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"Alles begann an einem lauwarmen Herbsttag. Alex begleitete uns bei einem Tierparkbesuch. Wir nahmen ihn mit, weil Nicola hoffte, irgendwann einmal die Freundin von Alex kennen lernen zu dürfen. Sie war felsenfest davon überzeugt, dass sich in unserem idyllischen Tierpark alleinstehende Frauen aufhielten, die gerade einen Alex brauchten. Ich war mit dieser Idee einverstanden, denn Alex war sehr kinderlieb und auch unsere Jungs mochten ihn. Vor allem mochten sie ihn, weil er so groß war. Allerdings nannten sie ihn nicht Alex, sondern ‘Fernsehturm vom Alex’. Was Kinder alles so aufschnappen." Alex ist ein Junggeselle auf der Suche nach seiner Traumfrau. In mehreren Episoden stolpert er von einem Fettnäpfchen ins nächste. Die Hilfe des Autors kann ihn meistens nicht davor bewahren. Wird Alex am Ende seine Traumfrau finden? Lesen Sie selbst. "Wir passierten gerade das Eselsgehege, als unser Großer mir zurief: „Guck mal Papa, da bist duhu!“ Ich wusste, dass dies nur der Beginn eines wunderbaren Tierparkbesu-ches war und grinste ihn an. Der Fernsehturm allerdings fing so laut an zu lachen, dass seine Kugel rot anlief und er gefährlich zu wanken begann. Und tatsächlich, er stolperte und fiel rückwärts gegen den Zaun des Wildschweingeheges, in dem die Schweine ob dieser Überraschung die Flucht ergriffen und Alex dabei mit einer ordentlichen Ladung Matsch beglückten. Jetzt war ich es, der sich vor Lachen kaum halten konnte. Wir waren die Tierparkattraktion des Tages. Ein Esel und ein Wildschwein, die auf dem Weg kauerten und gackerten wie Hennen, die beim Eierlegen Schmerzen haben. Nicola stand weit entfernt von uns und schaute nicht in unsere Richtung und die Kinder bewarfen Alex mit noch mehr Dreck."
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Veröffentlichungsjahr: 2013
Andreas Mummhardt
Alex und die Frauen – Teil 1
Eine Komödie von Andreas Mummhardt
Prolog
Ich möchte Ihnen gern von Alex erzählen. Oder eher schreiben, denn Sie hören mich ja nicht. Allerdings, wenn Sie viel Fantasie haben, können Sie sich meine Stimme auch vorstellen. Sie ist mitteltief, aber durchaus angenehm sympathisch. Aber kommen wir zum Thema: Alex.
Möglicherweise kennen Sie ja auch einen Alex oder EINE Alex, das gibt’s ja auch. Und vielleicht denken Sie schon jetzt: Ach wie langweilig! Aber, bitte gehen Sie nicht von Ihrem Alex aus, den können Sie nicht mit Meinem vergleichen - absolut nicht. Wenn Ihnen jedoch allein der Name schon die Lust auf diese Geschichte nimmt, stellen Sie sich doch einfach vor, sie handelt von Stefan oder Christian, Heike nicht, Heike passt nicht.
Also, Thema Alex. Alex macht sich vor allem beim Schreiben ganz gut, denn vier Buchstaben brauchen kein 10-Fingersystem, außerdem sind Buchstabendreher nicht so tragisch, denn mit ein bisschen Glück kommt Axel dabei heraus. Das fällt nicht sofort auf.
Bevor nun die Geschichte beginnt, möchte ich Sie darüber informieren, dass Alex keinen blassen Schimmer von diesem Buch hat. Ich finde, das sollten Sie wissen. Das ist fair. Er muss es auch nicht erfahren, wirklich nicht, das gäbe nur unnötigen Ärger.
Also, Alex. Tja, Alex ist halt Alex. Einzigartig in Aussehen und Benehmen. Aber vielleicht auch nicht, schließlich ist jeder Mensch auf der Welt einzigartig (zumindest noch, solange ich meinen Klon nicht zur Arbeit schicken kann). Aber er ist schon etwas Besonderes und mein Freund. Jeder sollte einen Freund wie Alex haben. Jemand, auf den man sich verlassen kann, wenn es gerade mal nicht nötig ist. Jemand, der einem zuhört, freiwillig, obwohl man gar nichts sagen will. Ja, jemand, der gebraucht wird, obwohl er selbst etwas braucht - womit wir uns langsam dem Hauptthema des Buches nähern: Alex. Ja, ich weiß, das wissen Sie schon. Sollte nur ein kleiner Scherz sein.
