Der blaue Paul - Renate Heberle - E-Book

Der blaue Paul E-Book

Renate Heberle

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Beschreibung

Der blaue Paul vom Blaubeerplaneten ist ein echter Blaubeerianer und wird durch einen Urknall in die Galaxis geschossen. Nach langer Reise endet diese auf der Erde im Großen Garten der Landeshauptstadt Hannover. Dort wird er total zerbrochen von Angelina Anders gefunden und zum Weiterexistieren zusammengebaut. Sie nimmt den blauen Paul mit nach Hause zu Geschwistern und Eltern und Fippsi. Trotz großer persönlicher Probleme behalten sie ihn heimlich und freuen sich über diesen putzigen, turnfreudigen, lernbegabten und hilfsbereiten Außerirdischen. Paul hat außergewöhnliche Fähigkeiten. Er kann seine Größe verändern und ungewöhnliche Kräfte entwickeln. Zusammen mit Familie Anders und dem blauen Wellensittich Fippsi hat der blaue Paul viele aufregende Erlebnisse - lustige und dramatische.

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Seitenzahl: 134

Veröffentlichungsjahr: 2014

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INHALT

Kapitel 1) Reise durch die Galaxis

Kapitel 2) Angelina und Der blaue Paul

Kapitel 3) Der G V M

Kapitel 4) Der blaue Paul bei Familie Anders

Kapitel 5) Akrobat Paul

Kapitel 6) Blauer Fippsi und blauer Paul

Kapitel 7) Paul und die Blaubeeren

Kapitel 8) Mit Katrin im Sandkasten

Kapitel 9) Zum Theeshof

Kapitel 10) Picknick in der Lüneburger Heide

Kapitel 11) Heimfahrt

Kapitel 12) Schliefenkötters

Kapitel 13) Ehepaar Bellhausen und Richy

Kapitel 14) Memory

Kapitel 15) Verzeihung! Verzeihung!

Kapitel 16) Bernd’s Zeichnungen

Kapitel 17) Wasserski auf der Leine

Kapitel 18) Lea auf dem Spielplatz

Kapitel 19) Bei der Tankstelle

Kapitel 20) Im Stadion

Kapitel 21) 2. Halbzeit

Kapitel 22) Schulbeginn

Kapitel 23) Minka

Kapitel 24) Eine Überraschung!

Kapitel 25) Wo ist Der blaue Paul?

Kapitel 26) Wiederbelebung

Kapitel 27) Glück!

KAPITEL 1

Der blaue Paul landet im Georgengarten beim Leibniz-Tempel neben dem Ententeich.

Der Georgengarten befindet sich mitten in der Provinz Niedersachsen in der Hauptstadt Hannover.

Paul hat eine komplette Bruchlandung hinter sich. Er liegt total zerbrochen im Gras und pfeift aus dem letzten Loch.

"Knurcks" machte es, als beim Aufprall seine blaue Untertasse schepperte und sich von seiner kleinen Statur löste. Die kleine S A F (Steuer- und Auflade-Feder) und auch die große B S F (Blaue Spring - Feder) zittern noch unter geräuschvollen Vibrationen. Die kleine S A F meldet ein leises "Ping… Pijong", während die große B S F ein lautschwingendes "Pjoing.. Doing.. Zoing.. Zoing.. Zoing…" von sich gibt.

Aus Paul's Kommunikations-Luke lässt sich ein schwaches "Z.. Z.. Z.. Z.. Z…" vernehmen und aus beiden Akustikgittern tönt ein röchelndes "Bs.. Bs.. Bs.. Bsss…"

Da Paul die starke Erdanziehung nicht erwartet hat, vergaß er, rechtzeitig die Landeklappen zu öffnen und die Rück-Schub-Brems - Düsen nahmen nicht ihre Tätigkeit auf.

