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Fantastische Geschichten, irre Geschichten, lustige Geschichten, Erlebnisse, Taxi-Geschichten, Liebesgeschichten. Von hoffnungsvoll romantisch, über den puren Wahnsinn, purem Glück, herrliche Fügung, aber auch seltsames Elend, bis zu absolut genial. Ein bisschen Wissenschaft der verwunderlichen Art. Und Streiche. Vor allem Geschichten ganz wunderbarer Frauen. Die Titel sagen es am besten. Der Inhalt: Zauberwort Seite 6, Samui, die Erste 13, Die unabkömmliche Funkenschleuder 23, MODE 28, Super 34, Himmelsfigur 43, König Paul 46, Der Blueston 50, Zwei Cheeseburger 54, Ein Bräutigam 57, Shubidua 63, Die unaufhörliche Dämmerung der klirrenden Pfauenlampe 72, B.B. und der heilige St. Peter 98, Rettung vorm Blödsinn 102, Die verschleppte Freundin 113, Vom Regen in die Traufe 119, Ein blauer Zahn im Spielzeugreich 123, Das wertvolle Papier 126, Das Wasser der Liebe 137, Entkommen 159, High Society 167, Ein feuerfestes Mädchen 178, Blaue Schmetterlinge 215
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Seitenzahl: 252
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Marianne Le Soleil Levant
BLAUE SCHMETTERLINGE
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Sujet enchanteur
Zauberwort
Samui die Erste
Die unabkömmliche Funkenschleuder
MODE
Super
Himmelsfigur
König Paul
Der Blues-Ton
Zwei Cheeseburger am Romanplatz
Ein Bräutigam
Shubidua
Die unaufhörliche Dämmerung der klirrenden Pfauenlampe
B.B. und der heilige Sankt Peter
Die verschleppte Freundin
Vom Regen in die Traufe
Ein blauer Zahn im Spielzeugreich
Das wertvolle Papier
Das Wasser der Liebe
Entkommen
High Society
Ein feuerfestes Mädchen
Blaue Schmetterlinge
encore plus de magie
Impressum
Impressum neobooks
Für den blauen Schmetterling
Von einer pragmatischen Warte nicht unbedingt etwas besonderes. Im Grundsatz auch nicht selten. Betrachtet man nur die natürlichen Körperfunktionen und psychischen Folgeerscheinungen. Auch amüsante Einzelheiten im Hergang kommen in ähnlicher Form immer wieder vor. Kurz und knapp, dabei für sich schon platt: Eine Girl and Boy Geschichte.
Zum ersten Mal haben wir uns bei einer Gelegenheit getroffen, die für uns beide nicht die erste Wahl an Abendunterhaltung war, aber wir waren beide da. Der pure Zufall. Man kann an Fügung glauben.
Alle Gäste waren deutlich älter als sie und ich. Nur ca. 25 Jahre älter. Auch nicht bieder. Aber älter.
Ich war dort mit meinem Kompositionslehrer. Der war natürlich älter, und ich war schon vorher mit ihm auf größeren Parties und kannte die Gastgeber bereits. Dies war eine kleine Zusammenkunft in deren privater Wohnung. Sie war mit ihren Eltern da. Die waren eingeladen und sie war mitgekommen. Sie kannte niemanden, hatte aber schon Zeit gehabt, die Leute kennen zu lernen. Es waren auch noch andere Leute da. Sie war total schön. Und strahlte.
Nun kann man nicht kurz nach Eintritt in den Gastraum auf das Madel zu stürzen und eine Telefonnummer fordern. Man grüßt alle kurz. Sie hat diese Augen.
Dann nimmt man das Gespräch mit den Freunden auf. Nun blieb das Interesse offenbar. Man sah herüber und hinüber. Es dauerte nur eine Viertelstunde. Die Party war nicht über Gebühr spektakulär. Bevor sich mir eine Gelegenheit bot, ich war schüchtern und dachte, ich hätte etwas mehr Zeit, das unauffällig einzuleiten, wollten Ihre Eltern aufbrechen, und so gut gefiel es ihr wohl auch nicht. Sie wohnten weit über das entgegengesetzte Ende der Stadt hinaus. Da war sie weg. Ich hatte nicht mal richtig mit ihr gesprochen.
Das war schade. Ich fragte noch, wer die Familie war. Weil die Freunde mussten doch die Eltern gewesen sein. Nicht der engste Kreis. Man kannte sich. Seien hineingerutscht.
