ACT in Klinik und Tagesklinik -  - E-Book

ACT in Klinik und Tagesklinik E-Book

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Beschreibung

Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) zählt zu den modernen evidenzbasierten Verfahren der Verhaltenstherapie. Psychische Probleme und Erkrankungen basieren hiernach auf ungünstigen Lernprozessen und sind daher durch neue Erfahrungen modifizierbar. In der ACT ist es dabei zentral, einer Person die grundlegenden Fertigkeiten und Kompetenzen für ein möglichst hohes Maß an psychischer Flexibilität zu vermitteln. Psychische Flexibilität stellt eine wichtige Voraussetzung für menschliches Wohlbefinden dar. Sie erlaubt es Menschen, sich an unterschiedlichste Situationen anzupassen und ein erfülltes, werteorientiertes Leben für sich zu gestalten. Als ein störungsübergreifendes Psychotherapiekonzept hält die ACT zunehmend Einzug in die Behandlungsangebote von Kliniken und Tageskliniken. Mit diesem Werk liegt eine erste umfassende Fachpublikation vor, die auf die Anwendung dieses Therapieansatzes in Kliniksettings fokussiert und dessen Umsetzung in multiprofessionellen Teams und für unterschiedliche Zielgruppen praxisnah darstellt.

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Herausgeberin und Herausgeber

Prof. Dr. Nina Romanczuk-Seiferth ist Psychologische Psychotherapeutin (VT), Diplom-Psychologin und Supervisorin. Sie ist Professorin für Neurobiologie der Psyche und Neuropsychotherapie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, und als leitende Psychologin und Psychotherapeutin an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité Campus Mitte, tätig. Sie verfügt über langjährige Erfahrung mit ACT als Therapeutin, Trainerin und Supervisorin und ist Mitglied der ACBS, DGKV und des ACT-Netzwerks Berlin-Brandenburg. Ihre Forschung fokussiert auf emotionale und motivationale Prozesse bei psychischen Erkrankungen und im Rahmen moderner Psychotherapieansätze. Zudem ist sie als Dozentin in verschiedenen Bereichen der Psychotherapie sowie der Neurowissenschaften und als Supervisorin im Einzel- wie Gruppensetting sowie für klinische Teams aktiv.

Dr. Ronald Burian ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Oberarzt des Bereiches Psychosomatik und Konsiliarpsychiatrie am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) Berlin. Sein klinischer Schwerpunkt lag viele Jahre im Bereich der Konsiliar- und Liaisonpsychiatrie. Er engagiert sich maßgeblich im Aufbau von ambulanten und tagesklinischen Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit komorbiden psychischen und körperlichen Erkrankungen – insbesondere mit chronischen Schmerzerkrankungen, Diabetes mellitus und funktionellen Störungen. Seine Beschäftigung mit ACT entstand aus der Erfahrung, dass diese Therapie ein hervorragendes transdiagnostisches Fundament für darauf aufbauende störungsspezifische Interventionen bietet. Ronald Burian arbeitet seit 2011 mit ACT und ist Mitglied der ACBS und DGKV. Als peer-reviewed Trainer der ACBS leitet er zahlreiche ACT-Workshops in Deutschland und Europa.

Prof. Dr. Albert Diefenbacher ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie sowie Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Er ist ehemaliger Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) Berlin sowie Leiter der Section on Consultation-Liaison-Psychiatry and Psychosomatics der European Psychiatric Association (EPA). Im Rahmen seiner klinischen Tätigkeit unterstützte und supervidierte er die organisationelle Implementierung unterschiedlicher praktischer ACT-Modelle in vollstationären und tagesklinischen Bereichen in der klinischen Regelversorgung im Rahmen eines Allgemeinkrankenhauses im Berliner Bezirk Lichtenberg und deren versorgungswissenschaftliche Erforschung.

Nina Romanczuk-SeiferthRonald BurianAlbert Diefenbacher (Hrsg.)

ACT in Klinik und Tagesklinik

Arbeiten mit der Akzeptanz- und Commitment-Therapie in multiprofessionellen Teams

Verlag W. Kohlhammer

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

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1. Auflage 2021

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-035641-2

E-Book-Formate:

pdf:        ISBN 978-3-17-035642-9

epub:     ISBN 978-3-17-035643-6

mobi:     ISBN 978-3-17-035644-3

Autorinnen und Autoren

 

 

 

Dr. rer. soc. Klaus Ackermann

Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut

Median-Klinik Wilhelmsheim

Wilhelmsheim 11

71570 Oppenweiler

E-Mail: [email protected]

Dr. phil. Barbara Annen

Diplom-Psychologin, Eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin

Behandlungszentrum für Psychosomatik

Solothurner Spitäler AG, Psychiatrische Dienste

Kliniken für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Baslerstr. 150

CH – 4600 Olten

E-Mail: [email protected]

Dr. med. Herbert Assaloni

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Praxis Zum beherzten Leben

Bildungswerkstatt ACT

Lindstr. 39

CH – 8400 Winterthur

www.zumbeherztenleben.ch

E-Mail: [email protected]

Dr. phil. Charles Benoy

M.Sc. Psychologe, Eidgenössisch anerkannter Psychotherapeut

Zentrum für Psychotherapie und Psychosomatik

Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel

Wilhelm Klein-Str. 27

CH – 4002 Basel

E-Mail: [email protected]

Dr. rer. medic. Kerem Böge

M.Sc. Psychologe

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Campus Benjamin Franklin

Charité – Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, and Berlin Institute of Health

Hindenburgdamm 30

12203 Berlin

E-Mail: [email protected]

Christine Brancato

M.Sc. Psychologin, Eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin

Praxis Kronenmatt

Hauptstr. 62

CH – 4102 Binningen

E-Mail: [email protected]

Dr. med. Alexander Brümmerhoff

Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

DRK Kliniken Berlin Westend

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Spandauer Damm 130

14050 Berlin

E-Mail: [email protected]

Dr. rer. nat. Nicole C. Bührsch

Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin

Theodor Fliedner Stiftung, Fliedner Klinik Berlin

Ambulanz und Tagesklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Markgrafenstr. 34

10117 Berlin

E-Mail: [email protected]

Dr. med. Ronald Burian

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge gGmbH

Herzbergstr. 79

10365 Berlin

E-Mail: [email protected]

Dr. rer. hum. biol. Claudia China

Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin

Mühlenbergklinik Holsteinische Schweiz

Frahmsallee 1-7

23714 Bad Malente

E-Mail: [email protected]

Claudia Dambacher

Psychologische Psychotherapeutin (VT)

Hochschulambulanz für Psychotherapie, Diagnostik und Gesundheitsförderung

Habelschwerdter Allee 45

14195 Berlin

E-Mail: [email protected]

Dr. rer. medic. Marie Christine Dekoj

Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin

Psychotherapeutische Praxis

Karlsplatz 6

89073 Ulm

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Albert Diefenbacher

MBA, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Campus Benjamin Franklin

Charité – Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, and Berlin Institute of Health

Hindenburgdamm 30

12203 Berlin

E-Mail: [email protected]

Dr. med. Annegret Dreher

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

Klinik für Forensische Psychiatrie

Oderberger Str. 8

16225 Eberswalde

E-Mail: [email protected]

Emre Ergen

B.Sc. Psychologie

Technische Universität Berlin

Fachgebiet Ökonomie und Nachhaltiger Konsum

Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre

Marchstr. 23

10587 Berlin

E-Mail: [email protected]

Andrea Flatow

Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge gGmbH

Herzbergstr. 79

10365 Berlin

E-Mail: [email protected]

Dr. sc. med. Vanya Gocheva

M.Sc. Psychologin, Eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin

Praxis Qurateam

Steinenberg 23

CH – 4051 Basel

E-Mail: [email protected]

Dr. rer. medic. Susan Gruber

Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin

Theodor Fliedner Stiftung, Fliedner Klinik Berlin

Ambulanz und Tagesklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Markgrafenstraße 34

10117 Berlin

E-Mail: [email protected]

Dr. med. Eric Hahn

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Campus Benjamin Franklin

Charité – Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, and Berlin Institute of Health

Hindenburgdamm 30

12203 Berlin

E-Mail: [email protected]

Steven C. Hayes, PhD

Foundation Professor, Behavior Analysis program

Department of Psychology / MS 296

University of Nevada

1664 N. Virginia Street

USA – Reno, NV 89557-0062

E-Mail: [email protected]

Mona Heinrich

Staatlich anerkannte Ergotherapeutin

Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge gGmbH

Herzbergstr. 79

10365 Berlin

E-Mail: [email protected]

Stefan G. Hofmann, PhD

Professor of Psychology

Department of Psychological and Brain Sciences

Boston University

900 Commonwealth Avenue, 2nd Floor

USA – Boston, MA 02215

www.bostonanxiety.org

E-Mail: [email protected]

Cornelia Hörmann

Tanz- und Ausdruckstherapeutin (BTD), Heilpraktikerin (Psychotherapie), Heiltanzpädagogin

Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge gGmbH

Herzbergstr. 79

10365 Berlin

E-Mail: [email protected]

Dr. phil. Patrick Jeger

Eidgenössisch anerkannter Psychotherapeut

PZM Psychiatriezentrum Münsingen AG

Hunzigenallee 1

CH – 3110 Münsingen

E-Mail: [email protected]

Julia Kilian

Diplom-Kunsttherapeutin, Yogalehrerin

Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge gGmbH

Herzbergstr. 79

10365 Berlin

E-Mail: [email protected]

Veronika Kuhweide

Diplom-Pflegefachfrau, Paar- & Familientherapeutin

Zentrum für Psychosomatik und Psychotherapie

Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel

Wilhelm Klein-Str. 27

CH – 4002 Basel

E-Mail: [email protected]

Sari Multamäki

Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin

Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Vivantes Klinikum Am Urban

Dieffenbachstraße 1

10967 Berlin

E-Mail: [email protected]

Dr. Ray Owen

Consultant Clinical Psychologist, Health Psychologist

Health Psychology Service

Wye Valley NHS Trust

UK – Hereford

E-Mail: [email protected]

