Colours of Love - Erlöst - Kathryn Taylor - E-Book

Colours of Love - Erlöst E-Book

Kathryn Taylor

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1,99 €

Beschreibung

Sinnlich. Romantisch. Kathryn Taylor. Eigentlich könnte alles so wundervoll sein: Auch nach einem Jahr Ehe erlebt Grace Huntington in den Armen ihres Mannes Jonathan ungeahnte Wonnen der Leidenschaft. Doch immer wieder nagen Zweifel an Grace. Trotz aller beglückenden Momente der Nähe erscheint ihr Jonathan oft genauso undurchschaubar wie am Anfang. Und nun muss sie ihm ein Geständnis machen, von dem sie weiß, dass es ihre Beziehung aufs Äußerste belasten wird ... Darauf haben alle Fans von COLOURS OF LOVE gewartet: Die hinreißende Liebesgeschichte von Jonathan und Grace geht weiter - exklusiv als Kurzgeschichte im E-Book! Dieses E-Book enthält eine ausführliche Leseprobe der neuen Kathryn-Taylor-Trilogie Daringham Hall! Große Gefühle auf einem englischen Landsitz für Fans von Downton Abbey und Kate-Morton-Leserinnen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 98




Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Widmung

1

2

3

4

5

Leseprobe Daringham Hall – Das Erbe

Kathryn Taylor

COLOURSOF LOVE –ERLÖST

Roman

beHEARTBEAT

Digitale Originalausgabe

»be« - Das eBook-Imprint von Bastei Entertainment

Copyright © 2013 by Bastei Lübbe AG, Köln

Titelillustration: © shutterstock/Dmitry Fischer

Titelgestaltung: Sandra Taufer, München

eBook-Erstellung: Urban SatzKonzept, Düsseldorf

ISBN 978-3-7325-3921-5

www.be-ebooks.de

www.lesejury.de

Für R.,

1

Meine Augen sind ganz fest geschlossen, und ich atme einmal tief durch. Okay, Grace, trau dich endlich, denke ich, spüre jedoch, wie mein Herz mir bis zum Hals schlägt, und zögere noch einen Moment. Aber es hilft ja nichts, ich muss es wissen.

Ganz vorsichtig öffne ich die Augen einen Spalt und blinzle auf die weiße Plastikschiene mit Sichtfenster in meiner Hand, die ich schon die ganze Zeit umklammert halte. Ein paar Minuten sollte man warten, stand auf der Packung. Die sind schon lange verstrichen, deshalb bin ich ziemlich sicher, dass das Ergebnis zu sehen ist.

Ist es auch. Ein dicker blauer Strich, mitten in dem Sichtfenster. Genau das, was ich befürchtet hatte.

»Schwanger.« Ich spreche es laut aus, weil ich es, obwohl ich es schon geahnt habe, einfach nicht glauben kann.

Jonathan und ich bekommen ein Baby.

Bis heute wusste ich nicht, dass man gleichzeitig totale Freude und völliges Entsetzen empfinden kann. Aber es geht offensichtlich, denn beides mischt sich gerade in mir zu einem so schwindelerregenden Chaos, dass ich mich am Wachbecken festhalten muss, um nicht umzufallen.

Tausend Gedanken schießen mir gleichzeitig durch den Kopf. Ein Kind. Wie wundervoll! Nur, wie ist das möglich, wo wir doch immer verhütet haben? Ausgerechnet jetzt. Und was wird Jonathan sagen? Wird er es wollen?

Ich hebe den Kopf und blicke in den Spiegel. Meine grünen Augen leuchten fast fiebrig, und mein Gesicht ist so blass, dass der Kontrast zu meinen rotblonden Haaren richtig krass ist.

Okay, Grace – eins nach dem anderen, ermahne ich mich und versuche, die Punkte einzeln durchzugehen.