Sie hat mir später erzählt, warum sie damals nicht auf mich zu gekommen ist, obwohl ich ihr schon bei diesem Treffen gefallen habe. Sie dachte, ich sei homosexuell. Warum? Es gab eine Zeit, da schminkte ich mich. Nicht immer, aber beim Ausgehen doch oft. An diesem Abend auch. Nichts dramatisches. Kajal, deutlich, kein Lidschatten, aber Wimperntusche. Make Up für die Haut. Kein Rouge, aber leichte Schatten. Man konnte sehen, dass ich geschminkt bin. Außerdem hatte ich damals die langen Haare zu einer Art Mozart-Zopf gebunden. Mit Band drum herum. Sie interpretierte das als Anzeichen von Homo- oder Transsexualität. Kein Problem damit, lag es mir jedoch vollkommen fern. Das mit dem Make Up und dem Zopf ist eine eigene Geschichte. Hauptmotivation lag in schlichten Zielen: Ich dachte, ich sehe besser aus.
Sie habe es ausdrücklich bedauert. Alle wirklich guten Männer, sagte sie, seien schon vergeben oder homosexuell. Bei mir hatte sie sich wenigsten darin getäuscht. Mit diesem Umweg aber ist die Geschichte richtig schön geworden.
Wann war das? Winter, Jahresende.
Unseresgleichen war auf Partys aus. Es wurde Fasching. Als Mitglieder unserer temporär aufscheinenden Fürsten - Loge klapperten wir Studentenheime, Gymnasien, Schulen und sogar Kirchenveranstaltungen ab. Nicht überall war es in unserem Sinn. Schon um halb zwölf abends verzweifelt auf der Suche, da man doch mindestens bis um ein Uhr, besser zwei Uhr nachts oder noch später feiern wollte. Fasching. Im Pestalozzi Gymnasium gab es noch eine Party. Eine Schule mit seltener Konzentration auf kreative Erziehung und Fächer. Die Faschingspartys dort hatten einen guten Ruf. Wir kamen an. Zu fünft in einem Auto. Dem Opel Rekord eines der Väter. Die Karawane strömte aus dem Gebäude, über den Hof, auf die Straße. Sah sehr nach der Auflösung der Veranstaltung aus. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Alle wollten fahren, aber ich gebot Einhalt. Wenn wir schon da sind, können wir auch schauen, was noch los ist. Ich bot mich an, hoch zu laufen und Bericht zu erstatten. Na gut. Ich bin gleich wieder da.
Ich laufe und reduziere außer Sichtweite das Tempo zu zügigen Schritten. Die Party ist im obersten von vier Stockwerken. Die Gäste kommen mir scharenweise entgegen. Auf Nachfrage wird kein Zweifel am Ende der Festivität gelassen. Ich gebe nicht auf. Oben sind nicht mehr viele. Das Licht ist hell im ganzen Saal. Die Aufräumarbeiten in vollem Gange nimmt man mich nicht mal wahr. Was jetzt? Hier ist nichts mehr zu holen.
Gemäßigten Schrittes steige ich ab. Die Treppe ist schon fast frei. Nur die Aufräumer wollen vorbei.
Eine Frau hält mich an. Sie ist als Katze geschminkt. Sie spricht sehr vertraut: „Wir kennen uns von der Party bei...“ Ich erinnere mich an die Party. Ich war nur das eine Mal bei denen zu Hause und sie war dort das einzige Mädchen. Jetzt erkannte ich sie auch als Katze, also durch die Maske wieder. Man rechnet ja nicht damit.
Wir freuten uns. Ich freute mich ganz bestimmt, denn sie war offenbar erfreut, mich zu treffen. Ich erzählte, meine Freunde warteten unten im Auto und ich hätte noch nachgeschaut. Wir waren über das Ende des Festes so einig wie über den Wunsch einer Fortführung. Ich lud sie ein, mit uns im Auto mit zu kommen. Sie hatte kein Gefährt. Da war ein Junge. Ihre Begleitung. Das heißt, er hing dran.
Sie war ihm nicht zugeneigt. Unübersehbar. Mir schon. Seine Miene hatte auch so gar nichts von dem Sonnenschein in ihrer. Mein Auftauchen konnte seine bereits elende Position kaum verbessern und tat das auch nicht. Sie hakte sich bei mir unter. Auf zu neuen Wegen. Der andere folgte, denn er war zu Besuch bei ihren Eltern, wo auch sie wohnte. Sie musste ihn heimbringen. Aber nicht jetzt.
Ihr Vater verfolgte die Vorstellung, die beiden zu verkuppeln. Der Junge war in sie verliebt. Was er darunter verstand. Ihr Vater unterstützte das, durch Willkommen in der Familie, und Zeit, sich näher kennen zu lernen. Sie sollte ihn mitnehmen, sich um ihn kümmern. Er war schließlich Gast.
Sie fand ihn total langweilig. Er nervte sie. Er schien nicht begreifen zu wollen, dass sie ihn nicht mag. Er war umsonst angereist. Er hatte dem Vater geglaubt. Was soll man dazu sagen? Wenn ich in jemand ... man redet nicht zuerst mit dem Vater.