Mareike Samaan

M.Sc. Psychologin

Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge gGmbH

Herzbergstr. 79

10365 Berlin

E-Mail: [email protected]

Inga Pontow

M.Sc. Psychologin

Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge gGmbH

Herzbergstr. 79

10365 Berlin

E-Mail: [email protected]

Mareile Rahming

Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin

Praxis für Psychotherapie

Regensburger Str. 34

10777 Berlin

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. rer. medic. Nina Romanczuk-Seiferth

Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité Campus Mitte

Charité – Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, and Berlin Institute of Health

Charitéplatz 1

10117 Berlin

E-Mail: [email protected]

Dr. Graciela Rovner

PhD in Rehabilitation Medicine, Senior Pain Specialist

Physiotherapist

ACT Institutet Sweden

Trälåsvägen 13 A

SE-426 68 VÄSTRA FRÖLUNDA

SWE – Gothenburg

und

Karolinska Institutet

Department of Neurobiology, Care Sciences and Society – Section Physiotherapy

SWE – Stockholm

E-Mail: [email protected]

Katrin Schudel

M.Sc. Psychologin

Psychiatrie Baselland PBL

Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen ZfA

Bienentalstrasse 7

CH – 4410 Liestal

E-Mail: [email protected]

Ralf Steinkopff

Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

Psychotherapeutische Praxis

Moosdorfstr. 3

12435 Berlin

E-Mail: [email protected]

Michael Waadt

ACT-Therapeut

insas Institut für Arbeit und seelische Gesundheit GmbH

Fäustlestr. 8

80339 München

www.insas-institut.de

E-Mail: [email protected]

Stefan Wagler

Diplom-Psychologe

Arndtstr. 30

10965 Berlin

E-Mail: [email protected]

Dr. med. Maike Wolf

Fachärztin für Neurologie, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

MVZ Ärztehaus am KEH mit Epilepsiezentrum gGmbH

Herzbergstr. 79

10365 Berlin

E-Mail: [email protected]

Inhalt

 

 

 

Autorinnen und Autoren

Teil I –    ACT – eine Verhaltenstherapie der dritten Welle für Kliniksettings adaptieren

Einführung, Adaptierung und Implementierung von ACT im voll- oder teilstationären Kliniksetting

Nina Romanczuk-Seiferth, Albert Diefenbacher und Ronald Burian

Literatur

1   ACT als eine Form prozessbasierter Therapie

Steven C. Hayes und Stefan G. Hofmann

1.1   Prozessbasierte Therapie: Wie steht die ACT dazu?

1.2   Modelle der prozessbasierten Therapie

1.3   Die Zukunft der ACT als einer Form von PBT

1.4   Angenommen, PBT gehörte die Zukunft: Was würde das bedeuten?

Literatur

2   ACT-Basics – was Klinik-Teams wissen sollten

Marie Christine Dekoj und Mareile Rahming

2.1   ACT als therapeutisches Konzept einführen und die Grundlagen vermitteln – Einführung

2.2   Wie sind die wichtigsten Grundlagen der ACT in der Vermittlung an Teams in Kliniken und Tageskliniken?

2.2.1   Besonderheiten und Haltung in der ACT

2.2.2   Das Modell des »Hexaflex«

2.2.3   Kernprozesse und -kompetenzen in der ACT

2.3   Was ist das Wichtigste zur Vermittlung der Grundlagen der ACT in klinischen Teams? – Fazit und Ausblick

2.3.1   ACT und andere Therapieverfahren?

2.3.2   Einsatz der ACT auf verschiedenen Ebenen in der Klinik und der Station

Literatur

3   Implementierung von ACT als berufsgruppen-übergreifendes Therapiekonzept in klinischen Teams

Ronald Burian

3.1   ACT als therapeutisches Konzept im klinischen Setting implementieren – Einführung

3.2   Was wissen wir zur Evidenz? – Empirische Daten und Stand der Forschung

3.3   Wie sieht eine mögliche Implementierung aus? – Praktische Umsetzung

3.3.1   Planungsphase

3.3.2   Durchführung von Trainings und Schulungen

3.3.3   Phase der Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung

3.4   Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

3.5   Was ist das Wichtigste für die Implementierung von ACT in klinischen Teams? – Fazit und Ausblick

Literatur

4   Therapeutische InterACTion im Klinikalltag

Nina Romanczuk-Seiferth und Ronald Burian

4.1   ACT als therapeutisches Konzept im klinischen Alltag in konkreten Interaktionen umsetzen – Einführung

4.2   InterACTion: Wie sieht die Gestaltung alltäglicher Situationen nach ACT in Klinik und Tagesklinik konkret aus? – Praktische Beispiele

4.2.1   Die (teil-)stationäre Aufnahme

4.2.2   Die (erste) Visite

4.2.3   Vorbehalte gegenüber bestimmten Angeboten und Therapien

4.2.4   Die Mühen der weiten Ebene – Umgang mit Motivationstiefs

4.2.5   Vorbereitung der Entlassung bzw. Entlassmanagement

4.2.6   Hinweise für weiterführende praktische Beispiele

4.3   Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

4.4   Was ist das Wichtigste für die InterACTion im klinischen Alltag? – Fazit und Ausblick

Literatur

Teil II – ACT im multiprofessionellen Klinikalltag

Multiprofessionelle Arbeit mit der ACT im voll- oder teilstationären Setting einer psychiatrischen oder psychosomatischen Abteilung – Überlegungen zum Kontext

Albert Diefenbacher, Ronald Burian und Nina Romanczuk-Seiferth

Literatur

5   Besonderheiten von ACT im voll- und teilstationären Rahmen

Charles Benoy, Barbara Annen und Patrick Jeger

5.1   Wozu die Arbeit mit ACT im stationären und teilstationären Rahmen? – Einführung

5.2   Was wissen wir zur Evidenz? – Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung zur Anwendung von ACT in einem stationären und teilstationären Behandlungssetting

5.3   Wie sieht die Behandlung aus? – Besonderheiten der ACT im stationären und teilstationären Rahmen, klinische Beispiele und Übungen

5.4   Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

5.5   Was ist das Wichtigste für den klinischen Alltag – Fazit und Ausblick

Literatur

6   ACT und ärztliches Handeln

Herbert Assaloni

6.1   Wozu das ärztliche Handeln mit ACT verbinden? – Einführung

6.2   Was wissen wir zur Evidenz eines an ACT orientierten ärztlichen Handelns? – Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung

6.3   Wie sieht ein ACT-orientiertes ärztliches Handeln im klinischen Alltag aus? – Klinische Beispiele und Übungen

6.3.1   Subjektivierendes ärztliches Handeln

6.3.2   Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung – Patientinnen und Patienten mit einer ACT-Haltung begegnen

6.3.3   Umgang mit medikamentöser Behandlung aus ACT-Sicht

6.3.4   Psychische Flexibilität in der Arzt-Patient-Beziehung

6.3.5   ACT-Prozesse in der ärztlichen Haltung

6.3.6   Mit ACT auf die eigene Gesunderhaltung achten

6.4   Worauf ist bei der Anwendung von ACT im ärztlichen Handeln zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

6.5   Was ist das Wichtigste für den klinischen Alltag? – Fazit und Ausblick

Literatur

7   ACT als Fokus der Einzelpsychotherapie in der Klinik und Tagesklinik

Claudia China und Ray Owen

7.1   Wozu die Arbeit mit ACT im Einzelsetting in Klinik und Tagesklinik? – Einführung

7.2   Was wissen wir zur Evidenz zur Wirksamkeit von ACT im Einzelsetting? – Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung

7.3   Wie sieht die Behandlung mit ACT im Einzelsetting in Klinik und Tagesklinik aus? – Klinische Beispiele und Übungen

7.3.1   Arbeit im Einzelsetting

7.3.2   Das A und O: Die therapeutische Beziehung

7.3.3   Funktionelle Analyse (FA) im ACT-Kontext

7.3.4   Therapieplanung im Einzelsetting: Fokus auf Möglichkeiten werteorientierten Handelns

7.3.5   Achtsamkeit – immer dabei

7.3.6   Defusion – bei evaluativen Gedanken auch immer dabei

7.3.7   Akzeptanz und Bereitschaft

7.4   Worauf ist bei der Anwendung von ACT im Einzelsetting zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

7.5   Was ist das Wichtigste für den klinischen Alltag? – Fazit und Ausblick

Literatur

8   Gruppentherapien nach ACT gestalten

Mareike Samaan und Claudia Dambacher

8.1   Wozu die Arbeit mit ACT im Gruppensetting? – Einführung

8.1.1   Ziele dieses Kapitels

8.1.2   Strukturierung von ACT-Gruppensitzungen

8.1.3   Die therapeutische Haltung

8.2   Was wissen wir zur Evidenz? – Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung zu ACT im Gruppensetting

8.3   Wie sieht die Behandlung nach ACT im Gruppensetting aus? – Klinische Beispiele und Übungen

8.3.1   Struktur der Gruppensitzungen

8.3.2   Erfahrungsorientierte Übungen im Gruppensetting

8.4   Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

8.5   Was ist das Wichtigste für den klinischen Alltag? – Fazit und Ausblick

Literatur

9   ACTisch pflegen

Veronika Kuhweide und Andrea FlatowUnter Mitarbeit von Nina Romanczuk-Seiferth und Elizabeth Zimmermann

9.1   Wozu die Arbeit mit ACT in der Pflege? – Einführung

9.1.1   Das Pflegefach und therapeutische Methoden

9.1.2   Das Pflegefach und ACT

9.2   Was wissen wir zur Evidenz hinsichtlich der Pflege nach der ACT? – Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung

9.3   Wie sieht die Pflege mit ACT konkret aus? – Praktische Umsetzung und Erfahrungen

9.3.1   Umsetzung von ACT in der Pflege in einer voll- oder teilstationären Behandlung

9.3.2   Erfahrungen zur ACT in der Pflege

9.4   Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

9.5   Das Wichtigste für den klinischen Alltag – Fazit und Ausblick

Literatur

10 ACT ergo- und kunsttherapeutisch umsetzen

Mona Heinrich und Julia Kilian

10.1 Wozu die Arbeit mit ACT in der Ergo- und Kunsttherapie? – Einführung

10.1.1 Methoden der Ergotherapie und ACT

10.1.2 Methoden der Kunsttherapie und ACT

10.2 Was wissen wir zur Evidenz? – Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung

10.2.1 Evidenz zur Arbeit nach ACT in der Ergotherapie

10.2.2 Evidenz zur Arbeit nach ACT in der Kunsttherapie

10.3 Wie sieht die Behandlung nach ACT in der Ergotherapie und Kunsttherapie aus? – Klinische Beispiele und Übungen

10.3.1 Arbeit mit ACT in der Ergotherapie

10.3.2 Arbeit mit ACT in der Kunsttherapie

10.4 Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

10.4.1 Das weiße Blatt als Barriere oder »Ich konnte noch nie malen«

10.4.2 Die Gruppenkonstellation

10.4.3 »Ergo-/Kunsttherapie – ist das die Bastelstunde?«

10.4.4 Der Kampf mit den eigenen Monstern oder der Weg zu mehr Flexibilität im Klinikalltag

10.5 Was ist das Wichtigste für den klinischen Alltag? – Fazit und Ausblick

Literatur

11 Anwendung der ACT-Prinzipien in der Physiotherapie: Das ACTivePhysio-Modell

Graciela Rovner

11.1 Wozu die Anwendung der ACT-Prinzipien in der Physiotherapie – Einführung

11.1.1 Warum ist es für Physiotherapeutinnen und -therapeuten wichtig, verhaltenstherapeutische Prinzipien zu verstehen? Ein Fallbeispiel für chronische Schmerzen

11.1.2 Prozessbasierte Physiotherapie mit ACT

11.1.3 Was macht es hilfreich für Physiotherapeutinnen und -therapeuten nach ACT bzw. mit ACTivePhysio zu arbeiten?

11.2 Was wissen wir zur Evidenz? – Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung

11.2.1 Die Herausforderungen

11.2.2 Physiotherapie und ACT

11.3 Wie sieht das Vorgehen nach der ACT und mit dem ACTivePhysio-Modell in der Physiotherapie aus – klinische Beispiele und Übungen

11.3.1 Einschätzung der Schmerzakzeptanz-Muster (Navigationsstile) – eine patientenzentrierte zweistufige Bewertung

11.3.2 Die drei Säulen des ACT-Triflex-Modells

11.3.3 ACTiveBODY: das physiotherapeutische Instrument zum Embodiment der drei Säulen des Triflex

11.3.4 Fallbeispiele aus der klinischen Praxis

11.4 Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

11.5 Was ist das Wichtigste für den klinischen Alltag? – Fazit und Ausblick

Literatur

12 ACT in der Tanz- und Bewegungstherapie

Cornelia Hörmann

12.1 Wozu die Arbeit mit ACT in der Tanz- und Bewegungstherapie? – Einführung

12.1.1 Was ist Tanztherapie?

12.1.2 Tanztherapie und ACT

12.2 Was wissen wir zur Evidenz? – Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung

12.3 Wie sieht die Behandlung aus? – Praktische Umsetzung

12.3.1 Flexibilität

12.3.2 Hier und Jetzt – Achtsamkeit

12.3.3 Selbst-als-Kontext, Kognitive Defusion und Akzeptanz

12.3.4 Werte

12.3.5 Engagiertes Handeln

12.4 Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

12.5 Das Wichtigste für den klinischen Alltag – Fazit und Ausblick

Literatur

13 Team- und Fallbesprechungen ACTisch gestalten

Katrin Schudel und Sari Multamäki

13.1 Wozu die Arbeit mit ACT in Team- und Fallbesprechungen? – Einführung

13.1.1 Besonderheiten von Fall- und Teambesprechungen nach ACT

13.1.2 Inhalte der Fall- bzw. Teambesprechung nach ACT

13.2 Wie sieht die Gestaltung von Team- und Fallbesprechungen mit der ACT aus? – Beispiele und Erfahrungsberichte

13.2.1 Abteilung 1: Fallbesprechungen in multiprofessionellen Teams mittels der ACT- Matrix

13.2.2 Abteilung 2: Fallbesprechung in multiprofessionellen Teams mit Hilfe des Hexaflex

13.3 Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

13.4 Was ist das Wichtigste für den klinischen Alltag – Fazit und Ausblick

Literatur

14 Die Arbeit mit ACT in der Supervision von klinischen Teams

Nina Romanczuk-Seiferth

14.1 Wozu die Arbeit mit ACT in der Supervision von klinischen Teams? – Einführung

14.2 Was wissen wir zur Evidenz? – Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung

14.3 Wie kann ACT zum Verständnis der Prozesse in der Supervision von klinischen Teams beitragen?

14.3.1 Die besonderen Herausforderungen des Einsatzes der ACT in der Supervision in klinischen Teams

14.3.2 Das Supervisionsmodell SHAPE

14.4 Wie sieht die Supervision von klinischen Teams mit ACT aus? – Praktische Hinweise und Übungen

14.4.1 Grundhaltungen und -fertigkeiten der Supervisorin oder des Supervisors in der Supervision nach der ACT

14.4.2 Die Supervision mit ACT-Perspektiven und -Kompetenzen anreichern

14.4.3 Anregungen zur Verwendung von ACT-Elementen und -Methoden in der Supervision

14.5 Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

14.6 Was ist das Wichtigste für die supervisorische Praxis? – Fazit und Ausblick

Literatur

Teil III – ACT mit verschiedenen Menschen und Zielgruppen im Kliniksetting

ACT als transdiagnostischer Ansatz in der Anwendung auf spezifische Zielgruppen

Nina Romanczuk-Seiferth, Albert Diefenbacher und Ronald Burian

Literatur

15 ACT bei Depressionen und Burnout

Susan Gruber und Michael Waadt

15.1 Wozu die Arbeit mit ACT bei Depressionen? – Einführung

15.2 Was wissen wir zur Evidenz? Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung

15.3 Wie kann ACT zur Erklärung von Depressionen beitragen? – Ein prototypisches Störungsmodell bzw. Fallkonzept

15.4 Wie sieht die Behandlung aus? – Klinische Beispiele und Übungen

15.4.1 Achtsamkeitsbasierte Prozesse: Akzeptanz, Defusion, Gegenwärtiger Moment und Selbst-als-Kontext

15.4.2 Prozesse für Verhaltensänderung: Werte und Engagiertes Handeln

15.4.3 Kreative Hoffnungslosigkeit als zentraler Prozess der Arbeit mit ACT bei Depressionen

15.5 Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

15.6 Was ist das Wichtigste für den klinischen Alltag – Fazit und Ausblick

Literatur

16 ACT bei psychotischen Störungen

Kerem Böge, Emre Ergen und Eric Hahn

16.1 Wozu die Arbeit mit ACT bei psychotischen Störungen? – Einführung

16.2 Was wissen wir zur Evidenz? – Studien zu achtsamkeitsbasierten Therapien und ACT für psychotische Störungen

16.3 Wie kann ACT zur Erklärung von psychotischen Störungen beitragen? – Theoretische Konzeptualisierung und ein Beispiel

16.4 Wie sieht die Behandlung bei psychotischen Störungen aus? – Entwicklung des manualisierten achtsamkeitsbasierten SENSE-Projekts

16.4.1 Lernen durch Erfahrungen und deren Austausch – der »Inquiry«-Prozess

16.4.2 Rahmenbedingungen und allgemeine Merkmale des Gruppenprogramms

16.4.3 Darstellung der einzelnen achtsamkeitsbezogenen Module des Gruppenprogramms

16.5 Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

16.6 Was ist das Wichtigste für den klinischen Alltag – Fazit und Ausblick

Literatur

17 ACT bei Angst- und Zwangserkrankungen

Christine Brancato und Vanya Gocheva

17.1 Wozu die Arbeit mit ACT bei Angst- und Zwangserkrankungen? – Einführung

17.2 Was wissen wir zur Evidenz? – Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung

17.3 Wie kann ACT zur Erklärung von Angst- und Zwangsstörungen beitragen? – Fallkonzeptualisierung nach ACT anhand von Fallbeispielen

17.4 Wie sieht die Behandlung von Angst- und Zwangserkrankungen aus? – Klinische Beispiele, Behandlungsideen und Übungen im stationären und tagesstationären Setting

17.4.1 Kontrolle als Problem – Therapiemotivation fördern

17.4.2 Defusion erlernen

17.4.3 Die Perspektive des Beobachter-Ichs einnehmen

17.4.4 Raum schaffen durch Akzeptanz

17.4.5 Verbunden im Hier und Jetzt

17.4.6 In Kontakt mit Werten kommen

17.4.7 Schritte in Richtung werteorientiertes Leben

17.4.8 Weitere Therapiemaßnahmen

17.4.9 Praxisrelevante Literaturempfehlungen

17.5 Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

17.6 Was ist das Wichtigste für den klinischen Alltag? – Fazit und Ausblick

Literatur

18 ACT bei chronischen Schmerzen

Graciela RovnerÜbersetzung und Bearbeitung Ronald Burian

18.1 Wozu die Arbeit mit ACT bei chronischen Schmerzen? – Einführung

18.2 Was wissen wir zur Evidenz? – Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung zu ACT in der multiprofessionellen Behandlung chronischer Schmerzen

18.3 Wie kann ACT zur Erklärung von chronischen Schmerzen beitragen? – Erfassung und Kategorisierung chronischer Schmerzen am Beispiel des »ACTiveRehab«-Modells

18.3.1 Schmerzakzeptanz als Mechanismus innerhalb der Behandlung (Mediator) und als ein Indikator für die Bedürfnisse in der Behandlung (Moderator)

18.3.2 Die Messung von Schmerzakzeptanz

18.3.3 »ACTiveAssessment«: Schmerzakzeptanz-Muster verwenden, um die individuelle Schmerzbewältigung sowie die Fähigkeit zu Verhaltensänderungen zu erfassen

