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Der Künstleragent Max Horwitz stellt einen Zeichner, einen Schauspieler und einen Musiker ein, mit denen er ins aufstrebende Zeichentrickfilm-Geschäft einsteigen will. Anfangs läuft alles gut. Als dann aber die Arbeitsproben des jüdischen Zeichners konfisziert werden und schließlich im Propagandaministerium landen, gerät die Gruppe ins Visier der Nazis. Die Dinge werden kompliziert. Denn die Machthaber sind auf Anhieb begeistert, wollen sich die Zeichentrickfilm-Idee zunutze machen, schmieden große Pläne. Schaffen es Horwitz und seine Leute, sich aus der Propaganda-Umarmung wieder zu befreien? Ein Roman über Mut und Moral in schwerer Zeit - und über Hitlers geheime Liebe zum amerikanischen Zeichentrickfilm.
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Seitenzahl: 231
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Marc Hecht
Der Führer und die Maus
Roman
Berlin 1935: Der resolute und brillante Berliner Künstleragent Max Horwitz stellt 1935 einen Zeichner, einen Schauspieler und einen Musiker ein, mit denen er ins aufstrebende Zeichentrickfilm-Geschäft einsteigen will. Anfangs entwickeln sich die Dinge prächtig, alles geht gut voran. Als dann jedoch bei einer SA-Aktion die Arbeitsproben seines jüdischen Zeichners konfisziert werden, gerät die Gruppe ins Fadenkreuz der Nationalsozialisten. Die Entwürfe landen im Propagandaministerium. Dort erkennt man ihren Wert, Goebbels ist begeistert. Der Halbjude Horwitz wird von einem ehrgeizigen Abteilungsleiter unter Druck gesetzt. Es wird immer schwerer, sich aus der heftigen Propaganda-Umarmung des Ministeriums wieder zu befreien – und schließlich bleibt Horwitz mit seinen Leuten nur noch eine abenteuerliche Flucht aus Deutschland. Trotzdem führt er die Machthaber am Ende noch einmal gehörig vor – mit Hilfe damals neuer Medien.
Marc Hecht, in Hamburg geboren, hat nach einem Studium zum Diplom-Politologen an der Uni Hamburg ein Volontariat zum Redakteur an der Axel-Springer-Akademie absolviert, war danach sechs Jahre bei der BILD-Zeitung, später Redakteur, Ressortleiter, Textchef und Chefredakteur bei diversen Zeitungen und Magazinen. Kurzgeschichten von ihm sind in mehreren Literaturzeitschriften erschienen. Heute lebt er, nach vielen Jahren in Berlin, wieder als freier Autor in seiner Geburtsstadt Hamburg.
Personen und Handlung sind frei erfunden.
Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen
sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
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Alle Rechte vorbehalten
Herstellung/E-Book: Mirjam Hecht
Umschlaggestaltung: U.O.R.G. Lutz Eberle, Stuttgart
ISBN 978-3-8392-7068-4
Er war spät dran. Vom Hackeschen Markt eilte er hinunter zur Friedrichstraße, vorbei am Schloss Monbijou.
Es war Anfang Mai. In diesem Frühjahr 1935 hatte es noch einmal Nachtfrost gegeben, auf dem schattigen Rasen vor dem Schloss lag Raureif. Nur dort, wo die frühe Sonne bereits hinfiel, glitzerten Tautropfen im Morgenlicht.
Ein kühler Windzug schlug ihm entgegen, als er in die Friedrichstraße einbog. Die großstädtischen Häuser warfen ihre Schatten.
Seine Schritte wurden langsamer, er musterte die Hausnummern, suchend trat er dann durch einen Torbogen in den dahinterliegenden Hof, besah aufmerksam das graue Mietshaus.
»Max Horwitz. Künstleragentur, 2. Stock. Bitte 2x klingeln«, stand dort, auf einem schmalen Werbeschild an der Hauswand. Er zog seine Uhr aus der Westentasche. Beruhigt sah er aufs Ziffernblatt, steckte sie wieder ein und kramte nach dem Zigarettenetui.
Eine Weile ging er rauchend im Hinterhof hin und her. Und als er gerade die Zigarette austreten und hinaufsteigen wollte, sah er zwei junge Männer durch den Torbogen eilen. Ein ungleiches Paar, einer groß und blond, der andere einen ganzen Kopf kleiner, braunhaarig, mit Nickelbrille. Beide waren ähnlich wie er gekleidet, trugen Hüte, weiße Hemden, Anzug und Krawatte. Sie kamen auf ihn zu, beachteten ihn aber nicht, sondern blickten auf das Schild an der Hauswand.
»Hier ist es«, sagte der Größere. Erst dann sahen die beiden auf: »Wollen Sie auch zu Horwitz?«, fragte der Kleinere.