1
Alex ist mein alter Kumpel, den ich nach dem Schulabschluss aus den Augen verloren hatte. Unsere Wege trennten sich, um uns nach genau elf Jahren wieder zusammenzuführen.
In der Region, in der Alex und ich leben, liegt es nahe, nach Berlin zu fahren, wenn man eine Großstadt besuchen möchte. Ich selbst war einige Male in Berlin, um zum Beispiel mit den Kindern U-Bahn zu fahren, eine Tante zu besuchen oder um durch den Tierpark zu schlendern.
Alex ist schon oft in Berlin gewesen, weil es dort angeblich „die schicksten Frauen gibt Alter“. Dass er noch nie eine von dort mitgebracht hat, begründet er mit der extremen Heimatverbundenheit der jungen Berlinerinnen. Alex kennt Berlin mittlerweile so gut, wie die Pinkelecke auf dem Grundstück seines Vaters, die einer der Gründe dafür ist, dass seine Mutter jetzt woanders wohnt. Er ist ein Kind der späten 70er Jahre und hat die letzten Jahre der DDR mittelbewusst erlebt. Dieses Bewusstsein verleiht ihm eine innere Reife, die sonst nur Jungmanager zu Beginn ihrer großen Karriere versprühen.
Alex ist eine imposante Erscheinung. Sein Kopf hängt, zwar wackelig, aber ca. zwei Meter hoch, wenn er seinen krummen Rücken halbwegs gerade macht. In der Breite ähnelt er eher der mittleren, stark befahrenen Spur einer Ameisenstraße. Die Muskeln seines Körpers konzentrieren sich um den Bereich des rechten Zeigefingers herum, der durch jahrelanges Training mit der Computermaus eine imposante Größe erreicht hat.
Mein Freund verbringt sehr viel Zeit mit seinem Computer, um sich in der Handhabung von Strategiespielen fortzubilden. Ab und zu geht er auch einkaufen, über’s Internet. Das ist bequemer, als auf die Jagd zu gehen oder mit den eigenen Händen die Wursttheke zu durchwühlen, sagt er. Man müsse dafür ja nicht mal das Haus verlassen. Die ganze Sache mit seiner Traumfrau fang damit an, dass ich ihn fragte:
„Bist du eigentlich froh, dass du keine Freundin hast, die dich ins Shopping-Center schleift.?“
„Alter, was brauch ich ne Frau, wenn ich Internet hab? Da kann ich einkaufen, chatten und schöne Frauen angucken.“
Ich sah ihn daraufhin nur ungläubig an. Und vorwurfsvoll. Er wandte sich wieder seinem Computer zu und beachtete mich nicht mehr. Schlechtes Gewissen machte sich in mir breit, aber einen Augenblick später gab er zu:
„Hast Recht Alter.“
Sein mir so vertrauter Maulwurfblick war überraschend offen.
„Natürlich brauch ich ne Frau, ist doch normal, aber ich würd’ auch ohne klarkommen.“ Dann stand er auf, um sich in seiner Einraumwohnung umzuschauen, in der so viel Gemütlichkeit herrschte, wie in einem leeren Kühlschrank - wie in seinem leeren Kühlschrank.
Alex stand also in der Mitte seines Zimmers und betrachtete die Wände.
„Bisschen mehr Leben in der Bude wär’ schon schön, wa Alter? Dann klappt’s vielleicht auch mit der Nachbarin.“
„Du brauchst echt eine Frau mensch, sonst gehst du irgendwann ein. Und ich möchte nicht sehen, wie du aussiehst, wenn du eingegangen bist. Muss ein scheußlicher Anblick sein.“
„Dann seh ich in etwa so aus wie du, Keule.“ Konterte er spontan und grinste breit. An Schlagfertigkeit war er mir schon immer einen Tick überlegen.