Paul's Vorgeschichte ist folgende:

In der Galaxis gibt es bekanntermaßen viele Planeten. In ganz weiter Ferne existieren auch der ROTE ERDBEERPLANET und der BLAUE BLAUBEERPLANET. Da es beim Zusammenprall dieser beiden Trabanten eine riesige Explosion im Weltall gab, wurden die Planetenbewohner ohne Vorwarnung in die weite, endlose Galaxie geschossen.

So auch Der blaue Paul.

Seine rasante Reise durch weite, fremde Galaxien und durch die bekannte MILCHSTRASSE machte er in blaubeerischer Lichtgeschwindigkeit. Er begegnete bunten Asteroidenwolken und schillernden Spiralnebeln, fiel und rutschte öfters in und durch SCHWARZE LÖCHER. Ebenso begrüßte er auf dieser galaktischen Zeitreise den Mann im Mond im Vorbeiflug und andere Planeten wie SATURN, JUPITER, URANUS, VENUS, MERKUR, MARS und PLUTO. Als er in seiner affenartigen Speed der SONNE begegnete, kam er aber heftig ins schwitzen. Diese Temperaturen kannte er nicht vom BLAUBEERPLANETEN und schaltete mit seiner S A F seinen G G T (Großen Generator - Teller) auf "Overspeed", um nicht von der Hitze der Sonnenstrahlen zu schmelzen. Als er durch die MILCHSTRASSE (MILKY WAY) sauste, die schon zum Sonnensystem der Erde gehört, begrüßten ihn die Milchkannen alle so freundlich, dass er sein BLAUBEER - Heimweh erst einmal vergaß.

Doch da!!!

In einiger Entfernung erschien der BLAUE PLANET!

Sein BLAUBEERPLANET!!!

Er war wieder zu Hause!

Wie zauberhaft!

Er machte gleich ein paar merkurische Salti, so wie ein fünffaches Looping, und schoss mit heimatlichen Gefühlen und "Overspeed" auf diesen BLAUEN PLANETEN zu…

Doch sein blaubeerischer Orientierungssinn hatte ihn gewaltig getäuscht! Warum?

Dieser große, runde und blaue Planet ist unsere ERDE.

"Hurlublurralabla!" schrie Paul begeistert aus seiner weitgeöffneten Kommunikations-Luke und seine Panorama-Perle rollte vor und zurück vor Begeisterung.

Die Schallmauer wurde durchbrochen.

Der Winkel war sehr steil…

und die Gravitation äußerst stark!

Die Erschütterung war enorm, als er mit seiner Untertasse und trotz seines Airbags heftig im Georgengarten aufschlug….

KAPITEL 2

Angelina Anders ist ein kleines Mädchen von sieben Jahren und geht in die erste Klasse. Angelina hat liebe Eltern. Der Vater Bernd ist von Beruf Werbegrafiker. Ihre Mutter Beate arbeitet zur Zeit nur halbtags als Buchhalterin in einer großen Firma, weil sie drei Kinder hat und der Haushalt für fünf Personen reichlich Arbeit bedeutet.

Angelina hat noch zwei Geschwister und sie als mittleres ist das "Sandwich-Kind".

Da ist Max - ihr älterer Bruder von neun Jahren, dessen Hobby es ist, Frösche zu sammeln. Katrinchen ist das jüngste der drei Kinder und wurde am Heiligen Abend drei Jahre alt. Angelina hat im Februar Geburtstag, ist astrologisch "Wassermann" und ein überdurchschnittlich intelligentes Kind. Sie ist auch ganz clever und technisch begabt.

Angelina findet den” blauen Paul” röchelnd im Gras neben dem Ententeich, wo sie gerade noch die Entenfamilie gefüttert hat. Als sie ihn so ächzend und wispernd, total zerbrochen am Boden liegen sieht, nimmt sie geistesgegenwärtig zwei Teile in ihre kleinen Hände und schraubt den Greifer und die Werkzeug-Kralle einfach zusammen - wie ein Puppendoktor.