»Ja.«
Nacheinander stiegen sie also die knarrende Holztreppe hinauf in den zweiten Stock. Sie klingelten zweimal, hörten Schritte. Die Tür wurde geöffnet, ein Mann stand vor ihnen. Um die fünfzig, mit Halbglatze und ziemlich dick. Ohne Jackett, die Krawatte saß recht locker. Am auffälligsten waren aber die übermäßig breiten Hosenträger über dem weißen Hemd.
Erstaunt sah er auf die drei Besucher. »Alle auf einmal!«, rief er. »Na, dann kommen Sie mal rein.«
Er schloss die Tür und ging voraus, den Flur entlang, in sein Büro. Dort setzte er sich hinter seinen Schreibtisch, auf dem nur ein schwarzes Telefon und ein großer Aschenbecher standen. An der Wand gab es noch ein braunes Sofa. Gegenüber war ein altes Klavier.
»Nehmen Sie Platz.«
Der Künstleragent griff einen bereits angerauchten Stumpen aus dem Aschenbecher, paffte ihn wieder an und lehnte sich zurück.
»Schön, dass Sie kommen konnten, meine Herren«, begann er. »Um es kurz zu machen, es geht um Folgendes: Wir suchen …«, er unterbrach sich. »Ist jemand von Ihnen Jude oder Parteimitglied?«
Die drei blickten sich überrascht an.
»Ja«, sagte der Kleinere dann resigniert, »ich bin ein Jude.« Niedergeschlagen senkte er dabei den Kopf und starrte auf den Boden. Offenbar verabschiedete er sich in dieser Sekunde von der Vorstellung, hier eine Arbeit zu bekommen.
Dann aber, zu seiner großen Freude, erklärte der Künstleragent: »Verstehen Sie das bitte nicht falsch, meine Herren! Ich habe nichts gegen Juden. Ich selbst bin das, was man neuerdings einen Halbjuden nennt. Und auch meine Auftraggeber sind Juden.« Empört sah er auf: »Aber man kann sich ja in Deutschland allmählich um Kopf und Kragen reden!«
Der Kleinere war erleichtert, eine Weile herrschte verlegenes Schweigen.
Verschwörerisch sah Horwitz die drei auf dem Sofa an: »Tja, es ist nun einmal so, dass dieser Herr Hitler allmählich nervtötend wird, mit seiner Bagage.« Er paffte ein paar Wolken in den Raum, nahm den Stumpen zwischen die Finger und wedelte mit der Hand durch die Luft. »Jedenfalls ist es alles ziemlich schwierig geworden. Allein Goebbels will noch bestimmen, was in die Kinos kommt.« Er fuchtelte mit seinem Stumpen: »›Sieg des Glaubens, Triumph des Willens‹ …, für solche Filmchen gibt es heutzutage Geld! Der ganze Parteitagsscheiß! Die kleine Riefenstahl, kennen Sie die? Die soll nächstes Jahr zur Olympiade ein ganz großes Ding drehen! Da soll Geld dann überhaupt keine Rolle mehr spielen.«
Die Besucher, alle drei den Hut vor sich auf dem Schoß, saßen schweigend da und hörten zu.
Horwitz besann sich: »Na, ich schweife ab. Also, wir wollen jedenfalls etwas vollkommen anderes machen – und deshalb sind Sie jetzt hier.«
Er zog eine Schublade im Schreibtisch auf, nahm ein paar Papiere heraus und begann darin zu blättern.
»Joshua Weismann?«
»Ja, das bin ich.« Der Kleinere hob schüchtern die Hand.
»Sehr gute Zeichnungen. Gefällt mir wirklich gut!«
»Danke!«
»Die entscheidende Frage ist natürlich, wie schnell Sie so etwas können.« Max Horwitz hielt ein Blatt hoch.
»Na ja«, antwortete Josh, »dafür …«
Doch Horwitz unterbrach ihn: »Und wer ist der Schauspieler?« Er blätterte in seinen Notizen. »Arthur Hinrichsen?«
»Das bin ich«, antwortete der große Blonde und seine Bassstimme klang durchs Büro.
Aufmerksam sah der Künstleragent ihn an: »Können Sie das noch einmal sagen?«
»Noch einmal?«, Arthur blickte fragend auf seine Nebenleute.
»Ja, sagen Sie das noch mal.«
»Das bin ich«, wiederholte Arthur also.
»Sehr schön.«
Verständnislos starrten die drei auf den Agenten, ein komischer Kerl war das, sie streiften sich mit Blicken.
Horwitz bemerkte es und erklärte: »Es geht um Animation, verstehen Sie?«
Wieder sahen sich die drei an.