Vielleicht gibt es wirklich noch Leute, die meinen, man müsse bei den Erzeugern eine Art Segen einholen, um die Hand anhalten, oder sich wenigstens vorstellen. Wir aber pflegen freie Liebe. D.h.: Das Mädchen und der Junge machen unter sich aus, was sie wann, wo, wie zu betreiben wünschen. Dagegen spricht gar nichts. Das sind die Beteiligten und sonst geht das niemanden etwas an.
Jetzt den Kollegen die zusätzliche Fuhre erklären. Ich hatte sie als zentralen Vorwand für die weitere Besetzung angegeben. Wurde auch akzeptiert. Sie fragten noch, was der dann noch mit soll. Sein Glück nahm nicht zu. Sie erklärte es. Na gut. Es waren viele Leute in dem Wagen. Sie saß auf meinem Schoß. Nicht weit ein relativ neues Lokal am Isartor. Sie machte den Vorschlag. Wir hatten keinen. Dort trafen wir auf Bekannte von ihr, konnten an den Tisch und weiter ging es. Meine Freunde wollten langsam verschwinden. Ich blieb. Der Junge wollte nach Hause. Es war Fasching und das Untergeschoss des Ladens voller feiernder Maskierter. Wir tanzten und es war lustig. Der Junge musste warten, nervte aber immer wieder.
Wir zwei schmusten und knutschten. Es wurde spät. Sie nahm mich mit. Sie hat diese Art, die ich so mag. Wenn sie sagt, dass das kein Problem ist, in Ordnung geht oder welche Formel gerade passt. Es ist die Art einer Frau, die etwas will und es bekommen wird, weil … fragen Sie so eine Frau. Ich behaupte nicht, für sie sprechen zu können.
Ob es OK sei, wenn ich bei ihr übernachte, wo doch der Junge da ist, und ich einfach so aufkreuze?
Sie fragt: „Möchtest du mitkommen?“ Ich sage: „Ja.“
Am Fenster in ihrem Zimmer war ein transparenter, regenbogenfarbiger Aufkleber:
Alle Macht der Phantasie.
Als wir Mittag aufstehen, macht der Vater Stress. Schon wegen des Gastes. Die Missachtung. Und dann ich. Er bleibt mir gegenüber förmlich. Begeistert ist er nicht. Sie hält stand, ohne mit der Wimper zu zucken, und nimmt mich in Schutz. Sie ist traurig und wütend, weil ihr Vater sie nicht unterstützt, sondern sich einmischt. Sie ist die ganze Zeit lieb zu mir und streitet nur mit ihrem Vater. Der gibt bald auf.
Es ist klar, dass die Ruhe hin ist. Es ist besser, ich verschwinde erst mal. Irgendwann muss ich sowieso nach Hause. Wir verabreden uns für denselben Abend. Um acht an der Schiffsschraube beim Deutschen Museum. Der Abschied, herzlich, Bussis und diese Augen.
Sie hat eine dreifarbige Iris.
Mein Herz ist ganz bei heute Abend. Sie ist ein fantastisches Mädchen. Ich mache mir Sorgen, ob sie da sein wird. Aber wieso? Natürlich wird sie kommen. Ich bin sehr pünktlich. Und halte Ausschau. Wenig los. Sonntag. Wenn man zu pünktlich ist, dauert es auch länger, bis der andere erscheint. Man ängstigt sich minutenweise, wo man doch sicher sein möchte. Unbedingt.
Da kommt sie auf der Museumsbrücke auf mich zu. Ich lächle bis in die tiefsten Hautschichten und durch mein ganzes Hirn. Ich glaube ihr Lächeln 100m weit zu sehen. Langsam gehen wir aufeinander zu. Wir nehmen uns in den Arm und schauen uns in die Augen.
Sie sagt Hallo. Auf die wunderbarste Art, die man sich ausdenken kann oder noch schöner.
Die Schwingungen ihrer Stimme strahlen durch ihre bunten Augen in meine.
Am Firmament funkelt es heller.
Und die Welt hält an.
Alles um uns herum stoppt und die Sterne stehen still, um zu schauen. Nichts geschieht mehr. Die Welt gehört jetzt uns ganz alleine, weil uns die Galaxien gehorchen. Der Straßenlärm verdampft zu einer Symphonie der Sphären und ich sehe nur dich in deinen Augen. Die Luft ist frisch und riecht nach dir. Hallo, sagt sie nochmal. Nichts schöneres hätte sie sagen können.
Diese fantastische Frau liebt mich. Ich spüre ihre Liebe. Sie durchdringt mich ganz und gar. Und sie ist um uns herum. Über uns hinaus, über das Firmament, überall.
Diese fantastische Frau liebt mich.
Dabei wusste ich noch nicht wie sehr. Das hat noch gedauert. Ich war ein junger Mann. Ich weiß nicht, ob ein Mann fähig ist, die Liebe einer Frau wirklich zu verstehen.
Aber spüren kann man sie.
