Der Ernährungsratgeber zur FODMAP-Diät - Martin Storr - E-Book

Der Ernährungsratgeber zur FODMAP-Diät E-Book

Martin Storr

0,0

Beschreibung

Der FODMAP-Ratgeber von Prof. Dr. Martin Storr wurde komplett überarbeitet und erscheint aktuell in der 2. Auflage. Menschen, die immer wieder unter Verdauungsbeschwerden leiden, sollten der FODMAP-armen Diät unbedingt eine Chance geben. In Studien wurde nämlich festgestellt, dass manche Kohlenhydrate und Zuckeralkohole, die unter dem Begriff FODMAPs zusammengefasst wurden, schlecht verdaut werden und bei vielen Menschen zu Problemen führen, vor allem, wenn man sie in großen Mengen konsumiert oder wenn man besonders sensibel dafür ist. Fatalerweise werden FOPMAPs in der Lebensmittelindustrie verstärkt eingesetzt, sodass wir immer größere Mengen davon aufnehmen. Kein Wunder also, dass auch immer mehr Menschen über Verdauungsprobleme klagen. Wer weiß, wie eine FODMAP-arme Ernährung funktioniert, kann seine Beschwerden effektiv lindern. Dieser Ratgeber informiert über die Hintergründe, erklärt das Prinzip der Diät und bietet viele leckere Rezeptideen und Anregungen für eine unkomplizierte FODMAP-arme Ernährung.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 165

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS



Martin Storr

Der Ernährungsratgeberzur FODMAP-Diät

dieser Ratgeber wird empfohlen von der:

Dt. Reizdarmselbsthilfe e.V.

mehr zum Thema auf dem FODMAP-Blog:

www.fodmap-info.de

Martin Storr

Der Ernährungsratgeber zur

FODMAP-Diät

Die etwas andere Diät bei Reizdarm,Weizenunverträglichkeit undanderen Verdauungsstörungen

2., vollständig überarbeitete Auflage

Dank

Ganz herzlicher Dank geht an Thierry Thirvaudey, den Küchenchef der CIP Klinik Dr. Schlemmer in Bad Tölz, der die Rezepte in dieser Auflage für uns gekocht und sehr ansprechend angerichtet hat.

Abbildungen

© W. Zuckschwerdt Verlag: Titelseite Ul (FODMAP-Schriftzug) und alle Illustrationen

© Fotolia: Ul tanjichica (Blaubeeren), S. 22 Marko Beckenbauer (Kondensmilch), S. 78 rainbow33 (Flohsamen), S. 94 bit24 (Joghurt), S. 101 emuck (Trockenobst), S. 105 und S. 116 Jiri Hera (Ahornsirup), S. 123 mariontxa (Lemoncurd), S. 124 tashka2000 (Blaubeerpfannkuchen), S. 147 marysckin (Nudeln), S. 160 kristina rütten (Bayerische Creme),

© Shutterstock: S. 31 Ildi Papp (Birnensaft), S. 39 Edward Fielding (Linsen), S. 129 NADKI (Karotte/Kohlrabi), S. 149 picturepartners (Spitzpaprika)

© Morguefile: S. 12–13, S. 17, S. 21 (Zwiebeln, Erbsen), S. 23, S. 27, S. 31 (Äpfel), S. 35-37, S. 39 (Kichererbsen), S. 40 (Bonbons), S. 42–43, S. 54–55, S. 58, S. 61, S. 66–67, S. 79, S. 80–81, S. 97, S. 98-100, S. 102 (Zwiebeln), S. 103 (Quinoa), S. 107-109 (Mehle), S. 112–113, S. 118-119, S. 122, S. 126, S. 129 (Minze), S. 130-133, S. 137, S. 140-143, S. 146, S. 148, S. 151-153, S. 156-157, S. 164-167, S. 170, S. 177

© All free Download: S. 17 (Erbsen), S. 20-21 (Weizen, Knoblauch, Erbsen), S. 22 (Schokolade), S. 16, S. 26 (Milch), S. 39 (Kaugummi), S. 103 (Weizen, Tapioka), S. 125, S. 143 (Paprika)