»Animationsfilme! Zeichenfilme. Kennen Sie die Fleischer-Brüder?«
Josh nickte eifrig, die anderen beiden schüttelten den Kopf.
Der Agent seufzte und setzte zu einer Erklärung an. Vorher paffte er geräuschvoll an seinem fast vollkommen heruntergebrannten Stumpen. »Die Fleischers sitzen drüben in den Staaten«, erklärte er schließlich, »die Familie kommt eigentlich aus Krakau. Heute besitzen sie die Fleischer-Studios in New York und sind ziemlich erfolgreich.«
Wieder nickte Josh: »Ja! Ich sage nur Popeye!«
Jetzt sah auch Arthur auf: »Ach so, Popeye. Den kenne ich natürlich, den kennt doch jeder!«
»Genau«, fuhr Horwitz fort, »Max und David Fleischer. Freunde von mir, wenn ich das sagen darf. Ziemlich erfolgreich – und in Amerika auch ziemlich berühmt.«
Gebannt saßen die Besucher auf dem Sofa und blickten den Künstleragenten erwartungsvoll an. Die Sache hier fing an, interessant zu werden.
Horwitz lehnte sich zurück. »Ja, die Fleischer-Brüder«, sagte er versonnen – und begann schließlich zu dozieren: »Die Ersten, wissen Sie, die mit solchen Zeichenfilmen überhaupt Erfolg hatten. Das war damals eine Revolution. Doch dann kam dieser Herr Disney aus Kalifornien, dann kam ›Steamboat Willie‹. Kennen Sie den wenigstens?«
»Natürlich! Micky Maus!«, erklärte Josh begeistert.
»Genau, diese Maus. Die brach buchstäblich alle Rekorde. Disney wird seitdem mit Preisen überhäuft und scheffelt die Dollars nur so. Und um die Fleischers ist es ein bisschen ruhiger geworden.«
Josh hing jetzt an den Lippen des Künstleragenten, die beiden anderen waren ebenfalls höchst interessiert, allein der Name Disney hatte sie fasziniert. Trotzdem sah man ihnen an, dass sie nicht recht wussten, was dies alles nun mit ihnen selbst zu tun haben sollte.
»Also, um es kurz zu machen, ich bin in Kontakt mit den Fleischers«, verkündete Horwitz jetzt aber. »Wir möchten in Deutschland dasselbe machen: Animation, Zeichenfilme mit Ton und schöner Musik. In einem ganz kleinen Rahmen natürlich, erst einmal. Aber das kommt an bei den Leuten, das mögen alle!« Er sah seine Besucher an: »Es muss jetzt aber alles schnell gehen! Sie glauben ja gar nicht, wie viele Leute schon auf diesem Sofa gesessen haben. Und ich habe immer noch keine Mitarbeiter!« In plötzlicher Hektik fuchtelte Horwitz mit den Armen. »Man sollte doch meinen, dass es in diesen Zeiten kein Problem ist, gute Leute für gutes Geld zu finden! Aber die Realität sah bislang leider anders aus, na, wie auch immer …«
»Jetzt sind wir ja hier«, unterbrach Arthur, ein bisschen großspurig. Trotzdem blickte Horwitz ihn dankbar an, studierte dann aber wieder geschäftig die Papiere auf seinem Schreibtisch. »Herr Hinrichsen, wir haben hier einen Dachs, ein Schwein und eine Gans, verstehen Sie?«
»Ja …«, sagte Arthur zögernd.
»Gut, die Stimme vom Dachs haben wir ja nun schon gehört. Ihre eigene. Schön tief. Was meinen Sie, wie spricht eine Gans?«
Verdutzt blickte Arthur den Agenten einen Moment an. »Ich glaube, sie spricht so«, sagte er und hielt sich dabei die Nase zu.
Überrascht sah Horwitz auf. »Ja, das ist gut. Sagen Sie das noch mal.«
Wieder hielt Arthur sich die Nase zu: »Ich glaube, sie spricht ganz genau so und kein bisschen anders.«
»Sehr gut. Und das Schwein?«
Arthur überlegte einen Moment und schlug dann eine hohe, naseweise Kinderstimme an: »Also wissen Sie, das ist ja eine komische Frage! Wie soll denn ein Schwein bitte anders sprechen als so?«
Die drei schauten gebannt auf Horwitz, der jedoch schien sich zu amüsieren: »Genau, genau«, stimmte er zu, »so machen wir es. Das wird zumindest erst mal reichen. Später hole ich mir vielleicht noch eine Frau, die das Schwein spricht. Oder ein Kind. Aber für den Moment ist das alles ganz prima.«
Arthur nickte erleichtert, auch den beiden anderen fiel ein Stein vom Herzen.
