Hinblick auf das, was du dafür bekommst, lohnt die Energie, die du in deine Studienwahl investierst. Dieser Prozess beginnt bereits, wenn du nach dem Lesen dieses ersten Teils konkrete Hilfestellungen bei der Wahl eines Studienfaches im zweiten, deutlich umfangreichen Teil dieses Buches bekommst. Arbeite die einzelnen Schritte sorgsam durch. Nimm dir damit genügend Zeit für deine Studienwahl und profitiere am Ende von einer Entscheidung für deine Zukunft.

1.1Die Qual der Wahl

Eine Entscheidung wird immer dann von uns gefordert, wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Idee oder ein Vorhaben umzusetzen. Das reicht von so banalen Dingen wie bei einem Blick ins Internet zu entscheiden, welches YouTube-Video oder welchen Kinofilm man sehen will, bis hin zu deutlich weitreichenden Entscheidungen, wie etwa die Entscheidung für einen bestimmten Beruf oder eine Ausbildung. Dementsprechend erlauben wir es uns, manche Dinge aus dem Bauch heraus eher spontan zu entscheiden, während wir anderes aufwändig abwägen und dafür eine mehr rationale Vorgehensweise wählen. Dies geht nicht ohne eine sogenannte Entscheidungskompetenz. Dahinter verbirgt sich die Fähigkeit, in Frage kommende Alternativen sachlich zu ergründen, um nicht Gefahr zu laufen, voreilige Schlüsse zu ziehen oder eine zu stark emotionale Entscheidung zu treffen. Erstrebenswert finden es viele, insgesamt eine gewisse Entschlossenheit an den Tag zu legen: Ist erst eine Entscheidung gefällt, möchten sie diese konsequent umsetzen und später auch nicht bereuen.

Sicher ist es auch dein Wunsch, die Entscheidung für einen Studiengang gut überlegt zu haben und dabei in erster Linie kein wichtiges Argument und auch kein Gefühl außer Acht gelassen zu haben. Dann hast du dich für die rationale Vorgehensweise entschieden, die mit einem gewissen Aufwand verbunden ist. Das Besondere an diesem Buch ist es, dass bei unserer Vorgehensweise dennoch emotionale Argumente und spontane Ideen nicht zu kurz kommen, damit insgesamt eine Ausgewogenheit entsteht. Auch diese werden angemessen berücksichtigt und geben dir das berechtigte Gefühl, an alles gedacht zu haben.

Gut zu wissen | Entscheidungen treffen

Idealerweise folgen Entscheidungen einem bestimmten Ablauf, um zu garantieren, nichts Wichtiges übersehen und möglichst an alles gedacht zu haben. Dieser Ablauf sieht, allgemein formuliert, wie im folgenden Abschnitt gezeigt aus.

Die Phasen einer EntscheidungEntscheidungPhasen der

Versuchen wir, einen allgemeinen Ablauf zu beschreiben, der bei den meisten Entscheidungsprozessen zu beobachten ist, dann zeigt sich, dass wir bei Entscheidungen eigentlich fünf Phasen durchlaufen. Da dies eher unbewusst und automatisch abläuft, möchten wir dir die Phasen vorstellen, damit du daran auch den Aufbau des Buches nachvollziehen kannst. Denn mithilfe dieses Buches wirst du die fünf Phasen bewusster und gezielt durchlaufen.

Kurz und bündig | Die Phasen einer Entscheidung

Phase 1: Feststellen eines Bedarfs, eines Wunsches,eines Bedürfnisses oder einer Idee

Phase 2: Herausfinden und Beschreiben der möglichen Alternativen

Phase 3: Beurteilung der wahrscheinlichen Konsequenzenfür jede Alternative und Entscheidung

Phase 4: Umsetzung

Phase 5: Prüfung mit dem Ergebnis: beibehalten oder revidieren

Phase 1 | Feststellen eines Bedarfs, eines Wunsches, eines Bedürfnisses oder einer Idee

In dieser Phase wird eine Idee geboren, ein Wunsch geäußert oder eine Notwendigkeit formuliert, weil es einen konkreten Bedarf für eine Veränderung gibt. So ist es für dich vielleicht selbstverständlich, mit dem erworbenen Abitur nun auch zu studieren. Also muss ein Studiengang gefunden werden. Oder du hast längere Zeit überlegt und etwa nach einer schon absolvierten Berufsausbildung und Berufstätigkeit doch noch den Wunsch verspürt, einen stärkeren intellektuellen Schwerpunkt zu bekommen. Es ist nicht ganz so dringend, einen Studiengang zu finden, denn in diesem Fall wäre es mehr ein Wunsch als eine unbedingte Konsequenz. Anders dagegen wiederum, wenn du bereits studierst, aber mit dem Studienfach oder den Studieninhalten unzufrieden bist und deshalb darüber nachdenkst, ob es nicht doch ein anderes Fach sein sollte. Hier kann man nicht mehr von einem Wunsch sprechen. Denn es gibt einen akuten Bedarf nach Veränderung, der entsprechendes Handeln notwendig macht. Dies beschreibt die nächste Phase.