18.4 Die Schmerzakzeptanz-Muster (Navigationsstile) und ihre Bedeutung für die Therapieplanung anhand klinischer Beispiele

18.4.1 Niedrige Schmerzbereitschaft und niedrige Aktivitätsbereitschaft (»Bedrohungs-Muster«)

18.4.2 Niedrige Aktivitätsbereitschaft und höhere Schmerzbereitschaft (»Ambivalenz-Muster«)

18.4.3 Hohe Aktivitätsbereitschaft und niedrige Schmerzbereitschaft (»Kampf-Muster«)

18.4.4 Hohe Aktivitätsbereitschaft und hohe Schmerzbereitschaft (»Sicherheits- und Wachstums-Muster«)

18.5 Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

18.6 Was ist das Wichtigste für den klinischen Alltag? – Fazit und Ausblick

Literatur

19 ACT bei körperlichen Belastungsstörungen und Krankheitsängsten

Annegret Dreher und Inga-Marlen Pontow

19.1 Wozu die Arbeit mit ACT bei körperlichen Belastungsstörungen und Krankheitsängsten? – Einführung

19.2 Was wissen wir zur Evidenz? – Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung zu ACT bei körperlichen Belastungsstörungen und Krankheitsängsten

19.3 Wie kann ACT zur Erklärung von körperlichen Belastungsstörungen und Krankheitsängsten beitragen? – Ein beispielhaftes Störungsmodell

19.4 Wie sieht die Behandlung mit ACT bei körperlichen Belastungsstörungen und Krankheitsängsten konkret aus? Klinische Beispiele und Übungen

19.4.1 Diagnostik und Zielklärung

19.4.2 Das Problem verstehen (individuelles Störungsmodell)

19.4.3 Typische therapeutische Arbeit nach ACT zu den sechs ACT-Kernprozessen

19.5 Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

19.6 Was ist das Wichtigste für den klinischen Alltag?

Literatur

20 ACT bei Abhängigkeitserkrankungen

Klaus Ackermann und Nina Romanczuk-Seiferth

20.1 Wozu die Arbeit mit ACT bei Abhängigkeitserkrankungen? – Einführung

20.1.1 Psychische Flexibilität und das gute Leben – ACT bei Abhängigkeitserkrankungen

20.1.2 Der besondere Nutzen von ACT in der stationären Rehabilitationsbehandlung von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen

20.2 Was wissen wir zur Evidenz? – Wirksamkeitsnachweise zu ACT bei Abhängigkeitserkrankungen

20.3 Wie kann ACT zur Erklärung von Abhängigkeitserkrankungen beitragen und wie sieht die Behandlung aus? – Das Modell der psychischen Flexibilität und Interventionsaspekte

20.3.1 Werteorientierung statt Konsum- bzw. Abstinenzorientierung

20.3.2 Engagiertes Handeln anstelle von Suchtverhalten, Rückzug und Untätigkeit

20.3.3 Belastendes Erleben akzeptieren statt Erlebensvermeidung durch Konsum

20.3.4 Von der Fusion mit suchtbezogenen sprachlich-symbolischen Inhalten zur Defusion

20.3.5 Facetten eines flexiblen Selbst anstelle von Selbstentfremdung

20.3.6 Fähigkeit zur Gegenwartspräsenz anstelle von Zukunftsangst und Verstrickung in Vergangenes

20.4 Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

20.5 Was ist das Wichtigste für den klinischen Alltag – Fazit und Ausblick

Literatur

21 ACT zur Veränderung von maladaptiven Persönlichkeitsmerkmalen und Verhaltensmustern

Nina Romanczuk-Seiferth und Ralf Steinkopff

21.1 Wozu die Arbeit mit ACT zur Veränderung von maladaptiven Persönlichkeitsmerkmalen und Verhaltensmustern? – Einführung

21.1.1 ACT zur Veränderung von maladaptiven Persönlichkeitsmerkmalen und Verhaltensmustern, geht das?

21.1.2 Einführung in die Funktional-Analytische Psychotherapie (FAP)

21.2 Was wissen wir zur Evidenz? – Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung

21.2.1 Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung zur Arbeit mit ACT bei maladaptiven Persönlichkeitsmerkmalen und Verhaltensmustern

21.2.2 Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung zur Wirkung der Funktional-Analytischen Psychotherapie (FAP)

21.3 Wie kann ACT bzw. FAP zur Erklärung von maladaptiven Persönlichkeitsmerkmalen und Verhaltensmustern beitragen? – Einige Fallbeispiele

21.3.2 Was führt die Patientinnen und Patienten aus unserem Fallbeispiel in die Behandlung? – eine ACT-Perspektive

21.3.3 Was führt die Patientinnen und Patienten aus unserem Fallbeispiel in die Behandlung? – Ergänzungen aus der FAP-Perspektive

21.4 Wie sieht die Behandlung mit ACT bzw. FAP bei maladaptiven Persönlichkeitsmerkmalen und Verhaltensmustern aus? – Umsetzung im Stationsalltag

21.4.1 Anwendung von ACT im stationären und teilstationären Setting

21.4.2 Anwendung von Funktional-Analytischer Psychotherapie (FAP) im stationären und teilstationären Setting

21.5 Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

21.6 Was ist das Wichtigste für den klinischen Alltag – Fazit und Ausblick

Literatur

22 ACT in der Gerontopsychiatrie

Stefan Wagler und Nicole Bührsch

22.1 Wozu die Arbeit mit ACT bei Älteren? – Einführung

22.1.1 Psychische Gesundheit im Alter

22.1.2 Der Mehrwert von ACT in der Behandlung Älterer

22.2 Was wissen wir zur Evidenz? – Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung

22.3 Wie kann ACT zur Erklärung und Behandlung von psychischen Erkrankungen im Alter beitragen? –Prototypische Fallkonzepte

22.3.1 Das SOK-Modell mit der ACT-Brille

22.4 Wie sieht die Behandlung aus? – Konkrete Empfehlungen und Übungen

22.4.1 Metaphern und Sprichwörter

22.4.2 Lebensrückblicksinterventionen im Kontext von ACT

22.5 Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

22.6 Was ist das Wichtigste für den klinischen Alltag – Fazit und Ausblick

Literatur

23 ACT mit Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen

Alexander Brümmerhoff und Nina Romanczuk-Seiferth

23.1 Wozu die Arbeit mit ACT bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen? – Einführung

23.1.1 Der Umgang mit unangenehmen Gedanken und Gefühlen

23.1.2 Eignung der Arbeit mit ACT bezogen auf das Alter der Kinder und Jugendlichen sowie das Behandlungssetting einer Klinik

23.2 Was wissen wir zur Evidenz? – Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung

23.3 Wie kann ACT zur Erklärung von psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen beitragen? – Beispiel externalisierende Verhaltensstörungen

23.4 Wie sieht die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit ACT im klinischen Rahmen aus? – Klinische Beispiele und Übungen

23.4.1 Die Einbindung des gesamten Behandlungsteams im stationären und teilstationären Rahmen

23.4.2 Beispielhafte gruppentherapeutische Übung zur Vermittlung ACT-spezifischer Kernprozesse bei Kindern und Jugendlichen

23.5 Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

23.6 Was ist das Wichtigste für den klinischen Alltag? – Fazit und Ausblick

Literatur

24 ACT im psychiatrisch-psychotherapeutischen Konsiliardienst bei Menschen mit körperlichen Erkrankungen

Maike Wolf und Albert Diefenbacher

24.1 Wozu die Arbeit mit ACT im Konsiliardienst? – Einführung

24.1.1 Was ist Konsiliar- Liaison-Psychiatrie?

24.1.2 Die psychische Verarbeitung körperlicher Erkrankungen

24.1.3 Körperliche Krankheit und psychische Komorbidität

24.2 Was wissen wir zur Evidenz? – Empirische Daten und Stand der klinischen Forschung

24.2.1 Psychotherapie im Allgemeinen im Konsiliar-Liaison-Dienst

24.2.2 ACT im Konsiliar-Liaison-Dienst

24.3 Wie kann ACT zur Arbeit im Konsiliardienst beitragen? – Alltägliche konsiliarpsychiatrische Fälle aus der Praxis

24.4 Wie sieht die Anwendung von ACT im Konsiliar-Liaison-Dienst aus? – Perspektiven aus der Praxis und Fallbeispiele

24.5 Worauf ist zu achten? – Fußangeln und Fallstricke

24.6 Was ist das Wichtigste für den klinischen Alltag – Fazit und Ausblick

Literatur

 

 

 

Onlinematerialien

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Teil I   –   ACT – eine Verhaltenstherapie der dritten Welle für Kliniksettings adaptieren

Einführung, Adaptierung und Implementierung von ACT im voll- oder teilstationären Kliniksetting

Nina Romanczuk-Seiferth, Albert Diefenbacher und Ronald Burian

Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) ist ein modernes psychotherapeutisches Verfahren, welches auf Basis jahrzehntelanger Forschung im Bereich der kontextuellen Verhaltenswissenschaften von Steven Hayes und anderen Kolleginnen und Kollegen (Hayes et al. 1999) entwickelt wurde. Übergeordnetes Ziel ist es, therapeutische Interventionen gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten so zu nutzen, dass mehr psychologische Flexibilität entsteht, die es Menschen in Belastungssituationen erlaubt, an die jeweilige Situation zu adaptieren bzw. mit dieser anders als bisher umzugehen. Hierzu steht die Förderung von Akzeptanz- und Achtsamkeitsprozessen, Werteorientierung sowie Verhaltensänderungsprozessen im Fokus der ACT.

