BasisBibel. Die Komfortable. eBook -  - E-Book

BasisBibel. Die Komfortable. eBook E-Book

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Beschreibung

BasisBibel. Die Komfortable – eBook AusgabeLies die BasisBibel Komfortausgabe bequem und augenfreundlich auf deinem eBook-Reader. Jetzt liegt die BasisBibel erstmals mit dem kompletten Alten und Neuen Testament vor. In dieser Ebook-Ausgabe ist der Text gesetzt wie bei einem Gedicht. BasisBibel ist eine völlig neue deutsche Bibelübersetzung auf Basis der hebräischen und griechischen Urtexte. Die prägnanten Sätze sind so gegliedert, dass sie leicht zu lesen und leicht zu verstehen sind. Einzigartig: Erklärungen sind als Links mit dem Text verknüpft. Sie erleichtern das Verständnis. BasisBibel ist eine völlig neue deutsche Bibelübersetzung auf Basis der hebräischen und griechischen Urtexte. Die prägnanten Sätze sind so gegliedert, dass sie leicht zu lesen und leicht zu verstehen sind. Einzigartig: Erklärungen sind als Links mit dem Text verknüpft. Sie erleichtern das Verständnis.

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Inhalt

Cover

Titelseite

Navigationshilfen

Inhalt

Einstieg in die Bibel

Bücher der Bibel

Altes Testament

Die geschichtlichen Bücher

Das erste Buch Mose/Genesis

Das zweite Buch Mose/Exodus

Das dritte Buch Mose/Levitikus

Das vierte Buch Mose/Numeri

Das fünfte Buch Mose/Deuteronomium

Das Buch Josua

Das Buch der Richter

Das Buch Rut

Das erste Buch Samuel

Das zweite Buch Samuel

Das erste Buch der Könige

Das zweite Buch der Könige

Das erste Buch der Chronik

Das zweite Buch der Chronik

Das Buch Esra

Das Buch Nehemia

Das Buch Ester

Die poetischen Bücher

Das Buch Hiob

Die Psalmen

Das Buch der Sprichwörter

Das Buch Kohelet/Prediger

Das Hohelied

Die prophetischen Bücher

Das Buch Jesaja

Das Buch Jeremia

Die Klagelieder

Das Buch Ezechiel

Das Buch Daniel

Das Buch Hosea

Das Buch Joel

Das Buch Amos

Das Buch Obadja

Das Buch Jona

Das Buch Micha

Das Buch Nahum

Das Buch Habakuk

Das Buch Zefanja

Das Buch Haggai

Das Buch Sacharja

Das Buch Maleachi

Neues Testament

Die Evangelien

Die Gute Nachricht nach Matthäus

Die Gute Nachricht nach Markus

Die Gute Nachricht nach Lukas

Die Gute Nachricht nach Johannes

Die Geschichte der Apostel

Die Briefe

Der Brief an die Römer

Der erste Brief an die Korinther

Der zweite Brief an die Korinther

Der Brief an die Galater

Der Brief an die Epheser

Der Brief an die Philipper

Der Brief an die Kolosser

Der erste Brief an die Thessalonicher

Der zweite Brief an die Thessalonicher

Der erste Brief an Timotheus

Der zweite Brief an Timotheus

Der Brief an Titus

Der Brief an Philemon

Der Brief an die Hebräer

Der Brief von Jakobus

Der erste Brief von Petrus

Der zweite Brief von Petrus

Der erste Brief von Johannes

Der zweite Brief von Johannes

Der dritte Brief von Johannes

Der Brief von Judas

Das Buch der Offenbarung

Anhang

Glossar

Zu dieser Ausgabe

Beteiligte an dieser Ausgabe

Förderer der BasisBibel

Unterstützer und Partner

Die Zeit des Alten Testaments

Die Zeit des Neuen Testaments

Karten

Impressum

Die Bibel

Das Buch von Gottes Zuwendung zu den Menschen

Die Bibel ist das Buch, das die Christen der Welt miteinander verbindet. Für alle christlichen Kirchen ist sie die Grundlage des Glaubens und der Maßstab für das Handeln der Menschen. Denn die Bibel erzählt von Gott: von seiner Zuwendung zu der Welt und den Menschen, davon, wie er sie erschaffen hat, sie durch die Geschichte begleitet und sie zuletzt zu ihrem Ziel führen wird. Die Geschichte von Gott und seiner Schöpfung lässt sich auch als eine Liebesgeschichte verstehen, bei der Gott unbeirrbar an seinem Gegenüber festhält. Das gilt selbst dann, wenn dieses Gegenüber sich immer wieder gegen Gott auflehnt, seine Liebe missachtet und nicht merkt, dass es ohne sie gar nicht leben kann.

Wer sich auf die Botschaft der Bibel einlässt, erfährt, dass durch ihre Worte hindurch Gott selbst zu ihm spricht. Von ihm weiß sich ein Mensch im Leid getröstet, in Angst und Zweifel ermutigt oder gewarnt und ermahnt, wenn das Ziel des Lebens aus dem Blick zu geraten droht. Hier findet er Halt und Sinn für das eigene Leben. So gesehen, ist die Bibel Gottes Wort. Niedergeschrieben wurde dieses Wort von Menschen, die in ihrem Leben selbst Gutes und Befreiendes von Gott erfahren haben. Gottes Wort begegnet in der Bibel in menschlichen Worten.

Eine Bibliothek

Die Bibel ist ein sehr umfangreiches Buch. Das hat seinen Grund darin, dass sie genau genommen aus einer ganzen Anzahl von Büchern besteht. Diese sind in einem Zeitraum von ca. 1000 Jahren entstanden – zwischen 800 v. Chr. und 200 n. Chr. Insgesamt sind es 66 einzelne Schriften. Sie gliedern sich in zwei große Teile: das Alten Testament mit 39 Schriften und das Neuen Testament mit 27 Schriften.

Die Bibel ist auch ein Stück Weltliteratur, und ihre einzelnen Schriften gehören verschiedenen Literaturgattungen an. Weite Teile der Bibel sind als Prosatexte geschrieben: Erzählungen, Novellen und Geschichtsdarstellungen. Es gibt aber auch zahlreiche poetische Texte: Gebete, Lieder und die entsprechenden Sammlungen, dazu weisheitliche Sinnsprüche und Lehrreden, die das Wissen ihrer Zeit ebenfalls in poetische Form kleiden. Die dritte große Literaturgattung umfasst die prophetischen Texte mit den besonderen Formen der prophetischen Rede, in der Menschen ihren Zeitgenossen Botschaften von Gott ausrichten.

Altes Testament

Das Alte Testament ist zugleich die Heilige Schrift des Judentums, die in diesem Zusammenhang nach der Sprache, in der sie verfasst ist, »Hebräische Bibel« genannt wird. Dass sie in unserer Bibel vor dem Neuen Testament steht, zeigt auch, dass das Neue Testament auf ihr als Grundlage aufbaut.

Das Alte Testament lässt sich in drei Teile gliedern, die den verschiedenen Literaturgattungen entsprechen: Die erzählenden Bücher handeln von der Geschichte Gottes mit Israel, die sie in den Rahmen der Geschichte Gottes mit der Welt und der Menschheit stellen. Sie werden deshalb auch »geschichtliche Bücher« genannt. Unter ihnen haben die fünf Mosebücher (1. Mose/Genesis bis 5. Mose/Deuteronomium) einen besonderen Platz. Da dort Gesetze einen breiten Raum einnehmen, bezeichnet man sie auch als »Gesetz« (Hebräisch: Tora, das bedeutet »Weisung«). Die sich anschließenden Darstellungen der Geschichte Israels reichen bis ins 5. Jahrhundert v. Chr.

In den poetischen Büchern tritt der Mensch in das Gespräch mit Gott ein: Im Buch Hiob ringt er um das Verstehen von Gottes oft unbegreiflichem Willen. Im Buch der Psalmen sind Gebete zusammengestellt, die aus allen erdenklichen Lebenssituationen heraus an Gott gerichtet werden. Dazu kommen die weisheitlichen Sammlungen der Sprichwörter und des Buchs Kohelet.

Den letzten Teil des Alten Testaments bilden die prophetischen Bücher. Die Propheten sollen in Gottes Auftrag Israel daran erinnern, dass es zu Gott gehört und deshalb zum Gehorsam gegenüber seinen Geboten verpflichtet ist. Oft sehen die Propheten sich zur Kritik an den bestehenden ungerechten Verhältnissen gezwungen. Aber sie tun dies, um die Menschen zur Umkehr zu bewegen, damit Gott ihnen seine Gnade erweisen kann.

Neues Testament

Die Botschaft von der Gnade Gottes steht auch im Zentrum des Neuen Testaments. In Jesus Christus hat Gottes Liebe zu seiner Schöpfung die Gestalt eines Menschen angenommen, der sich selbst nun der Welt und den Menschen in Liebe zuwendet. Mit seinem Kommen beginnt Gott, sein Reich in dieser Welt zu errichten. Der Weg der Liebe, den Jesus geht, führt ihn bis in den Tod – und darüber hinaus: Seine Auferweckung vom Tod ist die Grundlage für die Hoffnung, dass alle, die zu ihm gehören, auferweckt werden und in einer Welt leben dürfen, in der es kein Leid und keinen Schmerz mehr gibt.