Man wird auf eine höhere Ebene gehoben.
Man müsste einen Zettel in der Tasche haben,
auf den man schauen kann.
Zur Erinnerung an eine konventionelle Wirklichkeit.
Einen Zettel auf dem steht:
Du bist auf der Museumsbrücke in München.
Es ist acht Uhr abends und saukalt.
Du hältst sie im Arm.
Die größte Macht auf Erden.
Die Liebe der Frauen.
Man kann diese Schilderung als Fortsetzung der ersten Geschichte aus dem Kurzgeschichten Epos „Schau mal, was für schöne Steine ich gefunden habe“ betrachten. In der Geschichte komme ich in Singapur an, und schaffe es mit dem süßen Weihnachtsgeschenk einer lieben Freundin in der Tasche bis Heilig Abend nach Kuala Lumpur. Fortsetzung, weil sie zeitlich anschließt. Darum geht es aber nicht.
Die Weiterreise ist nicht das Thema. Mein neuer Freund, der Frankfurter Stahlflechter und ich wollten schnellstmöglich bis zur Insel vorstoßen. Denn sie war noch viel weiter weg als das bisher zurück gelegte Stück. Kurz gefasst, wegen der Information darüber. Durchaus amüsant.
Endlich hatte ich die Ehre, in den Genuss der dritten Klasse zu kommen. Ohne Sitzplatz. Nachdem ich, wie in der vorlaufenden Geschichte beschrieben, das Glück hatte ein zweite Klasse Schlafwagen-Ticket zu bekommen. Die gab es nämlich an Weihnachten praktisch nicht. Alles ausgebucht. Mein Freund hatte dieses Glück nicht gehabt. Es bedeutete, ihm war das bereits klar. Eine Nacht auf der Tasche sitzend, zwischen Unmengen Asiaten, hauptsächlich Malaysier, und einem riesigen Australier. Ein fröhlicher Geselle. Er nimmt den Platz von drei Einheimischen ein. Sie machen Witze darüber. Malaien können mehr oder weniger viel Englisch, aber sie können es. Kolonialisierung. Für Kommentare langt es. Die Stimmung ist gut. Viel Schlaf gibt es nicht. Die Toilette ist auch nicht so wie in der zweiten Klasse. Morgen früh in Butterworth werden wir müde sein.
So war's auch. Aber wir wollten weiter. Eine Empfehlung des Reiseführers war ein Overland-Taxi für den Grenzübertritt. So was war am Bahnhof auffindbar. Taxifahrer wissen, wo die Kundschaft ist. Der Frankfurter hatte keine Ahnung. Man wurde an einen Tisch gebeten, musste Sachen ausfüllen, und konnte nebenher essen und trinken. Essen und Trinken wird überall verkauft. So man selbst mit der Nahrungsaufnahme abgeschlossen hat, kann es schon losgehen, da das Taxi jetzt voll ist. Eine halbe Fuhre lohnt ja nicht. Es kommen noch drei junge Malaien mit. Sie möchten sich in Haad Yai, dem Ziel der Fahrt, ein paar fröhliche Tage machen mit Dingen, die in Thailand lockerer gehandhabt werden, als … lassen wir das.
Der Preis äußerst günstig. Eng im Wagen ist es schon. Ein alter 190er Mercedes. Haifischflossen. Kilometerleistung unbekannt. Im Sinne von einem Wert, der dem menschlichen Geist nicht fassbar erscheint.
An der Grenze wird der Wagen geparkt. Man übergibt die Pässe mit den ausgefüllten Formularen. Der Fahrer prüft die Visa. Alles O.K. Er steigt aus und geht in das Gebäude. Wir warten. Offenbar Routine. Der Frankfurter ist nervös. Der Fahrer kommt zurück. Waren es zehn Minuten? Minus Fußmarsch hin und zurück. Die stempeln das sofort. Bei ihm. Man kennt sich. Er macht das ja beruflich. Sie wissen, er hat es angeschaut. Sie schauen kurz drüber. Passt, Stempel, go.
Man bekommt die Pässe zurück und ist erstaunt. Alles bestens. Die Malaien schauen gar nicht.
Haad Yai Bahnhof. Dritte Klasse bis Surathani. Als wäre man nicht schon müde. Ein bisschen dösen im Taxi, ließ sich machen. Es war noch weit, so ging der Zug schon vormittags, mit Ankunft in Surathani am späten Nachmittag. Die Züge sind sehr pünktlich.
