Das große Evangelium Johannes 2 - Jakob Lorber - E-Book

Das große Evangelium Johannes 2 E-Book

Jakob Lorber

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Beschreibung

Das große Evangelium Johannes ist nicht nur eine Ergänzung zu den kanonischen Evangelien, sondern eine umfassende Darstellung des Lebens und der Lehren Jesu, die uns alle Herausforderungen und Freuden des menschlichen Daseins verstehen lässt. Mit diesem Werk erfüllt sich die Verheißung des Johannesevangeliums: "Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen." (Joh. 16,12-13)

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Seitenzahl: 1287

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Inhalt

Kapitel 1

Über das Bestrafen von Verbrechern

Kapitel 2

Judas Ischariot als Dieb. Faustus’ Amtsgeschäfte und des Herrn Weisung

Kapitel 3

Wie Wunderzeichen verwendet werden sollen

Kapitel 4

Die geheimnisvolle Höhle. Begegnung mit Mythen und Naturwundern

Kapitel 5

Entdeckung und wunderbare Bergung eines verborgenen Schatzes

Kapitel 6

Entstehung und Unzugänglichmachung der Tropfsteinhöhle

Kapitel 7

Faustus findet die Schätze aus der Höhle im Magazin in Kis

Kapitel 8

Himmel und Hölle als Frucht des menschlichen Herzens

Kapitel 9

Gleichnisse über das Wesen von Himmel und Hölle

Kapitel 10

Ein Dialog über göttliche Ordnung

Kapitel 11

Jesus reist mit Seinen Jüngern nach Nazareth. Treffen mit Jairus

Kapitel 12

Die zweite Erweckung der Sarah vom Tode

Kapitel 13

Jairus’ Frau erfährt von der Auferweckung ihrer Tochter Sarah

Kapitel 14

Der Herr erläutert und demonstriert Philopold Seine göttliche Macht

Kapitel 15

Philopolds Zeugnis von der Gottheit Jesu

Kapitel 16

Ein himmlischer Morgen in Nazareth. Die Frau hat wie der Mann volles Anrecht auf die Liebe und Gnade des Herrn

Kapitel 17

Der Herr erklärt Jesaja 1,16-24

Kapitel 18

Vom wahren Gottesdienst im Geist und der Wahrheit

Kapitel 19

Die verstockten Pharisäer ärgern sich über Jesus

Kapitel 20

Die Pharisäer wollen den Herrn steinigen. Cyrenius trifft den Herrn nach langer Zeit wieder

Kapitel 21

Cyrenius bedroht die argen Pharisäer

Kapitel 22

Heilung eines Gichtbrüchigen. Zeugnis der Nazarener über Jesus

Kapitel 23

Die Prophezeiung des Babyloniers. Der Herr weist die Nazarener zurecht

Kapitel 24

Der Dialog von Cyrenius und dem Herrn über die geistige Blindheit der Nazarener

Kapitel 25

Jakobus über seine Aufzeichnung der Kindheit Jesu. Der Unglaube der Nazarener

Kapitel 26

Über weltliche Gesetze und göttliche Gebote

Kapitel 27

Die schädliche Wirkung plumper menschlicher Gesetze

Kapitel 28

Von der Freiheit des Geistes

Kapitel 29

Der freie Wille ist der Schlüssel zur Gottähnlichwerdung des Menschen

Kapitel 30

Über Gesetze, die Freiheit des Geistes und die Rückwirkungsmacht Getöteter

Kapitel 31

Jairus’ Rede über die Herausforderung wahrer Menschenführung

Kapitel 32

Wie der Herr die Menschen führt. Der Herr und Sein Wort sind eins

Kapitel 33

Der Herr heilt die kranken Angehörigen eines alten Juden

Kapitel 34

Der Schwiegersohn des alten Juden verjagt die geldgierigen Pharisäer

Kapitel 35

Die Pharisäer lesen den 37. Psalm

Kapitel 36

Der Pharisäerälteste Roban bei Jesus

Kapitel 37

Morgenmahl in Nazareth. Faustus’ Frau Lydia wird von Engeln geholt

Kapitel 38

Freiheit, Ordnung und das göttliche und menschliche Wesen des Herrn

Kapitel 39

Das Wirken der Engel auf die Menschen

Kapitel 40

Sarahs Liebe zum Herrn. Wie sich Schöpfer und Geschöpf zueinander verhalten

Kapitel 41

Die wahre, lebendige Liebe zum Herrn

Kapitel 42

Vom jüngsten Tag

Kapitel 43

Der Herr und die Seinen beim Fischfang

Kapitel 44

Die Verehelichung von Borus und Sarah

Kapitel 45

Die Kälte der Engel. Über die göttliche Liebe und menschliche Begrenztheit

Kapitel 46

Leitlinien für eine erfolgreiche ärztliche Praxis

Kapitel 47

Der Herr schlägt Jairus vor, sein Amt niederzulegen

Kapitel 48

Cyrenius, Cornelius und Jairus entscheiden sich, beim Herrn zu bleiben

Kapitel 49

Jairus’ Abdankung. Eine ketzerische Predigt in der Synagoge

Kapitel 50

Die Rede der Ältesten über Missbrauch und Wahrheit

Kapitel 51

Der Betrug mit der gefälschten Bundeslade

Kapitel 52

Was mit der echten Bundeslade geschah

Kapitel 53

Chiwar gibt Zeugnis von den Werken und dem Leben Jesu

Kapitel 54

Der Engel Rat an die bekehrten Templer

Kapitel 55

Wie ein Regent seine Völker leiten soll

Kapitel 56

Roban und Kisjonah berichten von ihren Erlebnissen

Kapitel 57

Das Weltenleitungsgeschäft der Engel

Kapitel 58

Die göttliche Ordnung und die Freiheit des Menschen

Kapitel 59

Die reine Wort Gottes wird nicht durch äußeren Zwang verbreitet. Die Notwendigkeit des Kampfes zwischen Gut und Böse für die menschliche Entwicklung

Kapitel 60

Die Rolle der Leidenschaften in der menschlichen Entwicklung und göttlichen Ordnung

Kapitel 61

Die Bedeutung des freien Willens und die göttliche Lehre der Liebe

Kapitel 62

Das Denken im Herzen

Kapitel 63

Die Umkehr des einen großen Geistes

Kapitel 64

Über Naturgeister

Kapitel 65

Über Berggeister, Zauberei und Zeichendeutung

Kapitel 66

Cyrenius’ Zweifel an der Barmherzigkeit und Liebe des Herrn

Kapitel 67

Die Heilung eines Tobsüchtigen

Kapitel 68

Wie Reichtum ein Segen aus den Himmeln wird

Kapitel 69

Jairus hadert mit Gott wegen des Sterbens von geistig begabten Kindern

Kapitel 70

Die Auferweckung des Josoe

Kapitel 71

Die Erkenntnis des Göttlichen in Jesus. Das Schweigegebot der ersten Lehrzeit

Kapitel 72

Kritik an der äußerlichen Verehrung Gottes. Der lebendige Tempel im Herzen

Kapitel 73

Maria ermahnt die neugierigen Jünger Jesu. Nicht jedes Wissen taugt zur Belebung der Seele

Kapitel 74

Streit zwischen Thomas und Judas

Kapitel 75

Der Herr ermahnt Judas

Kapitel 76

Die wahre Demut und Selbstlosigkeit als Schlüssel zum Reich Gottes

Kapitel 77

Das rechte Maß der Eigenliebe, der Nächstenliebe und der Gottesliebe

Kapitel 78

Ein Dialog über die Lüge und die Scheinlüge

Kapitel 79

Josoe und die Engel

Kapitel 80

Cyrenius nimmt Josoe auf

Kapitel 81

Roban berichtet über den neuen Obersten

Kapitel 82

Die Enthauptung von Johannes dem Täufer

Kapitel 83

Auseinandersetzung zwischen Roban und dem neuen Obersten

Kapitel 84

Chiwar warnt den neuen Obersten davor, gegen Jesus vorzugehen

Kapitel 85

Der Herr lobt Roban und Chiwar

Kapitel 86

Chiwar bearbeitet den neuen Obersten Korah

Kapitel 87

Chiwar spricht mit Korah über Wunder, Glauben und die Größe Jesu

Kapitel 88

Chiwars Ansicht über Jesus und den Tempel

Kapitel 89

Chiwars Kampf mit dem Satan

Kapitel 90

Korahs und Chiwars Dialog über Jesus

Kapitel 91

Diskussion um die plötzliche Abreise Jesu und die Rolle des Herodes

Kapitel 92

Warum Jesus der Welt nicht mit Gewalt begegnet

Kapitel 93

Borus spricht über die göttliche Ordnung

Kapitel 94

Borus heilt einen Rasenden. Die Freunde des Herrn in Nazareth

Kapitel 95

Heil- und Speisewunder in der Wüste

Kapitel 96

Die Jünger auf dem stürmischen Meer

Kapitel 97

Judas rühmt die Wunder der Essäer

Kapitel 98

Johannes und Bartholomäus erklären Judas die Betrügereien der Essäer

Kapitel 99

Die Philosophie der Essäer

Kapitel 100

Die Jünger im Sturm auf dem Meer

Kapitel 101

Jesus und der sinkende Petrus auf dem Meer

Kapitel 102

Die Gefahr, die von den großen Schätzen der Welt ausgeht. Ankunft in der Freistadt Genezareth