Wie das Alte Testament gliedert sich das Neue Testament in drei Teile. Auch hier gibt es wieder geschichtliche Bücher: die vier Evangelien und die Apostelgeschichte. Sie erzählen die Geschichte von Jesus Christus, seinem Tod am Kreuz und seiner Auferweckung sowie von der Entstehung der ersten christlichen Gemeinden in Kleinasien und Europa.

Es folgen 21 Briefe, die teils von Jüngern von Jesus, teils unter ihrem Namen an verschiedene christliche Gemeinden geschrieben wurden. Die größte und wichtigste Gruppe unter ihnen ist die Sammlung von Briefen des Paulus, in denen er die Bedeutung von Jesus, seinem Tod und seiner Auferweckung für die Menschen entfaltet. Daran schließt sich eine Reihe von Briefen an, die an die Kirche insgesamt gerichtet sind und ihr helfen sollen, die Probleme und grundsätzlichen Fragen zu bewältigen, mit denen sie sich auseinandersetzen musste.

Das letzte Buch des Neuen Testaments schaut in die Zukunft: die Offenbarung an Johannes. In einer Zeit, als die Gemeinde sich schweren Bedrohungen und Verfolgung ausgesetzt sah, tröstet sie der Seher Johannes und zeigt ihr das Bild von einem neuen Himmel und einer neuen Erde, wo Gott bei den Menschen wohnen und allem Leid ein Ende bereiten wird.

Auch im Neuen Testament gibt es Lieder und Gebete, darunter so bekannte wie der Lobgesang der Maria, der untrennbar zur Weihnachtszeit gehört, oder das Vaterunser, das Jesus seinen Jüngern gab und das heute von Christen überall auf der Welt gebetet wird. Das Neue Testament enthält jedoch keine eigene Sammlung von poetischen Texten, sondern sie finden sich immer wieder in den erzählenden Schriften und auch in der Offenbarung.

Basis des Lebens

Es kann anstrengend sein, die Bibel zu lesen. Es ist aber auch sehr lohnend. Die Bibel erzählt von Ereignissen, die lange vor unserer Zeit stattgefunden haben. Aber wer sich darauf einlässt, merkt schnell, dass ihre Botschaft auch heute gilt: Auch wir sind von Gott angesprochen, herausgerufen aus unserem Alltag, gefragt, wer wir sind und wie wir das Leben bestehen und gestalten wollen. Die Bibel will dabei ein verlässlicher Begleiter sein, das Fundament, auf dessen Grundlage das Leben gelingt.

Deshalb heißt diese Bibelübersetzung BasisBibel. Sie erschließt die Botschaft der Bibel durch ihre besondere Sprache, die leicht zu lesen und im Schriftbild unmittelbar umgesetzt ist. Es erinnert an ein Gedicht, bei dem jede Zeile eine eigene Sinneinheit bildet und in sich selbst steht. Wenn ein Begriff eine Erklärung braucht, findet sich diese direkt auf dem Rand der Seite. Wer mehr wissen will, kann in der BasisBibel im Internet (www.basisbibel.de) weiterführende Informationen und Lesehilfen bekommen. So ist dieses Buch eine einzige Einladung zum Lesen, zum Sich-Einlassen auf das lebendige Wort Gottes.

Die geschichtlichen Bücher

Einführung

Die geschichtlichen Bücher

Die geschichtlichen Bücher erzählen die Geschichte von Gottes Wirken in der Welt. Die Darstellung beginnt mit einem weiten Horizont: der Erschaffung der Welt (1. Mose/Genesis 1,1–3,24) und den Geschichten vom Anfang der Menschheit (1. Mose/Genesis 4,1–11,32). Sie konzentriert sich jedoch bald auf die Geschichte der Israeliten. Die letzten Ereignisse, die erzählt werden, hängen mit der Rückkehr aus Babylonien zusammen, wo ein Teil der Israeliten in der Verbannung lebte.

Die geschichtlichen Bücher lassen sich in drei Gruppen einteilen. Die erste Gruppe sind die »fünf Bücher Mose« (1. Mose/Genesis bis 5. Mose/Deuteronomium). Sie sind über weite Strecken als Mitteilung Gottes an Mose gestaltet, der lange Zeit als Verfasser dieser Bücher galt. Daher kommt ihre Bezeichnung als »Bücher Mose«. Die zweite Gruppe der geschichtlichen Bücher (Josua bis 2. Könige) erzählt von den Israeliten im Land Kanaan, das ihnen von Gott zugesagt wurde. Sie verwendet das 5. Buch Mose/Deuteronomium als Maßstab für die Bewertung des Verhaltens der Israeliten im Land. Die dritte Gruppe (1. Chronik bis Ester) erzählt ebenfalls vor allem von den Israeliten in ihrem Land. Sie setzt aber einen anderen Schwerpunkt: Hier rückt das Verhältnis einzelner Herrscher zu Gott in den Blick, und die Darstellung reicht geschichtlich weiter als die der zweiten Gruppe.

Die geschichtlichen Bücher sind im Alten Testament zunächst chronologisch angeordnet, nach dem Zeitraum, von dem sie erzählen. Dazu kommt ein zweites, inhaltliches Ordnungsprinzip, das sich aus ihrer »Gattung« ergibt: Die fünf Bücher Mose heißen im Judentum »Tora«. Das bedeutet »Weisung« und meint die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Diese fünf Bücher enthalten grundlegende Inhalte, die in der gesamten Bibel aufgegriffen werden. In ihren Darstellungen wechseln sich Erzählungen mit Gesetzestexten ab. Die Gesetzestexte bieten eine Orientierung, wie Menschen mit Gott in Kontakt treten und auf sein Handeln reagieren können. Sie werden von Gott zuerst den Israeliten gegeben, aber durch die Erzählungen wird auch deutlich, dass sie zur Orientierung für alle Menschen dienen können. Sie lassen sich als »Gebot der Liebe zu Gott« (5. Mose/Deuteronomium 6,4-5) und »Gebot der Liebe zum Nächsten« (3. Mose/Levitikus 19,18; vgl. Markus 12,28-31) zusammenfassen. Es ist Mose, der nach diesen Texten den Willen Gottes an die Israeliten übermittelt. Die Figur des Mose ist innerhalb des Alten Testaments einzigartig. 5. Mose/Deuteronomium 34,10 sagt, dass seine Nähe zu Gott von niemandem übertroffen wird. Selbst die Propheten, die verkünden, was Gott in bestimmten Situationen zu sagen hat, begegnen Gott nicht so direkt wie Mose. Propheten wie Elija und Elischa (beispielsweise 1. Könige 17–18) spielen dann in der Darstellung der zweiten Buchgruppe eine wichtige Rolle. Dort zeigt sich an der Geschichte des Volkes Israel, wie das Leben mit der grundlegenden »Weisung« aus den fünf Büchern Mose, gelingt – oder misslingt. So machen diese Bücher bis heute anschaulich, wie Gott in der Welt wirkt. Das gilt, mit etwas anderen Akzentsetzungen, auch für die dritte Gruppe von Büchern (1. Chronik bis Ester).

Wenn es darin um eine Bewertung der Geschichte geht, wird die Vorstellung von einem »Bund« zwischen Gott und Menschen wichtig. Dieser »Bund« ist am Anfang eine Zusage, ein Versprechen Gottes. Er gibt es Noah (1. Mose/Genesis 9,1-17), Abraham und Sara (1. Mose/Genesis 15) und Jakob (1. Mose/Genesis 32,23-33). Das 5. Buch Mose/Deuteronomium beschreibt den »Bund« dann als eine wechselseitige Verpflichtung zwischen Gott und den Israeliten (5. Mose/Deuteronomium 7,6-10). Von da an gilt: Wenn die Israeliten die Regeln des Bundes befolgen, geht es ihnen gut. Wenn sie davon abweichen, geht es ihnen schlecht. Am Ende bleibt Gott seinem Volk Israel aber selbst dann noch zugewandt, wenn es den Bund immer wieder bricht: Nachdem ihr Königreich, ihre Hauptstadt und der von Salomo gebaute Tempel zerstört worden sind, müssen viele Israeliten zwar in die Verbannung nach Babylonien. Aber nach einiger Zeit dürfen sie in ihre Heimat zurückkehren und neu beginnen.

Den verschiedenen Erzählbögen, die die geschichtlichen Bücher miteinander verbinden, entsprechen unterschiedliche Schwerpunkte. Im Zusammenhang mit diesen Schwerpunkten ändert sich die Bezeichnung für die Israeliten: Durch die Befreiung aus Ägypten (2. Mose/Exodus 7,8–15,21) werden sie zum »Volk Gottes«. Mit der Gründung eines Königreichs (1. Samuel und 2. Samuel) wird die politische Abgrenzung relevant, und die Israeliten erscheinen als »Volk Israel« inmitten ihrer Nachbarn. Dieses Königreich wird geteilt, und die beiden Teile erhalten die Namen »Israel« (Nordreich) und »Juda« (Südreich). Als König Nebukadnezzar II. von Babylonien die Stadt Jerusalem im Südreich Juda und den Tempel zerstört und einen Teil der Bewohner, die nach dem Namen des Landes »Judäer« heißen, in die Verbannung verschleppt, wird ihr religiöser Zusammenhalt wichtiger: Die Menschen, die aus Babylonien nach Jerusalem zurückkehren, sind von nun an die Glaubensgemeinschaft der »Juden«. Aus dieser Gemeinschaft kommen im Neuen Testament dann auch Jesus Christus und die ersten Menschen, die an ihn glauben.

