aus Liebe ! - Christian Ruf - E-Book

aus Liebe ! E-Book

Christian Ruf

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Beschreibung

Eigentlich hatte es David nur satt immer wieder von seinen Mitschülern aufgezogen zu werden als er behauptete, er habe auch eine Freundin. Doch das geht nach hinten los - und wie soll er von jetzt auf gleich ein Mädchen kennen lernen? Es soll ja nur so aussehen als ob... Es findet sich eine erstaunliche Lösung und dabei lernt David sich nicht nur unabhängig von der Meinung anderer zu machen, sondern wie sich echte Zuneigung anfühlt.

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Seitenzahl: 56

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Christian Ruf

aus Liebe !

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Hoppla, was nun?!

Ein Beweisfoto muss her

Plötzliche Sehnsucht

Echtes Kennenlernen

Ein Gegenbesuch

It‘s Partytime

Die Entscheidung

Nachwort

Impressum neobooks

Hoppla, was nun?!

„Ich glaub‘s ja nicht - DU hast eine Freundin??“ tönt Mark trotz des Pausenlärms für alle gut hörbar durch die Klasse. Sofort weckt diese Neuigkeit das Interesse der umstehend Mitschüler und jeder will wissen wer, wann und was eigentlich gewesen ist... Eine echte Sensation! Der stille und langweilige David befreundet mit 'nem Mädel? Oder ist er sogar in sie verliebt??

Die Fragen von Davids Klassenkameraden stürmen nur so auf ihn ein. Teils neugierig, teils spottend und auch ungläubig. Ihm wird es immer mulmiger dabei und er bekommt vor Nervosität kaum noch einen kompletten Satz heraus. Wie auch...

Das Problem ist nämlich - es war eigentlich nur eine abweisende Bemerkung gewesen, um den immer wieder stichelnden Witzen der Jungs ein Ende zu setzen. Netter Versuch, aber scheinbar ging der Schuss ziemlich nach hinten los. Die Wahrheit wäre nun doppelt peinlich...

„Ja, also das ist so...“ doch bevor David sich entweder die größte Blamage seiner Schullaufbahn geben oder mit einer hoffentlich guten Ausrede aus dem Sumpf raus ziehen kann, unterbricht der Pausengong das unangenehme Verhör. Aufschub sozusagen, denn die Anderen zeigen überdeutlich ihr Interesse an David Erzählung.

Zum Glück ist es die letzte Stunde. Da bleibt keine Gelegenheit zu weiteren Nachforschungen, denn der Bus fährt knapp und pünktlich ab. Und bis Morgen kann man ja sich noch was Gutes überlegen.

Was wirklich Gutes.

---

„Und wie war es in der Schule gewesen?“ freundlich blicken ihn zwei Augen an, die ihre Aufmerksamkeit von der Essenszubereitung kurz abwenden.

„Nichts Aufregendes - alles Ok sonst.“ antwortet David auf die liebevolle Nachfrage seiner Mutter und huscht an der Garderobe vorbei in sein Zimmer damit sie seinen düsteren Blick nicht sehen kann - Tür zu.

Ob er es ihr wohl sagen sollte? Aber was kann sie ihm schon raten? Er kann es sich denken, was sie sagen wird: „Immer ehrlich sein, Dinge richtig stellen - die Wahrheit sagen.“ Das sagt sich so leicht! Es reicht, dass die halbe Klasse mir sowieso immer nur Ärger bereitet weil ich weder cool sein möchte noch mich für ihre Themen interessieren, murmelt David vor sich hin. Und außerdem - die Wahrheit kann man jederzeit noch sagen... Erstmal überlegen, was noch möglich wäre.

Nach den Hausaufgaben geht David rauf auf den Dachboden. Es ist der gemütlichste Ort den man sich in diesem Mietshaus mit seinen drei Etagen nur vorstellen kann. Eigentlich gehören die Sachen hier oben niemanden mehr. Einige der Mieter haben diesen Bereich als Zwischenlager für unnötige Dinge, Kartons und teilweise zerlegte Möbel benutzt. Na ja, zumindest solange, bis mal wieder ein deutlicher Brief des Vermieters kam... Doch das ist schon ein paar Jahre wieder her.

Für David ist das hier ein echtes Paradies. Ein aufregender Abenteuerplatz mit vielen Verstecken und erstaunlich gemütlichen Ecken - zumindest wenn man mit ein paar langbeinigen Spinnen klar kommt.