Die ACT als psychotherapeutischer Ansatz wird zumeist der sogenannten »dritten Welle« der Verhaltenstherapie zugerechnet. Verhaltenstherapeutische Methoden »erster Welle« umfassen dabei klassisch behaviorale Ansätze, die vorwiegend auf die Modifikation von Verhalten mit psychologischen Mitteln abzielen. Als Methoden der kognitiven Wende oder der »zweiten Welle« werden solche bezeichnet, welche psychische Erkrankungen zudem durch die Veränderungen von kognitiven Inhalten, wie Gedanken, anstreben. Aktuelle Weiterentwicklungen der Verhaltenstherapie, die zudem emotionale, soziale sowie motivationale Prozesse in die psychotherapeutische Behandlung psychischer Erkrankungen einbeziehen, werden unter dem Begriff der Methoden »dritter Welle« subsumiert. Hierzu zählen einige Methoden, die auf ähnliche Konzepte wie die ACT und deren psychotherapeutische Anwendung, wie z. B. das der Achtsamkeit, zurückgreifen. Beispielhaft genannt sei hier die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT; Linehan 1993) für die Behandlung von Menschen mit sogenannter Borderline-Persönlichkeitsstörung. Vereinzelt wird diskutiert, ob beispielsweise achtsamkeitsbasierte Verfahren der »dritten Welle« überhaupt als eigenständige »Welle« abzugrenzen sind, oder nicht eher als eine Erweiterung der klassischen kognitiven Verhaltenstherapie zu begreifen sind (z. B. Hofmann und Asmundson 2008). Ein zentraler Hauptunterschied zwischen der KVT der »zweiten Welle« und ACT wird jedoch deutlich, wenn wir beispielsweise den Behandlungsfokus im Zusammenhang mit Gedanken betrachten, welche als belastendend oder problematisch erlebt oder als »dysfunktional« eingeordnet werden. Während bei der KVT die kognitive Einsicht und eine inhaltliche Veränderung von Gedanken und Glaubenssätzen eine zentrale Rolle spielen, stellt die ACT eine erfahrungsfokussierte Methode dar, welche in diesem Beispiel das Verhältnis zu den eigenen Gedanken und den Umgang mit ihnen als relevant und daher im Vordergrund der Behandlung sieht.

Die ACT basiert in ihren philosophischen Grundlagen auf dem sogenannten Funktionalen Kontextualismus (siehe z. B. Gifford und Hayes 1999) und ist als therapeutischer Ansatz aus den kontextuellen Verhaltenswissenschaften heraus entstanden. Hier besonders auf Basis der sogenannten Bezugsrahmentheorie (https://contextualscience.org/what_is_rft, Zugriff am 20.08.2020). Die ACT ist entsprechend tief wissenschaftlich verwurzelt und gilt als die am stärksten evidenzbasierte Therapieform der dritten Welle (Hayes et al. 2005). Inzwischen existieren umfassende Studien zur Wirksamkeit von ACT bei Menschen mit verschiedenen psychischen Erkrankungen sowie bei anderen Zielgruppen (https://contextualscience.org/state_of_the_act_evidence, Zugriff am 20.08.2020).

Die ACT bietet sich gleichzeitig ganz besonders für eine Verwendung in stationären oder teilstationären Behandlungskontexten an: sie stellt ein transdiagnostisches Ätiologie- und Behandlungsmodell dar und ist daher auch auf sehr heterogene Zielgruppen und in der klinischen Alltagsversorgung anwendbar (z. B. Pleger et al. 2018). Die ACT umfasst zudem ein breites, flexibel handhabbares und primär auf die Förderung von Kernkompetenzen fokussiertes Methodenspektrum, was sich daher gut für eine teamweite oder -übergreifende Anwendung in multiprofessionellen Behandlungskontexten eignet. Ganz besonders relevant ist aber, dass die Arbeit mit der ACT in Kliniksettings auch die Chance auf einen Wechsel der Perspektive auf psychische Erkrankungen und deren Therapie birgt: in institutionellen Settings herrscht häufig eine eher defizit- bzw. symptom-fokussierte Sicht auf die Patientinnen und Patienten vor, entsprechend ist das Ziel der Behandlung die Beseitigung oder Linderung der Symptome einer Erkrankung. Die ACT hingegen legt den Fokus darauf, dass alle Menschen gleichermaßen von der Förderung jener Kernkompetenzen profitieren können, die mehr psychische Flexibilität im Umgang mit unterschiedlichsten Situationen ermöglichen, und so letztlich ein wertorientiertes Leben erlauben.

Ein weiterer Aspekt, der für die Implementierung von ACT spricht, ist, dass die Arbeit in Kliniksettings in der Regel durch eine hohe Arbeitsbelastung für das Behandlungsteam gekennzeichnet ist (z. B. Drupp und Meyer 2019). Studien konnten zeigen, dass die Förderung psychischer Flexibilität am Arbeitsplatz unter anderem dazu beiträgt, das Wohlbefinden des Personals zu steigern (vgl. Flaxman et al. 2013). ACT-basierte Behandlungsansätze für Patientinnen und Patienten kommen daher indirekt auch dem Gesundheitsfachpersonal zugute ( Kap. 14).

Die ACT zeichnet sich also sowohl durch eine starke empirische Befundlage als auch durch Grundprinzipien aus, die insbesondere in Kliniksettings einen vielversprechenden Perspektivwechsel in der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit sich bringen können. Entsprechend werden ACT-basierte therapeutische Konzepte zunehmend im Bereich der Versorgung psychischer Erkrankungen angewandt und auch für die Angebote in psychiatrischen Krankenhäusern und Fachabteilungen adaptiert (Dambacher und Samaan 2020). Allerdings fehlt es noch an entsprechender Literatur, die den Besonderheiten dieses Behandlungssettings in der Anwendung der ACT Rechnung trägt und klinischen Teams wertvolle Hilfestellung bei der Entwicklung und Umsetzung ACT-orientierter Konzepte in Kliniksettings gibt. Dieses Buch möchte hier Abhilfe schaffen. Es richtet sich entsprechend an Personal in Gesundheitsfachberufen, welches im stationären und teilstationären Versorgungssystem arbeitet. Es beleuchtet die Anwendung der ACT in klinischen und tagesklinischen Bereichen aus verschiedenen Perspektiven und mit verschiedenen Schwerpunkten und kombiniert dabei theoretische Erläuterungen mit konkreten, praktischen Anregungen für die eigene klinische Tätigkeit.

Wir haben unser Buch zu »ACT in Klinik und Tagesklinik« in drei Teile gegliedert. In einen ersten Teil mit Beiträgen zur Einführung, Adaptierung und Implementierung der Akzeptanz- und Commitment-Therapie in Kliniksettings, einen zweiten Teil zur konkreten multiprofessionellen Arbeit mit der ACT im voll- oder teilstationären Setting sowie einen dritten Teil mit Beiträgen zur Verwendung von ACT bei verschiedenen klinischen Indikationen und Zielgruppen.

In diesem ersten Teil wird es also um eine Einführung ins Thema »ACT in Klinik und Tagesklinik« und hilfreiche Perspektiven für die Adaptierung und Implementierung der Akzeptanz- und Commitment-Therapie in multiprofessionellen voll- oder teilstationären Kliniksettings gehen. Hierzu haben wir Beiträge mit unterschiedlichen Schwerpunkten zusammengestellt. Im Detail geht es dabei um eine Einordnung der ACT im Kanon der prozessorientierten und evidenzbasierten Psychotherapien ( Kap. 1), um die Vermittlung der Grundprinzipien von ACT an klinische Teams ( Kap. 2), um die Implementierung von ACT als berufsgruppen-übergreifendes Therapiekonzept in klinischen Teams ( Kap. 3) sowie die therapeutische »InterACTion« im Klinikalltag ( Kap. 4). Viel Freude beim Lesen und Umsetzen!

 

Literatur

Dambacher C, Samaan M (2020) Akzeptanz- und Commitmenttherapie in der Gruppe. Weinheim: Beltz.

Drupp M, Meyer M (2019) Belastungen und Arbeitsbedingungen bei Pflegeberufen – Arbeitsunfähigkeitsdaten und ihre Nutzung im Rahmen eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements. In: Jacobs K, Kuhlmey A, Greß S, Klauber J, Schwinger A (Hrsg.) Pflege-Report 2019. Berlin, Heidelberg: Springer.

Flaxman PE, Bond FW, Livheim F (2013) The mindful and effective employee: An acceptance and commitment therapy training manual for improving well-being and performance. Oakland, CA, USA: New Harbinger Publications.

Gifford EV, Hayes SC (1999) Functional contextualism: A pragmatic philosophy for behavioral science. In: O’Donohue W, Kitchener R (Hrsg.) Handbook of behaviorism. San Diego: Academic Press. S. 285–327.

Hayes SC, Masuda A, Bissett R, Luoma J, Guerrero LF (2005) DBT, FAP, and ACT: How empirically oriented are the new behavior therapy technologies? Behav Ther 35(1): 35–54.

Hayes SC, Strosahl KD, Wilson KG (1999) Acceptance and commitment therapy: An experiential approach to behavior change. New York, NY, USA: Guilford Press.

Hofmann SG, Asmundson GJG (2008) Acceptance and mindfulness-based therapy: new wave or old hat? Clin Psychol Rev 28(1): 1–16.

Linehan MM (1993) Cognitive-behavioral treatment of borderline personality disorder. New York, NY, USA: Guilford Press.

Pleger M, Treppner K, Diefenbacher A, Schade C, Dambacher C, Fydrich T (2018). Effectiveness of Acceptance and Commitment Therapy compared to a combination of CBT+: Preliminary Results. Eur J Psychiatry 32(4): 159–196.

1          ACT als eine Form prozessbasierter Therapie2

Steven C. Hayes und Stefan G. Hofmann

1.1       Prozessbasierte Therapie: Wie steht die ACT dazu?

Um menschliches Leiden zu lindern und menschliches Wohlergehen zu fördern, bedarf es leistungsfähiger konzeptioneller Hilfsmittel, die die menschliche Komplexität in eine überschaubare Anzahl von Teilaspekten aufgliedern können. In der verhaltenstherapeutischen und kognitiven Tradition begann dieses Unterfangen mit der Weiterentwicklung der in Tierversuchen identifizierten Prinzipien zu idiografisch (d. h. auf den Einzelfall bezogenen) nützlichen Funktionsanalysen. Davon erhoffte man sich eine Antwort auf die zentrale klinische Frage, die der inzwischen verstorbene Gordon Paul als Erster formuliert hatte: »Welche Behandlung, von wem durchgeführt, ist für diesen Menschen mit diesem spezifischen Problem am wirksamsten, in welchem Bedingungsgefüge, und wie kommt sie zustande?« (Paul 1969, S. 44).