Kommentarlos blätterte der Künstleragent weiter in seinen Papieren.
»Robert Mahlow?«, er wandte sich an den Dritten, der sich jetzt straffte und aufsah.
»Ja! Das bin ich!«
»Städtisches Konservatorium für Musik? Klavier und Komposition?«
»Nein, nicht mehr.«
»So?« Horwitz sah fragend auf und blickte dann in seine Papiere.
»Das heißt, ich studiere natürlich noch dort, aber das Konservatorium wurde gerade umbenannt.«
»Aha? Und wie heißt es jetzt?«
»Konservatorium der Reichshauptstadt Berlin.«
Der Agent wischte das ungeduldig weg: »Welches Semester?«
»Viertes. Aber jetzt will ich unterbrechen und erst einmal ein bisschen Geld verdienen.«
»Gut, kommen Sie mal ans Klavier.«
Robert stand also auf und ging an die gegenüberliegende Wand, schlug den Klavierdeckel auf und sah Horwitz unsicher an: »Es gibt keinen Stuhl.«
»Ach so.« Der Künstleragent erhob sich schwer, schob seinen Stuhl zu Robert und blieb neben dem Klavier stehen. »Dann spielen Sie jetzt mal Wind.«
Robert ließ die Finger über die Tasten sausen, auf und ab, in schneller Folge.
»Gut. Und nun Traurigkeit.«
Robert überlegte. Er spielte eine Tonleiter in Dur herunter und schlug ein paar Töne aus dem Adagio von Brahms’ erstem Klavierkonzert an, aber Horwitz unterbrach ihn bereits: »Gut, ja, das müsste irgendwie hinhauen, vielen Dank, nehmen Sie wieder Platz.«
Horwitz nahm den Stuhl dann nicht zurück zu seinem Schreibtisch, sondern dozierte im Stehen weiter: »Herr Weismann«, der Agent ging einen Schritt zurück und hob erneut ein Papier mit Zeichnungen hoch. »Wie gesagt, das ist gut. Aber Sie müssen dabei eben auch schnell sein.«
»Wie schnell?«, fragte Josh.
»Tja, also bei Disney gab es mal einen Kerl, der Ub Iwerks heißt, komischer Name, was? Jedenfalls, von dem wird erzählt, dass er mehr als sechshundert Zeichnungen am Tag schafft.«
Josh sah erschrocken auf. »Wie soll das denn gehen? Also, so schnell bin ich auf keinen Fall«, erklärte er. Fasste sich dann aber und fügte hinzu: »Jedenfalls noch nicht.«
»Keine Angst, wir machen Ihnen die Arbeit leicht. Wir bekommen ein Rotoskop, das haben die Fleischers erfunden. Vereinfacht die Sache ganz ungemein, na, Sie werden ja sehen. Ihre Zeichnungen sind jedenfalls gut. Das Beste zumindest, was mir hier an Bewerbungskram so auf den Schreibtisch gelegt wurde.«
Josh dankte schüchtern und hielt dabei wieder verlegen seinen Hut auf dem Schoß.
Doch Horwitz fixierte ihn: »Aber wissen Sie, Zeichenfilme sind recht aufwendig, alles dauert seine Zeit. Ich muss Ihnen deshalb die Frage stellen: Tragen Sie sich mit dem Gedanken, Deutschland zu verlassen?«
Josh schwieg einen Moment und senkte den Blick. »Wir haben darüber bereits nachgedacht«, erwiderte er ehrlich.
»Und?« Der Agent sah ihn gespannt an.
»Wir haben uns vorerst dagegen entschieden.«
»So? Glauben Sie, dass dieser Spuk in unserem Land bald wieder verschwindet?«
»Ja«, entgegnete Josh fest, »das glaube ich.« Und dann, verächtlich: »Diese Spinner werden sich nicht lange halten.«
Der Künstleragent nickte bedächtig. »Ihr Wort in Gottes Ohr, junger Mann. Aber falls die Nazis nun doch länger an der Macht bleiben … was dann?«
»Um ehrlich zu sein – ich habe keine Ahnung! Wir haben das Thema in der Familie jedenfalls erst mal vertagt bis nach den Olympischen Spielen im nächsten Jahr. Im Moment scheinen die sich etwas zurückzuhalten, weil die Welt auf Berlin blickt.«
Horwitz nickte. »Gut«, sagte er schließlich.
Es entstand ein fragendes Schweigen.
Der Künstleragent räusperte sich und erklärte: »Vierzig Mark die Woche, für jeden. Morgen geht’s los, ausgezahlt wird wöchentlich, Vorschuss gibt es nicht.«
Wieder streiften sich die drei mit Blicken, wollten möglichst unbeteiligt wirken, denn das Angebot war gut, unverhofft gut.