Als die Stöhn- und Ächzgeräusche des kleinen blauen Pauls noch schwächer werden, scheint es mit ihm zu Ende zu gehen. Seine weite Reise zum BLAUEN PLANETEN soll wohl das Ende seines jungen Lebens sein…

Aber HALT!!

Angelina greift schnellstens und instinktiv zur S A F - zu dieser Steuer- und Auflade -Spirale, und als sie diese wieder in Nabelhöhe einsetzt - siehe da! -, blüht Paul wieder auf und seine blaue Pigmentierung wird intensiver mit jeder Minute! Ach, wie sich Angelina da freut! Sie montiert eilig die große B S F (zur Erinnerung: Blaue Spring - Feder) unter seine fußähnliche Balance- und Steuerplattform. Diese verbindet sie dann geschickt mit dem G G T. Das ist der Große Generator-Teller, den man auch als fliegende Untertasse bezeichnen könnte. Die kleinen Test- und Tast- Zacken, die noch im Gras liegen, schraubt sie anschließend vorsichtig an den schon eingebauten Greifer.

Ojeh! Da ist noch ein Gewinde dran."Da fehlt noch ein Glied", murmelt Angelina vor sich hin, geht auf die Knie und krabbelt durch die frisch gemähte Wiese. Sie krabbelt hierhin und dorthin, jedoch findet sie nichts und gibt die Suche endlich auf. Als Angelina dann an die Auflade-Spirale fasst, die wie ein aufladbarer Akku wirkt, wird Der blaue Paul voll aufgeladen und steht aufrecht, frech und äußerst munter auf dem G G T.

Dieser Große Generator - Teller ist auch knallblau und hat auf seiner Oberfläche hügelartige Wölbungen. Deshalb wird er unter Blaubeerianern auch “Blueberry Hills” (Blaubeerhügel) genannt.

Nach vollkommener Aufladung ertönen aus Pauls Kommunikations-Luke Geräusche wie eine Fremdsprache, bemerkt Angelina.

Was sie nicht wissen kann: dies ist die Sprache der Blaubeerianer. Also "Blaubeerisch".

“Ichliblich-komloblommeleble-alablauslublus-derlebler Galablalalablaxisliblis-vomloblom-BLALABLAULUBLU-BEERLEBLEER-PLALABLANELEBLETENLEBLEN.”

Angelina hat erst einmal nichts verstanden und schaut Paul erstaunt an, der mit Gestik seines Greifers samt Zacken und einem ausdrucksvollen Kullern der Panorama-Perle seinen blaubeerischen Monolog unterstützt hat. Angelina ist ein wohlerzogenes Mädchen und verfügt über sehr gute Manieren. Deshalb versucht sie nun, ein Gespräch in unserer Menschensprache anzufangen: "Ich heiße Angelina Anders.

Ich bin sieben Jahre alt und wohne hier ganz in der Nähe. Wie heißt du denn?" will sie von ihrem blaustrahlenden Gegenüber wissen. Paulchen hat mit seinem hohen Intelligenzquotienten und dank Angelina's hochdramatur - gischer Ausdrucksweise wohl verstanden, was dieses reizende Menschenkind von ihm wissen will.

Er antwortet spontan auf Blaubeerisch: "Palabla-ulublul."

Da auch Angelina ein überaus kluges und fantasiereiches Kind ist, hat sie im Nu die Antwort auf Blaubeerisch verstanden.

"Aha - Paul heißt du. Und blau bist du auch. Also bist du Der blaue Paul, ja?"

Pauls Kommunikations-Luke verzieht sich zu einem breiten, menschenähnlichen Grinsen und seine riesige Panorama-Perle zittert ganz aufgeregt. Es ist ja so spannend, sich mit diesem anderen Lebewesen, das ihm schließlich das Weiterexistieren ermöglicht hat, verständigen zu können.Und dieses Lebewesen ist anders als er selbst, aber irgendwie fühlt er sich verbunden mit ihr und auch Angelina spürt großes Interesse und viel Sympathie für diese blaue Kreatur namens "Paul".