Dies war ein vielversprechender Beginn, war aber nicht von Dauer. Damals war die Funktionsanalyse noch eher Kunst als Wissenschaft und beruhte in erster Linie auf direkten Kontingenzprinzipien. Die Daten, die man braucht, um wichtige Veränderungsprozesse zu identifizieren und diese mit verschiedenen Therapiebausteinen in Zusammenhang zu bringen, standen weitestgehend noch nicht zur Verfügung: Messungen waren noch unausgereift und wurden nur selten erhoben, Untersuchungen zu einzelnen Therapiebausteinen waren noch unüblich. Die Datensätze waren begrenzt und die verfügbaren statistischen Methoden eigneten sich nicht zur Analyse umfangreicher Längsschnittdaten. Klinische Theorien und Modelle waren unterentwickelt und die Grundlagenwissenschaften der Genetik und Neurobiologie, der Kultur-, Emotions- und Kognitionswissenschaft, auf denen sie beruhten, boten nur begrenzte Orientierungshilfe.

Als das U. S. National Institute of Mental Health (NIMH) beschloss, sein Programm für Angewandte Forschung an die dritte Ausgabe des Diagnostic and Statistical Manual of the American Psychiatric Association (DSM-III) anzubinden, konnten auf dem Hintergrund dieser Schwachstellen Bedenken von frühen Verhaltens- und Kognitionstherapeutinnen und -therapeuten bezüglich des im DSM-III vertretenen Modells latent bestehender Krankheiten schnell ausgeräumt werden. Das an Syndromen orientierte Modell menschlichen Leidens des DSM-III setzte sich schnell durch. Die psychoanalytische Theorie als zentrales Organisationsprinzip wurde abgelöst von der Vorstellung, dass die Identifizierung von Clustern klinischer Zeichen und Symptome einen empirischen Weg eröffnen würde, die zugrunde liegenden Krankheitsprozesse zu finden, die zur Ausbildung dieser Merkmale führten. Dieser Wandel wurde weltweit spürbar, zum Teil auch deshalb, weil ein Großteil der weltweiten Finanzierung der Psychotherapieforschung vom NIMH kam.

In der psychiatrischen Nosologie ist eine psychische Störung formal definiert als »Syndrom, welches durch eine klinisch signifikante Beeinträchtigung der Kognitionen, der Emotionsregulation oder des Verhaltens einer Person charakterisiert ist, welche Ausdruck dysfunktionaler psychologischer, biologischer oder entwicklungsbezogener Prozesse sind, die der mentalen Funktionsfähigkeit zugrunde liegen« (APA 2013, S. 20). Nach dieser Definition sind Symptome Ausdruck zugrunde liegender und latenter Krankheitsbilder.

In den Jahrzehnten nach Veröffentlichung des DSM-III (1980) verfolgten Forscher im Bereich der Verhaltens- und kognitiven Therapien den Traum, eine evidenzbasierte Therapie zu etablieren, indem sie in randomisierten Studien standardisierte bzw. manualisierte Therapien für bestimmte Syndrome prüften (z. B. Thompson-Hollands et al. 2014). Es war gängige Praxis, für verschiedene psychische Störungen die Behandlung mit Psychopharmaka mit der einen oder anderen Form von kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) zu vergleichen. Kognitive und verhaltenstherapeutische Methoden schnitten relativ gut ab und entwickelten sich zur vorherrschenden Form der evidenzbasierten psychosozialen Versorgung bei einer Vielzahl von Störungen (Hofmann et al. 2012). Im Laufe der Jahrzehnte wurden diese Daten zur Erstellung von Behandlungsrichtlinien und Listen evidenzbasierter Therapien (EBT) verwendet. Diese wissenschaftlichen und politischen Errungenschaften hatten jedoch ihren Preis. Nahezu unabhängig vom Therapieerfolg war eine weitere Konsequenz die weltweit immer stärker biomedizinisch ausgerichtete Sichtweise menschlichen Leidens.

Die neue Frage, die Psychotherapieforscherinnen und -forscher zu beantworten versuchten – »Welches Verfahren ist das beste für die Symptome dieses Syndroms?« – vermochte die Bedürfnisse des Einzelnen, den jeweiligen Rahmen der therapeutischen Interventionen, die Spezifität der Vorgehensweisen, die Spezifität der Probleme und den Zusammenhang zu den Veränderungsprozessen nicht ausreichend zu erfassen. In diesem vom Kontext bereinigten Universum schnellte der Einsatz von Psychopharmaka in die Höhe und der Einsatz evidenzbasierter psychosozialer Methoden ging zurück, denn sobald Einigkeit darüber bestand, dass psychische Probleme Ausdruck einer latenten Krankheit seien, führte das Zusammenwirken von Marketinganstrengungen (beteiligter Akteure) und öffentlicher Meinung zu einer Kultur der Schlussfolgerung, dass am ehesten Medikamente eine zugrundeliegende Pathologie korrigieren könnten.

Das Fachgebiet sieht sich nach wie vor mit den theoretischen und praktischen Herausforderungen konfrontiert, die ein Ergebnis der jahrzehntelangen Vorherrschaft des DSM sind. Dadurch entwickelte sich ein eher an Techniken orientierter Ansatz – zu Lasten der Theoriebildung. Untersuchungen zu Mediatoren der Therapieergebnisse wurden zu wenig eingesetzt, und die funktionale Bedeutung von Veränderungsprozessen war oft nicht ausreichend bekannt. Die Auswahl von Behandlungsansätzen, die in Bezug auf bestimmte Modelle getestet wurden, war etwas eingeschränkt, so dass nicht auszuschließen war, dass die theoretische Evidenz durch dritte Variablen erklärbar war und dass die Behandlungsimplikationen nachgewiesener Prozesse weniger direkt sein könnten. Inwieweit philosophische Annahmen zutrafen, blieb weitgehend unerforscht oder wurde nur oberflächlich bearbeitet.

Dies änderte sich innerhalb der KVT schließlich, aus verschiedenen Gründen. Dazu gehörte das Aufkommen der sogenannten »dritten Welle« (Hayes & Hofmann 2018), die die traditionelle KVT stärker auf der Grundlage von Annahmen und Theorie in Frage stellte als nur bezüglich der reinen Therapieergebnisse. Im ersten Artikel, in dem der Begriff »dritte Welle« verwendet wurde, lag ein Hauptaugenmerk darauf, die KVT dahingehend zu ermutigen, sich mit »Fragen, Themen und Bereichen, die bisher vor allem von anderen Therapieschulen angesprochen wurden« (Hayes 2004, S. 658), zu beschäftigen, aber »aus wissenschaftlicher Sicht, mit einem Interesse an kohärenter Theorie, sorgfältig ausgewerteten Veränderungsprozessen und soliden empirischen Ergebnissen« (ebd., S. 660). Neuere Formen der KVT (z. B. Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie, dialektisch-behaviorale Therapie, metakognitive Therapie, Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT), funktional-analytische Psychotherapie usw.) betonten solche Themen wie Emotion, Achtsamkeit, Akzeptanz, Selbst/Ich-Erleben, Metakognition, Beziehung, Aufmerksamkeitsflexibilität und Werte, von denen viele stärker auf das Verhältnis eines Menschen zu seinen Erfahrungen als auf den Inhalt der Erfahrungen selbst gerichtet waren. Dieser Zuwachs an neuen Aspekten führte zu einer Überprüfung der grundlegenden Prinzipien und Annahmen innerhalb der KVT selbst.

Wenige Jahre später wechselte auch das NIMH seinen Kurs und begann, biopsychosoziale Veränderungsprozesse viel stärker in den Vordergrund zu stellen (Insel et al. 2010). Als sich die Schwächen der DSM-Nosologie zeigten, stellten breit angelegte Modelle wie die ACT oder die Unified Protocol Therapie (Barlow et al. 2004) die Notwendigkeit syndrombasierter Therapieprotokolle weiter in Frage. Wir glauben, dass die Zeit nun reif ist für die Etablierung der Prozessbasierten Therapie (PBT) und ihrer neuen Grundsatzfrage: »Welche zentralen biopsychosozialen Prozesse sollten mit dieser Klientin oder diesem Klienten3 angesichts dieses Ziels in dieser Situation anvisiert werden, und wie können sie am wirksamsten und effizientesten verändert werden?« (Hayes & Hofmann 2018, Hofmann & Hayes 2019).

Therapeutische Prozesse sind die zugrundeliegenden Veränderungsmechanismen, die zur Erreichung eines angestrebten Behandlungsziels führen. Dabei handelt es sich um eine Reihe von theoretisch begründeten, dynamischen, fortschreitenden und mehrstufigen Veränderungen, die in vorhersehbaren, empirisch ermittelten Reihenfolgen ablaufen und auf die von den Klientinnen und Klienten festgelegten erwünschten Ergebnisse ausgerichtet sind. Diese Prozesse sind in Modelle integriert, die evidenzbasierte Verfahren oder Kernprozesse spezifizieren, welche diese Prozesse adressieren können. Wir sind der Ansicht, dass ein solcher prozessbasierter Ansatz der Schlüssel für die Zukunft der evidenzbasierten Versorgung ist. Konsensbasierte Diskussionsprozesse innerhalb der KVT sind zu ähnlichen Schlussfolgerungen gekommen (Klepac et al. 2012).