Kapitel 103

Der Herr wirkt auf Ebahls Bitte ein großes Heilwunder

Kapitel 104

Der Herr segnet die Familie des Ebahl und tadelt die Essäer

Kapitel 105

Der Herr und der römische Hauptmann

Kapitel 106

Der römische Hauptmann warnt den Herrn vor der verdorbenen Menschheit

Kapitel 107

Das Wesen und die Mission des Herrn

Kapitel 108

Das Wesen eines Propheten

Kapitel 109

Der Unterschied zwischen dem Herrn und den Propheten

Kapitel 110

Die gesegnete Wiese. Ein Spaziergang auf dem Meer

Kapitel 111

Wie man Gott anbeten soll

Kapitel 112

Wie ein Mägdlein den Erwachsenen den Weg zu Jesus zeigt

Kapitel 113

Jarahs selbstlose Hingabe als Vorbild

Kapitel 114

Jarahs Gebetserfahrungen

Kapitel 115

Jarah sieht den Himmel

Kapitel 116

Geheimhaltung der Zeichen, Verkündigung der Lehre

Kapitel 117

Die Ankunft von Kranken sowie von Pharisäern und Schriftgelehrten aus Jerusalem

Kapitel 118

Der römische Hauptmann und die Tempelherren

Kapitel 119

Jarahs mächtige Gottesliebe

Kapitel 120

Jarahs Träume von der Kreuzigung und Auferstehung des Herrn

Kapitel 121

Der Hauptmann Julius bespricht sich mit dem Herrn über die Bosheit der Pharisäer

Kapitel 122

Große Krankenheilung durch Berührung des Mantels des Herrn

Kapitel 123

Jesus entlarvt die Heuchelei der religiösen Führer

Kapitel 124

Julius droht den Pharisäern

Kapitel 125

Julius nötigt die Pharisäer, Verträge auf Leben und Tod zu unterschreiben

Kapitel 126

Der Herr warnt vor der Boshaftigkeit der Pharisäer und Schriftgelehrten

Kapitel 127

Der Herr und Jara sprechen über Liebe und die Überwindung der Welt

Kapitel 128

Was den Menschen verunreinigt. Gespräch über die mögliche Tötung des Herrn

Kapitel 129

Der Herr und die Seinen entschließen sich, den Berg Morgenkopf zu besteigen

Kapitel 130

Eine wunderbare Bergbesteigung

Kapitel 131

Auf der höchsten Kuppe des Morgenkopfes

Kapitel 132

Über Furcht und Furchtlosigkeit

Kapitel 133

Der vom Herrn gebahnte Weg zum Himmel

Kapitel 134

Jarahs Begegnung mit den Engeln und das Wunder des aufgehobenen Meeres

Kapitel 135

Der Herr erprobt Jarahs Liebe

Kapitel 136

Die Macht der Engel. Besuch eines Sternes

Kapitel 137

Wie man die Sterne bereisen kann, ohne die Erde zu verlassen

Kapitel 138

Über die Reife der Völker. Die Schulung im Jenseits

Kapitel 139

Die Ordnung der Planeten, Sonnen und Mittelsonnen

Kapitel 140

Die jenseitige Entwicklung der Seelen

Kapitel 141

Über den menschlichen Geist. Die Geschwindigkeit eines Engelsgeistes

Kapitel 142

Innere und äußere Größe. Der Engel Raphael bleibt bei Jarah

Kapitel 143

Die Jünger werden vom Schlaf erweckt

Kapitel 144

Die wahre Liebe ist, Gott als den vollkommensten Menschen zu lieben

Kapitel 145

Der Hauptmann erwacht

Kapitel 146

Jarahs Gedenkzeichen

Kapitel 147

Der geistige und natürliche Sonnenaufgang

Kapitel 148

Der Sonnenaufgang als Gleichnis. Über die Seelenruhe und die wahre Sabbatruhe

Kapitel 149

Beobachtung des Sonnenaufgangs und der morgendlichen Naturerscheinungen

Kapitel 150

Der Herr beauftragt die Essäer, Schulen zu errichten

Kapitel 151

Das wunderbare Morgenmahl auf dem Berg

Kapitel 152

Auseinandersetzung des Hauptmanns mit dem Satan. Die mögliche Umkehr Satans

Kapitel 153

Abstieg vom Berg. Die Perlen nicht den Schweinen vorwerfen

Kapitel 154

Heilwunder in der Herberge Ebahls

Kapitel 155

Der Eifer der Liebe

Kapitel 156

Über die Kleidung und das zweigeschlechtliche Wesen der Engel

Kapitel 157

Über Gedenktage und Gedenkfeste

Kapitel 158

Jarah erläutert den 47. Psalm Davids

Kapitel 159

Von der Feindesliebe und wie man das Himmelreich erkämpft

Kapitel 160

Die Erlebnisse der Schiffsknechte in der vergangenen Nacht

Kapitel 161

Raphael und der Schiffsknecht Dismas

Kapitel 162

Vertreibung der frechen Pharisäer aus Genezareth

Kapitel 163

Über die Betrügereien der Tempeldiener

Kapitel 164

Der rechte Umgang mit Sündern

Kapitel 165

Über das himmlische Schlimmsein der Engel

Kapitel 166

Die Lehre der Liebe, Sanftmut und Geduld

Kapitel 167

Jesus unterrichtet Ebahl und Jarah. Abschied des Herrn

Kapitel 168

Jesus und die kananäische Mutter bei Tyrus

Kapitel 169

Über Besessenheit und Krankheiten

Kapitel 170

Die Macht des wahren, festen Glaubens

Kapitel 171

Das große Heilwunder auf dem Berg

Kapitel 172

Über die Zukunft der Lehre des Herrn

Kapitel 173

Wunderbare Speisung der Viertausend

Kapitel 174

Pharisäer und Sadduzäer versuchen den Herrn. Echte und verfälschte Evangelien

Kapitel 175

Der Herr bei einem armen Mann in der Gegend von Cäsarea Philippi

Kapitel 176

Das Glaubensbekenntnis der Jünger über Christus

Kapitel 177

Markus erzählt von der Bösartigkeit der Templer

Kapitel 178

Die Gräueltaten der Templer

Kapitel 179

Der Jünger Empörung über die Gräueltaten der Templer

Kapitel 180

Ein gesegneter Fischzug. Der Betrug mit dem Tempelmist

Kapitel 181

Die Pharisäer fordern den Zehnt von Markus

Kapitel 182

Voraussage des Herrn über Sein Sterben und Auferstehen

Kapitel 183

Der Besuch des Cyrenius wird gemeldet

Kapitel 184

Markus empfängt Cyrenius

Kapitel 185

Die Lehrmethode des Engels von Josoe

Kapitel 186

Das Geschenk des Cyrenius

Kapitel 187

Auf dem Meer mit dem Herrn

Kapitel 188

Des Johannes Rede über Gottes Weisheit

Kapitel 189

Begegnung mit einem Militärschiff. Der reiche Fischzug

Kapitel 190

Die neuen Gäste

Kapitel 191

Über die himmlische und die weltliche Lehrmethode

Kapitel 192

Die Zehnt- und Tributrechte des Tempels

Kapitel 193

Die Läuterung gefangener Verbrecher

Kapitel 194

Jarahs himmlische Weisheit

Kapitel 195

Über die Auflösung der Materie

Kapitel 196

Jarah löst dem Josoe eine gordische Frage

Kapitel 197

Josoes Rede über die Wissensbeschränktheit des Menschen

Kapitel 198

Was ist Wahrheit

Kapitel 199

Jarah beantwortet die Frage nach der Wahrheit

Kapitel 200

Josoe und Jarah im Gespräch

Kapitel 201

Jarahs Parabel über Gier und Genügsamkeit

Kapitel 202

Erläuterung der Parabel der Jarah

Kapitel 203

Über korrupte Priesterschaften

Kapitel 204

Josoe und Jarah über Judas

Kapitel 205

Über die unterschiedliche Führung der Völker

Kapitel 206

Josoes Entschuldigungsrede

Kapitel 207

Josoes Ansicht über die Zulassung der Sklaverei

Kapitel 208

Das Gleichnis vom Klausner und dem Zöllner

Kapitel 209

Die wahre, innere Sittenreinheit

Kapitel 210

Über Sünde und Hölle. Vom Verhältnis zwischen Leib, Seele und Geist

Kapitel 211

Cyrenius über die Notwendigkeit leiblicher Versorgung als Grundlage geistiger Bildung