Food-Fotografie © Felix Pitscheneder: S. 115, S. 117, S. 121, S. 135, S. 139, S. 145, S. 155, S. 159, S. 163, S. 169, S. 175

 

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Die Erkenntnisse der Medizin unterliegen laufendem Wandel durch Forschung und klinische Erfahrungen. Autor und Verlag haben große Sorgfalt darauf verwendet, dass die erstellten Informationen und (therapeutischen) Angaben dem aktuellen Wissensstand entsprechen. Das entbindet den Benutzer dieses Buches aber nicht von der Verpflichtung zu überprüfen, ob die hier genannten Angaben, Indikationen und Dosierungen sachlich richtig sind, insbesondere nicht davon, bei allen medizinischen Problemen einen Arzt zu konsultieren. Wie allgemein üblich, sind Warenzeichen und Handelsnamen, soweit überhaupt verwendet, nicht durchgängig gekennzeichnet.

Alle Rechte, insbesondere das Recht zur Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert werden.

© 2017 by W. Zuckschwerdt Verlag GmbH, Industriestraße 1, D-82110 Germering/München. Printed in Italy by Litotipografia ALCIONE s.r.l., Lavis

ISBN 978-3-86371-206-8

Vorwort

Still und nahezu unbemerkt arbeiten die an der Verdauung beteiligten Organe rund um die Uhr. Wenn alles perfekt funktioniert, bemerken wir, abgesehen vom Schluckakt bei der Nahrungsaufnahme und den täglichen Stuhlgängen zur Entleerung, nichts davon. Dabei passiert die aufgenommene Nahrung auf ihrem Weg durch den Körper die Speiseröhre, den Magen, den Zwölffingerdarm, den Dünndarm und den Dickdarm. Während der Passage wird die Nahrung verdaut. Die lebensnotwendigen Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente werden aufgenommen. Der Anteil, den unser Körper nicht benötigt, wird schließlich mit dem Stuhlgang ausgeschieden. All das merken wir nicht. Allenfalls gelegentlich spüren wir unsere Verdauungsorgane oder können das ein oder andere Geräusch hören, das aus dem Bauch kommt.

Was ist aber, wenn es nicht so reibungslos funktioniert? Was ist los, wenn sich der Darm mit Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung meldet? Jeder Darm hat auch mal einen schlechten Tag und nicht jedes Grummeln im Bauch ist sofort ein Hinweis auf eine Erkrankung. Aber wenn sich die schlechten Tage häufen, wenn sich der Darm regelmäßig meldet und die Symptome den Tagesablauf stören oder die Lebensqualität beeinträchtigen, dann ist guter Rat gefragt.

Zunächst führt der Weg zum Hausarzt, der versuchen wird, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Eine Vielzahl von Erkrankungen kann den Symptomen zugrunde liegen. Beginnend bei durch Bakterien oder Viren verursachten Durchfallerkrankungen und endend bei Verstopfung.

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung oder Behandlung, sodass Sie bei Symptomen oder bei Symptomänderungen im Verlauf zunächst immer erst ärztliche Hilfe suchen sollten. Meistens liegen der geänderten Darmfunktion aber keine schwerwiegenden Erkrankungen zugrunde. Sehr häufig wird im Zusammenhang mit Verdauungsbeschwerden ein Reizdarmsyndrom diagnostiziert. Fast 15 % der deutschen Bevölkerung haben Symptome eines Reizdarmsyndroms oder regelmäßig Verdauungsbeschwerden. Die meisten benötigen keine ärztliche Behandlung oder nur kurzfristig eine Behandlung. Viele Betroffene leiden dennoch dauerhaft, manchmal sogar lebenslang an Symptomen. Häufig wird von den Betroffenen vermutet, dass die Ernährung die Ursache ist oder zumindest einer der Auslöser ihrer Symptome. Es lassen sich aber nur bei den wenigsten Betroffenen mit Verdauungsbeschwerden Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten finden. Bis vor Kurzem gab es keine Diät mit der regelmäßige Verdauungsbeschwerden und die Symptome eines Reizdarmsyndroms ausreichend und dauerhaft gebessert werden konnten.