KAPITEL 3

Beate und Bernd Anders wohnen mit ihren drei Kindern zusammen in einem bescheidenen Einfamilienreihenhaus in Hannover - Stadtteil Linden, das die beiden vor etwa fünf Jahren mit etwas Eigenkapital und einem größeren Kredit von einer Bank gekauft haben. Das Unerklärliche für Angelina ist, dass Familie Anders nun dieses Häuschen verlassen soll, weil Mutti und Vati die Schulden bei der Bank nicht mehr in gewünschter Höhe bezahlen können. Bernd Anders ist vor über einem Jahr arbeitslos geworden, da sich seine Werbe-Agentur extrem verkleinert hat, und er verdient kein Geld mehr, sondern bekommt Arbeitslosenunterstützung vom JobCenter. Jedoch die Kosten für Strom, Gas, Wasser, Grundsteuer, Versicherungen, Telefon und die Leasingraten für das Auto sind schon enorm hoch und von Mutti's Halbtagsgehalt und dem Kindergeld müssen Essen und Trinken, Putz-und Waschmittel, Kindergarten, Schulutensilien und noch vieles mehr bezahlt werden.

Angelina hat in Erwachsenengesprächen schon oft das Wort "Zwangsversteigerung" gehört, was das kleine Elternhaus betrifft, und hat Mutti schon öfters weinen sehen. Das kleine Mädchen kann noch nicht wissen, was das bedeutet für die ganze Familie Anders, aber sie spürt, dass ihr dieses Problem irgendwie Angst macht. Wenn sie den Vati fragt, was los sei, antwortet Bernd nur etwas traurig: "Kann sein, dass wir bald umziehen müssen."

Da gibt es einen ganz miesen und widerlichen Mann, der Herr "Hugo Wolkenkratzer" heißt. Er soll ein “Immobilien-Hai” sein und wartet schon darauf, dass Familie Anders das Haus verlassen muss und er diese Immobilie für weniger Geld erwerben will als sie wert ist, hat Max ihr erzählt. Herr Hugo Wolkenkratzer läuft immer mit einem silberfarbenen Stahlkoffer umher, der durch ein Kettchen mit einem Armband an seinem Handgelenk verbunden ist. Und er redet und redet und redet ständig, entweder mit irgendwelchen Personen oder mit drei verschiedenen Handys.

Angelina mag diesen Herrn Hugo Wolkenkratzer verständlicherweise gar nicht und immer, wenn sie den schon aus gewisser Entfernung sieht, bekommt sie Bauchschmerzen.

Und schon passiert es.

Ohne Vorankündigung und völlig zufällig spaziert Herr Hugo Wolkenkratzer die große Allee im Georgengarten entlang, mit einem Handy am Ohr. Er biegt gerade ab und geht den Weg zum Leibniz-Tempel hinauf, wo Angelina auf allen Vieren neben dem Ententeich die Wiese durchsucht. Denn an Paul's Greifer fehlt noch eine Zacke.

Die Fühler- und Größensteuerungszacke.

"Wichleblichtigliblig!" meint Paul. "Dalablamitliblit-werleblerdeleble-ichliblich-kleilebleinerlebler!"

"Jaaaa! Da liegt sie ja!" Voller Begeisterung sieht Angelina die mattblaue Zacke unter einem Löwenzahn liegen, packt sie sich und wendet sich zu Paul, der ihr schon den Greifer entgegenstreckt. Schon haben ihre kleinen Finger das Gewinde am Greifer gefunden und sie schraubt diesen Fühler behutsam darauf. Als sie aber prüfen will, ob die Zacke fest auf dem Gewinde sitzt, passiert etwas, womit Angelina überhaupt nicht gerechnet hat. Durch den Prüfdruck hat sie - ohne es zu wissen - den G V M (Größen-Veränderungs-Mechanismus) in Gang gesetzt und…… Schwupps!