Kapitel 212

Warum der Mensch die Not braucht, um geistig zu wachsen

Kapitel 213

Die Folgen der leiblichen Wohlversorgtheit

Kapitel 214

Die logischen Ungereimtheiten der Schöpfungsgeschichten

Kapitel 215

Die Entstehung des ersten Menschen

Kapitel 216

Das Gleichnis vom Weizenkorn

Kapitel 217

Die Ausbildung des Geistes

Kapitel 218

Seele und Leib

Kapitel 219

Erläuterung der Mosaischen Schöpfungsgeschichte

Kapitel 220

Fortsetzung der Erläuterung der Mosaischen Schöpfungsgeschichte

Kapitel 221

Die Scheidung von Licht und Finsternis. Die sieben Tage

Kapitel 222

Das Endziel der Schöpfung

Kapitel 223

Cyrenius lobt die Weisheit des Herrn und bittet um weitere Aufschlüsse

Kapitel 224

Über den Fall der Geister, den Fall Adams und die Erbsünde

Kapitel 225

Über die seelische Erbprägung

Kapitel 226

Die Heilung der Seele durch Loslösung vom Weltlichen

Kapitel 227

Der Sündenfall der erstgeschaffenen Geister

Kapitel 228

Kraft und Gegenkraft

Kapitel 229

Über das Wesen des Satans und der Teufel

Kapitel 230

Die Ausbildung der von Gott geschaffenen Wesen

Kapitel 231

Der Fall des Hauptgeistes des Lichtes

Kapitel 232

Der Hülsstoff und die Seele

Kapitel 233

Über zu viel Weisheit

Kapitel 234

Des Markus Ansicht darüber, wer ihm gegenüber ein Nächster ist

Kapitel 235

Markus rettet schiffbrüchige Pharisäer

Kapitel 236

Die jungen Pharisäer kritisieren das Vorgehen des Julius in Genezareth

Kapitel 237

Der heimliche Fluchtplan der jungen Pharisäer

Kapitel 238

Über erzwungene Eide und die wahre Nächstenliebe

Kapitel 239

Julius befreit die jungen Pharisäer vom Tempeljoch

Kapitel 240

Jarah gibt Zeugnis vom Herrn

Kapitel 241

Die schlechten Absichten des Tempels

Kapitel 242

Der Erzengel Raphael wirkt ein Steinwunder

Kapitel 243

Die Entschuldigung des jungen Pharisäers

Kapitel 244

Julius belehrt die jungen Pharisäer

Über diese Edition

Kapitel 1

Über das Bestrafen von Verbrechern

1. Spät am Abend kommen die Schätze aus der Höhle des Kisjonah an, bestehend in Gold, Silber und in einer schweren Masse geschliffener und ungeschliffener Edelsteine von großem Wert; denn es sind bei drei Pfund geschliffener und bei drei Pfund ungeschliffener Diamanten, ebenso viel gleich zuständige Rubinen, noch einmal so viel Smaragde, Hyazinthe, Saphire, Topase und Amethyste, und bei vier Pfunde starke erbsengroße Perlen. Des Goldes aber waren über zwanzigtausend Pfunde und des Silbers fünfmal so viel.

2. Als Faustus diesen horriblen Reichtum in Augenschein nahm, schlug er die Hände über dem Haupt zusammen und sprach: „O Herr! Ich habe als der Sohn eines der reichsten Patrizier von ganz Rom doch auch Gelegenheit gehabt, große Schätze dieser Erde zu Gesicht zu bekommen; aber so was hat mein Auge noch nicht geschaut! Das geht über alle Pharaonen und über die Fabel vom Krösus, der sich am Ende vor lauter Reichtum nimmer zu helfen wusste und sich im Ernst einen Palast aus Gold erbaut hätte, wenn sein Sieger ihm das viele Gold nicht abgenommen hätte.

3. Jetzt sage Du, o Herr, dem alle Dinge bekannt sind, mir armem Sünder, wie möglich diese zwölf Knechte des Satans zu solchen Schätzen gekommen sind! Auf eine nur einigermaßen ehrliche Weise kann das doch nimmer möglich sein, und in einer kurzen Zeit auch nicht! Wie sonach war solches möglich?“

4. Sage Ich: „Freund, kümmere dich nun nicht mehr darum! Es lohnt sich auch wahrlich nicht weiter mehr der Mühe, dieses Satansdrecks wegen noch mehrere Worte zu verlieren. Dass dabei aber kein ehrlicher Stater weilt, des kannst du vollends versichert sein. Durch was für tausenderlei schändlichste Lumpereien diese Natternbrut, dieses Schlangengezücht, aber das alles zusammengerafft und geraubt hat, wäre eine zu weitläufige Sache, so man’s Punkt für Punkt dartun sollte.

5. Dass sie Spitzbuben von der allerdurchtriebensten Art sind, darüber wirst du hoffentlich keinen weiteren Zweifel haben. Wie sie aber gewisserart noch mehr als Spitzbuben sind, braucht kein Mensch mehr zu wissen. Sie haben nach den Gesetzen Roms schon lange den zehnfachen Tod verdient, bloß wegen dem Verbrechen des Raubes der kaiserlichen Steuerkarawane; und dieser Raub, den wir jetzt in den unermesslichen Schätzen vor uns haben, ist um kein Haar besser, wennschon gerade nicht so offen die kaiserlichen Steuergelder betreffend.

6. Wenn du sonach auch alles wüsstest, so kannst du sie dafür doch unmöglich öfter denn einmal töten. Du kannst wohl die Marter verschärfen, aber wozu? Ist die Marter schärfster Art – um in eurer Gerichtsweise zu sprechen –, so ist sie auch alsbald tödlich, und ist sie gelinderer Art, aber dafür andauernder, no, so verspürt der Sträfling eben nicht viel mehr davon als du von einer dich belästigenden Fliege; denn die vor dem sicheren Tode ihres Leibes sich über alle Maßen fürchtende, wenn auch noch so materielle Seele zieht sich alsbald zurück in ihre innersten Gemächer und fängt freiwillig an, sich von ihrem Leib, in dem kein Bleiben mehr ist, loszulösen, und der Leib wird bei solchen Gelegenheiten völlig unempfindlich. Du kannst dann solch einen Leib quälen wie du willst, so empfindet er wenig oder auch gar nichts mehr davon. Versetzt du den Leib der Seele aber augenblicklich in einen großen Schmerz, so wird solches die Seele nicht lange aushalten, sondern sogleich einen gewaltigen Riss tun, und du kannst dann einen völlig toten Leib sieden und braten, und er wird nichts mehr fühlen von der Strafe.

7. Ich bin deshalb nicht für die Strafe mit dem Tode, weil diese weder für den Getöteten von irgendeinem Belang, und noch weniger irgendeiner Gerechtigkeit zum Schild und Nutzen ist; denn einen hast du getötet, – und Tausende haben dir darum Rache geschworen! Aber einen Verbrecher unter eine allerschärfste Zuchtrute stellen und diese nicht ruhen lassen, bevor nicht eine gänzliche Besserung eingetreten ist, für das bin Ich aus der notwendigen göttlichen Ordnung ganz und gar sehr! Eine rechte Zuchtrute zu rechter Zeit völlig gerecht angewendet, ist besser als Geld und reinstes Gold; denn durch die Zuchtrute wird die Seele von ihrer Materie mehr und mehr losgestäupt und wendet sich endlich zu ihrem Geist. Und hat solches die Zuchtrute bewirkt, so hat sie eine Seele vor dem Untergang und sonach den ganzen Menschen vor dem ewigen Tode gerettet.

8. Darum soll ein jeglicher Richter nach der Ordnung Gottes auch den größten Verbrecher nicht mit dem Tode des Leibes, der zu nichts taugt, sondern allzeit mit der Rute strafen nach dem Maße des Verbrechens. Tut er das, so ist er ein Richter der Menschen zum Himmel, tut er aber das nicht, – ein Richter der Hölle, wofür er von Gott wahrlich ewig nie einen Lohn haben wird, sondern für das Reich er gerichtet hat die Menschen, von dem armseligen Reich soll er auch den Lohn empfangen! Nun weißt du genug, und lass nun die Schätze verwahren! Morgen werden auch die von Chorazin anlangen, und es soll dann sogleich die Verteilung und die Absendung all dieses Teufelsdrecks geschehen. Nun aber begeben wir uns in den Speisesaal, denn das Abendmahl harrt schon unser! Wahrlich, diese ganze Geschichte ist Mir schon überlästig, und Meine Zeit drängt Mich schon nach Nazareth!“

9. Sagt Faustus: „Herr, dass Dir diese scheußliche Geschichte über alle Maßen zuwider sein muss, sehe ich nur zu gut ein; aber was kann man tun, wenn die Sache sich einmal so gestaltet hat? Übrigens bitte ich Dich, mein Herr und mein größter und bester Freund, dass Du nicht eher von hier ziehst denn ich; denn ohne Dich vermag ich fürs Erste nichts, und fürs Zweite würde mich ohne Dich die schrecklichste Langeweile trotz meines liebsten Weibchens hier töten! Darum bitte ich Dich, dass Du nicht eher diesen Ort verlassen wollest, als bis ich mit dieser allerlästigsten Geschichte zu Ende sein werde! Mit Deiner Hilfe hoffe ich, morgen bis Mittag mit allem in der Ordnung zu sein!“

10. Sage Ich: „Ganz gut! Aber Ich will von all den Schätzen und den elf Pharisäern nichts mehr sehen; denn es ekelt Mich davor mehr denn vor einem Aas.“

11. Sagt Faustus: „Dafür soll gesorgt sein!“

Kapitel 2

Judas Ischariot als Dieb. Faustus’ Amtsgeschäfte und des Herrn Weisung

1. Wir treten nun ins Zimmer, respektive in den Speisesaal, allwo ein reichliches Abendmahl unser harrt. Wir aber verzehren noch kaum das Mahl, als zwei Knechte den Judas Ischariot in den Saal hereinbringen und dem Oberrichter melden, dass dieser Jünger, oder was er sonst sei, ein paar Pfunde Goldes habe entwenden wollen, sie ihn aber bei der Tat ergriffen, das Gold ihm wieder abgenommen und ihn hierher zur Verantwortung gebracht haben.