Die Frage ist: In der Stadt übernachten, und morgen ein Speedboat nach Koh Samui nehmen, oder ans Pier fahren? Die Schnellboote fuhren damals nicht so spät. Und waren für den Tag schon voll. Es gäbe ein Nachtboot. Da müsse man sich aber beeilen. Wir erreichen das Nachtboot ohne weiteres. Denn so eilig war es nicht. Wir bekommen sogar Tickets für das untere Deck im Bauch des Bootes. Es ist ein großes, flaches, altes Holzschiff mit schönen Bemalungen. Oben sitzt man im Gedränge für 30 Baht. 2 Mark. Unten ist es teurer. 50 Baht. 3,20 Mark. Dafür hat man einen Platz zum Liegen. Dort bringt man seine Tasche unter, und versucht irgendwas in ein Kissen zu verwandeln. Der Boden ist hart. Ich bin so müde. Ich schlafe. Und muss auch auf die Toilette. Die ist sehr niedrig. Dazu kommt der vermutlich ausdrücklich nötige Umstand, die eigentliche Toilettenschüssel im Boden, das hierzulande gängige Klo für ein Hocke, auf eine deutlich höhere Empore zu platzieren. Da war die Decke noch näher. Auf einem Schiff ist kein Platz. Man hockt ja. Die Leute hier waren alle viel kleiner. Das hatte sicher alles einen Grund. Das änderte aber nichts. Ich musste dringend aufs Klo, urinieren. Ich wollte nichts anfassen und nicht in der Hocke bieseln. Es ging, wenn man in die Knie geht. Macht man das beim Bieseln gern? Das Ärgere waren die Bewegungen des Schiffes. Was dem Schlaf als wiegende Beruhigung erscheint, macht die Sache hier unnötig schwierig. Jetzt zielen, und die Prostata entspannen. Es schaukelt sehr, und ich treffe nicht durchgängig. Es ist geschafft. Man kann sich nicht die Hände waschen. Das haben alle anderen also auch nicht getan. Ich musste leider später noch einmal unbedingt da hin. Zumindest hat man da schon Übung und kann sich mental vorbereiten, weil man weiß, was auf einen zu kommt.
Der Seegang auf dem Weg nach Samui ist nicht immer ruhig. In der Nacht ist man da noch einsamer als sowieso immer. Das ist richtiges Meer. Es sind nicht bloß ein paar hundert Meter, die man übersetzen muss. Das Speedboat brauchte damals dreieinhalb Stunden. Das Nachtboot die ganze Nacht. Daher der Name.
Ich konnte schlafen. Immerhin. Ankunft am Pier in Nathon, auf Koh Samui, fünf Uhr früh. Am Pier ist niemand außer Taxifahrer. Alle auf dem Nachtboot brauchen eine Weiterfahrt, die meisten haben eine eigene Möglichkeit der Fortbewegung. Etwa zu Fuß. Die Ausländer sind sicher eine lukrative Kundschaft. Wir sind die einzigen Ausländer. Man spricht Englisch. Wir geben unseren Bedarf an Wohnstatt zum besten. Ein richtiges Bett in einem eigenen Bungalow gewinnt an Priorität. Es versprüht als erreichbare Versorgung mit Dusche und Privatsphäre einen Hauch von Wohlbefinden durch Erholung. Ein beflissener Fahrer schlägt ein schönes, kleines, neues Bungalow Dorf vor. Nachdem er herausgefunden hat, dass wir beide Deutsche sind, ist seine Wahl darauf gefallen, da der Mann der Betreiberin Deutscher ist. Soll uns recht sein. Nur duschen und ins Bett. Fliegt der Mensch um die halbe Welt, damit er Landsleute kennenlernen kann? Viele tun es. Der Fahrpreis frech. Was kann man tun? Man will nichts tun. Wir kommen an, und werden vorgestellt. Es ist früh am Morgen. Inzwischen circa halb Sechs. Wie bei den Thai üblich, ist die Dame des Hauses bereits wach und zugange. Sie schaut die Pässe an. Zeigt uns den Bungalow. Gibt uns den Schlüssel. Alles andere später.
Man zieht ein. Es sind kleine Bungalows. Neu, modern, bzw. ziemlich Deutsch. Nachttischlampen. Der Stil insgesamt. Schöne Dusche mit Toilette. Oder sagt man das umgekehrt? Air Condition. Hat man gerade nichts einzuwenden. Zwei Betten. Die Bettwäsche … es ist einfach kein asiatisches Design. Duschen, umziehen. Der neue Mensch ist da.
Es liegt über unserem Budget. Man kann sich das leisten, kein Problem. Es handelt sich um 200 Baht. 13,50 Mark, ungefähr. Zu zweit. Wir wollten eigene Bungalows für 15 bis 30 Baht. Einfachere. Wir würden nachmittags suchen. Ausgeschlafen. In Lamai. Da wollten wir hin. Das Dorf hier hatte nur acht Bungalows und lag in einer kleinen Bucht nördlich des schon damals vorrangigen Strandes für Touristen: Chaweng Beach. Zum Glück noch sehr ursprünglich und kein Vergleich zu heute. Unsere Bucht hieß Chaweng Noi. Kleines Chaweng. Der Frankfurter hatte mehr gelitten, und legte sich schlafen. Ich war überdreht.