Die FODMAP-Diät basiert auf der Beobachtung, dass manche Kohlenhydrate in unserer Ernährung, die sogenannten FODMAP-Kohlenhydrate, nicht von allen Menschen gut vertragen werden und gerade bei Patienten mit einem sensiblen Darm Symptome verursachen. FODMAP-Kohlenhydrate kommen in verschiedensten Lebensmitteln vor und es geht bei der FODMAP-Diät nicht um eine Unterscheidung in gesund und ungesund, sondern um eine Unterscheidung in gut verdaulich und schlecht verdaulich. Zahlreiche klinische Studien konnten belegen, dass eine FODMAP-Diät gut geeignet ist, Verdauungsbeschwerden zu reduzieren und Patienten mit einem Reizdarmsyndrom sowie anderen Verdauungsstörungen helfen kann, ihre Beschwerden in Griff zu bekommen. Dabei sind die erzielbaren Erfolge, verglichen mit Medikamenten oder Probiotikatherapien, gleichwertig oder besser.

Dieser Ratgeber zum Thema FODMAP-Diät hat zum Ziel, die Hintergründe und Wirkungsweisen der FODMAP-Diät zu erklären und mit einfach umsetzbaren Tipps und leckeren Rezeptvorschlägen den Einstieg in die FODMAP-Diät und damit in eine symptomarme Zukunft zu erleichtern.

Ich wünsche Ihnen eine hilfreiche Lektüre und bedanke mich bei meiner Frau und bei meiner Mutter, die dafür gesorgt haben, dass dieser Ratgeber gut les- und kochbar geworden ist.

München im Januar 2017

Martin Storr

Kontakt zum Autor: [email protected]

Inhalt

Kapitel 1 – FODMAPs

Was ist die FODMAP-Diät?

Was sind FODMAPs?

Sind alle Kohlenhydrate FODMAPs?

Wie verursachen FODMAPs Symptome?

Was ist neu an der FODMAP-Idee?

Welche Substanzen verbergen sich hinter den FODMAPs?

Oligosaccharide

Disaccharide

Monosaccharide

Polyole

Häufig vorkommende FODMAPs

Laktose

Wo ist Laktose enthalten?

Fruktose

Wie Fruktose aufgenommen wird

Was passiert mit Fruktose im Dickdarm?

Wieso ist Fruktose so attraktiv für die Lebensmittelherstellung?

Welche Rolle spielt das Verhältnis von Glukose zu Fruktose?

Schadet der erhöhte Fruktoseanteil in der Ernährung?

Warum steigt der Fruktosegehalt in unserer Ernährung?

In welchem Maße steigt der Fruktosekonsum?

Fruktane

Was passiert mit Fruktanen im Darm?

Galaktane und Galakto-Oligosaccharide

Natürliche und synthetische Polyole

Kapitel 2 – Wann machen FODMAPs Probleme?

Welche Beschwerden machen FODMAPs?

Verursachen FODMAPs bei allen Symptome?

Warum verursachen FODMAPs bei manchen Symptome?

Was passiert mit den FODMAPs im Dünndarm?

Was passiert mit den FODMAPs im Dickdarm?

Lassen sich die FODMAP-Effekte beim Menschen nachweisen?

Welche Endprodukte entstehen bei der Vergärung von FODMAPs?

Gibt es FODMAP-Effekte außerhalb des Darms?

Wie verursachen Darmgase Beschwerden?

Viszerale Hypersensitivität

Aktivität der Darmmuskulatur und Transportgeschwindigkeit

Veränderungen der Darmflora

Sind die FODMAP-Effekte nachweisbar?

Das synthetische FODMAP Laktulose

Kapitel 3 – Wer profitiert von einer FODMAP-Diät?

Welche Erkrankungen verursachen Verdauungsbeschwerden?