2. Judas steht hier ganz entsetzlich beschämt da und sagt: „Ich habe nicht den entferntesten Sinn gehabt, das Gold mir zueignen zu wollen, sondern habe ein paar Stänglein bloß versucht, ob sie wohl wirklich so schwer sind, als man sie angibt; diese Narren aber ergriffen mich sogleich und schleppten mich als einen gemeinen Dieb herein! Ich bitte dich, Faustus, darum, dass mir dieser Fleck abgenommen werde!“

3. Sagt Faustus zu den Knechten: „Und ich will seiner darum schonen.“ (Zum Judas): „Du aber greife in Zukunft, besonders zur Nachtzeit, außer du werdest ein kaiserlicher Taxator, ja keine Goldbarren mehr an, sonst wirst du wegen versuchten Diebstahls zur unvermeidlichen gesetzlichen Strafe gezogen werden! Hast du den Oberrichter Faustus verstanden?“

4. Sagt Judas ganz entsetzlich beschämt: „Herr, es war im vollsten Ernst auch nicht die leiseste Spur von einem versuchten Diebstahl, sondern wirklich nur eine – freilich etwas unzeitige – Probe über die Pfundschwere eines Goldbarrens.“

5. Sage Ich: „Gehe, und suche dir ein Lager! Denn an diesem Übel, an dem alle Diebe sterben durch die Hand des Satans, wirst auch du in jüngster Zeit sterben; denn du warst, bist und bleibst ein Dieb! Solange dich des Gesetzes Schärfe schreckt, bleibst du wohl, der offenen Tat nach, kein Dieb noch; aber in deinem Herzen bist du es lange schon! Nehme Ich heute alle Gesetze weg, so wirst du als Erster deine Hände an die Schätze draußen legen, denn deinem Herzen sind alle Rechts- und Billigkeitsgesetze fremd. Schade für deinen Kopf, dass unter ihm kein besseres Herz schlägt! Gehe nun schlafen, und werde morgen nüchterner denn heute!“

6. Mit diesem Verweis geht Judas beschämt aus dem Speisesaal in sein Schlafgemach und legt sich nieder, denkt aber bei zwei Stunden nach, wie er dem entgehen könnte, was Ich ihm geweissagt habe, findet jedoch in seinem Herzen keinen Ausweg, da dieses gleichfort seine golddurstige Stimme von neuem erhebt, und schläft also ein. Wir aber begeben uns auch zur Ruhe, da uns zwei vorhergehende Nächte sehr in Anspruch genommen haben. Der Morgen aber ließ nicht lange auf sich warten.

7. Als sich Faustus noch einmal umwenden wollte, um noch ein Morgenschläfchen zu machen, da kommen auch die Schätzeführer von Chorazin an, wecken ihn, und er muss von Amts wegen hinaus, die Schätze besichtigen, sie taxieren und in Empfang nehmen. Als er mit dieser Arbeit fertig ist, sind auch wir alle auf den Füßen, und das Morgenmahl, bestehend in frischen, wohlzubereiteten Fischen, ist auch schon auf den vielen Tischen im großen Speisesaal. Faustus kommt schon nahe arbeitsmüde in den Speisesaal an den Armen seiner jungen Gattin und setzt sich zu Mir hin.

8. Nach dem genossenen Morgenmahl erst, bei dem ein guter Wein nicht gemangelt hatte, erzählt Mir Faustus, dass sein Morgengeschäft, das ihm sonst eine Arbeit bei allem Fleiß von ein paar Wochen gemacht hätte, nun beendet und alles bereits an den Ort seiner Bestimmung abgegangen sei. Es waren alle Dokumente in aller Ordnung schon fertig auf dem Tisch in der großen Amtsstube und die gerichtlichen Geleitbriefe in der besten Ordnung. Der Schatz aus Kisjonahs Höhle war richtig verteilt und mit Bestimmungsdokumenten bestens versehen, desgleichen auch die Steuergelder nebst dem großen Tempelschatz aus Chorazin, und so sei nun alles expediert; nur finde sich in der großen Amtsstube noch ein bedeutendes Zimmermannszeug vorrätig, zu dem sich noch kein Eigentümer vorgefunden hatte.

9. Sage Ich: „Dort unten am Ende des Tisches, neben der Mutter Maria sitzend, sind zwei Söhne des namens Joses und Joel; diesen beiden gehört es! Es ist ihnen als Pfand genommen worden mit der kleinen Behausung in Nazareth, und soll ihnen auch wieder zurückgestellt werden!“

10. Sagt Faustus: „Herr, samt der Behausung! Dafür stehe ich! O Herr und Freund! Was haben diese Schwarzen mir schon alles für Verdrießlichkeiten bereitet; das dumme Gesetz aber hielt ihnen die Stange, und man konnte ihnen mit dem besten Willen nirgends hinters Genick kommen. Vor meinen Augen begingen sie die grässlichsten Ungerechtigkeiten, und man konnte ihnen bei aller Macht, die einem zu Gebote steht, nichts machen; aber hier hat sie denn der Satan doch einmal sitzen lassen, und ich habe nun ein Heft in meinen Händen, vor dem diese Kerle beben sollen wie ein lockeres Baumblättchen im die Wälder durchlaufenden Sturm! Der Bericht an den Oberstatthalter Cyrenius ist ein Meisterstück, den er vidimiert samt Steuern augenblicklich nach Rom wird abgehen lassen. Von Tyrus, Sidon und Cäsarea ist das Kaiserschiff mit vierundzwanzig Rudern und bei gutem Wind sogar mit einem starken Segel und Steuerruder versehen in zwölf Tagen an der römischen Küste und so gut als in des Kaisers Händen! Freut euch in noch einmal achtzehn Tagen darauf, ihr Schwarzen! Eurem Hochmut sollen ganz sonderbare Schranken gesetzt werden!“

11. Sage Ich: „Freund, Ich sage dir: Juble nur nicht zu früh! Eine Krähe pickt der anderen die Augen nicht aus! Es wird den elf innerhalb der Mauern durchaus nicht wünschenswert ergehen! Sie werden zwar nicht getötet, aber dafür lebenslang in die ewige Bußkammer gesperrt werden! Aber in der öffentlichen Entschuldigung gen Rom werden sie wie Wolle weiß gewaschen werden, und man wird dann erst von dir die weiteren Berichte verlangen, und du wirst eine große Not haben, allen Fragen aus Rom zu genügen. Es wird dir zwar wohl kein Haar gekrümmt werden; aber einer gewissen Not wirst du kaum entgehen, wenn du nicht mit den gehörigen Zeugen und anderen Wahrzeichen zurechtkommst. Ich überlasse dir darum den Pilah; der wird dir in allem gute Dienste leisten. Stecke ihn aber nur geschwinde in die Tracht der Römer, dass er von den in Kapernaum stationierten Kollegen nicht erkannt wird! Denn Ich kann dir sagen: Satan hat sein Regiment bei weitem nicht so verschmitzt eingerichtet wie diese Schlangenbrut. Darum sei denn auch du nebst deiner taubenartigen Sanftmut schlau wie eine Schlange, sonst kommst du mit diesem Geschlecht nicht zurecht!“

12. Sagt Faustus: „Ewig Dank Dir für diesen Rat! Doch jetzt sollten wir, da dies Geschäft so gut als möglich abgelaufen ist, denn doch etwas mehr Erheiterndes unternehmen!“

13. Sage Ich: „Ganz wohl! Ich bin schon dabei, nur warten wir noch auf den Kisjonah, der mit seinen Kassen bald in der Ordnung sein wird!“

Kapitel 3

Wie Wunderzeichen verwendet werden sollen

1. Nach einer kurzen Weile kommt Kisjonah, grüßt uns alle auf das Zarteste und Liebfreundlichste und sagt darauf: „Mein endlos geliebtester Freund Jesus! Also nenne ich Dich nur äußerlich; denn Du weißt, was und wer Du mir im Herzen bist. Dir allein habe ich alles das zu danken! Nur eine kleine Summe von fünftausend Pfunden im Ganzen habe ich bereitwilligst gestrichen aus dem Schuldbuch der armen Bürger Kanas, und Du hast mir dafür fünfzigtausend Pfunde ohne den unschätzbaren Wert der anderen Schätze, die vielleicht noch einmal so viel wert sind, zukommen lassen! Ich gelobe Dir aber auch bei aller meiner unermesslichen Liebe zu Dir, dass ich all dieses zum Besten der Armen und Bedrückten verwenden werde, und es soll also aus dem Teufelsunflat am Ende doch noch Gold für die Himmel Gottes werden!

2. Ich werde zwar das Gold und Silber den Menschen nicht in die Hand geben, denn da ist es wahrlich ein Gift für die schwachen irdischen Herzen der Menschen; aber ich werde den Dach- und Besitzlosen Dach und Besitz verschaffen mit steuerfreien Gründen und ihnen schaffen Vieh und Brot und Kleidung. Jedem aber, den ich beglücken werde, wird Dein Wort gepredigt und ihm Dein Name kundgemacht, auf dass er lebendig wisse, wem er alles zu danken habe, und dass ich nichts als nur ein schlechter und träger Diener bin! Du, o Herr, aber stärke mich allzeit, so ich dienen werde in Deinem Namen! Sollte es mich aber je gelüsten, nur einen Sinn der Welt zuzuwenden, dann lass schwach werden alle meine Kräfte, auf dass ich gewahr werde, dass ich ein schwacher Mensch und aus meiner Kraft nichts zu vollbringen imstande bin!“

3. Ich aber lege darauf Meine Hand auf sein Herz und sage zu ihm: „Freund und Bruder! Da innen behalte Mich, und es wird dir nie an Kraft zur Ausführung edler Werke mangeln! Ja, im lebendigen Glauben und in voller und reiner Liebe zu Mir und im Sinne, Gutes zu erweisen den Menschen in Meinem Namen, wirst du den Elementen gebieten, und sie werden dir gehorchen! Den Winden wird nicht unverständlich sein dein Ruf, und das Meer wird erkennen deinen Sinn. Und zu einem oder dem anderen Berg wirst du sagen können: ‚Hebe dich und stürze dich ins Meer!‘, und es wird geschehen, wie du es geboten hast.

