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Die Geschichte von Anders und Leanda erzählt von einer großen Freundschaft. Diese Freundschaft beginnt in einer für Anders sehr schweirigen Situation und bleibt auch, als sie älter werden. Gemeinsam erleben sie so manches Abenteuer, weil Leanda das Mädchen mit den vielen Ideen ist - Ideen, die den Alltag bunt und spannend und lustig machen.
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Seitenzahl: 83
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Titelseite
Impressum
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
11. Kapitel
12. Kapitel
13. Kapitel
14. Kapitel
Anders und Leanda
4. Band der Anders GeschichtenGeschichten für Kinder von 7 - 12 bereits als ebook erschienen:
Die Geschichte von dem Jungen, der nicht Anders sein wollte
Anders denkt sich groß
Anders kann auch anders
In Vorbereitung:
Anders findet seinen Schatz
Anders immer woanders
Für Daggi, die Freundin, die nie verloren geht... und
für Stefan, den treuen Freund, dem man immer sein Herz öffnet
Deutsche Erstausgabe 2015
Copyright 2015 für die deutschsprachige Ausgabe:Marie SeeDas Werk ist urheberrechtlich geschützt.Jede Verwendung bedarf der ausschließlichen und ausdrücklichen Zustimmung der Autorin.Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung, Verwertung, Übersetzung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.Bildnachweis: Marie SeeKorrektorat: H.J.K.Ausführliche Informationen finden Sie auf:www.marie-see.dewww.marie-see.orgwww.marie-see.com
Anders war nun schon ganz schön lange mit Leanda befreundet. Eigentlich schon seit der zweiten Klasse.
Kurz nachdem sie in seine Klasse gekommen war, war das passiert.
Alle wollten damals mit ihr befreundet sein, weil sie so cool war und so klug und vor gar nichts Angst hatte, na gut, auch deshalb, weil sie ziemlich sehr hübsch war, das auch.
Warum sie sich gerade Anders als Freund ausgesucht hatte, das wusste Anders nicht so ganz genau.
Anders war nicht so laut wie die anderen Jungs, konnte auch nicht so gut angeben wie die, er war auch nicht so mutig wie Manche. So lustig wie der Lukas war er schon gar nicht und auch nicht so groß wie der Alex und überhaupt noch viele, viele ‘Nicht-So's’.
Aber er war ziemlich nett, das wusste er.
Andere schlecht zu machen oder zu ärgern oder zu prügeln, das alles war nicht sein Ding. Und ganz vielleicht war das der eigentliche Grund, warum Leanda seine Freundin geworden war.
Na klar, auch weil er so eine Sportskanone war, das ganz bestimmt auch.
Jedenfalls hatte sich für Anders einiges geändert seit Leanda da war.
Sie hatte ihm geholfen, als der Alex ihn immer und immer wieder mit seinem Namen geärgert hatte. Der hatte ihn nämlich immer „Alien“ genannt, nur so zum Beispiel jetzt mal, und da war Anders sich immer vorgekommen wie so ein ekliges Tier irgendwie.
Leanda brauchte gar nix* zu tun, damit das aufhörte.
(* Lieber jugendlicher Leser! Wenn hier ‘nix’ steht, dann ist natürlich ‘nichts’ gemeint, aber Anders denkt oder sagt eben nicht ‘n i c h t s’, sondern ‘nix’ und deshalb steht es hier auch so. Aber ihr wisst natürlich, wie das richtig geschrieben wird, da brauchen sich Eure Eltern oder Lehrer nun wirklich nicht aufzuregen, echt jetzt! Also, wo waren wir? Ach ja:)
Leanda brauchte gar nix zu tun, damit das aufhörte.
Das war ganz von selbst dadurch gekommen, dass sie seine Freundin wurde.
Für Anders war das wie ein kleines Wunder gewesen und das würde er Leanda auch nie vergessen.
Und weil sich alle für Leanda interessierten, fanden auf einmal alle auch Anders ganz toll.
Noch nie hatten sich so viele aus der Klasse nachmittags mit ihm verabreden wollen.
