Das Erlebnis des Marschalls von Bossompierre - Hugo von Hofmannsthal - E-Book

Das Erlebnis des Marschalls von Bossompierre E-Book

Hugo von Hofmannsthal

0,0

Beschreibung

Ein Liebesabenteuer eines Höflings, dem der Tod einen Strich durch die Rechnung macht: Als der Marschall von Bossompierre von Fontainebleau nach Paris reitet, fällt ihm eine schöne junge Krämerin auf, die ihn von ihrem Laden aus grüßt. Er lässt mittels einer Kupplerin ein Treffen mit der Frau arrangieren und verbringt eine Liebesnacht mit ihr, die beide bald wiederholen möchten. Doch dazu kommt es nicht mehr, denn die grassierende Pest fordert ihre Opfer...-

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 20

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0



Hugo von Hofmannsthal

Das Erlebnis des Marschalls von Bossompierre

 

Saga

Das Erlebnis des Marschalls von BossompierreCoverbild/Illustration: Shutterstock Copyright © 1900, 2020 Hugo von Hofmannsthal und SAGA Egmont All rights reserved ISBN: 9788726630916

 

1. Ebook-Auflage, 2020

Format: EPUB 3.0

 

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von SAGA Egmont gestattet.

 

SAGA Egmont www.saga-books.com und Lindhardt og Ringhof www.lrforlag.dk

– a part of Egmont www.egmont.com

DAS ERLEBNIS DES MARSCHALLS VON BASSOMPIERRE

Zu einer gewissen zeit meines lebens brachten es meine Dienste mit sich, daß ich ziemlich regelmäßig mehrmals in der Woche um eine gewisse Stunde über die kleine Brücke ging (denn der Pont neuf war damals noch nicht erbaut) und dabei meist von einigen Handwerkern oder anderen Leuten aus dem Volk erkannt und gegrüßt wurde, am auffälligsten aber und regelmäßigsten von einer sehr hübschen Krämerin, deren Laden an einem Schild mit zwei Engeln kenntlich war, und die, sooft ich in den fünf oder sechs Monaten vorüberkam, sich tief neigte und mir soweit nachsah, als sie konnte. Ihr Betragen fiel mir auf, ich sah sie gleichfalls an und dankte ihr sorgfältig. Einmal, im Spätwinter, ritt ich von Fontainebleau nach Paris, und als ich wieder die kleine Brücke heraufkam, trat sie an ihre Ladentür und sagte zu mir, indem ich vorbeiritt:

»Mein Herr, Ihre Dienerin!« Ich erwiderte ihren Gruß, und indem ich mich von Zeit zu Zeit umsah, hatte sie sich weiter vorgelehnt, um mir soweit als möglich nachzusehen. Ich hatte einen Bedienten und einen Postillon hinter mir, die ich noch diesen Abend mit Briefen an gewisse Damen nach Fontainebleau zurückschicken wollte. Auf meinen Befehl stieg der Bediente ab und ging zu der jungen Frau, ihr in meinem Namen zu sagen, daß ich ihre Neigung, mich zu sehen und zu grüßen, bemerkt hätte; ich wollte, wenn sie wünschte mich näher kennenzulernen, sie aufsuchen, wo sie verlangte.

Sie antwortete dem Bedienten: er hätte ihr keine erwünschtere Botschaft bringen können, sie wollte kommen, wohin ich sie bestellte.