4. So aber jemand des Glaubens wegen Zeichen verlangt von dir, da lass es nicht geschehen, dass dem Verlanger ein Zeichen werde. Wer die Wahrheit der Wahrheit wegen nicht erkennen will, und diese ihm nicht ein hinreichendes Zeichen ist, für den ist es besser, dass er bleibt in seiner Blindheit; denn wird er durch ein Zeichen zur Annahme der Wahrheit gezwungen und tut aber dann doch nicht nach der Lehre, so ist das Zeichen ein doppeltes Gericht für ihn. Fürs Erste ist er durch das Zeichen gezwungen, die Wahrheit als Wahrheit anzunehmen – ob er sie in seiner Blindheit als solche erkennt oder nicht erkennt –, und fürs Zweite muss er offenbar in ein tieferes Strafgericht in sich selbst zufolge der göttlichen Ordnung verfallen, wenn er nach der durch das Zeichen ihm aufgedrungenen Wahrheit nicht handelt, gleichviel ob er die Wahrheit als Wahrheit völlig erkennt oder nicht; denn das Gelingen des Zeichens hat ihm den bindenden Beweis geliefert. Und das ist schon genug; die Einsicht oder Nichteinsicht rechtfertigt da niemanden.

5. Denn so jemand zur Bestätigung der vernommenen Wahrheit ein Zeichen begehrt und sagt: ‚Ich sehe zwar den Grund der Wahrheit aus deiner Rede nicht ein, wenn mir aber nach der Diktion, durch die mir solche und solche Lehre unterbreitet ist, ein Zeichen als tatsächlicher Beweis geliefert wird, so will ich solche Lehre als volle Wahrheit annehmen!‘ Nun, es wird dann dem Verlanger das Zeichen gegeben, und er kann demnach nicht umhin, die Wahrheit der Lehre anzunehmen, ob er sie als solche bis auf den Grund erkennt oder nicht; denn nun steht das Zeichen als eine unbestreitbare Lüge1 da.

6. Weil es aber seiner Blindheit nicht möglich ist, auf den Grund der Wahrheit zu kommen, und er nach seinen Begriffen durch die Befolgung der Wahrheitslehre in zu bedeutende, nie gewohnte Lebensunbequemlichkeiten gelangen könnte, so denkt er dann bei sich: ‚Es mag wohl was daran sein, sonst wäre das Zeichen nicht möglich gewesen; aber ich sehe den Grund dennoch nicht ein, und tue ich danach, so kostet mich das eine entsetzliche Selbstverleugnung. Darum tue ich es lieber nicht und bleibe bei meiner angewohnten Lebensweise, die zwar ohne außerordentliche Zeichen dasteht, aber dessen ungeachtet ganz wohl schmeckt!‘

7. Sieh, eben darin aber liegt dann auch schon das Strafgericht, das der Zeichenverlanger sich selbst bereitet hat durch das auf sein Verlangen geleistete Zeichen, das ihm den unumstößlichen Beweis geliefert hat, gegen den er keinen Gegenbeweis aufstellen kann; er aber in seiner verkehrten Lebensweise dann doch als ein Bekämpfer der ewigen Wahrheit auftritt und sie tatsächlich weidlichst verwirft, obschon er das unvertilgbare Zeichen, das ihm zur Steuer der Wahrheit geleistet ward, ewig nie als den Erfolg auf die ihm geoffenbarte Wahrheit als nie bestanden seiend aus dem Wege schaffen kann. Sonach ist es ums Unvergleichbare besser, nie ein Zeichen zur Steuer der Wahrheit zu leisten.

8. Aber zum Nutzen und sonstigen Frommen der Menschen ohne irgendeine Aufforderung magst du im Stillen Zeichen wirken, so viel du willst, und es wird das niemandem zur Sünde und noch weniger zu einem Gericht gereichen. Hast du aber Zeichen zum Frommen der Menschen zum Voraus geleistet, so magst du hintendrein den betreffenden Menschen wohl auch eine Lehre geben, so sie ein Verlangen danach tragen; tragen sie aber kein Verlangen, so gib ihnen bloß eine ernste Vermahnung vor der Sünde. Aber in eine weitere Belehrung lass dich nicht ein, denn da sehen dich die, denen geholfen ward, als einen magischen Arzt an, und das Zeichen hat für sie kein weiteres Zwangsgewicht.

9. Alle aber, denen die Macht gegeben ward, im Notfall Zeichen zu wirken, sollen diesen Meinen Rat treu befolgen, so sie wahrhaft Gutes wirken wollen.

10. Vor allem aber hüte sich ein jeder, in einer Art Aufwallung und Ärger ein Zeichen zu wirken! Denn ein jedes Zeichen kann und soll nur auf Grund der reinsten und wahrsten Liebe und Sanftmut gewirkt werden; wird es aber im Zorn und Ärger gewirkt, was wohl auch möglich ist, dann hat die Hölle ihren Anteil dabei, und ein solches Zeichen bringt dann nicht nur keinen Segen, sondern einen Fluch.

11. So Ich euch allen aber schon zu mehreren Malen die Lehre gegeben habe, dass ihr sogar die noch segnen sollt, die euch fluchen würden, um wie viel weniger soll von euch den Blinden im Geiste ein Fluch bereitet werden, die euch mit keinem Fluch entgegenkommen, sondern mit eitler Blindheit ihres Herzens nur!

12. Bedenkt also solches wohl und handelt auch also, so werdet ihr allenthalben Segen verbreiten, wenn schon nicht durchgängig geistig, so doch leiblich, wie auch Ich Selbst es getan habe und noch allzeit tue; denn oft wirkt eine pur leibliche Wohltat bei einem Elenden mehr auf sein Herz und seinen Geist als hundert der besten Tugendlehren, und es ist daher auch ordnungsgemäß, bei der Ausbreitung des Evangeliums durch leibliche Wohltaten den Weg ins Herz der Elenden zu bahnen und dann erst den gesunden Gemütern das Evangelium zu predigen, als die Predigt vorangehen zu lassen und hinterher die elenden Anhörer durch ein Zeichen in ein offenbarstes Gericht, also – in ein noch größeres Elend zu stürzen, als da war ihr erstes, pur den Leib betreffend.

13. Wenn du zu einem Kranken gerufen wirst, so lege ihm vor der Predigt die Hände auf, dass es mit ihm besser werde. So er dich dann fragt und sagt: ‚Freund, wie war dir solches möglich?‘, so erst sage: ‚Durch den lebendigen Glauben an den Namen Dessen, der von Gott gesandt ward vom Himmel zur wahrhaften Beseligung aller Menschen!‘ Wird er dich dann weiter um den Namen fragen, so gebe ihm dann auf Grund der Fähigkeit seiner Fassungskraft so viel einleitender Belehrung, dass er die Möglichkeit solch einer Erscheinung einzusehen beginnt.

14. Ist er so weit gekommen, dann gib ihm im gerechten Maße stets mehr und mehr kund. Findest du nach solchen Gesprächen, dass das Herz des Hörers stets reger und reger wird, so sage ihm endlich alles, und er wird es sicher annehmen und glauben jedem deiner Worte. Wenn du ihm aber auf einmal zu viel gibst, so wird es ihn erdrücken und verwirren seine Sinne, und du wirst dann mit ihm ein schweres Stück Arbeit haben.

15. Wie man aber den neugeborenen Kindern nicht sogleich gibt eines reifen Mannes Kost, die sie töten würde, also darf man umso weniger gleich anfänglich dem Geisteskind eine geistig männliche, sondern nur eine solchen Kindlein höchst angemessene geistige Kost geben, sonst werden sie getötet, und es ist dann überaus schwer, sie wieder zu beleben im Geiste. Habt ihr alle solches nun wohl begriffen und verstanden?“

16. Sagen alle mit gerührtem Herzen: „Ja, Herr, solches ist uns nun so klar wie die Sonne am hellsten Mittag, und wir werden es getreuest beobachten!“

17. Sage Ich: „Gut, so gehen wir nun zu der Höhle hin; denn es ist in der Höhle noch eine Höhle, und wir wollen sie durchsuchen. Nehmt aber Fackeln mit in rechter Menge und desgleichen Wein und Brot; wir werden dort Wesen antreffen, die sehr hungrig sein werden.“

1 In späteren Editionen wurde „eine unbestreitbare Lüge“ der Erstausgabe durch „ein unbestreitbarer Bürge“ ersetzt. Nach der Erstausgabe wird das Zeichen zur Lüge, weil es den Anschein erweckt, der Mensch glaube aus Wahrheit, obwohl er nur aus Zwang des Beweises glaubt – ohne echtes inneres Verständnis. So ist nicht das Zeichen selbst falsch, sondern der Schluss, den der Mensch daraus zieht.