Das erste Buch Mose/Genesis

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Inhaltsübersicht

Von der Erschaffung der Welt und der Menschen 1. Mose/Genesis 1,1–3,24

Jenseits vom Garten Eden 1. Mose/Genesis 4,1–6,4

Noah und die Sintflut 1. Mose/Genesis 6,5–9,29

Die Völker in der Welt 1. Mose/Genesis 10,1–11,32

Abraham zieht in das Land Kanaan 1. Mose/Genesis 12,1–14,24

Gottes Bund und Verheißung 1. Mose/Genesis 15,1–18,15

Die Rettung Lots, Abraham und Sara in Gerar 1. Mose/Genesis 18,16–20,18

Isaak und Ismael, Kauf einer Grabstätte für Sara 1. Mose/Genesis 21,1–23,20

Isaaks Hochzeit und Abrahams Tod 1. Mose/Genesis 24,1–25,34

Isaak im Land der Philister 1. Mose/Genesis 26,1-35

Jakob erschleicht sich den Segen seines Vaters 1. Mose/Genesis 27,1-46

Jakob auf der Flucht 1. Mose/Genesis 28,1-22

Jakob bei seinem Onkel Laban 1. Mose/Genesis 29,1–31,54

Jakob versöhnt sich mit Esau 1. Mose/Genesis 32,1–33,20

Jakobs Tochter wird vergewaltigt 1. Mose/Genesis 34,1-31

Jakob kehrt zu seinem Vater zurück 1. Mose/Genesis 35,1-29

Esaus Familie und Nachkommen 1. Mose/Genesis 36,1-43

Josefs Träume und die Folgen 1. Mose/Genesis 37,1-36

Die Familiengeschichte von Juda 1. Mose/Genesis 38,1-30

Vom Gefangenen zum königlichen Beamten 1. Mose/Genesis 39,1–41,57

Josefs Brüder kommen nach Ägypten 1. Mose/Genesis 42,1–47,26

Jakobs letzter Wille und sein Tod 1. Mose/Genesis 47,27–50,26

Einleitung

In der griechischen und lateinischen Übersetzung der Bibel trägt das 1. Buch Mose den Namen »Genesis«. Das Wort bedeutet »Ursprung« oder »Entstehung«. Die ersten Worte des Buches, zugleich die ersten Worte der Bibel, sind Programm: »am Anfang« (1,1). Denn das 1. Buch Mose/Genesis erzählt von zwei Anfängen: von der Entstehung der ganzen Welt als Schöpfung Gottes und von der Herkunft des Volkes Israel.

Das 1. Buch Mose/Genesis gliedert sich nach seinen großen Themen. In den Kapiteln 1–11 ist von der Schöpfung und der »Urgeschichte« der Menschheit die Rede. Ab Kapitel 12 geht es um die Vorfahren der Israeliten: Kapitel 12–26 erzählen die Geschichte von Abraham, Sara und ihren Kindern. Kapitel 27–36 handeln von Jakob, der dann den Namen »Israel« erhält (32,23-33), und die Kapitel 37–50 erzählen die Geschichte von Jakobs Söhnen: Josef und seinen Brüdern.

Die Erzählungen von der Schöpfung beschreiben die Anfänge der Welt und der Menschheit. Sie vermitteln ein grundlegendes Bekenntnis des Glaubens: Die ganze Welt, so wie sie ist, ist Gottes Werk. Gott hat die Welt in einer bestimmten Ordnung geschaffen, und ohne diese Ordnung ist kein Leben möglich. Besonders deutlich wird das in der ersten Schöpfungserzählung (1,1–2,4). Gott schafft durch sein Wort die Ordnung von Zeit (Tag und Nacht) und Raum (Land und Meer). Entsprechend sind auch die vielen Namenslisten zu verstehen, die neben den Erzählungen im 1. Buch Mose/Genesis enthalten sind (beispielsweise 1. Mose/Genesis 10): Die Listen gliedern und ordnen die Geschichte der Menschen und führen sie so auf Gott zurück. Schon in der zweiten Schöpfungserzählung (2,4–3,24) zeigt sich aber auch ein anderer Gesichtspunkt: eine grundlegende Spannung zwischen der von Gott geschaffenen Ordnung und der Freiheit des Menschen, diese Ordnung zu missachten. Die übrigen Geschichten im ersten Teil des Buches erzählen vom Leben in dieser Spannung und davon, dass Gott den Menschen trotzdem beisteht. Gott gibt den Menschen selbst dann nicht auf, wenn er seine Ordnung verlässt. Die Geschichte von Noah und der Sintflut (6,5–9,29) enthält Gottes Versprechen: »Nie wieder will ich alles Lebendige so schwer bestrafen« (1. Mose/Genesis 8,21).

»Versprechen« (oder Verheißung) ist dann das große Thema der Erzeltern-Geschichten. »Erzeltern« werden die Vorfahren der Israeliten genannt. Verschiedene Erzählungen von den Anfängen des Volkes Israel sind darin zu einer »Familiengeschichte« zusammengestellt. Ihnen gemeinsam ist die Erfahrung, dass Gott Zusagen macht und diese erfüllt. Abraham und Sara erhalten von Gott das Versprechen, Vorfahren eines großen Volkes zu werden, das ein eigenes Land besitzt. Wegen dieses Versprechens verlassen sie ihre Heimat (12,1-9). Gott weitet das Versprechen zu einem Bund aus: Er verpflichtet sich selbst dazu, den Nachkommen von Abraham und Sara Sicherheit zu verschaffen (15). Abraham und Sara müssen nichts dafür tun, außer den Zusagen Gottes zu vertrauen. In den Geschichten um Jakob, den Enkel von Abraham, kommt der Gedanke hinzu, dass Gottes Schutz und Beistand, sein »Segen«, als materieller Wohlstand, Gesundheit und Fruchtbarkeit sichtbar werden. Jakob fordert diesen »Segen« aktiv ein und erhält auch deswegen den neuen Namen »Israel« (32,23-33). Schließlich wird Jakob oder »Israel« Vater von zwölf Söhnen, die als »Stammväter« des Volkes Israel gelten (35,21-26), das sich als Verband aus zwölf Stämmen versteht.

Der Gegensatz zwischen menschlichen Plänen und göttlichem Willen bestimmt wiederum die Geschichte von Josef, einem von Jakobs Söhnen. Seine Geschichte beginnt mit dem Neid seiner Brüder (37,12-36), der dazu führt, dass Jakob und seine Familie nach Ägypten gelangen (46). Dort wird die Erzählung des 2. Buch Mose/Exodus ihren Anfang nehmen. Josef rettet seine Familie durch seine Klugheit vor einer Hungersnot (41,47-57). Das 1. Buch Mose/Genesis endet mit der Einsicht, dass Gott das Geschehen nach seinem Willen zum Guten führt: »Ihr hattet Böses für mich geplant. Aber Gott hat es zum Guten gewendet«, sagt Josef am Schluss des Buches zu seinen Brüdern (50,20).

Wann und wie genau das Buch entstanden ist, lässt sich nicht feststellen. Sicher scheint nur, dass der Text nicht am Stück geschrieben, sondern aus verschiedenen Geschichten und Beiträgen zu einer Erzählfolge zusammengestellt wurde. An einigen Stellen ist das noch gut erkennbar: Die Schöpfung durch Gott wird zwei Mal erzählt (1,1–2,4 und 2,4–3,24), ebenso der Bundesschluss zwischen Gott und Abraham (15 und 17).

Die Themen des 1. Buch Mose/Genesis sind so grundlegend, dass sie immer wieder aufgegriffen und verarbeitet wurden, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Bibel. Die Versprechen (oder Verheißungen), die Gott Abraham, Sara und später ihren Nachkommen gibt, werden im Verlauf der Erzählungen der geschichtlichen Bücher schrittweise eingelöst: Die Israeliten als »Nachkommen« Abrahams und Jakobs werden ein großes Volk (2. Mose/Exodus) und erobern ein Land, in dem sie leben können (Josua). Im Neuen Testament sieht Paulus in Abraham ein Vorbild im Glauben (Römer 4).

1. Mose/Genesis 1

Die Urgeschichte

1. Mose/Genesis 1,1–11,32

Von der Erschaffung der Welt und der Menschen

1. Mose/Genesis 1,1–3,24

Die Erschaffung der Welt

1 Am Anfang erschuf Gott Himmel und Erde.

2 Die Erde war wüst und leer,

und Finsternis lag über dem Urmeer.

Über dem Wasser schwebte Gottes Geist.

3 Gott sprach: »Es soll Licht werden!«

Und es wurde Licht.

4 Gott sah, dass das Licht gut war,

und Gott trennte das Licht von der Finsternis.

5 Er nannte das Licht »Tag« und die Finsternis »Nacht«.

Es wurde Abend und wieder Morgen – der erste Tag.

6 Gott sprach:

»Ein Dach soll sich wölben mitten im Urmeer!

Es soll das Wasser darunter

von dem Wasser darüber trennen.«

Und so geschah es.

7 Gott machte das Dach

und trennte das Wasser unter dem Dach

von dem Wasser über dem Dach.

8 Gott nannte das Dach »Himmel«.

Es wurde Abend und wieder Morgen – der zweite Tag.

9 Gott sprach:

»Das Wasser unter dem Himmel

soll sich an einem Ort sammeln,

damit das Land sichtbar wird!«

Und so geschah es.