Wie kann es sein, dass ich schwanger bin, obwohl ich die Pille nehme? Es war doch alles in Ordnung, alles wie immer, ich habe sie nicht vergessen, und es war auch nichts anders als … Verdammt, denke ich plötzlich. Diese üble Magen-Darm-Grippe, die mich so kalt erwischt hat letzten Monat. Drei Tage war ich total ausgeknockt, konnte mich kaum rühren – und auch kaum etwas bei mir behalten. Vielleicht hat das die Wirkung beeinträchtigt? Der Gedanke ist mir überhaupt nicht gekommen, ich dachte, die Pille wäre die sicherste Verhütungsmethode überhaupt, wenn man sie nur regelmäßig nimmt. Innerlich schlage ich mir vor die Stirn, weil das so typisch für mich ist. Aber letztlich ist es ohnehin egal, warum es so gekommen ist. Es war auf jeden Fall keine Absicht – und es ist ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, weil ich gerade an alles gedacht habe, nur nicht an ein Baby.

Ich meine, ich bin erst vierundzwanzig, seit gut einem Jahr mit dem aufregendsten Mann in ganz England verheiratet und eigentlich gerade damit beschäftigt, mich meiner Karriere zu widmen. Als Projektmanagerin fasse ich im Moment richtig Fuß in Jonathans Firma, die Arbeit macht mir Spaß und ich fühle mich wohl, erreiche viel. Wenn ich jetzt schwanger bin, dann wirft das meine Pläne ganz schön durcheinander.

Nicht, dass Jonathan dafür nicht eine Lösung finden würde. Das tut er immer, deshalb bin ich eigentlich sicher, dass sich das irgendwie regeln lässt – wenn er das überhaupt will. Es kann nämlich durchaus sein, dass er total entsetzt ist, wenn er von dem Baby erfährt. Denn als wir das letzte – und bisher einzige – Mal über dieses Thema sprachen, hat er es noch kategorisch abgelehnt, jemals Kinder zu bekommen.

»Mrs Huntington?« Die Stimme unserer Haushälterin erklingt vor der Schlafzimmertür, und ich lasse den Test ins Waschbecken fallen und laufe schnell durch das angrenzende Schlafzimmer zur Tür. Mrs Matthews würde niemals unaufgefordert hereinkommen, aber ich fühle mich trotzdem irgendwie ertappt.

»Was ist denn?«, frage ich und versuche, meinen aufgelösten Zustand hinter einem Lächeln zu verbergen, als ich die Tür öffne.

»Ich wollte nur fragen, ob ich etwas zu essen für Sie und Ihre Schwägerin vorbereiten soll«, erklärt mir Mrs Matthews, die wie immer einen Kittel trägt. »Sie haben noch nicht gefrühstückt, und ich dachte, Sie hätten vielleicht gerne etwas, wenn Mrs Norton gleich kommt – ein paar Eier mit Schinken?«

Sarah, denke ich erschrocken und schlage mir schon wieder innerlich vor die Stirn. Stimmt. Sie wollte heute früh vorbeikommen. Aber ich war so mit dem Test beschäftigt, dass ich das ganz vergessen habe.

»Oh, das wäre sehr nett. Aber keinen Schinken, bitte.« Allein bei dem Gedanken an den Geruch wird mir spontan schlecht. »Nur ein paar Eier. Wenn es Ihnen nichts ausmacht?«

»Aber nein. Das mache ich doch gerne«, versichert sie mir und verschwindet mit einem Lächeln.

Mrs Matthews arbeitet schon ziemlich lange für Jonathan, war bereits hier, bevor ich in sein Leben kam. Zum Glück hatte ich von Anfang an ein gutes Verhältnis zu ihr, und seit ich mit ihm verheiratet bin, ist sie geradezu rührend um mich besorgt. Ich glaube, sie genießt es einfach, dass sie an mir ihre Kochkünste nach Herzenslust ausleben kann. Ich bin nämlich – im Gegensatz zu Jonathan – in der Küche eine totale Versagerin. Oder ich war es, denn dank der beiden habe ich schon viel gelernt. Heute bin ich aber trotzdem dankbar für Mrs Matthews Angebot, denn in meinem jetzigen Zustand würde ich das Rührei garantiert anbrennen lassen.