Man kennt das. Nach drei Nächten auf Zug und Boot, Hitze, langen Tagen und einem noch nicht überstandenem Jetlag. Der allererste. Aufregend war das alles auch. Obwohl man es ab einem gewissen Punkt nur geschehen lässt. Keine überschüssige Energie. Schlafdefizit und geistiger Ruhebedarf. Ruhig war es. Keine sonstigen Gäste. Neu. So früh gab es auch sonst nichts. Es lag doch etwas abseits. Es gab ein Restaurant. Das öffnete aber erst um neun. Hunger hätte ich schon.
Der erfrischte Geist im sauberen Gewand entspannte sich, und die sichere Aussicht auf ein eigenes Bett, wann immer mir das passt, warfen die Spannung ab. Da konnte man sich umschauen. Ich war auf Samui. Einer tropischen Insel. Ich war noch nie auf einer tropischen Insel.
An einem Strand.
Der Körper war immer noch irre müde. Das war er schon so lange, dass er Reserven freigesetzt hat, sich zum Durchhalten aufzudrehen. Da es dadurch natürlich mit der Müdigkeit nicht besser, sondern mittelfristig schlechter wurde, weil man sich ja über Gebühr hoch pushed, wird das immer schlimmer. Zum Einschlafen muss man erst herunter kommen. Außer man ist total durch. War ich wohl. Aber den Strand wollte ich sehen. Und die Rettung wäre Energie von außen. Die genussvolle: Kaffee. Woher? Hier hatten sie zu.
Die Fahrt hinunter zu der Bungalow-Anlage hatte an einem höherklassigen Ressort mit großen Holzbungalows vorbei geführt. Offenbar edel und teuer. Das Coral Bay Ressort. Gartenarbeiter pflegten schon früh morgens die Blumenbeete und Hecken. Natürlich, denn später wurde es zu heiß, um unter freiem Himmel bzw. der gnadenlosen Sonne zu arbeiten. Außerdem waren dann die Gäste wach. Da will man fertig sein. Damit die Gäste nicht gestört werden. Der wünschenswerte Nebeneffekt bestand darin, dass man von den Gästen nicht bei der Arbeit gestört wird. Die zeigen sich nämlich gerne fürsorglich, mit motivierenden Aussagen darüber, wie schön hier alles sei. Man belobigt die fleißige Arbeit, sei sie doch anstrengend. Von ziemlich stringenten Hierarchie- und Leistungsansprüchen in der höherklassigen Dienstleistung wussten die Gäste nichts. Denn jeder, der in dieser Gesellschaftsebene Arbeit hatte, war heilfroh darüber. Sicher gab es Gäste, die mit klugen Ratschlägen die Evolution der Gartengestaltung zu unterstützen suchten. Es wurde jedoch gemacht wie immer. Sonst wäre man noch verantwortlich, so der Weisungsbefugte vom Ressort die blödsinnige Änderung monieren sollte. Wenn sich dann der Gast zur Verteidigung des verständigen Angestellten nochmal einmischt, würde es arg nervig. Der Gast ist König, aber für so einen Schmarrn hatte man keine Zeit. Hier war Oberklasse. Alles musste picobello sein. Da war auch ohne Einmischung und wirre Wechsel viel zu tun. Gutes Personal dazu allzu rar. Ein Interessenkonflikt. Manche der Gäste störte es tatsächlich. Die waren dann richtig bescheuert.
Das Coral Bay Ressort. Es war wohl auch der Grund für die Straße, denn die wurde danach viel schmaler und weit weniger befestigt. Das Coral Bay Ressort war hier schon länger und ziemlich sicher das erste. Die konnten sich auch leisten, die winzige Bucht Chaweng Noi zu nennen. Wie dieses Deutsche Ressort sich daneben einfinden konnte, wundert mich heute, wo ich die allgemeinen Zustände, besonders den Landbesitz betreffend, kenne.
Ich spazierte hinunter zum Strand und richtete die Schritte in Richtung des Coral Bay Ressorts, in der Hoffnung ein so exklusives Etablissement könnte Kaffee anbieten, und das schon zu früher Stunde.
Da fand ich mich unter Palmen am Strand einer tropischen Insel und sah mir das alles an. Meer. Palmen. Sonnenaufgang. Bin ich in einem Film? Es ist doch wie in einem Film. Einen Moment dachte ich: Wieso bin ich in einem Film? Das ist toll. An so einem schönen Strand auf einer Insel 10000 km woanders als sonst. Palmen, echt viele. Dieser Sand und das Meer. Nirgendwo riecht es so, wie am Meer.
Das große Restaurant-Gebäude des Coral Bay Ressorts wurde bald sichtbar. Es brannte Licht. Jetzt gehe ich da hin, in das Luxus-Gebäude. Kaffee wär' toll.