Dieses Ziel ist an sich nicht neu. Die Fokussierung auf Prozess, Funktionsanalyse und individuelle Ziele war schon charakteristisch für die Anfänge der Verhaltenstherapie. Was sich geändert hat, sind die inzwischen verfeinerten Analyseinstrumente und die umfangreichere Wissensbasis, auf die man bei der neu aufgeworfenen Grundsatzfrage der evidenzbasierten Therapie nun zurückgreifen kann. Wir vertreten die Auffassung, dass PBT sich schnell zum entscheidenden Kern von KVT und EBT selbst entwickelt (Hayes & Hofmann 2018, Hofmann & Hayes 2019).

1.2       Modelle der prozessbasierten Therapie

KVT und EBT bieten eine Vielzahl von wichtigen therapeutischen Methoden und Prozessen für Klientinnen und Klienten wie Kontingenzmanagement, Stimuluskontrolle, Verhaltensausformung (shaping), Senkung des Erregungsniveaus, Aufmerksamkeitsflexibilität, Bewältigungstrategien (coping) und Emotionsregulation, Problemlösung, Verhaltensaktivierung, kognitive Flexibilität und Neubewertung, Defusion/Distanzierung, Auseinandersetzung mit inneren Glaubenssätzen, psychische Akzeptanz, Werte, Achtsamkeit, Motivationsstrategien u. ä. (Hayes & Hofmann 2018; vgl. Klepac et al. 2012). Wenn wir keine Modelle für DSM-Störungen erstellen wollen, brauchen wir eine relativ kleine Auswahl von therapeutischen Prozessen, die kohärent organisiert sind. In der Forschungsliteratur wurde für ein- bis zweihundert Konzepte und Maßnahmen festgestellt, dass sie auf ein breites Spektrum von Problembereichen anwendbar sind. Für Praktikerinnen und Praktiker ist eine so umfangreiche Liste wenig hilfreich. Stattdessen braucht es Modelle und Theorien, die Therapeutinnen und Therapeuten ihre Aufgabe vereinfachen.

Die benötigten Modelle müssen mehrere wesentliche Merkmale aufweisen (Hofmann & Hayes 2019). Im Folgenden sind die dazugehörigen Schlüsselbegriffe fett hervorgehoben, damit wir im nächsten Abschnitt ihre Anwendbarkeit auf die ACT überprüfen können.

In einer Ära der PBT müssen Modelle auf einige klar definierte philosophische Annahmen zugeschnitten sein und sich durch breite Anwendbarkeit bei verschiedensten Problemen, Zielen, Settings, Anwendungsformaten und Kulturen auszeichnen. Die im Modell erfassten Prozesse müssen Schlüsseldimensionen menschlicher Erfahrung berücksichtigen, darunter Kognition, Emotion, Aufmerksamkeit, Selbst, Motivation und Verhalten. Im Idealfall konzentrieren sie sich nicht nur auf die Beseitigung von Problemen, sondern auch auf die Herstellung von Gesundheit.

Die Psychologie ist eingebettet in andere Analyseebenen – in Physiologie, Genetik, soziale Prozesse und Kultur –, und auf der psychologischen Analyseebene sollten die Modelle an keiner Stelle fundierten Forschungsergebnissen auf anderen Analyseebenen widersprechen. Da die Psychotherapieforschung zu den angewandten Wissenschaften zählt, müssen psychologische Konzepte veränderbar sein und so gut mit dem Kontext verknüpft, dass sie klinisch Tätigen eine Orientierungshilfe bieten, um die veränderlichen Merkmale von aktueller Situation und Vorgeschichte aufzudecken, die zur Erreichung von Fortschritten in der Therapie genutzt werden können. Für die in einem Modell festgelegten Prozesse muss regelmäßig ihre Wirkung als Mediatoren und Moderatoren der Therapieergebnisse in einem weiten Anwendungsbereich nachgewiesen werden. Die Relevanz dieser Prozesse für die Erreichung der Therapieziele der Klientinnen und Klienten sollte in naturalistischen Längsschnittstudien nachgewiesen werden, und nicht nur durch übliche Therapieforschung. Da die angewandte Wissenschaft im zeitlichen Verlauf keine Fortschritte macht, wenn sie nicht mit einer lebendigen Grundlagenwissenschaft verknüpft ist, müssen im Laufe der Zeit alle Schlüsselkonzepte mit empirischen Untersuchungen von hoher Präzision und großer Bandbreite im Versuchslabor verbunden werden.

Modelle müssen Prozesse ausreichend priorisieren, um klare Handlungsempfehlungen für den Einsatz evidenzbasierter therapeutischer Kernmethoden zu liefern – mit anderen Worten, sie müssen Richtlinien für die Fallkonzeption und Funktionsanalyse liefern. Das Testen der Therapiebausteine und Kernprozesse selbst sollte umfangreich sein und sich als theoretisch kohärent erweisen, wobei wir es befürworten würden, über die typischen (»Markenzeichen«-)Techniken hinaus auch andere einzusetzen, sofern sie zum Modell passen. Um ein Beispiel aus der ACT und der traditionellen KVT zu nennen: angenommen, die kognitive Defusion ist ein positives Prozessziel und es hat sich beispielsweise gezeigt, dass kognitive Neubewertung dazu beiträgt, die Fähigkeit zur Defusion zu entwickeln, dann sollte es für ACT-Anwenderinnen und -Anwender nicht »gegen die Regeln« verstoßen, diese Methode als Mittel zur Veränderung des kognitiven Aspekts psychischer Flexibilität einzusetzen. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass ein Ansatz, der rein technisch definiert ist und keinen Bezug zu einer Reihe von überprüfbaren Veränderungsprozessen aufweist, keine Form von PBT sein kann. Wenn es jedoch bei bestimmten Vorgehensweisen Inkompatibilitäten aufgrund mangelnder Passung mit dem Modell gibt, sollten auch diese klar benannt sein – d. h. die Modelle sollten Regeln sowohl im Sinne von Empfehlungen als auch von Ausschlüssen (im Sinne von Do’s and Dont‘s) beinhalten.

Konzepte müssen nachweislich auf der Ebene des Einzelnen (Klientin/Klient) und nicht nur einer Gruppe anwendbar sein. Ebenso müssen sowohl Prozesse als auch Messsysteme idiografisch, d. h. auf Einzelfallniveau auf ihre Eignung geprüft worden sein. Dies bedeutet, dass es Belege für ihren Nutzen in der Behandlung geben sollte, also dafür, dass die kohärente Ausrichtung bestimmter Prozesse innerhalb des Modells zu besseren Ergebnissen führt als wenn eine solche Kohärenz nicht gegeben ist.

Modelle müssen verschiedene weitere Faktoren berücksichtigen: die Rolle der therapeutischen Beziehung, die Gestaltung des Settings, den kulturellen Hintergrund und die Wirkung bei verschiedenen Formaten des Behandlungsangebots (z. B. online). Schließlich haben wir noch die Argumentation eingeführt, dass die Dimensionen und Ebenen, mit denen sich das Modell befasst, in einer Weise zu berücksichtigen sind, die die Schlüsseldimensionen dessen, wie sich Systeme entwickeln – ausgiebige Variation, Auswahl und Bewahrung im Kontext – fördert. Oder in Begriffen ausgedrückt, die im therapeutischen Kontext geläufiger sind: In jedem Bereich ist es wichtig zu wissen, wie man Veränderungen herbeiführt, ihre Funktion bewertet und fördert, Gewohnheiten durch Übung und Integration größerer Handlungsmuster entwickelt und dabei sicherstellt, dass Veränderungen in das Leben der Klientinnen und Klienten passen und nachhaltig sind.

In dem Maße, in dem diese Merkmale vorliegen, ist ein Modell dafür geeignet, anzuzeigen, wie man PBT gestaltet. Ein solches Modell umfasst nicht nur die technischen Therapievorgaben an sich, sondern die Therapiebausteine müssen so eingesetzt und bewertet werden können, dass sie den Zielen, Stärken und der Kultur der Einzelnen oder des Einzelnen in seinem Leben, so wie es verläuft, jederzeit gerecht werden.

Wenn sich die klinische Wissenschaft in diese Richtung bewegt, dürfte es zu einem Rückgang von spezifischen Therapien kommen, die durch eine Reihe von Techniken definiert sind, zu einem Rückgang der breit angelegten Therapieschulen, zu einem Anstieg überprüfbarer Modelle, zu einem Anstieg der Untersuchungen zu mediierenden und moderierenden Faktoren, zur Entstehung neuer diagnostischer Verfahren auf Grundlage von Funktionsanalysen, zu einem Wechsel von nomothetischen zu idiographischen Ansätzen sowie zu einer Ausrichtung auf Prozesse, die modifizierbare Elemente spezifizieren. Diese Veränderungen könnten verschiedene Therapierichtungen, Settings und sogar Kulturen integrieren oder überbrücken.

1.3       Die Zukunft der ACT als einer Form von PBT

Wir haben sehr hohe Maßstäbe angelegt, welche Modelle von PBT erfüllen müssen. Wenn mehrere Modelle dies leisten können, ist es höchst sinnvoll, sie miteinander zu vergleichen und die zugrunde liegenden Modelle im Laufe der Zeit auf Grundlage dessen, inwieweit sie die oben genannten Kriterien erfüllen, zu modifizieren.

Dies ist nicht der geeignete Moment, um zu überprüfen, wie die ACT alle oben genannten Aspekte angehen könnte, und es würde an dieser Stelle auch den Rahmen sprengen. Da das vorliegende Buch jedoch die ACT behandelt, bietet sich ein kurzer Überblick darüber an, wie man auf diese Aspekte eingehen könnte. Ausgehend von den oben in Fettdruck hervorgehobenen Begriffen werden wir jeden der genannten Aspekte kurz beleuchten. Dies wollen wir in erster Linie deskriptiv und sachlich tun, ohne die Qualität der vorhandenen Evidenz zu bewerten, da es uns hier nicht darum geht, Schlussfolgerungen über ACT als eine Form von PBT zu ziehen. Vielmehr wollen wir denjenigen Leserinnen und Lesern eine grobe Orientierungshilfe bieten, die sich für die Schnittstelle zwischen Bereichen der aktuellen und zukünftigen Forschung und Praxis interessieren, die wichtig sind, damit diese Einschätzung erfolgen kann. Wir werden die verschiedenen Bereiche nacheinander kurz betrachten.