Paul ist verschwunden.

So ein Schreck ist ihr in die Glieder gefahren, dass ihr ganz schwindlig ist. Wie konnte das nur geschehen? Was ist denn das für ein außerirdischer Mechanismus??

"Hallablalloloblo!" Leise hört Angelina den blaubeerischen Ruf ihres galaktischen Freundes Paul.

Aber woher kommt sein Rufen? Wo ist Paul nur hin?

Gerade in diesem Moment schreitet der unmögliche Herr Hugo Wolkenkratzer den Weg herauf und meint falschhöflich:

"Na, Fräulein Anders, machen sie einen Ausflug ins Grüne? Und ganz alleine hier?" "Nein, Herr Wolkenkratzer," antwortet Angelina gewissenhaft. "Ich bin mit einem Freund hier. Wir spielen gerade Verstecken und ich muss ihn suchen."

Das war ja irgendwie gar nicht gelogen und Angelina verspürt auch kein schlechtes Gewissen.

"Na, dann viel Spaß noch beim Verstecken, kleines Fräulein!"

Mit diesen Worten verschwindet der widerliche Herr Hugo Wolkenkratzer von der Bildfläche. Er setzt seinen Weg fort in Richtung Wilhelm-Busch-Museum und Angelina ist richtig froh, dass dieser Mann ihren blauen Freund Paul nicht erblickt hat. Als sie sich umdreht, traut sie ihren Augen kaum:

Da schwimmt Paul - um das Zehnfache geschrumpft - auf seiner Untertasse auf dem Ententeich und verfolgt voller Begeisterung einen blauen Erpel. Paul selbst sieht mit seiner kleinen Statur auf dem G G T fast selbst aus wie ein blauer Erpel, nur dass er die Quäkgeräusche der Enten nicht auf Blaubeerisch wiedergeben kann. Aus seiner Kommunikations-Luke ist lediglich ein leises, aber begeistertes "Blu-Blu-Blubb-Blubb" zu hören. Angelina hüpft in ein paar Sprüngen zum Ufer des Teiches und ruft ihr erstes gelerntes blaubeerisches Wort: “Palablaulublul!" Als Paul seinen Namen hört, schaltet er auf "Speed" und - Fffflutsch! - rutscht er mit seiner Untertasse direkt ans Ufer und landet vor Angelina's Füßen.

Ein einziger Griff seiner Test-Zacke an seine Auflade-Spirale bewirkt den G V M und - Zack! - da steht Paul wieder in seiner ursprünglichen Größe vor Angelina. Da staunt sie nicht schlecht. Dieser kleine blaue Kerl ist ja der perfekte Zauberkünstler!

KAPITEL 4

Es dämmert bereits etwas, als Angelina mit ihrem neuen Freund zu Hause ankommt.

Zu dem Einfamilienreihenhaus gehört ein kleiner, eingezäunter Garten. Dort sitzt Max auf dem Rasen und beschäftigt sich mit zwei Laubfröschen, die er am Leineufer mit Mutti's Salatsieb eingefangen hat. Er ist sehr vertieft in seine biologischen Untersuchungen, dass er gar nicht bemerkt, als Paul in drei Sprüngen hinter dem Gebüsch verschwindet. Die dreijährige Katrin auf der Schaukel hat allerdings das blaue, fremde Figürchen entdeckt und ist vor Schreck quietschend im Geräteschuppen verschwunden.

Angelina folgt ihr und erklärt ihr behutsam von ihrer Freundschaft mit dem blauen Paul. "Släft der in deinem Bett?"fragt Katrin neugierig. Und:" Tann der auch turnen?"