Es ist offen, und ich gehe hinein. Ich bin der einzige Gast. Zu früh für Urlauber. Ich war geduscht, rasiert und umgezogen. Ich nehme an einem Tisch direkt am Fenster Platz und schaue gebannt hinaus auf den Strand. Das ist vielleicht wirklich wahr, dass ich hier den Strand entlang gelaufen bin. Unglaublich. Sofort kommt jemand und fragt, was ich wünsche. In den Oberklasse-Kreisen ist man sehr höflich. Ich erwähne kurz meine lange Anreise von Singapur, und dass ich nebenan gerade eingezogen bin. Allein die jüngste Nacht auf dem Boot bewirkt freundliches Verständnis für meine mitgenommene Erscheinung. Das wichtigste dabei wäre der Kaffee. Ob es schon welchen gibt, und ich den bekommen kann. Wo doch kein Betrieb ist. Vielleicht sogar Frühstück. Das gäbe es leider noch nicht. Kaffee machen sie gerne. Ich bin glücklich. Die Dame bemerkt das und zieht lächelnd dahin, meine Träume wahr werden zu lassen: „Just a moment.“
Sie scheint sich wirklich zu freuen, mir diesen Gefallen tun zu können. Ich schaue ungläubig aus dem Fenster. Coral Bay Resort. Insel in asiatischen Gewässern. Palmen. Meer. Der Kaffee kommt. Sie strahlt mich an. Vielleicht, weil meine Augen in Vorfreude ihre Leuchtkraft auf das Getränk werfen. Sieht sie das Meer in meinen Augen? Sie ist bildschön. Wie alles hier.
Sie lässt mich lächelnd allein. Ich schaue aus dem Fenster. Jetzt mit Kaffee. Da wird es richtig gut.
Mit dem Anschub der Lebensgeister wird es mir klar: Flugzeuge haben mich nach Asien geflogen. Weil das weit ist. Ich bin von Singapur bis hier her. Da fährt man erst mal hin. Soll ganz toll sein. Die Insel. Ich kann mich an die Fahrt und ihre Stationen erinnern. Auf dem Boot war ich schon sehr hinüber. Jetzt bin ich wirklich hier. Sitze im Coral Bay Ressort und schaue aufs Meer. Unbegreiflich.
Ich blieb der einzige Gast, bis ich das Restaurant verließ, und wieder zurück zu unserem Bungalow-Dorf ging. Ich musste einfach schlafen. Sie waren so sanft zu mir.
Ein Kaffee 40 Baht. Der pure Luxus. 2,80 Mark. Ein Kaffee in einem Restaurant, einem Restaurant für Touristen, und auch am Strand von Lamai kostete 5 Baht. Wenn er etwas teurer war 7 oder 10. Ich erinnere mich gern an diesen Kaffee und ausdrücklich an diesen astronomischen Preis. Dieser Preis machte mich augenblicklich reich. Er bot den Beweis, dass ich mir ab sofort alles leisten kann. Die Wirkung des dafür servierten Getränkes machte mich noch viel reicher.
Jedes mal, wenn ich in Samui bin, fahre ich ins Coral Bay Ressort und trinke einen Kaffee an einem Tisch am Fenster. Oft fragt mich die Bedienung, weil ich kein Gast des Hotels bin. Allerdings komme ich schön angezogen und in gepflegtem Zustand. Körpersprache können die Thai gut lesen. Von Mimik gar nicht zu reden. Wie ich aus dem Fenster schaue und lächle wie ein kleines Kind. Als wären der Sand aus Gold, die Palmen meine Freunde und das Meer mit dem Himmel ein und dasselbe. Jedenfalls gehören sie zusammen. Jemand, der im Paradies ist.
Dann erzähle ich ihnen die Geschichte von meiner Ankunft. Das freut sie total.
Später bin ich einschließlich Jetlag mit einem Anschlussflug direkt aus Bangkok meistens am späten Nachmittag angekommen. Dann gehe ich noch in voller Montur als erstes hinunter an den Strand bei unserem Bungalow in Lamai. Wir kennen die Familie.
Wenn ich noch einen Anzug und lederne Halbschuhe trage, ist das bei sinkender Sonne für die anwesenden Touristen jedes mal Anlass zu unverständigem Staunen, und die Thai lächeln amüsiert, wenn ich, der Schuhe und Socken entledigt, die edlen Hosenbeine durchnässe, weil ich barfuß im Wasser stehe.
Ich schaue aufs Meer und denke:
Ich gehe jetzt ins Bett. (Jetlag)
Morgen früh wache ich auf und bin in Samui.
Worum sich sorgen?
Es begab sich bei der einzigen Disko. Die selbe, die schon in der Geschichte von der verlorenen Welt in „Schau mal was für schöne Steine ich gefunden habe“ erwähnt wird, weil sie an der Gastwirtschaft des darin beschriebenen Geschehens dranhängt. Sie wird nur am Wochenende betrieben. Die Gäste bewegen sich natürlich zwischen Disko und Speisegaststätte hin und her.