10 Gott nannte das Land »Erde«

und das gesammelte Wasser »Meer«.

Und Gott sah, dass es gut war.

11 Gott sprach:

»Die Erde soll frisches Grün sprießen lassen

und Pflanzen, die Samen tragen!

Sie soll auch Bäume hervorbringen

mit eigenen Früchten und Samen darin!«

Und so geschah es.

12 Die Erde brachte frisches Grün hervor

und Pflanzen, die Samen tragen.

Sie ließ auch Bäume wachsen

mit eigenen Früchten und Samen darin.

Und Gott sah, dass es gut war.

13 Es wurde Abend und wieder Morgen – der dritte Tag.

14 Gott sprach:

»Lichter sollen am Himmelsdach entstehen,

um Tag und Nacht voneinander zu trennen!

Sie sollen als Zeichen dienen,

um die Feste, die Tage und Jahre zu bestimmen.

15 Als Leuchten sollen sie am Himmelsdach stehen

und der Erde Licht geben.«

Und so geschah es.

16 Gott machte zwei große Lichter.

Das größere Licht sollte den Tag beherrschen

und das kleinere die Nacht.

Dazu kamen noch die Sterne.

17 Gott setzte sie an das Himmelsdach,

um der Erde Licht zu geben.

18 Sie sollten am Tag und in der Nacht herrschen

und das Licht von der Finsternis trennen.

Und Gott sah, dass es gut war.

19 Es wurde Abend und wieder Morgen – der vierte Tag.

20 Gott sprach:

»Das Wasser soll von Lebewesen wimmeln,

und Vögel sollen fliegen über der Erde und am Himmel!«

21 Gott schuf die großen Seeungeheuer

und alle Arten von Lebewesen,

von denen das Wasser wimmelt.

Er schuf auch alle Arten von Vögeln.

Und Gott sah, dass es gut war.

22 Gott segnete sie und sprach:

»Seid fruchtbar, vermehrt euch

und füllt das ganze Meer!

Auch die Vögel sollen sich vermehren auf der Erde!«

23 Es wurde Abend und wieder Morgen – der fünfte Tag.

24 Gott sprach:

»Die Erde soll Lebewesen aller Art hervorbringen:

Vieh, Kriechtiere und wilde Tiere!«

Und so geschah es.

25 Gott machte die wilden Tiere und das Vieh

und alle Kriechtiere auf dem Boden.

Er machte sie alle nach ihrer eigenen Art.

Und Gott sah, dass es gut war.

26 Gott sprach:

»Lasst uns Menschen machen – unser Ebenbild,

uns gleich sollen sie sein!

Sie sollen herrschen über die Fische im Meer

und die Vögel am Himmel,

über das Vieh und die ganze Erde,

und über alle Kriechtiere auf dem Boden.«

27 Gott schuf den Menschen nach seinem Bild.

Als Gottes Ebenbild schuf er ihn,

als Mann und Frau schuf er sie.

28 Gott segnete sie und sprach zu ihnen:

»Seid fruchtbar und vermehrt euch!

Bevölkert die Erde und nehmt sie in Besitz!

Herrscht über die Fische im Meer

und die Vögel am Himmel

und über alle Tiere, die auf dem Boden kriechen!«

29 Gott sprach:

»Als Nahrung gebe ich euch alle Pflanzen auf der Erde,

die Samen hervorbringen –

dazu alle Bäume mit Früchten und Samen darin.

30 Die grünen Pflanzen sollen Futter für die Tiere sein:

für die Tiere auf der Erde, die Vögel am Himmel

und alle Kriechtiere auf dem Boden.«

Und so geschah es.

31 Gott sah alles an, was er gemacht hatte:

Es war sehr gut.

Es wurde Abend und wieder Morgen – der sechste Tag.

1. Mose/Genesis 2

1 So wurden Himmel und Erde vollendet

mit allem, was darin ist.

2 Am siebten Tag vollendete Gott sein Werk,

das er gemacht hatte.

An diesem Tag ruhte er aus von all seiner Arbeit,

die er getan hatte.

3 Gott segnete den siebten Tag

und erklärte ihn zu einem heiligen Tag.

Denn an diesem Tag ruhte Gott aus

von all seinen Werken,

die er geschaffen und gemacht hatte.

4 Das ist die Entstehungsgeschichte

von Himmel und Erde:

So wurden sie geschaffen.

Die Menschen im Paradies

Zu der Zeit, als Gott der HERR Erde und Himmel machte,

5 wuchs noch nichts auf der Erde.

Es gab keine Sträucher auf dem Feld

und auch sonst keine Pflanzen.

Denn Gott der HERR hatte noch keinen Regen

auf die Erde fallen lassen.

Es gab auch keinen Menschen,

der den Erdboden bearbeitete.

6 Wasser stieg aus der Erde auf

und tränkte den ganzen Erdboden.

7 Da formte Gott der HERR

den Menschen aus Staub vom Erdboden.

Er blies ihm den Lebensatem in die Nase,

und so wurde der Mensch ein lebendiges Wesen.

8 Dann legte Gott der HERR einen Garten an –

im Osten, in der Landschaft Eden.

Dorthin brachte er den Menschen,

den er geformt hatte.

9 Gott der HERR ließ aus dem Erdboden

alle Arten von Bäumen emporwachsen.

Sie sahen verlockend aus,

und ihre Früchte schmeckten gut.

In der Mitte des Gartens aber

wuchsen zwei besondere Bäume:

der Baum des Lebens

und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.

10 In Eden entspringt ein Strom,

der den Garten bewässert.

Von dort teilt er sich in vier Flüsse:

11 Der erste heißt Pischon.

Er fließt um das ganze Land Hawila herum,

wo es Gold gibt.

12 Das Gold dieses Landes ist besonders rein.

Dort gibt es auch kostbares Harz

und den Edelstein Karneol.

13 Der zweite Strom heißt Gihon.

Er fließt um das ganze Land Kusch herum.

14 Der dritte Strom heißt Tigris.

Er fließt östlich von Assur.

Der vierte Strom ist der Eufrat.

15 Gott der HERR nahm den Menschen

und brachte ihn in den Garten Eden.

Er sollte ihn bearbeiten und bewahren.

16 Und Gott der HERR gebot dem Menschen:

»Von jedem Baum im Garten darfst du essen.

17 Aber vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse

darfst du nicht essen.

Sobald du davon isst, wirst du sterben.«

18 Gott der HERR sprach:

»Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist.

Ich will ihm eine Hilfe machen –

ein Gegenüber, das ihm entspricht.«

19 Gott der HERR formte aus dem Erdboden

alle Tiere auf dem Feld und alle Vögel am Himmel.

Dann brachte er sie zu dem Menschen,

um zu sehen, wie er sie nennen würde.

Jedes Lebewesen sollte so heißen,

wie der Mensch es nannte.

20 Also gab der Mensch ihnen Namen:

allem Vieh, den Vögeln am Himmel

und allen Tieren auf dem Feld.

Aber es war keine Hilfe für den Menschen dabei –

kein Gegenüber, das ihm entsprach.

21 Da versetzte Gott der HERR

den Menschen in einen tiefen Schlaf.

Er nahm eine von seinen Rippen

und verschloss die Stelle mit Fleisch.

22 Aus der Rippe, die er vom Menschen genommen hatte,

bildete Gott der HERR eine Frau.

Die brachte er zum Menschen.

23 Da sagte der Mensch:

»Sie ist es! Sie ist von meinem Fleisch und Blut.

›Frau‹ soll sie heißen und ich ›Mann‹.

Von mir ist sie genommen, wir gehören zusammen.«

24 Darum verlässt ein Mann seinen Vater und seine Mutter

und verbindet sich mit seiner Frau.

Sie sind dann eins mit Leib und Seele.

25 Der Mann und seine Frau waren beide nackt,

doch sie schämten sich nicht voreinander.

1. Mose/Genesis 3

Die Verbannung aus dem Paradies

1 Die Schlange war schlauer

als alle anderen Tiere des Feldes,

die Gott der HERR gemacht hatte.

Sie sagte zu der Frau:

»Hat Gott wirklich gesagt,

dass ihr von keinem der Bäume im Garten essen dürft?«

2 Die Frau erwiderte der Schlange:

»Von den Früchten der Bäume im Garten

dürfen wir essen.

3 Nur die Früchte von dem Baum,

der in der Mitte des Gartens steht,

hat Gott uns verboten.

Er hat gesagt:

›Esst nicht davon,

berührt sie nicht einmal,

sonst müsst ihr sterben!‹«

4 Die Schlange entgegnete der Frau:

»Ihr werdet ganz bestimmt nicht sterben.

5 Denn Gott weiß:

Sobald ihr davon esst,

gehen euch die Augen auf.

Ihr werdet wie Gott sein

und wissen, was Gut und Böse ist.«

6 Da sah die Frau, dass dieser Baum zum Essen einlud.

Er war eine Augenweide und verlockend,

weil er Klugheit versprach.

Sie nahm eine Frucht und biss hinein.

Dann gab sie ihrem Mann davon, und auch er aß.

7 Da gingen den beiden die Augen auf,

und sie erkannten, dass sie nackt waren.

Sie banden Feigenblätter zusammen

und machten sich Lendenschurze.

8 Als am Abend ein kühler Wind blies,

ging Gott der HERR im Garten umher.

Der Mann und seine Frau hörten ihn kommen.