Phase 2 | Herausfinden und Beschreiben der möglichen Alternativen

Bevor etwas entschieden werden kann, müssen erst einmal die möglichen Optionen feststehen. Für Studiengänge gilt: Welche Fächer kommen in die engere Wahl und habe ich die Möglichkeit, diese zu studieren? Eine genauere Beschreibung bedeutet etwa: Wo gibt es das Fach, was wird darin tatsächlich gemacht und welche Anforderungen muss ich erfüllen?

Unser Kühlschrank-Beispiel soll das erklären: Ich habe auf etwas Appetit, nämlich Käse. Aber erst der tatsächliche Blick in den Kühlschrank zeigt mir die vorhandenen Möglichkeiten in Form verschiedener Käsesorten, aus denen ich auswählen kann. Denn wer kann immer auswendig wissen und garantieren, was sich hinter der verschlossenen Kühlschranktür verbirgt? In einer Familie oder einer WG können sich die Optionen im Kühlschrank schnell verändern und plötzlich ist nur noch eine Sorte da. Finde also heraus, welche Alternativen wirklich zur Verfügung stehen.

Phase 3 | Beurteilung der wahrscheinlichen Konsequenzen für jede Alternative und Entscheidung

Diese Phase beschreiben viele als die schwierigste Phase, da unsere Erfahrung zeigt, dass die Erstellung einer Liste mit allen gefundenen Beschreibungen nur selten den gewünschten Aha-Effekt und damit automatisch eine Entscheidung bringt. Eher pendeln wir zwischen den Alternativen hin und her und heben einzelne Argumente immer wieder unterschiedlich hervor. Darüber hinaus sollen wir auch noch einen Blick in die Zukunft werfen und vorhersagen können, was die Folgen der jeweiligen Alternative sein werden, etwa die Berufschancen eines konkreten Studiengangs. Häufig bleibt dann genau an dieser Stelle die Entscheidung stecken, weil solche Vorhersagen so schwer, wenn nicht sogar unmöglich sind. In → Teil II arbeitest du daher eine eigene Sammlung möglicher Konsequenzen durch, womit dir die notwendige persönliche Beurteilung gelingen wird. Damit hast du dann eine umfassende Entscheidungsgrundlage.

Phase 4 | Umsetzung

Ist eine Entscheidung gefällt, sollte irgendwann danach die konkrete Umsetzung beginnen. Das heißt, ein Ereignis setzt tatsächlich ein und du sammelst damit Erfahrungen. Im Kühlschrank-Beispiel bedeutet dies: Du legst den ausgesuchten Käse auf eine Brotscheibe, beißt ab und probierst damit diese Kombination. Du nimmst noch mehrere Bisse und stellst immer mal wieder fest, wie gut es dir schmeckt. Auf dein Studienfach übertragen heißt dies: Du hast dich beworben und dann begonnen zu studieren. Du lernst die Hochschule und das Fach tatsächlich kennen und sammelst viele Erfahrungen, beispielsweise zu den tatsächlichen Inhalten der Seminare und vielleicht auch Informationen zu den Berufsaussichten.

Phase 5 | Prüfung mit dem Ergebnis: beibehalten oder revidieren

In dieser Phase ist quasi alles vorbei und du weißt, was aus einer Sache letztendlich geworden ist. Du kannst nun die ursprüngliche Entscheidung an ihrem Ergebnis messen und sie im günstigen Fall beibehalten. Ist aber das gewünschte Ergebnis nicht zufriedenstellend oder sogar gar nicht eingetreten, dann wäre es komisch, trotzdem alles so zu belassen. Dann ist es sinnvoll, die Entscheidung neu zu überdenken und anzupassen. Denn die gemachten Erfahrungen kannst und darfst du nicht einfach ignorieren. Dazu nochmal das Käse-Beispiel: Hast du eine gute Entscheidung getroffen, dann wird es dir schmecken. Du nimmst nämlich sehr gerne weitere Bisse oder belegst sogar noch eine zweite Scheibe mit derselben Käsesorte. Für zukünftige Mahlzeiten weißt du, dass diese Sorte eine gute Wahl bedeutet. Und entsprechend lautet die gegenteilige Konsequenz bei einer schlechten Erfahrung: Schmeckt der Käse nicht, solltest du beim nächsten Mal unbedingt eine andere Sorte wählen. Und damit hättest du die ursprüngliche Wahl revidiert.