Am hinteren Giebel hat er sich seinen privaten Bereich eingerichtet: zwei große Schränke stehen schräg versetzt vor dem schmalen Zugang durch den man sich zwängen muss. Doch selbst dann hat man nicht das Gefühl, dass dahinter noch ein abgeteilter Raum sein könnte. Erst wenn man die alte Tür und den wie zufällig darüber gehängten Duschvorhang ein wenig zur Seite schiebt, dringt man in das Innere von Davids geheimer Kammer - und sein Beobachtungsplatz. Denn durch das Fenster am Giebel hat man einen erstklassigen Blick auf die Straße und sogar fast über den ganzen Ort.

Quer über die Couch liegend starrt er in den Giebel des offenen Gebälks. Also, jetzt noch mal in Ruhe nachdenken: „Die Jungs glauben, dass ich 'ne Freundin habe...“ murmelt David vor sich hin um seine Gedanken besser ordnen zu können.

„Hmm, was wenn ich einfach sage, dass sie das nur missverstanden haben? Dass ich nur von einer ,netten Begegnung‘ geredet habe? Nein, schlechte Idee. Das glaubt mir keiner und ich bin wieder der Depp!“

„Oder ich sage, dass ich rausbekommen habe, dass das Mädchen leider schon einen Freund hat? Dann wollen die alten Klatschmäuler trotzdem wissen, wer sie gewesen ist... Oh, besser nicht.“

„Was soll ich nur machen...?!?? Bleibt ja wirklich nur die Wahrheit übrig!“

David rafft sich nachdenklich aus seiner gemütlichen Lage hoch. Egal wie er es sich überlegt, es gibt keine nur ansatzweise gute Lösung. Missmutig geht er rüber an das kleine Giebelfenster und lässt seinen Blick über die Nachbardächer schweifen. Von hier oben sieht man viel weiter, träumt man sich hinter den Horizont und wünscht sich Dinge zu erleben, die einen bereichern...

In die Straße biegt gerade der kleine Schulbus ein. Unbewusst folgen seine Augen der Bewegung hinterher. Eigentlich ist es gar kein richtiger Bus, sondern ein Großraumtaxi für maximal zehn Personen. Jeden Morgen und jeden Nachmittag holt er die Schüler vor der Haustüre ab. So auch beim Haus seiner Nachbarn von schräg gegenüber. Eine Frau wartet schon draußen bei den parkenden Autos. Der Bus hält an und ein Mädchen steigt aus, bedankt sich winkend beim Fahrer und verschwindet dann zusammen mit ihrer Mutter im Haus. Auch der Bus fährt nun wieder los.

David blickt starr hinunter. Obwohl es nichts mehr zu beobachten gibt, kann er den Blick von der Haustüre nicht lassen!

Es ist erstaunlich wie vielen Gedankengänge ein Mensch fähig ist gleichzeitig zu denken ohne dabei eine logische Abfolge - aber ein schon sehr konkretes Ergebnis - zu haben...

Ein zögerliches Lächeln zieht sich über seine Backen hoch.

Doch - das könnte die Lösung für sein Problem sein!

„Ich brauche einfach eine Freundin die absolut niemand kennt!“ spricht er mit etwas mehr Zuversicht weiter vor sich hin. „Bei unseren Nachbarn drüben wohnt ein Mädchen in etwa meinem Alter. Und da sie nicht auf meine Schule geht, wird sie auch keiner kennen. Da bin ich mir ziemlich sicher. Schließlich wohnt keiner meiner Peiniger in unserem Viertel.“ denk David seine Idee zu Ende. „Ja, das könnte klappen!“

Eine riesige Erleichterung machte sich breit. Das Gewissen ist auf einmal tief beruhigt. Und so bleibt nur noch eines zu tun: sich mit ihr anfreunden...

---

Während des Abendessens fragt David ganz beiläufig wie eigentlich das Mädchen von gegenüber heißt, was immer mit dem Bus abgeholt wird?

„Julia Fischer soweit ich weiß - wieso?“ kam gleich die Rückfrage von seiner Mutter.

„Ich habe auf der Straße ein Heft gefunden und hatte schon die Vermutung, dass es ihr gehört. Das wollte ich ihr zurückgeben.“

„Ah schön - aber warum hast du das nicht gleich gemacht?“

David denkt angestrengt nach.

„Äh, es stand zwar der Name ,Julia‘ drin. Ich... ich war mir nur nicht ganz sicher ob sie das ist.“

Das scheint die Eltern zu überzeugen. Jedenfalls kamen keine weiteren Fragen mehr, die ein Problem bereitet hätten.