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Hallo, ich bin der Conny. Ich wohne seit dem 6.10.2012 in meiner Familie und möchte Euch gerne meine Geschichte erzählen. Ich möchte mit meinem Buch gerne Kindern Mut machen, die wie ich nicht gut sehen können, Diabetes haben oder sonst aus irgendeinem Grund »anders« sind als andere Kinder. Ich wende mich mich aber ebenso an die Erwachsenen, um sie zu ermutigen, auch einem chronisch kranken oder behinderten Tier eine Chance zu geben.
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Seitenzahl: 36
Veröffentlichungsjahr: 2016
Hallo, ich bin der Conny. Ich wohne seit dem 6.10.2012 in meiner Familie und möchte Euch gerne meine Geschichte erzählen.
Ich möchte mit meinem Buch gerne Kindern Mut machen, die wie ich nicht gut sehen können, Diabetes haben oder sonst aus irgendeinem Grund »anders« sind als andere Kinder. Ich wende ich mich aber ebenso an die Erwachsenen, um sie zu ermutigen, auch einem chronisch kranken oder behinderten Tier eine Chance zu geben.
Bevor ich hier eingezogen bin, habe ich in einem Tierheim gelebt. Dort kommen Tiere hin, die nicht mehr in ihrem alten Zuhause wohnen können, weil ihre Besitzer keine Zeit mehr für sie haben, diesen das Geld fehlt oder weil ein Baby in die Familie kommt. Manchmal bekommt auch ein Familienmitglied plötzlich eine Allergie und das Tier muss deshalb ins Tierheim. Unter welchen Umständen die Tiere ins Tierheim kommen, ist unterschiedlich. Oft bringen die Besitzer den Hund, die Katze, den Hamster, den Wellensittich oder das Zwergkaninchen selbst dorthin. Manchmal passiert es auch, dass ein Tier von Zuhause wegläuft und dann von fremden Leuten ins Tierheim gebracht wird. Wenn die Besitzer ihr Tier lieben, suchen sie auch hier nach ihm und können es dann hier wieder abholen. Damit es leichter ist, ein vermisstes Tier an seinen Besitzer zurückzugeben, ist es wichtig, dass Hunde und Katzen eine Nummer im Ohr haben. Diese wird von einem Tierarzt kurz nach der Geburt eintätowiert. Wenn diese Nummer bei Tasso, so heißt die Stelle, registriert ist, kann man über diese den Besitzer finden. Leider gibt es aber auch böse Menschen, die nicht den Mut haben, ihr Tier wenigstens ins Tierheim zu bringen, wenn sie es nicht mehr haben wollen. Stattdessen setzen sie es einfach aus und überlassen es seinem Schicksal. Das ist sehr schlimm für die Tiere, da sie an ihrem Besitzer hängen und außerdem nicht in der Lage sind, sich selber zu versorgen. Wenn sie dann nicht rechtzeitig von lieben Menschen gefunden werden und ihnen geholfen wird, kann es ihnen passieren, dass sie angefahren werden oder qualvoll verhungern.
So, doch nun wieder zu mir. Da ich etwas älter bin, die Tierärztin schätzt mich auf ca. 13 Jahre, bin ich etwas vergesslich. Ich weiß zum Beispiel nicht mehr, ob ich früher mal eine Familie hatte oder wo ich überhaupt war. Da mich aber in all den Jahren, in denen ich im Tierheim war, offenbar niemand vermisst hat, gehe ich davon aus, dass sie vielleicht froh darüber waren, dass sie mich losgeworden sind. Natürlich kann es auch sein, dass ich ein liebevolles Zuhause hatte, vielleicht bei einer älteren Dame, die mich jetzt sehr vermisst. Doch leider kommen Leute, die ihr Tier vermissen, nicht immer auf die Idee, im Tierheim nachzufragen. Da ich einige Geheimnisse wie diese habe, die nur ich weiß und die ich niemandem mitteilen kann, sagt Frauchen oft liebevoll »Wundertüte« zu mir.
Ins Tierheim bin ich jedenfalls gekommen, nachdem ich ganz in der Nähe, wo ich jetzt wohne, verletzt am Straßenrand gefunden worden war. Irgendwelche Leute haben mich mitgenommen und dort hingebracht. Später haben mich mal sechs Männer in ihre WG aufgenommen. Dort hat es mir aber nicht so gut gefallen, weil sie immer laute Musik machten und nicht so viel Zeit für mich hatten. Da ich oft vergesse, auf Toilette zu gehen, wenn ich muss, passiert es mir immer wieder, dass ich einfach auf den Boden mache. Das gefiel den Männern natürlich an mir nicht und sie brachten mich wieder ins Tierheim. Da ich außer meinem Unsauberkeitsproblem auch nicht gut sehen kann, saß ich nun wieder im »Gelben Haus«. Um meine Chancen zu erhöhen, ein schönes Zuhause zu finden, entschloss man sich, durch eine teure Operation mein Augenlicht zu verbessern. Eine Mitarbeiterin des Tierheims, Kim, hatte mich besonders in ihr Herz geschlossen. Sie ist wegen meiner Augen oft mit mir zum Tierarzt gefahren. Irgendwann hat Kim gemerkt, dass ich mich bei der Autofahrt gut entspannen konnte, wenn sie eine CD von Eros Ramazzotti einlegte, das tat sie