Hastig laufe ich wieder zurück ins Badezimmer und entsorge den Schwangerschaftstest, indem ich ihn mit der Packung in die Tüte stecke, in der ich ihn transportiert habe, diese fest zuknote und sie dann ganz unten in den Mülleimer im Bad stopfe. Da wird Jonathan ihn nicht entdecken. Er soll es schließlich von mir erfahren, auch wenn ich keine Ahnung habe, wie er auf diese Nachricht reagieren wird.

Mit klopfendem Herzen kehre ich dann ins Schlafzimmer zurück und suche mir etwas zum Anziehen heraus. Während ich noch die Bluse zuknöpfe, die ich mir zu meiner Jeans herausgesucht habe, klingelt mein Handy, das auf dem Nachttisch liegt.

Es ist Jonathan, ich sehe sein Bild auf dem Display aufleuchten, und mein Herz schlägt bestimmt eine Million Mal schneller als zuvor.

»Grace.« Seine tiefe Stimme ist mir schon so vertraut, und doch durchläuft mich jedes Mal ein wohliger Schauer, wenn ich sie höre. Sofort sehe ich sein Gesicht vor mir, seine scharf geschnittenen, attraktiven Züge, denen ich schon verfallen war, als ich ihm das erste Mal begegnet bin, die schwarzen, etwas längeren Haare und die strahlend blauen Augen, denen nichts entgeht.

»Wo bist du gerade?«

»Immer noch in Paris«, sagt er, und ich höre, dass er müde klingt. »Aber ich fliege gleich zurück.«

Ich schließe die Augen, weil ich es immer noch schwer finde, von ihm getrennt zu sein. Das ist am Anfang unserer Ehe eigentlich nie vorgekommen, doch in letzter Zeit musste er häufig weg. Es gibt Ärger in der Firma, einige ziemlich heftige Turbulenzen, um die er sich persönlich kümmern muss und die ihn schon seit einer Weile in Atem halten.

»Fährst du dann gleich nach Hause?« Heute ist Sonntag, er muss also nicht ins Büro, und ich habe plötzlich schreckliche Sehnsucht nach ihm. Irgendwie kommt er mir so weit weg vor, nicht nur räumlich, und gerade nach der Neuigkeit, die ich eben erfahren habe, ist mir das unheimlich. Irgendwie stellt die Tatsache, dass ich ein Baby bekomme, alles, was bisher war, wieder in Frage. Ich brauche einfach die Bestätigung, dass er mich liebt und dass wir auch dieses unerwartete Ereignis gemeinsam durchstehen werden.

Doch Jonathan enttäuscht mich.

»Nein, ich muss erst noch etwas erledigen, wenn ich wieder in London bin. Ich denke, ich schaffe es erst am frühen Abend nach Hause.«

»Und was musst du erledigen?«, hake ich nach.

»Grace, tut mir leid, der Pilot ist da. Wir müssen los. Wir sehen uns später.«

Bevor ich noch etwas sagen kann, hat er aufgelegt. Er fliegt mit dem Learjet der Firma, und ich weiß, dass die Abflugzeiten immer genau eingehalten werden müssen, aber dennoch kommt mir dieser Abschied sehr abrupt vor. Wollte er mir nicht sagen, was er vorhat?

Ein ungutes Gefühl beschleicht mich, denn als ich darüber nachdenke, wird mir klar, dass er mir in letzter Zeit überhaupt sehr wenig darüber erzählt, was in der Firma vorgeht. Es ist mir nur bisher nicht aufgefallen, weil ich selbst so beschäftigt war mit meinem aktuellen, wirklich sehr wichtigen Projekt. Doch tatsächlich hat er sich, was diese Dinge angeht, sehr von mir zurückgezogen.

