Dein Verlangen macht mich heiß - Lola Lindberg - E-Book
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Dein Verlangen macht mich heiß E-Book

Lola Lindberg

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Beschreibung

Die hohe Kunst der prickelnden Verführung: Erotische Fantasien und Geschichten in „Dein Verlangen macht mich heiß“ – jetzt als eBook bei dotbooks. Sind verbotene Früchte wirklich die süßesten? Eine junge Frau entdeckt, welches Vergnügen es sein kann, sich einem dominanten Partner hinzugeben; ein bekannter Schauspieler lässt für eine TV-Produzentin schamlos alle Hüllen fallen; ein junges Mädchen beschließt, dass es Zeit wird, die Liebe zu entdecken – und den sexy Nachbarn zu verführen … Von zart bis hart, von verspielter Erotik bis zum deftigen Lesegenuss: Lassen Sie sich von neun Geschichten und Kurzromanen verwöhnen, provozieren und inspirieren! Jetzt als eBook kaufen und genießen: „Dein Verlangen macht mich heiß“, herausgegeben von Lola Lindberg. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks – der eBook-Verlag.

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Seitenzahl: 534

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Über dieses Buch:

Sind verbotene Früchte wirklich die süßesten? Eine junge Frau entdeckt, welches Vergnügen es sein kann, sich einem dominanten Partner hinzugeben; ein bekannter Schauspieler lässt für eine TV-Produzentin schamlos alle Hüllen fallen; ein junges Mädchen beschließt, dass es Zeit wird, die Liebe zu entdecken – und den sexy Nachbarn zu verführen … Von zart bis hart, von verspielter Erotik bis zum deftigen Lesegenuss: Lassen Sie sich von neun Geschichten und Kurzromanen verwöhnen, provozieren und inspirieren!

Informationen über die Autorinnen und Autoren finden Sie am Ende dieses eBooks.

***

Originalausgabe Oktober 2017

Copyright © der Originalausgabe 2017 dotbooks GmbH, München

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Titelbildgestaltung: Nele Schütz Design, München, unter Verwendung eines Bildmotivs von shutterstock/Arthur-studio10.

eBook-Herstellung: Open Publishing GmbH (ts)

ISBN 978-3-96148-156-9

***

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Dein Verlangen macht mich heiß

herausgegeben von Lola Lindberg

Erotische Geschichten

dotbooks.

Inhalt

Lola LindbergZUM ERSTEN MAL IM ZDF

Rahel JoyceVERBOTENE BERÜHUNGEN

Carina DaraniEIN PRICKELNDES SPIEL

Shayla K. FieldsPANNE MIT FOLGEN

Tom GeorgeEINE TANTE ZUM VERLIEBEN

Linda LoveHEISSE TAGE, HEISSE NÄCHTE

Ina GoldDIE PUTZFRAU

Catherine BlakeDIE BEICHTE

Nora SchwarzERZIEHUNG EINES DIEBES

DIE AUTORINNEN UND AUTOREN

LESETIPPS

Lola Lindberg ZUM ERSTEN MAL IM ZDF

»Wie meinst du das?«, frage ich, ernsthaft entgeistert. Ich hatte mit einigem gerechnet – damit nicht. »Carsten Spengemann spielt Othello?«

»Yup«, macht Karen. »Carsten Spengemann spielt Othello.«

»Aber der ist doch nicht mal schwarz!«

»Der ist ja noch nicht mal Schauspieler.« Karen schüttelt seufzend den Kopf. »Oder sagen wir mal: Keiner, dem man Shakespeare zutrauen würde. Aber sein Agent meint, er will einen radikalen Imagewechsel. Und deswegen spielt er jetzt Shakespeare. Am Theater in Berlin. Was natürlich bedeutet …«

»… dass er nicht bei uns in München die Hosen runterlässt?«

Karen nickt. »Genau.«

»Schöne Scheiße«, sage ich. Und stöhne. Dreimal laut, lang und tief. Das hat mir meine Oma beigebracht: Wenn du stöhnst, dann geht’s dir besser. Einmal für alle verdammten Telefonanrufe der letzten Woche. Mmmmmmm. Einmal, weil ich mich selbst in diese dämliche Situation gebracht habe.  Mmmmmmmmmm. Und einmal auch noch für Carsten Spengemann. Mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm.

Tatsächlich: Oma behält ein weiteres Mal recht. Ich merke, wie ich mich entspanne. »Also dann«, seufze ich, »weiter geht’s.«

»Muss ja«, grinst Karen. Sie kennt das mit meiner Stöhnerei schon.

Ich greife nach der alten Bravo, die vor mir auf dem Schreibtisch liegt, und lasse sie seufzend in den Papierkorb fallen. Dann besinne ich mich eines Besseren, hole sie wieder raus und stecke sie in meine Tasche; immerhin gehört das Heft Kai, meinem Bruder. Meinem schwulen Bruder, wie ich noch anmerken sollte, denn es gibt wohl wenig Heterosexuelle, die die Bravo-Ausgabe 7/2000 für ein Sammlerstück halten, weil sich Carsten Spengemann darin nackt präsentiert. Allerdings ohne Einblick auf das Spengemännchen, was Kai – eigenen Aussagen folgend – sehr schade findet. Natürlich besitzt mein Bruder auch dieAusgabe, in der die berühmten Paparazzobilder von Brad Pitt abgedruckt sind, aber die würde er mir niemals leihen. Was ich nicht ganz verstehen kann – denn Brad ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein kleiner Schwanz auch an einem großen Star nicht besser aussieht als zum Beispiel an Heiner Stolz, einem unsäglichen One-Night-Stand, den ich mal … aber das würde zu weit führen. Und außerdem brauche ich keine kleinen Schwänze, weder im normalen Leben noch jetzt. Ich brauche einen großen. Möglichst einem prominenten. Und kamerascheu sollte er auch nicht sein.

Karen hat sich inzwischen hinter ihrem Schreibtisch hochgestemmt und ist zur Tür gegangen. »Ich brauche jetzt erst mal einen Kaffee«, sagt sie. »Willst du auch einen?«

»Keine Frage! Double Latte. Bist ’n Schatz!«

»Und dazu ein Croissant?« Was diese Frau für ein fieses Lächeln aufsetzen kann.

»Du kannst mich mal«, knurre ich, während mein Magen – und größere Teile meiner Seele – sich bitterlich beschweren. Ein Croissant wäre der Himmel. Zwei sogar einige Jahre im Fegefeuer wert. Allerdings hat schon ein Bissen mehr Kalorien als manche vollwertige Zwischenmahlzeit, und da mein persönliches Fegefeuer »Kleidergröße 40« heißt – von der ich gerade auf eine glücksverheißende 38 zu kommen versuche –, heißt es: Pas de Croissant. Je veut Magermilchquark mit Süßstoff. Ist ja auch ganz lecker, irgendwie.

»Gutes Mädchen. So tapfer!« Karen lacht und verschwindet aus meinem Büro. Besser wäre es natürlich, ich könnte sagen, dass sie mich allein lässt – aber das bin ich nicht. Schließlich habe ich, von der Kleidergrößenthematik einmal abgesehen, ein drängendes Problem. Und der einzige tröstliche Gedanke ist, dass man dann nie ganz allein ist. Alles mag einen verlassen – Probleme bleiben.

Eigentlich habe ich keinen Grund, um mich zu beschweren. Es geht mir gut: Ich bin gesund, sehe nett aus, musste das Rauchen nie aufgeben, weil ich erst gar nicht damit angefangen habe, und konnte dank Weight Watchers meinen Weihnachtsspeck innerhalb weniger Wochen erfolgreich minimieren. Meine Hüften haben lediglich noch eine Rundung zu viel. »Rundung« klingt besser als »Speckschicht«, und wenn man seine Probleme positiv benennt, dann hat man sie schon ein bisschen in den Griff bekommen. Das hat mir Hans beigebracht, ein recht gutaussehender Soziologiestudent, dem bei den wöchentlichen WW-Treffen immer alle Frauenherzen zugeflogen sind. Er war der Held aller Wohl- und Wohlwohlgerundeten, denn er hat über fünfundzwanzig Kilo verloren und sich vom gemütlichen Pandabären zum Panther mit Bundgröße 34 entwickelt. Ja, alle haben ihn geliebt. Gevögelt habe ich ihn allerdings alleine. Und schon war die Zeit der netten Gruppentreffen für mich vorbei – denn die anderen haben es mitbekommen. Und man sollte sich besser nicht mit einer Gruppe eifersüchtiger Frauen anlegen, die gemeinsam 1.247 Kilogramm auf die Waage bringen und Hunger haben. Da bekämpfe ich meine »Rundung« lieber im Alleingang. There are some things a girl must do alone.

Stattdessen könnte ich versuchen, meinem derzeit drängenden Problem einen positiven Namen zu geben. »Frau braucht Schwanz« klingt nicht sehr lebensbejahend. Zumal ich ihn ja nicht einmal für mich allein haben will, sondern für die Nation. Um genauer zu sein: Für 12,43 % der Nation zwischen 18 und 48. Denn die sehen viermal die Woche um 15:30 Uhr unsere erfolgreiche Daily-Soap Regentage, Sonnentage. Wir sind vor einem Jahr auf Sendung gegangen. Niemand hat an uns geglaubt – am wenigsten wir selbst, um ehrlich zu sein. Wer will schon eine Serie über die Bewohner eines Hamburger Mietshauses sehen? Gibt doch schon die Lindenstraße. Von GZSZ mal ganz zu schweigen.

Also haben wir angefangen, die Handlung ein bisschen anzuheizen. Ganz harmlos noch am Anfang. Damit wir aber von »Da gibt’s doch diese Soap im Zweiten?« zu »Voll krass, haste gestern ReSo gesehen?« aufsteigen konnten, musste sich unser knackiger türkischer Hausmeister Murat (gespielt von einem zypriotischen Griechen – unser Beitrag zur Völkerverständigung) einmal durch das ganze Haus vögeln – inklusive Mariella, die süße sechzehnjährige Tochter des Oberstudienrats Müller aus dem dritten Stock. Mariella (in Wahrheit Tatjana Brandstetter, 28) trieb die traumatische Defloration (sie erfuhr, dass Murat sie dabei für Eckbert Giesing gefilmt hatte, den schwindsüchtigen Philosophen aus dem Dachgeschoss) in die Drogensucht, was von den Zuschauern aber nicht besonders goutiert wurde, weswegen wir ihre Zukunft auf dem Kinderstrich zugunsten einer Einlieferung in die Psychiatrie mit anschließender Blitztherapie abkürzen mussten. Inzwischen denkt Tatjana übrigens über einen Ausstieg aus der Serie nach, um sich ganz ihrer Musikkarriere zu widmen.

Aber ich schweife ab.

Unser Erfolgsrezept ist einfach: Wo manche Serien soziale Aktualität beweisen, zeigen wir Sex und Intrigen. Wo andere Serien auf familientaugliche Unterhaltung setzen, zeigen wir Intrigen und Sex. Und während in fast allen Serien normal aussehende schlechte Schauspieler belanglose Geschichten erleben, bieten wir außergewöhnlich gutaussehende Schauspieler, die, man ahnt es bereits, Sex und Intrigen vortäuschen. Auch nicht besonders gut gespielt, aber quotentechnisch ein Hit. Wir hatten die ersten nackten Brüste, die vor 17:00 Uhr im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen waren. Wir hatten die erste Geschlechtsumwandlung einer braven Hausfrau in einen knackigen Tangotänzer. Die erste Wiederbelebung eines Komapatienten durch Oralverkehr. Und nun brauchen wir den ersten harten Schwanz der deutschen Fernsehgeschichte. Folge 380, Titel: Da hab ich was eigenes. Angelina Müller (Mariellas Mutter, gespielt von Ellen Menger, 48, alkoholkrank – sieht man nicht –, geliftet – sieht man ein bisschen) eröffnet im Hobbykeller ihres Mannes einen Swingerclub. Und dort soll er seinen Schwanz zeigen, der gute Rambo Hartmann. Er hat einen Namen, wir haben ein Script, aber was uns fehlt, ist ein Schauspieler, der diese Gastrolle übernehmen will.

Der Agent von Til Schweiger war noch so freundlich, sich damit rauszureden, dass »der Til« schon mal in einer Soap gespielt hat und das für ihn nicht mehr in Frage kommt. Andere Agenten waren weniger freundlich. Einige lachten sogar, wenn ich ihnen blumig ausmalte, dass ihre Klienten mit ihrem Gemächt Fernsehgeschichte schreiben könnten.

Nun waren wir unten. Ganz unten. Und selbst dort hat uns Carsten Spengemann noch abgesagt. Es ist ein Trauerspiel.

»Jetzt hilft nur noch eins«, reißt mich Karen aus meinen Gedanken. Sie stellt einen Pappbecher aus meinem bevorzugten Coffee-to-go-Laden vor mich auf den Tisch.

»Koffein wird uns auch nicht retten«, mutmaße ich und nehme einen Schluck. Cremiger Milchschaum, samtiger Espresso. Es gibt Leute, die halten Sex für eine Sünde. Oder zumindest edelherbe Schokopralinen. Ich hingegen habe meine Lieblingsleidenschaft gefunden: A double Latte to go.

»Nee, kein Kaffee. Aber das Universum.« Karen grinst breit. »Bestellungen beim Universum. Weißt schon, dieses Buch? Wirkt garantiert.«

Ich muss lachen. »Klare Sache. Ich stelle mich auf den Balkon und sage: ›Einen Promischwanz bitte‹, und dann fällt der vom Himmel?«

»Ganz so einfach isses nicht. Du musst dich konzentrieren. Dir ganz genau vorstellen, was du haben willst. Und dann diesen Wunsch, also, so als konzentrierte Energie, ins Universum schicken, und …«

»Und ich wusste gar nicht, dass du solche Bücher liest!«

»Tue ich auch nicht«, erklärt Karen mir mit dem Gesichtsausdruck, den man bei einer gutmütigen Grundschullehrerin erwarten würde. »Ich habe einen Artikel über dieses Buch gelesen. Und so ungefähr geht das.«

»Das ist doch Unsinn. Komm, Karen, lass mal – ich will diesen Hokuspokus nicht ausprobieren.«

»Willst du nachher den Chef anrufen und sagen, dass Lola Lindberg zum ersten Mal nicht in der Lage war, das Unmögliche möglich zu machen und keinen Schwanz parat hat?«

Autsch, denke ich. Und sage es auch zur Sicherheit noch einmal: »Autsch!« Karen kennt meine Achillesferse. »Also gut. Ich denke also an diesen Schwanz, ja?«

»Genau«, strahlt Karen.

»Okay.« Ich räuspere mich, schließe die Augen, lege die Stirn in hoffentlich dekorative Falten. »Groß. Groß sollte er schon sein. Aber nicht zu groß.«

»Keine Salatgurke?«

»Nee! Und auch kein Cornichon. So ein Mittelding. Muss gut in der Hand liegen.« Meine Gedanken schweifen ab. Eine Gurke? Kaum Kalorien! Eine dicke, leckere in Chili eingelegte Gurke, in die ich beiße, deren Saft sich feurig in meinem Mund ergießt …

»Aber man sollte sich auch nicht den Unterkiefer ausrenken müssen«, reißt Karen mich aus meinen Gedanken.

Ich muss lachen. »Hilfe!«

»Dafür dürfte es jetzt zu spät sein. Konzentrier dich. Er sollte bitte auch gut aussehen, wenn er nicht hart ist, kein Schrumpelwürstchen. Und beschnitten, bitte!« Es gibt mehr als einen Grund, warum Karens liebstes Reiseziel Amerika ist.

»Muss nicht. Ich find es gar nicht schlimm, wenn die Haut da vorne ganz weich ist.« Ich reiße meine Gedanken von der Gurke los und konzentriere mich. Vor meinem inneren Auge taucht genau die Art von Genital auf, die ich gerne mal im Fernsehen sehen würde. Oha. Doch deutlich besser als eine Chiligurke … »Wie Samt muss die Haut sein. Aber mit einer Ahnung von Härte darunter. Und nicht so viele Adern, nur eine schöne, gerade, dicke obendrauf.«

»Und zwei ordentliche Eier! Nicht solche Kindermurmeln.«

»Und … und der Sack muss rasiert sein.«

»Überhaupt: gestutztes Schamhaar.«

»Ganz krauses, drahtiges, in das ich mein Gesicht drücken kann.« Meine Gedanken schweifen schon wieder ab. Ich muss an das feine Gespinst prickelnder Zuckerfäden denken, mit dem vor einigen Wochen meine letzte Sünde dekoriert war, eine Panna Cotta. Ein Nest duftiger Zuckerwatte. Ich merke, wie mein Hals trocken wird. Konzentrier dich, Lola! Aber es ist zu spät. Der perfekte Schwanz, dem ich mich gerade noch näherte, verändert sich, wird dunkler. Aus der perfekt geformten dicken Eichel, die verführerisch glänzt, wird … oh … ein Schokokuss. Verlockend dunkel glänzt die knackige Schokoladenschicht und verströmt ein Aroma von rauher Cremigkeit, verbotenen dunklen Genüssen, schwer und süß und unwiderstehlich …

»Und er muss gut riechen«, sage ich schnell, um mich von meinem Tagtraum abzulenken, in dem ich meine Lippen um die sündige Versuchung schließe und genießerisch mit der Zunge über die polierte Oberfläche fahre. »Nach … nach Mann. Und nach Seife. Und ein bisschen nach Kastanienblüten. Hmmm …« Ich seufze genießerisch. Und bin nicht sicher, ob das an der Versuchung aus Fleisch und Blut oder dunkler Schoko und süßem Eischnee liegt … Doch dann schüttle ich energisch den Kopf und öffne die Augen. »So ’n Unsinn. Und das soll jetzt helfen?«

Zu meiner Überraschung sehe ich, dass Karen mir breit grinsend gegenübersitzt. »Ja und? Was ist nun.« Ich deute aus dem Fenster. »Ist das Universum jetzt zufrieden?«

»Woher soll ich das wissen?« Karen lacht. »Ich habe den Artikel zwar gelesen – aber mal im Ernst: Ich glaube doch sowieso nicht an so was.«

»Und warum …«

»Weil man es dir nicht zu leichtmachen sollte.« Sie zieht etwas aus ihrer Hosentasche. »Es hätte doch gar keinen Spaß gemacht, dir das jetzt einfach so zu geben.« Karen schnippt eine Visitenkarte auf meinen Tisch.

»Was ist das?« In einer edlen Schriftart ist Actors’ Action – An Agency auf die Karte geprägt. Darunter ein Name. »Und wer ist diese Denise? Warte mal … ist das die, die wir neulich auf Tatjanas Party kennengelernt haben? Die mit der großen Nase?«

»Die mit der großen Nase. Und mit der kleinen, aber feinen Agentur. Dreimal darfst du raten, wen ich beim Kaffeeholen getroffen habe?«

»Denise?«

»Richtig. Stand hinter mir in der Schlange. Ich habe ihr von unserer misslichen Lage erzählt. Und sie meint, sie hätte da vielleicht jemanden für uns.«

»Einen Schwanz?« Mein Herz beginnt deutlich schneller zu schlagen.

»Ja.«

»Und …«

»Und ein Mann hängt auch noch dran. Sie hat ihn angerufen, sofort da im Café. Er ist …«

»Interessiert?«

»Sehr interessiert!«

»Und berühmt?« Herr, lass mich vor Anspannung keinen Herzinfarkt bekommen – jetzt wo endlich Rettung in Sicht zu sein scheint!

»Yup.«

Wir beginnen beide gleichzeitig zu schreien und wie zwei ausgelassene Furien durch unser Büro zu springen.

»Und …«, bringe ich hervor, als ich mich ein bisschen beruhigt habe, »und wer isses?«

»Kommste nie drauf.«

»Sag schon!« Man sollte eine gute Freundin nicht anbrüllen, ich weiß. »Los, du dumme Kuh!«

Karen grinst. »Es ist … Trommelwirbel … niemand anderer als ▅ ▅▅▅.

Bitte, bitte, bitte – kein Infarkt! Und Herr, wenn wir schon mal bei den Stoßgebeten sind: Lass das jetzt keinen von Karens schlechten Scherzen sein, bitte!

»██████████ …? Du meinst: der██████████?«

»Ja!«

»Der aus dieser Serie auf ████?«

»Ja!«

»Der, der so was von scharf ist?«

»Jaaaaa!« Karen springt auf, schreit, stemmt die Hände in die Höhe und brüllt: »Genau der!«

***

Ein bisschen nervös bin ich schon. Aber das ist wahrscheinlich auch vollkommen normal. Schließlich bin ich eine Frau, die ihrer geheimen Obsession nachgeht. Die gleich das Unaussprechliche tun wird. Etwas, nach dem sie sich lange gesehnt hat. Etwas, von dem sie weiß, dass es ihrem Körper ungeheure Befriedigung verschaffen wird.

Ich, Lola Lindberg, werde es tun.

Angstfrei. Selbstbewusst. Und beim Kellner.

Ich werde mir ein riesiges Abendessen bestellen. Ohne daran zu denken, wie viele verfluchte Weight-Watchers-Punkte mir das bringen wird. Manchmal braucht es wenig, damit ich mir verrucht vorkomme.

Denise, ██████████s Agentin, hatte vorgeschlagen, dass er und ich uns erst einmal allein und in einem weniger förmlichen Rahmen als ihrem Büro treffen. »███ ist etwas nervös«, erklärte sie mir. »Keine Sorge, Lola, er wird nicht kneifen. Er möchte dich nur erst einmal kennenlernen.«

»Hat er denn schon einmal nackt vor der Kamera gestanden?«, frage ich.

»Hat er. Zweimal, nein, dreimal glaube ich. Aber da ist er immer nur von hinten gefilmt worden. Und wir haben das damals so organisiert, dass nur Männer am Set waren.«

»Verstehe. Ihm ist aber bewusst, dass die Szene diesmal in einem Swingerclub spielt? Da sind eine ganze Reihe Frauen dabei. Und wir brauchen ihn nicht nur von hinten, sondern von vorne. Und … also … wir brauchen ihn …«

»Jaja. Er weiß das. Und er meint, er schafft das auch. Aber alles weitere besprich doch einfach direkt mit ihm, Lola. Er würde dich gerne heute Abend im LaCaramba treffen. Passt dir 20 Uhr?«

»Ich werde da sein.«

Und das bin ich ja nun auch.

Das LaCaramba ist ein netter, etwas loungiger Laden mit bequemen Sofas, schmeichelnd weicher Beleuchtung und einigen Tischen, an denen hervorragendes Essen serviert wird. Vor ein paar Minuten hat ein gutgewachsener Kellner mit Knackhintern und Goatee dem Nebentisch Hirschfilet mit Rhabarber-Rotweinsoße und einer Komposition von dreierlei Salbeibutter-Penne gebracht. Der Duft ist betörend, das Wasser in meinem Mund ein Sturzbach und mein Vorsatz, es bei einem kleinen Vorspeisensalat zu belassen, hinweggefegt.

»Entschuldigen Sie bitte, dass ich Sie warten lassen musste.«

Ich sehe auf. Da steht er. ██████████. Sofort ist der Hirsch vergessen.

»Das macht doch gar nichts. Ich freue mich, dass Sie es einrichten konnten, Herr ███████.«

»███ bitte. Ich darf doch Lola sagen? Es wäre irgendwie seltsam, mit einer Frau förmlich zu bleiben, die« – seine Stimme, die sowieso schon dunkel und voll ist, sinkt noch eine Oktave tiefer – »sich mit mir über meinen Schwanz unterhalten will. Oder siehst du das anders?« Während er sich setzt, schießt er unter einer ironisch hochgezogenen Augenbraue einen Blick auf mich ab, der mich unerwartet nervös macht.

██████████ ist für einen Schauspieler erstaunlich groß – sicher 1,90 – und durchtrainiert. Unter seinem Jackett trägt er nur ein T-Shirt, das über festen Brustmuskeln spannt. Darunter meine ich einen leichten Bauansatz zu erkennen, der ███ aber nur noch maskuliner wirken lässt. Kein aufgepumpter Bodybuilder, schießt es mir durch den Kopf, sondern einfach ein echter Kerl.Gut gewachsen. Wie der Hirsch …

Konstanter Hunger kann eine Frau auf die seltsamsten Ideen bringen.

███ nimmt vom Ober die Karte entgegen und bestellt sich als Aperitif einen Wodka Martini. »Für dich noch etwas?«, fragt er und deutet schmunzelnd auf mein Wasserglas.

Gute Vorsätze sind etwas für Menschen, die Angst vorm wirklichen Leben haben. Ich wische meine daher forsch hinfort und bestelle »Einen Cosmopolitan, bitte«.

»Aha. Eine Sex-and-the-City-Reminiszenz?«

»Natürlich. Ich bin ein bekennender Miranda-Fan.«

»Auf den ersten Blick würde ich sagen, dass Samantha viel besser zu dir passen würde.« Er grinst und beginnt die Karte zu studieren. Seine blonden, kunstvoll verstrubbelten Haare gefallen mir ebenso gut wie der leichte Dreitagebart, der seinem ohnehin maskulinen Kinn etwas Verwegenes gibt. ███ hat eine markante Nase, die mich ein bisschen an Gerard Depardieu erinnert. Seine Oberlippe ist eher schmal, doch dies betont noch mehr, wie sinnlich seine Unterlippe ist. Vielleicht wäre es jetzt doch wieder besser, wenn ich mich auf den Hirsch am Nebentisch konzentriere.

»Hast du schon etwas gefunden, was dir gefällt?«, will er wissen.

»Wie bitte?« Ich fühle mich ertappt – besonders als mir klar wird, dass ███ nur das Essen gemeint hat, mich nun aber mit seinen blauen Augen erstaunt mustert.

»Also … nein … ich weiß nicht. Es hört sich alles toll an. Wie ist es mit dir?«

Er seufzt theatralisch. »Die Versuchung ist groß. Aber ich sollte eigentlich ein bisschen vorsichtig sein.« Er tätschelt seinen Bauch. »Ihr wollt ja schließlich eine Nacktszene drehen und keinen Sumo-Ringkampf.«

»Davon dürftest du weit entfernt sein, oder?« Ich grinse. Es ist angenehm zu wissen, dass auch attraktive Männer Problemzonen kennen. Und bevor ich noch recht weiß, was ich tue, platze ich auch schon heraus: »Ich versuche selbst gerade ein paar Kilo loszuwerden. Und das hier heute Abend ist kein Verstoß gegen die Regeln – das ist Hochverrat.« Im nächsten Moment möchte ich im Erdboden versinken. Noch nie, nie, nie habe ich einem Mann gesagt, dass ich abnehmen will!

███ lacht. »Hey … unglaublich. Ich glaube, ich habe noch nie eine Frau getroffen, die ohne irgendeine scheinheilige Koketterie zugegeben hat, dass sie abnehmen will. Das gefällt mir! Wobei«, er linst schelmisch über den Tisch, »ich gar nichts sehe, was stören würde.«

Ich merke, wie mir die Hitze in die Wangen steigt – und sich gleichzeitig ein federleichtes Gefühl in meinem Bauch zu regen beginnt. Hastig trinke ich einen Schluck Cosmopolitan. »Danke«, sage ich dann. Und füge mutig hinzu: »Wie wäre es, wenn wir einen Deal machen.«

Er grinst mich an und erhebt ebenfalls sein Glas. »Du meinst, wir sündigen heute Abend beide …«

»… und das bleibt unser Geheimnis«, vollende ich seinen Satz. Wir lachen und stoßen an.

Der satte Klang unserer beiden Rotweingläser, mit denen wir anderthalb Stunden später erneut anstoßen, fängt die Stimmung des Abends perfekt ein.  ███ und ich haben geschlemmt, getrunken, gelacht. Ich genoss jeden Augenblick, mein getrüffeltes Birnencarpaccio mit Parmesan, die Rehmedaillons mit Dauphinkartoffeln und glasierten Karotten, den Wein – und ███. Er ist ein amüsanter Gesprächspartner, intelligent, interessiert und nicht zuletzt auch eine wahre Augenweide. Nach dem forschen Gesprächsauftakt gab es einen kurzen Moment der Unsicherheit; schließlich wussten wir beide, warum dieses Abendessen stattfand, aber es fühlte sich einfach nicht richtig an, sofort zum Geschäftlichen zu kommen. So plauderten wir über die Branche, über seine ersten Schauspielerfahrungen und meine Arbeiten bei Regentage, Sonnentage. Entspannten uns zunehmend. Bestellten eine zweite Flasche Rotwein – und stießen nun noch einmal an.

»Auf einen wirklich entspannten Abend«, sagt ███.

»Und auf die Zukunft.« Ich trinke einen Schluck Wein, der fruchtig und doch erdschwer schmeckt und meinen Kopf angenehm leicht werden lässt.

»Genau. Auf die Zukunft.« ███ sieht mich an. »Und über die sollten wir dann jetzt auch langsam sprechen.«

Ich nehme eine professionelle Haltung ein, was selbst nach einer Flasche Wein eine meiner leichtesten Übungen ist. Allerdings nicht unbedingt auch nach diesem Rotwein. »Die Einzelheiten habe ich ja bereits mit deiner Agentin besprochen«, sage ich.

»Geld, Drehtage, Presseaktivitäten«, nickt  ███. »Alles klar.«

»Darf ich dich etwas fragen?«

»Nur zu.« Er lässt den Wein in seinem Glas kreisen.

»Warum interessierst du dich für die Rolle? Hast du …« Ich beiße mir auf die Zunge. Vorsicht, Lola. Der Fisch ist am Haken, nun bring ihn nicht dazu, sich doch noch loszureißen!

Aber ███ hat auch so verstanden, was ich meine. »Warum ich es nötig habe, meinst du?« Er lacht. »Ich weiß gar nicht, ob ich es ›nötig‹ habe. Zugegeben – meine Serie läuft nicht mehr so gut wie am Anfang. Ich kann die Publicity sicher brauchen, und so ist es doch ein bisschen einfacher, als in den Dschungel zu gehen und mich mit Kakerlaken übergießen zu lassen.« Wir lachen. »Aber wenn ich ganz ehrlich bin … ich will das nicht machen, weil ich es nötig habe. Sondern einfach, weil ich es kann.« Er trinkt einen Schluck. »Oder besser: Weil ich rausfinden will, ob ich es wirklich kann.«

»Nackt vor einer Kamera stehen meinst du?«

Er schüttelt den Kopf. »Nein, das ist kein Problem. Das habe ich schon ein paarmal gemacht.«

»Deine Agentin hat gesagt, du hast vielleicht ein Problem damit, dich auch vor Frauen auszuziehen.«

»Blödsinn. Das ist auch nicht viel anders, als wenn du in die Sauna gehst. Da ist nun wirklich nichts dabei.« Er wirft mir einen Blick zu, der das leichte Gefühl aus meinem Kopf ein weiteres Mal zielsicher in meinen Bauch transportiert. »Ich hab eine gute Figur und einen schönen Schwanz. Warum sollte ich ihn also nicht zeigen?«

»Ja, also, nein wirklich, ich meine ...« Etwas Blöderes fällt mir gerade nicht ein.

»Klingt eingebildet, oder?«

»Eher ein bisschen … komisch.« Ich schlucke. »Du dürftest der erste Mann sein, den ich kenne, der mir sagt, dass er einen schönen Schwanz hat.«

»Stört dich das?«

Ich überlege. Stört mich das? Mit Karen rede ich oft über die Schwänze in unserem Leben. Manchmal mache ich das sogar mit meinem Bruder. Warum also nicht auch mit diesem intelligenten und gutaussehenden Kerl.

Aber warum fühle ich mich plötzlich so flatterig?

Eins ist klar: Das ist jetzt genau der Punkt, an dem sich entscheidet, wie der Abend weitergeht. Ich kann jetzt eine freundliche, ausweichende Antwort geben. Dann verlange ich die Rechnung, wir verabschieden uns, und dann sehen wir uns wahrscheinlich erst am Set wieder. Oder aber …

»Es stört mich überhaupt nicht.« Die Worte kommen wie von selbst aus mir heraus. Und dann setze ich, vollkommen bewusst, hinterher: »Und ich bin gespannt, ob du übertreibst oder nicht.«

Was ist das für ein Ausdruck, der für eine Sekunde in seinem Gesicht auftaucht – ist er … erstaunt? Hat er vielleicht gar nicht im Sinn gehabt, den Abend eindeutig in eine Richtung zu lenken? Fühlt er sich von mir überrannt? Findet er mich unattraktiv? Hat er eine Freundin? Bin ich eine unprofessionelle Schlampe? Soll ich noch einen Nachtisch bestellen? – Zugegeben: Der letzte Gedanke ist der schwache Versuch meines Verstandes, die Oberherrschaft über mein Handeln zurückzugewinnen.

»Ich beweise dir das sehr gerne.«

Die sechs harmlosen Worte hören sich aus ███s Mund wie eine Herausforderung an. Mein Verstand verabschiedet sich mit einem amüsierten O, là, là! – lässt mir als Abschiedsgeschenk aber noch eine Frage da.

»Wenn du kein Problem damit hast, dich vor der Kamera auszuziehen – was ist dann die Herausforderung, von der du gesprochen hast?«

███ grinst. »Wollen wir das nicht lieber unter vier Augen besprechen?«

Die Fahrt im Taxi dauert nicht lange, zehn Minuten vielleicht, aber sie erscheint mir wie Stunden. Wir sitzen gemeinsam auf der Rückbank, unsere Knie und Schultern nur wenige Zentimeter voneinander entfernt, und die Energie, die sich zwischen uns aufzubauen beginnt, könnte manche Großstadt mit genug Strom für eine lange Winternacht versorgen. Es ist so, als würden wir voneinander angezogen, wie zwei Magneten, und jede Kurve, die das Taxi fährt, ist eine besondere Herausforderung, denn wir versuchen beide, gerade sitzen zu bleiben und weder der Flieh- noch der Anziehungskraft nachzugeben.

███ und ich sprechen kein Wort miteinander, aber das Schweigen ist intensiver und erregender als jeder Dirty Talk, den ich bisher erlebt habe. In meinem Mund schmecke ich immer noch das zarte, saftige Fleisch, die Aromen der Sauce und des Weins. Die Leichtigkeit in meinem Kopf und das warme, weiche Schweben in meinem Bauch wandern tiefer, sinken langsam in meinen Schritt, erfüllen meinen Tempel mit Kribbeln und Feuchtigkeit.

Das Haus, in dem er wohnt, hat keinen Aufzug, also steige ich hinter ihm die Treppen hinauf. Dabei starre ich wie hypnotisiert auf seine breiten Schultern, seinen Rücken, der nach unten immer schmaler wird, und verfluche jeden Jackettdesigner dieser Welt dafür, dass ███ nun eins trägt und ich seine Hüften und seinen Po nicht sehen kann. Die Hose liegt eng an seinen Oberschenkeln an – und ich bin nie so schnell vier Stockwerke in einem Altbauhaus hochgekommen. Immer noch sprechen wir kein Wort miteinander.

███s Wohnung ist schlicht, aber schön eingerichtet. Helle Holzböden, wenig Möbel, ein paar abstrakte Bilder an den weißen Wänden. Ich folge ihm in eine große Küche, die durch einen Rundbogen mit einem weiteren Zimmer verbunden ist. Ein alter, schwerer Holztisch trennt Koch- und Wohnbereich voneinander ab. ███ dimmt das Licht, so dass der Raum in einen warmen, hellen Ton getaucht wird, und stellt die Musikanlage an. Air flutet den Raum, Talkie Walkie.

»Wein?«, fragt ███. Ich nicke, entdecke Gläser in einem der Hängeschränke über der Anrichte und hole sie heraus, während er eine Flasche entkorkt.

Wir stehen uns gegenüber, er im Raum, ich an die Arbeitsfläche gelehnt, nippen an unserem Wein und sehen uns an. Er hat das Jackett endlich ausgezogen, und ich lasse meinen Blick hungrig über die Brust wandern. Unter dem engen Stoff zeichnen sich die Brustwarzen ab, die seine breiten, trainierten Muskeln krönen. Ich strecke die Hand aus und streiche mit einem Finger spielerisch über sie, spüre den glatten, seidigen Stoff und den kleinen, festen Nippel. ███ seufzt und folgt meinem Beispiel; seine Finger sinken von meiner Wange am Hals hinunter, wandern spielerisch über das Schlüsselbein, tiefer, finden die Kluft zwischen meinen Brüsten. Einen Moment lang scheint er sich nicht entscheiden zu können, welche Seite er verlockender findet, doch dann hebt er auch den zweiten Arm, und spielerisch zart finden seine Hände meine Knospen und beginnen, sie durch den Stoff meiner Bluse zu necken. Ich spüre, wie sie unter der fordernden Berührung hart werden und wie mein ganzer Körper energisch danach verlangt, mich einfach nach vorne zu werfen, nach vorne in diese muskulösen Arme und dem verlockenden Mund entgegen, der mich da anlächelt.

»Lola?«, fragt er.

Zu mehr als einem »Hm« bin ich im Moment nicht in der Lage.

»Das geht mir eigentlich ein bisschen zu schnell …«

Wie bitte? Ich sehe ihn erstaunt an, und mein Körper, der sich nach etwas ganz anderem sehnt als Bedenken, jault wütend auf. »Zu … schnell?«

███ zieht seine Hände zurück. Er räuspert sich. »Versteh mich nicht falsch«, beginnt er. »Du bist eine Wahnsinnsfrau, wirklich. Ich finde dich sexy und toll …«

»Bis hierhin kann ich dir folgen«, sage ich, eine Spur zu zickig eigentlich, aber in einer solchen Situation kann niemand von mir verlangen, höflich zu bleiben.

███ lächelt vorsichtig. »Ach, Lola, bitte … mach es mir nicht schwerer, als es sowieso schon ist. Versteh mich nicht falsch, ich will mit dir schlafen …«

Sofort, brüllt eine erschreckend schrille Stimme in mir. Mein Mund bewegt sich zum Glück nicht.

»… und zwar sofort, aber … können wir vorher etwas … etwas ausprobieren?«

Ich sehe ihn ungläubig an. Was kommt denn jetzt – will er gefesselt werden? Ausgepeitscht? Hilfe! Vielleicht sollte ich schleunigst den Rest meines gesunden Menschenverstandes mobilisieren und schnellstens diese Wohnung verlassen. Andererseits … Wer bin ich, einem Hilfesuchenden die Rettung zu verwehren.

»Und das wäre?«

███ schluckt, aber dann grinst er. Und so schnell, wie es gekommen ist, verabschiedet sich in mir das ungute Gefühl, die Angst vor Zurückweisung. ███s Grinsen macht uns zu Verbündeten. Zu zwei Kindern, die gemeinsam Kirschen stehlen. Zu zwei Königen, die eine geheime Allianz ihrer Streitmächte aushandeln. Und die schrille Stimme in mir flüstert wieder hoffnungsvoll: Na, da geht doch was?

»Es … ach, komm einfach mit.« ███ dreht sich um, drückt im Vorbeigehen die Repeat-Taste seiner Anlage und geht dann um den Tisch herum in den Wohnbereich. Meine Augen ruhen einen Moment auf der Anzughose, die so perfekt sitzt, als seien ███s knackige Pobacken einfach mit einer Spraydose anthrazit gefärbt worden. Ich beeile mich, ihm zu folgen.

Zu meiner Überraschung entdecke ich jetzt das Stativ – und die Videokamera. Wir haben auch so eine im Büro, um schnell Probeaufnahmen von Bewerbern machen zu können – es ist eins dieser praktischen Geräte, die man im Schlaf bedienen kann und deren automatische Einstellungen selbst meine ungeschickten Hände und die meist ungeeigneten Lichtverhältnisse ausgleichen. Beides steht in der Mitte des Wohnzimmers. Kurz flattert eine Erinnerung in mir hoch, dann muss ich ein Lachen unterdrücken. Eine Kamera, ja? Das kann nur eins bedeuten: There is a god – und er hat Humor …

Ich sehe ███ fragend an. »Hast du Probeaufnahmen gemacht?« Ich halte das erst für einen Scherz. Doch dann antwortet ███ mit einem einfachen: »Ja.«

»Um zu sehen, wie du nackt aussiehst?«

»Nicht ganz. Also, doch. Um zu sehen …«

»Wie dein Ständer im Fernsehen aussehen wird?«

»So in etwa.«

»Und?« Ich lächle, trete zu ihm hinter die Kamera, strecke die Hand nach ihm aus. Doch er überrascht mich wieder. ███ geht einen Schritt auf den großen Tisch zu, dreht sich dann um, sieht mich an und sagt: »Das genau ist das Problem.«

»Was genau?«

»Mein … Ständer. Er … er steht nicht, wenn die Kamera an ist.«

Das ist doch lächerlich, denke ich. Ein Ständer ist schließlich ein Ständer. Und dummerweise sage ich dann genau das: »Das ist doch lächerlich. Ein Ständer ist schließlich ein Ständer. Wieso sollte der verschwinden, wenn die Kamera angeht?«

Autsch. ███s Blick zeigt mir, dass das genau nicht der Text war, den er hören wollte. »Okay, vergiss es«, sagt er, dreht sich um und macht Anstalten zu gehen.

Verdammt! Meine Gedanken, meine innere Stimme und sogar mein Verstand schreien gleichzeitig los. Jetzt muss ich mir wirklich schnell etwas einfallen lassen, nur, was …

»Warte«, sage ich heiser, weil ich plötzlich einen dicken Kloß im Hals spüre. Das ist ja mal ein grandioser Anfang. Aber immerhin: ███ bleibt stehen und sieht mich über die Schulter hinweg an. »Ja?«, fragt er. Sein Gesichtsausdruck ist verletzt. Kein Wunder. Der Mann muss bald vor die Kamera – und ich bin so sensibel wie ein Passbildautomat mit schlechter Beleuchtung.

Und dann weiß ich plötzlich, was ich zu tun habe.

Er hat Angst vor der Kamera?

Die kann ich ihm nehmen.

»Stell dich da hin.«

███ guckt irritiert, tut aber, was ich sage, und stellt sich, etwa drei Meter entfernt, vor die Kamera.

»Und jetzt zieh dich aus.«

»Lola, was soll …«

»Schhhh!«, unterbreche ich ihn. »Vertrau mir. Zieh dich aus.« Dann mache ich die Videokamera an.

Einen Moment befürchte ich, dass ███ sich nicht darauf einlassen wird. Doch dann schleicht ein Lächeln auf sein Gesicht, erst auf seine Lippen, dann in seine Augen. Und dann, als Air gerade beginnt, das Cherry Blossom Girl zu besingen, nickt er. I don’t want to be shy.

Zuerst bewegt er sich nur ein bisschen. Ein unmerkliches Rollen der Schultern, ein zögernder Schwung der Hüfte. Doch dann wird er mutiger. Mit einem lasziven Lächeln zieht er sich das T-Shirt aus der Hose, wiegt sich zur Musik, lässt mich dabei nicht für einen Moment aus den Augen. Seine Hände streichen über seinen Bauch, verschränken sich für einen Moment über der Brust, Finger kreisen über den harten kleinen Kuppen, wandern wieder tiefer, kreuzen sich erneut, greifen nach dem Saum des Shirts und beginnen langsam, ganz langsam es nach oben zu ziehen. In Zeitlupe wird der Hosenbund freigelegt, gibt der zurückgleitende Stoff die kleine, krause Haarlinie frei, die sich in Richtung des Nabels schlängelt. Oberhalb der Taille wird der Körper breiter, stärker, muskulöser. Ich sehe die krausen, kurzen Locken in ███s Achselhöhlen, wie sich die Brustmuskeln strecken, wie er die Arme nach oben hebt; sein Kopf verschwindet, taucht Augenblicke später wieder auf. ███ lässt die Arme wieder sinken, das T-Shirt fällt zu Boden. Ich sehe, wie sich die schweren Brustmuskeln wieder senken und eine perfekte Form einnehmen, wie eine Panzerung aus Haut und Muskeln und Verlockung. Ich bin selbst erstaunt, wie sehr ich mich danach sehne, diese göttliche Form mit den Händen und dem Mund zu erkunden.

»Und du?«, fragt ███.

Ich beginne, meine Bluse aufzuknöpfen, langsam, Knopf für Knopf. ███ lässt mich keine Sekunde aus den Augen, während er seine Schuhe und Socken auszieht, die Balance wie ein geübter Kunstturner haltend.

Als ich die Bluse fallen lasse und ihm meine in dunkler Spitze ruhenden Brüste zum ersten Mal zeige, spüre ich, wie er mit dem Gedanken spielt, zu mir zu kommen, doch dann beherrscht er sich und öffnet stattdessen langsam seine Hose. Sie rutscht wie von Geisterhand gezogen nach unten und enthüllt starke, muskulöse Beine, darüber eng anliegende schwarze Shorts … 

– Ich merke, wie sich die Feuchtigkeit in meinem Schoß sammelt und sich meine Muschi genüsslich zusammenzieht. –

… in deren Mitte ich eine eindrucksvolle Wölbung erkenne, die zu ███s Schenkeln und starken Oberarmen passt, ganz sicher aber nicht zu dem Gedanken, dass dieser Mann vor der Kamera ein Problem hat!

»Ich will«, beginne ich mit rauher Stimme, schlucke, räuspere mich. »Ich will, dass du dich anfasst.«

███ sieht mich an, als habe ich ihn hypnotisiert, und nickt. Er hebt seine Arme und fährt mit den Händen durch die verstrubbelten Haare, während seine Hüften sich lasziv zu winden beginnen. Er legt den Kopf zur Seite, lässt dabei meinen Blick nicht los und streichelt sich selbst. Wie kurze Zeit vorher bei mir gleiten die Finger nun an seinem eigenen Hals hinunter, über die Brust, liebkosen die dunklen, festen Nippel und schieben sich dann im Einklang mit den schwebenden Tönen der Musik tiefer. Ich halte den Atem an, als seine Finger den Bund der Shorts berühren, einen Moment verharren, und dann darunter verschwinden. Durch den dünnen Stoff erkenne ich, wie ███ nach seinem Schwanz greift, ihn umschlingt, an ihm zieht, die Finger über ihn wandern lässt; seine andere Hand wandert tiefer, dorthin, wo ich seinen Schatzbeutel vermute.

Ich streichle meine Brüste, ganz sanft erst mit den Handtellern, bevor ich beginne, fordernd mit den Zeigefingern über die spitzeverhüllten Höfe zu fahren. ███ beobachtet mich und atmet schwer; sein glatter, nur leicht runder Bauch hebt und senkt sich.

»Zieh dich aus«, verlange ich. »Ich will dich sehen.«

███s Hände gleiten aus der Short hervor, streichen noch einmal über seinen Bauch, verschwinden nach hinten. Ich beneide sie um das Gefühl, die festen Pobacken spüren zu dürfen.

Und dann, mit einer einzelnen fließenden Bewegung, tauchen die Hände wieder auf und streifen die Shorts nach unten.

Für einen Moment sehe ich nur ███s breiten, muskulösen, nach vorne gebeugten Rücken. Als er sich wieder aufrichtet, singt Air mit sanfter Intensität You’re lost in space, in time – und ███ zeigt mir seinen harten, festen Schwanz. Obwohl er noch nicht ganz zu stehen scheint, sondern noch unentschlossen auf halbem Wege ist, kann ich nicht anders, als nervös zu schlucken. Es ist nicht der längste Schwanz, den ich je gesehen habe, und vielleicht auch nicht der dickste und schönste – aber er passt so perfekt zu ███s muskulösem, männlichen Körper, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie er perfekter sein könnte. Mein Tagtraum fällt mir ein, der Schokokuss, der sich mir damals verführerisch entgegenreckte – und ███s dicke, glatte Eichel steht ihm in nichts, aber auch wirklich gar nichts, nach.

Einen Moment lang stehen wir uns schweigend gegenüber, ███ nackt, erregt, tief atmend, und ich hinter der Kamera, sehr aufgeregt, immer noch halb angezogen – und mit dem sicheren Vorsatz, das genau jetzt zu ändern.

Ich steige aus meinen High Heels, öffne die Hose, schäle mich langsam aus ihr wie ein Schmetterling aus seinem Kokon. So wie er vor wenigen Momenten beuge auch ich mich nach vorne, streife die Hose hinunter, steige vorsichtig heraus, erhebe mich langsam wieder …

… und erkenne das Problem.

███s atemloser Blick haftet nicht mehr auf mir – er starrt die Kamera an. Und sein Schwanz sinkt nach unten. Es ist eine durchaus elegante Bewegung, untermalt von Air – doch ███ scheint für die erotische Qualität dieses Anblicks nicht empfänglich zu sein. Er starrt die Kamera an, die ihn im angezogenen Zustand zum Star gemacht hat und die nun dafür sorgt, dass er seinen eigenen Erwartungen nicht entspricht. In seinem Blick liegen Wut und Enttäuschung, Unverständnis – und Angst. Und ich verstehe plötzlich, wieso er bereit ist, die Rolle in der Serie anzunehmen: Er will sich beweisen, dass er ihr gewachsen ist. Dass er, der vor der Kamera schon so oft routiniert den Liebhaber und den Mörder gespielt hat, den Sanften und den Harten, alles tun kann, alles geben kann – um danach eine neue Herausforderung zu finden, an eine neue Grenze gehen zu können.

Mit leisem Meeresrauschen endet das letzte Stück der CD, Alone in Tokyo, und einen Moment ist nichts zu hören außer dem leisen Sirren der Musikanlage. Vorsichtig, weil ich fast Angst habe, dass eine zu schnelle Bewegung ███ erschrecken und diesen Abend zum Scheitern verurteilen wird, mache ich einen ersten Schritt auf ihn zu, dann noch einen, und perfekt im Timing mit der Musik, als Air gerade care for each other singt, stehe ich vor ihm, ganz nah, so nah, dass meine Brüste seine Haut berühren und sein Schwanz sacht gegen meinen Bauch drückt. Ich blicke nach oben, greife nach ihm, ziehe seinen Kopf zu mir hinunter und küsse ███ vorsichtig auf die Lippen. Nur für Sekunden lasse ich meinen Mund auf seinem verweilen, dann ziehe ich mich wieder zurück und gehe langsam vor ihm auf die Knie. Meine vom Kuss noch leicht geöffneten Lippen finden die Spitze seiner Eichel und beginnen, sie zärtlich zu kosen. Mit der Zunge fahre ich auf ihrer Unterseite entlang, umkreise die kleine Öffnung, ziehe immer größere Kreise, bis ich die Eichel schließlich genussvoll in meinen Mund sauge. Ich spüre, wie sie voller wird, wie ███s Schwanz sich erhebt, unter der zärtlichen Berührung meiner Lippen, meiner Zunge seine alte Größe zurückerlangt.

Ich lutsche mit wachsendem Vergnügen, sauge ███s Schwanz so tief in meinen Mund, wie ich kann, und lasse ihn dann, feucht und warm, wieder aus mir herausgleiten. Vor und zurück bewegt sich mein Kopf, während ich weder an Chiligurken denke noch an einen Schokokuss, während ich gar nichts denke, nur spüre, wie ███s Schwanz härter und dicker wird, wie es für mich schwieriger wird, ihn mit meinem Mund zu umschlingen – und wie ich es genieße, die warme Härte kontrollieren zu können, seinen Geschmack einatme, das drahtige Kitzeln seiner Schamhaare an meiner Nase auskoste. Wie aus der Ferne höre ich, dass ███ schwer atmet, spüre, wie sein Bauch gegen meine Stirn drückt und seine Hände meinen Kopf finden. Meine Finger wandern an der Innenseite seiner Oberschenkel hinauf, finden den glatten Sack, spüren die großen Ovale darin. Als wollten sie spazieren gehen, tänzeln meine Finger weiter, umrunden seinen Körper, schließen sich um die festen Pobacken. Sie sind perfekt geformt, rund und fest, und als ich sie zu kneten beginne, drängt sich ███ mir noch mehr entgegen, füllt meinen Mund aus, der ihn schon lange nicht mehr ganz umschließen kann.

Schließlich ziehe ich mich vorsichtig zurück, streife ███s Hände ab, stehe auf und trete einen Schritt nach hinten. ███ sieht mich an, mit sanften, genussvoll verhangenen blauen Augen. Er will nach mir greifen, doch ich weiche zurück. Mit einem Schritt bin ich neben, mit einem weiteren hinter ihm. Ich drücke mich in seinen breiten, starken Rücken, vergrabe mein Gesicht zwischen seinen Schulterblättern, spüre den köstlichen Druck seiner Pobacken an meinem Bauch. Meine Arme schlängeln sich um ihn herum, als ich so verführerisch wie möglich sage: »Und nun sieh in die Kamera« – und meine Hände sofort fest um seinen Schwanz und seine Eier schließe.

Einen Moment lang passiert gar nicht, nur ein Zittern meine ich zu spüren – und als ich merke, wie ███s Schwanz in meiner Hand tatsächlich an Härte zu verlieren beginnt, fange ich an, sie zu bewegen. Sanft erst, doch dann härter. Und schneller, fordernder. »Sieh in die Kamera«, keuche ich zwischen seine Schulterblätter, »sieh in die Kamera!«

Ich höre ein Brummen, leise erst, dann immer stärker anschwellend, und spüre die Vibration an meinem heißen Gesicht. ███s Rücken beginnt, immer wärmer zu werden, feucht erst, dann zunehmend schweißnass, doch ich lasse ihn nicht los. ███s Sack scheint kleiner zu werden, sich zusammenzuziehen, und dann brauche ich beide Hände, um seinen dicken, harten Schwarz der Länge nach zu umfassen und zu massieren. Vor, zurück, vor, zurück, vorzurückvorzurück.███s Brummen wird zu einem Stöhnen, das immer lauter wird, tiefer, kehliger. Ich spüre, wie er leicht in die Knie geht, drücke mich von hinten gegen ihn, stabilisiere ihn, genieße das Gefühl in meinen Händen und die Hitze, die immer größer wird, während er sich nun selbst immer mehr zu bewegen beginnt, seine Hüften Mal um Mal nach vorne stößt, meine Hände fickt, und dann, schließlich, endlich, scheint sein ganzer größer, mächtiger Körper für einen Moment zu verkrampfen, er presst sich gegen mich, ich muss meine ganze Kraft aufwenden, um ihn zu stützen, und mit einem lauten, durchdringenden Schrei kommt ███ und spritzt sein heißes Sperma in vier, fünf, sechs langen Zügen in Richtung der surrenden Kamera.

***

Vier Monate später erhalte ich ein Einschreiben von ███s Agentur. Meine Anwälte werden mir wahrscheinlich raten, ihn nicht zu veröffentlichen.

Sehr geehrte Frau Lindberg,

wie wir soeben erfahren haben, planen Sie, eine Kurzgeschichte zu veröffentlichen, die auf Ihrer Begegnung mit unserem Klienten, Herrn ██████████beruht. Wir gehen davon aus, dass diese Geschichte dazu geeignet ist, die Intimsphäre von Herrn ███████ zu verletzen und seiner Karriere nachhaltig zu schaden. Wie Sie vielleicht wissen, hat Herr ███████ das Land verlassen, um nach dem Skandal, den die Ausstrahlung der Episode »Da hab ich was eigenes« der Serie »Regentage, Sonnentage« ausgelöst hat, ein bisschen Ruhe zu finden. Wir möchten Sie dringend bitten, Herrn ███████ daher nicht in der von Ihnen offensichtlich beabsichtigten Form zu kompromittieren, und behalten uns vor, per einstweiliger Verfügung gegen Ihren Verlag und auch persönlich gegen Sie vorzugehen.