»Ja …«, Arthur nickte übertrieben nachdenklich, »das klingt akzeptabel, im Großen und Ganzen …«
»Akzeptabel?« Horwitz, der sich den Stuhl zurück vor den Schreibtisch geschoben hatte und sich schwer auf den Sitz fallen ließ, donnerte seine Faust auf den Tisch. »Das ist nicht akzeptabel, das ist königlich! Kaiserlich!« Er funkelte die drei auf dem Sofa an. »Und ich gehe damit ein Risiko ein! Weil mir die Zeit davongaloppiert ist. Ich will keine neuen Menschen mehr hier auf diesem Sofa sehen. Ich setze auf Sie!« Und ich hoffe, dass die Sache gut geht! Wenn nicht, dann fliegen Sie ganz schnell wieder raus!«
Eingeschüchtert saßen die drei jetzt da.
»Gut. Und wie geht’s nun weiter?«, fragte Robert schließlich.
»Wie es weitergeht? Morgen früh treten Sie hier an! Und dann geht es los! Pünktlich um neun, wenn ich bitten darf.«
Der beleibte Mann stand abrupt hinter seinem Schreibtisch auf, zeigte damit, dass die Audienz nun beendet sei. Auch die Besucher erhoben sich, schüttelten ihrem neuen Künstleragenten nacheinander die Hand, wurden von ihm schließlich zur Tür geleitet und stiegen die knarrende Holztreppe hinab.
»Ist das die Möglichkeit?« Josh, der als Erster aus dem Treppenhaus hinaus in den Hinterhof trat, sah sich zu den beiden anderen um. »Vierzig Mark die Woche!«
Sie standen verdattert da, Robert und Arthur suchten in ihren Manteltaschen nach Zigaretten.
»Mein Nachbar arbeitet im Westhafen«, erklärte Arthur, »als Stauer, der schuftet jeden Tag zehn Stunden. Und kriegt dafür hundertvierzig Mark im Monat. Dann verdiene ich mehr als er!« Grinsend nahm er die Zigarette aus dem Mundwinkel, hielt sich wieder die Nase zu: »Und das nur, weil ich so spreche!«
Sie passierten den Torbogen, blieben stehen und sahen sich an, weiter sprachlos von der unerwarteten Offerte.
»Wir sollten das feiern!«, sagte Robert schließlich und sah in die Runde.
Josh war sofort begeistert: »Gute Idee! Ich kenne eine Kneipe am Schiffbauerdamm, direkt an der Spree. Die gehört einem Freund von mir, da gibt es tschechisches Bier.«
»Großartig!« Robert nickte euphorisch.
Arthur jedoch schwieg und sah zu Boden. Es entstand eine verlegene Pause.
Dann aber legte Josh dem wesentlich größeren Schauspieler behutsam eine Hand auf die Schulter. Mit der anderen suchte er in seiner Manteltasche. »Geld ist kein Problem«, sagte er, zog einen grauen Geldschein heraus und hielt ihn Arthur hin: »Hier, zehn Mark. Kannst du mir zurückgeben, wenn wir das erste Mal Geld von Horwitz bekommen.«
Überrascht sah Arthur auf. Still stand er da, die Hände in den Manteltaschen, sein Blick ging zu Boden. »Das ist nett … wirklich … also, das ist ganz ausgesprochen nett, aber …«
»Aber was?«, fiel ihm Josh ins Wort.
Und Robert, der die ganze Zeit nur schweigend dabeigestanden hatte, zeigte jetzt auf den Schein, den Josh noch immer in der Hand hielt: »Guck mal, Goethe«, sagte er, »na, wenn das nicht mal ein Zeichen ist, für einen angehenden Schauspieler!«
Arthur nahm schließlich scheu den Geldschein.
Sie machten sich also auf, gingen die Friedrichstraße hinunter, über die Brücke, unter der träge und breit die Spree floss. Die Sonne tanzte auf den kleinen Wellen. Sie blieben stehen und blickten einen Moment schweigend über das Wasser und auf die weißen Ausflugsboote voller Menschen. Dann tauchten sie ein, ins Großstadtgewirr; weiß-graue Doppelstockbusse rumpelten über die Brücke, Straßenbahnen schepperten über die Gleise, Passanten hasteten an ihnen vorbei.
Die Überfahrt war unruhig und stürmisch gewesen.
Tagelang hatte die »Bremen« sich durch hohe Wellen über den Atlantik gepflügt, die Hälfte der Passagiere war seekrank geworden.
Jetzt aber lag der stattliche Passagierdampfer, mit seinem schwarzen Rumpf und den schneeweißen Aufbauten, ruhig und majestätisch am Pier in Bremerhaven. Viele Menschen mit Koffern strömten von Bord, die Schiffshupe gab ihr Willkommenssignal, Möwen kreischten.