Und: "Mach der auch Tatao?" Mit so vielen Fragen ist Angelina total überfordert, denn allzuviel weiß sie ja noch gar nicht über Paul's Lebensweise. Dass er zum Beispiel gar kein Bett, sondern nur "Aktionspause" kennt, in der seine Akkumulatoren auf "Low power"(Niedrige Energie) geschaltet sind und dass er lediglich Interesse auf "Blaues" entwickelt, könnte man auch nicht wissen. Dass er ein ausgezeichneter Turner ist, hat er im Großen Garten schon bewiesen, als er in drei Sprüngen auf dem Ententeich landete. "Turnen kann er super und auch Salto", berichtet Angelina ihrer kleinen Schwester. "Er zaubert auch und macht sich ganz klein und wieder groß!"

"Ojeh" meint Katrin. "Dann tann er sich ja überall verstetten!"

"Das kann er, wenn er will."

Und - Zack! - ist Paul winzig verkleinert hinter dem Gebüsch in mehreren Hüpfern zum Geräteschuppen hingesprungen, um Angelina zu sehen. "Pssst!" zischt die, als Katrin einen Schreckensschrei ausstoßen will. "Du brauchst keine Angst haben, Katrin, der ist ganz freundlich und heißt Paul. Aber seine Sprache ist schwer zu verstehen."

Da plappert Paul auch schon los:"Werlebler-bistliblist-dulublu dennleblenn? Ichliblich-binliblin-Palablaulublul." Dazu verzieht er seine Kommunikations-Luke zu einem breiten, menschenähnlichen Grinsen und seine Panorama-Perle klappt drei Mal zu und auf. Das sieht sehr lustig aus, denn immer-wenn er die Panorama-Perle schließt-sieht er aus wie ein Punkie mit einem Irokesen-Haarschnitt. Darüber müssen die Mädchen so lachen, dass Max aufhorcht und zu den beiden in den Geräteschuppen schauen will. Da hüpft ihm ein kleines, blaues Wesen zwischen den Füßen herum. Ein blauer Frosch! ist sein erster Gedanke. Eine Seltenheit! Ein Phänomen! Er will nach ihm greifen, aber Paul ist schneller. Zoing, Zoing, Zoing… verschwindet der im Geräteschuppen hinter dem blauen Sonnenschirm.

"Einen blauen Frosch habe ich noch nie gesehen", meint Max begeistert und will nach ihm suchen. Da empört sich Angelina, indem sie ihren neugefundenen Freund verteidigt.

"Max, nicht alles, was springen kann, ist ein Frosch! Hör zu, das ist ein Gast vom Blaubeerplaneten und mein neuer Freund Paul. Und zaubern kann er auch. Pass mal auf!" Und zu Paul gewandt flüstert sie:"Palablaulublul. Machlablach-dichliblich-mallablal-grölöblößerlebler!"

Und - Zack! - da steht Paul ebenso groß wie Max neben ihm und lässt seinen Willkommensgruß los: "Hallablalloloblo-Frelebleunlublundeleble! Ichliblich-binliblin-Palablaulublul!"

Nach einer Schrecksekunde staunen Katrin und Max nicht schlecht, wie aus dem blauen Frosch so plötzlich eine kindsgroße Figur geworden ist!

"Was meint er?" will Max wissen.

Mit Begeisterung übersetzt Angelina Paul's Worte: "Hallo Freunde! Ich bin Paul… hat er auf Blaubeerisch gesagt." Zu Paul gewandt erklärt sie: "Dielieblie-Kleilebleineleble-istliblist-meilebleineleble-Schwesleblesterlebler-Katlablatrinliblin.

Undlublund-derlebler-grolobloßeleble-Junlublungeleble-istliblist-meinleblein-Brulubluderlebler-Maxlablax.

Verleblerstehstleblehst-dulublu?" Paul hat verstanden und macht zur Begrüßung mit voller Speed einen Salto vor- und rückwärts. Die Kinder sind begeistert.

Damit hat Paul auch Max total begeistert, der zwar ein sehr sportlicher Fußballspieler ist, aber solche akrobatischen Kunststücke nicht vorführen kann.