Kapitel 4

Die geheimnisvolle Höhle. Begegnung mit Mythen und Naturwundern

1. Nun lässt Kisjonah alles hervorholen. Baram, der sich von uns noch immer nicht trennen konnte, lässt auch seine noch erübrigten Wein- und Brotvorräte holen von seinen Leuten. Jairuth und Jonael, die sich von Mir auch nicht trennen können, bitten Mich auch, ob sie diese Expedition mitmachen dürfen.

2. Und Ich sage: „Allerdings; denn ihr seid sogar notwendig dabei, und Archiel wird uns gute Dienste leisten eigener Art. Ich sage euch aber noch was, und das ist: Es verlässt soeben eine Deputation von euren Erzfeinden Sichar und begibt sich hierher, um euch zur baldigsten Rückkehr zu bewegen; denn das Volk hat sich wider sie erhoben und vorgestern schon den neu eingesetzten Priester vertrieben. Dieser wird auch bei der Deputation sein. Sie werden noch heute Abend hier eintreffen, allwann wir sie ein wenig bearbeiten werden. Jetzt aber machen wir uns auf den Weg!“ Es wollten aber auch die Weiber und Mägde bei dieser Expedition zugegen sein und fragten Mich darum.

3. Ich aber sagte zu ihnen: „Meine lieben Töchter! Das ist kein Gang für euch; darum bleibt ihr nur fein zu Hause und sorgt, dass wir am Abend ein Mahl im gerechten Maße antreffen!“ Die Weiber gaben sich zufrieden, auch die Maria, und sorgten fürs Haus. Die Lidia aber wäre zwar gerne mit uns gewandelt; aber da sie sah, dass es Mein Wille nicht war, so blieb auch sie daheim und tat, was die anderen taten.

4. Wir aber begaben uns auf den Weg, erreichten in ein paar Stunden die Grotte oder Höhle und betraten sie mit angezündeten Fackeln sogleich. Da staunte Kisjonah über die große Räumlichkeit und über die äußerst interessante Tropfsteinformation, die in dieser Höhle wohl die sehenswürdigste von ganz Vorderasien ist, das eine große Menge solcher Höhlen zählt. Gigantische Gestalten aller Art traten da den schüchternen Beschauern entgegen.

5. Faustus selbst, dem es sonst am römischen Heldenmut nicht gebrach, ward hier ganz kleinlaut und sagte: „Man könnte hier unwillkürlich zu der Meinung geführt werden, dass unterirdisch dennoch eine Art Götter hausen müssen, die durch ihre ungeheure Kraft solche Riesenwerke zustande bringen. Es sind da Abbilder von Menschen, Tieren und Bäumen; aber in welcher Größe! Was wären da die Riesentempel und Statuen Roms dagegen?! Da, dieser ganz gut geformte Araber! Wahrlich, so man ihn bis auf sein Haupt besteigen möchte und könnte, eine volle Stunde hätte man auf Stufen aufwärts zu steigen. Er hat dazu noch eine sitzende Stellung, und es schwindelt mir hinaufzuschauen zu seinem Haupt! Ah, das ist wirklich im vollsten Ernst über alle Maßen sehens- und denkwürdig! Der Zufall kann das doch unmöglich bewirkt haben!? Da ist wieder eine Gruppe von Kriegern mit Schwert und Lanze! Dort aus dem tieferen Hintergrund grinst uns ein allerriesigster Elefant an, dessen Zeichnung nichts zu wünschen übrig lässt! Herr, Herr! Wie ist doch dies alles so wunderbar entstanden?“

6. Sage Ich: „Freund, betrachte nun alles, was sich deinen Blicken vorstellen wird, und frage nicht viel; die ganz natürliche Erklärung wird nachfolgen. Es wird hier noch so manches vorkommen, das dich noch in ein bei weitem größeres Staunen versetzen wird; aber auch da frage nicht! Wenn wir aus der Grotte wieder im Freien sein werden, werde Ich euch allen alle diese Dinge klarmachen.“

7. Wir gehen nun weiter und gelangen in eine übergroße und hohe Halle, die aber nicht finster, sondern ganz erträglich beleuchtet ist; denn in dieser Halle gibt es mehrere Erdölquellen, die schon vor gar vielen Jahren von Menschen, denen diese Grotte zur Wohnung diente, angezündet worden waren und seit der Zeit in einem fort lichterloh mit unterschiedlich mächtigen Flammen brannten und diese große Halle teilweise erleuchteten, während in diese Halle auch von einem Punkt der hohen Kuppe durch eine ziemlich weite Ausmündung ins Freie ein ziemlich starkes Tageslicht fiel, – und es war somit diese Grotte, wie gesagt, ganz erträglich beleuchtet.

8. Der Boden dieser Grotte oder Grottenhalle aber ließ allerlei Gestalten sehen. Da lagen Schlangen, riesige Kröten und allerlei andere zum Teil gut und zum Teil schlecht und nur halb gebildete Tierbildungen aller Art, sowie auch eine große Masse von kleinen und riesig großen Kristallbildungen in allen Farben, was einen ungemein überraschend schönen Anblick gewährte.

9. Da sagte Faustus: „Herr, da gäbe es des kaiserlichen Schmuckes in einer Fülle, wie von einer ähnlichen wahrlich nie einem Kaiser was geträumt hat! Das aber wird etwa doch wohl eine Art Tartarus sein, wie ihn der Griechen Mythe beschreibt? Es geht nur noch der Styx, der alte Charon, die drei bekannten unerbittlichen Seelenrichter Minos, Aiakos und Rhadamanthys, endlich der dreiköpfige Hund Cerberus, darauf einige Furien und am Ende gar noch Pluto mit der schönen Proserpina ab, und der Qualentartarus wäre fertig! Diese vielen Brände aus dem Boden [und die Gestalten] – wenn schon tot oder versteinert – und noch eine Menge tartarusähnliches Zeug mehr beurkunden nur zu laut, dass wir nun entweder schon im Tartarus selbst oder doch wenigstens am besten Weg dazu sind; oder, was mir nun am wahrscheinlichsten scheint, diese oder irgendeine andere dieser ähnlichen Grotte ist der sichere Grund zur griechischen Tartarusmythe!“

10. Sage Ich: „Das letzte hat viel Wahres an sich, wenn schon nicht durchgängig alles; denn die stets am meisten pfiffige Priesterschaft aller Völker hat es zu allen Zeiten und allenthalben stets am besten verstanden, dergleichen Naturbestände zu ihrem eigenen Vorteil auszubeuten und bestens zu benutzen. Dergleichen benutzte sie auch in Griechenland und Rom und gab dazu dann noch ihrer argen Phantasie den freiesten Spielraum, wodurch natürlich dann Völker und Völker breit- und blindgeschlagen worden sind bis auf diese Zeit und noch fortan bis ans Ende der Welt breit- und blindgeschlagen werden – bald mehr, bald weniger.

11. Solange die Erde in ihrem notwendigen, sehr verschiedenartigen Gefüge irgend beschauliche Gestaltungen aufzuweisen haben wird, so lange auch werden ihre Menschen, die aus verschiedenen Ursachen blind und lichtscheu sind im Geiste, in ihrer Verstandesphantasie allerlei Zerrbilder formen und ihnen außerordentliche, göttliche Kräfte und Wirkungen beilegen, weil sie als Blinde den wahren Grund nicht ersehen mögen.

12. Da sehe aber nun auch deinen Styx, den Schiffer Charon und über dem bei zwölf Klafter breiten und allenfalls eine Elle tiefen Fluss drüben, der eigentlich nur eine Art Teich ist und an der seichten Stelle sehr leicht durchwatet werden kann, erblickst du im matten Schein auch deine drei Richter, einige Furien, den Cerberus und den Pluto mit der Proserpina, – Figuren, die sich nur in einer gewissen Entfernung also ausnehmen, in der Nähe und in stärkerem Licht aber allem anderen eher gleichsehen als was die menschliche Phantasie aus ihnen gemacht hat. Aber nun gehen wir, ohne dem Charon das Naulum [Fährgeld] zu bieten, zu Fuß über den Styx, und wir werden jenseits ein wenig den Tartarus in Augenschein nehmen.“

13. Wir waten an einer sehr seichten Stelle über den sogenannten Styx und dringen durch eine ziemlich enge Spalte in den Tartarus, der durch unsere Fackeln beleuchtet nur zu bald einen, noch von allen Pharisäern nicht verratenen, großen Schatz vorzuweisen beginnt, und es kommt also durch Mich alles, was noch so verborgen war, ans Tageslicht.

Kapitel 5

Entdeckung und wunderbare Bergung eines verborgenen Schatzes

1. Faustus schlägt die Hände über dem Haupt zusammen und ruft sogleich den Pilah zu sich, zu ihm sagend: „Hast du keine Kenntnis gehabt, weil du mir nichts davon verraten hast? Rede, sonst sieht es übel mit dir aus!“

2. Sagt Pilah: „Herr! Davon hatte ich keine Kenntnis und bin in diese Höhle noch nie so weit gedrungen als bis jetzt! Die Alten werden wohl davon gewusst haben, aber sie verschwiegen solches alles, damit ihnen am Ende aus was immer für einem Gefängnis ein Lösegeld übrig bliebe. Nimm aber alles in Empfang; es ist gottlob von nun an dein!“

3. Faustus fragt Mich, ob Pilah die Wahrheit gesprochen habe, und Ich bestätige solche Aussage des Pilah und sage zum Faustus: „Freund, so jemand die Tochter eines angesehenen Hauses zum Weib nahm, so hat er mit Fug und Recht eine Mitgift zu erwarten. Du hast nun viel zu tun gehabt, und es ist dafür bei der Verteilung der früheren Güter kein Teil auf dich gefallen, und so nimm du diesen ganzen Schatz in deinen rechtmäßigen Besitz; er ist irdischer Schätzung zufolge zehntausend mal zehntausend Pfunde wert.