Beatrice Horwitz, zweiundzwanzig Jahre alt und von allen seit jeher Trixi genannt, waren die Strapazen der Reise noch anzusehen, als sie an Deck trat, im beigen Kleid, mit weißem Hut. In der einen Hand trug sie einen Koffer, in der anderen eine Reisetasche.
Auch sie hatte drei Tage lang apathisch in ihrer Kabine gelegen und inständig gehofft, dass der Seegang etwas nachlassen würde. Erleichtert ging sie jetzt, im Gewimmel der vielen anderen Passagiere, von Bord.
Kurz darauf stand sie in der langen Schlange vor einem Schalter, an dem in Frakturschrift »Grenzkontrolle« stand. Als sie an der Reihe war, reichte sie dem Grenzer schweigend ihren Pass. Der Mann blickte hinein, musterte sie dann lange. Schließlich klappte er den Pass zu, reichte ihn zurück und ließ Trixi passieren.
»Sami?«
Josh öffnete in der geduckten Häuserfront längs des Flusses eine Tür. Robert und Arthur folgten ihm zögernd.
Sie betraten einen düsteren Schankraum, noch menschenleer. Es roch schal, nach abgestandenem Bier und kaltem Rauch.
»Sami?«
Aus dem hinteren Teil des Raumes kam ihnen jetzt eine Gestalt entgegen, ein kleiner, dicker Mann mit einem kugelrunden Bauch und einer schweren braunen Lederschürze.
»Joshua!«, rief er mit heller Stimme. Der Gastwirt umarmte Josh überschwänglich, blickte dann an sich herunter: »Ach Gott, Entschuldigung, meine Schürze! Wir haben gerade die Bierfässer in den Keller gebracht.« Empört sah er auf: »Es ist eine Schande! Schon wieder ein Fass kaputt! Auf dem Weg von Prag nach Berlin. Ich meine, das ist doch heutzutage wirklich keine Weltreise mehr! Da sollte man doch erwarten können, dass alles heil ankommt! Also, manchmal habe ich das Gefühl, die saufen meine Fässer auf der Fahrt halb aus und machen sie dann kaputt, damit es nicht auffällt, jedenfalls …«
Sanft unterbrach Josh seinen offenbar sehr gesprächigen Freund: »Sami, darf ich dir Arthur und Robert vorstellen? Arthur ist Schauspieler und Robert ist Musiker. Wir haben gerade zusammen einen Auftrag an Land gezogen. Und jetzt haben wir mächtigen Durst.«
»Wirklich? Oh, das freut mich aber!« Der Wirt schüttelte Arthur und Robert strahlend die Hand. »Mein Name ist Pichel und ich bin Gastwirt«, erklärte er, und obwohl er dieses Wortspiel in seinem Leben wohl schon tausendmal erzählt hatte, ließ er ein helles, meckerndes Lachen hören. »Samuel Pichel, Gastwirt. Aber meine Freunde nennen mich Sami.«
Die beiden nickten erfreut und der Gastwirt wandte sich wieder zu Josh: »Ja, du bist wirklich talentiert, Joshua, du wirst deinen Weg schon machen.« Er sah in die Runde: »Also, hier seid ihr jedenfalls richtig, wenn ihr Durst habt! Wollt ihr euch nicht nach draußen setzen? Es ist doch so schönes Wetter! Nachher musst du mir von dem Auftrag erzählen, Joshua!«
Und zu Arthur und Robert sagte er: »Er ist wirklich sehr talentiert, wissen Sie, also, seine Zeichnungen sind die reinste Wucht, und …«
»Wie gesagt«, unterbrach Josh ihn, »wir haben wirklich großen Durst.«
Der Wirt verstand. »Selbstverständlich«, sagte er und ging hinter seinen Schanktisch, um die Bierkrüge zu füllen.
Die drei traten hinaus ins Tageslicht. Die Sonne war ein wenig grell, nach der schummerigen Düsterheit des Schankraumes. Samuel Pichel hatte, wie alle Lokalbesitzer entlang des Ufers, ein paar Tische und Stühle hinausgestellt, nur wenige waren jetzt, am frühen Mittag, schon besetzt.
Sie blickten über den Fluss. An den Ufern blühten Birken und Weiden im ersten Grün, alles atmete Zuversicht und den ewigen Neuanfang des Frühlings.
Robert sah sich um. »Ja, uns geht’s gut, was?«
Arthur nickte flüchtig. »Kommst du aus der Tschechoslowakei?«, fragte er dann unvermittelt und blickte Josh an.