Da versteckten sie sich vor Gott dem HERRN

zwischen den Bäumen im Garten.

9 Gott der HERR rief den Menschen

und fragte: »Wo bist du?«

10 Der Mensch antwortete:

»Ich habe dich im Garten gehört und Angst bekommen.

Ich habe mich versteckt, weil ich nackt bin.«

11 Gott fragte:

»Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist?

Hast du von dem verbotenen Baum gegessen?«

12 Der Mensch entgegnete:

»Die Frau, die du mir zur Seite gestellt hast,

hat mir davon gegeben, und ich habe gegessen.«

13 Da fragte Gott der HERR die Frau:

»Was hast du getan?«

Die Frau erwiderte:

»Die Schlange hat mich dazu verführt,

und ich habe gegessen.«

14 Da sagte Gott der HERR zur Schlange:

»Weil du das getan hast, sollst du verflucht sein –

unter allem Vieh und allen Tieren auf dem Feld!

Auf dem Bauch wirst du kriechen

und Staub fressen dein Leben lang.

15 Ich stifte Feindschaft zwischen dir und der Frau,

zwischen ihrem und deinem Nachwuchs.

Er wird dir den Kopf zertreten,

und du wirst ihn in die Ferse beißen.«

16 Zur Frau sagte er:

»Jedes Mal, wenn du schwanger bist,

wirst du große Mühen haben.

Unter Schmerzen wirst du Kinder zur Welt bringen.

Es wird dich zu deinem Mann hinziehen,

aber er wird über dich bestimmen.«

17 Und zum Mann sagte er:

»Du hast auf deine Frau gehört

und von dem Baum gegessen.

Ich hatte dir aber verboten, davon zu essen.

Daher soll der Erdboden deinetwegen verflucht sein!

Dein Leben lang musst du dich abmühen,

um dich von ihm zu ernähren.

18 Dornen und Disteln wird er hervorbringen,

du musst aber von den Pflanzen des Feldes leben.

19 Im Schweiße deines Angesichts wirst du Brot essen,

bis du zum Erdboden zurückkehrst.

Denn aus ihm bist du gemacht:

Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück.«

20 Der Mensch, Adam, gab seiner Frau den Namen Eva,

das heißt: Leben.

Denn sie wurde die Mutter aller Lebenden.

21 Gott der HERR machte für Adam und seine Frau

Kleider aus Fellen.

Die zog er ihnen an.

22 Dann sprach Gott der HERR:

»Nun ist der Mensch wie einer von uns geworden

und weiß, was gut und böse ist.

Er soll seine Hand nicht ausstrecken

und auch noch Früchte vom Baum des Lebens pflücken.

Er darf sie nicht essen, sonst lebt er für immer.«

23 Da schickte Gott der HERR ihn aus dem Garten Eden weg.

Er musste von nun an den Ackerboden bearbeiten,

aus dem er gemacht war.

24 Gott jagte den Menschen fort.

Östlich des Gartens Eden

stellte er Kerubim und das lodernde Flammenschwert auf.

Die sollten den Zugang zum Baum des Lebens bewachen.

1. Mose/Genesis 4

Jenseits vom Garten Eden

1. Mose/Genesis 4,1–6,4

Kain erschlägt Abel

1Adam schlief mit seiner Frau Eva.

Sie wurde schwanger und brachte Kain zur Welt.

Da sagte sie:

»Mithilfe des HERRN habe ich einen Sohn bekommen.«

2 Danach brachte sie seinen Bruder Abel zur Welt.

Abel wurde Hirte und Kain wurde Ackerbauer.

3 Eines Tages brachte Kain dem HERRN

von dem Ertrag seines Feldes eine Opfergabe dar.

4 Auch Abel brachte ein Opfer dar:

die erstgeborenen Tiere seiner Herde und ihr Fett.

Der HERR schaute wohlwollend auf Abel und sein Opfer.

5 Doch Kain und sein Opfer

schaute er nicht wohlwollend an.

Da packte Kain der Zorn,

und er blickte finster zu Boden.

6 Der HERR fragte Kain:

»Warum bist du so zornig,

und warum blickst du zu Boden?

7 Ist es nicht so:

Wenn du Gutes planst,

kannst du den Blick frei erheben.

Hast du jedoch nichts Gutes im Sinn,

dann lauert die Sünde an der Tür.

Sie lockt dich, aber du darfst ihr nicht nachgeben!«

8 Kain sagte zu seinem Bruder Abel:

»Lass uns aufs Feld gehen!«

Als sie auf dem Feld waren,

fiel Kain über seinen Bruder Abel her und erschlug ihn.

9 Da sagte der HERR zu Kain:

»Wo ist dein Bruder Abel?«

Kain antwortete: »Das weiß ich nicht.

Bin ich dazu da, auf meinen Bruder achtzugeben?«

10 Der HERR entgegnete ihm:

»Was hast du getan?

Das Blut deines Bruders schreit vom Ackerboden zu mir.

11Verflucht sollst du sein,

verbannt vom Ackerboden,

den deine Hand mit seinem Blut getränkt hat!

12 Wenn du ihn bearbeitest,

wird er dir künftig keinen Ertrag mehr bringen.

Du wirst ein heimatloser Flüchtling sein

und von Ort zu Ort ziehen.«

13 Kain erwiderte dem HERRN:

»Die Strafe ist zu schwer für mich.

14 Du verjagst mich jetzt vom Ackerland

und verbannst mich aus deiner Gegenwart.

Als heimatloser Flüchtling

muss ich von Ort zu Ort ziehen.

Jeder, dem ich begegne, kann mich erschlagen.«

15 Der HERR antwortete: »Das soll nicht geschehen!

Wer Kain tötet,

an dem soll es siebenfach gerächt werden.«

Der HERR machte ein Zeichen an Kain.

Niemand, der ihm begegnete, durfte ihn töten.

16 Kain zog fort, weg vom HERRN,

und ließ sich im Land Nod nieder.

Das liegt östlich des Gartens Eden.

Kains Nachkommen

17 Kain schlief mit seiner Frau.

Sie wurde schwanger und brachte Henoch zur Welt.

Danach gründete Kain eine Stadt

und nannte sie nach seinem Sohn ebenfalls Henoch.

18 Henoch bekam einen Sohn: Irad.

Irad war der Vater von Mehujael.

Mehujael war der Vater von Metuschael

und Metuschael der Vater von Lamech.

19 Lamech heiratete zwei Frauen.

Die eine hieß Ada und die andere Zilla.

20 Ada brachte Jabal zur Welt.

Jabal war der Stammvater der Menschen,

die in Zelten leben und Vieh züchten.

21 Sein Bruder hieß Jubal.

Er war der Stammvater

aller Harfen- und Flötenspieler.

22 Zilla brachte Tubal-Kain zur Welt.

Tubal-Kain war Schmied.

Er stellte alle Arten von Bronze- und Eisengeräten her.

Seine Schwester hieß Naama.

23 Lamech sagte zu seinen Frauen:

»Ada und Zilla, hört mir gut zu!

Ihr Frauen Lamechs, merkt euch meine Worte!

Ich erschlage den Mann, der mich verwundet.

Ich erschlage das Kind, das mich schlägt.

24 Wird Kain siebenmal gerächt,

soll Lamech siebenundsiebzigmal gerächt werden.«

Adam und Eva bekommen noch einen Sohn

25Adam schlief wieder mit seiner Frau,

und Eva bekam noch einen Sohn.

Sie nannte ihn Set, das heißt: Ersatz.

Denn sie sagte:

»Gott hat mir einen anderen Sohn geschenkt.

Denn Abel ist ja von Kain erschlagen worden.«

26 Auch Set bekam einen Sohn und nannte ihn Enosch.

Damals begann man,

den HERRN bei seinem Namen anzurufen.

1. Mose/Genesis 5

Adams Nachkommen bis zur Sintflut

1 Das ist der Familienstammbaum von Adam:

Als Gott den Menschen erschuf,

machte er ihn als sein Ebenbild.

2 Er schuf sie als Mann und Frau.

Gott segnete sie

und gab ihnen den Namen »Mensch« –

an dem Tag, als sie erschaffen wurden.

3Adam war 130 Jahre alt,

da wurde er wieder Vater.

Sein Sohn war ihm so ähnlich wie sein Ebenbild.

Er gab ihm den Namen Set.

4 Adam lebte nach Sets Geburt noch 800 Jahre

und bekam weitere Söhne und Töchter.

5 Er starb im Alter von 930 Jahren.

6 Set war 105 Jahre alt,

als sein Sohn Enosch geboren wurde.

7 Set lebte nach Enoschs Geburt noch 807 Jahre

und bekam weitere Söhne und Töchter.

8 Er starb im Alter von 912 Jahren.

9 Enosch war 90 Jahre alt,

als sein Sohn Kenan geboren wurde.

10 Enosch lebte nach Kenans Geburt noch 815 Jahre

und bekam weitere Söhne und Töchter.

11 Er starb im Alter von 905 Jahren.

12 Kenan war 70 Jahre alt,

als sein Sohn Mahalalel geboren wurde.

13 Kenan lebte nach Mahalalels Geburt noch 840 Jahre

und bekam weitere Söhne und Töchter.

14 Er starb im Alter von 910 Jahren.

15 Mahalalel war 65 Jahre alt,

als sein Sohn Jered geboren wurde.

16 Mahalalel lebte nach Jereds Geburt noch 830 Jahre

und bekam weitere Söhne und Töchter.