Ein angenehmer Gong hallt durchs Haus und unterbricht meine Gedanken. Schnell schlüpfe ich in meine Schuhe und mache mich auf den Weg nach unten ins Esszimmer, in das Mrs Matthews Sarah bereits geführt hat.

»Hallo, Grace!« Jonathans Schwester umarmt mich herzlich und lässt sich mit einem Seufzen auf einen der Stühle fallen. Ihre schwarzen Haare, die sie jetzt fast schulterlang trägt, glänzen nass, und sie wirkt auch sonst ziemlich durchgefroren. »Dieses Februar-Mistwetter kann einen echt fertig machen«, beschwert sie sich. »Zumindest schneit es bei uns noch nicht, wie drüben auf dem Festland. Aber wenn die Temperaturen weiter fallen, kann es nicht mehr lange dauern.«

»Ich mache Mrs Huntington gerade etwas Rührei zum Frühstück. Möchten Sie auch etwas?«, erkundigt sich Mrs Matthews bei ihr, und Sarah nickt.

»Oh, das wäre fantastisch, Mrs Matthews, vielen Dank!«, sagt sie. Das Lächeln ist auf ihr Gesicht zurückgekehrt, und sie strahlt richtig, als sie ein flaches, in braunes Papier eingeschlagenes Päckchen aus ihrer Handtasche holt. »Hier, sieh mal.« Sie reicht es mir. »Das hat Sophie mir für Alex’ Geburtstag besorgt.«

»Sophie Conroy – die Galeristin?«, frage ich, während ich das Päckchen vorsichtig auswickele.

»Sie ist keine Galeristin, Grace, sie arbeitet in einem Auktionshaus – und kennt sich gut mit alten Sachen aus«, korrigiert mich Sarah und wartet gespannt auf meine Reaktion, als ich das Buch betrachte, das unter dem Papier zum Vorschein kommt – eine besonders schöne, in Leder gebundene Ausgabe von …

»Oliver Twist?« Stirnrunzelnd sehe ich Sarah an. »Liest Alexander denn so etwas?«

»Es ist sogar sein Lieblingsbuch. Er sagt, er hat sich immer mit dem armen Waisenjungen identifiziert, weil er als Kind auch nichts hatte. Seine Eltern hätten es sich niemals leisten können, ihn aufs Winchester College zu schicken, aber zum Glück bekam er ja damals ein Stipendium. Stell dir nur mal vor, er wäre nicht schon als Kind so unglaublich klug gewesen – dann hätte er sich nicht in der Schule mit Jon anfreunden können und ich hätte ihn vielleicht nie kennengelernt.«

Ich nicke. Alexander ist Jonathans Kompagnon und bester Freund, und seit er Sarah geheiratet hat, ist er auch für mich ein enger Vertrauter geworden. Ein besonders wichtiger sogar, denn sein Hintergrund ist – genau wie meiner – so ganz anders als der von Jonathan und Sarah, die als Kinder des Earl of Lockwood sehr feudal aufgewachsen sind und eigentlich nie Geldsorgen hatten. Alex und ich stammen dagegen aus einfachen Verhältnissen. Deshalb hat er Verständnis für mich, wenn ich mich manchmal mit dem Reichtum, der mich umgibt, ein bisschen überfordert fühle.

»Das ist eine süße Idee«, sage ich Sarah und reiche ihr das Buch zurück. Ich gebe mir Mühe, möglichst normal zu klingen. Aber offenbar gelingt es mir nicht, denn sie mustert mich auf einmal mit neuer Aufmerksamkeit, während Mrs Matthews uns jeweils einen Teller mit Rührei und Toast und außerdem Tee serviert.

Als die ältere Dame uns allein lässt, beugt Sarah sich vor. »Okay, spuck’s aus, Grace. Was ist los?«

Ertappt senke ich den Blick. »Sieht man mir an, dass etwas los ist?«