»In meiner Familie bevorzugt man die Formulierung, dass wir aus Böhmen stammen«, erklärte Josh, »aber meine Eltern sind schon vor einem Vierteljahrhundert nach Berlin gekommen, ich wurde hier geboren.«
»Verstehe.« Arthur nickte, offenbar war er jedoch bereits mit anderen Dingen beschäftigt: »Und kennst du diese Fleischer-Brüder? Ich meine, weißt du, was die in Amerika so machen? Horwitz war ja ganz begeistert von denen …«
Josh nickte: »Na ja, ich weiß, dass sie Popeye gemacht haben. Diesen Seemann mit den dicken Unterarmen und dem schiefen Gesicht. Die sind also ziemlich dick drin im Geschäft.«
»Im Zeichenfilmgeschäft?«, fragte Arthur.
»Genau. Cartoon nennen die das.«
»Also, für mich ist das alles Neuland«, sagte Arthur ehrlich und wandte sich an Robert, »und für dich?«
»Für mich auch«, gab Robert zu.
»Amerika«, sagte Arthur gedehnt, »die große Welt des Filmbusiness …«
»Tja …«, Josh nickte geschäftig. »Aber habt ihr nicht auch den Eindruck, dass wir die einzigen Mitarbeiter von Horwitz sind?«
»Klang so«, meinte Arthur, »warum?«
»Na ja, für dich mag das gehen«, antwortete Josh, »du sprichst die Stimme vom Dachs und vom Schwein und von der Gans, das ist ja alles kein Problem.«
Arthur nickte. »Absolut nicht, ich kann auch noch einen Elefanten übernehmen, wenn es gewünscht ist!«
In dem Moment kam der Wirt aus der Tür des Schankraumes, stellte das Bier vor sie auf den Tisch.
»Na, also Prosit!«, rief Arthur.
Sie tranken – und Josh fuhr schließlich fort. »Und du«, wandte er sich an Robert, »sollst ein bisschen Hintergrundmusik fabrizieren. Wind, Traurigkeit und so weiter. Das ist ja eigentlich auch kein Problem.«
»Nee«, Robert zuckte mit den Schultern.
»Aber wenn wir wirklich die einzigen Mitarbeiter sind, dann gibt es für mich wahrscheinlich ein Problem.«
»Warum?« Beide sahen Josh erstaunt an.
»Weil man Mengen von Zeichnungen für so einen Film benötigt, versteht ihr? Bei Disney arbeiten wahrscheinlich Dutzende von Zeichnern.«
»So viele?« Robert beugte sich verblüfft vor.
»Ja, das ist wie Daumenkino, da muss wirklich viel gezeichnet werden.«
Arthur nahm seinen Bierkrug und fuchtelte damit durch die Luft: »Na und? Dann malst du eben diese vielen Bilder, je länger das dauert, desto besser ist es doch!«
Josh blieb skeptisch. »Na, wir werden ja sehen. Und übrigens male ich nicht, sondern ich zeichne.«
»Von mir aus«, sagte Arthur.
Die ersten Strahlen der Morgensonne blitzten auf den Schienen, als Max Horwitz, in Hut und Mantel, am nächsten Tag auf dem Bahnsteig im Bahnhof Zoo auf und ab marschierte.
Viertel vor sieben war es erst, ungeduldig blickte der Künstleragent umher, auf den spitz zulaufenden Turm der Gedächtniskirche und auf den Zoologischen Garten, über dem die Sonne langsam höher stieg.
Endlich fuhr der Zug ein, Bremsen kreischten, es entstand für einige Sekunden ein schier ohrenbetäubender Lärm, bis die Waggons endgültig zum Stehen kamen. Viele Menschen strömten aus den Abteilen.
Auch Beatrice Horwitz stieg aus, noch immer im beigen Kleid, mit weißem Hut. Sie trat auf den Bahnsteig, stellte Koffer und Reisetasche ab und sah sich um.
»Trixi!« Max Horwitz eilte auf sie zu.
»Onkel Max!« Sie fiel ihm in die Arme.
Horwitz drückte und herzte seine Nichte, hielt sie dann an den Schultern und sah ihr ins Gesicht: »Trixi! Lass dich ansehen! Wie war die Überfahrt?«
Trixi sah müde aus, übernächtigt. Mit dem Nachtzug war sie von der Nordsee nach Berlin gekommen. Mit ewigem Stopp in Hamburg. Im ersten Morgenlicht war sie schließlich durch die Mark Brandenburg gerumpelt, die Strapazen der langen Reise steckten ihr in den Knochen, eigentlich wollte sie nur noch schlafen.