17 Er starb im Alter von 895 Jahren.

18 Jered war 162 Jahre alt,

als sein Sohn Henoch geboren wurde.

19 Jered lebte nach Henochs Geburt noch 800 Jahre

und bekam weitere Söhne und Töchter.

20 Er starb im Alter von 962 Jahren.

21 Henoch war 65 Jahre alt,

als sein Sohn Metuschelach geboren wurde.

22 Henoch führte ein Leben in enger Beziehung zu Gott.

Nach der Geburt Metuschelachs lebte er noch 300 Jahre

und bekam weitere Söhne und Töchter.

23 Henoch wurde 365 Jahre alt.

24 Nachdem er in enger Beziehung zu Gott gelebt hatte,

war er plötzlich nicht mehr da.

Denn Gott hatte ihn von der Erde weggenommen.

25Metuschelach war 187 Jahre alt,

als sein Sohn Lamech geboren wurde.

26 Metuschelach lebte nach Lamechs Geburt noch 782 Jahre

und bekam weitere Söhne und Töchter.

27 Er starb im Alter von 969 Jahren.

28 Lamech war 182 Jahre alt,

als er einen Sohn bekam.

29 Er gab ihm den Namen Noah und sagte:

»Dieser wird uns trösten

bei unserer Arbeit und Mühe auf dem Ackerboden,

den der HERR verflucht hat.«

30 Lamech lebte nach Noahs Geburt noch 595 Jahre

und bekam weitere Söhne und Töchter.

31 Er starb im Alter von 777 Jahren.

32Noah war 500 Jahre alt,

als seine Söhne Sem, Ham und Jafet geboren wurden.

1. Mose/Genesis 6

Die Begrenzung der Lebenszeit

1 Als die Menschen sich vermehrten

und auf der Erde ausbreiteten,

bekamen sie auch viele Töchter.

2 Die Gottessöhne sahen,

dass die Töchter der Menschen schön waren.

Sie nahmen sich Frauen, wie sie wollten.

3 Da sprach der HERR:

»Mein Geist soll nicht für eine so lange Zeit

im Menschen bleiben.

Denn der Mensch ist vergänglich.

Er soll nicht mehr als 120 Jahre alt werden.«

4 Zu dieser Zeit, wie auch später,

lebten auf der Erde noch Riesen.

Sie entstammten der Verbindung

der Gottessöhne mit den Töchtern der Menschen.

Das sind die berühmten Helden aus uralter Zeit.

Noah und die Sintflut

1. Mose/Genesis 6,5–9,29

Die Bosheit der Menschen

5 Der HERR sah,

dass die Bosheit der Menschen

auf der Erde zugenommen hatte.

Den ganzen Tag lang hatten sie nur Böses im Sinn.

6 Da bereute es der HERR,

dass er die Menschen auf der Erde gemacht hatte.

Er war zutiefst betrübt.

7 Der HERR sprach:

»Ich will die Menschen, die ich erschaffen habe,

wieder von der Erde auslöschen.

Ja, ich will alles auslöschen –

von den Menschen bis zum Vieh,

von den Kriechtieren bis zu den Vögeln am Himmel.

Denn ich bereue, dass ich sie gemacht habe.«

8 Noah aber fand Gnade beim HERRN.

Noah baut eine Arche

9 Das ist die Familiengeschichte von Noah:

Noah war ein gerechter Mann

und tadellos – im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen.

Er führte ein Leben in enger Beziehung zu Gott.

10 Noah hatte drei Söhne: Sem, Ham und Jafet.

11 Doch die Erde war in den Augen Gottes

durch und durch verdorben und voller Gewalttaten.

12 Gott sah auf die Erde:

Sie war durch und durch verdorben.

Denn alle Lebewesen auf der Erde

hatten den rechten Weg verlassen

und sich dem Bösen zugewandt.

13 Da sagte Gott zu Noah:

»Ich habe den Untergang aller Lebewesen beschlossen,

denn ihretwegen ist die Erde voller Gewalttaten.

Ja, ich will sie mit der Erde vernichten.

14 Bau dir ein Schiff, eine Arche, aus Nadelholz!

Statte die Arche mit Kammern aus

und dichte sie innen wie außen mit Pech ab.

15 Mach die Arche 150 Meter lang,

25 Meter breit und 15 Meter hoch.

16 Mach das Dach für die Arche so,

dass es einen halben Meter übersteht.

Bring den Eingang der Arche an ihrer Seite an.

Bau sie mit drei Stockwerken:

einem unteren, einem mittleren und einem oberen.

17 Denn ich will eine Sintflut

über die Erde hereinbrechen lassen.

Sie soll alles unter dem Himmel vernichten,

in dem der Lebensatem ist.

Alles, was auf der Erde ist, soll umkommen.

18 Doch mit dir schließe ich einen Bund:

Geh in die Arche – zusammen mit deinen Söhnen,

deiner Frau und den Frauen deiner Söhne.

19 Nimm von allen Lebewesen

jeweils ein Paar mit in die Arche.

Je ein Männchen und ein Weibchen soll es sein,

damit sie mit dir am Leben bleiben.

20 Von jeder Tierart sollen je zwei zu dir kommen:

von den Vögeln, dem Vieh

und den Kriechtieren auf dem Boden.

So bleiben sie am Leben.

21 Nimm genug zu essen mit,

und leg Vorräte an für dich und die Tiere.«

22 Noah machte alles so, wie Gott es ihm befohlen hatte.

Genauso machte er es.

1. Mose/Genesis 7

Noah geht mit seiner Familie und den Tieren in die Arche

1 Der HERR sagte zu Noah:

»Geh mit deiner ganzen Familie in die Arche.

Denn nur du kannst vor mir als gerecht gelten –

im Unterschied zu deinen Zeitgenossen.

2 Nimm von allen reinen Tieren

jeweils sieben Männchen und Weibchen mit!

Von den unreinen Tieren nimm jeweils zwei mit:

ein Männchen und ein Weibchen.

3 Auch von den Vögeln am Himmel

nimm jeweils sieben Männchen und Weibchen mit.

So kann ihr Nachwuchs wieder auf der Erde leben.

4 Denn noch sieben Tage,

dann lasse ich es auf die Erde regnen –

40 Tage und 40 Nächte lang.

Ich werde alles Bestehende, das ich gemacht habe,

von der Erde auslöschen.«

5 Noah machte alles so,

wie der HERR es ihm befohlen hatte.

6 Noah war 600 Jahre alt,

als die Sintflut über die Erde kam.

7 Noah ging vor dem Wasser der Flut in die Arche –

mit seinen Söhnen, seiner Frau

und den Frauen seiner Söhne.

8Reine und unreine Tiere kamen mit,

ebenso die Vögel und alles,

was auf dem Boden kriecht.

9 Von ihnen ging jeweils ein Paar,

ein Männchen und ein Weibchen,

zu Noah in die Arche.

Es war genau so, wie Gott es Noah befohlen hatte.

Die Erde wird überflutet

10 Sieben Tage später

kam das Wasser der Sintflut über die Erde.

11 Es war in Noahs 600. Lebensjahr,

am 17. Tag des zweiten Monats.

An diesem Tag brachen alle Quellen des Urmeers auf,

und die Schleusen des Himmels öffneten sich.

12 40 Tage und 40 Nächte lang

fiel Regen auf die Erde.

13 Genau an diesem Tag ging Noah in die Arche.

Seine Söhne Sem, Ham und Jafet,

seine Frau und die drei Frauen seiner Söhne

gingen mit hinein.

14 Bei ihnen waren alle Arten von wilden Tieren und Vieh

und alle Tierarten, die auf der Erde kriechen.

Sie nahmen auch alle Arten von fliegenden Tieren mit:

jede Vogelart und alles, was sonst noch Flügel hat.

15 Von allen Tieren, in denen der Lebensatem ist,

kam jeweils ein Paar zu Noah in die Arche.

16 Von jeder Art kamen ein Männchen und ein Weibchen,

genauso wie Gott es Noah befohlen hatte.

Dann schloss der HERR hinter ihm zu.

17 Die Sintflut auf der Erde dauerte 40 Tage.

Das Wasser stieg an, hob die Arche hoch

und trug sie immer höher über die Erde.

18 Das Wasser stieg weiter und überschwemmte die Erde,

doch die Arche schwamm auf dem Wasser.

19 Die Wassermassen stiegen noch höher

und bedeckten alle hohen Berge unter dem Himmel.

20 Das Wasser überragte die Gipfel um siebeneinhalb Meter.

21 Da kamen alle Lebewesen auf der Erde um:

Vögel, Vieh und wilde Tiere,

alles, wovon die Erde wimmelt,

und auch alle Menschen.

22 Alles starb, was den Lebensatem in sich hatte

und auf dem Land lebte.

23 So löschte Gott alles auf dem Erdboden Bestehende aus:

vom Menschen bis zum Vieh,

vom Kriechtier bis zum Vogel am Himmel –

er löschte alles auf der Erde aus.

Nur Noah blieb übrig

und alle, die mit ihm in der Arche waren.

24 150 Tage lang stieg das Wasser auf der Erde.

1. Mose/Genesis 8

Die Sintflut hört auf

1 Da dachte Gott an Noah –

und an alle Tiere und das Vieh,

die bei ihm in der Arche waren.

Er ließ einen Wind über die Erde wehen,

und das Wasser begann zu sinken.