Heute nur eine der Begebenheiten.
Nun war die Polizei fast jedes Wochenende da. Die Wirtin war oft den Tränen nahe, oder vergoss welche. Trunkene Rabauken machten den Umsatz, und den Ärger.
Viel konnten die Beamten nicht machen, aber wenn die Wirtin anruft, müssen sie kommen. Danach war es auch wieder ruhiger. Eine Zeit lang. Verwarnungen gab es. Personalien wurden aufgenommen und wahrscheinlich in einem Bericht notiert. Vielleicht sparte man auch den Bericht, wenn es weiter nichts gab und wieder Ruhe eingekehrt ist. Geht eigentlich nicht. Wie soll man den Einsatz . . . ein kurzer Bericht über nichts weiter, das ging. Man muss die Bayerische Polizei loben. Sie übertreibt nicht. Es gab durchaus Gäste mit Vorstrafen. Keine allzu schweren Taten. Sie waren bekannt. Normalerweise fuhr die Polizei dann wieder. Wenn sie nochmal kommen mussten, waren die Beamten sauer.
Man muss die bayerische Polizei loben. Sie muss kommen und Ruhe schaffen. Sich aufhalten, oder zusätzlichen Ärger wollte sie nicht. Erfahrene Beamten sind entspannt.
München ist entspannt.
Beliebt war die Polizei trotzdem nicht. Man verhielt sich respektvoll und einsichtig. Wiegelte ab. Ändern würde das wenig.
Diesmal lagen Beschädigungen vor. Eine der Aschenbecherschlachten in der Disko. Es wurde aufeinander mit den schweren, gläsernen Wirtshaus-Aschenbechern, die mit Zacken, wegen dem Kristallschliff, gezielt, in dem man die Geschosse wie einen Diskus warf. Man traut dem Proletariat das subtile Wortspiel nicht zu. Aber Diskuswerfen in der Disko schien nur logisch, und machte Spaß. Und Schäden. Dabei waren die nicht zu unterschätzenden Gefahren gesundheitlicher Art nicht das vordringliche Hindernis.
Ziemlich unwahrscheinlich, dass irgendwer von den Tätern ermittelt, oder etwas bezahlen würde. Sie hatten so schon nicht viel Geld. Was sollte man im Nachhinein noch herausfinden? Die Personalien mussten aufgenommen werden. Die Wirtin erging sich Nervenzusammenbrüchen.
Die Versicherung würde bezahlen. Nicht zum ersten mal. Aber sie war eine gute Kundin.
So zog sich der Einsatz in der Wirtschaft hin. Die Beamten beschäftigt. Dazu die mannigfaltigen Kommentare der Umstehenden zur Sachlage und der verbreiteten Unschuld unter ihnen hinnehmen.
Der Kammerer war Automechaniker. Nachdem seine Personalien aufgenommen waren, vermeldete er, dringend aufs Klo zu müssen, und bat darum, sich dafür kurz entschuldigen zu dürfen, was gewährt wurde. Der Kammerer begab sich dabei vom Einsatz unbeeindruckt und vernünftig. Die Toiletten befanden sich im Gang, der das Gasthaus und die Diskothek verband. An beiden Enden schloss eine Tür die jeweiligen Räumlichkeiten vom Gang ab. Die Tür zum Gastraum schloss sich hinter dem Kammerer. Die Toiletten waren nach hinten angesiedelt. Nach vorne ragte der Eingang zur Diskothek auf. Anstatt sich den Aborten zu zu wenden, stahl sich der Kammerer unbemerkt hinaus auf den Vorplatz, wo der Streifenwagen abgestellt war. Direkt vor der Tür. Natürlich. Wozu laufen? Die Polizei steht, wo sie will. Die Sache betraf die Diskothek. Ergo wandte man sich dorthin. Da war nur niemand mehr und das Licht aus. Das verwirrte die Beamten, weswegen sie in der Gaststätte nachfragen wollten, was denn nun wirklich los war. Dort traf man zur Überraschung für die fortgeschrittene Stunde reichlich viele Personen an. Erstens wurden sie nach dem Massaker alle aus der Disko gescheucht, damit es mit dem Kampf ein Ende hatte. Hier drüben konnte man zweitens zu aller erst versuchen, so zu tun, als habe man mit der Sache nichts zu tun, und wisse eigentlich nicht wirklich davon, wo man doch hier war. Das gelang nur, bis die Wirtin sie als verantwortliche Täter benannte. Die Schuld musste aber eindeutig zugeordnet werden, und es waren sehr viele Gäste. Wer nun im einzelnen was verbrochen hat, konnte die aufgelöste Wirtin nicht mit Bestimmtheit sagen. Daher die vollständige Erfassung aller Personen. Das dauert.
