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Conrad ist ein junger Elefant. Normalerweise marschiert Conrad mit seiner Herde, die er lieber 'Familie' nennt, von Wasserloch zu Wasserloch. Als Conrad eines Tages in der Ferne ein Pfeifen hört, ändert sich alles, und Conrad erlebt sein erstes Abenteuer. Weitere Informationen unter www.conrad-elefant.de
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Seitenzahl: 62
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Für Steffi.
Weil sie Elefanten mag :-)
Die Wahrheit
Conrad rennt
Conrad macht große Augen
Conrad entscheidet
Conrad bekommt Hilfe
Conrad und Dani
Conrad kommt weiter
Conrad wird vermisst
Conrad wird gesucht
Conrad findet neue Freunde
Wo ist Conrad?
Conrad pfeift
Conrad wird Ehrenbürger
Da ist Conrad
Conrad sucht seine Familie
Conrad findet seine Mama
Conrad findet seine Familie
Conrads Abenteuer endet
Conrad ist ein Elefant. Und sicherlich kein Elefant, über den man einfach so eine Geschichte schreiben kann.
Über Elefanten zu schreiben ist ein bisschen schwierig. Das sind große Tiere. Man schreibt über Elefanten besser die Wahrheit und denkt sich nicht einfach irgendetwas aus. Wer will schon Ärger mit solch großen Tieren bekommen? Ich jedenfalls nicht. Daher habe ich bei meiner Geschichte auch genau aufgepasst und alles so aufgeschrieben, wie es passiert ist.
Natürlich ist alles genau so passiert. Warum auch nicht?
Alles fing damit an, dass Conrad mit seiner Familie nach längerer Reise endlich einen Platz zum Ausruhen gefunden hatte. Conrads Familie war sehr groß. Eigentlich war es eine Herde, also viele, viele Elefanten. Das ist bei Elefanten so. Sie ziehen durch das Land in großen Herden. Conrad nannte seine Herde Familie, das Wort hatte ihm einfach immer besser gefallen. Natürlich hatte Conrad nur eine Mama und einen Papa. Aber wenn die mal nicht in der Nähe waren, konnte er sicher sein, dass irgendeine andere Elefantenmama oder ein anderer Elefantenpapa auf ihn aufpasste. Das ist das Gute an so einer Herdenfamilie.
Rudolf war der Chef der Herde, der Entscheider. Er war der größte und stärkste der Elefanten. Man kann bei den Elefanten nur Chef werden, wenn man groß und stark ist. Natürlich gibt es auch manchmal Streit, weil ein anderer Elefant Chef sein will. Aber normalerweise funktioniert das mit dem Chefsein erstaunlich gut bei den Elefanten.
Rudolf hatte entschieden, dass sich die Herde auf dem Platz vor dem großen Hügel ausruhen sollte.
Alle waren damit einverstanden. Das war wichtig, denn Rudolf konnte selbst als Chef nicht einfach etwas bestimmen, was niemand wollte. Auch Conrad hatte der Platz gefallen. Es gab einen kleinen Tümpel mit zwei Bäumen am Ufer. Hier konnten alle Wasser trinken und sich den Staub von der langen Wanderung abspülen. Die kleinen Elefanten spielten vergnügt und versuchten, sich gegenseitig nass zu spritzen. Sie hatten noch kleine Rüssel und mussten öfter Wasser holen, um sich richtig nass machen zu können. Conrad war schon größer als die meisten der Elefantenkinder am Tümpel. Früher hatte er öfter mitgespielt, aber in letzter Zeit wollte er immer mal wieder einfach seine Ruhe haben. Das ist so, wenn man so viele Elefantenkinder in der Verwandtschaft hat, das kann manchmal auch anstrengend sein. Conrad machte es sich unter einen Baum gemütlich und fing an zu träumen.
Träumen war Conrads Lieblingsbeschäftigung. Er träumte oft den ganzen Tag, auch während die Herde zum nächsten Rastplatz marschierte. Dann vergaß er einfach weiterzulaufen und blieb stehen und träumte. Manchmal war die Herde oft schon so weit entfernt, dass er die anderen Elefanten fast nicht mehr sehen konnte. Conrads Mama musste dann umkehren und ihn an seinem Rüssel zurück zur Herde ziehen. Conrads Papa sagte dann, dass Conrad später einmal Chef werden und bitte schön nicht dauernd träumen solle. Elefantenchefs machen so was nicht.