2 Die Quellen des Urmeers wurden verschlossen

und die Schleusen des Himmels verriegelt,

sodass der Regen aufhörte.

3 Da ging das Wasser auf der Erde allmählich zurück,

es sank und versickerte.

Nach 150 Tagen war es so weit gesunken,

4 dass die Arche auf dem Gebirge Ararat aufsetzte.

Das war am 17. Tag des siebten Monats.

5 Bis zum zehnten Monat sank das Wasser weiter.

Am ersten Tag des zehnten Monats

kamen die Berggipfel zum Vorschein.

6 40 Tage später öffnete Noah das Fenster,

das er in die Arche eingebaut hatte.

7 Er ließ einen Raben hinausfliegen.

Der kehrte immer wieder zurück,

bis das Wasser verschwunden

und die Erde trocken war.

8 Noah schickte auch eine Taube los.

Er wollte herausfinden,

ob das Wasser vom Erdboden abgeflossen war.

9 Aber die Taube fand keinen Halt für ihre Füße.

Da kehrte sie zu Noah in die Arche zurück,

denn noch immer bedeckte Wasser die ganze Erde.

Noah streckte seine Hand aus, nahm die Taube

und holte sie zu sich in die Arche.

10 Er wartete noch weitere sieben Tage.

Dann schickte er die Taube

wieder aus der Arche hinaus.

11 Am Abend kam sie zu ihm zurück.

Diesmal hatte sie in ihrem Schnabel

ein frisches Blatt von einem Olivenbaum.

Da wusste Noah,

dass das Wasser auf der Erde weniger geworden war.

12 Er wartete noch einmal sieben Tage lang.

Dann schickte er die Taube wieder los.

Doch nun kehrte sie nicht mehr zu ihm zurück.

Noah verlässt mit seiner Familie und den Tieren die Arche

13 Im 601. Lebensjahr Noahs,

am ersten Tag des ersten Monats,

war das Wasser verschwunden und die Erde trocken.

Noah entfernte das Dach von der Arche und sah,

dass der Erdboden trocken war.

14 Am 27. Tag des zweiten Monats

war die Erde ganz trocken.

15 Da sagte Gott zu Noah:

16 »Geh aus der Arche hinaus – zusammen mit deiner Frau,

deinen Söhnen und den Frauen deiner Söhne!

17 Nimm all die Tiere mit hinaus, die bei dir sind:

die Vögel, das Vieh und alles,

was auf dem Boden kriecht.

Auf der Erde soll es von ihnen wimmeln.

Sie sollen fruchtbar sein

und sich auf der Erde vermehren.«

18 Da ging Noah hinaus – mit seinen Söhnen,

seiner Frau und den Frauen seiner Söhne.

19 Dann kamen alle Tiere,

alles, was kriecht und alle Vögel.

Alles, was sich auf der Erde regt,

zog nach Arten geordnet aus der Arche hinaus.

Noahs Opfer und Gottes Versprechen

20 Noah baute einen Altar für den HERRN.

Von den reinen Tieren und den reinen Vögeln

brachte er einige auf dem Altar als Brandopfer dar.

21 Der Geruch stimmte den HERRN gnädig

und er sagte zu sich selbst:

»Nie wieder will ich die Erde

wegen der Menschen verfluchen.

Denn von Jugend an haben sie nur Böses im Sinn.

Nie wieder will ich alles Lebendige

so schwer bestrafen, wie ich es getan habe.

22 Solange die Erde besteht,

werden nicht aufhören

Saat und Ernte, Frost und Hitze,

Sommer und Winter, Tag und Nacht.«

1. Mose/Genesis 9

Gottes Bund mit den Menschen

1Gott segnete Noah und seine Söhne und sagte zu ihnen:

»Seid fruchtbar, vermehrt euch und bevölkert die Erde!

2 Furcht und Schrecken soll von euch ausgehen

für alle Tiere:

für die Tiere auf der Erde und die Vögel am Himmel,

für alles, was auf dem Erdboden kriecht,

und die Fische im Meer.

Ich gebe sie in eure Hand.

3 Alles, was sich regt und lebt, soll eure Nahrung sein.

Bisher waren es nur Pflanzen,

nun gebe ich euch alles zu essen.

4 Nur Fleisch, in dem noch Blut und damit Leben ist,

dürft ihr nicht essen!

5 Wenn aber euer Blut vergossen wird,

fordere ich Rechenschaft für euer Leben.

Ich fordere sie von jedem Tier

und ebenso vom Menschen.

Für das Leben eines Menschen

fordere ich Rechenschaft von einem anderen Menschen.

6 Wer das Blut eines Menschen vergießt,

dessen Blut soll durch Menschen vergossen werden.

Denn Gott hat den Menschen

als sein Ebenbild gemacht.

7* Ihr aber seid fruchtbar und vermehrt euch!

Bevölkert die Erde und werdet zahlreich auf ihr.«

8 Dann sagte Gott zu Noah und zu seinen Söhnen,

die bei ihm waren:

9 »Ich aber, ich schließe meinen Bund

mit euch und euren Nachkommen

10 und allen Lebewesen bei euch:

den Vögeln, dem Vieh und den wilden Tieren.

Ich schließe ihn mit allen, die aus der Arche kamen,

mit allen Lebewesen der Erde.

11 Ich werde meinen Bund mit euch schließen:

Nie wieder soll eine Sintflut alles Leben ausrotten!

Nie wieder soll eine Sintflut die Erde vernichten!«

12 Weiter sagte Gott:

»Ich schließe diesen Bund mit euch

und mit allen Lebewesen bei euch.

Er gilt für alle künftigen Generationen.

Und dies ist das Zeichen,

das an den Bund erinnern soll:

13 Ich setze meinen Bogen in die Wolken.

Er soll das Zeichen sein für den Bund

zwischen mir und der Erde.

14 Wenn ich Wolken über der Erde aufziehen lasse,

erscheint der Bogen am Himmel.

15 Dann denke ich an meinen Bund mit euch

und mit allen Lebewesen.

Nie wieder soll das Wasser zur Sintflut werden,

um alles Leben zu vernichten.

16 Der Bogen wird in den Wolken stehen.

Wenn ich ihn sehe,

denke ich an den ewigen Bund Gottes

mit allen Lebewesen –

mit allem, was auf der Erde lebt.«

17 Gott sagte zu Noah:

»Dieser Bogen ist das Zeichen des Bundes,

den ich mit allen Lebewesen auf der Erde geschlossen habe.«

Noahs Söhne

18 Noahs Söhne Sem, Ham und Jafet

hatten zusammen mit ihm die Arche verlassen.

Ham war der Vater von Kanaan.

19 Von diesen drei Söhnen Noahs

stammen alle Völker der Erde ab.

20 Noah betrieb Ackerbau

und legte als Erster einen Weinberg an.

21 Als er den Wein trank, wurde er betrunken

und lag nackt mitten in seinem Zelt.

22 Kanaans Vater Ham sah seinen Vater nackt daliegen.

Er erzählte es seinen beiden Brüdern draußen.

23 Da nahmen Sem und Jafet ein Gewand

und legten es über ihre Schultern.

Dann gingen sie rückwärts in das Zelt

und deckten ihren nackten Vater zu.

Dabei hatten sie das Gesicht abgewandt,

sodass sie ihren nackten Vater nicht sahen.

24 Als Noah aus seinem Weinrausch erwachte,

erfuhr er, was ihm sein jüngster Sohn angetan hatte.

25 Da sagte er: »Kanaan soll verflucht sein!

Er soll der niedrigste Knecht seiner Brüder sein.«

26 Dann sagte er: »Gepriesen sei der HERR, der Gott Sems!

Kanaan soll Sems Knecht sein.

27 Gott soll Jafet ein großes Gebiet geben!

Er soll in den Zelten Sems wohnen.

Doch Kanaan soll Jafets Knecht sein.«

28 Noah lebte nach der Sintflut noch 350 Jahre.

29 Er starb im Alter von 950 Jahren.

1. Mose/Genesis 10

Die Völker in der Welt

1. Mose/Genesis 10,1–11,32

Die Herkunft der Völker

1 Das ist der Familienstammbaum

von Noahs Söhnen Sem, Ham und Jafet.

Ihre Nachkommen wurden nach der Sintflut geboren.

2 Jafets Nachkommen sind: Gomer, Magog, Madai,

Jawan, Tubal, Meschech und Tiras.

3 Gomers Nachkommen sind: Aschkenas, Rifat und Togarma.

4 Jawans Nachkommen sind: Elischa, Tarschisch,

die Rodaniter und die Menschen aus Zypern.

5 Von Jawans Nachkommen

stammen auch die Völker der Küstenländer ab.

Das sind die Nachkommen Jafets,

nach Ländern, Sprachen, Familien und Völkern geordnet.

6 Hams Nachkommen sind: Kusch, Ägypten, Put und Kanaan.

7 Die Nachkommen von Kusch sind: Seba, Hawila,

Sabta, Ragma und Sabtecha.

Ragmas Nachkommen sind Saba und Dedan.

8 Kusch ist auch der Vater von Nimrod.

Der war der erste große Herrscher auf der Erde.

9 Er war ein überaus erfolgreicher Jäger vor dem HERRN.

Daher kommt die Redensart:

»Ein großer Jäger vor dem HERRN wie Nimrod.«

10 Zuerst herrschte er über die Städte

Babylon, Erech, Akkad und Kalne im Land Schinar.