Den Ablauf dieser fünf Phasen einzuhalten, fällt bei dem Beispiel mit dem Kühlschrank nicht so schwer, denn die Käsesorten unterscheiden sich vielleicht nur wenig und, egal was du nimmst, satt würdest du ja in jedem Fall. Bei der Studienwahl bist du in jeder der fünf Phasen deutlich mehr gefordert. Wenn alle Phasen bewusst durchlaufen wurden, kannst du von einer gründlichen Entscheidung ausgehen. Doch macht dieser schematische Ablauf auch einen häufig genannten Nachteil bei der Wahl des Studiums deutlich: Es dauert ziemlich lange, bis du die Ergebnisse deiner Wahl überprüfen kannst. Schließlich liegen dann das Bewerbungsverfahren, vielleicht ein Umzug und mindestens das erste Semester hinter dir. Das macht einen Teil der Unsicherheit aus und deshalb fragen sich Viele zu Recht: „Wie soll ich denn heute wissen, ob ich in 10 Jahren immer noch damit zufrieden bin?“

Was macht die EntscheidungEntscheidung so schwer?

Zu viele Möglichkeiten

Viele sind unzufrieden mit den immer größer gewordenen Supermärkten, in denen man inzwischen nicht nur Lebensmittel, sondern ähnlich wie in einem Kaufhaus sogar Kleidung, Haushaltswaren oder Handwerksbedarf bekommt. Sie fühlen sich erschlagen von dem Überangebot und versuchen häufig gezielt, das meiste auszublenden, in dem sie eine einfache, aber wirkungsvolle Strategie entwickelt haben: Sie nehmen sich vor, nur genau das einzukaufen, was auf einem zuhause geschriebenen Einkaufszettel steht. Der Vorteil: Man muss nicht mehr durch alle Reihen laufen, sondern sucht nur die Ecken und Regale auf, in denen die gewünschten Dinge zu finden sind.

An diesem Beispiel kannst du deutlich eine Bedingung unseres Gehirns sehen: Eine zu große Auswahl muss reduziert werden, denn je weniger Optionen bestehen, umso leichter mag das Gehirn sich entscheiden. Ein erster Schritt zur Reduktion ist die Erkenntnis, dass nicht alle Möglichkeiten für mich persönlich relevant sind. Trinke ich beispielsweise keinen Alkohol, dann kann ich im Supermarkt gleich eine riesige Ecke aussparen. Und selbst eine verlockend klingende Auswahl an Käsesorten reduziert sich, wenn ich persönlich bedeutsame Kriterien anlege. Solltest du nur fettarmen Käse kaufen wollen, fällt nämlich auch hier der größte Teil schon mal weg.

Das Ziel ist es also, aus dem Überangebot eine grobe Auswahl zu treffen und am Ende auf drei bis vier Möglichkeiten zu reduzieren. Und das funktioniert auch umgekehrt so: Wenn du gar keine Idee hast, was du nehmen könntest, dann versuchst du auch, drei bis vier Möglichkeiten zu finden. Gibt es nur eine Möglichkeit, dann ist ja eine Entscheidung überhaupt nicht möglich. Gibt es zwei Optionen, dann bist du in der Situation, die der Kommunikationswissenschaftler und Psychologe Paul Watzlawick die Illusion der AlternativenIllusion der Alternativen genannt hat, weil es ja nur ein Entweder-oder gibt. Keine der Alternativen muss zwingend passend oder richtig sein. Erst ab drei Wahlmöglichkeiten empfinden wir eine Wahlfreiheit und können beginnen, die Möglichkeiten gegeneinander abzuwägen.

Dafür ist immer auch dagegen

Kennst du das auch aus einem Restaurant? Da gibt es mehrere leckere Gerichte, aber du kannst nur eines essen. Sobald du dich mehr für das eine erwärmen kannst, wird dir deutlich, dass das andere auch ganz gut wäre. Und dir wird klar: Was immer ich auch nehme – das andere habe ich dann nicht.

Wir müssen uns wohl damit abfinden: Wer sich für etwas entscheidet, hat sich im selben Atemzug damit auch gegen etwas anderes entschieden. Und auf das muss man nun verzichten. Aber vielleicht verpasse ich da ja auch etwas? Würde man sich für Medizin entscheiden, lernt man andere Fächer wie Germanistik oder Architektur nämlich nicht kennen. Auch bei der Entscheidung für ein Studienfach an einem bestimmten Ort können Fragen aufgeworfen werden: Woher weiß ich denn, ob ich nicht in Erfurt meine:r Partner:in fürs Leben über den Weg gelaufen wäre, wo ich mich doch für Bremen als Studienort entschieden habe? Man fragt sich, ob das andere nicht besser wäre und genau aus der Angst heraus, etwas zu verpassen, wird keine Entscheidung gefällt.

Gut ist es daher, wenn wir unsere Entscheidung begründen können, denn es muss ja Kriterien gegeben haben, weshalb das eine gegenüber dem anderen bevorzugt wurde. Man könnte die Kriterien, die wir auch als Argumente bezeichnen können, der Übersicht halber mit Plus- und Minuszeichen im Sinne von Pro und Contra versehen. Das ergibt einen groben Überblick. Doch bei wichtigen Entscheidungen ist das zu wenig! Deshalb wirst du mit dem → Teil II ausführlicher an die Studienwahlentscheidung herangehen.

Die Illusion einer objektiv „richtigen“ Entscheidung