Philosophische Annahmen: ACT basiert auf funktionalem Kontextualismus. Dies wurde in mehreren Artikeln und Büchern beschrieben, so dass der Bedarf hierfür dem Anschein nach ernst genommen wurde (siehe z. B. Zettle et al. 2016).

Breite Anwendbarkeit: Es gibt etwa 250 randomisierte kontrollierte Studien zur ACT, und dies in einem sehr breiten Spektrum an Gebieten, darunter psychische Gesundheit, Drogenkonsum/Substanzmissbrauch, Gesundheitsverhalten, sozialer und Freizeitbereich (www.bit.ly/ACTRCTs, Zugriff am 13.10.2020).

Die wichtigsten Dimensionen menschlicher Erfahrung werden berücksichtigt: Jeder der sechs Prozesse psychischer Flexibilität bezieht sich auf eine Schlüsseldimension: Defusion (Kognition), Akzeptanz (Emotion), Jetzt (Aufmerksamkeit), Selbst-als-Kontext (Selbst), Werte (Motivation) und engagiertes Handeln (Verhalten). Festzustellen, ob dies in angemessener Weise geschieht, würde den Rahmen dieses Kapitels sprengen.

Gesundheit herstellen: Im ursprünglichen ACT-Buch (Hayes et al. 1999) steht dazu: »Der ACT-Ansatz folgt einem Gesundheits-, nicht einem Krankheitsmodell« (S. 79). ACT-Studien haben sich regelmäßig auch mit Themen beschäftigt, die nicht »Probleme« sind, wie z. B. Sport, Arbeitseffizienz, Wohlergehen, Lebensqualität, Bewegung usw. (siehe www.bit.ly/ACTRCTs, Zugriff am 13.10.2020).

Analyseebenen: Es gibt nur wenige Untersuchungen, die die ACT mit neurobiologischen Reaktionen sowie der Genetik in Zusammenhang bringen. Es gibt zwar mehr Untersuchungen zu den Zusammenhängen zwischen Flexibilitätsprozessen und sozialen und kulturellen Aspekten, aber es werden eindeutig noch mehr benötigt.

Veränderbar: Alle sechs Flexibilitätsprozesse haben sich als modifizierbar erwiesen (Zettle et al. 2016), aber wir müssen noch mehr darüber herausfinden, warum Menschen unflexible Reaktionsmuster entwickeln.

Mediatoren und Moderatoren: In mehr als 50 Untersuchungen wurde Mediation oder Moderation durch Flexibilitätsprozesse in den verschiedensten Bereichen gefunden (siehe www.bit.ly/ACTmediators, Zugriff am 13.10.2020). Eine kleinere Anzahl von Untersuchungen konnte dies für KVT oder andere Methoden belegen (z. B. Arch et al. 2012).

Naturalistische Längsschnittstudien: Naturalistische Längsschnittstudien über mehrere Jahre haben die Rolle psychischer Flexibilität unabhängig von therapeutischen Interventionen untersucht (z. B. Spinhoven et al. 2014).

Grundlagenforschung: Die Untersuchungen zur Bezugsrahmentheorie (engl. Relational Frame Theory, RFT), die sich auf ACT-Konzepte beziehen, fallen in diese Kategorie (Zettle et al. 2016). Labortests für zentrale Flexibilitätskonzepte bieten auch hochpräzise, sehr umfangreiche Testmöglichkeiten.

Testen von Therapiebausteinen und Kernprozessen: Metaanalysen existieren für die in der ACT angewandten Kernprozesse sowie dafür, ob sie durch bestimmte Prozesse wirken (z. B. Levin et al. 2012).

Funktionsanalyse: Die Flexibilitätsprozesse in ihrer Gesamtheit wurden als eine Art der Funktionsanalyse vorgeschlagen, aber formale Vergleichstests dieser Nutzung des Modells sind begrenzt.

Jenseits von »Markenzeichen«-Techniken: Das ursprüngliche ACT-Buch (Hayes et al. 1999) lehnte eine rein technische Sichtweise von ACT ab. In einem Abschnitt darüber, warum die Ebene der Techniken nicht ausreicht, um Therapieerfolge zu erzielen, wollen die Autoren »ACT-Therapeuten ermutigen, Techniken hinzuzufügen« (S. 15), und merken an, dass »der erfolgreiche ACT-Therapeut die ACT in einer Weise durchführen muss, die mit deren Theorie und Philosophie im Einklag steht, nicht in einer Weise, die mechanistisch mit ihren Verfahren an sich übereinstimmt« (S. 16).

Regeln sowohl im Sinne von Empfehlungen und Ausschlüssen (bestimmter Vorgehensweisen): Von gemischten Botschaften wurde abgeraten (z. B. wird den Therapeuten nahegelegt, nicht gleichzeitig Akzeptanz und emotionale Kontrolle als Rational einer Exposition im Rahmen der ACT anzuführen), aber es gibt nur begrenzte formale Prüfungen dieser einschränkenden Bedenken.

Idiografische Belege: Zeitreihendesigns und Erfahrungsstudien wurden mit einiger Regelmäßigkeit in der ACT-Forschung verwendet.

Belege für den Nutzen in der Behandlung: Es gibt einige Forschungsarbeiten in diesem Bereich, die dafürsprechen (z. B. Levin et al. 2019), aber es werden noch mehr benötigt.

Weitere Faktoren: ACT-Forschung gibt es in allen zuvor genannten Bereichen (Zettle et al. 2016).

Zusammenhang mit der Entwicklung von Systemen: Die Konzepte von ACT und Bezugsrahmentheorie wurden mit evolutionären Prinzipien verknüpft (eine Übersicht findet sich in Wilson & Hayes 2018).

1.4       Angenommen, PBT gehörte die Zukunft: Was würde das bedeuten?

Wenn wir mit unserer Einschätzung richtig liegen, neigt sich die Ära der auf Syndrome zugeschnittenen Therapierichtlinien dem Ende zu und PBT wird allmählich zur allgemein anerkannten Vision von EBT. Das vorliegende Buch konzentriert sich auf die ACT, und die Botschaft an die ACT-Gemeinschaft scheint klar: Wenn PBT die Zukunft gehört, müssen ACT-Forscherinnen und -Forscher sowie Praktikerinnen und Praktiker die ACT als einen prozessbasierten Ansatz betrachten, der auf dem Modell psychischer Flexibilität basiert und nicht auf einer Richtlinie oder einer spezifischen Zusammenstellung technischer Methoden. Das ist für die ACT-Community keine neue Idee (Hayes et al. 1999), aber es definiert die »ACT« als ein funktionelles Etikett für therapeutische Methoden, die eng mit dem Modell der psychischen Flexibilität verbunden sind. Dies bedeutet, dass in der Forschung und Ausbildung zur ACT das Hauptaugenmerk auf Prozesse zu richten ist und Studien so konzipiert werden, dass sie sich noch stärker auf die therapeutischen Prozesse konzentrieren, die sich auf individueller Ebene identifizieren lassen und die etwas bewirken, wenn sie verändert werden, und dies unabhängig von der jeweils angewandten, spezifischen Technik.

 

Literatur

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Hayes SC (2004) Acceptance and Commitment Therapy, Relational Frame Theory, and the third wave of behavioral and cognitive therapies. Behav Ther 35: 639–665.

Hayes SC, Hofmann SG (Hrsg.) (2018) Process-based CBT: The science and core clinical competencies of cognitive behavioral therapy. Oakland, CA: New Harbinger.

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Levin ME, Hildebrandt MJ, Lillis J, Hayes SC (2012). The impact of treatment components suggested by the psychological flexibility model: A meta-analysis of laboratory-based component studies. Behav Ther 43: 741–756.

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Spinhoven P, Drost J, de Rooij M, van Hemert AM, Penninx BW (2014) A longitudinal study of experiential avoidance in emotional disorders. Behav Ther 45: 840–850.

Thompson-Hollands J, Sauer-Zavala S, Barlow DH (2014) CBT and the future of personalized treatment: A proposal. Depress Anxiety 31: 909–911.

Wilson DS, Hayes SC (Hrsg.) (2018) Evolution and contextual behavioral science: An integrated framework for understanding, predicting, and influencing human behavior. Oakland, CA: Context Press/ New Harbinger Publications.

Zettle RD, Hayes SC, Barnes-Holmes D, Biglan T (Hrsg.) (2016) The Wiley Handbook of Contextual Behavioral Science. Chichester, UK: Wiley-Blackwell.

2     Dieses Kapitel wurde eigens für dieses Buch in englischer Sprache verfasst, sachgerecht von Sabine Budnick ins Deutsche übersetzt und von Prof. Dr. Nina Romanczuk-Seiferth fachlich redigiert.

3     Entsprechend dem englischen Originaltext werden in diesem Kapitel Klientin bzw. Klient verwendet. Dies ist hier synonym zu sehen zu dem aufgrund der Fokussierung auf Kliniksettings in folgenden Kapiteln verwendeten Patientin bzw. Patient.

2          ACT-Basics – was Klinik-Teams wissen sollten

Marie Christine Dekoj und Mareile Rahming

2.1       ACT als therapeutisches Konzept einführen und die Grundlagen vermitteln – Einführung

Um in einem Klinikteam nach der Akzeptanz- und Commitment-Therapie arbeiten zu können – ob als Pflegekraft, Therapeutin oder Therapeut oder Ärztin oder Arzt – muss man nicht viele Bücher gelesen, viele Workshops besucht und zehn Jahre oder mehr praktische Erfahrung mit der Anwendung haben. Mit ACT zu arbeiten heißt vor allem, aus der Haltung von ACT heraus zu arbeiten und ein paar grundlegende Konzepte des Ansatzes verstanden zu haben, d. h. Orientierung zu haben. Haltung entsteht mit Orientierung und mit Erfahrung. Die Orientierung stellen wir hier vor – die Erfahrungen werden in der Praxis gesammelt.