11 Von Schinar aus zog Nimrod nach Assyrien

und gründete die Städte Ninive, Rehobot-Ir und Kelach.

12 Zwischen Ninive und Kelach baute er die Stadt Resen.

Ninive ist die bekannte große Stadt.

13Ägypten ist der Vorfahre

der Luditer, Anamiter, Lehabiter, Naftuhiter,

14 Patrositer, Kasluhiter und Kaftoriter.

Von den Kasluhitern stammen die Philister ab.

15 Kanaan ist der Vater von Sidon,

seinem Erstgeborenen, und von Het.

16 Kanaan ist auch der Vorfahre der Jebusiter,

Amoriter und Girgaschiter,

17 der Hiwiter, Arkiter und Siniter

18 sowie der Arwaditer, Zemariter und Hamatiter.

Die Völker, die zu den Kanaanitern gehörten,

haben sich später ausgebreitet.

19 Das Gebiet der Kanaaniter erstreckte sich von Sidon aus

nach Süden bis Gerar und Gaza.

Im Osten reichte es bis Sodom und Gomorra,

Adma und Zebojim und bis nach Lescha.

20 Das sind die Nachkommen Hams,

nach Familien, Sprachen, Ländern und Völkern geordnet.

21 Jafets ältester Bruder Sem

ist der Stammvater aller Nachkommen Ebers.

22 Sems Nachkommen sind: Elam, Assur,

Arpachschad, Lud und Aram.

23 Arams Nachkommen sind: Uz, Hul, Geter und Masch.

24 Arpachschad ist der Vater von Schelach

und Schelach der Vater von Eber.

25 Eber ist der Vater von zwei Söhnen:

Der eine heißt Peleg,

denn zu seiner Zeit

wurden die Gebiete der Erde aufgeteilt.

Sein Bruder heißt Joktan.

26 Das sind die Söhne Joktans:

Almodad, Schelef, Hazarmawet, Jerach,

27 Hadoram, Usal, Dikla,

28 Obal, Abimael, Saba,

29 Ofir, Hawila und Jobab.

Sie alle sind Söhne Joktans.

30 Ihr Gebiet erstreckte sich von Mescha

über Sefar bis zum Gebirge im Osten.

31 Das sind die Nachkommen Sems,

nach Familien, Sprachen, Ländern und Völkern geordnet.

32 Diese Volksstämme sind die Nachkommen der Söhne Noahs.

Sie sind nach der Sintflut zu Völkern geworden

und haben sich über die Erde verteilt.

1. Mose/Genesis 11

Der Turmbau zu Babel

1 Damals hatten alle Menschen

nur eine einzige Sprache –

mit ein und denselben Wörtern.

2 Sie brachen von Osten her auf

und kamen zu einer Ebene im Land Schinar.

Dort ließen sie sich nieder.

3 Sie sagten zueinander:

»Kommt! Lasst uns Lehmziegel formen und brennen!«

Die Lehmziegel wollten sie als Bausteine verwenden

und Asphalt als Mörtel.

4 Dann sagten sie:

»Los! Lasst uns eine Stadt mit einem Turm bauen!

Seine Spitze soll in den Himmel ragen.

Wir wollen uns einen Namen machen,

damit wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen.«

5 Da kam der HERR vom Himmel herab.

Er wollte sich die Stadt und den Turm ansehen,

die die Menschen bauten.

6 Der HERR sagte: »Sie sind ein einziges Volk

und sprechen alle dieselbe Sprache.

Und das ist erst der Anfang!

In Zukunft wird man sie nicht mehr aufhalten können.

Sie werden tun, was sie wollen.

7 Auf! Lasst uns hinabsteigen

und ihre Sprache durcheinanderbringen!

Dann wird keiner mehr den anderen verstehen.«

8 Der HERR zerstreute sie von dort über die ganze Erde.

Da mussten sie es aufgeben, die Stadt weiterzubauen.

9 Deswegen nennt man sie Babel, das heißt: Durcheinander.

Denn dort hat der HERR

die Sprache der Menschen durcheinandergebracht.

Und von dort hat sie der HERR

über die ganze Erde zerstreut.

Abrahams Vorfahren

10 Das ist der Familienstammbaum von Sem:

Sem war 100 Jahre alt,

als sein Sohn Arpachschad geboren wurde.

Das war zwei Jahre nach der Sintflut.

11 Sem lebte nach Arpachschads Geburt noch 500 Jahre

und bekam weitere Söhne und Töchter.

12 Arpachschad war 35 Jahre alt,

als sein Sohn Schelach geboren wurde.

13 Arpachschad lebte nach Schelachs Geburt

noch 403 Jahre und bekam weitere Söhne und Töchter.

14 Schelach war 30 Jahre alt,

als sein Sohn Eber geboren wurde.

15 Schelach lebte nach Ebers Geburt noch 403 Jahre

und bekam weitere Söhne und Töchter.

16 Eber war 34 Jahre alt,

als sein Sohn Peleg geboren wurde.

17 Eber lebte nach Pelegs Geburt noch 430 Jahre

und bekam weitere Söhne und Töchter.

18 Peleg war 30 Jahre alt,

als sein Sohn Regu geboren wurde.

19 Peleg lebte nach Regus Geburt noch 209 Jahre

und bekam weitere Söhne und Töchter.

20 Regu war 32 Jahre alt,

als sein Sohn Serug geboren wurde.

21 Regu lebte nach Serugs Geburt noch 207 Jahre

und bekam weitere Söhne und Töchter.

22 Serug war 30 Jahre alt,

als sein Sohn Nahor geboren wurde.

23 Serug lebte nach Nahors Geburt noch 200 Jahre

und bekam weitere Söhne und Töchter.

24 Nahor war 29 Jahre alt,

als sein Sohn Terach geboren wurde.

25 Nahor lebte nach Terachs Geburt noch 119 Jahre

und bekam weitere Söhne und Töchter.

26 Terach war 70 Jahre alt,

als seine Söhne Abram,

Nahor und Haran geboren wurden.

27 Das ist der Familienstammbaum von Terach:

Terachs Söhne sind Abram, Nahor und Haran.

Harans Sohn ist Lot.

28 Haran starb zu Lebzeiten seines Vaters Terach

in seiner Heimat Ur in Babylonien.

29 Sowohl Abram als auch Nahor heirateten.

Abrams Frau hieß Sarai und Nahors Frau hieß Milka.

Milka war die Tochter von Haran und Jiskas Schwester.

30 Sarai konnte keine Kinder bekommen.

31 Terach verließ Ur in Babylonien,

um in das Land Kanaan zu ziehen.

Er nahm seinen Sohn Abram mit

und seinen Enkel Lot, den Sohn Harans.

Auch seine Schwiegertochter Sarai ging mit,

die Frau seines Sohnes Abram.

Sie kamen bis nach Haran und blieben dort.

32 Terach wurde 205 Jahre alt.

Er starb in Haran.

1. Mose/Genesis 12

Die Geschichte von Abraham, Sara und Isaak

1. Mose/Genesis 12,1–26,35

Abraham zieht in das Land Kanaan

1. Mose/Genesis 12,1–14,24

Gott gibt Abraham einen Auftrag

1 Der HERR sagte zu Abram:

»Verlass dein Land, deine Verwandtschaft

und das Haus deines Vaters!

Geh in das Land, das ich dir zeigen werde!

2 Ich will dich zum Stammvater

eines großen Volkes machen.

Ich will dich segnen

und deinen Namen groß machen,

sodass du ein Segen sein wirst.

3 Ich werde die segnen, die dich segnen.

Wer dir aber Böses wünscht, den werde ich verfluchen.

Alle Völker der Erde

sollen durch dich gesegnet werden.«

4 Da ging Abram los,

wie der HERR es ihm befohlen hatte.

Lot ging mit ihm.

Abram war 75 Jahre alt, als er Haran verließ.

5 Er nahm seine Frau Sarai mit

und Lot, den Sohn seines Bruders.

Auch ihr ganzes Hab und Gut nahm er mit.

Dazu kamen die Leute,

die sie in Haran hinzugewonnen hatten.

So brachen sie auf, um in das Land Kanaan zu gehen.

Nachdem sie Kanaan erreicht hatten,

6 zog Abram weiter durch das Land.

Es war zu dieser Zeit von den Kanaanitern bewohnt.

Abram kam bis zu der Stelle bei Sichem,

wo die Orakeleiche steht.

7 Da erschien der HERR dem Abram und sagte:

»Dieses Land werde ich deinen Nachkommen geben.«

Daraufhin baute Abram dort einen Altar

für den HERRN, der ihm erschienen war.

8 Dann zog er weiter

in das Gebirge östlich von Bet-El.

Zwischen Bet-El im Westen und Ai im Osten

schlug er sein Zelt auf.

Auch dort baute er einen Altar für den HERRN

und rief den HERRN bei seinem Namen an.

9 Dann brach Abram auf

und zog immer weiter nach Süden.

Abraham und Sara in Ägypten

10 Im Land Kanaan brach eine Hungersnot aus.

Da zog Abram nach Ägypten,

um sich dort als Fremder niederzulassen.

Denn die Hungersnot lastete schwer auf dem Land.

11 Kurz bevor er Ägypten erreichte,

sagte er zu seiner Frau Sarai:

»Ich weiß, dass du eine schöne Frau bist.

12 Wenn dich die Ägypter sehen, werden sie sagen:

›Das ist seine Frau!‹