Reizdarmsyndrom

Fruktosemalabsorption und Symptome trotz fruktosearmer Diät

Laktoseintoleranz und Symptome trotz laktosearmer Diät

Zöliakie

Weizenallergie und Weizensensitivität

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen – Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Darmoperationen

Kapitel 4 – Diäten verstehen

Unverträglichkeiten auf die Spur kommen

Diäten bei einem Reizdarmsyndrom

Der schrittweise Weg zur FODMAP-Diät

Ernährungsempfehlungen zur symptomatischen Behandlung von Blähungen, Bauchschmerzen und weichem Stuhl

Was macht die FODMAP-Diät glaubwürdig?

Sind FODMAPs ungesund oder gefährlich?

Was passiert, wenn ein Gesunder eine FODMAP-Diät durchführt?

Ist mit Mangelzuständen zu rechnen?

Wie viele Mahlzeiten am Tag soll ich essen?

Ist der positive Effekt der FODMAP-Diät belegt?

Was ist resistente, was retrogradierte Stärke?

Was ist bei Ballaststoffen zu beachten?

Kapitel 5 – Aller Anfang ist schwer

Wie kann ich FODMAPs in meiner Ernährung reduzieren?

FODMAP-Diät Phase 1– streng FODMAP-arm

FODMAP-Diät Phase 2 – Wiedereinführung von Nahrungsmitteln

Wiedereinführen einzelner Lebensmittel

Wiedereinführen von FODMAP-Kategorien

FODMAP-Diät Phase 3 – Die langfristige Ernährung

Wenn die FODMAP-Diät nicht hilft

Wie verhält es sich mit Käse?

Wie verhält es sich mit anderen Molkereiprodukten?

Wo ist noch Laktose enthalten?

Was gilt es beim Joghurt zu beachten?

Nimmt der Anteil an FODMAPs in unserer Ernährung zu?

Was ist mit Fleisch, Fisch, Huhn, Fetten und Ölen?

Wie sind Fertigprodukte zu werten?

Wie viele FODMAPs sind in warmen Getränken?

Wie viele FODMAPs sind in Schokolade?

Wie viele FODMAPs enthalten Süßigkeiten und Erfrischungsgetränke?

Verändert die Zubereitung den FODMAP-Gehalt?

Wie ersetze ich Zwiebeln und Knoblauch?

Welches Brot ist FODMAP-arm?

Ballaststoffe

Quellmittel, Bindemittel und Stabilisatoren

Süßstoffe

Gewürze und Kräuter

Bitte kein FODMAP-freies Leben – der Umgang mit Fertigprodukten, Backwaren und Getränken

Fertige glutenfreie Mehlmischungen

Ersatzmehle selbst herstellen

Mehlmischungen für Brot

Mehlmischung für Kuchen und Gebäck mit Ei

Verträgt sich die FODMAP-Diät mit anderen Diäten?