Noch nie standen in den Pausen so viele bei Anders 'rum.
Noch nie hatten alle so bereitwillig über seine Witze gelacht.
Natürlich hatte Anders gemerkt, dass das an Leanda lag, aber das störte ihn nicht so doll. Er dachte sich: “Genieß’ es, so lange es dauert!” Natürlich wusste er ganz gut, dass sowas schnell vorbei sein konnte.
Auf jeden Fall war Leanda jetzt seine beste Freundin und auch noch sein bester Freund, wenn man das so sagen kann.
Denn Justus, sein bisher allerbester Freund konnte mit ihr einfach nicht mithalten.
Vor allem, weil er manchmal auch so sein konnte, dass man gar nicht merkte, dass er der beste Freund war.
Wenn, nur so zum Beispiel jetzt mal, Anders von mehreren Typen geärgert wurde, ja dann konnte sich Anders gar nicht sicher sein, dass der Justus auch zu ihm halten würde. Oder ob der nicht sogar mitmachen würde, so je nachdem, wer es gerade war, der ihn ärgerte.
Für Anders durfte ein Freund aber so überhaupt nicht sein.
Ein Freund, der musste immer zu einem halten, egal was war.
Und so ein Freund war eben Leanda, auch wenn sie ein Mädchen war, der Justus aber nicht. Punkt.
Zuerst hatten sich Anders und Leanda nur ab und zu für die Hausaufgaben getroffen.
Anders war nämlich super-dupergut in Mathe, Leanda nicht so.
Sie konnte fast alles perfekt und sie war ja auch fast perfekt, aber in Mathe eben nicht. Da konnte Anders ihr sehr gut helfen.
Dann, irgendwann mal, war 'rausgekommen, dass sie auch sehr gut Fußball spielen konnte. Von da an hatten sie sich noch öfter getroffen.
Und zum Schluss hatte Anders gemerkt, dass das Leben mit Leanda einfach viel aufregender und lustiger war als das Leben ohne sie. Von da an hatten sie sich jeden Nachmittag getroffen.
Und dann irgendwann brauchten sie sich gar nicht mehr verabreden, weil es sowieso klar war, dass sie sich sehen würden.
Manchmal sagte der Nils, der meistens ziemlich nette große Bruder vom Anders:
„Wirklich Mist, dass Leanda so jung ist. Sie wäre wirklich die perfekte feste Freundin für mich.“
Das fand Anders aber überhaupt gar nicht.
Einmal, weil Leanda ganz klar zu Anders gehörte und zu sonst gar keinem. Und dann:
Der Nils hatte doch eh' alle zwei Wochen 'ne neue Freundin und die war dann jedes Mal die ‘perfekte’ feste Freundin.
Anders hatte schon öfter gedacht, dass der Nils wohl so eine von den Krankheiten haben müsste, bei denen man alles vergaß. Was so alte Leute immer kriegten, nur bei ihm ohne alt, sowas eben.
Wie sonst konnte man alles vergessen, was vor gerade mal zwei Wochen gewesen war.
Wenn Anders manchmal nach Hause kam und dem Nils erzählte: „Ich hab' auch deine Vanessa getroffen! Soll dir schöne Grüße bestellen!“, dann guckte der Nils nicht nur blöd. Dann wusste der oft echt nicht mehr, von wem der Anders überhaupt redete.
„Hä, welche Vanessa denn? Wen meinste denn?“
Und wenn der Anders dann erklärte:“ Du weißt schon, die mit den langen, braunen Haaren. Die auf der Thielenstraße wohnt“, dann hatte der Nils wirklich Probleme zu verstehen, wen Anders meinte.
Zum Schluss sagte er dann meistens:
„Oh, Gott! Die meinste. Die war echt 'en Ausrutscher, peinlich! Erspar' mir in Zukunft solche Grüße, klar?“
Und oft gab er dem Anders dann auch noch 'ne Kopfnuss.
So, als wäre der Anders daran schuld, dass die Vanessa ein Ausrutscher gewesen war.