4. Den größten Wert aber machen die großen Perlen aus, von denen jede die Größe eines Hühnereies hat. Eine ganze eherne Kiste, bei tausend Drachmen maßhaltig, ist voll von den großen Perlen, von denen jede eigentlich einen unschätzbaren Wert hat. Solche Perlen kommen jetzt auf der ganzen Erde als neugebildet nicht mehr vor, da dergleichen Schaltiere nebst vielen anderen Urwelttieren nicht mehr bestehen. Diese Perlen aber wurden auch nicht aus dem Meer gefischt, sondern der König Ninias, auch Ninus genannt, fand sie in der Erde, als er die Stadt Ninive bauen ließ, bei Grabung des Grundes. Durch die mannigfachen Schicksale kamen sie zum Teil schon zu Davids, zum größten Teil aber zu Salomos Zeiten nach Jerusalem; in diese Höhle aber kamen sie, als die Römer als Eroberer Palästina, namentlich aber nahe das halbe Asien, in Besitz nahmen.

5. Die hohen Priester, denen die Höhle schon gar lange her bekannt war, haben, als sie von dem Einfall der Römer Nachricht erhielten, sogleich alle die größten und beweglichen Schätze des Tempels zusammengerafft und sie glücklich in die Höhle gebracht. Die goldenen Löwen, die den Thron Salomos trugen und zum Teil dessen Stufen bewachten, sind zur Zeit der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier in den Schutt gekommen, aber bei der nachherigen Wiedererbauung wiedergefunden und von den Priestern für den Tempel in Empfang genommen worden. Diese befinden sich auch zum größeren Teil hier; denn man brachte alles Wertvollste, das man in der Eile zusammenraffen konnte, zur Einfallszeit der Römer hierher, so wie zur Einfallszeit der damals mächtigen Babylonier auch eine bedeutende Masse Tempelschätze in die bekannte Höhle bei Chorazin gebracht worden ist, obgleich hernach die Babylonier dennoch genug im Tempel, namentlich die dem Tempeldienst für immer geweihten Gefäße und Schätze, zum Mitnehmen fanden und sie nach Babylon brachten. Beordere nun deine Leute, dass sie alles das aus der Höhle schaffen; nachher soll Archiel dieser Grotte Eingang so verrammen, dass fürder nimmer ein Mensch sie betreten soll.“

6. Faustus gebietet nun sogleich den Dienern, all diese Schätze hinauszuschaffen; als sie diese aber zu heben anfangen, so haben sie nicht Kraft genug, die vielen und schweren ehernen Kisten zu heben. Sie bitten Mich aber, dass Ich ihnen die erforderliche Kraft verleihen möchte.

7. Ich aber berufe den Archiel und sage: „So schaffe du all diesen Unflat hinaus, und zwar sogleich nach Kis ins große Magazin!“ Im Augenblick verschwanden all die vielen schweren Kisten, Archiel war aber auch im Augenblick wieder da, so dass niemand merken konnte, wann denn Archiel abwesend war.

8. Sagt darauf Faustus: „Das geht noch in das Allerfabelhafteste! Meine Diener hätten damit wohl drei Tage zu tun gehabt – das aber war ein unmerklicher Augenblick, und es ist von all den vielen Kisten auch nicht eine mehr zu entdecken! Da frage ich auch gar nicht mehr um die Möglichkeit solch einer Tat; denn dazu gehört ein göttlicher Sinn, um solche Erscheinungen zu begreifen und nach Recht zu schätzen!“

9. Sage Ich: „Ja, ja, du hast recht! Es wäre auch für den Menschen vorderhand gar nicht gut, so er alles so bald verstände, was sich ihm als Erscheinung beschaulich darstellt. Denn es steht geschrieben: ‚Wenn du vom Baum der Erkenntnis essen wirst, wirst du auch sterben!‘ Es ist daher auch besser, jede Wundertat als das zu nehmen, was sie der Erscheinlichkeit nach ist, und sich dabei lebendig zu denken, dass bei Gott kein Ding unmöglich ist, als sie aus dem Wirkungsgrund erklären zu wollen, wo man nach der Erklärung ebenso wenig begreift als vor derselben.

10. Genug, dass du siehst, dass die Erde da ist, tauglich zu tragen und zu ernähren die Menschen! Würdest du den Grund wissen, wie sie gemacht wurde, so verlöre sie für dich den Reiz, und du würdest an ihr kein Wohlgefallen haben, wohl aber eine Gier, irgendeine andere Erde auf den Grund zu erforschen. Und würdest du bei derselben den gleichen Entstehungs- und Bestandesgrund ersehen und desgleichen auch bei einer dritten, vierten und fünften, so würde dich dann weiter auch gar nicht gelüsten, eine sechste und siebte zu erforschen; und also würdest du dann träge, lustlos, lebensverächtlich und ärgerlich das Leben zu verwünschen anfangen und verfluchen die Stunde, die dich mit solcher Erkenntnis zu bereichern begann, – und ein solcher Zustand wäre ein barster Tod für deine Seele!

11. Da aber nach der göttlichen Ordnung alles so eingerichtet ist, dass sowohl der Mensch wie auch jeder Engelsgeist alles nur nach und nach, und selbst da nur bis zu einem gewissen Grade, von der göttlichen Natur in sich wie in all den geschaffenen Dingen, einsehen kann, so bleibt ihm die stets wachsende Lebenslust und die Liebe zu Gott und zum Nächsten, durch die allein er ewig selig werden kann und wird. Fasst du solche Wahrheit?“

12. Sagt Faustus: „Ja, Herr und Freund, ich fasse es genau! Und so will ich Dich nicht mehr fragen um den Entstehungsgrund der Gebilde in dieser Grotte.“

Kapitel 6

Entstehung und Unzugänglichmachung der Tropfsteinhöhle

1. Sage Ich: „Daran liegt auch wirklich nicht viel. Ob du es weißt oder auch nicht weißt, wird dich nicht lebensärmer oder lebensreicher machen. Aber das kannst du dennoch wissen, dass daran nie eine Menschenhand was zu tun gehabt hat, sondern die Natur der Elemente allein bildete solches wie zufällig. Die Berge saugen stets eine auflösende Feuchtigkeit aus der Luft; dazu kommt der öftere Regen, der Schnee und die Nebel, die gar oft die obersten Kuppen der Berge einhüllen. Alle die auf den Bergen abgelagerten Feuchtigkeiten sickern zum großen Teil durch Erde und Stein der Berge, und wo sie über einen inneren hohlen Raum gelangen, sammeln sich die Tropfen, die nahe zur Hälfte aus aufgelöstem Kalk bestehen. Solche Tropfen fallen herab. Ihr reines Wasser sickert dann entweder noch tiefer, oder es verdunstet in solch einem Raum. Aber die schleimige Kalkmasse wird fester, und es bilden sich durch die stete Vermehrung endlich allerlei Formen, die bald dem einen, bald dem anderen Gebilde auf der Erde – bald mehr, bald weniger – ähnlich sehen. Und auf dieselbe Weise entstand denn auch all das Gebilde in dieser Höhle auf einem ganz natürlichen Weg, obschon auch nebenbei anzunehmen ist, dass zur Verblendung der schwachen Menschen Satans Diener zur besseren Ausbildung von allerlei menschenähnlichen Gestalten ein Bedeutendes beigetragen haben.

2. Es ist daher auch besser, dass solch eine den finsteren Aberglauben sehr begünstigende Grotte für alle künftigen Zeiten unzugänglich gemacht werde. Und so begeben wir uns nun wieder hinaus ins Freie, auf dass der Archiel seinen Auftrag erfülle mit dieser Höhle!“

3. Faustus dankt Mir innigst für diese Erklärung und sagt: „Mir ist diese Erklärung umso klarer begreiflich, weil ich solches – wenn auch mehr als eine Hypothese – schon von den römischen Naturkundigen aussprechen gehört habe. Aber auch der Beisatz von der Mitwirkung Satans ist viel wert; denn der Feind des Lebens wird dergleichen Dinge sicher nicht unbenutzt lassen, und die bösen Folgen liegen in drei Weltteilen vor unseren Augen! Das ist mir nun alles sonnenklar; aber nur ein Ding kann ich nicht so recht unters Dach bringen, und das ist die Seligkeit Gottes!

