Der Fado und die Amazone - Peter Siefermann - E-Book

Der Fado und die Amazone E-Book

Peter Siefermann

0,0
3,49 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Kilian, Archäologiestudent, war halt ein bisschen anders. Nicht dumm, aber schüchtern. Und ihm lief die Zeit davon. Er würde für mehrere Monate an einer Expedition teilnehmen und fernab seiner Angebeteten sein. Auch Zoe, Geschichtsstudentin, war ein bisschen anders als die angesagteren Kommilitoninnen auf dem Campus, und darüber gar nicht mal böse. So brauchte es die Unterstützung einer portugiesischen Krimi-Autorin, um Zoe und Kilian zusammenzubringen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 39

Veröffentlichungsjahr: 2026

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Kilian, Archäologiestudent, war halt ein bisschen anders. Nicht dumm, aber schüchtern. Und ihm lief die Zeit davon. Er würde für mehrere Monate an einer Expedition teilnehmen und fernab seiner Angebeteten sein.

Auch Zoe, Geschichtsstudentin, war ein bisschen anders als die angesagteren Kommilitoninnen auf dem Campus, und darüber gar nicht mal böse.

So brauchte es die Unterstützung einer portugiesischen Krimi-Autorin, um Zoe und Kilian zusammenzubringen.

Für alle, die etwas anders sind

Fado.

Wäre Margita nicht so schnell gelaufen, hätte sie vielleicht noch etwas länger Zeit zu leben gehabt. Und heute bedauerte sie es zum ersten Mal, dass sie den Dienst als Detetive Criminal in Porto aus Überzeugung ohne Waffe ausübte. Jetzt, wo sie sie gebrauchen könnte.

Sie war blind in die Falle gerannt. Es gab keinen Ausweg. Mitten auf der Brücke, links die Schienen der Eisenbahn, rechts das stählerne Geländer, unten das Meer, vor ihr der Mann mit der Pistole im Anschlag.

Immer wieder war er ihr entwischt. Der große Gegenspieler, der ihr stets einen Schritt voraus gewesen war. Bis heute. Da sie ihm auf der Spur war. Da sie ihn verfolgte. Da er vor ihr davonlief.

Davonlief?

Zuerst mit dem Auto durch die Stadt bis an die Peripherie, hinter ihm her. Dann weiter zu Fuß. Entlang der Küste, dann hinauf zum Bahndamm, über den Schotter, die Schwellen, zur Brücke. Er voraus, in die Enge getrieben. Welch ein Irrtum.

Mitten auf der Brücke hatte er kehrt gemacht. War plötzlich auf sie zugekommen. Die Pistole in der Hand am ausgestreckten Arm, stand er vor Margita. Es sah aus, als warte er auf sie. Wie nur hatte sie denken können, dass er unbewaffnet sei?

„Hast du gedacht, du erwischst mich hier? Ganz ohne Unterstützung? Ohne Verstärkung? Ohne Waffe? Meinst du, ich wusste nicht, dass du immer ohne Pistole unterwegs bist? Was willst du jetzt tun? Willst du, dass ich dich erschieße? Hm? Margita Fado?“

Ihr Atem flog. Das Herz pochte bis zum Hals. Sie beugte sich nach vorne, die Hände auf den Knien. Konnte nicht antworten. Sie dachte nur an die Zeit, in der er in ihren zu lösenden Kriminalfällen als angebliche Randfigur immer wieder in Erscheinung getreten war. Zwar hatte Margita alle Fälle aufgeklärt. Es hatte immer Täter, Verhaftungen und Erfolge gegeben. Kriminelle Subjekte waren es allemal, die das Gefängnis verdient hatten. Drogendealer, Mörder und Totschläger. Nur den großen Strippenzieher hatte sie nie erwischt, obwohl sie gewusst hatte, dass hinter allem ein Mastermind gesteckt haben musste. Und nun, da sie ihn entlarvt hatte, stand sie da. Auf einer windigen Brücke, mit der Mündung einer Pistole konfrontiert. Er war ein athletischer Kerl, ein Kopf größer als sie.

Ein Zug fuhr auf die Brücke ein. Die Stahlträger vibrierten, als er vorbeidonnerte. Der verursachte Lärm war infernalisch. Margita richtete sich auf. Sie machte einen Schritt.

Nach vorne. Noch ein Schritt, auf ihn zu.

„Was willst du? Ich rate dir, bleib stehen“, sagte er.

Margita blieb nicht stehen. Ein nächster Schritt, und ein weiterer.

Er drückte den Abzug, schoss absichtlich an ihr vorbei. Ein Warnschuss. „Bleib stehen!“, herrschte er sie an.

Aber sie blieb nicht stehen. Ging weiter und weiter, bis sie in Reichweite vor ihm stand. Er schoss nicht nochmal. Dafür hob er die Pistolenhand, um sie zu schlagen. Der Hieb hätte sie auf den Kopf getroffen. Doch Margita blockte ihn ab. Es entstand ein Handgemenge. Ein verbissenes Kräftemessen. Der ungleiche Kampf wurde schweigend geführt und nahm die gesamte Breite des eisernen Brückenweges ein. So gerieten sie an das Brückengeländer, die Oberkörper dreiundvierzig Meter über der Wasseroberfläche. Ein Hin und Her, ein Ringen um die Pistole. Dann Margitas Hand in seinem Gesicht, drückte sie mit dem Daumen zu, bis er nahezu in seinem Kopf verschwand. Sein wilder Schrei. Schmerz entfesselte seine Kräfte. Er gewann die Oberhand und hob sie aus, ein Kampf um das Gleichgewicht – das Margita verlor – und fiel.

Sie wusste, dass man aus dieser Höhe einen Sturz ins Wasser nicht überlebte.

Sie hätte es wissen müssen.

Ende

Zoe blieb mit aufgeschlagenem Buch sitzen. Margita Fados siebter Fall, und ihre Heldin sollte sterben? Kein Fall Nummer acht mehr? Sollte das wirklich Nadja Zardinis Ernst sein? Die Krimireihe der portugiesischen Schriftstellerin war die beste, die Zoe jemals gelesen hatte.