Jetzt aber lachte sie, umarmte ihren Onkel noch einmal und feixte: »Ich war seekrank! Und in diesem Zug habe ich kein Auge zubekommen!« Sie schmiegte sich an ihn. »Aber jetzt bin ich ja hier!«
Horwitz herzte seine Nichte noch einmal, nahm den Koffer und die Tasche. Sie hakte sich bei ihm unter. Gemeinsam gingen sie den Bahnsteig entlang zum Ausgang.
Im Taxi saßen sie nebeneinander im Fond. Trixi sah interessiert aus dem Fenster, als sie, an der Siegessäule vorbei, aufs Brandenburger Tor zufuhren.
Ihr Onkel riss sie schließlich aus ihren Betrachtungen. Er sah seine Nichte prüfend von der Seite an und erklärte: »Ich habe mir gedacht, dass du bei mir wohnen kannst.«
Trixi drehte sich erschrocken zu ihm um: »Bei dir? Wohnst du immer noch in der Mulackstraße?«
»Ja.« Sie wollte protestieren, aber er kam ihr zuvor: »Ich habe auch noch ein Zimmer in meiner Agentur. Das habe ich für dich hergerichtet.«
»Deine Agentur?« Sie sah überrascht auf. »Seit wann hast du denn eine Agentur?«
»Seit einiger Zeit schon.«
»Aha? Und wo ist die?«
»In der Friedrichstraße.«
»So?« Trixi sah erstaunt auf und überschüttete ihren Onkel mit Fragen.
Der jedoch wehrte alles stoisch ab: »Du wirst schon sehen.«
Das Zimmer war sparsam möbliert. Ein Klappbett, ein Schrank, ein kleiner runder Tisch mit zwei Stühlen. Keine Tischdecke, keine Vasen, keine Bilder an den Wänden. An einer Wand gab es nur ein winziges Waschbecken ohne Spiegel.
Trixi stand mitten im Zimmer, stellte Koffer und Reisetasche auf den Boden und sah sich skeptisch um, bevor sie zurück ins Büro ihres Onkels ging.
Max Horwitz saß bereits am Schreibtisch und sah abwesend auf, als sie eintrat: »Und?«, fragte er. »Gefällt dir dein Zimmer?«
»Na ja …«, sie wollte nicht unhöflich sein, suchte nach den richtigen Worten, ohne ihn zu düpieren. »… irgendwie schon. Aber es ist vielleicht doch ein bisschen unpraktisch. Für eine Frau, verstehst du? Also, das Waschbecken ist so klein … man kann sich kaum die Hände darin waschen …«
»Es gibt noch ein richtiges Bad am Ende des Flurs.«
»Am Ende des Flurs?« Trixi blickte ihn erschrocken an. »Aber dann müsste ich ja jedes Mal halb nackt …«
Ihr Onkel unterbrach sie, hatte offenbar keinen Sinn für solche Dinge. »Wie oft duscht man denn so, in den Vereinigten Staaten von Amerika?«, fragte er ironisch. »Also, bei uns in Deutschland duscht man nach wie vor einmal morgens! Und das war’s dann!«
Trixi nickte ergeben. Sie wollte jetzt nicht streiten. Sie war müde, die Überfahrt steckte ihr in den Knochen.
Und auch ihr Onkel wechselte endlich das Thema: »Jedenfalls«, er lehnte sich zurück, zog einen Brief aus der Innentasche seines Jacketts und wedelte damit herum. »Hier steht nur, dass du nach Deutschland kommst. Allerdings nicht, warum.«
Trixi blickte ihren Onkel treuherzig an. »Es gibt ein paar Dinge«, erklärte sie gradlinig, »aber vor allem bin ich gekommen, um dich zu überreden, mit mir zurückzufahren. Wir machen uns Sorgen!«
»Ja, das habe ich mir schon gedacht!« Max Horwitz nickte grimmig. »Dein Vater hat mir ja deshalb schon ein halbes Dutzend Briefe geschrieben!« Er beugte sich vor. »Aber daraus wird nichts! Die Reise hättest du dir sparen können!« Horwitz redete sich in Rage: »Und ich finde es im Übrigen auch unmöglich, dass deine Eltern diese Reise überhaupt erlaubt haben! Nach Nazi-Deutschland!«
»Warum? Ich bin nur Vierteljüdin! Mir kann nichts passieren!« Trixi wischte die Bedenken ihres Onkels weg. Dann fügte sie triumphierend hinzu: »Also glaubst du selbst, dass Deutschland zurzeit gefährlich ist!« Sie funkelte ihn an.
»Ja … nein! Du hättest jedenfalls in Amerika bleiben sollen!«
Sie sah ihn bittend an. »Wir sind nun schon seit zwei Jahren drüben! Paps will jetzt vielleicht ein neues Unternehmen aufbauen. Und dafür braucht er dich!«