4. Sage mir, welche Lust kann denn Gott, dem der innerste Grund alles Seins ewig fort gleich und durchdringend bekannt sein muss, an Seinem eigenen unverwüstbaren Leben haben?! Kann denn Ihm solch eine notwendig allergleichste Klarheit, ohne Sich je irgend aus Sich Selbst verändern zu können, zu einer Lust gereichen, die doch jeden Menschen vor Langweile töten müsste?“

5. Sage Ich: „Siehe hier die Menschen! Diese sind die Lust Gottes, wenn sie in Seiner Ordnung das werden, was zu werden sie bestimmt sind. In ihnen findet Gott Seinesgleichen wieder, und ihr stetes Wachsen an Erkenntnissen aller Art und dadurch in aller Liebe, Weisheit und Schönheit, ist Gottes unverwüstbare Lust und Seligkeit! Denn alles, was die Unendlichkeit fasst, ist allein des kleinen Menschen wegen da, und es gibt ewig nichts, das nicht da wäre allein des kleinen Menschen wegen. So denn weißt du auch das! Aber nun gehen wir aus dieser Höhle, auf dass Archiel seinem Auftrag ehest möglich nachkommen kann!“

6. Wir eilen nun aus der Grotte und erreichen bald das Ende derselben. Als wir alle außerhalb der Grotte uns befinden, gebe Ich dem Archiel einen Wink, und in dem Augenblick geschieht ein heftiger Knall, und der äußerst geräumige Eingang zeigt sich nun als eine hohe Granitwand, durch die mit leichter Mühe wohl kein Sterblicher durchbrechen würde, so er es sich noch so ernstlich vornähme. Um aber den Eingang sozusagen gänzlich unmöglich zu machen, wurde, nachdem wir uns von der Stelle des Eingangs bei dreitausend Schritt entfernt hatten, eine Absitzung des Erdreichs bewerkstelligt, so, dass die ehemalige Eingangsstelle über hundert Manneshöhen dem zugänglichen Erdboden, der in die Tiefe geschoben ward, entrückt wurde, und man hätte nun eine über hundert Manneshöhen hohe Leiter haben müssen, um über die senkrecht steile Wand hinauf zur gewesenen Eingangsstelle zu gelangen, – was aber dann dennoch fruchtlos gewesen wäre, weil der Eingang selbst zur festesten und steilsten Felswand geworden war.

7. Als Faustus und auch alle die Anwesenden solche Veränderung mit dieser Bergesstelle ersehen, sagt Faustus zu Mir: „Herr und Freund! Wahrlich, ich kann mich jetzt nimmer fassen! Die Erscheinungen werden zu schöpferisch groß; sie liegen bereits eine Ewigkeit von meinem Erkenntnishorizont entfernt! Ich weiß nun wahrlich nicht, ob ich noch lebe, oder ob ich träume! Es geschehen da so seltsam rätselhaft wunderbarste Dinge, dass man selbst bei der größten Nüchternheit als ein total Betrunkener dasteht und kaum mehr im eigenen Bewusstsein zu unterscheiden imstande ist, ob man dem männlichen oder dem weiblichen Geschlecht angehört. Da sehe man nun diese furchtbare Felsenwand an! Wo war diese eher, als wir ganz bequem in die Grotte auf einem recht gut zu besteigenden Fußsteig den Weg machten?!

8. Und was aber eigentlich noch das Sonderbarste bei der ganzen Sache ist, besteht in dem, dass bei der ganzen Veränderung von mehreren tausend Morgen Grundes keine Spur von irgendeiner gewaltsamen Zerstörung zu entdecken ist. Das Ding sieht doch gerade so aus, als ob hier seit dem Urbestand der Erde nie was verändert worden wäre! Wahrlich, wenn hier tausend Menschen hundert Jahre lang gearbeitet hätten, so steht es dahin, ob sie solche Masse nur von der Stelle geschafft hätten also, dass eine solche Felswand, die im Ganzen gut hundertfünfzig Manneslängen Höhe und eine Breite von mehr denn einer Stunde hat, also frei gestellt worden wäre, wie sie nun, von der noch vor wenig Augenblicken keine Spur zu entdecken war, frei dasteht, geschweige in solcher von keiner Zerstörung nur eine Spur tragenden Weise! Das ist im vollen Ernst unerhört! Ich bin nun nur neugierig, was dazu die vielen Seefahrer für ein Gesicht machen werden, so sie an der Stelle der früheren üppigen Waldgegend nun diese Riesenwand entdecken werden! Viele werden sich gar nicht auskennen [und dareinschauen], wie das Rind in ein neues Tor, dessen es noch ungewohnt ist!“

9. Sage Ich: „Darum sage Ich euch allen, dass ihr davon schweigt und nicht einmal den Weibern was davon meldet; denn Ich habe sie darum diesmal auch nicht mitgehen lassen, weil sie bei gar außerordentlichen Begebnissen trotz alles Verbotes ihren Zungen nie den schweigsamen Gehorsam abgewinnen können. Deshalb wollt auch ihr euren Weibern nichts von den außerordentlichen Begebnissen erzählen, die hier vor sich gegangen sind! Ihr könnt ihnen wohl die Gestaltung der Grotte beschreiben und auch Meldung tun von den nun aufgefundenen Schätzen; aber weiter ja keine Silbe mehr!“ – Alle geloben solches aufs Feierlichste, und wir setzen darauf unseren Weg nach Kis ganz ruhig fort und kommen da gerade mit dem Untergang der Sonne an. Da kommen uns freilich die daheimgelassenen Weiber und Mägde haufenweise entgegen und können nicht schnell genug fragen, was wir alles natürlich Wunderbares erlebt hätten. Aber sie bekommen den Bescheid, dass es noch zu früh sei, zu fragen, und an der ganzen Sache nichts anderes gelegen sei als die Hebung eines noch von Seiten der Pharisäer verschwiegenen Schatzes. Mit dem Bescheid geben sich die neugierigen Weiber zufrieden und fragen um nicht vieles mehr weiter.

10. Wir aber begeben uns darauf sogleich zum Abendmahl, da alle, die mit waren, kein Mittagsmahl hatten und schon bedeutend hungrig geworden waren und sich daher nach einem gut bestellten Abendmahl schon sehr sehnten.

Kapitel 7

Faustus findet die Schätze aus der Höhle im Magazin in Kis

1. Nach dem bald eingenommenen Abendmahl erst ging Faustus auf Mein Geheiß ins große Magazin, um nachzusehen, ob die durch Archiel aus der Grotte nach Kis geschafften Schätze in der Ordnung da wären. Alles war da in bester Ordnung nebst einem großen Verzeichnis aller der verschiedenen Schätze samt der Angabe des Wertes, wie sie in der Grotte vorgefunden worden sind. Faustus fragt die Wächter, wer da dieses Verzeichnis gemacht hätte.

2. Die Wächter aber antworten: „Herr, dies haben wir schon angetroffen, als wir zur Wache hierhergestellt worden sind. Wer es gemacht hat, wissen wir dir darum nicht anzugeben.“

3. Fragt Faustus weiter: „Sagt mir, wie denn diese Schätze hierhergekommen seien, und wer sie gebracht hat!“

4. Sagen die Wächter: „Auch das wissen wir nicht; es kam bloß ein junger Mensch, den wir schon etliche Tage hier in der Gesellschaft des Wunderarztes aus Nazareth sahen, und befahl, dass die Schätze bewacht werden. Wir wurden darauf vom römischen Unterrichter daher beordert und halten nun schon bei zwei vollen Stunden die Wache. Das ist alles, was wir von dem Schatz und dessen Hierherstellung wissen, und keine Silbe darunter und darüber!“

5. Faustus begibt sich darauf mit dem zu sich genommenen Verzeichnis zum Unterrichter und fragt ihn wie die Wache; aber der Unterrichter weiß von der ganzen Sache ebenso viel wie die eher befragte Wache. Faustus aber, da er sieht, dass da niemand in Kis etwas von der Herschaffung der Schätze weiß, sagt bei sich: ‚Weil sie alle nichts wissen, so will ich sie auch auf nichts Weiteres mehr aufmerksam machen, damit die Sache dadurch nicht unnötigerweise im Volk ruchbar werde.‘

6. Mit solcher Selbstbesprechung begibt sich Faustus wieder in seine Wohnung, allwo ihn sein junges Weibchen schon mit offenen Armen erwartet. Aber bevor er noch zur Nachtruhe sich begibt, kommt er noch zu Mir, um wichtige Dinge zu besprechen. Aber Ich bescheide ihn auf morgen zu Mir und beheiße ihn nun zur Ruhe für Körper und Seele, die ihm nun nottue vor allem. Und Faustus begibt sich denn auch sogleich zur Ruhe, die ihm so wie allen anderen nottat.

7. Im guten Schlaf hat es mit der Nacht ein baldiges Ende, und so war es denn auch hier der Fall; man glaubte, erst vor ein paar Minuten eingeschlafen zu sein, und schon rief alle der helle Morgen, die süßschmeckenden Lager zu verlassen und wieder des Tages Geschäft zu beginnen. Das schon früh bereitete Morgenmahl rief alle von den verschiedenen Schlafgemächern in den großen Speisesaal, in dem alle wie an den vergangenen Tagen das Morgenmahl einnahmen und nach dem Mahl samt und sämtlich Mir zum ersten Mal im Namen Jehovas den Dank und das Lob darbrachten nach der Weise Davids, der da (Psalm 33) sprach:

8. „Freuet euch des Herrn, ihr Gerechten; die Frommen sollen Ihn schön preisen. Danket dem Herrn mit Harfen, und singet Ihm auf dem Psalter von zehn Saiten. Singet Ihm ein neues Lied, und machet es gut auf dem Saitenspiel mit reinem Schall; denn des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was Er zusagt, das hält Er gewiss. Er liebt Gerechtigkeit und ein rechtes Gericht; die Erde ist voll der Güte des Herrn. Die Himmel sind durch das Wort des Herrn gemacht und all Sein Heer durch den Geist Seines Mundes. Er hält das Wasser im Meer zusammen wie in einem Schlauch und legt die Tiefe in das Verborgene. Alle Welt fürchte den Herrn, und vor Ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden