Deine Gedanken formen deine Realität - James Allen - E-Book

Deine Gedanken formen deine Realität E-Book

James Allen

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Beschreibung

Ein ideales Leben führen und die beste Version seiner selbst leben - wer möchte das nicht? In diesem Buch findest du gesammelt drei wichtige Werke dreier beeindruckender Autor/innen zum Thema "Gedanken formen deine Realität". James Allen ist in diesem inspirierenden Sammelband mit seinem bekanntesten Buch "Wie der Mensch denkt, so lebt er", Florence Scovel Shinn mit "Das Spiel des Lebens und wie man es spielt" und Wallace D. Wattles mit "Die Kunst, großartig zu sein" vertreten. Lass dir von diesen drei außergewöhnlichen Schriftstellern und Vordenkern zeigen, wie du dein Ideal und das Leben deiner Träume erreichen kannst.

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

James Allen

Wie der Mensch denkt, so lebt er

Florence Scovel Shinn

Das Spiel des Lebens und wie man es spielt

Wallace D. Wattles

Die Kunst,

großartig zu sein

Kurzbiografien

Quellen

Weitere Bücher der Herausgeberin

Deine Gedanken formen deine Realität

Sammelband

Deine Gedanken formen deine Realität

Sammelband

James Allen: Wie der Mensch denkt, so lebt er

Florence Scovel Shinn: Das Spiel des Lebens und wie man es spielt

Wallace D. Wattles: Die Kunst, großartig zu sein

Herausgegeben von Katrine Hütterer

Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen.

Dieses Buch ist auch als Taschenbuch erhältlich.

James Allen: Wie der Mensch denkt, so lebt er

Titel der Originalausgabe: As A Man Thinketh

Erstausgabe in englischer Sprache: 1903

Übersetzung aus dem Englischen: Katrine Hütterer

Florence Scovel Shinn: Das Spiel des Lebens und wie man es spielt

Titel der Originalausgabe: The Game of Life and How to Play It

Erstausgabe in englischer Sprache: 1925

Übersetzung aus dem Englischen: Katrine Hütterer

Wallace D. Wattles: Die Kunst, großartig zu sein

Titel der Originalausgabe: The Science of Being Great

Erstausgabe in englischer Sprache: 1910

Übersetzung aus dem Englischen: Katrine Hütterer

Bei allen englischsprachigen Originalen handelt es sich um

gemeinfreie Werke.

2020 Katrine Hütterer

c/o AutorenServices.de Birkenallee 24 DE - 36037 Fulda

Herstellung und Verlag: tolino media

ISBN: 9783752127706

Covergestaltung: Yvonne Kalb Coverdesign und -bild: Canva

www.katrinehuetterer.com

„Egal, ob du denkst, du kannst es, oder ob du denkst, du kannst es nicht, du wirst in beiden Fällen Recht behalten.“

Henry Ford

Einleitung

Liebe Leserin, lieber Leser!

Ich freue mich, dass dieser Sammelband zu dir gefunden hat. Er enthält drei Bücher, die mir persönlich sehr wichtig sind. James Allen, Florence Scovel Shinn und Wallace D. Wattles haben mich mit ihren Werken über die Macht der Gedanken sehr stark beeinflusst. Neben Neville Goddard und Joseph Murphy sind sie wohl die Autor/innen, die meine Bewusstseinsentwicklung am meisten geprägt haben. Ich fand es nur stimmig, diese drei – besonders für ihre damalige Epoche - beeindruckenden Schriftsteller/innen in einem Sammelband zusammenzufassen.

Die Sprache von James Allen, Florence Scovel Shinn und Wallace D. Wattles mag vielleicht manchmal etwas altmodisch anmuten, ihre Botschaft ist dies aber mitnichten. Im Gegenteil, meiner Meinung nach waren sie alle Vorreiter des Gesetzes der Annahme (GdA), mit dem ich persönlich mich leidenschaftlich auseinandersetze und mich bemühe, es zum größten Wohle aller in meinem Leben wirken zu lassen.

Ich habe diese drei Bücher aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt, obwohl es davor bereits deutsche Übersetzungen davon gab und ich bin sehr froh, dass ich dies getan habe, denn die erneute Beschäftigung mit diesen Texten hat jede Menge positive Veränderungen in mein Leben gebracht. Auch dir, liebe Leserin, lieber Leser, möchte ich empfehlen, dir diese Bücher nach einiger Zeit immer wieder von Neuem vorzunehmen. Man entdeckt tatsächlich mit jeder Lektüre etwas Neues und für den derzeitigen Moment Wertvolles.

Der Titel dieses Sammelbandes wurde von mir bewusst provokant gewählt. „Deine Gedanken formen deine Realität“ – das stimmt selbstverständlich so nicht. James Allen, Florence Scovel Shinn und Wallace D. Wattles sind sich in diesem Punkt einig: Unsere Gedanken werden früher oder später Realität, allerdings nur, wenn sie gepaart mit einer starken Emotion wie zum Beispiel Freude oder Dankbarkeit, aber auch Angst oder Hass auftreten.

Ich lade dich, liebe Leserin, lieber Leser, ein, einzutauchen in die Welt dieser drei Autor/innen und dich auf ihre Worte einzulassen. Lasse dich inspirieren und erwecke deine Schöpferkraft, indem du deinen Gedanken deinen Glauben hinzufügst – und schon werden sich deine Wünsche mit Leichtigkeit im Außen manifestieren.

Katrine Hütterer im Dezember 2020

James Allen

Wie der Mensch denkt, so lebt er

Vorwort des Autors

Dieser kleine Band (das Ergebnis von Meditation und Erfahrung) ist nicht als erschöpfende Abhandlung über das vielbeschriebene Thema der Macht der Gedanken gedacht. Es ist eher suggestiv als erklärend, und sein Ziel ist es, Männer und Frauen zur Entdeckung und Wahrnehmung der Wahrheit anzuregen, dass – „sie selbst ihre eigenen Schöpfer sind“;

dass der Geist der Lehrmeister von beidem ist, in ihrem Inneren der ihres Charakters, und im Äußeren, der ihrer Lebensumstände;

und dass sie, falls sie ihr Geschick bisher in Unwissenheit und unter Schmerzen gewoben haben, dies von nun an in Erleuchtung und vom Glück geleitet tun können.

James Allen - Ilfracombe, England

Denkweise und Charakter

Die Weisheit "Wie ein Mensch in seinem Herzen denkt, ist er es auch" umfasst nicht nur das gesamte Wesen eines Menschen, sondern ist auch so umfassend, dass er jeden Zustand und jeden Umstand seines Lebens erreicht. Ein Mensch ist buchstäblich das, was er denkt, sein Charakter ist die vollständige Summe aller seiner Gedanken.

Wie die Pflanze aus dem Samen entspringt und nicht ohne ihn sein könnte, so entspringt jede Handlung eines Menschen den verborgenen Samen des Denkens und hätte ohne sie nicht erscheinen können. Dies gilt gleichermaßen für solche Handlungen, die als "spontan" und "nicht vorsätzlich" bezeichnet werden, als für solche, die absichtlich ausgeführt werden.

Die Handlung ist die Blüte unseres Denkens, und Freude oder Leid sind seine Früchte. Deshalb erntet der Mensch als süße oder bittere Früchte, was er selbst gepflanzt hat.

„Unsere Gedanken haben uns erschaffen.

Was wir in Gedanken sind, wird zu unserer Wirklichkeit.

Wer seinen Geist mit bösen Gedanken füllt,

dem folgt Leid, wie der Karren dem Ochsen.

Wer jedoch seine Gedanken beständig rein hält,

dem folgt Freude so sicher wie der eigene Schatten.“

Der Mensch ist kein künstlich geschaffenes Wesen, sondern wächst natürlichen Gesetzmäßigkeiten folgend, und Ursache und Wirkung gelten im verborgenen Reich der Gedanken ebenso absolut und unbeirrbar, wie in der Welt der sichtbaren und materiellen Dinge.

Ein nobler und gottgleicher Charakter ist kein Glücksfall oder ein Produkt des Zufalls, sondern das natürliche Ergebnis der fortgesetzten Bemühung, richtig zu denken, und der lange gepflegten Verbindung mit gottähnlichen Gedanken. Ein unedler und roher Charakter ist, denselben Gesetzmäßigkeiten zufolge, das Ergebnis ständig gehegter niedriger Gedanken.

Der Mensch erschafft oder erledigt sich selbst; mit seinen Gedanken schmiedet er die Waffen, mit denen er sich selbst zerstört. Aber auch die Werkzeuge, mit denen er sich eine himmlische Wohnstätte voller Freude, Kraft und Frieden schafft, formt er selbst.

Durch die richtige Wahl und wahre Anwendung des Denkens steigt der Mensch zur göttlichen Vollkommenheit auf; durch missverstandene und falsche Anwendung seiner Gedanken steigt er unter das Niveau wilder Tiere hinab. Zwischen diesen beiden Extremen liegen alle Charakterstufen, und der Mensch ist ihr Schöpfer und Meister.

Von all den wunderbaren, die Seele betreffenden Wahrheiten, die in unserer Zeit wiederentdeckt und ans Licht gebracht wurden, ist keine erfreulicher und keine stimmt, dank ihres göttlichen Versprechens, zuversichtlicher, als diese - dass der Mensch Meister seiner Gedanken ist, und dass er seinen eigenen Charakter, seine Lebensumstände, sein Umfeld und sein Schicksal gestaltet.

Als ein Wesen, das mit Macht, Intelligenz und Liebe ausgestattet ist, und als Herr seiner eigenen Gedanken besitzt der Mensch den Schlüssel für jede Situation und verfügt in seinem Inneren über transformierende und regenerative Kräfte, die es ihm ermöglichen, zu dem zu werden, was er sein will.

Der Mensch ist immer der Meister, selbst dann, wenn er sich schwach und völlig verlassen fühlt; allerdings verhält er sich in Zeiten der Schwäche und Niedergeschlagenheit oft unklug und führt seinen „Haushalt“ schlecht.

Wenn er jedoch beginnt, seine Situation zu überdenken und gewissenhaft nach den Gesetzmäßigkeiten zu forschen, die ihn in seine Lage gebracht haben, wird er zum weisen Herrn, der seine Energie intelligent einsetzt und seine Gedanken auf erfolgversprechende Themen richtet. Das macht ihn zum bewussten Herrn seiner Lage, zu dem ein Mensch nur dann werden kann, wenn er die Gesetze des Denkens in sich selbst entdeckt. Voraussetzung für diese Entdeckung sind: Anwendung, Selbstanalyse und Erfahrung.

So wie man nur durch intensives Suchen und Graben auf Gold und Diamanten stößt, findet der Mensch nur dann all jene Wahrheiten, die mit seinem Sein verbunden sind, wenn er in den Tiefen seiner Seele gräbt. Dass er selbst es ist, der seinen Charakter formt, sein Leben gestaltet und sein Schicksal bestimmt, kann er zweifellos beweisen, indem er seine Gedanken wahrnimmt, überprüft und ändert, während er die Effekte beobachtet, die sie auf ihn, auf andere und auf seine Lebensumstände haben; geduldig die Anwendung übt und bei allem Ursache und Wirkung erforscht; jede Erfahrung, und sei sie noch so banal und alltäglich, dazu nutzt, die Selbsterkenntnis zu erlangen, die ihm Verständnis, Weisheit und Macht verleiht.

In diesem Zusammenhang entfaltet der Spruch „Wer suchet, der findet, und wer anklopft, dem wird aufgetan.“ mehr als bei jeder anderen Sichtweise seine zuverlässige Gesetzmäßigkeit. Denn nur mit Geduld, Übung und unerschütterlicher Beharrlichkeit kann der Mensch durch das Tor zum „Tempel der Erkenntnis“ treten.

Die Wirkung des Denkens auf die Umstände

Den Geist des Menschen kann man gut mit einem Garten vergleichen, den man klug pflegen oder verwildern lassen kann. Aber egal, ob man ihn kultiviert oder vernachlässigt, er muss und wird etwas hervorbringen. Wurden keine nützlichen Pflanzen gesät, werden die Samen nutzloser Unkräuter im Überfluss darin landen, um zu wachsen und sich weiter zu verbreiten.

Wie ein Gärtner seinen Garten pflegt, ihn frei von Unkraut hält, und nur die Blumen und Früchte anbaut, die er benötigt, so sollte der Mensch den Garten seines Geistes pflegen, indem er alle falschen, nutzlosen und unlauteren Gedanken entfernt und die geistigen Blumen und Früchte, also richtige, nützliche und lautere Gedanken, bis zur Perfektion kultiviert.

Durch diesen Prozess wird der Mensch früher oder später feststellen, dass er es als Gärtner seiner Seele zur Meisterschaft gebracht hat und der Regisseur seines Lebens geworden ist. Er wird auch in sich selbst die Gesetzmäßigkeiten des Denkens entdecken und mit ständig wachsender Genauigkeit feststellen, wie er die Kraft seiner Gedanken am besten einsetzt, um seinen Charakter, seine Lebensumstände und sein Schicksal zu formen und zu gestalten.

Denken und Charakter sind eins. Und weil sich der Charakter nur im Umfeld und in den Lebensumständen manifestieren und selbst entdecken kann, wird sich herausstellen, dass sich die äußeren Lebensbedingungen eines Menschen immer in Harmonie zu seiner inneren Einstellung befinden.

Dies bedeutet nicht, dass die Lebensumstände eines Menschen jederzeit einen Zustandsbefund für seinen gesamten Charakter darstellen, sondern dass diese Umstände so eng mit einigen vitalen Gedankenelementen in seinem Inneren verknüpft sind, dass sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt für seine Entwicklung unabdingbar sind.

Jeder Mensch befindet sich dort, wo er nach dem Gesetz des Seins gerade steht. Die Denkweise, die er in seinen Charakter integriert hat, hat ihn dorthin gebracht, und in der Anordnung seines Lebens gibt es kein Zufallselement, aber alles ist das Ergebnis eines Gesetzes, das sich nicht irren kann.

Dies gilt sowohl für die Menschen, die sich in ihrer Situation „fehl am Platz“ fühlen, wie für jene, die damit zufrieden und im Einklang sind.

Als fortschrittliches und sich entwickelndes Wesen ist der Mensch dort, wo er ist, damit er lernt, dass er wachsen kann; und wenn er die spirituelle Lektion lernt, die ihm seine Lebensumstände erteilen, verschwinden diese nach und nach und machen anderen Platz.

Der Mensch wird solange von den Umständen geplagt, wie er glaubt, dass er ein Geschöpf äußerer Einflüsse ist. Doch sobald er erkennt, dass er schöpferische Kraft ist und dass er den verborgenen Boden und die Samen seines Seins kontrollieren kann, aus denen die Lebensumstände erwachsen, wird er zum unangefochtenen Meister seiner selbst.

Diese Umstände entstehen aus Gedanken, die jeder Mensch kennt, der über einen längeren Zeitraum Selbstkontrolle und Selbstreinigung praktiziert hat, denn er wird bemerkt haben, dass die Veränderung seiner Umstände in genauem Verhältnis zu seinem veränderten Geisteszustand steht. Dies ist so wahr, dass eine Person, die sich ernsthaft bemüht, ihre charakterlichen Schwächen zu korrigieren und dabei schnelle und deutliche Fortschritte macht, schon bald eine Reihe von Veränderungen in ihrem Leben feststellt.

Die Seele zieht an, was sie insgeheim in sich trägt; das, was sie liebt, aber auch das, was sie fürchtet. Sie erreicht die Höhe ihrer größten Sehnsüchte, aber sie sinkt auch auf die Ebene ihrer ungezügelten Begierden ab. Und die Lebensumstände sind das Medium, über das die Seele erhält, was zu ihr passt.

Jeder Gedankensamen, den man sät oder den man in den Geist eindringen und Wurzeln schlagen lässt, blüht früher oder später als erlebte Wirklichkeit auf und trägt die ihm eigenen Früchte: Gelegenheiten und Lebensumstände. Gute Gedanken tragen gute Früchte, schlechte Gedanken schlechte Früchte.

Die äußere Welt der Lebensumstände gestaltet sich nach der inneren Welt der Gedanken, und beides, angenehme und unangenehme äußere Bedingungen, sind Faktoren, die letztlich zum Besten des Menschen dienen. Wenn er die Ernte seiner Aussaat einholt, lernt der Mensch – sowohl durch Leid als auch durch Glückseligkeit.

Wenn er seinen innigsten Wünschen, Sehnsüchten und Gedanken folgt und zulässt, dass sie ihn beherrschen, indem er entweder den Irrlichtern seiner unreinen Vorstellungen nachjagt oder unerschütterlich und beharrlich den Weg beschreitet, der zu einem erstrebenswerten Ziel führt, erreicht der Mensch zu guter Letzt, dass sich seine Gedanken in den äußeren Umständen manifestieren. Die Gesetze von Wachstum und Ausrichtung gelten überall.

Ein Mensch landet nicht durch die Tyrannei des Schicksals oder seiner Lebensumstände im Armenhaus oder im Gefängnis, sondern aufgrund von kriecherischen Gedanken und niederen Begierden. Genauso wenig verstrickt sich ein rechtschaffener Mensch lediglich durch Druck von außen aus heiterem Himmel in Verbrechen; er muss den Gedanken an kriminelles Handeln schon lange zuvor in seinem Herzen gehegt haben, bis schließlich eine günstige Gelegenheit die angesammelte Energie wirksam werden lässt. Umstände schaffen nicht den Menschen, sie offenbaren lediglich, wie er ist.

Es gibt keine Umstände, die einen Menschen ins Laster und das damit verbundene Leid abgleiten lassen, ohne dass er schon zuvor eine lasterhafte Neigung hatte, oder den Pfad der Tugend betreten und das daraus resultierende reine Glück erlangen lassen, ohne dass er zuvor beständig danach gestrebt hätte. Deshalb ist es der Mensch, der als Herr und Meister seiner Gedanken sich selbst und seine Lebensumstände formt und gestaltet.

Schon von Geburt an verfolgt die Seele ihren eigenen Weg und zieht mit jedem Schritt auf ihrer irdischen Pilgerreise Konstellationen von Umständen an, die ihr Wesen offenbaren, da sie Spiegelbilder ihrer Reinheit oder Unreinheit, ihrer Stärken und Schwächen sind.

Der Mensch zieht nicht an, was er sich wünscht, sondern das, was er ist. Seinen Launen, Phantasien und Ambitionen kommt zwar häufig etwas in die Quere, doch seine innigsten Gedanken und Wünsche werden mit ihrer eigenen Nahrung versorgt, ob sie nun verdorben oder rein ist.

Die „Gottheit, die unsere Ziele formt“ ist in uns, sie ist unser innerstes Selbst. Der Mensch legt sich seine Fesseln selbst an. Seine Gedanken und Taten sind die Gefängniswärter seines Schicksals – sie sperren ihn ein, wenn sie niedrig sind. Sie sind aber auch die Engel der Freiheit – sie befreien ihn, wenn sie nobel sind. Nicht, was er sich wünscht oder wofür er betet, erhält der Mensch, sondern das, was er zu Recht verdient.

Seine Wünsche und Gebete werden nur dann erfüllt und erhört, wenn sie mit seinen Gedanken und Handlungen harmonieren.

Was bedeutet angesichts dieser Wahrheit "Kampf gegen die Umstände"? Es meint, dass der Mensch ständig gegen einen Effekt im Äußeren revoltiert, während er gleichzeitig im Herzen dessen Ursache hegt und am Leben erhält. Diese Ursache kann eine bewusste schlechte Angewohnheit oder eine unbewusste Schwäche sein. Doch was es auch ist, es verzögert hartnäckig die Anstrengung seines „Besitzers“ und ruft damit lautstark nach Abhilfe.

Menschen streben zwar einerseits danach, ihre Lebensumstände zu verbessern, sind aber andererseits oft nicht bereit, an sich selbst zu arbeiten; deshalb bleiben sie an die Verhältnisse gefesselt. Ein Mensch, der nicht davor zurückschreckt, „sich selbst ans Kreuz zu schlagen“, kann in seinem Bemühen, ein Ziel zu erreichen, das ihm am Herzen liegt, nicht versagen.

Dies gilt sowohl für irdische als auch für „himmlische“ Angelegenheiten. Sogar der Mensch, dessen einziges Ziel es ist, Reichtum zu erwerben, muss bereit sein, große persönliche Opfer zu bringen, bevor er sein Ziel erreichen kann. Um wie viel mehr muss erst derjenige sich bemühen und anstrengen, der gerne ein wohl fundiertes, selbstbestimmtes Leben verwirklichen möchte?

Nehmen wir zum Beispiel einen Menschen, der in bitterer Armut lebt. Wie gerne würde er sein Umfeld und den Komfort in seinem Zuhause verbessern? Doch in seinem Job drückt er sich häufig vor der Arbeit und betrügt damit seinen Arbeitgeber, was er damit rechtfertigt, dass er viel zu schlecht bezahlt wird. Ein solcher Mensch versteht nicht die einfachsten Grundlagen jener Prinzipien, die die Grundlage für wahren Wohlstand bilden. Er ist nicht nur völlig ungeeignet, sich aus seinem Elend zu erheben, sondern zieht tatsächlich ein noch tieferes Elend an sich, weil er träge, trügerische und kraftlose Gedanken hegt und auslebt.

Betrachten wir als weiteres Beispiel einen reichen Menschen, der aufgrund seiner Völlerei an einer chronischen schmerzhaften Krankheit leidet. Er ist zwar gerne bereit, viel Geld dafür auszugeben, sein Leiden loszuwerden, sieht es aber nicht ein, sich seine Fresssucht abzugewöhnen. Er möchte weiterhin seine Lust auf schwere und unnatürliche Lebensmittel befriedigen, aber gleichzeitig gesund sein. Ein solcher Mensch ist völlig unfähig, gesund zu leben, weil er die ersten Prinzipien eines gesunden Lebens noch nicht gelernt hat.

Nehmen wir zuletzt einen Arbeitgeber, der krumme Methoden anwendet, um die Lohntarife zu umgehen, und der, in der Hoffnung auf diese Weise mehr Gewinn zu machen, die Löhne kürzt. Ein solcher Mensch ist für den Wohlstand völlig ungeeignet, und wenn er sowohl in Bezug auf seinen Ruf als auch in Bezug auf seinen Reichtum bankrott ist, gibt er den Umständen die Schuld, ohne zu wissen, dass er der alleinige Urheber seines Zustands ist.

Ich habe diese drei Beispiele lediglich angeführt, um damit die Wahrheit zu illustrieren, dass der Mensch (wenn auch fast immer unbewusst) der Verursacher seiner Lebensumstände ist, und dass er, während er ein gutes Ende anstrebt, seinen Erfolg ständig selbst hintertreibt, indem er Gedanken und Wünsche hegt, die mit dem gewünschten Ergebnis nicht in Einklang stehen.

Ähnliche Beispiele lassen sich fast unendlich in allen möglichen Variationen anführen. Das ist aber gar nicht nötig, denn der Leser kann, wenn er gründlich danach Ausschau hält, selbst Spuren der Konsequenzen der Gesetze des Denkens in seinem eigenen Denken und Leben finden. Solange er dies aber nicht tut, wird das reine Aufzählen von Fakten nie dazu ausreichen, die Richtigkeit des Gesagten zu beweisen.

Lebensumstände sind allerdings so komplex, Denkmuster so tief verwurzelt und die konkreten Bedingungen für ein glückliches Leben von Fall zu Fall so verschieden, dass sich der komplette seelische Zustand eines Menschen (auch wenn er ihm selbst möglicherweise bekannt ist) von einem anderen nicht allein nach den äußeren Umständen seines Lebens beurteilt werden kann.

Ein Mensch kann in bestimmter Hinsicht ehrlich sein und trotzdem unter Entbehrungen leiden; ein Mensch kann in mancher Hinsicht unehrlich sein und es trotzdem zu Wohlstand oder gar Reichtum bringen. Doch der Schluss, der gewöhnlich daraus gezogen wird, dass nämlich dem einen der Erfolg wegen seiner erkennbaren Ehrlichkeit versagt bleibt und ein anderer wegen seiner offenkundigen Unehrlichkeit Erfolg hat, ist das Ergebnis einer oberflächlichen Betrachtungsweise, die unterstellt, dass der unredliche Mensch nahezu vollständig verdorben und der ehrliche praktisch durch und durch redlich ist.

Im Licht eines tieferen Wissens und eines größeren Erfahrungsschatzes betrachtet, stellt man fest, dass diese Beurteilungen falsch sind. Der unehrliche Mensch mag einige bewundernswerte Tugenden haben, die der andere nicht besitzt; und der ehrliche Mensch widerliche Laster, die im anderen fehlen. Der ehrliche Mensch erntet die guten Ergebnisse seiner guten Gedanken und Handlungen, aber auch das Leid, das seine Laster zur Folge haben. Entsprechend erntet der Unredliche sein eigenes Glück und Unglück.

Es käme der menschlichen Selbstgefälligkeit sehr entgegen, glauben zu können, dass man wegen seiner Redlichkeit leidet. Doch nur wenn jemand jeden üblen, verbitterten und unlauteren Gedanken aus seinem Geist getilgt und den letzten sündhaften Fleck von seiner Seele gewaschen hätte, wäre er in der Lage, sich sicher zu sein und behaupten zu können, dass sein Elend tatsächlich das Resultat seiner guten und nicht etwa seiner schlechten Eigenschaften ist.

Und auf dem Weg zur Vollkommenheit, noch lange bevor er sie erreicht hat, wird der Betreffende feststellen, dass das Große Gesetz, das in seinem Geist und seinem Leben wirkt, absolut gerecht ist und deshalb nichts Gutes für Schlechtes und nichts Schlechtes für Gutes zurückgeben kann.

Mit diesem Wissen ausgestattet, wird er einsehen, wenn er eines Tags auf seine frühere Unwissenheit und Blindheit zurückblickt, dass sein Leben gerecht geordnet ist (und es immer war), und dass all seine bisherigen Erfahrungen, seien sie gut oder schlecht gewesen, gerechte Folgen im Rahmen der Entwicklung seines Selbst sind, die noch nicht vollendet ist.

Gute Gedanken und Handlungen können niemals zu schlechten Ergebnissen führen. Schlechte Gedanken und Handlungen können niemals zu guten Ergebnissen führen. Man könnte auch sagen: Aus einem Maiskorn kann sich nie etwas anderes als Mais entwickeln, und aus Nesseln entspringen immer nur Nesseln.

Der Mensch versteht dieses Gesetz in der Welt der Natur sehr wohl und arbeitet damit; aber nur wenige verstehen es in der Welt von Geist und Moral (obwohl es dort genauso einfach und unbeirrbar wirkt), und deshalb handelt kaum jemand im Einklang damit.

Leid ist immer eine Folge falschen Denkens in irgendeiner Richtung. Es ist ein Hinweis darauf, dass der Einzelne nicht in Harmonie mit sich selbst, mit dem Gesetz seines Seins ist. Die einzige und höchste Verwendung des Leidens besteht darin, alles, was nutzlos und unrein ist, zu reinigen, auszubrennen. Das Leiden hört für den auf, der rein ist. Es würde keinen Sinn machen, Gold weiter zu erhitzen, nachdem die Schlacke entfernt wurde, und ein vollkommen reines und erleuchtetes Wesen könnte nicht leiden.

Umstände, die ein Mensch als leidvoll erlebt, sind das Resultat seiner eigenen geistigen Disharmonie und glückliche Umstände, die er erlebt, sind ein Resultat seiner eigenen geistigen Harmonie.

Glücklich zu sein, nicht materieller Besitz, ist der Maßstab für richtiges Denken; im Elend zu leben, nicht der Mangel an materiellem Besitz, ist der Maßstab für falsches Denken.

Ein Mensch kann verflucht und reich sein, oder gesegnet und arm. Lebensglück und Reichtum werden nur dann miteinander verbunden, wenn der Reichtum richtig und weise eingesetzt wird. Der arme Mensch steigt nur ins Elend hinab, wenn er sein Schicksal als Bürde betrachtet, die ihm ungerechterweise auferlegt wurde.

Armut und Genusssucht sind die zwei Extreme des Unglücks. Beide sind gleichermaßen unnatürlich und das Resultat einer geistigen Verwirrung. Ein Mensch hegt offensichtlich falsche Gedanken, solange er sich nicht zu einem glücklichen, gesunden und wohlhabenden Wesen entwickelt hat. Glück, Gesundheit und Wohlstand aber sind das Ergebnis einer harmonischen Übereinstimmung zwischen der Innen- und der Außenwelt des Menschen.

Ein Mensch beginnt erst dann seine Reife zu erlangen, wenn er aufhört zu jammern und zu schimpfen, und anfängt, nach der verborgenen Gerechtigkeit zu suchen, die sein Leben regelt. In dem Maße, in dem er seinen Geist an diesen regulierenden Faktor anpasst, hört er auch auf, seine Mitmenschen für seine Umstände verantwortlich zu machen und baut in sich selbst starke und edle Gedanken auf. Er hört auf damit, gegen die äußeren Umstände anzukämpfen, und beginnt stattdessen, sie als hilfreiche Hinweise zu nutzen, um raschere Fortschritte zu erzielen und die verborgenen Kräfte und Möglichkeiten in sich selbst zu entdecken.

Gesetzmäßigkeit, nicht Unordnung, ist das vorherrschende Prinzip im Universum; Gerechtigkeit, nicht Ungerechtigkeit, ist die Seele und Substanz des Lebens; und Rechtschaffenheit, nicht Verdorbenheit, ist die Form gebende und treibende Kraft bei der spirituellen Gestaltung der Welt. Da dem so ist, hat der Mensch nichts anderes zu tun, als rechtschaffen zu leben, um festzustellen, dass das Universum rechtschaffen ist. Auf dem Wege dahin wird er feststellen, dass sich die Dinge und Mitmenschen ihm gegenüber in dem Maße verändern, in dem er seine eigenen Gedanken über Dinge und Menschen ändert.

Der Beleg für die Richtigkeit dieser Aussage steckt in jedem einzelnen Menschen und ist deshalb einfach nachzuvollziehen, sie lässt sich durch systematische Innenschau und Selbstanalyse verifizieren.

Wenn jemand sein Denken radikal ändert, wird er staunen, wie rasch sich die Transformation auf seine materiellen Lebensbedingungen auswirkt. Menschen meinen oft, dass ihre Denkweise geheim gehalten werden kann, doch das funktioniert nicht, weil Gedankenmuster sich sehr schnell in Gewohnheiten manifestieren, und Gewohnheiten sich zu Lebensumständen verdichten.

Triebgesteuerte Gedanken führen zu Trunksucht und Unmäßigkeit, die sich im Leben als Armut und Krankheit manifestieren; unlautere Gedanken jeder Art kristallisieren sich als belastende und konfuse Gewohnheiten, die sich in verwirrenden und widrigen Lebensumständen manifestieren.

Gedanken von Angst, Zweifel und Unentschlossenheit kristallisieren sich in schwache, unselbständige und unschlüssige Gewohnheiten, die sich in Ihrem Leben als Misserfolge, Armut und sklavische Abhängigkeit zeigen. Träge Gedanken begünstigen gewohnheitsmäßige Unreinlichkeit und Unehrlichkeit, die zu unzulänglichen Lebensumständen und zur Selbstaufgabe führen. Hasserfüllte und missbilligende Gedanken führen zu Gewalttätigkeit und zu der Gewohnheit zu verurteilen. Diese verursachen Lebensumstände, in denen sich Verletzungen und Verfolgung zeigen. Egoistische Gedanken aller Art kristallisieren sich als Gewohnheiten

der Selbstsucht heraus, die sich zu mehr oder weniger belastenden Umständen verfestigen.

Auf der anderen Seite resultieren schöne Gedanken jeder Art in der Gewohnheit, mit Optimismus und Freundlichkeit zu handeln, was zu genialen und sonnigen Lebensumständen führt.

Reine Gedanken führen zu der Gewohnheit, Mäßigkeit und Selbstbeherrschung zu üben, was sich in entspannten und friedvollen Lebensumständen zeigt.

Mutiges, eigenständiges Denken und Entschlusskraft führen zu selbstsicherem Handeln und führen zu Lebensumständen, die Erfolg, Wohlstand und Freiheit begünstigen und gewähren.

Energiegeladenes Denken macht Ordentlichkeit und Fleiß zur Gewohnheit, was zu erfreulichen Lebensumständen führt.

Aus sanftmütigen und versöhnlichen Gedanken entwickelt sich eine freundliche und gütige Grundhaltung, die sich in sicheren, nachhaltigen Lebensumständen manifestiert.

Liebevolle und uneigennützige Gedanken resultieren in der Gewohnheit, sich selbst nicht über andere zu stellen. Diese Haltung führt zu Lebensumständen, die sich durch sicheren und beständigen Wohlstand und wahren Reichtum auszeichnen.

Ein bestimmtes, ständig wiederholtes Gedankenmuster, sei es gut oder schlecht, wirkt sich auf den Charakter und die Lebensbedingungen eines Menschen aus. Der Mensch kann sich seine Lebensumstände zwar nicht direkt aussuchen, aber er kann seine Gedanken wählen und so indirekt, aber doch sicher, seine Lebensumstände gestalten.

Die Natur hilft jedem Menschen bei der Verwirklichung der Gedanken, auf die er am meisten Wert legt und präsentiert ihm Gelegenheiten, bei denen sowohl seine guten wie bösen Gedanken schnellstmöglich in Erscheinung treten.

Wenn ein Mensch seine sündhaften Gedanken einstellt, wird die Welt beginnen, sanfter mit ihm umzugehen und bereit sein, ihm zu helfen. Sobald er seine schwachen und kranken Gedanken beendet, werden sich im Handumdrehen überall Gelegenheiten auftun, die ihn dabei unterstützen, seine starken Entschlüsse in die Tat umzusetzen. Wenn er mit Überzeugung gute Gedanken hegt, wird ihn kein hartes Schicksal zu Elend und Schande verdammen.

Die Welt ist dein Kaleidoskop und die sich wandelnden Farbkombination, die sie dir in jedem Moment präsentiert, sind die exklusiv für dich zusammengestellten Abbilder deiner Gedanken, die ständig in Bewegung sind.

„Du wirst sein, was du sein willst.

Lass deinen Misserfolg seinen falschen Inhalt finden,

der in dem Ausdruck „die Umstände“ steckt.

Der Geist verachtet ihn und ist frei.

Er meistert die Zeit, er bezwingt den Raum;

er entlarvt den prahlerischen Schwindler „Zufall“.

Er jagt den Tyrannen „Umstände“ vom Thron

und weist ihm eine Stelle als Diener zu.

Des Menschen Wille, die unsichtbare Macht,

das Kind einer unsterblichen Seele,

kann sich einen Weg zu jedem Ziel bahnen,

selbst wenn ihn Wände aus Granit versperren.

Werde nicht ungeduldig bei Verzögerungen,

sondern warte als einer, der versteht:

Wenn sich der Geist erhebt und befiehlt,

sind die Götter bereit zu gehorchen.“

Wie Gedanken auf Gesundheitund Körper wirken

Der Körper ist der Diener des Geistes. Er gehorcht den Aktionen des Geistes, unabhängig davon, ob diese absichtlich ausgewählt wurden oder automatisch ablaufen. Werden dem Körper unrechte Gedanken übermittelt, entwickelt er rasch Krankheiten und beginnt zu verfallen; freudige und schöne Gedanken lassen ihn in Jugendlichkeit und Schönheit aufblühen.

Krankheit und Gesundheit wurzeln, wie alle Lebensumstände, im Denken. Ungesunde Gedanken äußern sich in einem kranken Körper. Gedanken voller Angst haben Menschen schon genauso schnell getötet, wie eine Kugel und sie töten ständig Tausende von Menschen – ebenso zuverlässig, wenn auch weniger schnell.

Die Menschen, die in Angst vor Krankheiten leben, sind die Menschen, die sie bekommen. Angst zermürbt schnell den gesamten Körper und öffnet dadurch Krankheiten Tür und Tor, während unreine Gedanken, auch wenn sie nicht ausgelebt werden, das Nervensystem zügig erschüttern.

Starke, reine und glückliche Gedanken bauen den Körper mit Kraft und Anmut auf. Der Körper ist ein feinfühliges und formbares Instrument, das bereitwillig auf die Gedanken reagiert, die ihm übermittelt werden, und gewohnheitsmäßige Gedanken, gute

oder schlechte, üben eine Wirkung auf ihn aus.

Menschen werden solange unreines und vergiftetes Blut haben, wie sie unreine Gedanken verbreiten. Aus einem reinen Herzen entspringen ein reines Leben und ein reiner Körper. Aus einem verdorbenen Geist geht ein unschönes Leben und ein ungesunder Körper hervor. Unsere Gedanken sind die Quelle allen Handelns, des Lebens und aller Manifestationen. Reinige die Quelle und alles wird rein sein.

Eine Umstellung der Ernährung hilft einem Menschen nicht, wenn er nicht auch sein Denken ändert. Wenn ein Mensch seine Gedanken reinigt, wird er kein Verlangen mehr nach unreiner Nahrung haben.

Reine Gedanken resultieren in reinen Gewohnheiten. Der so genannte Heilige, der seinen Körper nicht wäscht, ist kein Heiliger. Wer sein Denken gestärkt und geläutert hat, braucht sich wegen schädlicher Mikroben keine Sorgen zu machen.

Wenn du deinen Körper schützen willst, dann schütze deinen Geist. Wenn du deinen Körper erneuern willst, fülle deinen Geist mit schönen Gedanken. Gedanken voller Bosheit, Neid, Enttäuschung, Niedergeschlagenheit berauben den Körper seiner Gesundheit und Anmut. Eine saure Miene kommt nicht zufällig; sie entsteht aus sauren Gedanken. Falten entstehen aus Torheiten, Launen und Hochmut.

Ich kenne eine neunundsechzig Jahre alte Frau, die das strahlende, unschuldige Gesicht eines Mädchens hat. Und ich kenne einen Mann weit unter der Lebensmitte, dessen Gesicht in unharmonische Konturen gezogen ist. Das eine ist das Resultat eines fröhlichen, sonnigen Gemüts; das andere ist die Folge von Missmut und Unzufriedenheit.

So wie du nur angenehm und gesund wohnenkannst, wenn du Luft und Sonnenlicht in deine Räume lässt, ebenso ist für einen gesunden, kräftigen Körper und eine positive, glückliche, ruhige und entspannte Gemütsverfassung unerlässlich, dass du freudigen, wohlwollenden und gelassenen Gedanken freien Zutritt zu deinem Geist erlaubst.

Die Gesichter älterer Menschen zeigen verschiedene Falten: manche sind aus Mitgefühl, andere aufgrund von starken und lauteren Gedanken, und wieder andere aus Missmut entstanden. Wer könnte sie nicht unterscheiden? Für Menschen, die rechtschaffen gelebt haben, verläuft das Alter so ruhig, friedvoll und harmonisch wie ein Sonnenuntergang. Ich besuchte vor kurzem einen Philosophen an seinem Sterbebett. Er war nur nach Jahren alt. Er starb so sanft und friedlich, wie er gelebt hatte.

Kein Arzt kuriert körperliche Krankheiten besser als fröhliche Gedanken; nichts hilft besser gegen Trauer und Sorgen als Wohlwollen. Wer ständig mit böswilligen, zynischen, misstrauischen und neidischen Gedanken lebt, schließt sich in einem selbstgemachten Gefängnisloch ein.

Von allen gut zu denken, mit jedermann freundlich umzugehen, geduldig zu lernen, das Gute in allem zu finden – wer selbstlose Gedanken wie diese hegt, hat das Tor zum Himmel gefunden. Und wer Tag für Tag gegenüber allen Lebewesen friedliche Gedanken hegt, erfährt auch in seinem eigenen Leben Frieden.

Gedanken und Ziele

Solange Gedanken nicht mit einer Absicht verbunden werden, ist es nicht möglich, ein Ziel auf intelligente Weise zu erreichen. Die meisten Menschen lassen zu, dass das Boot ihrer Gedanken steuerlos auf dem Ozean des Lebens treibt. Ziellosigkeit ist ein Laster, und wer sein Leben von Katastrophen und Zerstörung möglichst freihalten will, muss aufhören, sich ziellos treiben zu lassen.

Diejenigen, die keinen zentralen Zweck in ihrem Leben haben, fallen leicht kleinen Sorgen, Ängsten, Schwierigkeiten und Selbstmitleid zum Opfer. All das sind Anzeichen von Schwäche, die, so sicher wie absichtlich begangene Sünden (wenn auch auf anderem Weg), zu Erfolglosigkeit, Unzufriedenheit und Verlusten führen. Denn Schwäche kann in einem sich entwickelnden Universum nicht bestehen bleiben. Der Mensch sollte deshalb ein angemessenes Ziel im Herzen tragen und alles daransetzen, es zu erreichen. Er sollte dieses Ziel zum zentralen Inhalt seines Denkens machen. Bei dem Bestreben kann es sich um ein spirituelles Ideal oder um eine weltliche Angelegenheit handeln, je nachdem, wozu er zum betreffenden Zeitpunkt neigt. Was auch immer es ist, er sollte seine Gedankenkraft ständig auf dieses Ziel ausrichten, das er sich gesetzt hat. Er sollte sich dessen zur wichtigsten Pflicht machen und sich dieser Aufgabe mit allen Kräften widmen ohne zuzulassen, dass seine Gedanken in flüchtige Phantasien, Vorstellungen, Launen, Wünsche und Sehnsüchte abwandern.

Dies ist der Königsweg zu Selbstkontrolle und zu wahrhafter Konzentration des Denkens. Und selbst wenn der Betreffende sein Ziel immer wieder verfehlt (was geschieht, solange er seine Schwäche nicht überwunden hat), ist die Charakterstärke, die er unterwegs gewonnen hat, der wahre Maßstab für seinen Erfolg und diese wird einen neuen Ausgangspunkt für zukünftige Macht und Triumph bilden.

Diejenigen, die sich noch kein großes Lebensziel gesteckt haben, sollten ihre Gedanken auf die makellose Erfüllung ihrer derzeitigen Pflicht richten, egal wie unbedeutend ihre Aufgabe erscheinen mag. Nur so können die Gedanken gesammelt und fokussiert sowie Entschlossenheit und Energie entwickelt werden. Wenn dies getan wird, gibt es nichts, was nicht erreicht werden kann.

Die schwächste Seele, die ihre eigene Schwäche kennt, und die Wahrheit akzeptiert, dass Kraft und Stärke nur durch Anstrengung und Praxis entwickelt werden können, wird, diesem Glauben folgend, sofort damit beginnen, an sich zu arbeiten. Indem sie Anstrengung an Anstrengung, Geduld an Geduld und Stärke an Stärke reiht, wird sie niemals aufhören, sich zu entwickeln, bis sie zu guter Letzt göttliche Kraft erlangt.

Wie der körperlich schwache Mensch sich durch sorgfältiges und geduldiges Training stark machen kann, so kann der Mensch mit schwachen Gedanken sie stark machen, indem er sich im richtigen Denken übt.

Ziellosigkeit und Schwäche zu beseitigen und mit zielstrebigem Denken zu beginnen bedeutet, in die Reihen der Starken einzutreten, die das Scheitern nur als einen der Wege zum Erreichen erkennen, die sich alle Umstände zunutze machen, die starke Gedanken pflegen und die furchtlos voranschreiten, um schließlich ihr Ziel mit Bravour zu erreichen.

Sobald ein Mensch seinen Zweck begriffen hat, sollte er mental einen geraden Weg zu seiner Erreichung markieren und weder nach rechts noch nach links schauen. Zweifel und Ängste sollten strikt ausgeschlossen werden; sie sind zersetzende Elemente, die den geraden Weg der Anstrengung aufbrechen, ihn verbiegen, ineffektiv und nutzlos machen. Gedanken von Zweifel und Angst haben nie etwas erreicht und können es auch nie. Sie führen immer zum Scheitern. Das Ziel, Energie und Tatkraft sowie alle starken Gedanken lösen sich auf, wenn Zweifel und Angst aufkommen.

Der Wille, etwas zu tun, entspringt dem Wissen, das wir es schaffen können. Zweifel und Angst sind die großen Feinde dieses Wissens, und wer sie ermutigt, wer sie nicht auslöscht, steht sich selbst im Weg.

Wer Zweifel und Angst besiegt hat, hat das Scheitern besiegt. Jeder seiner Gedanken ist mit Macht verbunden, und alle Schwierigkeiten werden tapfer bewältigt und weise überwunden. Seine Ziele werden zur rechten Zeit gepflanzt, sie blühen und bringen schließlich Früchte hervor, die nicht vorzeitig auf den Boden fallen.

Gedanken, die furchtlos und fest mit einem Ziel verbunden sind, werden zu schöpferischer Kraft: Wer dies weiß, ist bereit, etwas Höheres und Stärkeres zu werden als ein bloßes Bündel flatternder Gedanken und schwankender Empfindungen; Wer dies erreicht hat, ist in der Lage, seine mentalen Kräfte bewusst und intelligent für seine Zwecke einzusetzen.

Die Rolle des Denkensbeim Erreichen der Ziele

Alles, was ein Mensch erreicht und was er nicht erreicht, ist das direkte Ergebnis seiner eigenen Gedanken. In einem gerecht geordneten Universum, in dem der Verlust des Gleichgewichts völlige Zerstörung bedeuten würde, muss die individuelle Verantwortung absolut sein. Die Schwäche und Stärke, Reinheit und Unreinheit eines Menschen sind seine eigenen und nicht die eines anderen Menschen; sie werden von ihm selbst und nicht von einem anderen verursacht; und sie können nur von ihm selbst verändert werden, niemals von einem anderen. Auch sein Zustand ist sein eigener und nicht der eines anderen Menschen. Sein Leiden und sein Glück entspringen aus seinem Inneren. Wie er denkt, so ist er; wie er weiterhin denkt, so bleibt er.

Ein starker Mensch kann einem Schwächeren nicht helfen, es sei denn, dieser Schwächere ist bereit, sich helfen zu lassen, und selbst dann muss der schwache Mensch aus sich heraus stark werden; er muss durch eigene Anstrengung die Stärke entwickeln, die er in anderen bewundert. Niemand außer ihm kann seinen Zustand ändern.

Es war üblich, dass Menschen dachten und sagten: „Viele Menschen sind Sklaven, weil einer sie unterdrückt; lasst uns den Unterdrücker hassen.“ Es gibt aber auch einige, deren Zahl steigt, die dazu neigen, diese Betrachtungsweise umzukehren und zu sagen: „Der und der Mensch ist deshalb ein Unterdrücker, weil es so viele Sklaven gibt; lasst uns die Sklaven verachten.“

Die Wahrheit ist, dass Unterdrücker und Sklave, ohne sich darüber im Klaren zu sein, zusammenarbeiten und sich, obwohl sie sich gegenseitig zu belasten scheinen, in Wirklichkeit selbst belasten.

Vollkommene Erkenntnis sieht die Wirkung der Gesetzmäßigkeiten sowohl in der Schwäche des Unterdrückten als auch in der missbrauchten Macht des Unterdrückers; eine vollkommene Liebe, die das Leiden sieht, das beide Seiten mit sich bringen, verurteilt keine; Ein vollkommenes Mitgefühl umfasst sowohl Unterdrücker als auch Unterdrückte.

Wer die Schwäche besiegt und alle selbstsüchtigen Gedanken beiseitegelegt hat, gehört weder zu den Unterdrückern noch zu den Unterdrückten. Er ist frei.

Ein Mensch kann nur wachsen, siegen und seine Ziele erreichen, indem er seine Gedanken erhebt. Er kann nur schwach und erbärmlich und elend bleiben, wenn er sich weigert, seine Gedanken zu erheben.

Bevor ein Mensch irgendetwas erreichen kann, selbst wenn es dabei um weltliche Dinge geht, muss er seine Gedanken über die fleischliche Genusssucht erheben, von der er sich gerne versklaven lässt. Er muss, um Erfolg zu haben, nicht unbedingt seine Triebhaftigkeit und Selbstsucht komplett aufgeben, aber zumindest auf einen Teil davon verzichten. Ein Mensch, dessen erster Gedanke immer seinen Trieben oder seiner Genusssucht entspringt, kann weder klar denken noch methodisch planen. Er wird nie in der Lage sein, seine verborgenen Ressourcen zu entdecken und zu entwickeln, und deshalb in all seinen Unternehmungen scheitern.

Solange er nicht damit begonnen hat, seine Gedanken mit Entschlossenheit unter Kontrolle zu bringen und zu halten, ist er nicht fähig, seine Angelegenheiten in den Griff zu bekommen und ernsthafte Verantwortung zu übernehmen. Er ist nicht in der Lage, unabhängig zu handeln und auf eigenen Beinen zu stehen. Doch seine Möglichkeiten werden nur durch die Gedanken begrenzt, die er selbst wählt.

Es kann keinen Fortschritt geben, keine Errungenschaft ohne Opfer, und der weltliche Erfolg eines Menschen hängt davon ab, in welchem Maße er seine verwirrten, triebhaften Gedanken opfert, sein Denken an der Entwicklung seiner Pläne ausrichtet, und wie stark er seine Entschlossenheit und Eigenständigkeit entwickelt. Und je höher er seine Gedanken erhebt, desto mutiger, aufrechter und gerechter wird er, desto größer wird sein Erfolg, desto gesegneter und dauerhafter werden seine Leistungen sein.

Das Universum bevorzugt nicht die Gierigen, Unehrlichen, Bösartigen, auch wenn es oberflächlich betrachtet manchmal so scheinen mag; es hilft den Ehrlichen, Großherzigen, Tugendhaften. Alle großen Lehrer aller Zeitalter haben dies auf verschiedene Weise erklärt, und um es zu beweisen und zu erkennen, braucht ein Mensch nichts anderes zu tun, als sich fortlaufend selbst zu mehr Rechtschaffenheit zu entwickeln, indem er sein Denken entsprechend erhebt.

Intellektuelle Errungenschaften sind das Ergebnis von Gedanken, die der Suche nach Wissen oder nach dem Schönen und Wahren in Leben und Natur geweiht sind. Solche Erfolge können manchmal mit Eitelkeit und Ehrgeiz verbunden sein, aber sie sind nicht das Ergebnis dieser Eigenschaften; sie sind das natürliche Resultat ausdauernder und angestrengter Bemühungen sowie reinen und selbstlosen Denkens.

Spirituelle Errungenschaften sind die Vollendung heiliger Bestrebungen. Wer ständig in der Vorstellung von edlen und erhabenen Gedanken lebt, wer sich reinen und selbstlosen Vorstellungen hingibt, der wird, so sicher wie die Sonne ihren Zenit erreicht und der Mond seine volle Rundung, einen weisen und edlen Charakter entwickeln und sich zu einer Position mit Einfluss und Seligkeit erheben.

Erfolg, welcher Art auch immer, ist die Krone der Anstrengung, das Diadem des Denkens. Mit Hilfe von Selbstkontrolle, Entschlossenheit, Reinheit, Rechtschaffenheit und Gedanken, die auf ein Ziel ausgerichtet sind, steigt ein Mensch auf; aufgrund von Triebhaftigkeit, Trägheit, Unredlichkeit, Verdorbenheit und verwirrtem Denken fällt er.

Ein Mensch kann zu großem Erfolg in der Welt und sogar im spirituellen Bereich zu großen Höhen aufsteigen, um schließlich doch wieder in Schwäche und Elend abzusinken, indem er arroganten, selbstsüchtigen und korrupten Gedanken erlaubt, ihn in Besitz zu nehmen.

Erfolge, die durch richtiges Denken erzielt werden, können nur durch Wachsamkeit aufrechterhalten werden. Viele geben nach, wenn der Erfolg gesichert ist und fallen schnell ins Scheitern zurück.

Alle Errungenschaften, ob in der geschäftlichen, intellektuellen oder spirituellen Welt, sind das Ergebnis zielgerichteten Denkens, unterliegen denselben Gesetzmäßigkeiten und derselben Methode. Der einzige Unterschied liegt in der jeweiligen Zielsetzung.

Wer wenig erreichen will, muss wenig opfern; wer viel erreichen will, muss viel opfern; wer höchste Ziele anstrebt, muss größte Opfer bringen.

Visionen und Ideale

Die Träumer sind die Retter der Welt. Wie die sichtbare Welt vom Unsichtbaren getragen wird, so werden die Menschen durch all ihre Prüfungen und Sünden und schmutzigen Berufungen von den schönen Visionen ihrer einsamen Träumer genährt. Die Menschheit kann ihre Träumer nicht vergessen; sie kann nicht zulassen, dass ihre Ideale verblassen und sterben; sie lebt in ihnen; sie kennt sie als die Realitäten, die sie eines Tages sehen und wissen wird.

Komponist, Bildhauer, Maler, Dichter, Prophet, Weiser, das sind die Macher der Nachwelt, die Architekten des Himmels. Die Welt ist schön, weil sie gelebt haben; ohne sie würde die arbeitende Menschheit zugrunde gehen.

Komponist, Bildhauer, Maler, Dichter, Prophet, Weiser, das sind die Macher der Nachwelt, die Architekten des Himmels. Die Welt ist schön, weil sie gelebt haben; Ohne sie würde die arbeitende Menschheit zugrunde gehen.

Wer eine schöne Vision schätzt, ein hohes Ideal in seinem Herzen, wird es eines Tages verwirklichen. Kolumbus schätzte eine Vision einer anderen Welt und entdeckte sie; Kopernikus förderte die Vision einer Vielzahl von Welten und eines weiteren Universums und offenbarte sie; Buddha sah die Vision einer spirituellen Welt von rostfreier Schönheit und vollkommenem Frieden und trat in sie ein.

Schätze deine Visionen; schätze deine Ideale; schätze deine die Musik, die sich in deinem Herzen bewegt, die Schönheit, die sich in deinem Geist bildet, die Lieblichkeit, die deine reinsten Gedanken umhüllt, denn aus ihnen werden alle entzückenden Bedingungen, alle himmlische Umgebung wachsen; wenn du ihnen nur treu bleiben, wird deine Welt endlich aufgebaut.

Begehren heißt erhalten; streben heißt erreichen. Sollen die niedrigsten Wünsche des Menschen das vollste Maß an Befriedigung erhalten und seine reinsten Bestrebungen aus Mangel an Nahrung verhungern? Dies ist nicht das Gesetz: Ein solcher Zustand der Dinge kann niemals erreicht werden. „Bittet, so wird euch gegeben.“

Träume hochfliegende Träume, und wenn du träumst, werden diese auch Wirklichkeit werden. Deine Vision ist das Versprechen dessen, was du eines Tages sein werden; dein Ideal ist die Prophezeiung dessen, was du endlich enthüllen wirst.

Die größte Errungenschaft war zunächst und zeitweise ein Traum. Die Eiche schläft in der Eichel; der Vogel wartet im Ei; und in der höchsten Vision der Seele rührt sich ein wacher Engel. Träume sind die Keimlinge der Realität.

Deine Umstände mögen unangenehm sein, aber sie werden es nicht lange bleiben, wenn du nur ein Ideal wahrnimmst und danach strebst, es zu erreichen. Du kannst nicht in deinem Inneren reisen und gleichzeitig in der äußeren Welt stehen bleiben. Nehmen wir einen jungen Menschen als Beispiel, der trotz Arbeit unter Armut leidet. Er schuftet täglich viele Stunden, eingesperrt in eine Werkstatt mit ungesundem Klima, hat keine Schulbildung und ist auch sonst nicht gebildet. Aber er träumt von besseren Zeiten; er denkt dabei an die Erweiterung seines Wissens und seines Sachverstandes, Kultiviertheit, Ansehen und Attraktivität und malt sich ideale Lebensbedingungen für sich aus. Er stellt sich geistig einen idealen Lebenszustand vor; die Vision einer größeren Freiheit und eines größeren Spielraums nimmt ihn in Besitz; Unruhe fordert ihn zum Handeln auf, und er nutzt seine ganze Freizeit und seine Mittel, auch wenn sie noch klein sind, für die Entwicklung seiner latenten Kräfte und Ressourcen. Sehr bald hat sich seine Meinung (von sich selbst, Anm.) so verändert, dass die Werkstatt ihn nicht mehr halten kann. Sie ist so unpassend zu seiner Mentalität geworden, dass sie aus seinem Leben fällt, wie wenn ein Kleidungsstück beiseite geworfen wird, und mit dem Anwachsen von Möglichkeiten, die zum Umfang seiner expandierenden Kräfte passen, verlässt er sie für immer. Jahre später sehen wir diesen Jungen als einen erwachsenen Mann. Wir finden ihn als Meister bestimmter geistiger Kräfte, die er mit weltweitem Einfluss und nahezu unerreichter Kraft ausübt. In seinen Händen hält er die Schnüre gigantischer Verantwortung; er spricht und siehe, das Leben wird verändert; Männer und Frauen halten an seinen Worten fest und formen ihre Charaktere neu, und sonnenähnlich wird er zum festen und leuchtenden Zentrum, um das sich unzählige Schicksale drehen. Er hat die Vision seiner Jugend verwirklicht. Er ist eins mit seinem Ideal geworden.

Und auch du, jugendlicher Leser, wirst die Vision (nicht den müßigen Wunsch) deines Herzens verwirklichen, sei es einfach oder schön oder eine Mischung aus beidem, denn du wirst dich immer auf das konzentrieren, was du heimlich am meisten liebst. In deine Hände werden die genauen Ergebnisse deiner eigenen Gedanken gelegt; du wirst das erhalten, was du verdienst; nicht mehr und nicht weniger. Was auch immer deine gegenwärtige Umgebung sein mag, du wirst mit deinen Gedanken, deiner Vision, deinem Ideal fallen, bleiben oder dich erheben. Du wirst so klein wie dein kontrollierendes Verlangen; so groß wie dein dominantes Streben. In den schönen Worten des Naturforschers und Autors Stanton Kirkham Davis: „Du kannst Konten führen, und jetzt wirst du aus der Tür gehen, die dir so lange als Barriere deiner Ideale erschienen ist, und dich selbst finden - vor einem Publikum - der Stift noch hinter Ihrem Ohr, die Tinte Flecken auf Ihren Fingern und dann und dort wird der Strom deiner Inspiration ausströmen. Du kannst Schafe treiben, und du wirst in die Stadt wandern - mit offenem Mund; unter der unerschrockenen Führung des Geistes in das Atelier des Meisters wandern, und nach einiger Zeit wird dieser sagen: ‚Ich habe dir nichts mehr zu lehren.‘ Und jetzt bist du der Meister geworden, der so kürzlich von großen Dingen geträumt hat, während er Schafe getrieben hat. Du sollst die Säge und den Hobel hinlegen, um die Regeneration der Welt auf dich zu nehmen.“

Die Gedankenlosen, die Unwissenden und die Trägen, die nur die offensichtlichen Auswirkungen der Dinge und nicht die Dinge selbst sehen, sprechen von Glück, von Schicksal, von Zufall. Wenn sie einen Menschen reich werden sehen, sagen sie: „Was der für ein Glück hat!“ Beobachten sie jemand, der sich zu einem gebildeten Menschen entwickelt, rufen sie: „Ach, wie begabt der ist!“ Und wenn sie den ehrlichen Charakter und den großen Einfluss eines anderen wahrnehmen, bemerken sie: „Wie der Zufall ihm auf Schritt und Tritt hilft!“

Sie sehen nicht die Prüfungen, die Misserfolge und die Mühen, die diese Menschen freiwillig auf sich genommen haben, um ihre Erfahrungen zu machen. Sie haben keine Vorstellung von den Opfern, die diese Menschen gebracht, von den unverzagten Anstrengungen, die sie unternommen, und von dem Glauben, den sie bewiesen haben, um scheinbar unüberwindliche Hindernisse zu bewältigen und um die Vision ihres Herzens Wirklichkeit werden zu lassen. Sie sehen die Dunkelheit und die seelischen Qualen nicht. Sie nehmen nur das Licht und die Freude wahr und nennen beides „Glück“. Sie sehen nicht die lange und beschwerliche Reise, sondern haben nur das erreichte erfreuliche Ziel im Blick und sprechen von „glücklichen Fügungen“; verstehen den Prozess nicht, sondern nehmen nur das Ergebnis wahr und nennen es „Zufall“.

In allen menschlichen Angelegenheiten gibt es Anstrengungen und Ergebnisse. Dabei ist die Intensität der Anstrengung der Maßstab für die Resultate, nicht der Zufall. Begabungen, Stärken, materieller, intellektueller und spiritueller Besitz sind die Früchte der Anstrengungen; sie sind zu Ende geführte Gedanken, erreichte Ziele und verwirklichte Visionen.

Die Vision, der du in deinem Geist huldigst, das Ideal, das in deinem Herzen trohnt – damit gestaltest du dein Leben; dies macht dich zu dem, der du sein wirst.

Klarheit und Gelassenheit

Die Ruhe des Geistes ist einer der schönsten Juwelen der Weisheit. Sie ist das Ergebnis langer, geduldiger Übung in Selbstbeherrschung. Ihr Vorhandensein ist ein Hinweis auf gereifte Erfahrung und ein überdurchschnittliches Wissen über die Gesetzmäßigkeiten und die Funktionsweise des Denkens.

Ein Mensch wird in dem Maße ruhig, wie er sich selbst als ein Wesen begreift, das aus dem Denken entsteht. Denn dieses Wissen erfordert das Verständnis dafür, dass auch andere Menschen Resultate von Gedanken sind. Und während er das richtige Verständnis entwickelt, und ihm die inneren Beziehungen zwischen den Dingen mehr und mehr klar werden, die auf dem Prinzip von Ursache und Wirkung beruhen, wird er sich immer weniger aufregen und toben, sich Sorgen machen oder grämen, und bleibt ausgeglichen, standhaft und gelassen. Ein gelassener Mensch, der gelernt hat, sich selbst zu beherrschen, weiß, wie er mit anderen gut auskommt; und sie wiederum schätzen seine spirituelle Kraft und entwickeln das Gefühl, dass sie von ihm lernen und sich auf ihn verlassen können. Je ruhiger und gelassener ein Mensch wird, desto größer werden seine Erfolge, sein Einfluss und seine Fähigkeit, Gutes zu bewirken. Selbst wenn er ein kleiner Händler ist, wird er feststellen, dass seine Geschäfte immer besser laufen, während er größere Selbstbeherrschung und zunehmende Gelassenheit entwickelt, weil Menschen es vorziehen, mit jemandem Geschäfte zu machen, der Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt.

Ein selbstsicherer und gelassener Mensch wird immer geschätzt und geachtet. Er ist wie ein Schatten spendender Baum in einem dürren Land oder ein schützender Fels in einem Sturm. Wer wünscht sich nicht ein ruhiges Herz und ein wohlgesinntes, ausgeglichenes Leben?

Für Menschen, die diese segensreichen Eigenschaften besitzen, spielt es keine Rolle, ob es regnet oder ob die Sonne scheint, oder welche Veränderungen auf sie zukommen, da sie immer guter Dinge, ruhig und entspannt sind.

Diese vorzügliche Charaktereigenschaft, die wir Gelassenheit nennen, ist die Krönung der persönlichen Kultur, die Frucht der Seele. Sie ist so kostbar wie Weisheit und erstrebenswerter als feinstes Gold. Wie unbedeutend wirkt die Jagd nach Geld im Vergleich zu einem gelassenen Leben – einem Leben, das im Meer der Wahrheit wohnt, unter den Wellen, unbehelligt von Wind und Wetter, in ewiger Ruhe!

Wie viele Menschen kennen wir, die sich selbst das Leben vergällen, die alles Schöne und Erfreuliche durch ihr aufbrausendes Temperament verderben, die das Gleichgewicht ihres Charakters zerstören und für böses Blut sorgen! Es ist eine Frage, ob die meisten Menschen nicht aus purem Mangel an Selbstkontrolle ihr eigenes Leben ruinieren und ihrem Glück selbst im Wege stehen. Wie wenige Menschen lernen wir doch im Leben kennen, die ausgeglichen sind und die noble, aufrechte Haltung an den Tag legen, die einen vollendeten Charakter beweist!

Ja, die Menschheit lässt sich von unkontrollierten Leidenschaften in Aufregung versetzen, von unbeherrschtem Kummer verwirren und von Angst und Zweifel irremachen, nur der Weise, nur der, dessen Denken beherrscht und geläutert ist, lässt die Winde und die Stürme der Seele ihm gehorchen.

Ihr von Stürmen aufgewühlten Seelen, wo immer ihr seid, unter welchen Umständen auch immer ihr lebt, lasst euch dies gesagt sein: Im Ozean des Lebens lächeln Inseln der Glückseligkeit und die sonnigen Gestade eurer Ideale erwarten euer Kommen. Haltet die Hände fest auf dem Steuerrad eures Denkens. Im Boot eurer Seele ruht der Meister, der das Kommando hat. Er schläft nur, weckt ihn auf! Selbstkontrolle ist Stärke; rechtes Denken ist Meisterschaft; Gelassenheit ist Macht. Sagt eurem Herzen: „Friede, sei still!“

Florence Scovel Shinn

Das Spiel des Lebens und wie man es spielt

Das Spiel

Die meisten Menschen halten das Leben für einen Kampf, doch es ist kein Kampf, sondern ein Spiel.

Es ist jedoch ein Spiel, das nicht erfolgreich gespielt werden kann, ohne die Kenntnis des geistigen Gesetzes. Die Regeln dazu finden sich klar und deutlich im Alten und im Neuen Testament. Die Grundlage des großartigen Spiels, so lehrt uns Jesus Christus, ist Geben und Nehmen.

„Was der Mensch sät, wird er ernten.“ Das bedeutet, dass alles, was der Mensch in Worte oder Tat aussendet, eines Tages zu ihm zurückkehrt; denn was er gibt, erhält er auch.

Sendet er Hass aus, wird er Hass erfahren; sendet er Liebe aus, wird er Liebe erhalten; kritisiert er andere, wird er kritisiert werden; lügt er, wird er belogen werden; betrügt er, wird er betrogen werden. Wir erfahren auch, dass die bildliche Vorstellungskraft eine wesentliche Rolle im Spiel des Lebens spielt.

„Mehr als alles hüte dein Herz, denn von ihm geht das Leben aus.“ (Sprichwörter 4,23)

Das bedeutet: Was der Mensch sich bildlich vorstellt, wird früher oder später in seinem Leben in Erscheinung treten. Ich kenne einen Mann, der sich vor einer bestimmten Krankheit fürchtete. Es war eine seltene Krankheit und sie zu bekommen höchst unwahrscheinlich, doch er stellte sie sich ständig vor und las viel darüber, bis sie sich tatsächlich in seinem Körper manifestierte und er schließlich als Opfer seiner fehlgeleiteten Vorstellung daran starb.

Wir sehen also, um das Spiel des Lebens erfolgreich spielen zu können, müssen wir unsere bildliche Vorstellungskraft trainieren. Ein Mensch, der seine Vorstellungskraft darauf ausgerichtet hat, nur Gutes zu sehen, wird „alles, was er sich recht von Herzen wünscht“ in sein Leben ziehen: Gesundheit, Wohlstand, Liebe, Freunde, vollkommene Selbstverwirklichung und seine höchsten Ideale.

Die Vorstellungskraft wurde auch „Schere des Geistes“ genannt, die Tag für Tag die Bilder ausschneidet, die der Mensch sich innerlich vor Augen führt, bis er früher oder später seine eigenen Kreationen in der Außenwelt trifft. Um seine Vorstellungskraft erfolgreich trainieren zu können, muss der Mensch verstehen lernen, wie sein Geist und sein Denken funktionieren. Die alten Griechen sagten: „Erkenne dich selbst.“

In unserer Psyche lassen sich drei Bereiche unterscheiden: das Unbewusste, das Bewusste und das Überbewusstsein.

Das Unbewusste ist Energie ohne Richtung. Wie Dampf oder elektrischer Strom führt es aus, wozu es angeleitet wird; aus sich selbst heraus aktiv werden, kann es nicht.

Was auch immer ein Mensch mit tiefem Gefühl empfindet oder sich lebhaft bildlich vorstellt, prägt sich seinem Unbewussten ein und wird von diesem minutiös ausgeführt.

Ein Beispiel: Eine Frau, die ich kenne, "spielte" als Kind gerne Witwe. Sie kleidete sich ganz in Schwarz und trug einen langen schwarzen Schleier. Die Leute hielten sie deshalb für klug und amüsant. Als sie erwachsen war, heiratete sie einen Mann, in den sie sehr verliebt war. Doch der starb bereits nach kurzer Zeit und sie trug jahrelang schwarze Kleider und Trauerflor. Das Bild von sich selbst als Witwe hatte sich so tief in ihr Unbewusstes eingeprägt, dass es sich im Lauf weniger Jahre verwirklichte.

Das Bewusste wird auch als vergängliches oder Bewusstsein des Fleisches bezeichnet.

Es ist der Teil des menschlichen Bewusstseins, der das Leben so sieht, wie es zu sein scheint. Es richtet sein Augenmerk auf Tod, Unglück, Krankheit, Armut sowie jede Art von Begrenzung und prägt all dies dem Unbewussten ein.

Das Überbewusstsein ist der Geist Gottes in jedem Menschen und das Reich vollkommener Ideen. Es enthält das „perfekte Muster“, wie Platon es nannte, den göttlichen Entwurf, den es für jeden Menschen gibt.

„Es gibt einen Platz, den du ausfüllen sollst und den niemand sonst auszufüllen vermag; etwas, das du zu tun hast, was kein anderer tun kann.“

Im Überbewusstsein findet sich ein vollkommenes Bild davon. Dieses Bild blitzt gewöhnlich nur hin und wieder als unerreichbar scheinendes Ideal im Bewusstsein auf, als „etwas, das zu gut ist, um wahr zu sein“.

In Wirklichkeit ist es aber die wahre Bestimmung (oder Ziel) des Menschen, die ihm von der Unendlichen Intelligenz, die in ihm wohnt, in aufblitzenden Bildern aufgezeigt wird.

Vielen Menschen ist ihre wahre Bestimmung jedoch unbekannt.

---ENDE DER LESEPROBE---