FODMAP und vegetarische bzw. vegane Ernährung

Kapitel 6 – Rezepte

Frühstück

Müsli mit Blaubeeren, Kiwi und Mandarinen

Ananas-Minze-Drink

Blaubeeren-Granola

Erdbeer-Quinoa-Frühstück

Frühstücksomelett

Lemon Curd – Brotaufstrich

Amerikanische Pancakes mit Blaubeeren

Herzhaftes Tofu-Frühstück

Kiwi-Smoothie

Popeyes Orangen-Smoothie

Pochierte Eier

Vorspeisen

Kohlrabi-Karotten-Salat mit frischer Minze

Kopfsalat mal anders

Gebratene Auberginentaler

Mangold mit heißem Feta

Parmaschinken auf Fenchel-Dill-Salat

Hummus

Romanasalat mit Thunfisch

Tomatensuppe mit Parmesan

Feldsalat mit Hühnerbrust

Kürbissuppe mit Zitronengras und Kokosmilch

Lachstatar mit Frühlingszwiebeln

Hauptspeisen

Lachs mit buntem Reis

Kartoffel-Zucchini-Gratin

Scharfe Hähnchenspieße mit Ananas

Spaghetti Carbonara

Ratatouille

Paprika aus dem Morgenland

Swiss Shepherd’s Pie

Polenta mit Tomaten-Weißkraut-Gemüse

Thunfischsteaks mit Reisnudeln und Mangold

Spaghetti mit Tomaten und Mozzarella

Seelachs mit Polentaecken

Nachspeisen

Kiwi-Kaltschale

Kokos-Panna-Cotta mit Kiwi

Bayerisch Creme mit heißen Himbeeren

Ananas-Erdbeer-Grütze mit Vanillesauce

Zartbittere Mousse au Chocolat

Hirse-Bananen-Kiwi-Dessert

Polentakuchen mit frischen Erdbeeren

Himbeer-Sahne-Baiser

Kiwi-Orangen-Quarkdessert

Mokka-Haselnuss-Creme

Brotrezepte

FODMAP-armes Brot

Buchweizenbrot

Haferbrot

Buchweizen-Mais-Brot

Rezepte für den Brotbackautomaten

Tapioka-Reis-Brot

Reis-Soja-Brot

Buchweizen-Hirse-Brot

Weizenfreies Weißbrot

Maisbrot

Kümmel-Hirse-Brot

Anhang

Weitere Informationen

Wichtige Fachausdrücke erklärt

Stichwortverzeichnis

Rezepte (alphabetisch)

Was ist die FODMAP-Diät?

Die FODMAP-Diät, oder besser gesagt, die FODMAP-reduzierte Diät, basiert auf einem neuen Diätprinzip, das speziell zur Vermeidung und Behandlung von Verdauungsbeschwerden entwickelt wurde. Ursprünglich wurde die FODMAP-Diät zur Behandlung der Symptome von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sowie dem Reizdarmsyndrom entwickelt. Sie kann aber auch bei anderen Erkrankungen eingesetzt werden, die mit ähnlichen Verdauungsbeschwerden einhergehen. Symptome, die sehr gut durch die FODMAP-Diät gebessert oder verhindert werden, sind Blähungen, Flatulenz, Bauchschmerzen, weicher Stuhl, häufiger Stuhldrang, Durchfall und Verstopfung.

Bei einer FODMAP-Diät werden vor allem Lebensmittel verzehrt, die wenig FODMAPs enthalten. Lebensmittel, die viele FODMAPs enthalten, werden vermieden. Dadurch verringern sich die Verdauungsbeschwerden.

Die FODMAP-Diät kann bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Durchfall, Verstopfung und Bauchschmerzen helfen.

Was sind FODMAPs?

Das Akronym FODMAP kommt aus dem Englischen und ist eine Abkürzung für fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole (engl, fermentable oligo-, di- and monosaccharides and polyols). Der Begriff FODMAP beschreibt also eine Gruppe von kurzkettigen Kohlenhydraten und sogenannten Zuckeralkoholen, die fermentierbar sind oder anders gesagt, die vergärbar sind. In diesem Zusammenhang heißt Gärung, dass Nahrungsbestandteile mithilfe von Enzymen zersetzt werden, die in diesem Fall von Bakterien stammen. All die unter dem Begriff FODMAP zusammengefassten Nahrungsbestandteile kommen in unserer Ernährung entweder natürlich vor oder werden unserer Ernährung im Rahmen der Lebensmittelherstellung zugesetzt.

Die FODMAPs sind nicht giftig oder gefährlich, sie können aber an der Entstehung von Verdauungsbeschwerden beteiligt sein.

F

fermentierbare

vergärbare

O

Oligosaccharide

Mehrfachzucker*

D

Disaccharide

Zweifachzucker

M

Monosaccharide

Einfachzucker

A

and

und

P

Polyole

Polyole

* Mehrfachzucker bestehend aus 3 bis 10 Einfachzuckern

Eine Gruppe von Ärzten und Ernährungswissenschaftlern aus Australien hatte 2005 die Hypothese aufgestellt, dass bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen die Ernährung, genauer gesagt, die in der Nahrung enthaltenen FODMAPs, für die Entstehung und die Verschlimmerung von Verdauungsbeschwerden verantwortlich sind. Dieser Hypothese lagen sowohl eigene Beobachtungen als auch die Auswertung zahlreicher Ernährungsprotokolle von Patienten mit eben solchen entzündlichen Darmerkrankungen zugrunde. In den Ernährungsprotokollen wurde erkannt, dass die Patienten ein Übermaß an FODMAP-reichen Nahrungsmitteln zu sich nahmen und diese Beobachtung bildete die Grundlage für die FODMAP-Hypothese.