Mit freundlichen Grüßen

███████████-██████

»Die Agentur von ███?«, fragt Karen. Ich nicke und halte ihr den Brief hin. Sie liest, runzelt die Stirn. »Und was jetzt«, fragt sie. Veröffentlichst du die Geschichte trotzdem?«

»Natürlich«, lächle ich.

»Du bist unmöglich!« Karen lacht. »Und was sagt er dazu?«

»Er ist nicht begeistert. Aber er hat auch nichts dagegen.« Mein Blick fällt auf die E-Mail, die ich mir ausgedruckt habe. ███ hat das Flugticket für mich gebucht und hinterlegen lassen. »Er will, dass ich morgen zu ihm fliege und so lange bei ihm bleibe, bis sich die Wogen in Deutschland ein bisschen geglättet haben. Oder bis irgendein anderer Promi-Skandal interessanter wird.«

»Vielleicht Carsten Spengemann?«, schlägt Karen vor. »Ich habe gehört, dass er als nächster Bachelor bei RTL im Gespräch ist.«

»Keine Ahnung. Ist mir auch egal.«

»Fliegst du?«

»Weiß nicht.«

»Ach Lola!« Karen lacht, schüttelt den Kopf und steht dann auf. »Ich geh erst mal Kaffee holen. Eine doppelte Latte für dich?«

Ich nicke. »Gerne. Und bring mir ein Croissant mit. Nein, besser noch: zwei!«

Rahel JoyceVERBOTENE BERÜHUNGEN

Kevin, der heute neunzehnjährige Jüngling, war so hübsch und hatte eine solch charmante und sinnliche Ausstrahlung, dass ich wegschauen musste, wenn er sich im selben Raum aufhielt wie ich. Er war eigentlich nicht schön im wahrsten Sinne des Wortes. Er war eine Mischung aus Robbie Williams Sinnlichkeit und Gérard Depardieus gemeiner Erotik. Ich tat alles, um nicht in seine bernsteinfarbenen Augen blicken zu müssen, so überwältigend war sein Blick. Das brachte mich immer wieder in verzwickte Situationen, denn ich stand trotz meines relativ hohen Alters … auf junge Männer.

Kevin war der Sohn meines gegenwärtigen Lebenspartners Christian. Das heißt, er war der Sohn seiner Ex-Freundin, die vor zehn Jahren an Brustkrebs gestorben war. Christian betreute und pflegte die arme Frau zu Hause, da sie miserabel krankenversichert war, bis zum bitteren Ende geduldig und liebevoll. Als sie starb, durfte Kevin in seiner schönen Villa wohnen bleiben. Kevin war in der Zwischenzeit allen ans Herz gewachsen und wie ein Sohn für Christian. Seinen richtigen Vater habe ich nie zu Gesicht bekommen.

Eines Abends, Christian, Kevin und ich hatten uns nach dem Nachtessen einen gemütlichen Fernsehabend gemacht, wollte Christian noch rasch in den Betrieb, um zwei, drei Sachen zu erledigen, und Kevin begab sich in sein Schlafzimmer im Untergeschoß der Villa. Christian war bereits aus dem Haus, als Kevin stolperte und mörderisch laut die Treppe hinunterkrachte. Ich rannte hinterher, half ihm beim Aufstehen und konnte glücklicherweise feststellen, dass er sich nicht verletzt hatte. Dennoch klagte er über einen stechenden Schmerz unter dem rechten Schulterblatt. Ich machte ihm den Vorschlag, mir dies anzuschauen, da ich ja eine Ausbildung in medizinischer Massage hätte, und bat Kevin, sich oben frei zu machen und auf den Stuhl zu setzen, ich würde entsprechende Salben und Öle im Badezimmer holen.

Wie groß war doch meine Überraschung, als ich zurückkam und der Bengel splitterfasernackt auf seinem Bett lag. Zum Glück lag er auf dem Bauch, und ich wusste im ersten Moment nicht, wie ich reagieren sollte. Aber, fragte ich mich, kann man eine solche Einladung überhaupt ausschlagen? Ich konnte es nicht, wurde schwach, und so begann die ganze, unheilvolle Geschichte …

Ich brauchte Tage, um mich von diesem Zwischenfall zu erholen. Ich schämte mich Christian gegenüber sehr und konnte ihm kaum in die Augen schauen. Kevin ging ich aus dem Weg, als wäre er die personifizierte Pest.

Doch je mehr ich mich diesem hübschen Jüngling verweigerte, umso interessanter und anziehender wurde ich für ihn. Je mehr ich ihm aus dem Weg zu gehen versuchte, desto öfters lief er mir nach. Hätte ich mich ihm nach dem aufregenden Erlebnis, nämlich dem Anblick seines wunderschönen Körpers, an den Hals geworfen, hätte ich alles zugelassen, worauf wir offensichtlich beide große Lust hatten, wäre es ein intensives, aber kurzes Feuerwerk geworden, und schon bald hätte sich Kevin von mir abgewendet und das Bedürfnis bekommen, das bei mir Gelernte mit jungen, knackigen Mädels weiter zu perfektionieren. Dazu war ich mir irgendwie zu schade, oder aber ich hatte fürchterliche Angst, mich in diese begehrenswerte Kreatur zu verlieben.

Unsere gemütlichen Nachtessen zu dritt fanden fortan nicht mehr statt, den harmonischen Fernsehabenden versuchte ich geschickt auszuweichen. Ich stand jeden Tag eine Stunde vor meinen beiden Männern auf mit der Entschuldigung, ich müsste im Büro ein paar Stunden länger arbeiten, nur damit es vor der Badezimmertür nicht zu einer Begegnung mit Kevin käme, was früher ab und zu geschah. Ich wusste nur nicht, dass der Bengel dies damals jeweils absichtlich so gerissen hinkriegte. Nie hätte ich früher gedacht, dass sich der fast dreißig Jahre jüngere Sohn meines Freundes für eine alte Schachtel wie mich interessieren könnte.

Schwierig wurden die Ausreden und Begründungen, warum ich gemütliche Nachtessen mied. Dieses gemeinsame Speisen am Abend war, seit ich mit Christian zusammenlebte, eine Tradition geworden, und ich muss sagen, diese Treffs nach einem stressigen Arbeitstag an einem von Christian üppig gedeckten Tisch, mit zwei charmanten, intelligenten und liebenswürdigen Männern an der Seite, hatten mir im letzten Jahr sehr, sehr zugesagt.

Als mich Christian, ohne einen Vorwurf daraus zu machen, eines Tages darauf ansprach, wie schade es sei, dass ich so häufig keine Zeit mehr zum Essen hätte, musste ich einlenken und ihm versprechen, mich zu bessern. Ich erklärte mich sogar bereit, am Abend für sie beide etwas Gutes zu kochen. Viel hatte ich in puncto Kochkünste nicht in petto, ich war ja – habe ich das schon erwähnt? – keine gute Hausfrau. Aber zwei, drei kleine Sachen hatte ich doch zu bieten, und ich machte mich auf den Weg zum Einkaufen.

Leichter als erwartet, zauberte ich den beiden ein leichtes erfrischendes Mahl aus Salaten, knackigem, rohem Gemüse, Roastbeef mit selber gemachten Saucen und einen raffinierten Nachtisch. Ich hatte noch eine ganze Stunde Zeit, mich frisch zu machen und mich zu erholen, bevor die beiden kamen. Wir waren für sieben Uhr verabredet, und ich setzte mich mit einem Drink noch einen Moment auf unsere schöne Terrasse. Aber schon jetzt begann mich meine Nervosität zu quälen. Seit dem Vorfall mit Kevin waren wir drei nie mehr am Abend gemütlich zusammen gesessen, und das machte mir Angst. Wie sollte ich mich verhalten? Und vor allem, wie würde sich Kevin verhalten? Würde er uns verraten? Ich befürchtete das Schlimmste.

Christian kam als erster nach Hause, und seine Umarmung tat mir gut. Um nichts in der Welt hätte ich diesen herrlichen Mann wegen einer Gedankenlosigkeit verlieren wollen. Ich hoffte inständig, dass Kevin sich so normal und zurückhaltend wie üblich verhalten würde und sich von dem sonst unweigerlich anbahnenden Drama distanzierte. Punkt sieben trudelte er auch ein und küsste mich auf die Wange. Tat er das eigentlich früher auch schon? Ich war mir nicht sicher. Ich servierte den beiden ebenfalls einen Drink, und wir prosteten uns fröhlich zu.

»Hast du den Rotwein schon aus dem Keller geholt oder lässt du mich einen guten Tropfen aussuchen, Alexandra?«

»Mach nur, das überlasse ich dir gern, du kannst das viel besser als ich«, lachte ich zurück.

Als Christian im Keller verschwunden war, näherte sich mir Kevin augenblicklich und streichelte meinen Arm. Wie durch einen Stromschlag getroffen, wich ich zurück.