Conrad wusste nicht, ob er später einmal wirklich Elefantenchef sein wollte. Er konnte sich das einfach nicht vorstellen. Das hatte er seinem Papa aber nicht gesagt, bis dahin war noch viel Zeit.
Plötzlich wurde Conrad von einem Geräusch geweckt. Er musste unter dem Baum eingeschlafen sein. Was war das für ein Geräusch? Er schaute sich um. Niemand sonst schien es gehört zu haben. Die kleinen Elefanten spielten weiter im Wasser und die erwachsenen Elefanten standen zusammen und unterhielten sich. Manchmal trötete einer der Elefantenpapas mit seinem Rüssel. Das machen Elefantenpapas manchmal. Elefantenmamas machen das nicht so oft. Alles war also wie immer.
Da! Schon wieder dieses Geräusch! Was konnte das nur sein? Kam das nicht von dem großen Hügel? Conrads Neugier war unermesslich, und er stand auf und rannte auf den Hügel zu. Er rannte so schnell er konnte. Richtig japsen musste er, so schnell rannte er. Elefanten rennen nicht sehr oft. Und Conrad rannte auch nicht so gerne, nur manchmal bei einem Wettrennen mit seinem Freund Pete. Aber jetzt wollte er einfach wissen, was das für ein Geräusch war.
Und schon wieder! Ein seltsamer, hoher Ton! War das nicht ein Pfeifen?!
Conrad stand vor dem Hügel und schaute hoch. Wenn ich oben stehen würde, könnte ich alles besser überblicken, überlegte er. Er fing an, den Hügel hinauf zu klettern. Das war übrigens gar nicht so einfach, denn der Hügel war ganz schön steil und überall wuchsen kleine Büsche, und Steine lagen im Weg. Immer wieder rutschte er ein Stück rückwärts und musste sich dann mit seinem Rüssel an einem Busch nach oben ziehen. Elefanten klettern auch nicht gerne. Hoffentlich komme ich noch rechtzeitig auf den Hügel, bevor das Pfeifen aufhört, dachte Conrad. Aber endlich hatte er es geschafft. Jetzt stand er ganz oben auf der Kuppe. Der Hügel ist schon sehr hoch, fast schon ein Berg, dachte Conrad. Von hier oben konnte er ganz weit sehen. Die kleinen Elefanten unten am Tümpel waren jetzt noch viel kleiner, fast so klein wie Erdnüsse. Auch das Tröten der alten Elefanten war fast nicht mehr zu hören. Und das Pfeifen? Wo war das Pfeifen? War Conrad zu langsam gewesen? Hatte er es verpasst?
Nein, da war es wieder. Ganz leise. Und jetzt konnte er auch sehen, woher es kam. Eine große, lange Eisenbahn schlängelte sich pfeifend durch das Tal. Conrad wusste, dass das eine Eisenbahn war. Elefanten wissen so etwas. Niemand weiß genau, woher Elefanten solche Dinge wissen. Wahrscheinlich sind sie einfach gute Beobachter und lernen schnell. Conrad konnte das Ende der Eisenbahn kaum sehen, so viele Wagons waren an die Lokomotive angehängt. Die Lokomotive hat ganz schön viel zu ziehen, dachte Conrad. Fast jeder Wagon transportierte etwas anderes. Manche hatten lange Baumstämme geladen, in manchen waren ganz viele Steine zu Haufen aufgetürmt und bei einigen konnte Conrad nicht sehen, was sich im Inneren befand. Die Wagons waren in vielen verschiedenen Farben bemalt. Es gab grüne, blaue, rote und sogar ein paar gestreifte. Die Eisenbahn fuhr ziemlich langsam, und Conrad konnte von seinem Hügel jeden Wagon genau betrachten. Conrad machte große Augen. Das hatte er in seinem ganzen Elefantenleben noch nicht gesehen. So eine lange Eisenbahn.
Conrad stand noch eine ganze Weile auf dem großen Hügel. Er hatte angefangen, die Wagons zu zählen, die vorüberfuhren. Drei, sieben,…zehn,…zweiundzwanzig. Ganz vorne konnte er die Lokomotive immer noch sehen. Eine große, schwarze Lokomotive. Sie musste bestimmt richtig stark sein, wenn sie so viele Wagons ziehen konnte. Wie funktioniert so eine Lokomotive eigentlich genau? Und wie steuert man sie wohl? Das alles interessierte Conrad sehr. Conrad fing wieder an zu träumen. Er stellte sich vor, wie er in der Eisenbahn sitzen und durch das Land reisen würde.