Und schon schwärmte er Anders von seiner neuen perfekten Freundin was vor. Wie schön die wär', wie lustig, wie klug und blablabla...
Dabei guckte der Nils dann wie ein betrunkenes Känguru, Schieleaugen und so alles.
Dann dachte der Anders immer, dass es wirklich gut sei, dass er selber mehr Grips im Kopf hatte und nicht so ein verliebter Eierkopf wär'.
Seine Beziehung zu Leanda war wirklich viel erwachsener oder, wie seine Mutter bei anderen Sachen schon mal sagte, viel reifer. Fand Anders.
Das Schöne an Leanda war nicht nur, dass sie so nett und so schön und so mutig war und all so was. Das Schöne war besonders, dass es einem mit ihr nie langweilig wurde.
Weil sie immer so coole Einfälle hatte nämlich. So Einfälle, die nicht jeder hatte. Das waren meistens mehr so Abenteuer-Einfälle, nicht so Normal-Einfälle, wie bei den meisten anderen Freunden.
Letztes Jahr hatten sie auf der Straße einen Trödelmarkt aufgemacht. Das war großartig gewesen.
Klar, so'n Kindertrödel mit Spielsachen und so, das machten viele. So hatten sie ja auch angefangen. Aber das war ziemlich schnell langweilig geworden. Da kamen immer nur die Nachbarskinder und guckten und kauften ganz selten mal was.
„Wir müssen unser Sortiment erweitern“, hatte Leanda dann gesagt.
„Unser...was?“
„Na, unser Angebot natürlich.Wir brauchen Sachen, die echt gut sind, die auch Erwachsene und so interessieren.“
„Okay, und wie willste da dran kommen?“, hatte Anders dann gefragt. Klauen wollte er nämlich nichts, das kam für ihn nicht in Frage.
Das wusste Leanda zuerst auch nicht. Darum hatten sie erst noch mit dieser Kindergartenkacke weiter gemacht.
Aber zwei Tage später, da hatte Leanda den allerbesten Einfall von der ganzen Welt.
Ganz aufgeregt kam sie schon bei Anders an.
„Pass' auf, ich hab’ ‘ne supi Idee. Du kennst doch diese Sache mit dem Sperrmüll? Wo die Leute so alles 'rausstellen, was sie nicht mehr wollen. Ich hab' mir den Plan besorgt, wo die wann abgeholt werden. Da suchen wir uns das Beste 'raus und verkaufen das dann hier auf der Straße. Was meinste?“
Anders war beeindruckt. Die Idee alleine war schon toll. Aber dass sie schon alles vorbereitet hatte, was man brauchte, das war noch viel besser.
„Supi find' ich das. Wo sollen wir anfangen?“
„Heute sind die auf der Wilhelmstraße. Das is' klasse. Da wohnen so reiche Leute und so, das lohnt sich bestimmt. Frag' nur mal schnell deine Mutter, ob sie solange auf unsern Stand aufpassen kann. Sonst klauen die uns womöglich noch was.“
Und das hatte Anders dann auch gemacht.
Seine Mutter war irgendwie gar nicht so begeistert davon. Wirklich komisch, wo sie doch immer sagte, man solle seine Zeit mit was Sinnvollem verbringen. Und das war doch wohl supersinnvoll. Man konnte doch Geld damit verdienen und so.
Tolle Sachen schmeißen die Leute weg, echt.
Tische, die kaum wackeln zum Beispiel. Oder sehr schöne Sessel, die so gut wie gar nicht kaputt sind. Oder Lampen wie die von der Oma, fast haargenau. Und auch so ähnliche Bilder wie die von der Tante Marga. Man könnte eine ganze Wohnung damit einrichten, beinahe.
Leider waren all diese Sachen viel zu groß und schwer.
Das konnten Leanda und Anders unmöglich tragen.
„Wir müssen noch mal zu euch, den Bollerwagen holen. Dann kriegen wir viel mehr mit. Los!“
Schon düste Leanda so schnell los, dass Anders kaum mitkam.
Ja, mit dem Bollerwagen, das war 'ne ganz andre Kiste.