»Lass das bitte, Kevin. Und schau zu, dass Christian nie etwas von deiner Zuneigung zu mir erfährt, ich bitte dich flehentlich darum.«

»Aber Alexandra, ich kann mich nicht dagegen wehren, ich schmachte nach dir, ich schlafe nachts nicht mehr, weil ich immer nur an dich und deinen schönen Körper denken muss. Ich will dich, Alexandra, und lange wirst du dich mir nicht verweigern können. Ich spüre doch, dass du genau dasselbe für mich empfindest. Hätte ich an diesem ominösen Tag nicht gesagt, dass ich noch Jungfrau bin, hättest du mich verführt.«

»Was heißt hier verführt? Du hast mich bezirzt, beinahe einen Blödsinn zu machen, als du dich einfach nackt vor mich hingestellt hast. Ich bin eigentlich von Natur aus eine treue Seele, wenn ich einen anständigen, ebenfalls treuen Partner habe, aber reizen darf man mich mit so tollen Verlockungen trotzdem nicht.«

Urplötzlich packte mich Kevin an beiden Schultern und drückte mir einen ungeschickten Kuss auf den Mund. Bevor ich vor Schreck Zeit hatte, ihn abzuwehren, genoss ich einige Sekunden lang seine Lippen auf meinem Mund und seinen starken Oberkörper an meinen aufgewühlten Brüsten. Doch dann stieß ich ihn abrupt von mir weg und klatschte ihm eine schallende Ohrfeige ins Gesicht.

Er lächelte nur und sagte: »Siehst du, es hat dir gefallen. Gib zu, dass du in mich verliebt bist.«

Ich hatte keine Zeit mehr, ihm zu antworten, denn ich hörte bereits Christians geräuschvolle Schritte, die von der Kellertreppe heraufhallten. Gleich würde er wieder bei uns im Garten stehen. Rasch entfernte ich mich von Kevin und schenkte uns von dem selber gemixten Drink nach. Fröhlich schwenkte uns Christian eine Flasche Cabernet Sauvignon entgegen und fragte, ob er unseren Ansprüchen genügte. Er hatte nichts gesehen und nichts bemerkt. Ich musste ein tiefrotes Gesicht haben, Kevin hüstelte verlegen vor dem Rhododendronbusch herum und drehte uns den Rücken zu.

Meine Güte, was wäre passiert, wenn uns Christian erwischt hätte? Ich zitterte innerlich und war wütend. Warum hatte ich so etwas nicht voraussehen können? Warum hatte ich dies nicht verhindert?

»Ich gehe schon mal den Wein öffnen, damit er atmen kann«, verkündete Christian, und schon war ich wieder alleine mit Kevin.

Aufgebracht sah ich ihn an und meinte: »Dass so etwas nie wieder passiert, hörst du? Ich will nichts von dir wissen, und du gewöhnst dir ab, mich zu behandeln, als wäre zwischen uns irgendetwas möglich. Hast du verstanden?«

Betrübt und enttäuscht nickte er mit dem Kopf und entschuldigte sich bei mir.

»Ich kann mich fast gar nicht beherrschen, wenn ich in deiner Nähe bin, Alexandra. Du hast so was irrsinnig Erotisches, was jedem Mann den Atem raubt und ihn vergessen lässt, was sich gehört und was nicht. Auch meine Kumpels heute Nachmittag haben das gesagt. Sie haben Anspielungen gemacht, was unsere Beziehung anbelangt und konnten verstehen, dass ich in dich verknallt bin.«

»Das interessiert mich alles nicht, Kevin. Vergiss mich, und vergiss deine pubertären Gefühle für mich. Lach dir ein gleichaltriges Mädchen an und genießt zusammen eure Jugend. Weißt du eigentlich, wie alt ich bin?«

»Dein Alter interessiert mich überhaupt nicht, und vergessen kann ich dich garantiert nicht, wenn ich dich jeden Tag im Haus sehe. Du bist so sinnlich und schön, Alexandra.«

»Dann ziehe ich halt weg von hier, wenn …«

»Wer zieht wohin?«, tönte die Stimme von Christian, der soeben zur Tür herauskam.

Kevin rettete die Situation, indem er offenbarte, er würde wohl eines Tages hier ausziehen müssen, dies aber schweren Herzens tun würde. Großzügig wie immer verkündete Christian, er dürfe noch so lange hier wohnen, wie er wolle.

Wenn der wüsste! dachte ich bei mir, dann würde er Kevin hochkant hinauswerfen. Oder mich!

Das Essen verlief ohne Zwischenfall, die beiden rühmten meine Kochkünste, der Wein machte uns locker, und ich machte mich auf den Weg in die Küche, um das Dessert vorzubereiten, als das Telefon klingelte. Ich wollte wie gewohnt abnehmen, aber Christian rief mir zu, wir möchten uns doch gar nicht stören lassen. Als ich mit dem Apfelkuchen zurück auf die Terrasse kam, bekam ich eine regelrechte stehende Ovation von den beiden, als ich das Kuchenblech mit meinem Werk vor ihnen auf den Tisch stellte. Spontan stand Kevin auf und meinte, dass ich dafür einen dicken Kuss verdient hätte. Christian stimmte dem zu und bat ihn, mich für ihn auch gleich zu küssen, da er auf der anderen Seite des breiten Tannenholztisches saß. Kevin busselte mich also auf beide Wangen und dann sah er Christian an, zog die Augenbrauen hoch und lachte.

»Und jetzt kommt der Kuss von Dad! Und dieser kann nur mitten auf Alexandras Mund landen, stimmt’s, Paps?«

Nichts ahnend stimmte Christian neckisch zu und fand das unheimlich amüsant. Ich durfte mich nicht allzu stark wehren, sonst wäre die Sache auffällig geworden. Also musste ich mich vor meinem Lebenspartner von dessen Sohn küssen lassen. Mein Gott war das eine Situation! Wieder durchlief ein Schauer meinen ganzen Körper. Dieser Junge hatte eine unheimliche Wirkung auf mich. Ich stieß ihn nach einigen Sekunden freundschaftlich weg, als erneut das Telefon klingelte.

»Ach, wer ist nur dieser Quälgeist! Dann will ich mal ran«, fluchte Christian. »Macht ruhig weiter so, ihr beiden, ihr gebt ein schönes Paar ab«, witzelte er noch beim Aufstehen.

Ich ließ Kevin einfach stehen, räumte die gebrauchten Teller weg, die noch vom letzten Gang herumstanden und wollte sie in die Küche tragen. Fast hätte mich Christian überrannt, als er hastig aus dem Haus eilte.

»Sorry, Liebes, ich muss dringend weg, im Betrieb sind alle Computer ausgefallen … hm, du weißt, was das bedeutet? Leg mir ein Stück dieses herrlichen Kuchens auf die Seite, damit ich mich auf etwas freuen kann, wenn ich zurückkomme. Wartet nicht auf mich, es kann spät werden.«

»Aber …«, protestierte ich, doch Christian hatte seine Jacke bereits gegriffen und war verschwunden.

Kevin und ich blieben baff stehen und schauten uns perplex an. Dann legte Kevin tröstend seinen Arm um meine Schulter und meinte: »Komm, mach dir nichts draus, Alexandra, ich werde deinem wunderbaren Dessert dafür die doppelte Ehre erweisen.«

Rasch wollte er mich mit einem Kuss aufs Ohr überraschen, aber ich hatte die Attacke kommen sehen und wich ihm geschickt aus.

»Setz dich und iss deinen Kuchen!«, fuhr ich ihn ein wenig unsanft an. »Und dass du nicht auf dumme Gedanken kommst, nur weil wir jetzt ein Weilchen alleine sind, verstanden!«

»Was heißt ein Weilchen allein, Dad hat selber gehört, dass die Intervention länger dauern könnte. Aber was meinst du mit dummen Gedanken? Ich habe mir überhaupt nichts gedacht, aber dich scheint da irgendetwas nicht loslassen zu wollen.«

»Hör auf, du weißt ganz genau, was ich meine.«

Ich senkte den Blick und stocherte verstört auf meinem Porzellanteller herum, als Kevin aufstand, um den großen Tisch herumschritt und sich hinter mich stellte. Mir wurde gleichzeitig heiß und kalt, und ich wollte ihn wieder an seinen Platz zurückweisen, als er seine warmen Hände auf meine Schultern legte. Diese einfache Berührung muss bei mir eine Art Schock ausgelöst haben. Meine nackten Arme überzogen sich mit einer Gänsehaut, meine Brustwarzen traten erregt durch den hauchdünnen Seidenstoff meines Sommerkleides hervor, und mein Atem raste geräuschvoll.

»Was ist los, Alexandra, ist dir nicht gut, oder lösen meine Hände etwa eine solche Reaktion bei dir aus?«

»Sei ruhig und rühr mich nicht an«, befahl ich, stieß seine Hände wie angeekelt von meinen Schultern, stand hastig auf, und dabei fiel mein Stuhl rückwärts gegen Kevins Beine. Die Überraschung seinerseits erlaubte es mir, ins Haus zurückzueilen, doch Kevin hatte mich mit zwei Riesenschritten eingeholt, packte mich an den Schultern, drehte mich abrupt um, senkte sein Gesicht bedrohlich herab und zwang mich zu einem Kuss.

Auch wenn ich es noch so sehr gewollt hätte, ich hätte die Kraft nicht gehabt, seinen athletischen Körper abzuwehren. Aber wie schon beim letzten Mal hypnotisierten mich seine fordernden Lippen, und sein Körper, fest an den meinen geschmiegt, ließ mich dahinschmelzen. Trotz meiner relativ imposanten Körpergröße fühlte ich mich in seinen starken Armen klein und hilflos. Kevin überragte mich um Haupteslänge, und durch die gebeugte Haltung, die er einnehmen musste, um mich zu küssen, verschwand ich hinter seinen breiten Schultern und zwischen seinen kräftigen Armen vollends.