Die FODMAPs sind eine bunte Gruppe von Nahrungsbestandteilen. Verdauungstechnisch haben die FODMAPs drei wesentliche Gemeinsamkeiten:

Aufnahme im Dünndarm ist erschwert oder unmöglich

FODMAPs werden im Dünndarm nicht bzw. kaum aufgenommen. Dafür gibt es zahlreiche Gründe:

Entweder sind die Moleküle zu groß, um die Darmwand zu passieren, dies trifft z. B. für die Polyole zu, oder

die Transportkapazitäten durch die Darmwand sind begrenzt, dies trifft z. B. für die Fruktose zu, oder

die Enzymaktivität, die notwendig ist, um einen Transport durch die Darmwand zu ermöglichen, ist limitiert, dies trifft z. B. auf die Laktose zu, oder

eine entsprechende Enzymaktivität gibt es nicht, dies trifft z. B. für die Fruktane und die Galaktane zu.

Hohe Wasserbindungskapazität

Die FODMAPs sind kleine Moleküle und können so sehr viel Wasser binden, man spricht daher von einer sehr hohen Wasserbindungskapazität. Dies führt dazu, dass sich Flüssigkeit im Darm ansammelt. Das wiederum führt zu einer erhöhten Transportgeschwindigkeit im Darm mit häufigeren Stuhlgängen und weicherem Stuhl, bis hin zu Durchfall.

Schnelle Vergärung

Alle FODMAPs werden durch Bakterien schnell vergärt. Wie schnell die bakterielle Vergärung abläuft, hängt von der Länge der Kohlenhydratketten ab. Die FODMAPs sind allesamt kurzkettig, werden daher schnell vergärt und führen dadurch schnell zu Symptomen.

Sind alle Kohlenhydrate FODMAPs?

Kohlenhydrate kommen in der Ernährung in verschiedensten Formen vor. Dabei werden Einfachzucker, wie Glukose und Fruktose, Zweifachzucker, wie Saccharose und Laktose und Vielfachzucker unterschieden. Bei den Vielfachzuckern kann nochmals in kurzkettige und langkettige Vielfachzucker unterschieden werden. Unter den langkettigen Vielfachzuckern finden sich verdauliche Vielfachzucker wie z. B. Stärke und unverdauliche Vielfachzucker wie z. B. Zellulose, aus der pflanzliche Zellwände aufgebaut sind.

Bei den meisten FODMAPs handelt es sich um Kohlenhydrate, aber der Umkehrschluss, dass alle Kohlenhydrate FODMAPs sind, trifft nicht zu. Vielmehr sind Kohlenhydrate ein wichtiger Bestandteil unserer Ernährung. Bei den FODMAP-Kohlenhydraten handelt es sich um eine gut definierte Gruppe von kurzkettigen Kohlenhydraten

FODMAP-reiche Lebensmittel enthalten meist kurzkettige Kohlenhydrate, die im Dünndarm schlecht aufgenommen werden können.

Wie verursachen FODMAPs Symptome?

Bei den FODMAPs handelt es sich um kurzkettige Kohlenhydrate und Zuckeralkohole, die mäßig bis kaum verdaulich sind und daher nahezu unverdaut den Dünndarm passieren und in den Dickdarm gelangen. Im Dickdarm werden die FODMAPs durch die Darmbakterien, auch Darmflora genannt, vergärt. Bei der Vergärung werden die FODMAPs zersetzt. Dabei entstehen Energie und verschiedene Abbauprodukte – auch viele Gase wie zum Beispiel Wasserstoff. Gase, die sich im Darminnern befinden, verursachen Symptome, allen voran Blähungen und Flatulenz. Beide Symptome werden sehr häufig von Patienten mit einem Reizdarmsyndrom, aber auch mit anderen Darmerkrankungen angegeben.

Da FODMAPs auch in jeder ausgeglichenen Ernährung vorkommen, geht die FODMAP-Theorie davon aus, dass Patienten, die Verdauungsbeschwerden entwickeln, Besonderheiten aufweisen: Zum einen ist die Aufnahme von FODMAPs in der Ernährung erhöht, zum anderen kann der Dünndarm weniger FODMAPs aufnehmen. Beide Ursachen können einzeln oder in Kombination vorliegen, die Folge ist immer, dass FODMAPs vermehrt in den Dickdarm gelangen.

Was ist neu an der FODMAP-Idee?

Dass einzelne FODMAPs wie Laktose, Fruktose oder Zuckerersatzstoffe Symptome verursachen, ist nicht wirklich neu. Die entstehenden Symptome wie Durchfall und Blähungen sind uns seit Jahrzehnten bekannt. In der Vergangenheit wurden gerade im Zusammenhang mit der Reizdarmerkrankung einzelne Diäten, die Laktose, Fruktose oder Gluten reduzieren, als möglicherweise hilfreich beschrieben. All diese Diäten gehen davon aus, dass ein Nahrungsbestandteil oder mehrere Nahrungsbestandteile für die Symptome verantwortlich sind und dass die Symptome besser werden, wenn weniger von diesen Nahrungsbestandteilen aufgenommen wird. Bei all diesen Diäten hat sich jedoch gezeigt, dass sie gerade bei Patienten mit einem Reizdarmsyndrom keine oder allenfalls eine minimale Verbesserung der Symptome bewirken.

Das neue an der FODMAP-Diät ist, dass eben nicht einzelne, sondern alle diese kleinen Moleküle in einer Diät erfasst werden. Diese Diät sieht nicht vor, dass die FODMAPs völlig eliminiert werden sollen, sondern das Konzept schlägt vor, die Menge der FODMAPs so gut wie möglich zu kontrollieren und zu reduzieren. Ziel ist es, die Gesamtmenge der FODMAPs in unserer Ernährung so stark herunterzufahren, dass die verbleibenden FODMAPs keine Symptome mehr verursachen.

Die FODMAP-Diät erfasst nicht nur einzelne Substanzen, die zu Verdauungsbeschwerden führen können, vielmehr erfasst sie alle Substanzen, die Beschwerden verursachen. Das Ziel ist es, die Gesamtmenge der FODMAPs deutlich zu reduzieren.

Die FODMAP-Theorie geht nicht davon aus, dass die FODMAPs an der Entstehung von Erkrankungen selbst beteiligt sind oder diese verursachen. Das Reizdarmsyndrom und die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen haben andere Ursachen – es liegt nicht an dem FODMAP-Gehalt unserer Ernährung. Die FODMAP-Theorie geht aber davon aus, dass die FODMAPs gerade bei einer bestehenden Erkrankung und bei bestehenden Verdauungsbeschwerden an der Entstehung von Symptomen beteiligt sind – also an den belästigenden Blähungen, dem weichen Stuhl, dem Durchfall und den Darmkrämpfen.

Deshalb ist das Ziel einer FODMAP-armen Ernährung auch nicht, das Reizdarmsyndrom ursächlich zu behandeln, sondern die FODMAP-Diät ist ein Weg, der dazu führt, Symptome zu reduzieren und zu vermeiden. Das ist hochaktuell, denn frühere Reizdarmdiäten gingen immer von krankhaften Verdauungsstörungen oder Intoleranzen aus, wie z. B. einer Laktose- oder einer Fruktoseintoleranz.

Dass FODMAPs in unserer Ernährung vorhanden sind und dass sie im Dickdarm ankommen, ist völlig normal. Es ist auch normal, dass diese FODMAPs im Dickdarm von Bakterien vergärt werden. Bei Verdauungsbeschwerden ist es aber hilfreich, wenn über eine konsequente Veränderung der Ernährung die absolute Menge der FODMAPs, die in den Dickdarm gelangen, reduziert wird.

Welche Substanzen verbergen sich hinter den FODMAPs?

Unter dem Begriff FODMAP werden fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole zusammengefasst. FODMAPs sind in fast allen Nahrungsmitteln enthalten und im Folgenden werden Sie mehr über die einzelnen FODMAPs und den FODMAP-Gehalt verschiedenster Nahrungsmittel erfahren. Zunächst geht es darum, die FODMAPs kennenzulernen und zu verstehen, welche FODMAPs in welchen Nahrungsmitteln vorkommen. Später werden Sie dann erfahren, wie sich das Konzept in eine sinnvolle Diät umsetzen lässt.

Mit den Begriffen Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole können die wenigsten von uns etwas anfangen. Wir verbinden mit diesen Begriffen zunächst auch keine Nahrungsbestandteile. Daher ist es wichtig zu erkennen, welche Nahrungsbestandteile denn im Einzelnen mit diesen Begriffen gemeint sind.

Die Begriffe Oligosaccharide, Disaccharide und Monosaccharide beschreiben Mehrfachzucker, Zweifachzucker und Einfachzucker. In der Tabelle sehen Sie, welche Substanzen zu den einzelnen Gruppen gehören und in welchen Lebensmitteln diese vorkommen.

Übersicht zu FODMAPs

Gruppe

Kommen in der Ernährung vor als …

Kommen reichlich vor in …

Oligosaccharide

Fruktane

Galaktane

Frukto-Oligosaccharide (FOS)

Galakto-Oligosaccharide (GOS)

Gerste, Roggen, Weizen, Erbsen, Knoblauch, Lauch, Linsen, Zwiebeln

Disaccharide

Laktose

Joghurt, Milch, Sahne

Monosaccharide

Fruktose

Äpfel, Birnen, Honig, Kirschen, Maissirup, Spargel

Polyole

Sorbitol (Sorbit)

Mannitol (Mannit)

Maltitol (Maltit)

Xylitol (Xylit)

Äpfel, Birnen, Kirschen, Nektarinen, Pflaumen, Diätprodukte, Kaugummi, Süßstoffe

Oligosaccharide

Bei den Oligosacchariden handelt es sich um verschiedene Zucker, die aus mindestens drei Zuckermolekülen zusammengesetzt sind. Alle Oligosaccharide sind demnach Kohlenhydrate.

Je nachdem, aus wie vielen Einfachzuckern die Oligosaccharide zusammengesetzt sind, werden diese als

Trisaccharide (Dreifachzucker),

Tetrasaccharide (Vierfachzucker) oder

Pentasaccharide (Fünffachzucker) bezeichnet.

Diese Benennung nach der genauen Anzahl könnte fortgeführt werden. Es ist aber unüblich, diese exakte Zählweise zu verwenden.

Um die Benennung zu vereinfachen, wird meistens der Begriff Oligosaccharide für Mehrfachzucker verwendet, die aus 3 – 10 Einfachzuckern bestehen. Längere Kohlenhydratketten, also mehr als 10 aneinander gereihte Einfachzucker, werden als Polysaccharide (Vielfachzucker) bezeichnet und sind im Zusammenhang mit der FODMAP-Diät unbedeutend.

Unter den Oligosacchariden, also den Mehrfachzuckern, die im Zusammenhang mit dem FODMAP-Konzept bedeutend sind, finden sich Fruktane, Galaktane und Galakto-Oligosaccharide. Bei den Fruktanen, zu denen auch die Frukto-Oligosaccharide (FOS) gehören, handelt es sich um kurzkettige Kohlenhydrate, die aus sehr kurzen Ketten aus mehreren Fruktosemolekülen und einem Glukosemolekül am Ende der Kette bestehen. Unter Galaktanen versteht man Kohlenhydrate in Form von kurzen verzweigten Ketten, die aus einzelnen Galaktosemolekülen zusammengesetzt sind. Bei den Galakto-Oligosacchariden (GOS) wiederum handelt es sich um kurzkettige Kohlenhydratketten aus mehreren Galaktosemolekülen und einem Glukosemolekül am Ende der Kette. All diese Oligosaccharide kommen natürlich vor und sind ganz normale Nahrungsbestandteile.

Disaccharide